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Unser Verein

„Ipoklu“
Internationaler Postwertzeichensammler-Klub. (Geschäftsstellen, Werbestellen und Tauschobleute im Freistaat Danzig und in Deutschland.) Die Korrespondenzstelle in Amberg 2 (Oberfalz) schreibt uns:
Der Druck der Satzungen für den Freistaat Danzig ist beendet und wir haben diese bereits an alle, die sie anforderten, zum Versand gebracht. An alle Sammler ergeht die dringende Bitte, sich wenigstens die Satzung unseres Vereins kommen zu lassen, damit sie sehen, dass wir wirklich ungemein viel Bieten. Der Zusammenschluss der Postwertzeichensammler ist unser erster Zweck, der Zusammenschluss zum Kampfe gegen Spekulation und Wucher in der Philatelie. Die Korres-pondenzstelle sendet auf Wunsch jedem Sammler, die im Freistaate Danzig oder Deutschland wohnt, die Satzungen und Aufnahmepapiere gratis und franko zu. Vereinsorgan für die im Freistaat Danzig wohnenden Mitglieder ist die Danziger „Briefmarken-Rundschau“, deren Abonnement zu besonders ermäßigten Preise für Danziger Mitglieder obligatorisch ist. Beiträge zum Klubwerden nicht erhoben, weder Aufnahmegebühr noch Jahresbeiträge.

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Danziger Postkarten

Zwecks Unterrichtung der nicht in Danzig ansässigen Sammler geben wir hier noch einmal eine zusammenfassende Aufstellung der neuen Postkarten im Wappentyp – zwei weiße Kreuze, darüber Krone im farbigen achteckigen Schilde -, eingefasst von einem weißen achteckigen Schriftband, Wertziffer in den Ecken. Besonders zu bemerken ist dabei, dass die zuerst erschienene, einfach Karte zu 40 Pfennig ultramarin längere und schmalere, weiße Ordensritter-kreuze hat, als sie das amtliche Wappen des Freistaates Danzig aufweist. Dieser heraldische Fehler, der vielleicht bei einer Neuauflage des 40-Pfennig-Wertes noch verbessert werden dürfte (worauf Ganzsachensammler schon jetzt aufmerksam gemacht seien!) wurde bei den später erschienenen Kartenwerten schon derart korrigiert, dass bei ihnen die Kreuze wesentlich kürzer und gedrungener übereinander stehen. Verausgabt wurden bisher die
Postkarten: 20 (Pfennig) hellgrün (Inlandsverkehr); 40 (Pfennig) ultramarin (Verkehr mit Deutschland und Polen); 60 (Pfennig) karmin (Weltpostverkehr)
Antwortkarten: 30 + 30 (Pfennig) hellgrün; 40 + 40 (Pfennig) ultramarin; 60 + 60 (Pfennig) rot. Die 40 Karte mit Antwort zeigt bereits die kleineren Kreuze

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Danziger Innendienstmarken

Die Nr. 29 der Leipziger Illustrierte Briefmarken-Journal bringt unter der Überschrift: „Danzig, die Innendienstmarken und anderes“ einen Artikel, der mehrere Irrtümer enthält. Der Name Innendienstmarke wurde den in Frage kommenden drei Werte gleich kurz nach der Ausgabe zwecks knapper Bezeichnung beigelegt und nicht erst dann, als sie bereits große Seltenheiten waren. Ein Teil der Marken ist tatsächlich auf Anordnung der Danziger Oberpostdirektion von Beamten zur Frankierung von Paketadressen verwendet worden. Die amtliche Auflage, die allerdings sehr klein war, hat die „Briefmarken-Rundschau seinerzeit veröffentlicht! Die geringe Auflage erklärt sich dadurch, dass nur die seinerzeit in Danzig noch vorhandenen Restbestände der 60-Pfennig, 1-Mark und 2-Mark-Marken überdruckt wurden….

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Herstellungsarten der Briefmarken.

von
K.
Vieth.
III.

Hochdruck (Chemisch-mechanische Methode)

Die Zinkographie. Zur Herstellung einer Zinkogrphie-Druckplatte kann nur reines Zink in Platten von 1 ½ bis 3 Millimeter Stärke verwendet werden. Dasselbe muss vollkommen glatt sein, also keine Risse und Schrammen haben. Vor dem Aufbringen des Bildes wird die Platte mit feinstem Schmirgelpapier abgezogen und mit Schlämmkreide und Wasser entfettet. Das Bild kann dann entweder direkt aufgezeichnet werden oder umgedruckt. Zum direkten Aufzeichnen im Spiegelbilde benutzt man eine säurefeste Farbe: lithographische Tusche oder eine Harz-(Asphalt-)Lösung. Zum Umdrucke wird ein mit einer Kleisterschicht bestrichenes Papier benutzt, das dann mit Farbe, die sehr fett sein muss, bezeichnet wird da sich der Kleister und die Farbe nicht verbinden und die Farbe von den Papierfasern nicht aufgesogen werden kann, so gibt das auf die Zinkplatte gepresste Papier die ab. Von den Umdrucken gibt es zwei vollkommen verschiedene Arten: 1 die Auto-graphie und 2 Umdrucke von schon vorhanden Druckstöcken.
Bei der Autographie wird Selbstgeschriebenes druckbar gemacht, indem man mit fetter (Autographier-)Tinte auf gewöhnlichem Schreibpapier die Zeichnung macht und dann auf die Zinkplatte überträgt. (Näher darauf eingehen werden ich jedoch erst bei der Beschreibung der Flach-druckarten). Dagegen wird die zweite Art in der Philatelie viel angewendet. Man stellt einen „Urstock“ von einem Markenbilde her, druckt diesen auf Papier ab und überträgt den Abdruck auf eine andere Platte, mehrere derselben werden dann zu einem Markenbogen zusammengesetzt. Dieses bedeutet für den Zinkographen eine außerordentliche Arbeitserleichterung, denn während er z.B. wie bei dem Bogen der Danziger Pfennigwerte 100mal dasselbe Klischee herstellen müsste, hat er es nur einmal nötig, indem er eins anfertigt und dann die weiteren überdruckt. Das hierdurch dem Sammler viele Typenarten erspart bleiben, mag der „Typenjäger“ bedauern, der ernste Sammler dagegen freuen, denn dass sonst eine jede Marke eine besondere Typenart darstellen würde, wird wohl jedem einleuchten.
Der zweite Arbeitsgang besteht in der Ätzung“, die mit verdünnter Salpetersäure vorgenommen wird. Zunächst wird die Platte auf der Rückseite und an den Seiten zum Schutze gegen die Säure mit Schellacklösung bestrichen. Da sich nun die Säure nicht senkrecht, sondern schräg nach innen in das Metall einfrisst, so würden, wenn man eine hochprozentige Säuremischung nehmen würde, die feinen Punkte und Striche unterfressen werden und in kurzer Zeit verschwinden. Darum wird zuerst eine stark wässrige Säurmischung genommen und die Platte so lange darin gelassen, bis die feinen Partien hoch genug auf der Platte stehen. Dann wird sie abgespült, die betreffenden Stellen ganz mit Farbe bedeckt und die erhabenen Linien an beiden Seiten mit Farbe bestrichen. Würde die Säure sonst weiterfressen, so würde sie auch die dicken Striche untergraben. Hierauf komme die Platte in eine etwas stärkere Säuremischung und so fort, bis die größten Partien tief genug geätzt sind. Dann findet eine Nach- oder Reinätzung statt, bei der die durch das Ätzen entstandenen scharfen Kanten abgefressen werden. Dann ist die Platte druckreif.
Die Galvanoplastik wird zu zwei verschiedenen Zwecken verwendet: Erstens soll sie weiche (Kupfer-)Druckplatten widerstandsfähiger machen, indem sie zum Überzuge verwendet wird, und zweitens soll sie von einem Druckstocke mehrere herstellen, indem man den Überzug vom Stocke loslöst und aufklotzt. Die Herstellung des Überzuges erfolgt indem allgemein bekannten galvanischen Bade. Leider kann ich bei dem knappen Raume nicht näher auf das weitverzweigte Gebiet der Galvanostegie eingehen und verweise Interessenten auf das leichte Büchlein „Galvanostegie“, das in der Miniatur-Bibliothek als Nr. 178/74 erschienen und durch jede größere Buchhandlung oder vom Verlage Albert Otto Paul in Leipzig für 1,50 Mark zu beziehen ist.

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Ein Stempel-Kuriosum der Freien Stadt Danzig.

Kürzlich lag uns eine Postkarte mit der merkwürdigen Abstempelung „Fürstenberg – Freie Stadt Danzig“ vor. Da es einen Ort dieses Namens im Freistadtgebiet bekanntlich nicht gibt, wandten wir uns um Auskunft an die zuständige Stelle und erhielten darüber von der O.P.D. für das Gebiet der Freien Stadt Danzig unter dem 9. November folgende interessanten Bescheid:
„Eine Berliner Stempelfabrik hat den für die Postagentur „Fürstenau (Freie Stadt Danzig bestimmten Aufgabestempel irrtümlich mit der Inschrift „Fürstenberg (Freie Stadt Danzig)“ versehen. Bevor das Postamt in Tiegenhof, das den Fehler beim Eingange des Stempels bemerkt hatte, den unrichtigen Stempel an den Lieferer zurücksandte hatte, hat ein Beamter des Postamtes widerrechtlich mit dem Stempel einen Abdruck auf die einem dann zugesandte Postkarte gesetzt. Gegen den Beamten, der gegeben hat, dass er sich einen Scherz haben erlauben wollen, ist das erforderliche verfügt worden.

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Die Danziger Markenprüfungs-Kommission

Von
Th. Heimann, Vors. D. V. „Briefmarkenfreunde“, Danzig

Nachdem anscheinend alle interessierten Kreise zu diesem Thema ihre Ansichten mitgeteilt haben, gestatte ich mir, noch einmal hierzu das Wort zu nehmen. Die Erfahrungen haben gelehrt, dass es ein einfacher überdruckte Marken zu Prüfen, als solche, die mit einem Überdrucke versehen sind. Für die erste Art ist es den Prüfern vermöge jahrelanger Studien und ausreichenden Vergleichs-materials meist möglich, auch allein ein Urteil über echt oder gefälscht abzugeben. Es ist auch bekannt, mit welch großem Vertrauen die Sammler sich dem Urteil anerkannter Prüfer unterwerfen. Ganz anders ist die Lage übe den Überdruckmarken. Hier fehlt die Jahrelange Übung, hier fehlt vor allem das Vergleichsmaterial.
In einem Artikel wird nun angeregt, Spezialisten aller Danziger Vereine in eine Kommission zu wählen, um Parteilichkeit auszuschalten. Ich bemerke hier, dass es wohlwenig Sinn hätte, eine Kommission zusammenzustellen, wenn man auch nur mit einem Gedanken an dem Begriffe der Parteilichkeit haftet. Der Verein „Briefmarkenfreunde“ hat aus diesem Grunde die Kommission noch nicht in Tätigkeit treten lassen; auch ergaben sich sonstige ganz beträchtliche Schwierigkeiten. Da aber eine Prüfungsstelle tatsächlich dringend notwendig ist und der Verein „Briefmarken-freunde“ bereits mehrfach den Versuch gemacht hat, die am Orte bestehenden Vereine zu gemein-samer Tätigkeit zu vereinigen, was bisher leider erfolglos war, bitte ich hierdurch alle Sammler, die Spezialkenntnisse und evtl. Vergleichsmaterial besitzen, sich für diese Kommission zur Verfügung stellen zu wollen. Damit glaubt der Verein auch am besten Stimmen gerecht werden zu können.
Alle Vorarbeiten sind seitens des Vorstandes des Vereins im Gange. Ganz besonders anzuerkennen ist hierbei, dass die Danziger Oberpostdirektion, soweit es ihr möglich war, Vergleichsmaterial insofern zur Verfügung stellte, als einzelne der in Frage kommenden Werte photographiert werden konnten. Was nun die Stärke der Kommission anbetrifft, so halte ich eine aus drei, höchstens vier Sammlern bestehende Kommission für vollkommen ausreichend. In Zweifelfällen können immer noch ein oder zwei Kenner hinzugezogen werden, wie die Redaktion der „B.R.“ bereits erwähnte. Die Kommission wird dann erst nachweisen müssen, dass sie in der Lage ist, einwandfreie Urteile über die vorgelegten Objekte abzugeben. Erst wenn dies geschehen, könnte evtl. in einzelnen Fällen die Behörde das Urteil der Kommission einfordern.
Die in der letzten Zeit von einzelnen Prüfern für Aufdruckmarken abgegebenes Urteile bestätigen meine Ansicht, dass ein einzelner Prüfer nicht die Verantwortung übernehmen kann, ein endgülti-ges Urteil zu fällen. Bisher sind nur vereinzelte Fälle bekannt geworden, in denen Prüfer ein falsches Urteil abgegeben haben; aus vielen Zuschriften ist jedoch zu entnehmen, dass dies in weit größerem Umfange der Fall ist. Dies kommen wohl in der Hauptsache daher, dass diese Prüfer, wie ich bereits s.Zt. erwähnte, um des Lohnes willen prüfen. Derartiges wird durch die Kommission vermieden werden, denn sie wird eingehend begründen müssen, warum die vorgelegten Marken echt bzw. gefälscht sind. Zum Schlusse bemerke ich, dass diese Kommission sich auf alle Fälle einer undankbaren, zeitraubenden Arbeit unterzieht, die sie lediglich im Interesse der Sache und nicht zuletzt im Interesse Danzigs übernimmt.
Herzu will der Verein „Briefmarkenfreunde“ sein Scherflein beitragen und ruft zu reger Unter-stützung auf. Zuschriften werden an meine Adresse. Danzig, Englischer Damm 10b, oder an die Redaktion der „B.R.“ erbeten.
Rechtsanwalt Dr. Gust. Basch, Wien bringt in der Dezember-Nummer der „Postmarke“ dieses ersten österreichischen Fachblattes, auf Grund der Normen des österreichischen bürgerlichen Gesetzbuches sehr beachtenswerte Ausführungen, die wir im Interesse der Sache hier auszugsweise wiedergeben.
Wem steht der Ersatzanspruch zu? Unseres Erachtens nur jenem der dem Sachverständigen den Auftrag zur Prüfung der Marke erteilt hat. Hat er seither die Marke verkauft, so mag der Käufer ihn nach den Bestimmungen über die Gewährleistung belangen, der Prüfer selbst jedoch ist nur seinem Auftraggeber verantwortlich.
Wie weit reicht der Anspruch? Er wird im allgemeinen nur die eigentliche Schadloshaltung, das ist dem positiv erlittenen Schaden, umfassen. Ist jedoch der Schaden vorsätzlich oder durch auffallen-de Sorglosigkeit (dolus bzw. culpa lata) zugefügt worden so tritt hierzu der entgangene Gewinn. Der letztere Fall dürfte in der Praxis des Markenprüfers doch höchst selten eintreten, so dass sich hier dessen besondere Erörterung erübrigt.
Die Sache wird sich meist so gestalten. Jemand legt dem Prüfer eine Marke vor, erhält die Bestäti-gung der Echtheit und Unverfälschtheit und verkauft sodann die Marke als eine echte. Nachträglich ergibt sich, dass das Gutachten unrichtig war. Der Ersteher stellt ihm die Marke zurück und begehrt natürlich den dafür entrichteten Preis. Der Verkäufer der Marke kann vom Prüfer den Ersatz der ihm erwachsenen Auslagen verlangen.
Oder: Jemand legt eine Marke, ehe er sie verkauft dem Prüfer vor und erwirbt und bezahlt auf Grund des so eingeholten günstigen Gutachtens die Marke. Sie erweist sich später als gefälscht. Der Käufer setzt den Prüfer hiervon gehörig in Kenntnis. Beziffert seinen Schaden und begehrt nun von seinem Vormann die Rückgängigmachung des Kaufes. Kann er sie trotz prompter Anwendung der der Sachlage nach gebotenen Mittel (Einklagung u.dgl.) nicht erzielen – z.B. der Belange vermögenslos oder flüchtig -, so mag der durch das Gutachten Geschädigte vom Prüfer Ersatz des für die Marke bezahlten, angemessenen Preises, sowie der notwendigerweise aufgewandten Kosten verlangen, denn der Prüfer ist ihm nach den eingangs angeführten Normen hierfür haftbar. Unserer Meinung nach, ist mithin in solchem Falle die Ersatzpflicht des Prüfers in betreff des bezahlten Kaufsumme der Marke nur eine sekundäre; denn wenn der Ersteher der Marke in der Lage ist, den Preis vom Verkäufer wiederzuerlangen, erscheint er ja diesbezüglich nicht geschädigt.
Aus alledem ergibt sich, dass das Prüfen der Marken, der Aufdrucke, der Umrandung, der Stempel eine recht verantwortungsvolle Tätigkeit ist, und dass der Prüfer schon in seinem eigenen direkten materiellen Interesse, ganz abgesehen von seinem Namen und Ruf, zur größten Sorgfalt genötigt erscheint.
Besonders interessant können sich die Fälle gestalten, in denen der Prüfer nicht eine falsche Marke als echt bezeichnet, sondern umgekehrt durch die Erklärung, die Marke sei unecht oder verfälscht, einen des Anfragenden schädigenden Irrtum begeht. Grundsätzlich ist die Haftbarkeit des Sachver-ständigen in gleicher Weise wie bei der Echtheitserklärung einer falschen Marke gegeben; doch werden die praktischen Folgen des unzutreffenden Urteils regelmäßig einen anderen Charakter tragen.
Alles vorerwähnte setzt voraus, dass den Prüfer wirklich ein Verschulden trifft. Es können nun auch Fälle vorkommen, in denen ein Prüfungsgutachten nachher zwar als falsch erkannt wird, aber ein Kunstfehler des Prüfers, ein von ihm zu vertretendes Versehen oder Verschulden de Sachlage nach dennoch nicht erblickt werden kann. Ist solches durch haltbare Beweise dargetan, dann wird der Richter dem Prüfer auch keine Ersatzpflicht auferlegen können.
Auch geteiltes Verschulden kann in Frage kommen. Wenn jemand eine besondere kostbare Marke von einem anrüchigen z.B. als geschicktem Markenfälscher bekannten Person erkauft, ohne den Prüfer auf die bedenkliche Quelle aufmerksam zu machen und dadurch zu ganz besonderer, sozu-sagen misstrauischer Sorgfalt zu veranlassen, so kann sich hieraus die Annahme eines Mitver-schulden auf seiten des Käufers der Marke und eine entsprechende Aufstellung des Ersatzbetrages ergeben.

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Bange machen gilt nicht!

In unserer Steuerpolitik beginnt sich, wohl meistens durch Übereifer, ein richtiger Spionagesystem zu entwickeln, das sich u.a. von lähmenden Einfluss auf das Vereinsleben erweist. Keineswegs soll hier irgendwelcher Steuerhinterziehung das Wort geredet werden… Für die private Handlungen seiner Mitglieder kann der Verein indessen keinerlei Verantwortlichkeit übernehmen und muss es daher auch ganz entschieden ablehnen, dem Staat diesbezügliche Spionagedienste zu leisten. Solche müssen aber darin erblickt werden, wenn z.B. der Verein den Finanzämtern Mitgliederverzeichnisse übergeben soll.
Dass aber einzelne Finanzämter, die derartige Forderungen stellen, damit ihre Machtbefugnisse überschreiten, ergibt sich aus einem Erlass des Herrn Finanzministers vom 1. Juli 1920, worin vor solchen und ähnlichen Übergriffen zur unnötigen Beunruhigung des Publikums gewarnt und aus-drücklich darauf hingewiesen wird, dass die Auskunftspflicht dritter Personen also auch die von Vereinen, nicht zur Aufdeckung bisher unbekannter Steuerfälle verwendet werden darf. Es wird daher, so heißt es in dem Erlass von dem erfordern allgemeiner Auskünfte darüber abzusehen sein, ob eine bestimmte Klasse von Personen, die weder im einzelnen namhaft gemacht, noch der Person nach erkennbar sind, bestimmte Rechtsgeschäfte eingeschlossen haben. Ebenso wird die aus ähnlichen Anlässen geforderte Aufgabe bestimmter Personengruppen untersagt, das ganz zweifellos auf Mitgliederverzeichnisse von Vereinen anzuwenden ist. Wenn daher der Verein auch verpflichtet ist, in einem etwa im Gange befindliches Verfahren über eine bestimmte namhaft gemachte Person ihm bekannt gewordene Tatsachen mitzuteilen, so werden wir uns doch ganz entschieden weigern, der Aufforderung um Überlassung allgemeiner Namensverzeichnisse nachzukommen und werden erforderlichenfalls dagegen den Beschwerdeweg an das Finanzministerium beschreiten.

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Unsere Vereine

Der Hamburg-Altonaer Briefmarken-Sammler-Verein veröffentlicht in seinen für die Mitglieder sehr nutzbringende Vereinsmitteilungen folgende interessant Ausführungen, deren Kenntnis auch für andere Vereine von Wert ist.

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Ein hochinteressanter Danziger Fehldruck

Ausgesprochene Fehldrucke sind bei den Danziger Marken, abgesehen von Plattenfehlern, bisher mit Ausnahme der Sternprovisorien zu 1 Mark ohne Unterdruck, und einiger Abarten, die mehr unter den Begriff der Makulatur fallen, so gut wie gar nicht zu verzeichnen gewesen. Nun aber legt uns Herr Mabrane, Danzig-Langfuhr, zwei Exemplare der Kogge-Marken zu 5 Pfennig, die mit noch zwei anderen Stücken, darunter einen stark lädierten, auf einem amtlichen Schreiben saßen und im Juni d. J. abgestempelt sind, vor. Sie haben an Stelle des schwarzen Hintergrundes in diesem Oval mit Schiff eine ausgesprochene Purpurfärbung. Da letzte unseres Erachtens unmöglich durch chemische Veränderung entstanden sein kann, dürfte es sich vermutlich um einen Fehldruck eines ganzen Bogens von 100 Stück dieser Marke handeln, die also orange (Rahmen) und purpur, statt orange und schwarz ist. Wir erbitten Mitteilungen aus unserem Leserkreise, ob noch anderweitig derartige Fehldrucke, die eine wirkliche Rarität darstellen würden, entdeckt worden sind.

Mangelhafte Drucke sind sonst gerade bei dem 5-Pfennig-Wert Kogge nicht allzu selten. Sie zeigte uns Landrath ein Stück, bei dem am Schiff die Flagge fehlt.
Die 70-Pfennig-Marke Danzig mit Schrägaufdruck ist übrigens auf dünnerem und ziemlich starken Papier beobachtet worden.

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Gerichtliche philatelistische Sachverständige

Ein Streitfall der für die gerichtliche Sachverständigen Begutachtung von Briefmarken von grund-sätzlicher Bedeutung ist, wird in der Prager Presse veröffentlicht. Wir bringen ihn hier des allge-meinen Interesses halber im Auszug:
Ende Oktober d.J. wurde vor dem Landesgericht in Prag eine Klage des Herrn Amtsbüchler – Reichenberg gegen Herrn Fr. Sasek, Prag verhandelt. Beide Herrn sind Briefmarkenhändler. A. übersandte S. eine österreichische 10-Kronen-Marke mit dem Überdruck Posta Ceskoslovenska 1919“ auf Faserpapier und forderte für diese den Preis von 5000 Tschechokronen. Da der gerichtliche Sachverständige und bekannte spezielle Markenkenner dieser Überdruckmarken, Herr J. Leseticky in Prag nicht anwesend war, ließ Sasek die fragliche Marke durch den Sachverständi-gen Ing J. Sula prüfen, der sie als Falsifikat bezeichnete. Der Briefmarkenhändler Amtsbüchler verweigerte jedoch die Rücknahme und reichte gegen Sasek Klage auf Zahlung der 5000 Kronen ein. Die klagende Partei nahm sich als Privaten Kenner den ehemaligen Postmeister Herrn Hanus zur Hilfe, während die beklagte Partei als Sachverständigen Zeugen Ing.J. Sula bezeichnete. Das Gericht berief als ständigen gerichtlichen Sachverständigen für das philatelistische Gebiet beim Handelsgericht Prag, Herrn Leseticky. Das Verfahren in erster Instanz wurde nicht beendet, aus Gründen die mehr als merkwürdig erscheinen. Der Gerichtssachverständiger Leseticky erklärte nämlich, dass er sofort ein Urteil über das Streitobjekt angeben könnte, falls es ihm vorgelegt werde. Der von der klagenden Partei gestellt Sachverständige, Postmeister Hanus verlangte jedoch, dass ihm die Marke auf 14 Tage in seine Wohnung gegeben werde, damit er auf diese Weise Gelegenheit zu einer eingehenden Prüfung erhalte, worauf das Gericht auch einging.
Bei der zweiten Verhandlung am 5. Dezember d. J. bezeichnete der Gerichtssachverständige J.Leseticky die erwähnte Marke als Fälschung hinsichtlich des Überdruckes. Diese Begutachtung deckte sich also mit der des anderen, nicht gerichtlichen Sachverständigen Ing. J. Sula. Postmeister Hanus vertrat jedoch nach wie vor die Ansicht, dass der Überdruck echt sei. Ungeachtet des über-einstimmenden Urteile zweier kompetenter Sachverständigen, von denen der eine gerichtlich vereidigt ist, schloss sich der Gerichtsversitzende dem Antrage der Klagepartei auf Berufung eines Obersachverständigen an. Der Vertreter der Beklagten, Dr. Rix, selbst gerichtlicher Sachverständi-ger in philatelistischen Angelegenheiten erklärte, dass es einen dritten Spezialkenner und Prüfer dieser Marken überhaupt nicht gäbe, und dass über das gleich lautende Urteil zweier anerkannter Markenprüfer ein dritter Philatelist der nicht Spezialkenner auf dem Gebiete der strittigen Marke ist, nicht entscheiden könne. Da das Gericht dem Antrage der klagenden Partei, wie oben erwähnt, stattgab, beantragte Dr. Rix für die Beklagte gleichfalls einen Sachverständigen und zwei einen gerichtlichen. Die Verhandlung wurde vertagt und das Gericht wird entscheiden, wen es als Obersachverständigen vorladen will.
Da das Verfahren noch schwebt. Unterbleibt am besten jegliche Kritik. Immerhin wird es von allge-meinen Interesse sein zu erfahren, welche Entscheidung das Gericht hinsichtlich der Sachverstän-digenfrage getroffen hat. Denn es ist von prinzipieller Bedeutung über den Rahmen eines Einzel-falles hinaus, ob das Urteil eines gerichtlichen Sachverständigen durch die Beurteilung einer Person, die von einer Klagepartei als sachverständig angeführt wird, umgestoßen werden kann. Über den Fall wird nach beendeten Verfahren noch berichtet werden.

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Herstellungsarten der Briefmarken

von
Karl Vieth
II.

Hochdruck (Mechanische Methode)

Nachdem wir einen Überblick über das Gesamtgebiet bekommen haben, wollen wir zu den einzel-nen Drucktechniken übergehen und kommen hier zum Hochdruck.
Der Holzschnitt ist sehr alt, schon im 6. Jahrhundert n. Chr. konnten die Chinesen Holztafeln, in welche sie Figuren einschnitten und dann abdruckten. In Deutschland wurde er ohne chinesischen Einfluss – im 14. Jahrhundert – erfunden. Zur Herstellung der Holzschnitte wurde Langholz (Birnbaum, Buche verwendet. Zum Schneiden gebrauchte man ein Messer aus Uhrfederstahl. Da jeder Strich von beiden Seiten geschnitten werden musste und das Langholz ein enges Aneinander-rücken der Linien nicht gestattete, war das Verfahren äußerst umständlich. Jetzt gebraucht man das Hirnholz des Buchenbaumes und den Stichel. Die geschliffene Holzplatte wird weiß grundiert und dann das Markenbild im Spiegelbild darauf gezeichnet oder gepaust und dann ausgestochen. Unter-arten des Holzschnittes sind die Photo-Xylographie und der Faksimileholzschnitt.
Hierauf folgt der Letterdruck (Typographie), er hauptsächlich zu Auf- und Überdrucken verwendet wird. Beim Letterndruck unterscheidet man drei völlig getrennte Arbeitsvorgänge: 1. Guss der Lettern, 2. Zusammenstellung der Lettern, 3. Abdruck. Eine Type, wie man die Lettern auch nennt, ist ein rechtwinkliges Metallstäbchen von etwa 2 cm Höhe, das oben erhaben einen Buchstaben trägt. Eine sinngemäß zusammengesetzte Anzahl Typen nennt man einen Schriftsatz oder kurz Satz.
Die Herstellung der Typen erfolgt folgendermaßen. Zunächst wird in weichgemachtem Stahl der Buchstabe verkehrt und erhaben eingeschnitten. Diesen Stempel nennt man Patrize. Die wiederge-härtete Patrize wird in eine Kupferplatte eingeschlagen, in welcher dann der Buchstabe richtig und vertieft steht. Diese Platte heißt Matrize. Von der Matrize werden dann in beliebiger Zahl Abgüsse in Schriftgießermetall genommen, die genau der Patrize gleichen.
Auch die Galvanoplastik wird zur Typenherstellung benutzt. Um den Typen eine größere Haltbar-keit zu verleihen, werden diese auch in neuester Zeit vernickelt oder verstählt. Wir kommen nun zum zweiten Arbeitsgang: dem Setzen. Die Typen werden geordnet in Kästen untergebracht, so, dass sie dem Setzer ziemlich nahe liegen. Dieser entnimmt nun nach dem Manuskript die einzelnen Typen und reiht dieselben von links nach rechts in den sogenannten „Winkelhaken“. Die Stellen, welche später weiß bleiben sollen, z.B. die Zwischenräume zwischen den Worten werden mit „Auschluss“ ausgefüllt. Typen, die keine Bezeichnung tragen und etwas kleiner sind. Dann wird vom Satz ein Abzug genommen. In dem alle Fehler gestrichen und verbessert und dann im Satz durch andere Typenersetzt werden. Der dritte Arbeitsgang: das Drucken erfolgt wie bei allen Hoch-druckkarten auf Tiegeldruckpresse, d.h. mit einer Druckfläche oder auch Rotationsmaschinen, d.h . mit zylindrischer Druckfläche.
Die Stereogypie ist, mit dem Letterdruck eng verbunden, heute eine der wichtigsten Druckprinzipe und bei der Zeitungsherstellung wohl unentbehrlich. Sie schützt hauptsächlich die Typen vor zu schneller Abnützung und es ist gleichzeitig nur ein kleiner Typenvorrat nötig. Der fertige Schriftsatz wird mit Papierbogen, die mit einem kleisterähnlichen Bindemittel bestrichen sind, bedeckt und die feuchte Papierdecke aufgedrückt, sodass sich die erhabenen Buchstaben tief eindrücken. Dann können nach dem Trocknen, ein oder mehrere Abgüsse von welchem später gedruckt wird, genommen werden. Die Typen sind also nur zur Herstellung stark geschont. Auch kann die Matrize für Rotationsmaschinendruck leicht gerundet werden. Die Buchdruckerkunst hat also einen Kreislauf beschrieben, indem sie wieder beim Tafeldruck angelangt ist, von dem sie vor fünf Jahr-hunderten ausgegangen war.

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Nachschrift der Redaktion

Wir sind insofern mit den Ausführungen der obigen Zuschrift einver-standen, als auch wir es für erforderlich halten, eine Prüfungskommission für Danziger Marken möglichst aus Herren sämtlicher Sammlervereine des Freistaatgebietes zu bilden, natürlich nur insoweit, als das drei in Frage kommenden Vereinen wirklich erfahrene Kenner angehören. Es wird nach früheren Erfahrungen vielleicht einige Schwierigkeiten bieten, alle Danziger Vereine zu einer gemeinschaftlichen Tätigkeit nach dieser Richtung hin zu veranlassen, aber der Versuch dazu müsste unbedingt gemacht werden. Am zweckdienlichsten wohl vom Verein der Briefmarken-freunde Freistaat Danzig, der das Prüferproblem jetzt zuerst wieder aufgenommen hat. Wir nehmen an, dass der oben genannte Verein sich auch in seiner nächsten Sitzung dieser Frage beschäftigen und sie zur öffentlichen Erörterung stellen wird.
Nicht ganz derselben Meinung sind wir mit A.E.D. darin, dass eine Prüfungskommission aus sehr vielen Herren notwendig wäre. Allzu umfangreiche Komitees dieser Art leisten erfahrungsgemäß nicht immer die wünschenswerte positive Arbeit. Wir möchten dagegen auch wie vor für eine Viererausschuss erster Sachverständiger plädieren, dem aber von Fall zu Fall das Recht zustehen muss, drei weitere Herren, die mit dem Danziger Gebiete völlig vertraut sind, als Sachverständige in den Ausschuss zu wählen. Wir halten die Spalten unserer „Briefmarken-Rundschau“ weiter zur Erörterung des Themas offen.

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Spezialisten

Man schreib uns aus dem Leserkreise: In der Nummer 48 der „Briefmarken-Rundschau“ brachten Sie die Mitteilung, dass der Danziger „Verein der Briefmarkenfreunde“ eine „Prüfungskommission“ gewählt habe. Vier anerkannte Spezialisten auf dem Danziger Markengebiet werden also eine für die Folge darüber entscheiden, welche Danziger Seltenheiten als echt oder gefälscht zu betrachten sind. Bei der außerordentlich schwierigen Beurteilung dieses Spezialgebietes halte ich aber die Kommission doch auch für zu klein. Im Interesse der Unparteilichkeit wäre es auch, wenn diese Kommission nicht nur aus Mitgliedern dieses einen Vereins, sondern aus Spezialisten aller Danziger Vereine zusammengestellt würde. Nur durch Zusammenfassung aller Spezialisten, denen natürlich auch die nötigen Hilfsmittel wie Messapparate, ganze Originalbogen und photogr. Vergrößerungen dieser Originale, sowie auch alle tatsächlich vorkommenden Fälschungen zur Verfügung stehen, wäre eine klare bestimmte Entscheidung über echt oder falsch zu erzielen. Es handelt sich hier natürlich nicht um Aufdrucke, die auf den ersten Blick als falsch zu erkennen sind, sondern um solche, die von Meistern auf diesem Gebiet hergestellt sind. Auch wäre ein Hand in Hand arbeiten dieser Kommission mit den zuständigen Behörden anzuregen.
A.E.D.

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Die Jagd der Briefmarkenfälscher

Die in den Ausgaben Nr. 40 und 47 der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ erschienenen Artikel über Fälschungen haben nicht nur überall das allergrößte Interesse hervorgerufen, die haben auch – und das ist ja wohl auch die Hauptzweck – ungemein viel Anregung zur weiterten Inangriffnahme des Problems gegeben. So hat der Verein der Briefmarkenfreunde im Freistaat Danzig in einer letzten Vereinssitzung am Donnerstag eine eigene Prüfkommission gebildet, zu der vier erfahrene Danziger Herren als Spezialisten auf dem in Frage kommenden Gebiet durch Wahlen herangezogen wurden.
Durch Anzeigen in allen größeren philatelistischen Zeitschriften sollen ferner u.a. Besitzer von Danzig-Seltenheiten um Einsendung zur Prüfung dieser gebeten werden. Die Sammlerwelt kann also für die Folge mit größter Ruhe auf von dieser Kommission geprüfte und für echt befundene Stücke bauen. Aber nicht nur die Vereine, auch die Händler und nicht zuletzt auch die Polizei-behörde der Freien Stadt ist zur Zeit außerordentlich rege hinterher, um den Fälschern und ihren Mithelfern auf die Spur zu kommen. Zur Prüfung selbst liegt ja genügend echtes Vergleichsmaterial vor, was aber noch zum Teil fehlt, das sind die einwandfrei als falsch befundenen Marken. Es ist jedem Sammler wie Händler zu empfehlen, bei Kauf und Tausch von Danziger Seltenheiten diese auf jeden Fall nur bei Abgabe der Adresse des Verkäufers und mit Vorbehalt der Echtheit zu erwerben und bei Einsendung zur Prüfung genaue Angeben über Zeit des Kaufes Menge der Marken und die genaue Bezeichnung des Verkäufers beizufügen. Wozu diese Anregungen befolgt werden, dürfte auch das Misstrauen, das man im Auslande gegen die Danziger Aufdruckraritäten hegt, mehr und mehr verschwinden und wir zu gesicherten Zuständen auf diesem Gebiete kommen.

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Unsere Vereine

Zu diesem mehr zeitgemäßen Thema schreibt der bekannte Philatelist und Fachschriftsteller P.Orth, Vorsitzender des fortschrittlich gesinnte Düsseldorfer Vereins für Briefmarkenkunde „Jan Wellen“, überaus zutreffend:
„Die meisten Philatelistenvereine, führen in der Regel eine sehr schädliche, abgeschlossene Sonder-leben, weil sich das Hauptinteresse ihrer Mitglieder nur beschränkt auf billiges Ankaufen und teures Verkaufen von Marken? Durch solche Einseitigkeit werden die Mitglieder jedoch im günstigsten Falle nur gute Scheinhändler, die aber selbst als solche aus Unkenntnis, machen Vorteile versäumen oder auf Schwindeltricks, die anderorts schon besprochen, aber ihnen selbst noch unbekannt sind, leicht hereinfallen. Den geistig regsame Philatelisten, die ihre Kenntnisse während der Zusammen-künfte mit anderen Sammlern, durch fachwissenschaftliche Aussprachen erweitern möchten, verleitet aber das ständige Schachern mit Marken sehr schnell die Teilnahme an Vereinssitzungen und macht letzteres durch das Fortbleiben solcher Mitglieder, die hauptsächlich philatelistische Aussprachen anregen und führen können, immer langweiliger und unfruchtbarer.
Für die Vereine ist es daher von größtem Nutzen, wenn das bisherige, meist sehr kümmerliche Vereinsleben mehr angeregt und durch neues Blut, d.h. durch Aussprachen fremden Philatelisten von Zeit zu Zeit etwas aufgefrischt würde! Und für den einzelnen Sammler ist es ebenfalls sehr interessant und zweckmäßig auch einmal von anderen Städten und von unbekannten Sammlern die vom eigenen Vereinsbonzen oft sehr abweichenden philatelistischen Anschauungen kennen zu lernen. Leider hat die deutsche Philatelie schon seit zwei Jahrzehnten keinen führenden Qualitäts-verein mehr. Auch die Deutschen Philatelistentage sowie ähnliche Veranstaltungen treten nur einmal im Jahr zusammen und haben denn zur eingehenden Erörterung aktuelle Fachfragen niemals genügend Zeit!

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Die drei Druckprinzipe

Beim Hochdruck stehen die Punkte und Striche erhaben auf der Druckplatte. Die Tiefe des Grundes richtet sich nach der Größe desselben; liegt zwischen Punkten oder Strichen eine große farblose Fläche, so ist die Platte dort tiefer als bei kleinen. Wird nun über die Hochdruckplatte eine einge-färbte Walze geführt, so gibt diese nur an die erhabenen Stellen Farbe ab. Der Abdruck erfolgt entweder auf sogenannten Tiegeldruckpressen bei denen die Druckform eben ist oder auf den modernen schneller arbeitenden Rotationsmaschinen bei denen die Druckform zylindrisch gewölbt ist. Unterarten des Hochdrucks sind 1. Mechanische Methode (Plattenherstellung Hand der Hand allein: a) Holzschnitt, b) Letterndruck c) Stereograph, 2 Chemisch-mechanische Methode (Herstellung mit der Hand mit Hilfe von Säure): a) Zinkograph, b) Galvanoplastik. 3. Chemisch- photographische Methode (Herstellung mittels Fotographie und Säuren a)Foto-Zinkograpühie), b) Autotypia. Beim Flach- oder Steindruck ist das Wesen schwerer verständlich als beim Hoch- und Tiefdruck. Er beruht auf die Abstoßungmöglichkeit von Fett und Wasser. Die beiden (farbigen und farblosen Flächen liegen in einer Ebene. Die Zeichnung wird mit sehr fetter Kreise oder Tinte natürlich im Spiegelbild auf den Lithographie-) Stein übertragen. An diesen Stellen wird der Stein chemisch verändert, so dass diese beim Überziehen der übrigen mit einer Gummilösung dieselbe abstoßen. Eine andere Art ist die des Umdrucks; hier wird das Bild nicht direkt auf den Stein gezeichnet, sondern (richtigstehend) auf Papier mit besonderer Tinte, denn durch starkes Anpressen auf den Stein übertragen und dass später wie die direkte Zeichnung behandelt wird. Beim Abdruck wird die Gummischicht mit Wasser angefeuchtet, während die bezeichneten Stellen mit fetter Farbe einge-färbt worden. Der Abdruck findet auf besonderen Pressen statt, die den Buchdruckpressen ähneln, nur dass bei ersteren die Druckplatte festliegt, während diese sich bei den letzten bewegt respektive schwingt. Unterart des Fachdruckes sind 1. Chemisch-mechanische Methode a) Federmanie, b) Kreidemanier, c) Gravurmanier, d) Autographie 2. Chemisch-Photographische Methode: a) Licht-druck, b) Photolithographie Der Tief- oder Kupferdruck ist das Gegenteil vom Buchdruck. Hier sind die abzudruckenden Partien je nach der Tiefe, des Tones mehr oder weniger Tief in die Kupferplatte, die vorher poliert wurde, eingeschnitten. Die Platte wird dann mit elastischen Ballen mit kalter oder schwach erwärm-ter Farbe eingefärbt. Da aber immer ein schwacher Farbton auf den erhabenen Partien stehen bleibt, wird dieser mit Pottaschelösung entfernt. Ist die Platte eingefärbt und abgewischt, so wird sie mit einem Papierbogen und Filztuch bedeckt. Die Tiefdruckpresse besteht im wesentlichen aus zwei eng zusammenstehenden Walzen. Die obige Walze wird in Bewegung gesetzt und die Platte dazwischen geschoben. Da nun die unter Walze mitgenommen wird, natürlich umgekehrt wie die obere wird die Platte durchgezogen. Da der Druck, den die Walzen ausüben, sehr stark ist, so dehnt sich das Papier in geringem Maße aus und zieht sich dann sofort wieder zusammen, wodurch die von uns Philate-listen so geschätzte Weichheit des Tones entsteht. Unterarten des Tiefdruckes sind: 1. Mechanische Methode: a) Grabstichelmanier, b) Schabemanier 2) Chemisch-mechanische Methode: a) Radierung, b) Aquatintamanier 3. Chemisch-photographische Methode: a) Heliogravüre, b) Wood-burydruck.

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Herstellungsarten der Briefmarken

von
K.
Vieth. 1.

Trotzdem sich Hunderttausende mit der Philatelie beschäftigen, trotzdem wie wohl keine zweite Liebhaberei ist, hat sich bis heute wohl kaum ein Zehntel aller Sammler jemals mit der Herstellungsweise seiner Lieblinge beschäftigt. Der tiefere Grund dieser Gleichgültigkeit ist nicht leicht zu finden; ein Teil aber liegt bei den Katalogen, die fast alle, statt die genaue Herstellungsart anzugeben, nur die drei Druckprinzipe Hochdruck, Flachdruck und Tiefdruck, angeben. Ich will auch nicht weiter darauf eingehen, sondern sogleich beginnen. Diese drei Bezeichnungen stammen von der Beschaffenheit der betroffenen Platte, mit der die Marken gedruckt werden.

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Einfuhrfreiheit für nicht entwertete Briefmarken im Reiche

Alle Schranken fallen! – Nachdem durch Bekanntmachung des Reichswirtschaftsministers vom 22.Oktober 1921 die Einfuhr von entwerteten Briefmarken der Nr. 673 b des Statistischen Waren-verzeichnis freigegeben worden ist, wird nunmehr auch für nicht entwertete Briefmarken aus Nr. 658 durch eine in diesem Tagen im „Deutschen Reichsanzeiger“ zur Veröffentlichung gelangende Bekanntmachung das Einfuhrverbot aufgehoben.
Damit fällt erfreulicher- und vernünftigerweise auch die letzte Fessel, die schon seit Beginn des Weltkrieges den deutschen Briefmarkenhandel nebst dem Internationalen Tauschverkehr in Banden hielt. Wir weisen auf unsere neulichen Bemerkungen in Ausgabe 46 „Briefmarken-Rundschau“ hin und möchten hier auch einmal die Wichtigkeit der Aufhebung de Sperre speziell für das „ausländische“ Danzig betonen.

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Sogenannte Danziger Probedrucke

In Ausgabe 39 der „Briefmarken-Rundschau vom 29. September, haben wir auf Grund zugegangener zugegangener Vermutung geäußert, dass es sich bei uns vorgelegter Germania-Marken zu 5 Pfennig blau, 10 Pfennig orange, und 30 Pfennig 50 rot mit dem schwarzem Über-drucke Danzig in der Type der Reichsdruckerei möglicherweise um Danziger Probedrucke erster Ausgabe handeln könne, die vielleicht irrtümlich in Berlin hergestellt worden wären. Von unserem ersten Gewährsmann erfahren wir dann, dass der bekannte Markenprüfer Max Thier in Charlotten-burg inzwischen begutachtet hat. Er schreibt darüber wörtlich: „Die drei Danziger Probedrucke sind echt, wie solche in Privathand kommen, ist mir aber nicht erklärlich -.
Nach dieser Auskunft müsste man fasst annehmen, dass die Reichsdruckerei derartige Probedrucke wirklich hätte anfertigen lassen. Wir sind nun aber heute in der Lage, feststellen zu können, dass dem ganz und gar nicht so ist, sondern man hat es vielmehr bei den erwähnten Marken mit durchaus wertlosen Erzeugnissen irgendeiner Spekulanten zu tun. Im Reichspostministerium sind in der Angelegenheit auf Grund unserer ersten Veröffentlichung umfangreiche Untersuchungen nach etwaigen Tätern angestellt worden, die nun beendet sind und deren Ergebnis das Rätsel der angeblichen Probedrucke soweit erforderlich aufklärt.
Der Präsident der Post- und Telegraphenverwaltung der Freien Stadt Danzig teilt uns dazu mit, dass nach den Ermittlungen des Reichspostministeriums Postfreimarken zu 5 Pfennig braun, 10 Pfennig orange und 40 Pfennig zweifarbig in der Reichsdruckerei nicht mit dem Aufdrucke „Danzig“ versehen worden sind. Ein Auftrag zum Überdrucken solcher Marken sei auch von Danzig aus nicht erteilt worden. Die in dem Aufsatz angeführten Freimarken wären mithin nicht als Probedrucke anzusehen, sondern wie wären Fälschungen, die keinen Sammlerwert besitzen.

Verstecke deine Sammlung sorgfältig; man wird schließlich glauben, dass sie sehr wertvoll ist.

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Briefmarken-Spezialprüfer

Wenn man pessimistisch wäre, könnte man fast annehmen, die „Briefmarken-Rundschau“ habe in ein Wespennest gegriffen, als sie erstmalig in Ausgabe 45 das Markenprüfungsproblem kurz und sachlich beleuchtete und zur weiteren Erörterung stellte. In der Redaktion der „B.R.“ sitzen aber im Vertrauen gesagt, keine Schwarzseher, sondern nur philatelistische Optimisten, die zu allen Zeiten der, schon früher oft totgesagten Briefmarkenkunde noch ein langes und rüstiges Leben prophezeit haben.
Die Menge der Zuschriften wächst von Tag zu Tag. Wir möchten aber feststellen, dass es weit eher „nützliche Bienen“ sind, die nun in unermüdlichen Fleiß uns weitere Anregungen zu diesem Thema herbeischaffen. Sie sind ein Beweis dafür, welch großes Interesse diese philatelistische lebensnot-wendige Frage überall in Danzig, im Reich, ja im Ausland ausgelöst hat.
Heute nun greifen wir ein Gutachten und praktische Ratschläge heraus, die uns von holländischer Seite zugehen, und zwar schreibt uns ein sehr geschätzter Korrespondent:
„Ihre Anregung einer Prüfungskommission, d.h. eines Sonderausschusses von 3 – 4 Spezialprüfern geht auf den Kern de Sache ein und ist ungemein beachtenswert. Über den Nutzen einer solchen Sachverständigen-Kommission zur Prüfung von Postwertzeichen der Sammler- und Händlerwelt sind weiter keine Worte zu verlieren. Das ganze Gebiet ist eher so riesengroß und so umfangreich, dass eine zufrieden stellen „Beackerung“ nur von einer untereinander in Verbindung stehenden Gemeinschaft tatkräftiger Vereine in Angriff genommen werden kann. Auch hier muss aus praktischen Rücksichten in erster Linie der Spruch gelten: „In der Beschränkung zeigt sich erst der Meister. Infolgedessen sollte ein einzelner Verein oder mehrere Lokalvereine einer Stadt sich anfänglich nur auf ganz begrenztem Gebiete (also z.B. die Postwertzeichen Danzigs) beschränken, um anerkannte und praktische Erfolge zu zeitigen. Die Anzahl der wirklich erfahrenen Prüfer einzelner Gebiet, ist erfahrungsgemäß selbst in einer Großstadt nicht immer so groß, dass man vor gewissenhafte Prüfer an einem Ort sind besser als ein Dutzend mittelmäßiger in verschiedenen Städten, wenn es gilt eine auch praktisch arbeitende Kommission zu bilden.
Auch in Holland ist die Sache u.a. bei der Gründung unseres „Bonds“ von Briefmarkensammler-vereinigungen, bereits zur Sprache gekommen, hat aber leider keine Ergebnisse gezeitigt.
Nur in England ist man auch hier, den übrigen Ländern schon voraus, da es in London ein Royal Expert Komitee (Königliche-Sachverständigen-Kommission)gibt, die in Markenprüfungsangelegen-heiten hervorragendes Ansehen genießt und deren Entscheidung in der angelsächsischen Welt für maßgebend erachtet wird. Es gibt ja leider, wie in der „B.R.“ schon erwähnt wurde, eine Anzahl einzelner Prüfer, die weniger in wissenschaftlicher Weise vorgehen, sondern ihr Urteil mitunter von allerlei äußerlichen Umständen abhängig machen. Vielleicht ist Ihnen der Fall es verstorbenen seinerzeit als Prüfer viel gerühmten Herrn Schlesinger in Berlin bekannt, der einen Satz eingesandter Briefmarken als falsch erklärte, dann sofort sein Urteil berichtige und die Marken mit seinem Echtheitsstempel versah, als einer der größten holländischen Briefmarkenhändler ihm erklärte, die Marken wären echt.
Jeder Prüfer, sowohl Sammler wie Händler, kann übrigens Spezialstudien nicht von allen, sondern nur von einigen Ländern machen, die ihm besonders interessieren, und nur auf diesem Gebiete hat dann sein Urteil Gewicht.
Eine Prüfungskommission, die ehrenhalber von einem Verein eingesetzt wird, hätte zuerst Sorge dafür zu tragen, dass ihr ein möglichst umfangreiches Vergleichsmaterial ihres besonderen Spezial-gebietes in unzweifelhaft echten Stücken (bei modernen Marken möglichst solche, die von der obersten Postverwaltung direkt zu Verfügung gestellt werden) jederzeit zur Hand ist. Niemand, der auf den Ehrennamen eines Philatelisten Anspruch macht und der in die Kommission gewählt wurde, wird sich auch weigern, seine eigenen, echten Briefmarkenschätze zu Vergleichungszwecken zur Verfügung zu stellen.
Sehr wichtig ist aber auch die finanzielle Seite der Frage, die etwa nachdem Muster „Royal Society“ geregelt werden könnte. Für alle Postwertzeichen, die geprüft werden sollen, wäre eine angemessen große Gebühr zu erheben, und das aus den einlaufenden Geldern angesammeltes Kapital müsste nach Abzug der Geschäftsunkosten für Stempel Photographien, Papier, Porto ausschließlich dem Zwecken der Prüfungskommission zugute kommen. Letzteres könnte dafür u.a. eine sehr nützliche Sammlung von Falsifikaten, die oft teuer bezahlt werden müssen, einrichten einschlägige Photo-graphien und Reproduktionen echter und falscher Marken erwerben und sich für einen Teil der Gelder die neuesten technischen Hilfsmittel eines Prüfers, die so kostspielig für den einzelnen sind, verschaffen.
Wenn ein Verein die Sache in die Hand nehmen will – und ich hoffe sehr, dass sich in Ihres sonst so rührigen Freien Stadt Danzig zuerst ein geeigneter Verein dafür findet -, so wird man vor allem unter den vorhandenen Kennern des gegebenen Spezialgebietes sorgsam Umschau halten müssen. Dann hängt alles von der Anzahl der Prüfer ab, die sich uneigennützlich bereit erklären, an der viel-leicht persönlich wenig dankbaren und mühevollen, an der großen Sache mitzumachen.

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Etwas über Vereinsberichte

Nach einem Vortrag auf dem 18. Sammlertage zu Hannover.
von
Carl Beck, Berlin.

Die neueste Nummer der Briefmarkenzeitung „Vereinsorgan des N.N. Briefmarkensammlervereins in X“ ist erschienen. Zuerst greifen die Mitglieder mit einem Griff zu jenen Seiten, wo die Angebote stehen, nachher werden die Neuheiten gelesen, evtl. wirft auch der eine oder andere noch einen Blick in den Leitartikel, konstatiert noch, dass der letzte Vereinssitzungsbericht gebracht worden ist, und dann ist die neue Nummer für die meisten erledigt. Nur der Schriftführer des Vereins überprüft monatlich den Sitzungsbericht und freut sich, dass er diese Arbeit glücklich hinter sich gebracht hat. Denn Arbeit macht es zweifellos, aber mit der Arbeit allein ist es nicht getan. Es geht hier vor allem um den Inhalt, der Vereinsberichte, und da muss man leider feststellen, dass ein großer Teil ungefähr so aussieht: – Anwesend waren soundso viele Mitglieder: Grußkarten liegen ein von dem und dem; Neuheiten legten vor Herr X und Herr Y (welche Neuheiten wurden der staunenden Mitwelt nicht mitgeteilt. Zur Aufnahme vorgeschlagen Herr Z; aufgenommen wurde Herr T. die Mitglieder begrüßten ihn durch einen kräftigen Schluck. Es entspann sich ein reger Tauschverkehr. Herr B. legte Teile seiner großen Botokuden-Sammlung vor. Herr D. hielt einen sehr interessanten Vortrag über Ixland. Schluss der Sitzung ? Uhr
Das geht so mit löblicher Abwechselung durch hundert Sitzungsprotokolle hindurch. Derartige Berichte mögen einen hohen Reiz ausüben auf Mitglieder, die ein 50jähriges Vereinsjubiläum hinter sich haben und jede Aufregung vermeiden müssen, aber für den ernsthaften Philatelisten, der evtl. vor hat, als Mitglied in den oder jenen Verein einzutreten, wirken solche „Berichte“ abschreckend.
Die Berichte können nicht entbehrt werden, weil zu Wichtiges für den Verein, wie auch für die Versammlung enthalten, und sie sind notwendig, weil darin die Tätigkeit des ersteren niedergelegt ist und die Versammlung erfahren soll und muss, was getan worden und auch zu tun ist. Die Berichte, die in den Tageszeitungen veröffentlicht werden, geben nach außen Nachricht Leben des Vereins und Anregung zur Hebung und Förderung desselben.
Der Vereinsbericht hat also nach drei Seiten zu wirken, und muss um diesem gerecht zu werden, auch ein dreifaches Gewand erhalten; denn vieles was für den Verein taugt, ist nicht passend zur Veröffentlichung in der Fachzeitung, oder was für beide zur Aufnahme geeignet ist, passt nicht in die Tageszeitung.
Als Verhandlungsnachricht für den Verein also zur Aufnahme ins Protokollbuch, hat der Vereins-bericht alle Beschlüsse wörtlich und die Debatte in gekürzter Form zu erhalten; wurden Vorträge gehalten, so gehören ein knapper Inhalt sowie der Name des Referenten in die Verhandlungsschrift. Notwendig ist ferner die Zahl der Anwesenden, die Namen der Nichtentschuldigten und der Gäste. Der Bericht hat ferner zu enthalten: Neuanmeldungen, Austritte, Ehrungen, Sterbefälle, Nachrufe, Unternehmungen und deren Erfolge usw.
Auch freie Anträge sind im Verhandlungsbuch zu verzeichnen, denn es ist immer erfreulich, wenn aus dem Berichte hervorgeht, dass Anträge und Anfragen gestellt werden; die Art der Wahlen und das Ergebnis derselben muss ebenfalls aus der Verhandlungsschrift ersichtlich sein.
Soll die Verhandlungsschrift ein farbengetreues Bild vom Vereinsleben gehen, dann darf sie nicht aktenmäßig und in ermüdender Weise verfasst sein und vom sachlichen Standpunkte nicht abweichen.
Nun zu den Vereinsberichten für die Fachzeitungen.
Die Philatelisten interessiert es, zu erfahren, was in den Nachbarvereinen und Verbänden und auch in weiter entlegenen gearbeitet und geleistet wird, und aus diesen Grunde sind die Vereinsberichte auch in den Fachblättern zum Abdruck zu bringen. Falsch ist jedoch, wenn der Schriftführer des Vereins oder Verbandes einfach die Verhandlungsschrift in Abschrift dem Leiter des Blattes zur Veröffentlichung einsendet; der bei solchem Vorgange wird der Bericht zu lang und für die Mehr-zahl der Philatelisten ohne Interesse. Bei der Verfassung dieses Berichtes muss aus der Verhandlungsschrift gestrichen und wieder und wieder gestrichen werden.
Es wirft sich sonach die Frage auf: „Was muss zur Ausscheidung kommen?“
Die Antwort lautet: „Die Namen der Gäste und Vertreter der Behörden, die Festsetzung des Jahres-beitrages, Die Entlastung des Kassierers, minderwertige Wahlen und deren Ergebnisse, Beglück-wünschungen jeder Art, kurz gesagt! Alles, was andere Vereine oder Verbände wenig interessieren.
Für die Fachzeitungen ist aus dem ausführlichen Protokoll alles das zu entnehmen, was dazu beiträgt, den Verein zu heben und zu fördern. In diesem Berichte sind gute Auszüge aus dem gehaltenen Vorträgen aufzunehmen. Es genügt eine nicht wie vielfach üblich, nur das Thema und den Namen des Referenten anzugeben, dann den rauschenden Beifall und den Dank der Versamm-lung, da letzteres überhaupt für die Mehrheit belanglos ist, Wechselreden, die an den Vertrag anschließen, aufgestellte Leitsätze sind in kurzer Form in den Bericht aufzunehmen, geradezu wie gefasste Beschlüsse und gestellte Anträge.
Zum Schluss noch einige Worte über die Vereinsberichte für die Tageszeitung.
Nicht jede Sitzung oder Versammlung bietet geeigneten Stoff zur Veröffentlichung in den Tages-blättern. Die Presse ist ein Faktor, wenn es gilt, Stellung zu solchen Fragen zu nehmen, die das Wohl des Vereins, des Verbandes oder das Ansehen beider betreffen. Heißt es ungerechte Angriffe unserer Gegner abwehren, dass wird die Tageszeitung zu unseren Rednern zu wählen.
Bietet aber die Versammlung oder Sitzung keinen derartigen Stoff, dann verschone man die Schrift-leiter der Tageszeitungen mit Einsendungen, die für diese Blätter nicht passen und unsere Sache nicht stören.
Stoff für die Presse gibt stets die Hauptversammlung. Bei der Verfassung des diesbezüglichen Berichtes halte sich der Schriftführer an die bereits erwähnten Bestimmungen, d.h. er lasse Unwesentliches weg.
Das ist im großen ganzen das wichtigste über die Verfassung der verschiedenen Vereinsberichte.
Zu einem guten Vereinsberichts gehört ein guter Schriftführer, denn der Post verlangt manchmal Eigenschaften, vom Inhaber. Das Amt der Schriftführers ist mehr für Ältere geeignete, da diese Erfahrung im Berufsleben besitzen. Ferner muss derselbe gewandt im Stil, vertraut mit der Vereins-geschichte und über ein gerechter Kritiker sein, also kurz gesagt: ein ganzer Mann.
Gebt daher, dem Fähigsten der Fähigen die Schriftführung im Vereine oder Verbande und haltet denselben in Ehren; denn wie man von der Sprache des Menschen auf diesen, so schließt man vom Vereinsberichte auf den Verein.

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Das deutsche Postwertzeichen-Einfuhrverbot aufgehoben

Nach dem “Reichsverordnungsblatt“ vom 23.Oktober d. J. ist das Einfuhrverbot von Postwert-zeichen in Deutschland aufgehoben worden.
Einfuhrgesuche der letzten Zeit enthielten bereits der Vermerk „Einfuhr gebrauchter Briefmarken frei“. Hieraus würde hervorgehen, dass die Einfuhr ungebrauchter Briefmarken vorläufig noch nicht ohne weiteres zugelassen ist, worüber wir hoffen, demnächst Näheres berichten zu können.
Immerhin ist schon die jetzt aufgehobene Bestimmung für davon Beseitigung ja auch die Danziger „Briefmarken-Rundschau“ immer wieder energisch eingetreten ist, für die internationale Sammler-welt hocherfreut und wertvoll.
Die Aufhebung des Verboten wird in erster Linie auch den bisher auch vielfach behinderten Brief-markenhandel und den Tauschverkehr zwischen dem Freistaate Danzig und Deutschland ganz außerordentlich beleben.
Wir machen vorläufig an dieser Stelle unsere geschätzten deutschen Inserenten auf die ungemein wichtige, auch ihnen zugute kommende Aufhebung des Verbotes ganz besonders aufmerksam

Redaktion und Verlag
Der „Briefmarken-Rundschau“

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Echte oder unechte Provisorien ?

von
Th. Heimann,
Vorsitzender des Vereins „Briefmarkenfreunde“ Danzig.

Der wohl von vielen Sammlern begrüßte Artikel „Prüfer heraus“ in Ausgabe 45 der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ bestimmt mich, zum Thema meine Erfahrungen, die ich auf diesem Gebiete gesammelt habe, der Öffentlichkeit zu unterbreiten. Ich beschränke mich auf die Beant-wortung der von der „B.R.“ gestellten Fragen und begründe eingehend meine Ansichten:
1. Welche Marken wurden bisher gefälscht? Ich habe Marken der Werte 2 ½ , 60 Pfenning 1 und 2 Mark gesehen, deren Aufdruck ich für gefälscht hielt.
2. Welches sind die Merkmale dieser Fälschungen? An den mir vorgelegten Marken zeigten sich folgende Merkmale: Bei der 2 ½ Pfennig-Marke bildete der obere Teil des „z“ in dem Worte Danzig eine gerade Linie, während das Original einen deutlichen Bogen (Schleife) zeigte. Ferner ist das „D“ bedeutend schlanker, als das der Originale. Bei den Dienstmarken, die nach meiner Ansicht auf lithographischem Wege hergestellt waren, fiel mir die peinliche Sauberkeit des Aufdrucks (die Verbindung der einzelnen Buchstaben) und der „Ausbalkungsstrich auf, der die Linie verdeckte, auch an den Enden unscharf ausgeführt war, Das Original zeigt eine gerasterte Linie mit glatten (scharfen) Enden.
3. Wer die Fälsche sind, das ist oft wohl die schwerste der zu lösenden Fragen und wird sich nur dann feststellen lassen, wenn ein Besitzer gefälschter Stücke die etwaigen Vorbesitzer so weit fest-stellen kann, bis man auf eine Person gerät, die mehrere Sammler oder Händler diese Marken verkauft hat, oder bis einer der Herrn Fälscher durch Überproduktion sich selber verrät.
4. Ist es möglich, Aufdrucke auf Danziger Marken mit völliger Bestimmtheit als echt oder als falsch zu bezeichnen, oder kann in gewissen Fällen nur mit mehr oder minder großer Bestimmtheit die Echtheit des Aufdrucks festgestellt werden?
Ich stehe auf dem Standpunkte, dass auch der gewissenhafteste Prüfer von Aufdruckmarken nie einen Eid darauf wird leisten dürfen, dass eine ihm zur Prüfung vorgelegte Marke echt oder gefälscht ist; es sei denn, dass die Fälschung so plump hergestellt ist, dass man sie auf den ersten Blick als falsch erkennt (z.B. das von Herrn J. besprochene Stück). Die Art der Druckzufälligkeiten der in Eile hergestellten Überdruckmarken lässt eine einwandfreie Benennung der eventuellen Kennzeichen nicht zu. Die Innendienstmarken finden sich ferner in so geringer Anzahl vor, dass man sich genau über einzelne Kennzeichen gar nicht klar ist. Um einwandfrei Danziger Fälschungen speziell der Werte 2 – 80 Pfennig mit Innendienst festzustellen, ist als erste Bedingung das Studium eines ganzen Bogens dieser Marken erforderlich. Man könnte hierdurch alle, auch die kleinsten Merkmale Absonderlichkeiten bezeichnen, die sich auf einem echten Bogen befinden und dann die zur Prüfung vorgelegten Marken mit einer einzelnen des Bogens vergleichen. Nur wenn man keiner der auf einem ganzen Bogen vorhandenen Merkmale bei den Prüfungsmarken findet, könnte man bestimmt annehmen, dass die Marken gefälscht seien. Man sagt nun oft, dass der Farbenton des Aufdrucks und der Durchschlag oder Abklatsch auf der Rückseite der Marken ein Kennzeichen für die für die Echtheit seien. Diese Annahme ist völlig falsch. Jedermann weiß, dass jede Farbe sich verändert, sei es durch Feuchtigkeit, Licht oder andere Umstände, aber auch beim Druck selbst ergeben sich mehr oder weniger starkes Auftragen der Farbe auf die Farbwalzen abweichende Töne einer Farbe, dieses besonders bei Schwarz und rot. Der Durchschlag ist eine typische Erscheinung des Buchdrucks, dessen Stärke sich ja nach der Beschaffenheit des Papiers und der Beschaffenheit der Farbe mehr oder weniger deutlich zeigt, oft aber auch gar nicht wahrzu-nehmen ist.
Auf starkem Papier wird sich ein Durchschlag nur dann zeigen, wenn der Firnisgehalt der Farbe groß ist. Aber auch je nach der Stärke der Farbe wird ein Durchschlag bei derselben Papiersorte verschieden sein. Als bestem Beweis für meine Ansicht führe ich folgendes an:
Sämtliche Danziger Überdrucke haben das Papier mit rautenförmigem Wasserzeichen und trotzdem zeigt sich bei einzelnen Bogen gar kein Durchschlag, während bei anderen Bogen ein schwacher bis ganz scharfer Durchschlag hervortritt. Der Durchschlag und Farbenton können also bestimmte Kennzeichen für die Erkennung der Echtheit nicht sein.
Ein Prüfer müsste nun Sammler oder Händler, Chemiker und Graphiker in einer Person sein, wenn er Marken prüfen wollte. Da man eine solche Person schwerlich finden dürfte, halte ich die Anregung der „B.R.“ eine Prüfungskommission zu bilden, für den richtigsten und einwandfreiesten Weg, eine Stelle zu schaffen, die maßgebend für die Beurteilung der Marken ist. Es wird hierdurch auch dem Unfug einzelner Prüfer gesteuert, die um des „Lohnes willen“ prüfen, ohne die Kenntnisse dazu besitzen.
Diese Kommission müsste Gelegenheit gegeben werden, ganze Bogen der Danziger Marken zu studieren, ihre Aufzeichnungen zu machen und nach diesen müssten die Mitglieder der Kommission gemeinsam die vorgelegten Marken beurteilen. Hoffentlich wird hierin schnell etwas getan, zum Besten der Danziger und der internationalen Sammlergemeinde.

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Briefmarken-Spezialprüfer

Das in Ausgabe 45 der „Briefmarken-Rundschau“ angeregte, wichtige Problem der Prüfung von Marken hat der Redaktion eine große Menge von zustimmenden, teils sehr schmeichelhaften Anerkennungen eingetragen. Soweit darin die sachliche Seite des Themas behandelt wurde, werden wir in zweckentsprechender Anwahl alle praktischen Vorschläge und sachverständigen Erörterungen, beginnend mit der heutigen Ausgabe, an dieser Stelle bringen.
Wir erteilen in erster Linie dem verdienten Vorsitzende des Vereins „Briefmarkenfreunde Freie Stadt Danzig“, der als drucktechnischer Fachmann ungemein Beachtenswertes, namentlich an der Frage, ob eine durchaus sichere Beurteilung von Provisorien auf Echtheit möglich ist, zu sagen hat.
Es erheben sich aus einer in dieser Verbindung noch eine Anzahl neuer, Ausgabe 45 nur gestreifter Fragen, deren Erörterung und Beantwortung unbedingt zur Sache gehören; denn wir kommen mit allgemeinen Redensarten nicht um die Probleme herum, die u.a. der bekannte ungarische Philatelist Reflex in der neuesten Oktobernummer der vorzüglichen Budapester Fachschrift „Tabularium“ neuerdings zur Diskussion stellt. Wir fragen, ebenfalls mit dem genannten Autor:
1. Welche Garantie bietet der Prüfungsstempel auf einer Marke?
2. Ist das Prüfen von Marken Wissenschaft oder nur Scharlatanerie?
3. Hat der Prüfer moralische und materielle Garantie zu leisten, oder prüft er für gutes Geld ohne jedwede Haftung?
Erst kürzlich wieder ist ein Fall vorgekommen, da ein langjähriger, für durchaus zuverlässig gehaltener Prüfer wörtlich folgendes erklärt hat: „Das auf der Marke befindliche Prüfungszeichen stammt aus der ersten Zeit meiner Prüfungstätigkeit, ungefähr vor 20 Jahren; in dieser langen Zeit sind sehr viele, damals geltende Ansichten und Grundsätze als falsch erkannt worden. Es liegt ein Prüfungsirrtum vor, den ich bedauere, jedoch nicht ungeschuldet machen kann. Hoffentlich können Sie den dafür angelegten Ware zurückerhalten.“
Wenn man einen solchen Brief liest, so muss man sich unwillkürlich fragen, ob ein Sammler, der eine geprüfte und für echt befundene Marke vielleicht für eine große Summe erworben hat, nachträglich einen schweren Verlust erleiden soll, weil der Prüfer oberflächlich geurteilt hatte oder überhaupt des besonderen Gebiet nicht beherrschte. Der Prüfer darf doch nicht nur auf „gerade zur Zeit modernen“ Ansichten, Vermutungen oder Voraussetzungen beruhen, sondern es muss doch einen positiven Nutzen für den vertrauensvollen Sammler oder Händler ergeben. Eine von einem auf seinen Ruf haltenden Prüfer einmal gegebene Garantie muss für die Dauer sein, und der Prüfer oder mindestens die Versicherungsgesellschaft, bei der er eingeschrieben sein sollte, müsste auch die volle finanzielle Garantie übernehmen und gegebenenfalls Schadensersatz leisten.

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Neue Fälschungen von „Danzig-Schrägaufdrucken“

von
Ingenieur Eugen B. Jantzen.

Dass Fälschungen von wertvollen Gegenständen – seinen es Antiquitäten, Banknoten, Edelsteinen, Marken und Münzen – immer noch nette Sümmchen abwerfen kann, haben nicht nur die zünftigen erwachsenen Herren Spitzbuben längst erkannt. Was läge z.B. dem unskrupellösen philatelistischen gelegenheitsmacher näher als die so beliebten Danzig II-Schrägdrucke in der Gesamtauflage etwas „zu erhöhen“?
Wenn’s einer „zum Privatvergnügen“ nur „für sich“ allein im stillen Kämmerlein betreibt“, um etwa seine künstlerische Ader als Buchdruckerlehrling zu betätigen, mag’s noch hingehen. Aber so „ideal“ denkt mancher unserer jugendlichen modernen Genies leider nicht, denn bei dieser Spezial-betätigkeit muss selbstverständlich das Klingendes oder wenigstens was Raschelndes heraus-springen. Also lustig drauf losgefälscht in „Danzig II“. Nebenbei bemerkt, ist nachstehender der dritte Fall „Danzig“, der dem Verfasser vorgelegen hat. Kein Wunder, ist doch mit dem in verhältnismäßig kleiner Restauflage seinerzeit erschienenen „Danzig-Schräg-Aufdruck ein recht aussichtsreiches Geschäftchen für den Fälscher zu machen – wenn er sein Geschäft versteht.
Der Michel-Katalog 1920 verzeichnet für den sogenannten kleinen Satz Danzig II 424 Mark (d.h. die 2, 2 ½, 3, 5, 7 ½, 10, 20, 30, 40, 50 und 80 Pfennig-Marke zusammen), der neueste „Michel 1921/22“ aber schon 567 Mark Prozentual weiter steigend dürfte der kleine Satz in zwei bis drei Jahren also vielleicht auf 800 bis 900 Mark zu stehen kommen.
Aber nun zum neuesten Fall der Danzig-Fälschungen, wie solche dem Unterzeichnenden vor etwa drei Tagen in die Hände gespielt wurden. Ein Danziger Herr B., der weder Markensammler, noch–Händler ist, wohl aber, wie heutzutage so viele Danziger für Söhne und Enkelkinder guter Bekannter im Reiche Danzig-Marken gelegentlich besorgen sollte, der auch wohl etwas vom Werte der Danzig II gehört hatte, kommt zufällig vor einiger Zeit aufs Hauptpostamt. Er will in der Hauptschalterhalle etwas besorgen und gewahrt nach Erledigung seiner Geschäfte eine kleine Gruppe von Leuten, die um einen 12 bis 14jährigen Jungen mit Schülermütze herumstehen und augenscheinlich eifrig schwarze Börsengeschäfte machen. Interessiert tritt Herr B. hinzu und erfährt, dass dieser Junge Danzig II Schrägdruck dort – eine kleine „Konkurrenz“ für die Post in ihrem eigenen Postgebäude – munter verkauft, und zwar immer ganze kleine Sätze von 2 bis 80 Pfennig (ohne die 50-Pfennig-Marke) für sage und schreibe nur 100 Mark! Bei diesem für Sammler geradezu ideal billigen Preise könnte selbst der bekannte dümmste Kartoffelbauer sein Geld wohl nicht besser anlegen, denn märchenhaft verzinst sich das Geld bei solch billigen Sätzen.
Und es wurde gekauft, rasend gekauft, so dass mein Gewährsmann zum Ankaufe solch schön-billiger Ware leider so ziemlich zu spät kam. Denn der letzte Satz wanderte soeben nach gegenseitiger Feilschen in die Brieftasche eines Herr in den besten Jahren. Der so stürmisch begehrte liebe konnte der starken Nachfrage nach Ware nur noch durch Abgabe einer einzelnen gestempelten 10-Pfennig-Marke begegnen: er erklärte aber, zu Hause noch eine Reihe von Danzig-Sätzen zu haben. Herr B. war natürlich hocherfreut über diese Botschaft und gerne bereit, gleich mitzugehen, um dort zu Hause bei dem Herrn Jungen die Marken in Empfang zu nehmen. Diese Eröffnung des Herrn B. schien dem geschäftstüchtigen Jüngling doch nicht opportun. Er ging zwar brav bis zur Ausgangstür mit, war dann aber wie ein Blitz um die nächste Straßenecke verschwunden, leider ohne seine Adresse zu hinterlassen.
Die 10-Pfennig-Marke blieb aber, wie weiland der berühmte Rückzipfel in Frau Potiphars Hand, in den Händen von Herrn B. glücklicherweise, ohne dass dafür die vereinbarte 5 Mark erlegt waren. Ganz verdutzt ob dieses tragischen Ausganges ging B. geknickt nach Hause. Immerhin aber in dem Bewusstsein, wenigstens etwas ganz billig erworben zu haben. Doch auch diese Freund war leider nicht ungetrübt; dann als dem Verfasser dieses Artikels die besagte Marke zur Begutachtung vorge-legt wurden, entpuppte sie sich als grobe Fälschung. Ein Laie aber auch schon ein Markenkenner, der zum Vergleich nicht sofort ein echtes Stück zur Hand hat, dürfte aber jedenfalls fast stets auf derartig staunend billige kleine Sätze Danziger reinfallen und sein gutes Geld loswerden.
Zum Nutz und Frommen derjenigen, die nicht alle werden und die immer nur ganz billig Marken kaufen wollen, sei die Fälschung der 10-Pfennig-Marke hier beschrieben.
Die erwähnte rosarote 10-Pfennig-Marke ist gestempelt, jedoch wohlweislich nur Fälschung ein ganz leicht entwertetes Exemplar ausgesucht, bei dem nur knapp ein Viertel der jetzt gebräuchlichen Brückenstempel (hier die Brücke genau waagerecht stehend auf der linken Seite der Marke sichtbar ist. Ortsbezeichnung oben ist bis auf dem letzten Buchstabe eines N und dahinter ein Bindestrich nicht erkennbar. Vom Datum steht nur eine „6“ als letzte Ziffer, also augenscheinlich stammte die einfache 10-Pfennig-Marke von einem 1906 entwerteten Schriftstücke. Das untere Segment der neueren Bückenstempel pflegt entweder Angabe des Postamtes und Schalternummer (z.B. * 1 k) oder Vorortbezeichnung z.B. Schidlitz resp.Gemeinde z.B. Kr. Danziger Höhe) zu enthalten. Die zum Vergleiche vom Verfasser herangezogenen Stempel von Orten im Freistaat Danzig mit einem N als Schlussbuchstaben z.B. Steegen, Hohenstein, Grebin usw. haben abweichende Drucktypen, also könnte der Kenner schon allein daraus die Fälschung erkennen. Nun zum eigentlichen Aufdrucke richtiger der Aufmalung auf die 10-Pfennig-Marke, dann tatsächlich ist diese mit Tinte aufgemalt oder Ausziehtusche aufgemalt. Das Wort Danzig in Lettern in einer Kombination zwischen Rund- und Schreibschrift weist folgende Fehler gegenüber den Originalen auf:
Das obere Kreisbogensegment des großen Anfangsbuchstaben D (gerade über der Spitze des S-förmigen Aufstriches) ist dünn und der rechts flache Kreisbogen ist dick beim Original fast horizontal verlaufende kleine Fußstrich des D verläuft bei der Fälschung in den rechten aufsteigen-den Segmentbogen; so dass also unten eine deutlich sichtbare scharfe Spitze entstanden ist (bei dem Original ein breiter weißer Zwischenraum). Das a ist im Verhältnis zur Breite zu hoch geraten, hat zu dünne Abstriche. Ebenso ist das zu hoch und dünn. Beim z wiederum ist das obere Häkchen zu dick (beim Original aus Punkt mit dünnen, gebogenem Striche bestehend), während umgekehrt die untere ovale Schleife bei der Basis des Wortes Danzig dünn anfängt und nach unten ganz dick aus-zulaufen (beim Original gerade das Gegenteil!) Das i ist ziemlich gut gelungen, nur im ganzen zu lang: das G dagegen ist in der ganzen Form etwas zu breit geraten und in der letzten langen Abwärtsschleife etwas zu krumm und viel zu dünn. Ein recht böser Reinfall ist dem Herrn Fälscher-lehr“jungen“ aber noch zum Schluss widerfahren, als da ist: Der am Fuße der Marke zum Ausblockieren des Wortes „Deutsches Reich“ befindliche Balken ist fast ein Millimeter zu dick geraten und sieht im Verhältnis zum Worte „Danzig“ ebenfalls fast ein Millimeter zu tief.
Was nun die Farbe des Aufdruckes anbetrifft, ist zu bemerken, dass diese bei der Fälschung ein tiefes Grauschwarz von älterer Schreibtinte oder Ausziehtusche ist (beim Original blauschwarze Druckfarbe mit einer Spur Ölzusatz). Da bei der Fälschung der Aufdruck „Danzig“ und der Blockierungsbalken der Hand gezeichnet ist und die mehr spitze sogenannte Zeichenfeder wohl die Papierfasern aufgerissen hat, ist die Farbe auf der Rückseite stark durchgeschlagen. (Rückseitiger Druck bei Originalen oder sogenannten „Abklatsch“ sehen ganz anders aus!) Die enge diagonale Schraffur des Blockierungsbalkens ist zu eng. Beim Original erscheinen meist sogenannte weiße Körnchen ähnlich einem Rasterdrucke, als Zwischenraum der vielen Diagonalstriche ein Zeichen, dass die pulverisierte Farbe verhältnismäßig trocken und etwas ölig mit dem Bindemittel Wasser oder Glyzerin auf die Druckwalze aufgetragen wurde, daher nicht so tief, wie bei rein wässeriger Tinte oder Ausziehtusche in die Papierfaser einziehen konnte. Also, liebe Briefmarkenfreunde, Augen auf beim Kaufe von Danzig-Marken mit Schrägdruck!
Zum Schlusse möchte ich alle reellen Markensammler und Freunde der Briefmarke einmal bitten, ihr Augenmerk auf das Treiben in der großen Schalterhalle des Hauptpostamtes I bei gelegentlichen Gängen dorthin zu richten. Seit langer Zeit wird dieselbe als „schwarze Markenbörse“ benutzt. Es dürfte sich also empfehlen, irgendeinen am Schalter sitzenden Postsekretär zu bitten, durch mehrere möglichst nicht uniformierte Beamte solche Gruppen „schwarzer Markenbörsianer“ unauffällig umstellen zu lassen, damit die Hauptattentäter und „Fälscherkönige“ nicht wieder ausrücken können, um sie endlich zum Segen der Postbehörde und der Sammlerwelt unschädlich zu machen.
Da mir für die verhältnismäßige Güte der Fälschung ein halbwüchsiger Schuljunge doch nicht kunstfertig genug erscheint, dürften vielleicht im Hintergrunde irgendwo dunkle Ehrenmänner arbeiten, die den Jungen nur als Vertreiben ihrer Machwerke benutzten.
Von den Fälschern geschädigte Sammler oder sonstige Interesseenten bitte ich, mir ihre kürzlich erworbenen Danzig-Schrägdrucke-Sätze (gegebenenfalls durch Vermittlung der Redaktion der „Briefmarken-Rundschau“ einzuliefern. Ich bin bereit, dieselben zu prüfen.

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Moderne Briefschnüffelei – ein Erlebnis.

Ein geschätzter Leipziger Korrespondent schreibt uns:
Ihre Bemerkungen in der „Briefmarken-Rundschau“ Nr. 40 über amtliche Postwertzeichen-Ver-steigerungen in Berlin sind durchaus richtig. Der Staat will verdienen, andere sollen die Steuern bezahlen; wenn dagegen ein „Inländer“, wie wir uns ja hier in Leipzig wohl bezeichnen können, einmal einen Brief z.B. aus Memel bekommt, wie es mir selbst kürzlich passiert ist, und der betreffende Freund legt, um eine Freude zu machen, eine Briefmarke von Memel mit hinein, dann sträubt sich der Staat mit Händen und Füßen gegen die Auslieferung.
Tatsächlich ist mir ein solcher Brief beschlagnahmt worden. Die betreffende Behörde in Berlin, an die ich mich gewandt hatte, erklärte mir, dass die Auslieferung nur erfolgen könnte, wenn ich erstens eine Briefmarkenhandlung hätte, oder zweitens in einem Tauschverkehr stände und Tausch vorher übersandt hätte. Die dritte Möglichkeit, dass jemand einen wichtigen Brief schreibt und aus eigenem Empfinden eine Marke beilegt als Gegenwert für das Rückporto, wurde überhaupt nicht in Betracht gezogen, und auch mein Hinweis, dass die Marke ruhig beschlagnahmt werde könnte und mir wenigstens der Brief ausgeliefert würde, nützte nichts. Der Brief ist trotzdem mit Inhalt beschlagnahmt worden. Es ist schade, dass sich keine Vereinigung bereit findet, einmal dagegen Front zu machen. Es ist doch schließlich ein großer Unterschied zwischen Leuten, die gewerbs-mäßig Marken verkaufen und solchen, die ab und an einmal etwas geschickt bekommen. Glaubt der Staat etwa, dadurch die Einfuhr von Briefmarken einschränken zu können? Ich bin vielmehr der Meinung, dass die Leute, die derartig wertvolle Sachen „einführen“, lieber „mit einer kleinen Hand-tasche nach Köln fahren“, – dann verlohnt es sich wenigstens.
Was derartige Schikanen in Wirklichkeit an Zeit und Spesen dem Bürger wie dem Staate kosten, sei hier übrigens einmal „kaufmännisch“ rekapituliert:
1. Jemand, bis heute unbekannt, schickt aus einem rein deutschen Gebiet (so wird es uns täglich erzählt) nach seinem Stammlande, nämlich von Memel nach Deutschland eine Brief. In dem Briefe liegt eine Marke, Wert unbekannt, vermutlich zur Rückantwort, Benachrichtigung vom Zollamte, dass ein Brief aus Memel abzuholen ist. Bei acht Stunden Arbeitsleistung, Bezahlung 6 Mark je Stunde, entfällt auf den Zollbeamten 10 Minuten, den Eil-Briefträger (!) 15Minuten… 2,50 Mark
2. Um Zeit zu sparen, geht ein Laufboten zum Zollamte (25 Minuten 2,50 Mark
3. Er kommt, ohne den Brief erhalten zu haben, wieder. Der Brief wird geöffnet. Absender war nicht zu erfahren, weil eine „Briefmarke“ im Briefe liegt und nun erst Eine Einfuhrbewilligung vorgezeigt werden muss. Dem Zollamte mitgeteilt, dass zu solchen Spielereien keine Zeit vorhanden: Brief mag zurückgehen. Porto, Material, Arbeit. 2,40 Mark
4. Mitteilung vom Zollamte, Brief kann nicht zurückgehen, da eine „Marke“ darinnen:
soll mich an Außenhandelsstelle wenden, sonst Beschlagnahme. Porto und Arbeit 2,60 Mark
5. Gang zur Handelskammer, Formulare und Zeit 2,00 Mark
6. Brief wegen Einfuhr an A.G.N., Leipzig, Porto und Zeit 1,90 Mark
7. Mitteilung von A.H.St., dass Leipzig nicht mehr zulässig, nach Berlin gesandt, zweimal Porto und Zeit 3,00 Mark
8. Mitteilung von Berlin mit gedrucktem Zirkular: Einfuhr möglich a) wenn ich Markenhändler bin, b) wenn ich tausche, aber schon Material vorher versandt habe. Ein dritter Fall, dass jemand an jemand eine Marke für Rückporto oder sonst etwas mitschickt, darf von Staats wegen nicht vorkommen. Porto und Zeit 2,60 Mark
9. Anfrage beim Zollamt (ob Aushändigung ohne Marke möglich), abgelehnt, denn die Marke liegt im Brief. Absender nach wie vor unbekannt. Zeit und Porto 2,40 Mark
10. Nach 6 Wochen Aufforderung durch den Briefträger, den Brief mit Einfuhr-bewilligung abholen zu lassen, Zeit 1,00 Mark Nach weiteren 5 Tagen feierlich gesiegelte, schriftliche Erklärung des Zollamtes, dass Die „Briefmarke“ dem Reiche verfallen ist, wogegen binnen einem Monat beim Reichswirtschaftsgericht erhoben werden kann! Porto 1,20 Mark
1 Zolloberinspektor 5,00 Mark
1 Einschreibassistent 1,50 Mark
1 Briefträger 0,50 Mark
Summe an vergeudeten Kosten also 32,10 Mark
Nachschrift. Man soll nie ungerecht sein! Nachdem die Beschlagnahme feierlichst erklärt war, erhielt ich durch den Briefträger den Brief unversehrt ausgehändigt. Einlage:1 Briefmarke aus Memel ebenfalls unversehrt, amtlich verzollt. Zollkosten 1 Mark. Von der aufgemachten Rechnung gehen also 1 Mark als Vergütung an das Zollamt wieder ab.
Ich nehme also das Gesagte vollständig zurück und behaupte das Gegenteil.
G.I.

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Falsche Aufdrucke auf Danziger Marken.

Spezialprüfer heraus!

Es ist angesichts der Flut der auf die Sammlerwelt in den letzten zwei Jahren anstürmenden Brief-markenneuheiten und besonders der vielen oft mit den einfachsten technischen Hilfsmitteln gedruckten Provisorien von Monat zu Monat schwieriger geworden, sich über die einwandfreie Echtheit von Postwertzeichen gewisser Gebiete schlüssig zu werden. Wer schon früher in den „guten alten Zeiten“, da noch die Sachsen-3-Pfennig-Marke unter 100 Mark wertete das Prüfungs-gebiet ein umfangreiches und kaum von einem einzelnen noch so gut unterrichteten philatelistischen Sachverständigen zu bewältigen, so hat es seit dem Erscheinen der sogenannten Nachkriegsmarken alle Grenzen gesprengt. Immer dringender stellte sich daher die Notwendigkeit heraus, dass einzelne selbst ganz kleine Gebiete innerhalb der Briefmarken herausgebende Länder nur von sehr erfahrenen (meist einheimischen!) Spezialisten und Prüfern bearbeitet werden mussten.
Wir möchten uns heute einmal an Hand eines Beispiel mit den falschen Aufdrucken auf Danziger Marken beschäftigen, und da erheben sich – was natürlich auch für alle anderen Länder gilt – folgende drei Hauptfragen:
1. Welche Marken wurden bisher tatsächlich gefälscht?
2. Welches sind die Merkmale der Fälschungen?
3. Wer sind die Fälscher?
Diese Fragen verdienen durchaus einmal in der Öffentlichkeit behandelt zu werden, denn bis jetzt ist die Sammlerwelt in Danzig und auch anderswo, trotz der vielen einzelnen in der Fachpresse zer-streuten Veröffentlichungen noch viel zu wenig darüber aufgeklärt worden. Im Falle Danzig mit dem wir uns an dieser Stelle beschäftigen wollen, ist die erste Frage durch zahlreiche Beiträge vor allem auch in der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ wohl zur Genüge geklärt. Jeder Sammler, der gewohnt ist, die einschlägige Literatur aufmerksam zu verfolgen, muss heute wissen, welche Marken in der Hauptsache von Danzig gefälscht wurden. Weit schwieriger ist aber, wie sich auf Grund von Erfahrungen in der letzten Zeit herausgestellt hat, das Problem, das wir etwa in folgenden Satz fassen möchten: „Ist es möglich, Aufdrucke auf Danziger mit völliger Bestimmtheit als echt oder falsch zu bezeichnen oder kann in gewissen Fällen nur mit mehr oder minder großer Wahrscheinlichkeit die Echtheit des Aufdruckes festgestellt werden?“ – Jedenfalls lässt eine uns bekannt gewordene Tatsache (ein sehr bekannter und erfahrener deutscher Markenprüfer bezeichnete Stücke der Danziger Innendienstmarken zuerst als falsch, erkannte dann aber 14 Tage später die gleichen Marken als echt) darauf schließlich, dass ein positives Ergebnis einer Prüfung nicht immer so leicht erreicht werden kann. Einen ganz ähnlichen Fall haben wir übrigens jüngst auch in Berlin mit sehr geschickt gefälschten Sachsen-3-Pfennig-Marken zu verzeichnen gehabt.
Ein einzelner Prüfer, und sei er auf seinem eigensten Gebiet auch noch so unfehlbar, kann sich infolge widriger Umstände auch einmal leicht irren. Es wäre daher sehr zu erwägen, ob man nicht von Vereinswegen in jeder größeren Stadt mehrere sachverständige Herren, etwa drei bis vier, zu einer Prüfungskommission einzelner Spezialgebiete zusammen berufen könnte. Die Autoritäten dieser Prüfungsstelle wäre wohl weit weniger bestritten, als die eines einzelnen Prüfers und würde sicherlich auch über die einzelne Stadt hinaus allgemein in der Philatelistenwelt Anerkennung und Würdigung finden.
Um einen praktischen Anfang zu machen, rufen wir heute in der „Briefmarken-Rundschau“ alle Prüfer einzelner Länder oder Ländergruppen, die ihr Spezialgebiet genau studiert haben, auf, uns ihre Adresse und alle notwendigen Einzelheiten zur Sache mitzuteilen.
Wir bringen bereits in unserer heutigen Ausgabe an erster Stelle des Anzeigenteiles eine kurze Auf-stellung der bekanntesten Prüfer einzelner Gebiete und werden bemüht bleiben, die Liste so vollständig als möglich zu gestalten und alle a.W. auch dauernd zur praktischen Orientierung der Sammlerwelt veröffentlichen.
Im Anschluss an unsere Ausführungen möge hier eine Arbeit eines bekannten Danziger Sachver-ständigen, speziell über Fälschungen von Danziger Provisorien folgen. – Gleichzeitig bitten wir aber in erster Linie alle Danziger ernsten Philatelisten, die als Prüfer von Danziger Marken schon Erfahrungen gesammelt haben, uns mit geeigneten Angaben im Interesse der Allgemeinheit an die Hand zu gehen.
Erst wenn die Öffentlichkeit in Danzig und darüber hinaus wirklich weiß, der als tüchtiger Prüfer wirklich in Frage kommt, werden die Zweifel über falsche Danziger Marken aufhören oder doch wenigstens auf ein Minimum reduziert werden.
G.O.K.

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Der Zoppoter „Philatelisten-Klub“

hat in diesem Tagen in seinem Vereinslokal, dem Bahnhofs-Hotel und rechter regen Beteiligung seine erste größere Hauptversammlung abgehalten. Zum Vorsitzenden des Vereins wurde Herr Kunstmaler Badt, Dr. Zimmermann zum Stellvertreter und die Herren Badesekretär Sontowsky und Polizeikommissar Hoffmann als Schrift- und Kassenführer gewählt. Frau Buchhändler Gensch wurde mit der Leitung des Austauschverkehrs unter den Mitgliedern betraut. Der erste Abend der neuen Vereinssaison nahm einen alle Anwesenden hoch befriedigenden Verlauf. U.a. referierte Herr Badt in sehr sachlicher und unterrichtenden Weise über die Neuerscheinungen der letzten Zeit. – Die kommenden Vereinssitzungen sollen alle vierzehn Tage Dienstags abends im genannten Vereinslokal während des Winters stattfinden.

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Danziger Aufdruck-Fälschungen

Die Danziger Strafkammer hatte sich dieser Tage mit einer sehr eigenartigen Angelegenheit zu beschäftigen. Ein hiesiger Oberpostsekretär hatte fünfzehn seltene Danziger Briefmarken mit Unter-druck zu einem sehr erheblichen Preise aus privater Hand erworben. Es stellte sich schließlich heraus, dass der Unterdruck auf den Briefmarken, die alle von gleichen Wert waren (es handelte sich um die 60-Pfennig schräg, die sogen „Innendienstmarke“), eine Fälschung handelte. Da der Hersteller nicht ermittelt ist, wurde ein Verfahren gegen Unbekannt eingeleitet. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte aus diesem Grunde lediglich die Einziehung der Briefmarken, die, selbst wenn sie zugefälscht gewesen wären, nur für den Innendienst bestimmt waren. Der Gerichts-hof lehnte jedoch die Einziehung der Marken ab und stellte dem Besitzer derselben anheim, die Marken von der Staatsanwaltschaft zurückzufordern. Es entsteht nun die Frage, ob die Staatsanwalt-schaft die Marken herausgibt, da es sich doch immerhin um offenbare Fälschungen handelt. Andererseits aber besitzen auch diese für Liebhaber und Spezialsammler einen nicht zu unter-schätzenden Sammelwert. – Ob die Entscheidung des Gerichtshofes aufrechterhalten werden und ob nicht vielmehr der Staatsanwalt dagegen erfolgreich Berufung einlegen könnte, ist zweifelhaft. Fälschungen kursierender Postwertzeichen – ganz gleich, ob es sich nur um Fälschungen des Aufdruckes und um „Innendienstmarken“ handelt – verfallen nach wiederholter reichsgerichtlicher Entscheidung der Einziehung. – Immerhin ist der vorliegende Fall auch für Philatelisten interessant genug, um einmal von rechtskundiger Seite eingehend beleuchtet zu werden. Die Redaktion der „B.R.“ wird demzufolge in einer der nächsten Ausgaben die Meinung eines sachkundigen Juristen an dem Thema bringen, und sie würde es sehr begrüßen, auch von anderer sachverständiger philatelistischer Seite diesbezügliche Erörterung zu erhalten.

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Fehler in den neuesten Danziger Marken

Man schreibt uns: Die drei Briefmarken, die von der Post zum Besten der Jenkauer Anstalt herausgegeben sind, enthalten im unteren Teil die Worte:
Tuberkulose-Woche. Hier ist das „Tuberkulose als Eigenschaftswort gebraucht, dazu noch falsch, weil es dann „Tuberkulöse Woche“ heißen müsste. In richtiger Schreibweise müsste auf der Marke aber zu lesen sein: „Tuberkulosewoche“ oder „Tuberkulose-Woche“, je nachdem, ob es eine Woche ist zum Kampfe gegen die Tuberkulose oder ob es eine Woche zum Besten der Tuberkulose sein soll. Wenn man aber das Wort getrennt schreiben wollte, müsste es durch einen Bindestrich verbunden werden.

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Danzig 5 Mark 1. – 2. Auflage?

Herr Wolfg. Folger, Marienburg schreibt uns zu diesem Thema: Angeregt durch die Ausführungen des Herrn H.D. in Ausgabe 4 der „Briefmarken-Rundschau“, wo Herr H.D. von den verschiedenen Längen des Aufdruckes der Danziger 5-Mark-Marke als Unterscheidungsmerkmal für die erste und zweite Auflage spricht, habe ich einen Bogen dieser 5-Mark-Marke einer eingehenden Prüfung unterzogen. Ich fand dabei beide Maße und zwei 14,5 Millimeter, das Kennzeichen der zweiten Auflage auf Marken 1, 5, 6, 11, 12, dagegen 15 Millimeter, welches Maß für die erste Auflage charakteristisch sein soll, auf den übrigen Marken. Danach könnten also die Ausmaße des Aufdruckes nicht zur Unterscheidung des Aufdruckes herangezogen werden.

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Die Danziger Fürsorgemarken

die während de Tuberkulose-Fürsorge-Woche in drei Werten (wie bereits in Ausgabe 39 der „B.R.“ angekündigt), an sämtlichen Postschaltern mit einem Aufschlag zugunsten der Lungenfürsorge zu haben sein werden, bringen wir heute in der Abbildung des Typs. Der Georgsritter in schwarz plastisch aus dem Bilde hervor, während die Silhouetten der Marienkirche und des Rathausturmes im Hintergrund in leicht bräunlicher Tönung gehalten sind.
(Hier folget die Abbildung der Mi.Nr 91)
Die drei Wertzeichen sollen am Sonntag, den 16. d. M. zum ersten mal zur Verausgabung kommen. Die Wertzeichen, die zum doppelten Betrage des Neuwertes an das Publikum verkauft werden, gelten mit ihrem Nennwert von 30, 60 und 120 Pfennig zur Freimachung von Postsendungen auch im Verkehr mit Deutschland und dem übrigen Ausland, aber nur bis zum 30.November 1921. Ab 1.Dezember dürfen die Fürsorgemarken zum Freimachen nicht mehr benutzt werden. Ein Umtausch der Marken findet nicht statt.

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Das Zünglein an der Waage

von
Georg Janek, Beuthen O.S.

Wie schwierig das vorgeschlagene Unternehmen ist, die unbedingte postalische Notwendigkeit einer jeden einzelnen Ausgabe sicher festzustellen, möge ein Beispiel vor Augen führen. Obwohl niemals auch nur der Gedanke aufgetaucht ist, dass Deutschland – dies Kind, kein Engel ist so rein – eine unreelle philatelistische Sache „drehen“ – könnte, liegen doch die Dinge hier zunächst nicht ganz klar.
Wir haben an den deutschen Reichs-Kupferdruck-Provisorien gleichzeitig eine Neuerscheinung der letzten Zeit, eine Nachkriegserscheinung und außerdem einen Überdruck- Von ersteren hört und liest man alle Tage, wie lohnend es sei, sie tüchtig zu sammeln. Nun, das ist uns ja allen gern gehörte Musik. Aber ist nicht hier vielleicht der Wunsch ein bisschen der Vater des Gedankens? Und wie steht es damit, wenn das Sammeln, das letzte seine größte Hausse erlebte, einmal abflaut? Wenn dann jene ihre Gewinne realisieren und abstoßen werden? Denn wozu es leugnen, bei allen Idealen ist die Briefmarke gerade in den letzten Jahren ein Gegenstand des Börsenspieles geworden. Und es gilt auch hier der triviale Satz: „Den Letzten beißen die Hunde.“
Sodann ist diese Ausgabe ein Überdruck. Zum Glück einer, der niemals gefälschte werden kann. Dazu fehlen nämlich die gleichen Marken ohne Überdruck. Bekanntlich hat die Reichsdruckerei einzig zum Zwecke des Überdruckes die drei Werte in Kupferdruck hergestellt, und daran ist dann auch die ganze Geschichte gescheitert. Mit anderen Überdruckmarken steht es schlimmer. Ein Heer von Prüfern ist ihnen und ihren Fälschungen auf den Leib gerückt, ausgerüstet mit allen Schikanen moderner Technik. Aber die Würde dieser Leute ist vielfach nur äußerlich: Es gibt heute viele Über-drucke, von denen kein Mensch mehr weiß, ob sie echt oder falsch sind. Nicht alle, bewahre, aber einige und nicht die billigsten.
Ich will vorausschicken, dass ich die Angaben, die hier folgen, größtenteils einem mehr zugegange-nen Schreiben des Reichspostministeriums entnehme, das in liebenswürdiger Weise zu allen diesbe-züglichen Fragen Stellung bezieht.
Wozu, fragt man, ist diese Ausgabe in die Welt gesetzt worden? Als sie erschien, gab es hinreichend Marken diese Werte in Offsetdruck. Aus welchem Grunde also die Aufdruck-Nachzügler?
Nun, der Grund ist der plötzlich stark gestiegene Bedarf an diesen drei Werten und diesem gesteigerten Bedarf konnte der umständliche Kupferdruck nicht genügen. Der Gedanke der Kupfer-druckmarken mit Überdruck war also zuerst da. Man druckte die bekannten Bilder in den neuen Farben, und es wäre soweit alles ganz schön gewesen. Da erkannte man plötzlich, dass dieses Verfahren, der starken Nachfrage nicht gewachsen war. Man stellte den Druck plötzlich ein und ging zum Gummidruckverfahren über. Bei dieser Massenanfertigung der Bogen mit je 50 Stück Marken im Buchdruckverfahren auf vorher gummierten Papier erfolgte die Zähnung in einem Arbeitsgange von derselben Maschine. Die Marken gelangten, was dringend nötig war, in großer Zahl in den Verkehr.
Erst jetzt wandte man sich den liegen gebliebenen Kupferdruckmarken zu. Diese waren, da ihr Druck zu 20 Marken auf dem Bogen mit der Handpresse erfolgte, noch nicht einmal gummiert und perforiert. Das wurde nachgeholt, und sie waren da. Rein zufällig kam es, dass der Wert zu 2,50 Mark beim Einstellen des Druckes in nur geringer Menge vorlag.
Niemand wird von der Reichsdruckerei verlangen, sie hätte die bereits gedruckten Marken vernichten sollen. Sie waren postalisch notwendig und nur infolge de geschilderten Zufälle blieb ihre Auflage eine so geringe. Wir haben eine sehr gute Markenreihe vor uns und die Zukunft wird das sicherlich bestätigen.

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Danziger Nachlese

Ein hochoriginelles Kuriosum übersandte uns Herr Bruno Bock, Kalthof. Es ist ein Viererblock der Danziger 1 ¼ Mark-Marke (3 Pfennig Germania mit bordeauxrotem Aufdruck). Das Merkwürdige an diesem Viererblock ist, dass er augenscheinlich zweimal der Kontrolle beim Druck entging. Einmal nämlich sind in der Reichsdruckerei die ursprünglichen deutschen 3 Pfennig-Marken in diesem Viererblock bei den oberen beiden Marken unten und bei den anderen Marken oben stellen-weise unbedruckt, d.h. weiß geblieben infolge einer Splitterung und Faltung des Papiers. Und zweitens ist dann in Danzig auf den beiden unteren Marken des Viererblocks nur ein Teil des roten Aufdruckes links bzw. rechts über die braune Originalfarbe gedruckt worden, während die andere Hälfte der Aufdruckstypen plastisch auf dem rosa Rasterunterdruck (teile auch auf der gummierten Rückseite der umgebogenen Papierschichtecke stellt. – Wir müssen glauben, dass dieser Viererblock eine der merkwürdigsten Druckzufälligkeiten ist, die uns bisher bei den Danziger Marken zu Gesicht kamen. Er hat als solcher ein wirkliches Interesse in einer großzügig angelegten Danziger Spezialsammlung und Spezialisten werden seinen glücklichen Besitzer gewiss beneiden.

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Danziger Fürsorge-Marken

Wie wir erfahren, beabsichtigt auch die Danziger Postverwaltung, sich in den Dienst der Tuberkulose-Fürsorge zu stellen.
In Aussicht genommen ist die Herstellung von drei besonderen Briefmarken zu 30, 60 und 120 Pfennig, die zum doppelten Betrage des Nennwertes an das Publikum verkauft werden sollen. Der hierdurch erzielte Mehrerlös wird der Tuberkulose-Fürsorge zugute kommen.
Die zweifarbigen Marken zeigen nach einem Entwurf des Danziger Kunstmalers Hellingrath den Ritter Georg, der den Drachen tötet (Symbolisch der Kampf mit dem gefährlichen Krankheits-erregers darstellend). Im Hintergrund sind skizzenhaft der Marienkirchturm und das Rathaus angedeutet. Die Marken zu 30 und 60 Pfennig erhalten normale Größe, die zu 120 Pfennig hat ein größeres Format (25 zu 30 Millimeter). Der Hintergrund ist bei sämtlichen Marken hellgrau, die Figur des Ritters bei den Marken zu 30 Pfennig grün, bei denen zu 60 und 120 Pfennig rot bzw. blau.
Die Marken sollen, wie wir erfahren, in nicht zu großer Auflage hergestellt und 14 Tage lang, beginnend mit dem ersten Tage der Tuberkulose-Fürsorge-Woche, an den Postschaltern verkauft werden.
In Anbetracht des guten Zweckes steht zu hoffen, dass die Marken reichen Absatz finden werden. Wir werden eine Abbildung und weitere Einzelheiten in nächster Ausgabe der „Briefmarken-Rundschau“ veröffentlichen.
Der in Deutschland bereits länger bestehende und bestens eingeführte Internationale Postwert-zeichensammlerklub „Ipoklu“ nimmt ab 15. September auch Postwertzeichensammler und Post-wertzeichensammlerinnen auf, die im Freistaat Danzig wohnen. Es ist dies für Sammler ein erfreuliche Nachricht, da besonders der Rundsendungsverkehr großartig zu werden verspricht. Im heutigen Anzeigestelle findet sich u.a. eine Anzeige, durch die vier Tauschobleute gesucht werden zur Verwaltung der vier verschiedenen Abteilungen. In Deutschland sind bereits seit längerer Zeit solche aufgestellt. Auch sonst bietet der „Ipoklu“ sehr viele Vorteile, ja dass der Beitritt angeraten ist. Alle Sammler erhalten auf Wunsch die Aufnahmepapiere und Satzungen, von denen eine eigene Auflage nur für den Freistaat Danzig gedruckt worden ist, gratis und franko. Postkarte genügt. Diese ist zu richten an die Korrespondentenstelle des „Ipoklu“ in Amberg 2 (Oberpfalz) Postlagerkarte Nr. 25. Es werden weder Jahresbeiträge noch Aufnahmegebühren für alle im Freistaat Danzig erhoben. Zum Vereinsorgan für alle im Freistaat Danzig wohnenden Mitglieder wurde die „Briefmarken-Rundschau“ der „Danziger Zeitung“ bestimmt.

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Die neuen Danziger Nachportomarken;

die wie in Ausgabe 38 bereits ankündigten und beschrieben, führen wir unseren Lesern in dem höchsten und niedrigsten Wert heute in Abbildung vor
(Hier folgt die Abbildung der Mi.Nr. 1 und 14)
Bei den Postanstalten dürfte der vollständige Satz von neuen Werten für das Publikum ab1.Oktober erhältlich sein.

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Danziger Probedrucke

Zu unserer in Ausgabe 38 veröffentlichen Warnung von Danziger Phantasiemarken teilt uns ein gut unterrichteter Freund der „Briefmarken-Rundschau“ mit, dass tatsächlich die Werte zu 5 Pfennig dunkelbraun, 10 Pfennig orange, sowie die zweifarbigen 40 Pfennig-Mark der heutigen Germania-ausgabe in der Berliner Reichsdruckerei zum Teil wohl noch vor aber doch gleichzeitig mit der Originaltype Danzig schwarz überdruckt worden sind. Worauf dieses Versehen zurückzuführen ist, vielleicht auf einen Übereifer der Berliner Stellen oder einen falsch verstandenen Danziger Bestellung hin ist zweifelhaft. Jedenfalls sind volle Bogen der genannten Werte, ein ganzer Bogen der 10 Pfennig-Marke unserem Gewährsmann vorlag, mit der echten Type überdruckt worden.
Es handelt sich mithin bei der 5- und 10-Pfennig-Marke in den neuen deutschen Farben und der älteren doppelfarbigen 40-Pfennig-Wert mit schwarzem halbgotischen Überdruck Danzig um regel-rechte Probedrucke. Sie sind nicht in den Verkehr gekommen , und die schon Anfang Juni 1920 (nach der Ausgabe der ersten Danziger Marken von Stettin aus in den Briefmarkenhandel einge-schmuggelten einzelnen Stücke der zweifarbigen 40-Pfennig-Werte mit schwarzem Aufdruck Danzig waren ziemlich plumpe Fälschungen.
Wenigstens für diese drei Marken wollen wir daher unsere Angabe in Nr. 38, dass sie sofort gar keinen philatelistischen Wert hätten, berichtigen. Für Spezialsammler der Danziger Marken und ihrer Vorläufer sind diese Probedrucke von erheblichem philatelistischen Interesse, und jeder Sammler, der ein Stück davon besitzen sollte, wird ihren Wert zu schätzen wissen, wenn sie sonst auch für die Allgemeinheit nicht in Betracht kommen.

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Das Zünglein an der Waage

von
Georg Janek, Beuthen O.S.
I.
Ein Vorschlag

Jeder denkende Kopf in der Philatelie ist sich wohl im klaren darüber, dass eine große Reform vonnöten ist, die den Erscheinungen der neuesten Zeit Rechnung trägt. Man hat den alten Karren gemächlich weiter geschoben, auch auf schwankenden Boden der letzten Jahre, und nun sitzt er fest.
Es muss einmal gesagt sein: Niemand war auf etwas Neues vorbereitet, jeder wurstelte weiter? Spät, sehr spät wagten sich Stimmen hervor und nur sehr schüchtern. Man fürchtete sich, den Schaden offen zu zeigen, den Deckel von dieser Büchse der Pandora zu haben. Indem man wähnte, das Übel nur zu vergrößern. Ich habe kürzlich an dieser Stelle die Auswüchse der Neuheiten-Philatelie beleuchtet; ich will, daran anschließend einen Vorschlag machen, der versucht, das Böse an der Wurzel zu fassen.
Welche Wege hat man bis jetzt eingeschlagen, um neue Möglichkeiten zu schaffen? Man sagte: Werde Spezialist. Diese Leute haben sich schon früher bewährt. Du sammelst ein Land oder ein Ländchen, da kannst du dich vertiefen, ungestört, und alles andere geht dich einen Quark an. Oder: Sammle von jedem Satz nur ein Exemplar mit dem typischen Bildzeichen. Du weißt, wie die Marke aussieht und es kann dir gleichgültig sein, ob du noch zehn oder zwanzig von der gleichen Sorte daneben hast, das besorgt schlimmstenfalls deine Phantasie auch. Mang schlug von sehr schätzens-werter Seite vor, nach den großen Zeitperiode zu sammeln, die der geschaffen hat. Jeder Sammler bilde sich über diese und ähnliche Erwägungen sein Urteil selbst.
Wenn man bedenkt, dass des Pudels Kern letzten Endes in dem Missbrauche der Briefmarke zu Spekulations- und Geldbeschaffungszwecken liegt, so ist es doch das einfachste, auch den Hebel anzusetzen, oder vielmehr den Besen. Diese Ausgaben, die die früher so reinen Gewässer zu einer Kloake versumpft haben, für sie ist kein Platz in unserem Album! Wozu haben wir die philatelis-tische Wissenschaft und Literatur? Vielleicht findet sich der Mann, der unbeirrt und streng unter-sucht, was Weizen und was Spreu ist.. Es ist keine letzte Aufgabe. Gewissenhaft und mit viel Takt ist hier jede Ausgabe auf die Waage zu legen und zu prüfen. Wir wollen nicht gar zu grausam sein. An erster Stelle als Gruppe I kommt die postalisch-unbedingt notwendige Marke. Als zweiter Stelle alle Jubiläums-, Verfassungs- und Erinnerungsmarken. Zuletzt die Rote-Kreuz-, Hochwasser- und Abstimmungsmarken. Alles, was übrig bleibt und wofür sich keine genügende Erklärung finden lässt, ist ein für allemal erledigt. Aber wie würde sich das Chaos lichten! Es unterliegt keinem Zweifel, wie ferne Staaten abschneiden würden, die sich rühmen, von ihrem Markenausgaben zu leben. Macht die Briefmarke wieder zu dem, was sie früher war und was sie ist, zum Postwert-zeichen! Gewiss hat sich auch ihre Zahl stark vermehrt, aber sie ist zu bewältigen. Und vor allen Dingen, es wäre erst wieder einmal Luft. Und für die Zukunft dürfte ein ganz gewaltiger Riegel vorgeschoben sein. Man würde den Sammler wieder respektieren und nicht als einen Mann betrachten, der nur dazu da ist, um geneppt zu werden.
Das ist der Nachteil des Systems, dass es sich mehr auf den ersten Schlag verwirklichen lässt. Umfangreiche Forschungen würden nötig sein, eine Korrespondenz müsste angebahnt werden, die bis in die Staatsarchive hineinführte. Und ohne Zweifel würde sich der Mann, der sich getraute, diesen Augiasstall auszuräumen vielfacher Anfeindungen aussetzen. Ich fürchte, er wird sich nicht finden. Träte er auf (und wer würde ihn von Sammlern nicht unterstützen), gewänne er Boden und Popularität, er wäre stark genug, auch die Kataloge in sein System zu zwingen. Viele würden ihm Dank wissen. Insbesondere wenn alle Untersuchungen knapp und klar in einem Werke gesammelt erreicht.
Wir haben es ja an den Entwicklungen der Notgeldindustrie gesehen, wohin es führt, wenn eine bedingungslose Nachfrage alle Hemmungen beseitigt und das Ganze zu einer Farce herabwürdigt. Auch dort sind es kleine Staaten, die „herausgeben“, und es bleibt abzuwarten, wie lange der Rummel auch geht, denn schon interessiert sich das Finanzministerium für diese recht eigenartiges Vorgänge. Für den Philatelisten sollten sie eine Warnung sein und alle die enger zusammen schließen, die das Briefmarkensammeln nichts ähnliches Gefahren aussehen wollen. Und deren werden Ungezählte sein.
In einem folgenden Artikel will ich für meinen Gedanken ein praktisches Beispiel geben.

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Warnung vor Danziger Phantasiemarken

In letzter Zeit tauchen verschiedene Danziger Phantasiemarken mit dem bekannten Aufdrucke der Reichsdruckerei „Danzig“ der ersten Provisorien auf, die angeblich auch in der Berliner Reichs-druckerei mit echten Typen probeweise (?) gedruckt worden sein sollen. Es handelt sich u.a. um den Wert 10 Pfennig orange der Germaniaausgabe und um die ganze Serie der neuen Ziffernmarken des Deutschen Reiches, die von gewisser Seite mit „nur“ 800 Mark angeboten wird. Selbstverständlich haben diese Erzeugnisse absolut gar keinen Wert, aber unsere Leser außerhalb Danzigs seien immerhin vor diesen Produkten der Spekulanten auf die Leichtgläubigkeit der Sammler gewarnt.

E. Br. Frauenburg.

owohl Postanstalt 1 (Hauptpost) und 5 (Bahnpost) wie Postamt Langfuhr verwenden den Danziger Flugpoststempel. Wir können im Augenblick nicht feststellen, auf welcher Seite das Versehen liegt….

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Sammlerleiden – Sammlerschmerzen

Dass man heute als Sammler seine Sammlung auf dem billigsten Wege vervollständigen will, wird einem kein Händler verdenken können, dass der Händler aber andererseits heute seine Ware zu besten Preisen an den Sammler bringen möchte, ist letztem auch nicht überzunehmen. Der Händler hat Unkosten und hohe Abgaben zu entrichten, das muss wohl berücksichtigt werden, aber der Sammler ist doch immerhin derjenige, der durch seine Käufe dem Händler erst den Verdienst schafft, und da kann es kein Händler einem Sammler missdeuten, wenn man sich vor Kauf erst von den Preisen überzeugt, die verlangt werden und die man doch mehr oder weniger mit den Preisen der Konkurrenten vergleichen will.
Leider muss man hierbei oft die Erfahrung machen, dass solche Preise nur widerwillig genannt werden, denn der Händler will sich nicht festlegen lassen, dass er teurer ist als sein Konkurrent. Keinem Sammler möchte es einfallen, die Preise in den einzelnen Handlungen zu vergleichen, wenn man nicht durch Erfahrungen wüsste, dass die Preisunterschiede für die gleichen Marken leider ganz gewaltig sind. Verkauft man mal nachher seine Sammlung, dann muss man leider hören, dass man damals, als man die Sachen kaufte, viel zu viel bezahlt hat, und wenn man mit den Sammlerkollegen zusammensitzt, hört man häufig auch, dass man das Stück da und da hätte billiger kaufen können. Endresultat: Ärger und Verdruss, und man sagt sich, das nächste Mal kaufe ich nicht wieder, ohne mich vorher anderweitig über die Preise orientiert zu haben.
Als Sammler stehe ich auf dem Standpunkt, dass den billigen Preis, den der eine Händler machen kann unbedingt auch jeder andere müsste machen können, sofern er als legitimer Briefmarken-händler sein Fach versteht. Aber was handelt nicht heutzutage alles mit Briefmarken! In den Fach-zeitungen unter- und überbietet einer den anderen, jeder will leben und jeder glaubt es richtig zu machen. Mir ist es häufig passiert, dass, wenn ich auf ein mir recht billig erscheinendes Inserat – wohlverstanden in den neuen Kriegsmarken – reagierte, ich eine Zuschrift erhielt, der ich es sofort ansah (und der Orthographie entnahm!) dass ich es nicht mit einem Händler zu tun hatte. Auch habe ich die Erfahrung gemacht und aus den Fachzeitungen ersehen, dass mitunter Frauen als vorge-schobene Personen sich mit solchen Briefmarkenhandel befassen. Es kann sich mit Briefmarken-handel befassen. Es kann kein ordnungsmäßig gemeldeter Händler demgegenüber kein reeller Konkurrent sein. Solange es leider Sammler geben wird, die die Offerten solchen Gelegenheits-händler beachten, wird es leider auch immer diese Parasiten geben. Hier hilft in erster Linie, dass die Fachzeitungen nur Inserate aufnehmen von Händlern mit Steuernummer, und nicht von jedem, der das Inserat einschickt und hoffentlich auch das Geld für dasselbe.
Weiter ist es mir passiert, dass wenn ich mir die Auslagen im Fenster einer Briefmarkenhandlung ansah, ich gleich umringt war von Schülern und anderen „Auchsammlern“, die mir Markenhefte zur Einsicht anboten und desgleichen Marken mit dem Hinweis, dass sie billiger seien, als der Händler im Laden usw. Ich bedaure natürlich jeden Sammler, der seine Sammlung aus solchen „Beständen“ ergänzt.
Es ist wohl das richtigste, wenn man Mitglied mehrerer Tauschvereine ist, jedoch nur von solchen, in denen der Tauschobmann die Gewähr dafür bietet, dass die Sache nicht zu sehr auf Kosten der Sammler von ihm als „Geschäft“ betrieben wird. Am praktischsten für jeden Sammler ist jedoch der persönliche Verkehr mit Sammlerkollegen an bestimmten Wochentagen, soweit solches in einzelnen Städten angängig ist. Nicht nur, dass man daselbst seine Marken ein- und umtauschen kann, man kommt auch mit Männern aus ganz anderen Kreisen zusammen, achtet seine Umgebung und kann viel lernen, und hoffentlich nie zum Nachteil. Am Sammlertisch sind wir alle gleich, einer freut sich über die Schätze des anderen und wird angespornt, ihm nachzueifern. An solchen Sammlerabenden muss auch der Obmann veranlasst werden, sein nächstes vorzulegendes Material man von der und der, von unparteilicher Seite namhaft gemachten Händlerfirma kommen zu lassen, denn Erfahrungen daran hat fast jeder, der sich längere Zeit mit den interessanten „Bildchen“ beschäftigt hat.
Für ganz verkehrt halte ich es heute nur auf Inserate zu tauschen. Erstens ist das nach dem Ausland eine sehr schwierige und umständliche Sache, und zweitens weiß man nie, an wenn man heran gerät und was man zurück erhält. Mir sind fünfzehn Sammler bekannt, die dabei sehr schlecht abgeschnitten haben, und nur ein einziger, der mit dem Tausche zufrieden ist. Vor allem ist es falsch, nach valutaschwachen Ländern zum Nominalbetrag zu tauschen. Valutastarke Länder aber wollen unsere Kriegsmarken nicht haben, die möchten nur Vorkriegsware! Man kann jeden Sammler nur abraten, „Erstsendungen“ zu machen, ich jedenfalls mache selbst auf die verlockensten Anzeigen hin keine „Erstsendungen“ mehr. Habe ich es doch auch erlebt, dass der „Tauschfreund“ sich diverse Marken zurückbehielt und sie „für das von ihm aufzuwendende Rück-porto“ an mich verrechnete. Deshalb ist es richtiger, tauscht am Sammlerabend und seht, was ihr tauscht, aber lasst die Finger von ungesehenen Sachen. Etwas anderes ist es, wenn man mit dem Tauschfreund vereinbart hat, was man gegenseitig einkaufen will, am besten an Hand eines für beide Teile bindenden Katalog.
Sehe jeder Sammler zu, dass er Anschluss an einen Sammlerverein findet, in dem der Tauschverkehr gepflegt wird. Man hat an solchen Zusammenkunftsabenden seine Freude und kommt über manche schlechte Stunde hinweg, von denen man heute genug hat. M.K.B.

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Neue Danziger Portomarken

Zur Sicherstellung der Postgefälle beabsichtigt die Freistaatpostverwaltung wie wir hören, vom 1.Oktober d. J. ab eine reihe besonderer Portomarken oder gar nicht frei gemachten Postsendungen Verwendung finden sollen. Die O.P.D. folgt damit den Beispiele der Postverwaltungen der meisten anderen Länder, die diese Nachportomarken die Verrechnung sehr erleichtern und der Verein-fachung der postalischen Verkehrsordnung dienen.
Die neue Portomarken werden aus neun Werten zu 10, 20, 40, 60, 80, 120, 240, 400 und 500 Pfennig bestehen. Sie sind gedruckt in der Sauerschen Druckerei im bisherigen (deutschen) Format der Danziger Marken auf weißem Papier mit Waben-Wasserzeichen, Zähnung 14. Alle Marken sind in der nämlichen Farbe, lila, ausgeführt. Die Vorstellung zeigt in einem stehendem Hochrechteck (13 x 20 Millimeter) auf dem ausgefällten Hintergrund eine stilisiertes Danziger Wappenschild mit den beiden Kreuzen und der Krone. Die Strichelung des Schildes, das bekanntlich rot ist, wurde heraldisch richtig schraffiert, dagegen entspricht die mit dem obersten Kreuz verbundene Krone (kein Zwischenraum Kreuz und Krone) nicht ganz streng heraldischen Ansprüchen. Das Wappen nimmt den größeren Teil des Rechtecks ein, in dessen unterem Drittel in großen weißen, runden Ziffern ausgespart die entsprechende Wertbezeichnung steht. Links vom Wappenschild befinden sich in einer weißen Leiste die Inschrift „Vom EMPFÄNGER“ rechts, eingefasst von vier zu je zwei übereinander gestellten Quadraten das Schlusswort „EINZUZIEHEN“,
Im ganzen genommen macht das Markenbild, das ein wenig an gewisse frühere Stadtpostmarken erinnert, einen ziemlich ansprechenden Eindruck, doch ist zu bemängeln, dass auf den Marken völlig die Angabe des verausgabten Landes, also hier Danzigs, fehlt.
Wir werden in nächster Ausgabe der „B.R.“ Abbildungen der Markentype bringen.

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Franz K. Puck

Die Putziger „Erinnerungsmarken“ sind rein private spekulative Erzeugnisse und amtlich nicht verausgabt. Das hindert nicht, dass einzelne Werte auf Brief durch „Gefälligkeit!“ eines Beamten abgestempelt existieren. Die deutschen Kataloge Senf, Michel usw. bringen die Marken nicht; in Polen werden sie allerdings zum Teil gesammelt und hoch bezahlt. Die „B.R.“ hat bereits im ersten Jahrgange mehrfach über diese Marken berichtet und wir verweisen sie auf diese Veröffentlichungen.

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Richtigstellung

Aus einer Mitteilung über die neuen Danziger Dienstmarken, die in Ausgabe Nr 36 der „Briefmarken-Rundschau“ erschienen war, glaubten einzelne Angestelltenkreise den Vorwurf herauslesen zu sollen, das die Angestellten der Behörden sich der rechtswidrigen und missbräuchlichen Verwendung von allgemein gültigen Postwertzeichen schuldig machten. In einem Artikel „Dienstmarken und Agitationsbedürfnis“, der in Nr. 405 der „Danziger Zeitung“ vom 8.September 1921 erschien, ist bereits zum Ausdruck gekommen; dass nach unserer Überzeugung dem Verfasser jener Notiz eine kränkende Absicht vollkommen fern gelegen habe. Die Redaktion der „Briefmarken-Rundschau“ stellt auch ihrerseits fest, dass ihr bei Aufnahme dieser Notiz, die amtlichen Ursprungs war, nicht nur jede Absicht, sondern auch jedes Bewusstsein eines kränkenden Charakter der betreffenden gefehlt hat.

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Der neue Michel-Katalog

(Bei diesem längeren Artikel habe ich nur den Teil abgeschrieben, der Danzig betrifft.)
In erster Linie dürfte natürlich alle Freistaat-Sammler die Bearbeitung Danzigs fesseln, die auf 5 ¼ Spalten in durchaus mustergültiger Weise und mit großer Sorgfalt gebracht wird. Es ist Grundsatz der Bearbeiter des Michel-Katalogs und des Redaktionskommitees, zu dem in erster Linie auch der unermüdliche Ernst Marré, unser geschätzter Mitarbeiter, gehört, die Katalogisierung der einzelnen Europaländer erst nach ausgedehnter Korrespondenz mit den zuständigen Sachverständigen und nach Heranziehung aller irgendwie verfügbaren literarischen und sonstigen Quellen zu bewirken. Was die Nettopreise für Danziger Marken anbetrifft, so sind diese dem Augenschein nach in sehr reiflicher Überlegung und unter Erwägung der Auflagenhöhe und aller sonstigen Umstände eingesetzt.
Um hier wenigstens eine kleine Beispiele, die in Danzig interessieren werden, anzuführen, sei bemerkt, dass Michel die 3 Mark der ersten Danziger Ausgabe jetzt sehr richtig etwas um das Doppelte höher als den ursprünglich selteneren 5-Mark-Wert schätzt, der wider erwarten später in einer neuen Auflage gedruckt und dadurch erheblich entwertet wurde. Die viel angefeindeten, aber auch von den meisten Sammlern so gesuchten „Innendienstmarken“ bewertet Michel wie folgt:
60 Pfennig lila 550 Mark, 1 Mark karmin 500 Mark, 2 Mark stahlblau 650 Mark. Diese Preise gelten für ungebrauchte Exemplare; für gebrauchte Stücke tritt noch ein Zuschlag von je 50 Mark hinzu. Es ist dankenswert, dass der neue Katalog gleichzeitig auch die amtlichen Auflagenhöhen nach der Veröffentlichung in der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ angibt, so dass sich alle Sammler selbst ein zutreffendes Bild über die wirkliche Seltenheit auch der sogenannten kleinen Werte zu 2, 2 ½, 3, 7 ½, 10, 30, 40, 50 und 80 Pfennig bilden können.
Was Abarten und Fehldrucke anbetrifft, so bringt Michel diese in ihren Haupttypen in weiser Auswahl, aber ausführlich genug auch für jeden Spezialsammler, der nicht in Heerspaltereien verfallen will. Den Fehldruck „Kogge im Feuer“ bewertet der Katalog mit 20 Mark ungestempelt und 25 Mark postalisch gebraucht. Den einzigen kleinen Fehler, den wir bei Durchsicht der klaren Danzig-Aufstellung entdeckten, ist die Angabe zum Schluss, worin es heißt: „Nummer 86 sind in größerem Format und durchstochen -, sie tragen auch einen farbigen Wellenuntergrund“. – Diese Anmerkung sollte richtig heißen: ab Nummer 86 größeres Format; die Markwerte weisen einen farbigen Rosettenuntergrund auf.
Wir möchten nun noch einige Worte der technischen Erstellung des neuen Kataloges widmen, die diesmal von der Spamerschen Druckerei in Leipzig in mustergültiger Weise bewirkt wurde. Schon der braunrote feste Leineneinband ist ein Fortschritt gegenüber dem Vorjahr und die weit größere Mannigfaltigkeit der Schrifttypen erleichtert ungemein die Übersichtlichkeit, die von jeher ein Vorzug der Michelschen Publikation war und so heute mehr als je ist. Der Preis von 15 Mark ist gegenüber der kolossalen Redaktionsarbeit und bei den hohen Kosten für Papier und den zum Teil sehr kniffligen Tabellendruck als ein ganz ungewöhnlich mäßiger unter heutigen Verhältnissen zu bezeichnen. Die vielen Anregungen und Forschungsergebnisse, die auf dem 409 doppelseitigen Seiten des Kataloges enthalten sind, werden seine Beliebtheit in diesem Jahre voraussichtlich noch um annähernd 50 Prozent gegen früher wachsen lassen. Was die Bearbeitung der einzelnen Länder anbetrifft, so müssen wir uns eine Besprechung dieser für später nach genauerem Studium vorbe-halten. Sehr begrüßt wird es nun den Philatelisten aber werden, dass auf dem einzelnen Seiten des Kataloges die neuesten Angaben über Adressen und Bezugspreise der internationalen Briefmarken-Fachblätter, Handbücher und der Spezialprüfer eingestreut sind. Eine vorzügliche Neuerung sind auch die knapp gehaltenen sachverständigen Winke für Sammler für Tausch, Erhaltung der Marken, Bewertung usw. während ebenfalls zum ersten Male bei vielen Ländern (so auch bei Danzig) die Ausgabedaten der Marken genannt sind.

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Jagelsliste

– 1921 Nr. 2. Das Briefmarken-Handelshaus H. Jagels u. Co. Danzig, bringt in dieser 63 Seiten sarken Liste für eine zahlreichen Kunden eine erste Anzahl vorteilhafter Angebote. Namentlich wird die Preisbewertung der Freistaatmarken und vieler ihrer Abarten über Danzig hinaus interessieren. Es werden sodann Nachkriegsgmarken, aber auch viele 1914 verausgabter mittlere Marken darin angeboten.

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Danzig

Der Vollständigkeit halber und um das Datum der Ausgabe festzuhalten, verzeichnen wir an dieser Stelle noch einmal einzeln die Werte der am 23. August erstmalig zur Ausgabe gesamten Dienstmarken, die durch schwarzen Aufdruck der Buchstaben D M auf den kursierenden Freistaat-marken der Wappenausgabe geschaffen wurden.
Dienstmarken; 5, 10, 15, 20, 25, 30, 40, 50, 60, 80 Pfennig, 1, 1,20, 2, und 3 Mark

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Stempelwünsche

Im April kündigte die „Briefmarken-Rundschau“ an, dass am Postamt V in Danzig ein eigener Flugpoststempel in Gebrauch genommen werde, was auch am 6. Mai 1921 eintrat. Bald darauf meldete die „Briefmarken-Rundschau“, dass auch das Hauptpostamt in Danzig und das Postamt in Langfuhr eigene Stempel erhalten sollten. Seither sind Monate vergangen, aber von der Einführung der Stempel hat man nichts gehört. (O doch!) Sie sind seit Wochen im Gebrauch! d. Red.
Wenn nun der Postetat durch die Anschaffung der Stempel zu sehr belastet wird, ja werden die Philatelisten gern darauf verzichten, falls Danzig dem Beispiele des Deutschen Reiches folgen will. Ich erhielt unlängst zwei Briefe aus Berlin. Der eine war in Berlin C 2 aufgegeben. Die Marken waren mit dem Flugstempel dieses Postamtes entwertet. Der zweite Brief war in Charlottenburg aufgegeben und die Marken erhielten den dortigen Stempel (Ch.) 16.8.21 6 – 7 M). Auf dem Post-amt Berlin C 2 erhielt der Umschlag dann noch den Luftpoststempel dieses Postamtes (16.8.21 9 – 10 N). So kommt das Deutsche Reich den Sammlern entgegen. Ja, es geht sogar noch weiter, wie folgender Erlass des Reichspostministeriums kundtut:
„Vom 10. August an werden alle Flugpostsendungen, einschließlich der Pakete, von dem Postamte, bei dem ihre Flugbeförderung planmäßig endet, mit einem Stempelabdruck des Wortlautes: „Mit Luftpost befördert (Bezeichnung des Postamtes)“, in roter Farbe versehen. Die Stempelung erfolgt durch Kautschukstempel von viereckiger Form. Sie ist nicht als Ankunftsstempel, sondern lediglich als eine Bestätigung darüber aufzufassen, dass die Flugbeförderung tatsächlich stattgefunden hat.“
Die Postverwaltung braucht also nur anzuordnen, dass alle Ostdeutschen, die aus dem ganzen Freistaat auf dem auf dem Bahnpostamt in Danzig zusammenlaufen, dort noch auf dem Umschlage den Luftpoststempel erhalten. Alle Wünsche der Philatelisten sind dann befriedigt, und die Postverwaltung hat keine Ausgaben, denn nach de unlängst veröffentlichten Statistik über den Flug-verkehr Danzig – Königsberg – Memel zu schließen, dürfte dieser Verkehr kaum so umfangreich sein, dass ein eigener Beamter zum Abstempeln nötig wäre (? d. Red.) Zudem erhebt die Postver-waltung hier ja ein 20 Pfennig höheres Porto als das Reich, also dürfte es nicht unangebracht sein, für diese Gegenleistung zu verlangen.
Über die Danziger Stempelung wurde schon viel geklagt und ich will nicht nochmals ins gleiche Horn blasen. Ich möchte aber doch fragen, ob es wirklich nötig ist, dass jede Marke einen Vollstempel erhält, wie es hier in Danzig gebrauch ist. Wenn ich hier vier Marken eng aneinander klebe, so erhalten alle vier einen Vollstempel, d.h. die mittleren bekommen noch Teile der Nachbar-stempel, so dass die Marken bei den ohnehin schon hässlichen Stempeln vollständig unbrauchbar werden. In keinem Lande besteht mehr eine solche Vorschrift, auch nicht in Deutschen Reich, dessen Postvorschriften wohl in der Hauptsache auch hier noch in Geltung sind. Ich habe schon Dutzende von Briefen erhalten, bei denen zwei nebeneinander klebende Marken, nur einen Stempel hatten. Ich glaube der Postverwaltung ruhig versichern zu können, dass hier keine Marke zum zweiten mal verwendet wird, denn die Nachfrage der Sammler, nach gestempelten Marken ist größer, als die nach ungebrauchten.
Nach der Vollzugsordnung zum bisherigen Weltpostvertrag waren die Farben blau rot, grün für die Grundwerte des Weltpostvereins, 25 10, 5 Cent. Vorgeschrieben. Auf dem letzten Postkongress in Madrid wurden als neue Grundwerte 50, 30, 10 Goldcentimes eingeführt, diese Werte aber nur insoweit, als sie als Höchstsätze gelten. Im Übrigen sollte es dem Ermessen der Vereinsländer über-lassen sind, welche Gebührensätze sie im Auslandsverkehr anwenden wollen. Da die Länder mit schwachen Valuta sich nicht zum Gegenwert der Goldcentimes verstehen konnten, wurde bestimmt, dass jede Marken die Farben des Weltpostvereins haben sollten, die zur Freimachung eines einfachen Briefes (blau), einer Postkarte (rot) und einer den einfachen Gewichtssatz von 50 Gramm nicht übersteigenden Drucksache (grün) nötig ist. Nach dem augenblicklich geltenden Danziger Posttarifs müsste sein:
30 Pfennig grün Auslandsdrucksache bis 50 Gramm,
80 Pfennig rot Auslandspostkarte,
120 Pfennig blau Auslandsbrief.
Bei uns ist aber 15 Pfennig grün und 60 Pfennig rot, ist das ein absichtlicher Verstoß gegen die Bestimmungen des Weltpostvereins, oder hat sich Danzig an das Schlussprotokoll gehalten? Da heißt es: Da bei den in vielen Ländern augenblicklich vorkommenden Taxänderungen es nicht immer leicht ist, die in Betracht kommenden Postwertzeichen immer in den richtigen Farben auszu-geben, so wird es den Postvereinsländern freigestellt, von den Anwendung de Normalfarben für die Postwertzeichen nötigenfalls abzusehen.

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Grundzüge des Poststrafrechts

von
Fritz Grube, cand.jur. Danzig
Postkontraventionen

Während die unlängst an dieser Stelle behandelten Markendelikte im Bereich des heutigen Post-strafrechts eine durchaus führende Rolle spielen, der die moderne Verkehrsentwicklung von den sogenannten Postkontraventionen nicht viel übrig gelassen. Man versteht darunter Zuwiederhand-lungen gegen postalische Einrichtungen, und zwar solche, die außerhalb des allgemeinen Straf-gesetzes in den besonderen Postgesetzen und Verordnungen geregelt sind, jedoch mit Ausnahme der Postbedefraudationen, d.h. der Portohinterziehung, von denen später die Rede sein wird. Die Post-kontraventionen sind in ihrer Mehrzahl bloße Übertragungen, gehören also zur Klasse der geringsten Straffälle, was nach der früheren Gesetzgebung indessen durchaus immer der Fall war. Wie schon erwähnt, ist in der Gegenwart der Postkontraventionen nur noch eine sehr bescheidene Rolle zugewiesen. Die Machtvolle technische Entwicklung der modernen Staatsverkehrsanstalten in Verbindung mit dem Erstarken der staatlichen Zentralgewalt haben den teilweise bis ins kleinste differenzierten kriminelle Schutz, dessen die Postanstalten in früheren Jahrhunderten bedurften, überflüssig gemacht. Die Autorität der Staatsverwaltung als der alleinigen Trägerin des Postmonopols und deren Unverletzlichkeit bildet einen so selbstverständlichen Faktor im Leben des modernen Kulturmenschen, dass dem Gesetzgeber die Aufgabe erspart bleibt, die Verletzung jedes einzelnen der zahlreichen Vorrechte der Posten und besonderen Strafandrohung auszustatten. Die allgemeinen Strafgesetze bilden heute einen ausreichenden Schutz auch für die Unantastbarkeit der postmäßigen Einrichtungen von einzelnen unten zu erwähnenden Ausnahmen abgesehen. Dass dies in früherer Zeiten nicht der Fall war, soll im folgenden an einigen Beispielen erläutert werden.
Die älteste bekannte Botenordnung in deutscher Sprache ist die von Löper im Archiv für Post und Telegraphie veröffentlichte Straßburger Ordnung von 1443,die den Namen „Die löffere“ d.h. die Läuferboten, trägt. Sie enthält bereits Strafbestimmungen gegen ungetreue Boten, indem sie mit der Drohung schließt: „und welcher Der vorgeschribenen Stucke geheiner verbreche, Der soll meinidig und erlose sind undkein dot niemer mesin noch werden und sol man dez zu oime libe und gut richten (richten) und rechtnerdigen.“ Wenn es sich auch bei der Straßburger Botenanstalt noch nicht um eine Post im neuzeitlichen technischen Sinne handelt, so ist doch in der vorstehenden Strafan-drohung die älteste deutsche poststrafrechtliche Bestimmung zu erblicken, die bisher aufgefunden worden ist.
Zu den ältesten noch vorhandenen Botenordnungen ist auch die Augsburger Ordnung von 1552 zu rechnen, die gleichfalls schon Strafbestimmungen, besonders für säumig Bogen enthält. Wichtiger sind indessen die Normen der im Jahre 1698 vom Kaiser Leopold erlassenen Reichspostordnung, die als erste organische Gesetz über das Postwesen anzusehen ist. Sie enthält mannigfache Anordnungen und Ermahnungen hinsichtlich der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit des Betriebes, richtet sich aber auch vielfach an das Publikum, u.a. mit dem Verbot von Gewaltätigkeiten gegen die Posthalter, denen diese öfters ausgesetzt waren, wenn sie infolge Pferdemangels außerstande waren, alle Reisenden zu befördern. Die Zurückbleibenden pflegten dann ihren Unwillen dadurch Luft zu machen, dass sie den Posthalter „mit dennen spöthlichsten schmäh und drohwortten, ja mit brüglen Degen und anderen gewöhr nicht ohne augenscheinliche Gefahr deß lebens und ärgerliche beschimpfung des Postwesens gewaltsamb überliessen“.
Schließlich sind alle Bestimmungen der Ordnung in einer allgemeinen Strafdrohung zusammen-gefaßt, die mit den Worten schließt: „Und gebieten darauf allen und jeden Churfürsten, Fürsten, Graffen ect., sodann allen Unseren Unterthanen und Getreuen ect., wieder sothene Postordnung nichts eigenmächtiges oder tättliches handeln oder führnehmen, noch dass andere zu thun verwilligen, gestatten oder befehlen, in keinerley Weiß noch Weg, als lieb einem jeden ist, Unsere und deß Reichs schwere Ungnad und Straff, und dazu ein pöen von zwanzig Marck löthigen Golds zu vermeiden. Diese Leopoldinische Postordnung wurde von den späteren Kaisern wiederholt erneuert und hat lange Zeit hindurch die gesetzliche Grundlage der kaiserlichen Taxischen Reichs-posten gebildet.
Besonders eingehend ist das Gebiet der Postkontravention bei der bandenburgisch-reußischen Staatspostanstalt zur Ausbildung gelangt. Als ältestes Gesetz ist hier die Post- und Botenordnung des kurfürsten Johann Sigismund vom Jahre 1614 zu erwähnen, die bis ins einzeln die Obliegen-heiten sowohl der Postbediensteten als auch des Publikums regelt und jede Zuwiderhandlung mit erheblicher Strafe bedroht. Auch hier wurde vor allem für die pünktliche Beförderung der Briefe gesorgt: „Es sollen die Botten alßbald nach empfangener abfertigung, ohne einiges seumen vortleuffen, welcher aber ueber eine Stundt, mit einer Post, sich nach der abfertigung allhie offhalten würdt, Der soll den andern Botten 4 groschen zunertrinken zugeben schuldig sein. Auch darzu mit gefengnuß, oder Anderes erster straffe der gebür nach gestraft werden.“
Eigenartig anzumuten und charakteristisch für die Gesetzessprache jener Zeit ist auch ein Erlass des General-Erb-Postamts in Berlin ais dem Jahre 1703, auch welchen die Reisenden welche „auf den Postwagen Taback zumiret und das Feuer in selbigen fallen lassen, nicht allein ihren Reisegefehrten an ihren Berder (Gepäck) Schaden zugefüget, sondern auch die Felleisen und andere Pacquete durchgebrannt werden, Männiglich hiermit verwarnet, des Tabackschmauchens aus den Postwagen sich zu enthalten, widrigenfalls der Contravenient den verursachten Schaden nicht allein doppelt erstatten, sondern auch überdem mit einer Abitra-Straffe belegt werden solle.“ Eine Verordnung von 1706 untersagt die scheinbar häufige Geflogenheit, den vielfach ergangenen Mandaten zuwider die Postwagen zur Belästigung der Reisenden mit ganzen oder halben Tonnen Bier oder Wein, auch Butter und anderen großen Packeten zu beladen. Schließlich verbietet ein Edikt von 1701 den Passagieren „den Postmeistern, Postwärtern und Postillonen bei Vermeidung nachdrücklicher Ahndung über zu begegnen, sie mit Tätlichkeiten und zu schimpfen, vielweniger sie mit Tätlich-keiten zu bedrohen oder gar mit Schlägen zu traktieren.“
In fast allen Postgebieten unter Strafe gestellt war auch die missbräuchliche Verwendung des Post-horns, das gleichsam als Hoheitszeichen der Postbedienten galt. Es bestimmt u.a. die Kurfütstliche Sächsische Postordnung von 1713: „Da Wir dergleichen Frevel und Ungebühr zu verstatten nicht gemeynet: Es soll das Posthorn zu führen und sich dessen zu gebrauchen, außer den Postillonen, keiner wer der auch sey unter keinerley Vorwand sich gelüsten lassen, bei Zehen Thaler, aber wenn es vermögende Leute aus Frevel thäten, bei Zwanzig Rheinische Goldgülden Strafe.“ Dass auch die heute noch bestehende weiter unten zu erwähnende Ausweichepflicht der Privatfuhrwerke den Posten gegenüber schon alten Datums ist, beweist die Schleswig-Holsteinische Postordnung vom Jahre 1712: „So ordnen demnach und wollen Wir hiermit ernstlich, dass von nun an in diesen Herßogthümer so balde wie der Postillon nur in das Horn stößet, und damit das Zeichen einer ankommenden Post gebietet, ein jeder sogleich er mag und seyn wer er wolle, ihm weiche und ausbeuge, folglichen auff keine Weise verhinderlich seyn, dass die Post also ihren geraden Weg ausfahren könne.“
Die ausgeführten Beispiele mögen genügen, um zu beweisen, eine wie weitgehende Strafrechtliche Regelung die Postkontravention in früherer Zeit gefunden haben. Wie schon eingangs erwähnt, gehört das Gebiet der Postkontravention im wesentlichen der Geschichte an. Nur mit wenigen Worten ist noch das geltende Rechts zu gedenken. Die hier heranziehenden Bestimmungen sind im Reichspostgesetz vom 18. Oktober 1871 enthalten, und zwar im dritten Abschnitt, der die besonderen Vorrechte der Posten behandelt. Von einiger Bedeutung sind nur noch drei Vorschriften, nämlich ersten das Verbot der Pfändung gegen die ordentlichen Posten, Extraposten, Kuriere und Estafetten, welch’ letztere inzwischen fortgefallen sind, die Verwirkung der Geldstrafe von einer bis zu 60 Mark, die Pflicht aller Fuhrwerke den Posten auf das übliche Signal auszuweichen und schließlich die Verpflichtung der Tor- und Brückenbeamten, die Tore und Schlagbäume schleunigst zu öffnen, sobald der Postillon das übliche Signal gibt, beides bei Vermeidung einer Strafe von einer bis zu dreizig Mark. Daneben enthält die Postordnung von 1900 noch einige Anordnungen über die Aufrechterhaltung der Ordnung, der Sicherheit und des Anstandes auf den Posten, in den Postlokalen und Passagierstuben. Im übrigen bestehen strafrechtliche Sonderverordnungen für Postkontraventionen nicht mehr.

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Neue Danziger Dienstmarken

Dem Beispiel vieler anderen Staaten u.a. Deutschland und Polen hat es die Danziger O.P.D. für zweckmäßig erachtet, zur Freimachung der von Staats- und Gemeindebehörden ausgehenden Post-sendungen besondere Postwertzeichen (Dienstmarken) herauszugeben, die voraussichtlich vom Montag, den 29.d.M. ab in Danzig an einen Schalter des Hauptpostamtes und satzweise an das Publikum abgegeben werden dürfen.
Für Privatpost sind diese Dienstmarken nicht bestimmt und erstere dürfen mit ihnen auch nicht frankiert werden. Nachdem jetzt der Senat nach einem Antrag der O.P.D. die Herausgabe der Dienstmarken genehmigt hat, wird ihre Verwendung vorläufig im Bereich des Freistaates, sowie im Verkehr mit Deutschland, Polen und dem Memelland zulässig sein. Wegen ihrer Verwendung und Zufälligkeit im Verkehr mit anderen Länden schweben noch Verhandlungen.
Die mit den Dienstmarken freigemachten Postsendungen sind außerdem mit einem Abdruck des Dienstsiegels der einzelnen Behörden, die sich verwenden, zu versehen. Das Verfahren bietet den Vorteil, dass der rechtswidrigen und missbräuchlichen Verwendung von allgemein gültigen Post-wertzeichen durch Angestellte der Behörden für Dienstzwecke wirksam vorgebeugt und den Behörden eine Kontrolle erleichtert wird.
Als Dienstmarken sollen die Postwertzeichen der letzten Wappenjausgabe bis zum Werte von 3 Mark, die mit großen lateinischen Buchstaben D. und M., in schwarzen Farbenton überdruckt sind, benutzt werden. Die Dienstmarken sind im Wege der schriftlichen Bestellung aber durch legitimierte Boten in Danzig von der Hauptpostkasse des Postamtes 1, Langgasse, des Postamtes in Danzig-Langfuhr und das Postamts in Danzig-Neufahrwasser, außerhalb von Danzig den Hauptkassen bzw. Amtsvorsteher der in Betracht kommenden Postämter zu beziehen. In ländlichen Bezirken vermitteln die Landbriefträger den Bezug.
Das Verfahren soll., um den Behörden den Aufbrauch ihrer Postwertzeichen zu ermöglichen, vom 1. September ab endgültig in Kraft treten.

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Farbenprobleme und ihre Lösungsversuche III

von
stud.phil. Ernst Marré, Leipzig

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich Gelegenheit, mich in Berlin mit Spezialisten über das Farben-problem in der Philatelie unterhalten zu können. Es waren in erster Linie unser Freund Bungerz wie auch der bekannte Mitarbeiter und Herausgeber von Richters „Deutschland Kriegsmarken, Herr Bütow, der mir auch einige Korrekturbogen dieses Werkes die Farbe betreffend zum Durchlesen überließ. Er erzählte auch von der Herausgabe einer Farbtafel aus Originalmarken, ähnlich der neuen englischen, die gewissermaßen den Normalmesser für philatelistische Farbenbezeichnungen darstellt. Dieses Standardwerk würde in den Händen verschiedener größerer Vereine gelegt werden (in verschiedenen Exemplaren), und somit jedem Sammler zur Verfügung stehen. Es wäre also hiermit ein Werk im Gange, das die größte Beachtung von seiten der einzelnen Sammler verdient. Herr Bungerz wiederum betone im besonderen, dass die Farbenbezeichnung der Nuancen nur in Betracht komme für Abarten und im übrigen der Katalog die einfache Bezeichnung z.B. grün, blau, gelb, blaugrün usw. bei fortlaufenden Nummerierung durchzuführen hat. Eine andere genauere Bezeichnung sei für den Sammler verwirrend. Seine Ansicht stimmt mit jener der Redaktion der Michel-Kataloge überein. Es handelt sich somit für eine praktisch zu gebrauchende Farbtafel, ebenfalls nach der Ansicht des Herrn Bungerz, nur darum, die typischen Farbtönen zu bestimmen.
Um noch nochmals um das Richtersche Werk zurückzukommen, auch in diesem wird also eine Farbtabelle, ganz besonders der typischen Aufdruckfarben der deutschen Kriegsmarken zu finden sein, die den Unterschied glänzend, rußig, rötlich, schwarz und matt an Originalmarken zeigt, auch die ebenfalls die Unterschiede von den verschiedenen Blau der 20 Pfennig usw. wiedergibt.
Bei der zu schaffende Farbtafel müssen aber ganz besondere Gesichtspunkt hervorgehoben und betont werden. Im besonderen müssen drei Hauptpunkte feststehen, nach denen man das Aussehen der in der Philatelie vorkommenden Farben zu beurteilen hat: 1. Farbton, 2 Helligkeitsgrad, 3. Farb-wirkung. Zu Punkt 1 kommt in Betracht das Aussehen der Farbe rot, blau, grün usw. und der Misch-farben z.B. blaugrün.
Was die Helligkeit der einzelnen Farben anbelangt, so ist diese abhängig von dem Auftragen der Farbe auf die Druckwalze. Je dicker die Farbe aufgetragen, desto tiefer (nicht dunkler) erscheint sie, je schwächer desto heller. Wir sehen also hieraus, dass die Helligkeit einer Farbe nicht mit ihrem Ton nichts zu tun hat. Es kommt nur darauf an, dass dieser Helligkeitsgrad erstens eine Stufenleiter bekommt, nach der eine Festsetzung (Benennung der einzelnen Stufen) zu erfolgen hat. Diese muss der Farbtafel beigegeben werden. Die schon erwähnt, handelt es sich bei Helligkeitsgraden im Druck um den Farbenauftrag resp. um beabsichtigte Aufhellungen die gewissermaßen – besonders wenn es sich um Mischfarben handelt – als Schutz gegen Nachahmungen – von Seiten der Fälscher hergestellt sind. Das gilt vor allem in der Neuzeit, die doch nicht soviel Wert auf die Geheimzeichen des klassischen Zeitalters der Briefmarken z.B. Zähnungsarten, Papierstärken Zeichnungsabarten usw. legt. Jedenfalls das also ist klar, dass man gerade in der Philatelie eine genaue Bezeichnung der Aufhellungen braucht.
Wir hätten für eine allgemein gültige Helligkeitsskala mit folgende Feststellung zu treffen;
– – – – – – – – – weiß c,
weiß – – – – – – – – – – e,
matt – – – – – – – – – – g,
hell – – – – – – – – – – i,
mittel – – – – – – – – – l,
– – – – – – – – – – – – – – n,
tief – – – – – – – – – – – p.
in dieser Abstufung würden alle mit – – – – – ausgefüllten Stellen den betreffenden Farbton z.B. blau darstellen. Bedenken wir, dass der oberste Helligkeitsgrad Weiß ist, so hätten wir hier die acht Stufen der kleinen Ostwaldschen Farbkörper zu seinen Abstufungen: a, c, e, g, i, l, n, p.
Für die praktische Ausführung dieser Helligkeitsabstufungen würde wohl am besten die Reihe weiß – grau – schwarz, also die Mittelachse des Ostwaldschen Farbkörper in Betracht kommen. Sie würde wohl am besten den Weißgehalt wiedergeben, die Schwarz durch jeden anderen Farbton ersetzt werden kann.
Nun zu Punkt 3. Bei der Farbart wäre zweierlei zu bedenken: A. Die Druckart Kupfer, (Tief-), Buch- (hoch-), Stein- (Flach-) Druck. B. die Wirkung der Farbe auf den Hintergrund (Farbe und Art des Papiers; handelt es sich um Lasurfarben auch noch die Wirkung der anderen Farbe.
Und dann weiter die Wirkung des Gummis und der etwaigen Einfluss der Witterung.
Diese letzten zwei Punkte dürfen im allgemeinen leicht (besonders der erstere) zu unterscheiden sein. Mit dem Augenblick, wo man sich über dem in Frage kommenden Augenblick, wo man sich über diese in Frage kommenden Punkte im klaren ist dürfte der Gebrauch einer Farbtafel auch bei dem Durchschnittssammler auf keine Schwierigkeiten stoßen. Im weiteren würde der Umfang einer solchen Farbtafel ein kleiner sein, denn mit 120 bis 130 Farben würden ja die hauptsächlichsten in Frage kommenden Farbarten (da ein Katalog durchschnittlich nur 80 bis 90 Farben unterscheidet) festgelegt sein resp., durch Kombinationen derselben sich alles weitere ergeben. In der von der technischen Leistung der Michel-Kataloge herausgegebenen Farbtafel, die erst offiziell in diesem Herbst der Öffentlichkeit übergeben werden soll, werden alle diese Gesichtspunkte und obigen Erwägungen ganz besondere Berücksichtigung erfahren. Die Manuskriptausgaben, – erst zum Teil nach diesen Gesichtspunkten bearbeitet, in Wasserfarben koloriert – befinden sich schon teilweise in den Händen der verschiedenen Sammler und Händler.
Was aber die Herausgabe einer derartigen Farbtafel an und für sich anbelangt, so muss man sich vor allem darüber im klaren sein, dass ihr praktischerer Nutzen vornehmlich darin besteht, dass die in ihr angegebenen Farbenbezeichnungen erstens mit denen des Katalogs und dann im weiteren mit denen des Albums übereinstimmen; genau nach den oben aufgestellten Grundsätzen S.h. nur dann werden die einzelnen Nuancen bezeichnet werden, wenn es sich um Abarten handelt, da sonst, wie im Katalog eine derartige genaue Durchführung für den Sammler nur verwirrend, aber nicht klärend wirken würde. Aus dieser Erwähnung geht ohne weiteres hervor, dass eine Farbtafel im Format des Katalogs als Anhang zu diesem, und dann weiter einige Blätter mit genau demselben Inhalte für das Album als Beigabe geschaffen werden müssen. Es liegt auf der Hand, dass nur ein derartig durchgeführtes Farbenhandbuch sich auf die Dauer halten und durchsetzen kann. Die philatelistischen Farbenskala hat nur dann Nutzen, wenn sie gewissermaßen eine Ergänzung des Katalogs und Albums ist; aber nicht nur Ergänzung, sondern durch das Wörterbuch der Farben in ihrer Übertragung in das Wort. Es war also klar, dass ein derartig grundlegender Gedanke geschützt werden musste. Und so hat in der Tat der Verlag des Schwaneberger Briefmarkenalbums und der Michelkatalog auf diese neue Kombination von Katalog, Album und Farbtafel das deutsche Reichspatent erhalten.

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Ostwalds Farbenlehre und die Philatelie

Unser geschätzte Mitarbeiter, Herr K.Burgerz, Tegernsee, bittet uns um Aufnahme der folgenden Seiten, denen wir im Interesse der Klärung der Frage, ob die Ostwald-Farbenkunde für die Philatelie in Betracht komme, gerne Aufnahme gewähren. Wir verweisen auch auf den heutigen Artikel von E. Marré, und es sind uns weitere sachverständige Beiträge zu diesem zeitgemäßen Thema im Interesse der Sammlerwelt willkommen. Redaktion der „Briefmarken-Rundschau“
Unter obigen Titel befasst Herr Kurt Siebenfreund in Ausgabe 30 der „B.R“ sich mit meinem Aufsatz über Farbentafeln und empfiehlt! Mir zum Schluss das Studium der Ostwaldschen „Farbenfibel!“ Wie der Verfasser auf die Idee kommt, dass mir dieses Werk unbekannt sei, entzieht meiner Beurteilung, es könnte nur auf Grund einer sehr oberflächlichen Kenntnis meiner schon früher über Farben erschienenen geschehen sein; in meiner im Jahre 1917 erschienenen Arbeit „Über Farbenbezeichnungen in der Philatelie“ befasste ich mich schon mit dem Ostwaldschen Werk und bewies, dass seine Aufstellung eine rein willkürliche und für uns wertlos ist, auch das Unlogische und Unstatthafte einiger seiner Bezeichnungen führte ich dort an.
Was uns Philatelisten not tut, ist eine Vereinfachung und eine verständlichere Bezeichnung der Farben, derart, dass jeder Sammler dieselben ohne weiteres verstehen und auf seine Liebhaberei anwenden kann. Auch der Künstler braucht dasselbe, und gerade die Künstler waren es auf dem Münchener Farbentage, die sich in schärfsten Gegensatz zu Ostwald und seiner Farbenkunde setzten – kein Wunder, da auch die sonstigen Ansichten des Geheimrats über Kunst jeder Beschreibung spotten. (Er behauptet z.B., dass ein Rembrandt, wenn er ausgemessen, beschrieben und photo-graphiert sein, ruhig zerstört werden könne und die Welt dann nichts an ihm verlieren würde!)
Es bestätigt sich immer wieder das alte Sprichwort „Schuster, bleib’ bei deinen Leisten!“ Nur ein Goethe konnte sich erlauben, dieses Prinzip zu durchbrechen – er hat über Farbenlehre, Bedeutendes geschrieben. Die Epigonen aber sollten sich damit begnügen, sich auf ihren besonderen Spezialgebieten zu betätigen und das über Farbe den Fachleuten, den Künstlern, zu überlassen.   A. Bungerz

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Farbenprobleme und ihre Lösungsversuche II

von
stud.phil Ernst Marré, Leipzig

Ehe wir das Gebiet der Ostwaldschen Farblehre vom Philatelistenstandpunkt aus anschneiden, müssen wir einen Exkurs in die wissenschaftliche Farbentheorie unternehmen. Als wissenschaft-liche Theorie kommt eben vor allem nur die Lehre von Ostwald in Betracht. Sie ist die modernste heute auf dem höchsten Punkt angelangt.
Der Ostwaldsche Farbkörper besteht aus den reinen Spektralfarben: gelb, kress, rot viol (violett), blau, grün. Diese klaren (reinen) Farben bilden eine geschlossene Reihe (Kreis). Jede dieser Farben vermischt sich nun nach oben mit weiß; es entstehen so die hellklaren Farben.
Desgleichen können sich diese (reinen) Farben auch mit Schwarz vermischen. Sie ergeben sich die dunkelklaren Farben. Somit entsteht ein Doppelkegel, dessen oberste Spitze weiß und dessen unterste schwarz bildet. Die sich vom Mittelpunkt am weitesten entfernenden Teile (die Ränder, an dessen die beiden Kegel zusammenstoßen) sind von dem reinen Farbenkreise gebildet. Zwei gegenüber liegende Farben sind Gegenfarben. Ihre Mischung ergibt grau. Somit ist die (senkrechte) Achse das Ergebnis aller dieser Mischfarben. Nämlich Grau. Diese Achse bildet auch gleichzeitig das Ergebnis der Vermischung von Weiß und Schwarz und somit die Norm für die Helligkeits-stufen. Innerhalb des Farbenkörpers liegen alle mit den verschiedenen grau gemischten Farben.
Die Bezeichnung der Farben geschieht folgendermaßen. Der kreis der klaren Farben ist in hundert teile eingeteilt und beginnt mit gelb, das die Bezeichnung 00 trägt, die Gegenfarbe davon ist ultra-marin. Da de gesamte Farbenkreis hundert Teile hat, so steht dieser Farbton von gelb um fünfzig Teile ab. Er trägt somit die Bezeichnung 50. Die Farbe mit der Ziffer 100 würde wieder der von 00 entsprechen und würde wieder gelb sein. Nun ist die Bezeichnung der Helligkeiten (gleichen Weißgehaltes) so gewählt, dass Weiß (an der oberen Spitze) aa trägt. Nimmt der Weißgehalt ab und vermischt sich somit Weiß mit einer klaren Farbe, so werden die durch den immer weniger werdenden Weißgehalt entstehenden Farben (hier Hellklar mit den weiteren Buchstaben des lateinischen Alphabet mit: cegelnp, benannt. Die Farbe, die die Bezeichnung p führt, ist diejenige, die wir als reine Farbe kennengelernt hatten. Dasselben wiederholt sich bei den schwarzen Gleichen. (Näheres siehe in dem „Farbkörper“ von Geheimrat Ostwald.)
Was die Farben braun und oliv anbelangt, so entstehen sie durch Vermischung von Rot und Schwarz, oder mit Gelb. Auch wird was für uns Markensammler vor allem von Wichtigkeit ist, die Bezeichnung von verschiedenen Schwarz erwähnt, je nachdem das Licht vollständig oder nur teil-weise verschluckt wird.
Uns ist also durch das wissenschaftliche Farblehre in der Tat ein Mittel in die Hand gegeben, mit einem Male gegeben, mit einem Male jede unrichtige Farbenbezeichnung von uns zu weisen. Nur bei die Sache eines großen Haken! Lieber Leser, ich frage dich: „Glaubst du, dass du dich in einem Katalog zurechtfinden kannst, in dem sämtliche Farben durch zwei Zahlen und zwei Buchstaben wieder gegeben sind?“ Ich, für meinen Teil glaube ja ich weiß schon jetzt, dass sich bei der Bequemlichkeit, die heute ganz allgemein um eine Bezeichnung dieser Art kümmern würden.
Also würde uns die Ostwaldsche Farblehre in der Praxis nur einen Strich durch die Rechnung machen. Der Schwerpunkt für uns Philatelisten ruht jedoch bei der Anordnung auf unser Gebiet auf einer ganz anderer Stelle. Das sind die Schlussfolgerungen, die Ostwald selbst aus seiner Lehre gezogen hat, nämlich die der erst von ihm gelösten, schwierigen Fragen der Farbenharmonie. Liest man als Philatelist seine Werke, so wird einem erst klar, dass die Markenkunde eine Wissenschaft und keine Spielerei ist.
Fragen wir uns, was bedeutet bei philatelistischen – allgemeinen Druckfarben überhaupt – „Farben“ das was Ostwald die Weißgleichen nennt? Es ist dasselbe, was wir sonst Intensität nennen! Sie entsteht durch stärkeres Auftragen derselben Farbe. Der Farbton bleibt derselbe. Ebenfalls werden Bezeichnungen wie rotgelb erst durch sie verständlich.

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Zeitschriften – Rundschau

(Aus dem längeren Artikel wurde nur der Teil abgeschrieben, der auch Danzig betrifft.
Die Danziger „Briefmarken-Rundschau“, nach wie vor das einzige in deutscher Sprache jede Woche in sehr großer Auflage erscheinende und, wie mir nach den erhaltenen Anerkennungen wohl sagen dürfen, überall gern gelesene Fachblatt der Briefmarkenkunde, beginnt mit diesem Artikel eine neue Rubrik, in der namentlich alle Neuerscheinungen der philatelistischen Zeitschriftenlitera-tur verzeichnet und die bemerkenswertesten Aufsätze der internationalen philatelistischen Presse, die für jeden Briefmarkensammler von ständigen Wert sind, erwähnt werden sollen. In erster Linie möchten wir heute die Aufmerksamkeit aller ernsten Philatelisten auf die neue Zeitschrift des Vereins philatelistischer Literatursammler senden, deren erste Nummer am 20. Juli, wenn auch vorläufig noch nicht gedruckt, (sondern in guter, lithographischer Vervielfältigung verausgabt wurde. Sie nennt sich „Der philatelistische Bücherwurm“, erscheint unter Redaktion der Herren K. Bungerz, Tegernsee, und Carl Beck, Berlin. Er bezweckt, wie K.Bungerz im Vorwort ausführt. In erster Linie den Zusammenschluss aller Literatursammler und will über alle Neuerscheinungen auf diesem Gebiete unterrichten. Die erste Ausgabe enthält u.a. einen hochinteressanten lesenwerten Artikel Carl Becks „Über philatelistische Bibliotheken und einen Beitrag eines Redaktionskollegen „Die Bedeutung der philatelistischen Literatur“. Ferner finden wir einen sachlichen bibliographi-schen Literaturanzeiger über neue periodische und Buchliteratur, sowie eine Liste der Gründungs-mitglieder des Vereins, die 35 zum Teil sehr bekannte Namen umfasst.
Aus den letzten Monaten möchten wir heute an dieser Stelle nur einige Artikel von dauerndem Wert erwähnen, deren Lektüre besonders empfohlen werden kann. Wir verweisen da u.a. auf eine sehr gute Übersicht unseres geschätzten Mitarbeiters P. Neubrand über die bisherigen Danzier Marken die unter dem Titel „Danzig“ in Nr. 4 der von dem alten Markenkenner Louis Senf vorzüglich geleiteten „Die Post“ (Kehl a.Rh.). Ja Nr. 9 der „Sammlerwoche“ München, findet sich ein lesens-werter Artikel „Das Provisorium 20/75 des Saargebiets“ von Dr. E. Dub, und die vorzügliche Götznitzer „Philatelisten-Zeitung“ Altmeister K.E.Glasewalds enthält in Nr.23 außer den treffsicheren Zeilen des Herausgebers „Katalogwahnsinn“ einen beachtenswerten Beitrag von E. Gebbers „Reparierte Marke“.

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Farbenprobleme und ihre Lösungsversuche

von
stud. phil Ernst Marré jr. Leipzig

Gerade in der allerjüngsten Zeit ist überall viel über Farben geschrieben worden, heute aber hat nicht mehr der Maler und Künstler allein das Wort, sondern auch der Physiker und selbst der Mathematiker wollen gehört werden. Daraus schon ergeben sich ohne weiteres ganz andere Forschungsresultate als man bisher in Betracht zog. Wohl kein Gebiet der philatelistischen Hand-werkzeuge ist in jüngster Zeit so in den Vordergrund getreten als die Durchführung der Farbbe-zeichnungen im Album und Katalog resp. überhaupt die bloße Bestimmung der Farben für den Sammler und Händler. Seit die Redaktion der Schwaneberger Alben und der Michel-Katalog sich mit diesem gewissermaßen dem „Problem der Probleme“ der Markenkunde zu befassen begann, ist aber ein Jahr verstrichen. Und doch erst in neuer und neuester Zeit sickert allmählich durch, dass auch andere Seiten sich hiermit beschäftigt haben. So berichtet in seinem „Echo de la Timbrelogie“ vom 1. April unter der Rubrik „Bibliographie“ von einer von Stanlay herausgegebenen Farbtafel, die den Namen „Stanlay Gibbons Couleur guide for Steam Collectors“ trägt. Es handelt sich in diesem Falle um eine Farbtafel, die nur die Grundfarben angibt; sie ist zusammengestellt aus billigem Marken auf Karton geklebt, und würde somit nur in Frage kommen, um dem Sammler Aufklärung zu geben über die verschiedenen Farbtöne, da sie auch in kleinen Umfange erscheint (45 verschiedene Farben in Marken).
Es wäre entschieden interessant, an Hand dieser englischen Farbenskala einmal näher zu untersuchen, inwieweit nun die einzelnen Kataloge in ihren Bezeichnungen voneinander abweichen. Würde man vielleicht so die Übersetzung der einzelnen Farben in die verschiedenen Sprachen bekommen? Wie viel spricht bei der Namensgebung erstens der Charakter des einzelnen Individuums mit, und dann weiter der der einzelnen Nationen. Jedoch das wollen wir dem Sammler selber überlassen. Das Gebiet ist zu interessant, um ihm seine eigenen Forschungesresultate hier auszuplaudern. Jedoch will ich, ehe wir diesen Punkt verlassen, noch einige Bemerkungen daran knüpfen. Sie betreffen die schon eingangs erwähnte Farbtafel der Redaktion der Michelkataloge. Diese wird zuerst in zwei, vielleicht auch in drei Sprachen erscheinen, in Deutsch und Französisch (Englisch). Als ein Manuskriptabzug derselben nach Frankreich geschickt wurde, stellte sich heraus, dass es fast unmöglich war, eine Übertragung der deutschen Bezeichnung ins Französische zu finden. Diese machte sich besonders geltend bei zusammengesetzten Farben. Erst den eingehenden Bemühungen des Kunstmalers Montadier, des Zeichners der Saargebiet-Landschafts-Serie, gelang es, passende französische Benennungen zu finden. Wir sehen also an diesem Bespiel wie schwierig es ist selbst für Fachleute, genaue Übersetzungen zu finden. So weicht also jeder Katalog in diesem Punkte von dem anderen ab. Vielleicht liegt die Möglichkeit einer einheitlichen Farbenbezeichnung nicht allzu fern. Die beste Möglichkeiten würde wohl die wissenschaftliche Bezeichnung der Farben sein. Diese wurde auch bereits von verschiedenen Seiten vorgeschlagen. Hier hätten wir in der Tat ein Hilfsmittel gefunden, das der Internationalität dient, – man bedenke z.B., dass bei einem Katalog somit das Ideal auch was die Farbenfrage anbetrifft verwirklicht wäre: einheitliche Preise, einheit-liche Numerierung, einheitliche Farben; also in der Tat wäre hier ein Standartwerk geschaffen. Hier fällt jedoch noch etwas andere in die Wagschale, und – leider gerade nicht zum besten! –
Der Sammler will Klarheit, Einfachheit. Was fängt er mit einer Bezeichnung an, die aus einer Zahl und zwei Buchstaben besteht. Also muss wohl leider dieser Gedanke für einen Katalog sollen gelassen werden; für ein Handbuch jedoch, wo es vor allem auf die Genauigkeit der Bezeichnung ankommt, da ist wohl dieses System vorteilhaft für die einzelnen Abarten, bedarf aber erst einer eingehenden Prüfung.
Auf die oben erwähnte Bemerkung in Champions „L’Echo d. i.T.“ erhielt dieses Haus von dem bekannten Spezialisten für griechische Marken, dem Herrn Georges Brunel, eine Zuschrift, die sich auf die Bestimmung de Farben der griechischen Marken bezieht (veröffentlich im „Echo“). Auch dieser Herr begrüßte mit großen Freuden das Erscheinen von der Stanlay Gibbonschen Farbtafel und wies darauf hin, dass in seinen Werken: „Histoire des timbree poste grecs“ sich eine Farbenbezeich-nung mit den für dieselben gültigen Farben gewöhnlicher Marken befinden soll, die für die griechischen Postmarken in seinem Handbuch Verwendung finden wird. Wir wollen dem Leser diese interessante Ausführung nicht vorenthalten, da sie auch im „Echo de la T.“ vom 15 April 1921 unter der Rubrik „le Question des Couleurs enthalten usw. Zugleich sehen wir daran, welches Interesse sowohl das In-, wie auch des Ausland an diesen Fragen nimmt. Die Frage nach der Bestimmung der Farben der Marken ist also ebenso aktuell wie international.
Wir bringen die französischen Farbenbezeichnungen, um auch den subjektiv französischen Bezeich-nungen Rechnung zu tragen.
1. braun (braun orange) 25 braun Spanien 1878.
2. brun (brun de Mars) I Mill., 1888
3. brun jaune sepia (colorée) 3 Pfennig Deutschland 1889
4. chocolat (sepia)colorée 80 C. Frankreich 1889,
5. brun rouge (Terre d’Italie brülée 5 Cent U.S.A. 1884
6. brun rouge léger(br. Rouge) 1 Lept. Nachpo. Griechenland 1902
7. bistre (ocre jaune) 10 C. Frankreich 1849 (1853).
8. bostre jaune (ocre jaune) 10 C. Frankreich 1863
9. bistre fcé (terre d’ombre naturelle 10 C. Frankreich 1853 (bistre f ?cé
10. vert fcé (vert de prusse 6 Pf. Bayern 1888
11. vert. tendre (vert. végétal) 2 Atts. Siam 1900
12. vert. vif. vert. végétal 5 C. Frankreich 1862
13. vert. émeraude (v. de sheele 5 C. Frankreich 1871
14. jaune d’or (ocre jaune) 10 C. Italien 1868
15. orange (rouge de naturnes) 40 C. Frankreich 1871
16. orange vis (grenadine) 5 Lept. Griechenland 1901
17. saumon (laque capucine) 15 C. Frankreich 1900
18. vermillon 9 Cent U.S.A. 1875
19. blau vis (bleu de prussé 20 C. Frankreich 1863
20. bleu tendre de prussé) 20 C Frankreich 1868
21. bleu marine 5 Cent, Chile 1901
22. indigo 25 Cent Schweiz1905 fcé
23. outremer léger (bleu intense) 25 C. Frankreich 1877,
24. lilas (viol de mars) 5 Lept. Griechenland 1896
25. viol clair (viol léger) 1 Penny R.S.Wales 1888
26. lilas brun (viol de cobalt) 1 Anna Brit. Indien 1872
27. lilas rose (geranium pále) 2 ½ Pence Großbritanien 1872
28. brun viol. (laque carminée 3 Sen Japan 1889
29. gris vert (gris condre) 5 Cent Italien 1868
30. rose carminé (laque garance). 80 C. Frankreich 1862
31. carmin vir (laque de végétal pàle) 10 Pa. Türkei 1901.
In der nächsten Ausgabe des « Echo » (Nr. 608 steht eine veröffentlichte Antwort, in der darauf hingewiesen wird, dass de Gedanke schon Arthur Mauryin – Nr. 199 des „Collecdioneur de Timbre“ – Poste vom Mai 1897 – erwähnt worden ist. Es handelt sich in diesem Artikel um eine genaue Bestimmung der Farbennuarcen, wie sie auch schon in den verschiedenen Gewerben üblich waren.
Herr Briefmarkenhändler Jagels i. Fa. Jagels & Co. Hundegasse 5 legt Wert auf die Feststellung, dass er zwar Mitglied der Fachkommission für Briefmarkenhandel bei der Fachkommission für Briefmarkenhandel ist, dem Ring der Postwertzeichenhändler Danzig jedoch nicht angehört.

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Freie Stadt Danzig

Am Montag, den 1. August sind nun die bereits angekündigten hohen Ergän-zungswerte der endgültigen Briefmarkenreihe der Freien Stadt Danzig an den Postschaltern zur Ausgabe gelangt. Da die „B.R.“ schon die Ausgabe Nr. 25 eine Abbildung der neuen Wappen-zeichnung gebracht hat, erübrigt sich eine abermalige nähere Beschreibung. Immerhin ist nachzutragen, dass bei allen drei Werten Unterdruck und Wappen rot gehalten sind und das Rahmen-Rechteck einen schwarzen Arabesken-Aufdruck trägt. Die Löwen und Wappenfarben sind bei der 5-Mark-Marken grün, bei den 10-Mark-Marken blau und bei den 20-Mark-Marken schwarz. Alle Marken habengrauen Rosetten-Unterdruck. Die Marken besitzen nicht, wie es in der amtlichen Ankündigung heißt: gezähnte Perforierung“, sondern sind sägezahnartig durchstochen, da die betreffende Perforierungsmaschine kein anderes Trennungsverfahren und auch keine Umstellung auf kleinere Formate ermöglicht. Format weißes Papier, Wasserzeichen Waben.
Freimarken: 5 Mark grün, rot und schwarz, Unterdruck grau; 10 Mark Ultramarin, rot und schwarz, Unterdruck grau; 20 Mark schwarz, rot und schwarz, Unterdruck grau.
Als neu erschienen, aber noch nicht gemeldet, sind von Danziger Ganzsachen nachzutragen im bekannten Wappenmuster:
Postkarten: 20 Pfennig grün auf sämisch, 40 Pfennig ultramarin auf sämisch

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Eklektizismus beim Markensammeln

Eine Anregung von
M.Büttner, Berlin

In der Philosophie nennt man Eklektizismus bekanntlich das Verfahren, aus den vorhandenen Methoden, Anschauungen und Richtungen das am besten, wahrsten und passendste Erscheinende auszuwählen und zu einem neuen System zu vereinigen. Warum sollte sich dieser philosophische Begriff nicht auch aufs Briefmarkensammeln anwenden lassen? Auslese scheint doch unter den heutigen Umständen, angesichts der stetig zunehmenden Hochflut von neuen Markenausgaben, der einzige Weg zur Rettung aus dem drohenden philatelistischen Zusammenbruch. Die Dingen liegen doch heute so, dass das Sammelwesen in der gegenwärtig üblichen Form auf dem besten Wege ist, sich selber das Grab zu schaufeln, im eigenen Fett zu ersticken, wie man zu sagen pflegt. Vor kurzem hat bereits Karl Bohnert im „Illustrierten Briefmarken-Journal“ mit Recht auf die aus dem gefährlichen Markenüberfluss drohenden Gefahren hingewiesen.
Wie mancher kleine Sammler und Anfänger hat schon, als man ihm den dicken Folianten des neuen Senf-Kataloges zeigte, mutlos die Flinte ins Korn geworfen. Der neue Katalog umfasst bereits etwa 50 000 verschiedene Marken. Seit seinem Erscheinen sind zahlreiche neue Ausgaben hinzugekommen, unausgesetzt arbeitet, ähnlich wie bei uns die Notenpresse, in so ziemlich allen Ländern die Markenpresse und überschwemmt die Sammler mit neuen Ausgaben. Hinzu kommen ferner die ungezählten Provisorien, Überdruckmarken und lediglich spekulativen Ausgaben, die in boshaftem Verein einen großen Teil der Sammler zur Verzweifelung treiben und zugleich die Philatelie selber immer mehr in den Ruf der Pedanterie. Kleinlichkeit und Kindlichkeit dringen.
Zum Teil ist diese Diskreditierung nicht ganz unberechtigt. Eine neue „Jagd nach dem Glück“, nach einem papiernem Stück, hat eingesetzt. Ein großer Prozentsatz der heutigen Sammler jagt fanatisch hinter jeder unwesentlichen Neuheit, jeder noch so problematischen Eintagsfliege, jeder winzigsten Abart mit wahrhaft bürokratisch-pedantischer Gründlichkeit her, als gehe es um das ewige Seelenheil. Mit anderen Worten: er bleibt eingebunden, an kleinen Äußerlichkeiten kleben, sieht nur bunte Oberfläche, ist womöglich noch dazu vom Vollständigkeitsteufel besessen und muss daher bei solcher Geistesverfassung bzw. Sammelauffassung naturnotwendig sein Leben lang unbefriedigt und unersättlich durch das riesige Labyrinth der Philatelie irren.
Aber auch der mittlere Sammler, der Nicht-Spezialist der vollständiger Sätze und des „Immer-alles-haben-müssens“ könnte heutzutage, wenn er in jeder Nummer seines Fachblattes die förmlichen „Armeen von Neuheiten“ aufmarschieren sieht, den Mut verlieren und meinen, er leiste Sisyphus-arbeit und schöpfe in das Fass der Danaiden.
Auslese, Beschränkung, Reform, Eklektizismus muss also heute die Parole lauten! Und hierfür möchten diese Zeilen in Ergänzung der Ausführungen K. Bohnerts, noch eine Anregung geben. Mit bewundernswert reicher Phantasie, Vielseitigkeit und Kunstfertigkeit hat der menschliche Geist seit Jahrzehnten durch tausend Künstlerhände die winzigen, zierlichen Bilderrahmen, die mir trotz alledem so lieben, mit westensvollem Inhalt erfüllt, mit bunten Gestalten belegt! Aber ist es darum lebensnotwendig, dass wir von jedem Markenmotiv, jedem abgebildeten Gegenstande krampfhaft alle existierenden Werte sammeln, dass wir unbedingt den vollständigen Satz haben müssen, auch wenn sich dessen einzelnen Marken bei völlig gleicher Zeichnung nur durch die Wertziffer und in der Farbe unterscheiden? Zählen haben wir ja in der Schule so leidlich gelernt, und die – sei sie noch so hübsche – bunte Farbenwirkung können wir ja in jedem Tuschkasten oder, wenn wir „moderne Kunst“ verehren, auf jedem Produkt unserer expressionistischen November-Maler genießen.
Aber nicht dieser farbige Abglanz, der äußere Schein der Dinge sollte doch dem ersten Sammler die Hauptsache sein, sondern das inner Wesen, die Vertiefung in dem Sinn, in die Markenseele! Was spricht die Marke, was erzählt sie, was zeigt sie uns? So wollen wir sie zuerst fragen, so soll sie unsere Phantasie befruchten! Dann erst, in weiten Abstand davon interessiere uns alles übrige. Was sie gekostet, wie die Farbe ist, warum sie heller, dunkler, geschnitten, gezähnt – das alles überließen wir am liebsten den Schwerfälligen, den Erdgebundenen, den Materialisten, den Materialisten, den Gründlichen, den Pedanten!
Man merkt schon, wohin diese Philippika steuern will. Von Massenwahn und Vollständigkeitswut möchte sie heilen und dafür das Lob des Markenindividualismus verkünden. Nicht ellenlange Sätze mit denselben langweiligen Gesichtern und Zahlen – die Vielgestalt, der bunte Wechsel des Lebens ist auch in der Philatelie unser Ziel. Varietas delektat! Möglichst viele verschiedenartige Marken-motive zusammenbringen, sollte also das neue Programm für unsere jungen Sammlernachwuchs lauten. Oder aber, auf eine kurze Formel gebracht: Weniger Materie, mehr Geist – weniger Pedanterie – mehr Phantasie!

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Oswalds Farbenlehre und die Philatelie

Im Rahmen unserer Artikelserie „Briefmarkenkunde und Farbenbestimmung“ bringen wir heute Nachfolgende Zuschrift des bekannten und geschätzten Danziger Fachmannes, die ein neuer Beweis für das Interesse ist, das auch nichtphilatelistische Kreise an dem von uns zur Erörterung gestellten Problem nehmen. d.Red. d. B.R.
In dem Aufsatze von Alexander Bungerz über Farbentafeln finde ich eine Bemerkung über die Ostwaldschen Farbenbezeichnungen, der widersprochen werden muss.
Ich untersuche nicht, wie weit für den Briefmarkensammler die zweifelsfreie Bezeichnung der Farbtones einer Marke notwendig ist. Sobald man aber überhaupt einen Farbton zweifelsfrei Bestimmen will, gibt es augenscheinlich kein besseres Verfahren als das Ostwaldsche System.
Der Vergleich mit dem „Bimbam“ der Glocken ist ganz abwegig. Zur Bezeichnung der Töne benutzen wir nicht „Bimbam“, sonder die Töne des wohltemperierten Klaviers, dessen Tasten mit bestimmten Buchstaben bezeichnet werden. Das wohltemperierte Klavier enthält bekanntlich nicht alle in seinem Bereiche möglichen Töne, sondern nur eine Auswahl, die voneinander so weit unterschieden sind, dass ihr Unterschied vom menschlichen Ohr mühelos wahrgenommen werden kann. Genau so ist es mit den Ostwaldschen Farbentabellen. Auch sie enthält nicht sämtliche möglichen Farbtöne, ihre Stufen sind aber so klein, dass sie von einem ungeübten Auge nicht erkannt werden können. Für das geschulte Auge dagegen sind sie deutlich unterschieden und zum genauen Feststellen eines anderen Farbtones vorzüglich geeignet. Ostwald hat als erster nicht nur Reihen von reinen Farben aufgebaut, sondern hat auch dabei die Farbenänderungen berücksichtigt, die durch größere oder geringere Beimischungen von Weiß oder von Schwarz oder von Weiß und Schwarz entstehen. Seine Tabellen enthalten für jede reine Farbe alle Abtönungen die praktisch als verschieden erkennbar sind. Dass Ostwald diese Farbtöne nicht mit Phantasienamen belegt, sondern sie mit Zahlen bezeichnet, ist zweifellos richtig. Seine Zahlen sind zusammengesetzt aus einer Zahl, die die Stellung des reinen Farbtones im Farbkreis angibt, und zwei weiteren Zahlen, die den Anteil von Weiß und Schwarz in dem Mischton angeben. Eine Ostwaldsche Farbenzahl ist ein exakter Begriff.
Wenn der Verfasser darauf verzichtet, die Summe der Farbtöne auszusprechen, so tut er gut daran. Er würde sich eine überflüssige Mühe machen, da Ostwald alle praktisch möglichen und mit geschultem Auge unterscheidbaren Farben in ein übersichtliches und klares System gebracht hat. Das Ostwaldsche Farbensystem bedeutet für alle Berufe, die Farbtöne zweifelsfrei bestimmen müssen., ein unentbehrliches Hilfsmittel. Ich bin sicher, dass der Verfasser jenes Aufsatzes sich auch zu dieser Ansicht bekennen wird, sobald er die Ostwaldschen Arbeiten gelesen hat.
Zur ersten Einführung empfehle ich ihm die „Farbenfibel!“

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Ring der Postwertzeichenhändler Danzigs

Nachdem sich erst kürzlich bei der hiesigen Handelskammer eine besondere Fachkommission für den Briefmarkenhandel gebildet hat, haben sich nun auch die einzelnen Danziger Briefmarken-händler unter dem obigen Namen zu einer festen Vereinigung zusammen geschlossen. Der neue Ring will allen Interessenten für den Briefmarkensammelsport Gewähr bieten, reell und preiswert einzukaufen. Daneben beabsichtigt er aber auch in zweifelhaften Fällen Auskünfte über die hiesigen Verhältnisse zu erteilen und will es sich angelegen sein lassen, namentlich auch auswärtigen Besteller vor Schäden zu schützen, die ihnen durch unvorsichtige Geldüberweisungen an wilde Spekulanten und dergleichen erwachsen können. Dem Ring gehören nur Danziger gehören nur Danziger eingetragene Händler an, die im übrigen mit der Fachkommission für den Briefmarken-handel bei der Danziger Handelskammer enge Fühlung haben. Außer den Mitgliedern der Fach-kommission sind in dem neuen Verband weiterhin als Vorsitzender Herr F. v. Neumann i. Fa. Danziger Briefmarkenspezialhaus; die Schriftführer Herr Rud. Gamper i. Fa. Karl Riedel & Gamper, und als Kassierer Herr Kurt Riedel i. Fa. Holtz & Giebeler. Weiter sind Mitglieder des Ringes die Herren Reiß und Vergin i.Fa. Reiß & Co. J. Giebeler i.Fa. Holtz & Giebeler; Karl Riedel i. Fa. Karl Riedel & Gamper, Heinrich Tosch, alle in Danzig und Herr v. Baggo, Danzig-Neufahr-wasser.

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Die amtlichen Auflagen der Danziger Raritäten

Die Danziger „Briefmarken-Rundschau“ ist heute in der Lage, auf Grund amtlicher Angaben, nachstehend die genauen Auflageziffern der am 30. August 1920 herausgegebenen sogenannten „Aufbrauchausgabe“ d.h. der Marken des deutschen Reiches mit schrägem Überdruck Danzig, veröffentlichen zu können.
2 Pfennig hellgrau, Aufdruck blau Auflage 13 100
2 ½ Pfennig, dunkelgrau Aufdruck blau Auflage 9 900
3 Pfennig braun, Aufdruck blau Auflage 45 300
7 ½ Pfennig rotorange Aufdruck blau Auflage 26 000
10 Pfennig rot Aufdruck blau Auflage 77 000
30 Pfennig rotorange/schwarz Aufdruck kirschrot Auflage 18 900
40 Pfennig karmin/schwarz Aufdruck kirschrot Auflage 185 100
50 Pfennig violett/schwarz auf sämisch Aufdruck kirschrot Auflage 10 900
80 Pfennig karmin/schwarz auf rosa Aufdruck kirschrot Auflage 117 100
Die weniger seltenen gleichzeitig erschienenen Werte sind in folgenden Auflagen verausgabt worden:
5 Pfennig grün Auflage 1 362 600
15 Pfennig violett Auflage 606 500
20 Pfennig blau Auflage 793 600
25 Pfennig Auflage 670 800
75 Pfennig Auflage 1 476 900
Die Auflagen der sogenannten Innendienstmarken, verausgabt am 9. September 1920, betragen:
60 Pfennig violett, schräg Aufdruck blau Auflage 2 400
1 Mark rot schräg Aufdruck kirschrot Auflage 2 120
2 Mark blau Aufdruck oben und seitlich kirschrot Auflage 2 280
Es mag gleichzeitig dabei hervorgehoben werden, dass die wirklich in den öffentlichen Verkehr gekommen und an das Publikum abgegebenen Markenmengen bei den seltenen Werten erheblich kleiner sind als die Auflagenziffern. An das Berliner Reichspostmuseum, Bern und verschiedene andere offiziellen Stellen, sowie an die Mitglieder der damaligen Fremdenmission in Danzig sind 400 Satz der Verbrauchsausgabe und der Innendienstmarken seitens de O.P.D. zur Verteilung gelangt. Einen kleineren Posten der seltenen Marken, von denen keinerlei Nachdrucke erfolgt hat sich die O.P.D. für spätere Verwendung (wahrscheinlich auf dem Wege einer öffentlichen Verlosung) noch zurückbehalten.

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Farbentafeln

von
Alexander Bungerz, Tegernsee

Der Wunsch, eine brauchbare Farbentafel zur Bestimmung der vielen verschiedenartigen Marken-farben zu besitzen, ist schon alt, seine ersten Ergebnisse fallen bereits in den Anfang der achtziger Jahre. Er ist auch sehr berechtigt, denn nur wenige Sammler vermögen dank ihrer genaueren Kenntnis der Farben, einen schwieriger zu definierenden Ton ohne Vergleichsfarben zu bestimmen. Es sind denn auch im Laufe der Zeit mehrere teils kleine, teils umfangreiche Farbtafeln erschienen, die dem Sammler die Feststellung der Farbe leichter machen sollen. Um es kurz vorweg zu sagen: Keine hat ihren Zweck erfüllt. Und um es ebenso kurz mitzuteilen: Keine wird ihn jemals erfüllen!
Die Sache ist nämlich nicht so einfach, und je mehr man sich mit ihr vertraut macht, desto schwieriger wird sie. Was bei flüchtigem Ansehen einfach schien, nimmt bei näherer Betrachtung immer kompliziertere Dimensionen an und wächst schließlich ins Riesengroße. Die Schwierigkeiten einer brauchbaren Farbtafel liegen in den beiden Worten; Druckfarbe und Papier.
Was unterscheidet zwei große Arten von Farben. Lasur und Deckfarben. Die ersteren „lasieren“, das heißt, sie lassen den Untergrund durchscheinen. Druckt man eine blaue Lasurfarbe auf ein gelbes Papier, so wird das Resultat nicht blau, sondern grün. Die zweite Art „deckt“ den Untergrund zu; das Resultat würde in unserem Falle also blau werden bzw. bleiben. Im großen und ganzen zeigen Laserfarben mehr den Charakter bunter Glasfenster, während Deckfarben stumpfer aussehen. Da nun also die gleiche Nuance in beiden Arten etwas anders wirken würde, wäre man gezwungen, zwei parallele Farbtafeln nebeneinander zu brachen, eine mit Lasur, die andere mit Deckfarben hergestellt.
Das Papier spielt für die Deckfarbe keine große Rolle, da ja zugedeckt wird. Desto mehr fällt es aber bei der Lasurfarbe ins Gewicht. Rein weißes Papier gibt es ebenso selten, wie reines Schwarz! Es hat fast stets einen Stich ins Graue, Gelbe, Rote, Grüne, Braune usw. Den Beweis kann jeder Leser dieses Blattes an den Ton der Zeitung an einem beliebigen „weißen“ Briefbogen und an einem Markenbogen anstellen. Nimmt er dazu noch zehn weitere Zeitungen oder Blätter, die alle auf weißem Papier gedruckt sind, so erhält er zehn weitere weiße Farbabarten. Eine Laserfarbe, auf diese verschiedenen Weiß gebracht, wird natürlich immer einen etwas, wenn auch wenig verschie-denen Charakter zeigen. Die Farbtafel müsste demnach um gerechten Ansprüchen zu genügen, auch auf Papier von verschiedenem Weiß gedruckt werden – sagen wir mal auf reinweiß, grauweiß, gelb-weiß und blauweiß -, wir können also schon auf fünf Paralleltafeln.
Dass dieses heute praktisch nicht durchzuführen ist, liegt wegen der ungeheuren Kosten klar auf der Hand. Die Sache ist aber noch bedeutend verwickelter; das vorstehend Gesagte war nur der Anfang. So gilt jetzt, die verschiedenen Farbtöne zu drucken. Nehmen wir das Beispiel wegen nur einmal purpur an. Purpur entsteht aus rot und blau. Nun gibt es von rot als hervorstehende Töne: Zinnober, karmin und die roten Erdfarben, wie englischrot, persischrot, pompesanischrot, venetianischrot, Terra, Pozzuoli, gebrannter Ocker usw. Von blau nehmen wir nur ultramarin und die Zyankali-verbindungen, wie preußischblau, Pariser Blau, Berliner Blau usw, sodann Cölinblau. Jeder von diesen roten und blauen Töne zusammengemischt, ergibt einen Ton, der auf der großen Skala von violett über purpur zu lila liegt. Aber wie verschieden ist jeder dieser Töne! Eine einfache und dabei einwandfreie Bezeichnung für die Menge der violettlila Nuancen zu geben, ist schlechterdings unmöglich das hätte nicht einmal Böcklin fertig gebracht, der doch von Farbe allerhand verstanden haben soll! Um wie viel weniger Ostwald, der es mit Bezifferungen versuchte! Das geht natürlich noch weniger an, denn „grau ist alle Theorie“, und mit Ziffern kann man keine Farbe bezeichnen, ebenso wenig wie man mit „Bimbam“ das Geläute der Glocken dem Leser zu Ohren bringen kann.
Die Summe von Tönen auszurechnen, die sich aus der Mischung der vorstehend verzeichneten Farben ergeben würde, überlasse ich einem Mathematiker. Und alle diese Farben und noch viel mehr müssten genannt werden, um einigermaßen den Begriff purpur mit seinen Schwankungen nach rot und blau hin klarzumachen, multipliziert mit den erwähnten vier Papierarten usw.
Es kämen dann die anderen Mischfarben erster Ordnung: Orange und grün; ferner die weiteren Mischfarben braun, oliv, schiefer, sowie die Reihe grau bis schwarz. Alles das zusammen genommen würde meiner oberflächlichen Schätzung noch ein paar Bände Lexikonformat ergeben. Um also einen Nutzen von dieser Farbtafel, die man eher einen Farbkasten nennen könnte, zu haben, müsste jeder Sammler dieses Werk besitzen. Und jeder Katalogherausgeben müsste Bezeichnungen ebenfalls nach demselben wählen. Nähme man dann eine einfache 10- oder 20-Pfennig-Marke zur Hand, so wäre es absolut nicht ausgeschlossen, dass man diese Töne noch nicht finden würde, weil z.B. bei dem dünnen Papier der Marke der etwas gelbe Gummi durchgeschlagen war, der der Marke einen derart gelben Schein verlieh, dass keine Farbtafel der Welt darauf vorbe-reitet sein konnte. Oder eine entsprechende Bezeichnung im Katalog für eine bestimmte Marke stimmt nicht mit dem zur Hand befindlichen Exemplar überein, weil die Marke von einen anderen Druckauflage stammt, die im Ton ein wenig anders geraten war!
Die Beispiele lassen sich beliebig vermehren. Sehen wir nun nach Kenntnisnahme des Geschilderten die schon vorhandenen Farbtafeln an, so erkennt man ohne weiteres, woran es liegt, dass sie den Ansprüchen nicht genügen: sie waren alle viel zu klein, zu wenig umfangreich. Ein von B.W. Marhurst herausgegebenes „Colour Dictionary“ bestand aus 10 Tafeln mit 40 Hauptdruck-farben, einem farbigen und einem graphischen Stern, welche den Übergang der Farben erläutern sollte. Im Text wurden die betreffenden Nummern der amerikanischen „Color Shart!“, die von der National Philatelica Society herausgegeben und von der American Bank Note Co 1884 gedruckt wurde zum Vergleich angeführt. Das Werkchen erschien 1899 bei Stanley Gibbons, London.
Die Firma Gebrüder Senf gab 1889/90 ihrem „Illustrierten Briefmarken-Journal“ 18 Farbtafeln mit, die je vier Farbtöne zeigten, aber keine Farbenbezeichnungen, sondern nur Ziffern trugen. Die von Hauptmann P. Ohrt herausgegebenen Germania Farbtafeln waren schon reichhaltig; sie erhielten 1873 Töne, erschienen 1906 und waren mit Farben von Berger & Wirth von J.J.Weber in Leipzig gedruckt. Sie waren ursprünglich als Vorlagen für den Buntfarbendruck bestimmt und enthielten infolgedessen Fabrikationsbezeichnungen wie Viktoria-grünlack 1 L., oder Ziegelrot 3,43 usw.
Die von Regierungsrat F. Genth herausgebrachte „Farbenstern“ ist wegen seiner unrichtigen Bezeichnungen unbrauchbar; die kürzlich von Ernst Marré herausgegebenen „Farbtafeln“ sind schon brauchbarer, wenn auch sie wegen der nur 128 Bezeichnungen zu klein sind.
Eine Lösung der Frage der Farbentafeln und der Farbenbezeichnungen überhaupt ist nur in der Vereinfachung zu finden. Nicht in der Spezialisierung; ich wies bereits in meinem Artikel „Über Farbenbezeichnungen in der Philatelie“ im „Illustrierten Briefmarken-Journal!“ 1917 darauf hin. Der Sammler interessierte sich ja bekanntermaßen für die Unterschiede der Farben gewöhnlich nur dann, wenn eine Marke in zwei Farbstufen vorkommt, von denen die eine billig, die andere aber selten ist, wie bei Preußen 1866 2 Silbergroschen; die gewöhnlich blaue ist häufig, die preußischblaue selten. Welche habe ich nun? Das ist die Frage, auf deren Beantwortung er natürlich auch ein Recht hat. Eine Farbtafel, die ihm also den Unterschied zwischen ultramarin und preußischblau in verschiedenen Graden de Helligkeit klar machen kann, genügt ihm für diesen Fall. In der Tat ist es für den Sammler ja auch völlig gleichgültig, ob eine blaue Marke in irgendeinem Satz in dem sonst kein blau mehr vorkommt, hallblau, milchblau, wasserblau, marineblau, lichtblau, delfterblau oder sonst wie bezeichnet wird. Nur da wo eine bestimmte Farbabart selten ist, muss eine genauere Bezeichnung Platz greifen. Handelt es sich hier nur um zwei oder drei verschiedene Abarten, so ist die Sache sowohl für eine Bezeichnung, wie eine Farbtafel ziemlich einfach. Bei mehr aber würde die Geschichte kritisch. Ich besaß z.B. in meiner Sammlung deutscher Kolonial-marken 20 verschiedene blaue 20-Pfennig-Marken von Kamerun 1897. Jede Farbe war von der anderen deutsch zu unterscheiden. Ihre Bezeichnung aber oder Abbildung und Auffinden in einer Farbtafel wäre unmöglich gewesen.

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Briefmarkenkunde und Farbenbestimmung

Eine treffende und allen praktischen Ansprüche der Sammler gerecht werdende Farbenbezeichnung von Postwertzeichen – beispielsweise in der Fachpresse und in den Katalogen – gehört zu den schwierigsten, aber auch die wichtigsten Problemen der Philatelie. Die Lösung dieser Aufgabe ist seit Jahren immer wieder versucht worden, und eine restlose alle Teile und Anforderungen zufrieden stellende Normalformel zu finden, d.h. also in erster Linie die Schaffung einer idealen philatelistischen Farbentafel, wird wohl für immer – Ideal bleiben. Immerhin ist es doch au der Zeit uns geradezu ein Lebensinteresse der Briefmarkensammelwesens, erst einmal für die Praxis brauch-bare brauchbare Grundsätze und Farben-Normalen einzuführen, auf denen weitergebaut werden kann.
Die Redaktion der „Briefmarken-Rundschau“ hat einige der bekanntesten Sachverständigen auf diesem Gebiet gebeten, in Originalbeiträgen zu der angeschnittenen Frage Stellung zu nehmen und hofft damit eine ernste Philatelisten einen wirklichen Dienst erweisen zu können. Wir bringen hierunter zum Eingang einen durchdachten Artikel der heute wohl maßgebensten deutschen Autorität.

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Danziger Marken und Großhandel

In der Juliausgabe der im Verlage Paul R. Schwerdiner, Berlin, erscheinenden „Preisnotierungen“, die über Angebot und Nachfrage auf dem Berliner Großhandelsmark für Briefmarken aufklärend wirken wollen, finden wir auch einige Angaben und engrospreisnotierungen. Es heißt da u.a. mit billigem Sarkasmus, den wir durchaus nicht unterschreiben können:
„Der Briefmarkenhydra Danzig wachsen immer neue Köpfe, kaum hat man für eine Serie mehrere Tausend festgelegt, so ist man schon gezwungen zwei neue Serien mit noch höheren Werten zu bezahlen. Wir müssen sagen gezwungen, denn merkwürdigerweise ist das Interesse der Sammler-welt für jede Neuerscheinung Danziger noch immer sehr groß.“
Redaktionell ist dazu zu bemerken, dass die Angaben nur insofern beachtenswert sind, als darin aus-drücklich festgestellt wird, dass das Interesse der Sammler für Danzig nach wie vor anhält; eine Erfahrung, die im Gegensatz zu anderen neustaatlichen Briefmarkenausgaben (Lettland, Polen usw.) auch von auch von anderer Seite in Deutschland vielfach bestätigt wird, während gewisse ausländi-sche Märkte z.B. die Schweiz und die Vereinigten Staaten, anfänglich mit Danziger Marken der weniger selteneren Werte durch Spekulanten übersättigt wurden. Irreführend ist aber jedenfalls die Angabe, dass man jetzt schon wieder gezwungen wäre, zwei neue Serien mit noch höheren Werten zu bezahlen. Vorläufig sind höhere Werte als 10 Mark noch gar nicht verausgabt worden, und die demnächst erscheinenden drei Ergänzungswerte enthalten auch nur den einen Wert von 20 Mark, der höher als dieser ist, für postalische Zwecke aber benötigt wird.
Nachfolgend möchten wir die Schwerbinerschen Engroshändlerpreise für Danziger Marken wieder-geben, obgleich sie uns zum Teil im allgemeine, namentlich was die ziemlich ausverkaufte Ausgabe 3 anbetrifft, zu niedrig erscheinen. Die genannte Firma notiert:
Danzig I epl. 28 Mark
Danzig II gr. Wertziffer. – Aufdruck 5/30, 10/20, 25/30, 60/30, 80/30 2,75 Mark, 60/75 á 0,90 Mark
Danzig III (Fahne) 5, 15, 20, 25, 75, Pfennig, 1, 1,25 2, 3, 5, 10 Mark = 32 Mark
Desgl. 2, 2 1/2, 3, 7 ½, 10, 30, 40, 50, 80, (9) 350 Mark
Danzig Dienst, drei Werte 1500 Mark, 1 – 10 violetter Unterdruck 30 Mark
Flugpost I epl. 2,80 Mark
Flugpost II epl. (5) 11 Mark
1921 „Kogge“ epl. 5 Pfennig bis 10 Mark (10) ungest.26 Mark gest. 30 Mark,
Wappen 5 Pfennig bis 3 Mark (14) á 13 Mark.

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Danzigs Marken – Danzigs Kultur

Die „Briefmarken-Rundschau“ der „Danziger Zeitung“ hat sich seit der Zeit ihres Bestehens zahl-reiche Freunde auch in den Kreisen des Publikums erworben, die bisher nicht zu den Philatelisten gehörten, und bei ihnen Interesse und wachsenden Verständnis für die Briefmarkenkunde erweckt. Schreiber dieser Zeilen gehört zu denen, die früher aus dieser ganzen Angelegenheit sich gar nichts machte, jetzt aber mit Spannung jeder neuen Nummer der „Briefmarken-Rundschau“ entgegen sehen und sich von der ersten bis zur letzten Zeile mit Aufmerksamkeit durchlesen. Es ist sogar, was er früher von sich gar nicht für möglich gehalten hätte, ein klein wenig unter die Sammler gegangen und bemüht sich, eine leidlich vollkommene Kollektion aller Danziger Marken zusammen zubringen, was ja nachgerade, wenn man nicht rechtzeitig angefangen hat, auch gar nicht mehr so leicht und billig ist. So wenig er sich nun berufen fühlen darf, als bescheidener Anfänger auf einem so eng begrenzten Gebiet im allgemeinen als Philatelist mitzusprechen, so möchte ich doch der „Briefmarken-Rundschau“ bitten, ihm ein Wort zu verstatten eben bezüglich der Danziger Marken auch wenn es in etwas abweicht von dem, was er darin bisher gelesen.
Als die Zeit der Übergangsmarken mit dem alten Germaniatyp sich dem Ende zuneigte, wurde uns angekündigt, die ersten richtigen Danzier Marken würden originell sein und allen Ansprüchen genügen. Im November erschienen die Erinnerungsmarken zur Konstituierung des Freistaates. Aber sie erfüllen die geweckten Erwartungen nicht, oder doch nicht allerorten. Schwer ist es ja, über den Geschmack zu streiten, und im wesentlichen wird es sich bei den Markenbildern und –Farben immer um eine Geschmacksfrage handeln. Aber der Schreiber dieser Zeilen weiß, dass nicht nur er allein von den damaligen neuen Marken enttäuscht war. Er hatte geglaubt, etwas spezifisch Danzigeriches erwarten zu dürfen. Wir Danziger sind wahrlich berechtigt, auf die äußeren Schön-heiten unseres Stadtbildes uns etwas einzubilden. Wir dürfen uns mit Recht sagen, dass Danzig in seiner unvergleichlichen Architektur „Alle Städte Preußens überragt!“ wie die Inschrift an der Innenseite des Rathausportals kündet. Welch wirksameres Mittel aber, diese Schönheit aller Welt täglich zu verkünden, gäbe es, als tägliche tausendfältige Verbreitung von Danzier Bildern auf Briefmarken? Und wie nützlich zugleich in einer Zeit, wo wir, als selbständiges Staatswesen aufge-richtet und in die große Welt eingeführt, ein besonderes Interesse daran haben, unsere Eigenart der Welt zu zeigen und deren Augen mit Wohlgefallen zu erfüllen? Das gehört zu den Imponderabilien, die man nicht unterschätzen darf.
Nun kam der Koggen-Typ. Gewiss ist die Kogge eine schöne Erinnerung an die alte Hanseatenzeit. Aber mit der Gegenwart hat sich nichts zu tun, und sie ist ferner nicht entfernt, etwas Eigenartiges und für Danzig besonders Charakteristisches. Ein solches Erinnerungsbild kann jede See- und Handelsstadt mit mittelalterlicher Vergangenheit mit demselben Rechte sich zulegen. Damit haben wir uns von anderen in keiner individuell kennzeichnenden Weise ab. Aber schließlich handelt es sich bei dem Koggentyp wiederum nur um eine Provisoriumsmarke, und dann glaubte nun um so mehr, von der endgültigen, der Dauermarke etwas „wirklich Schönes“ erwarten zu dürfen. Sie kam endlich, aber mit ihr wieder eine Enttäuschung. Das Danziger Wappen – freilich, das führt kein anderer Staat und keine andere Stadt. Aber ein Wappen hat jede andere Stadt, jedes Städtchen auch, und solcherlei Wappen unterscheiden sich voneinander nicht viel mehr wie die einzelnen Blätter eines Kartenspieles. Und wenn das Danziger Wappen noch schöner wäre, als es ist, wenn es noch mehr von der Vergangenheit erzählt, wie die güldne Krone polnisch-kasimirianischen Angedenkens, von der nur die wenigsten etwas ahnen, das ist es nicht, was es sein könnte, wenn es als Markenbild der Jetztzeit etwas Besonderes über Danzig in der Welt verkünden wollte. Nicht unser Wappen kennzeichnet unsere Eigenart, sonder unsere Architektur mit ihren unübertrefflichen Schönheiten und beredten Zeugen für Danzigs Eigenart in Vergangenheit und Gegenwart. Zwei vor allem sind weithin leuchtende Wahrzeichen dessen geworden, was der Name Danzig besagt: Der Rathausturm und die Marienkirche. An unseren herrlichen Bildern fehlt es nicht, nicht um ganze Serien daraus formen zu können. Warum ist man den Markenschöpfern an diesen dankbarsten und selbstverständ-lichsten Objekten bisher noch immer vorübergegangen – denn bis eine Flugzeugmarke der letzten Serie mit ihrer Andeutung der Marienkirche kann kaum mitgezählt werden -, und warum hat man sie auch bei den nächsten Tagen zur Ausgabe gelangenden hochwertigen Marken abermals nicht verwandt? Statt dessen wieder nur Wappen, bereichert allerdings durch zwei Löwen mit perücken-haft stilisierten Mähnen“. Wir gestehen, Perücken flößen uns, selbst von Löwen getragen, leises Missbehagen ein. Wenn aber die „Briefmarken-Rundschau“ trotzdem mitzuteilen in der Lage ist, die neuen Marken seien „wirklich schön und ansprechend“, so wollen wir uns dessen gern getrösten. Wann sie uns nun das Recht einräumt, aus dem Ausbruck „wirklich schön“ zu lesen, dass sie das bisher an Markenbildungen in Danzig Geleistete selbst, wie wir, gar nicht für durchweg schön ansieht.
Nicht nur Form und Typ, sondern auch die Farben haben bisher mancherlei Anlass zur Kritik geboten, wenn auch hierbei wieder der Geschmack verschieden ist und keinerlei Geschmacksrichtung Anspruch auf den Besitz des wahren erheben darf. Es überwiegen bei weitem Mischfarben in allerhand Tönungen, braun-grau, grau-braun, grünlich, bläulich usf., auch richtiges „scheußlich-grau“ uns dem Schillerschen Kampf mit dem Drachen das Auge einer reinen, frohen klaren Farbe aus dem hehrsten Strahlenkranz der Natur, dem Regenbogen aus dem Prisma des Sonnenlichtes, der wahrsten Offenbarung und Summe aller Farben: Rot, orange, blau, grün, blau, indigo, violett. Warum statt solcher reinen Sonnenkinder diese allerhand verwerten Kreuzungen, Mischungen und Vergräulichungen? Dazu kommt eine unfrohe Verblassung in der Farbengebung. Nirgends Glanz und leuchtende Frische, statt dessen alles bei der letzten Serie aber auch alles matt, verglichen verschlissen. Man empfängt, möchte man sagen, den Eindruck des blutarmen, schwächlichen, saft- und kraftlosen, wie bei unterernährten Kindern, deren es heute ja leider nur zu viele gibt, kurz – das Unzulängliches. Die Offizin, der die Herstellung der Danziger Marken obliegt, hat sich ja erst jüngst auf diesen gewiss nicht leichten Druck einstellen müssen; aber sie würde gut daran tun, die Druckmethoden nach Möglichkeit und bald zu verbessern, um es dem Besten anderwärts gleich tun zu können Gewiss gibt es bei der heutzutage notwendigen Schnell- und Massenproduktion an Marken vielerorts Produkte, die der Kritik noch weit mehr Angriffsfläche zurückblickt. Aber Danzig, das auf eine so uralte Kultur zurückblickt und auch als selbständiger Staat in der Neuzeit kulturell auf der Höhe bleiben will, darf sich auch auf diesem Gebiete nicht mehr Unterstehenden vergleichen, sich nicht mit Mittelmäßigen, um nicht zu sagen Unterwertigem begnügen. Es muss, wie überall, so auch hier unter den Ersten zu marschieren und Hervorragendes zu leisten sich bestreben. Es handelt sich um ein gut Stück Ruf und Ruhm Alt-Danzigs. Lasse man es nicht ungenützt.! Dr. H.

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Wie und weshalb sammle ich Briefmarken?

Wir bringen heute einen weiteren, der „Briefmarken-Rundschau“ zum Abdruck zur Verfügung gestellen zu dem Preisausschreiben der Firma Holtz & Giebeler, Danzig und zwar die mit dem dritten Preis ausgezeichneten Erich Schmidts (Alter 15 ½ Jahre):
Überall in der Welt gibt es Sammler, aber nichts wird so viel gesammelt wie Briefmarken. Auch unter den Jugendlichen hat dieser Sport eine große Anzahl Anhänger gefunden, von denen viele wohl nur durch die Ausgabe der unzähligen Kriegs- und Umsturzmarken hierzu veranlasst worden sind; soll mir das Sammeln aber wirklich Freude machen, so kommt es sehr darauf an, wie ich Briefmarken sammele.
Um mir ein Bild zu verschaffen, wie eine gute, richtig angelegte Markensammlung aussehen soll, suche ich mir in die Sammlung eines fortgeschrittenen Sammlers Einsicht zu verschaffen. An dieser kann ich mir ein Muster nehmen, wie ich meine eigene anlegen und behandelt soll. Es ist „ganz gut“, wenn ich mir zuerst eine Stammsammlung anlege. Ich werde dann bald merken, für welches Gebiet ich mir besonders begeistere. Dann hierauf habe ich bei der Welt eines Albums jetzt zu achten. Schon mancher hat die Freude am Sammeln verloren, wenn er sich ein für seine Zwecke unbrauchbares Album angeschafft hat. Ich muss mich von vorneherein daran gewöhnen, nur gute und unbeschädigte Marken in meine Sammlung aufzunehmen, da es einen schlechten Eindruck auf einen Kenner macht, wenn er beim Aufschlagen des Albums viele schlechte und schmutzige Marken vorfindet. Zum Befestigen der Marken darf kein Kleber oder andere flüssigen Klebemittel benutzt werden. Man befestigt sie mit Klebefalzen, und zwar so, dass die Werte jederzeit umgedreht und noch dünnen Stellen oder Zeichnungen untersucht werden kann. Ich werde auch bald sehen, dass die Briefmarken durch häufiges Berühren mit den Fingern nicht besser werden. Ich schaffe mir hierzu eine Pinzette an, die in jedem besseren Markengeschäft erhältlich ist. Wieder Handwerker sein Handwerkszeug braucht, so bedarf der ordentliche Sammler allerlei wichtige Hilfsmittel. Da gibt es außer den Klebefalzen und Pinzetten noch den Zähnungsschlüssel, eine gute Lupe, den Wasserzeichensucher und andere Instrumente, um die Marken in ihren Unterschieden und Kennzeichen zu untersuchen.
Wenn ich auch keine Spezialsammlung habe, muss ich doch etwas die Zähnungs- und Wasserzeichenunterschiede berücksichtigen. Es ist nämlich ein wesentlicher Unterschied im Preise, ob eine deutsche Reichs- und Koloniemarke kein Wasserzeichen hat, oder ob sie eine besitzt. Je länger ich sammle, desto mehr Verständnis bekomme ich für die einzelnen Marken.
Ich suche auch meine Sätze und Lände zu vervollständigen. Hierzu lasse ich mir von guten Firmen Auswahlsendungen schicken, unter denen ich immer gute und billige mir fehlende Marken finde. Habe ich viele doppelte Marken, dann trete ich mit Sammlern anderer Länder in Tauschverkehr, wo ich leicht Gelegenheit finde, meine Dubletten gegen gute andere zu vertauschen. Beim Markentausch in der Schule kann man auch manch gutes Stück bekommen, nur muss man sich vorsehen, nicht auf solche Marken hereinzufallen, die unter Schülern besonders viele Falschstücke umgehen. Es ist notwendig, dass ich mir so bald als möglich einen Katalog anschaffe, oder schenken lasse. Aus diesem kann ich dann jederzeit den Wert einer Marke oder meiner Sammlung feststellen und auch ersehen, welche mir erreichbar sind.
Die Gründe, aus denen gesammelt wird, sind sehr mannigfach und voneinander ganz verschieden. Manche sammeln deshalb, weil sie es bei anderen sehen und weil sie die Mode mitmachen wollen, andere wegen der mannigfachen Markenbilder und Zeichnungen, worin sie die exotischen Marken besonders auszeichnen. Vollständig verfehlt wäre es aber, wenn ich Briefmarken nur sammeln sollte, weil ich weiß, dass sie mit der Zeit im Werte steigen. Wenn ich am Sammeln und an meiner Sammlung wirklich Freude erleben will, so muss ich aus Liebe zur Sache tun. Für mich ist kein Einzelgrund maßgebend, sondern alle diese vereinen sich zu einem Ganzen. Mich interessiert eben alles, was mit Briefmarken zusammen hängt. Meine geographischen und geschichtlichen Kenntnisse werden dadurch auch erweitert. Habe ich eine schöne exotische Marke, dann schlage ich das betreffende Land auch auf der Landkarte auf. Verdankt eine Marke aber ein Satz irgendeinen geschichtlichen oder politisches Ereignis, den Ursprung, so ist es natürlich, dass ich mich mit diesem bekannt mache. Auf vielen Marken sind auch hervorragende Persönlichkeiten, Bauwerke, Landschaften, merkwürdige Tiere und Pflanzen abgebildet. Ein hauptsächlicher Beweggrund, diese Marken mit Vorliebe zu sammeln! Zu ihnen gehören besonders: die amerikanischen Kopfmarken, die interessanten Guatemala. Die bosnischen Landschaftsmarken, die Tier- und Pflanzenbilder auf den Marken der Insel Borneo und von Liberia. Auf den Europamarken interessieren mich wieder die verschiedenen Herrscherbilder und die Wappenzeichnungen. Es hat jedes Land eines, das seine Marken für den Sammler begehrenswert macht.
Da der Briefmarkenmarkt jetzt täglich überschwemmt wird mit Neuausgaben und Postkarten, muss der Sammler sich nicht von der allgemeinen Sammelwut der neuesten Ausgaben anstecken lassen. Man muss gerade das Land sammeln, dessen Marken augenblicklich nicht so begehrt sind. Wer aus Liebe zur Sache sammelt, der wird an seiner im Laufe der Zeit, durch eigenen Fleiß und Arbeit zusammengebrachten Sammlung mehr Freude haben, als derjenige, der sich von Händlern eine vollständige Sammlung angeschafft hat, in der Absicht, später damit Reichtümer zu erwerben.

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Wie man Auswahlen behandelt

Ein amerikanisches Philatelistenblatt veröffentlichlicht folgende amüsante „Causerie“ über das heikle Thema der Auswahlsendungen:
Wenn du eine Auswahlsendung empfängst, sei, bitte so liebenswürdig, sie innerhalb von drei Jahren zurückzusenden. Aber wische erst etwas den Staub ab, bevor du den Umschlag auf die bringst, und da du vielleicht Marken im Werte von 50 Pfennig aus der Auswahlsendung behalten haben wirst, lege als Zahlung am besten irgendwelche von Briefen abgelöste, durch Zufall ungestempelt gebliebene Briefmarken ohne Gummi mit daran haftendem Papier bei. Sollte die Auswahl einen Wert von über 1000 Mark haben, so lasse nur ja nicht einschreiben. Eingeschriebene Briefe sind immer besonders auffallend und man darf einen ehrlichen Postbeamten nie in Versuchung bringen. Zerknittere ferner soviel als möglich die in der Auswahl enthaltenen Marken, denn damit zeigst du dem Händler, wenn du wenig gekauft hast, dass nur die schlechte Qualität der Marken die Ursache davon war. Gehe ferner auf das leere Feld ein Zeichen, am besten mit öliger Signierfarbe, die man für Postkartons gebraucht, und schreibe in das Feld: „Diese Marke habe ich genommen“; denn anderes wird beim Eigentümer der Auswahlsendung das leere Feld kaum auffallen, und er wird dir dann höchstwahrscheinlich den seiner Ansicht nach zuviel eingesandten Betrag für die nicht bemerkte entnommene Marke gutschreiben.
Bei der Rücksendung benutze nicht den beigefügten Umschlag der Auswahlsendung, sondern bemühe dich, einen Umschlag aufzutreiben, der um ein Drittel kleiner ist als das Auswahlheft, denn es macht doch bekanntlich großes Vergnügen, ein Heft etwa von der Größe 3 ½ zu 6 cm in den Umschlag von 2 zu cm hineinzuzwängen. Sobald du das Auswahlheft auf verschiedene Stellen geknickt und gefaltet hast (am besten ohne auf die eingeklebten Briefmarken zu nehmen), stecke das Heft in den Umschlag und lege letzteren unter die Matratze deines Bettes. Nachdem du drei oder vier Nächste darauf geschlafen hast, kann der Umschlag geschlossen werden und hat dann ungefähr gerade den Umfang, dass du ihn bequem in die Westentasche stecken kannst. Noch eins: schreibe vor allem deine Adresse nicht auf den Brief, denn das würde nur ein Zeichen der Eitelkeit gedeutet werden können und jeder x-beliebige Postbote braucht ja deinen Namen auch nicht zu lesen. Vor allem aber frankiere die Briefe ungenügend; das gibt mehr Gewähr dafür, dass der Besitzer auch richtig erhält.
Die Postverwaltung behandelt unzureichend frankierte Briefe mit besonderer Sorgfalt und die angewandte Methode wird dem Eigentümer der Auswahl nur umso größere Freude machen, wenn er Strafporto zahlen muss, da er sonst vielleicht später behaupten könnte, die Rücksendung überhaupt nicht empfangen zu haben.

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Die neuen hochwertigen Danziger Marken

Die „Briefmarken-Rundschau“ ist in Erfüllung ihrer Zusage in Ausgabe 24 in der Lage, den Top der neuen hochwertigen Ergänzungsmarken zu 5, 10 und 20 Mark in einer Abbildung des 20-Mark-Wertes dem Leserkreise bereits heute vorstellen.
(Hier erfolgte die Abbildung der Mi.Nr. 88)
Der neue Wert zu 20 Mark. (als Unterschrift unter der Marke)
Zu erwähnen wäre nur noch, dass die wellenartigen Zierlinien des dunkleren Hintergrundes bei den bisherigen Probedrucken rot hervortreten. Gleichfalls rot wird auf alle Fälle das Wappenschild mit den beiden weißen Kreuzen und der weißen Krone sein. Weiß gehalten sind auch die Löwen und die großen Wertziffern oben, während die endgültige Farbengebung noch nicht feststeht.
Die drei neuen Werte dürften im Juli – der Tag der Ausgabe wird noch bekannt gegeben werden – an den Postschaltern zum Verkauf gelangen.

H.Kl…berg, Bremen. Danzig 60 Pfennig Provisorium mit voll gedruckten Querbalken über Deutsches Reich statt Gittermuster ist nur verschmierter Druck.

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Fachkommission für Briefmarken-Handel der Danziger Handelskammer

Wie bereits in der „Briefmarken-Rundschau“ vom 18. April mitgeteilt, wurde von der Danziger Handelskammer in der 38. Vollsitzung eine Fachkommission für den Briefmarkenhandel genehmigt. Am Donnerstag, den 2 Juni fand nun zwecks Wahl der Vertreter für die vier in Danzig handelsgerichtlich eingetragenen Firmen (Karl Riedel T Gamper, Reitz & Co., Jagels & Co., Feller & v. Neumann sie erste Sitzung statt. Auf Grund einer geheimen Abstimmung wurde Herr Karl Riedel mit 5 Stimmen, Herr Waldemar Vergien mit 4 Stimmen in die Kommission gewählt. Den Vorsitz führt Herr Kaufmann Kurt Siebenfreund, Danzig. Die Tagesordnung für die nächste Sitzung ist: 1. Feststellung der gewerblich eingetragenen Händler in Danzig, 2 Klagen über „faule Danziger, 3 Verschiedenes.
Zur Erläuterung des Punktes 2 teilt uns Herr Karl Riedel mit, dass aus dem Reiche von Händlern, Sammlern und Fachzeitungen Klagen kommen, wonach einige Danziger skrupellos Bestellungen gegen Kasse voraus auf Danzig-Marken entgegennehmen oder große Inserate bestellen, ohne ihren Verpflichtungen nachzukommen. Die Danziger reellen Händler warnen an dieser Stelle vor der-gleichen Praktiken und werden, wenn im einzelnen die Fälle auf Grund von Unterlagen geklärt sind evtl. die Namen der Leute bei denen überhaupt „nicht zu holen ist“, veröffentlichen.
Das Handels- und Bankhaus Semiatycki kommt für die Briefmarkenkommission nicht mehr in Frage, da es Mitte April seine Briefmarkenabteilung aufgegeben hat.

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Mangelhafte Ausfuhrung postalischer Abstempelung

Vielfache Wahrnehmungen und Beschwerden deuten darauf hin, dass die Stempelung der Postsen-dungen in neuerer Zeit viel zu wünschen übrig lässt. Die Stempelabdrücke erscheinen undeutlich und kaum lesbar, die Abdrücke sind häufig verwischt und verschmiert und beschmutzen andere Sendungen. Das Übel ist in der Hauptsache darauf zurückzuführen, dass zuviel Stempelfarbe auf die Einfärbungseinrichtungen aufgetragen, der Stempel auch nicht gehörig gereinigt wird oder seine Inschrift zu stark abgenutzt ist. – An alle beteiligten Dienststellen, vor allem an die Amtsvorsteher, Aufsichtsbeamte und Stellenvorsteher – so schreibt das „Postnachrichtenblatt!“ ergeht sogar die dringende Aufforderung, dem Stempeldienst fortgesetzt die nötige Sorgfalt mit Aufmerksamkeit zuzuwenden. Die Stempelfarbe muss vor dem Gebrauche stark geschüttelt werden, sie ist nicht auf den Kissenbezug, sondern auf das darunterliegende Kissen in nicht zu großer Menge und zu geeigneter Zeit aufzutragen. Die Einfärbeapparate müssen häufiger durch Abschaben der darauf angesammelten Staub und Faserteilen gereinigt und nach dem Gebrauche verschlossen gehalten werden. Schadhafte oder abgenutzte Hand- und Maschinenstempel sind rechtzeitig instand zu setzten oder zu erneuern. – In Danzig zur Nachachtung empfohlen!

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Danziger Marken mit Raster-Unterdruch

Nachtrag

In dem Beitrag unter obigen Titel in Ausgabe 20 der „Briefmarken-Rundschau“ vom 19. Mai ist versehentlich eine drucktechnische „Verhebung“ stehen geblieben. Es mut im 9.Abschnitt richtig heißen: „erste Ausgabe, grauer Unterdruck, Bogenspitze nach oben rechts (statt links), und die zweite Ausgabe, lila Unterdruck; Spitze nach unten links (statt rechts) gerichtet“.
Im allgemeinen ist bei einzelnen Marken der Unterschied der Rasterfarbe blassgrau, grünlichgrau (mitunter sogar ausgesprochen bläulich) äußerst schwierig, wenn überhaupt feststellbar. Wir glauben daher, dass selbst Spezialsammler, um sonst sehr leicht mögliche Irrtümer zu vermeiden, gut daran tun werden, die einzelnen Nuancen des grauen Rasters in de Sammlung nicht zu berück-sichtigen.
Seit Erscheinen unseres Artikels wurden der Redaktion nun noch verschiedene in der Tabelle fehlenden Provisorien mit Rasterunterdruck vorgelegt, woraus hier hervorgeht, dass nur die 1 Mark-Wert mit blassgrauem Unterdruck, Rasterspitze nach unten ferner derselbe Wert grünlichgrau in beiden Abarten (Rasterspitze nach oben und unten) sowie der 1 ¼-Mark-Wert blassgrau (Raster-spitze nach unten) nicht existieren dürften.
Die 2-Mark-Marke gibt es, wie wir uns nach Vorlage durch Herrn O.St. überzeugen konnten, übrigens ebenfalls mit schwachen Spuren eines doppelten violetten Rasterunterdruckes; sie dürften ebenso selten sein, wie der 2-Mark-Wert, Type 2 blassgrau, den wir heute nachträglich als ebenfalls verausgabt melden können.

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Beforderung der Danziger Flugpostsendungen

In Danziger, aber auch in auswärtigen Sammlerkreisen wurde die Einrichtung der Danziger Post-verwaltung, für die neuen Flugpostmarken einen Flugpoststempel! In Gebrauch zu nehmen, freudig und dankbar begrüßt. Die Postverwaltung gab auch klare Bestimmungen über die Frankatur, die Abgangszeiten und über die Kenntlichmachung der Flugpostsendungen heraus, die von den Sammlern peinlich genau, von den Postbeamten bzw. Angestellten zum großen Schaden der Sammler selber nicht beachtet werden. Diesem Übelstande abzustellen, ist der Zweck dieser Zeilen und ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass die Postverwaltung Abhilfe schaffen wird.
Die Übelstände zeigen sich wie folgt:
Zwei von einem Absender zur Post gegebenen eingeschriebenen Briefe erreichten den Empfänger, der eine Brief mit Flugpoststempel, der zweite mit dem üblichen Danziger Stempel entwertet, trotzdem beide Briefe deutlich durch Rot- und Blaustift als Flugpostsendungen gekennzeichnet und vorschriftsmäßig bei dem Danziger Bahn-Postamt aufgegeben worden waren. Dieses ist bisher in 37 Fällen festgestellt worden. Hierbei wäre zu bemerken, dass den Sammlern durch die falsche Ent-wertung bedeutender Schaden dadurch zugefügt wird, dass solche falsche entwertenden Marken für den Philatelisten wertlos sind. Sehr viele Klagen kommen besonders aus den Danziger Vororten, sowie aus vielen Freistadt-Städten. Die Sammler dieser Orte möchte ich jedoch bitten, nun aber auch nicht zuviel von der Post zu verlangen. Es ist bekannt, dass nur solche Sendungen mit Flug-poststempel entwertet werden, die auf dem Bahnpostamt aufgegeben sind. Zu verlangen, dass nun in allen Orten Flugpostsendungen richt entwertet werden, ist einfach unmöglich, weil dadurch die Sendungen so verspätet würden, dass die Zeitdauer der Beförderung als mit Flugpost geschehen, mit der tatsächlichen Dauer nicht zu vereinbaren wäre. Hier müssen die unter sich einander helfen und ich bin überzeugt, dass jeder Danziger Sammlerfreund ihm übersandte Flugpostsendungen gern und richtig aufgeben wird. Natürlich ist mir eine richtige Ablieferung nur dann möglich, wenn oben genannte Missstände baldigst beseitigt werden. Th. Reimann, Danzig
O. St. Danzig.
Sie schreiben uns; „Ich besitze eine Danziger Zwei-Mark-Marke, ungestempelt mit violettem Raster-Unterdruck. Wie deutlich festgestellt werden kann ist der Raster-Unterdruck zwei mal auf den betreffenden Markenbogen gelangt, und zwar nicht gleichmäßig, sonder so, dass die Linien des einen Druckes mehrfach gegen diejenigen des anderen Druckes laufen. Wie ist eine solche Marke zu bewerten? An und für sich werden ja wohl die Marken mit Rasterdruck in absehbarer Zeit nach dem Ergebnis der Untersuchung über die Richtigkeit der Bögen im Raster überhaupt neu bewertet werden. Nach dem bisher wohl zuverlässigen Katalog für Danziger Marken (D-Katalog von Zeller & v. Neumann) wäre der jetzige Handelswert der normalen 2-Mark-Marke mit violettem Rasterdruck 8,50 Mark“ – Der doppelte Rasterunterdruck ist schwerlich weit interessanter, als die schwachen Spuren des Rasters auf gewissen Marken bzw. die unvollständig abgedruckten Raster. Sein Liebhaberwert ist natürlich schwierig zu bemessen, doch achten Sie vielleicht einmal auf den Preis, den Borek Braunschweig für einen ähnlichen Doppel-Unterdruck (im ganzen Bogen im Besitz der Firma) in seiner neuen Liste ansehen dürfte.

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Wie und weshalb sammle ich Briefmarken

Die Danziger Briefmarkenfirma Holtz & Giebeler hatte die Liebenswürdigkeit, uns einige der auf ihr Preisausschreiben in Nr. 16 der „Briefmarken-Rundschau“ vom 23. April eingelaufenen Aufsätze zur Auswahl und zum Abdruck zur Verfügung zu stellen. Wir bringen heute verändert und unverkürzt den mit dem 3. Preis ausgezeichnete Arbeit eines 15jährigen Schülers und im Anschluss daran das nette Brieflein einer – dreizehnjährigen Lehrerstochter, die nach betonter eigener Angabe schon mit sieben Jahren – „Philatelistin“ war. d.Red.
Unter Sammeln verstehe ich das Zusammensuchen und Zusammentragen der einzelnen Sammel-objekte. Ich beschränke mich nicht nur darauf, mir Marken schenken zu lassen, sondern kaufe auch seltenere Marken, um meine Lücken zu schließen. Der Einkauf von Marken zur Ergänzung einer Sammlung ist für jeden Sammler notwendig, da man untere geschenkten Marken selten etwas Brauchbares findet, und man diese höchstens zu Tauschzwecken verwenden kann. Große Vor und Umsicht mache ich mir zur Pflicht, denn es ist heutzutage einfach widerlich wie gewissenlose Händler die Sammelfreudigkeit und die Unkenntnis der Preise ausnutzen, um ihre Taschen zu egoistischer Weise zu füllen. Mir wird regelrecht übel, wenn ich durch die Straßen Danzigs wandere und in fast jedem Gemüsekeller Marken ausgestellt sehe, die sich größtenteils, wahrscheinlich vor Ärger über die unverschämten Preise, krümmen. Habe ich doch Marken zu folgenden Preisen eingekauft gefunden:
1 Satz Memelgebiet 260 Mark
1 Satz Oberschlesien II 100 Mark usw.
Ist das nicht Wucher? Also solche Marken, wie man sie als bunte Angelhaken überall ausgestellt findet, sammel ich nicht. Ich sammele nur die Marken der Skandinavischen Staaten. Denn nur wenn man sich spezialisiert, kann man seine Sammlung allmählich komplettieren. Nur das Feinste von Feinen, unter genauer Berücksichtigung von Farbe, Stempel und der Zähnung der Marke wird zur Aufnahme in meine Sammlung für würdig befunden. Mit Vorliebe sammele ich Marken in Blöcken und Streifen auf echt gelaufenen Briefen und Briefstücken. Doch nehme ich auch postfrische Marken, soweit sie noch zu einigermaßen annehmbaren Preisen erhältlich sind; denn hier spricht das unfreundliche Fräulein Valuta ein sehr gewichtiges Wort mit. Untergebracht habe ich meine Marken in einem Borekalbum. Zum Befestigen der Marken benutze ich Falze bester Qualität, die derart beschaffen sein müssen, dass sie von den Marken, besonders von den Postfrischen Exemplaren leicht zu entfernen sind, ohne dieselben zu beschädigen.
Nun komme ich zu dem „Weshalb“. – Ja, weshalb sammele ich Briefmarken? Diese Frage zu beantworten ist nicht so einfach. Ich möchte sagen aus Interesse am methodischen Aufbau und aus Freude an den Marken an sich. Kein Sammelsport, seien es Münzen, Möbel oder Bilder, gestattet es, auf so engem Raume Objekte zusammen zu tragen, die von Werden und Vergehen, von Wesen und Wirken fremder Staaten so beredt Zeugnis ablegen wie gerade Briefmarken. Aber nicht nur rein ideelle Gründe machen das Markensammeln so anziehend, sondern auch materielle. Kein Sammel-gebiet hat einen so festen internationalen Marktpreis wie gerade die Briefmarke. Und es ist keine leere Redensart, wenn man sagt, das das Sammeln von Briefmarken eine gute Kapitalanlage ist. Die guten alten Marken, wie z.B. die Sachsen 3 Pfennig rot, sind besser als Gold; denn hätte ich mir 500 Mark in Gold gespart, so hätte ich, wenn ich es heute verkaufen würde cirka 15 000 Mark; bei der Sachsen 3 Pfennig, bei einem Einkauf von 500 Mark, wie ich vor sechs Jahren jederzeit zwei Exemplare dafür hätte bekommen können, 30 000 Mark. Also 15 000 Mark mehr. Zum Schluss möchte ich noch bemerken, dass es schade ist, dass hier in Danzig kein Verein für uns junge Sammler existiert; denn manch einer, der nicht recht weiß, wie er das Sammeln betreiben soll und so wahl- und ziellos zu Wucherpreisen Marken zusammenkauft, könnte dadurch viel Geld sparen und die Freude am Sammeln vertiefen. Heinz Müller, Danzig-Langfuhr Ich habe schon Briefmarken vor meiner Schulzeit gerne gehabt. Mein Vater hatte eine Briefmarken-sammlung und schenkte mir diese zu Weihnachten. Das sind jetzt schon 6 Jahre her. Onkel Johann war in einer Kolonie und hat uns viele Marken geschickt. Vater sagt, von den Marken kann man Geographie aber auch Geschichte lernen und das ist wahr. Ich weiß durch die Marken viel von den anderen Ländern. Vater erklärt mir jede Marke und ich höre ganz gern von anderen Ländern und anderen Menschen; deshalb sammle ich schon über sechs Jahre. Wenn mir Religion haben, weiß ich viel vom Heidentum zu erzählen; denn ich habe einen Bogen japanischer Briefmarken; da sind Götzenbilder und japanische Buchstaben drauf, die kann ich aber nicht schreiben. Geschichte hatte ich auch dabei gelernt. Ich habe noch Marken von Preußenkönigen; denn der König von Preußen wurde erst 1871 deutscher Kaiser. Es gibt auch Länder, die keinen Fürsten haben; diese nennt man Republik. Die Briefmarken erzählen mir auch, welches Land eine Republik ist. Die Marken, die ich jetzt sammle, werden von der Geschichte erzählen, wenn ich werde alt sein. Ich sammle auch, damit die jüngeren Menschen von den Marken das lernen, was ich gelernt habe. Ich habe Bekannte, die sammeln nur, um die Marken zu verkaufen. Ich tausche auch Briefmarken und habe auch schon verkauft, um mir andere zu kaufen. Ich habe mir auch schon etwas erspart. Jeden Donnerstag freue ich mich; da bringt Herr H., der mir Klavierunterricht gibt, die „Briefmarken-Rundschau“ der Danziger Zeitung mit. Da las ich das Preisausschreiben und habe hiermit geschrieben, warum ich sammle. Irma Rottke, Katzke beiGr. Trampken

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Danzig

Die endgültige Briefmarkenreihe für das Gebiet der Freien Stadt Danzig, die dauernd an Stelle der bisherigen Provisorien und der Verfassungsausgabe treten wird, soll, wie die Redaktion der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ erfährt, voraussichtlich in den ersten Junitagen zur Ausgabe an den Postschaltern gelangen. Der Entwurf stammt von einem bekannten Danziger Künstler und wird das Danziger Wappen mit den Löwen als Schildhalter zeigen. Die Reihe soll eine ganze Anzahl verschiedener Werte, wie sie durch die neuen Portoerhöhungen erforderlich geworden sind, umfassen und in zwei Farben gedruckt werden. Alles Nähere über die einzelnen Werte usw. bringen wir in einer der nächsten Ausgaben der „Briefmarken-Rundschau“.

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Danziger Marken mit Raster-Unterdruck

II. Lila Unterdruck

Am 1. November erschien die lila-Raster. Vorhanden ist dieser auf allen Werten mit der Spitze nach unten, ebenso mit der Spitze nach oben, sehr selten ist aber 1-Mark-Wert letzterer Type. Die Verteilung ziemlich gleichmäßig zu sein, denn bei den Werten 1 ¼, 2, 3, 10 Mark fanden sich bei einem Händler z.B. je 10 Bogen von denen je 5 mit der Spitze nach unten, je 5 Bogen mit der Spitze nach oben zeigten. Anders ist es bei 5 Mark. Davon sah man anfangs nur Spitzen nach oben, und erwähnter Händler besaß auch nur 10 Bogen davon.
Wenn die O.P.D. (siehe „B.R.“ vom 10. März sagt, dass die Post erst durch die „Briefmarken-Rundschau“ von den verschiedenen Stellungen des Rasters erfahren habe, und dass die Postverwal-tung daran unschuldig ist, so ist das sicherlich richtig; es ist damit aber auch nicht bewiesen, dass die Verschiedenheiten nicht absichtlich Mache sind. Wenn kann mit Sicherheit sagen, so nicht bei der Firm Sauer philatelistische „begabte“ leite waren, die so etwas aus eigener Machtvollkommen-heit geschaffen haben. Jedenfalls scheint bei dem letzten Drucken, nachdem die Postverwaltung einmal darauf aufmerksam geworden war, in den Druck des Rasters ein Schema gekommen zu sein und ab 1. November herrschte nicht mehr vollständige Anarchie, sondern es erscheinen z.B. 1. Mark auf 30 Pfennig und 1 ¼ Mark, Unterdruck lila, Spitzen nach links unten. Dann folgten aber die 2-, 3- und 5 Mark-Werte, Unterdruck lila mit den Spitzen nach rechts oben, und schließlich die 10 Mark, lila Unterdruck mit den spitzen wieder nach links unten.
Was übrigens den lila Rasterunterdruck betrifft, so konnte man bei den Marken des Einmarkwertes Stücke mit Unterdruckspitzen nach rechts oben erst in der ersten Hälfte des März dieses Jahres trotz vorherigen eifrigen Suchens feststellen. Es tauchten nämlich zu dieser einige Zwanzigerstreifen bestehend aus den beiden untersten Bogenecken von Einmark-Markenbogen auf, bei denen durch Bruch der untersten Klischeereihe des Umwertungsüberdruckes bisher nicht mehr auf dieser Reihe eine gerade waagerechte, sondern eine gebrochene, dachförmige Linie zeigte. Bei Betrachtung eines solchen Zwanzigerstreifens wurde auch entdeckt, das bis dahin angezweifelte Vorkommen von Marken des Einmarkwertes mit lila Unterdruck mit nach rechts oben gerichteten Unterdruckspitzen. Eine Nachfrage bei dem Verkäufer dieser Streifen brachte dann auch die durch bereits erfolgten Abreißen der Zwanzigerstreifen verkleinerten Bogen in den Verkehr. Einmarkmarken mit dieser Unterdruckspitzeneinrichtung mit lila Unterdruck sind recht selten; es dürften etwa 20 Bogen in den Verkehr gelangt sein.
Bei den übrigen Werten der Marken mit lila Rasterunterdruck verteilen sich beide Spitzenrichtungen gleichmäßiger so dass man hier einen Unterschied in der Bewertung beider Richtungen schwierig machen kann. Wir möchten aber mit ziemlicher Gewissheit annehmen, dass bei dieser zweiten Auflage mit lila Raster der 2-Mark-Wert (Spitzen nach rechts oben) sowie der 5-Mark-Wert (Spitzen nach links unten) die „selteneren“ sind.
Im Oktober 1920 gelangen an den Postschaltern auch etwa 200 Bogen des Einmarkwertes zum Verkauf, bei denen der Rasterunterdruck ganz fehlt. Diese Marken verdanken ihr Dasein einem Versehen in der Druckerei. Sie sind amtlich in der Druckerei nicht bestellt, haben aber ihres selteneren Vorkommens wegen einen höheren Handels- und Sammlerwert, der auf das Fünffache der Einmarkmarken mit grauem Unterdrucke zu bemessen sein dürfte. Sie sind als ausgesprochene Fehldrucke zu betrachten.
Entstanden durch drucktechnische Unaufmerksamkeit, kommt das gänzliche, aber teilweise Fehlen des Rasterunterdrucks auch bei einzelnen Marken bzw. Blockstücken der übrigen Markenwerte vor. Es sind bloße Zufälligkeiten. Während aber einzelne Bogen des Einmarkwertes die Rasterdruck-maschine überhaupt nicht durchlaufen haben oder auch zwei Bogen versehentlich übereinander liegend, zugleich durchgelaufen sind (daher dann der obere Bogen ohne Unterdruck blieb), scheinen einige andere Bogen sämtlicher Werte diese Maschine wohl passiert zu haben. Jedoch dürfte die Farbe auf der Farbewalze zu hart und trocken gewesen sein; aber es sind andere Druckzufälligkeiten eingetreten, denn man trifft größere Blockstücke sämtlicher umgewerteten Marken an, bei denen die Sichtbarkeit des Rasterunterdruckes verschieden ist, deren Aufzählung jedoch zu weit führen würde.
Sind keine Spuren des Rasterunterdruckes zu bemerken, so haben solche Stücke immerhin einen Kuriositätswert, doch kann selbst der Spezialsammlung in seiner Kollektion ruhig entbehren. Ihr Entstehen kann folgenden Grund haben: Ein Papier kann sich zufällig teilweise auf die Farbewalze aufgewickelt haben, diese zum Teil bedeckend. Wird nun aus Unachtsamkeit der folgende Bogen in die Maschine eingelegt bevor die Farbewalze gereinigt und neu mit Farbe versehen wurde, so konnte naturgemäß der Drucksatz von der mit Papier bedeckten Stelle der Farbenwalze keine Farbe erhalten, daher auch keine Farbe auf die entsprechenden Stellen des eingelegten Bogens übertragen werden und der Unterdruck dort fehlt.
Es kommen auch, jedoch äußerst selten, Stücke mit doppelten Rasterunterdruck vor. So meldete z.B. die Firma Borek in Braunschweig den Besitz eines ganzen Bogens des Fünfmarkwertes mit doppelten lila Rasterunterdruck. (Siehe Danziger Briefmarken-Rundschau Nr. 28/1920).
Nach der obigen Feststellungen scheint nur der 1-Mark-Wert beider Ausgaben einheitlich durchge-druckt zu sein, und zwar die erste Ausgabe, grauer Unterdruck Bogenspitzen nach oben links, und die zweite Ausgabe, lila Unterdruck, Spitzen nach unten recht gerichtet. Dies dürfte wohl, wie uns Herr O.St. Danzig schreibt, darauf zurückzuführen sein, dass man hier die von Berlin mit Überdruck gelieferten Marken genommen hat (30 Pfennig-Wert), dies jedenfalls von Berlin aus in guter, gleichmäßiger Verpackung geliefert wurden. Bei all den anderen Werten handelt es sich vermutlich um Restbestände, die in Danzig lagerten oder bei den Postämtern des Freistaates zur Einziehung kamen und daher anscheinend kreuz und quer gelegen haben, als sie zum Überdruck gelangten. Den Hauptteil der Marken werden wohl die auf der Oberpostdirektion noch lagernden Bestände abgegeben haben, und diese dürften dann das Gros der in einer Richtung bedruckten Bogen gebildet haben. In weniger eingezogene Bogen, desto weniger Abweichungen!
Es ist übrigens interessant festzustellen, dass die 1-Mark-Werte nicht weniger als fünf Druckvor-gängen unterworfen wurden: 1. und 2. der zweifarbige Druck der deutschen 30-Pfennig-Marke, 3. der in Berlin hergestellte Aufdruck „Danzig“, 4. der Rasterunterdruck und 5. der Stern-Aufdruck „Mark 1 Mark“.
Der größeren Übersichtlichkeit halber bringen wir zum Schluss eine von Herrn P.R. Danzig, entworfene und von der Redaktion ergänzte Aufstellung in Tabellenform in der die Kreuze die bisher festgestellten Abarten bezeichnen.
Rasterverschiedenheiten                                              I                      II
bei Danzig III                                                               Rasterspitzen nach
.                                                                                               oben               unten
1,- Mark      a) blassgrau                                                 X
.                      b) grünlichgrau
                     c) lila                                                                  X                        X
1 ¼ Mark   a) blassgrau                                                  X                        X
.                      b) grünlichgrau                                           X                        X
.                      c) lila                                                                  X
2,- Mark     a) blassgrau                                                   X
.                     b) grünlichgrau                                                                       X
.                      c) lila                                                                  X
3,- Mark     a) blassgrau                                                   X                        X
.                     b) grünlichgrau                                             X                        X
.                      c) lila                                                                   X
5,- Mark     a) blassgrau                                                    X                        X
.                     b) grünlichgrau                                             X                        X
                     c) lila                                                                   X
10,-Mark   a) blassgrau                                                     X                        X
.                     b) grünlichgrau                                              X                        X
.                     c) lila                                                                     X

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Danziger Marken mit Raster-Unterdruck

I. Grauer Unterdruck

Rasterunterdruck ist bekanntlich der technische Ausdruck für den feinen wellenförmigen Unter-druck, der sich den Markwerten der „Sternausgabe“ und der „Danziger“ (III.) Ausgabe befindet. Dieser Rasterunterdruck der zuerst in blassgrauer, dann in grünlichgrauer und später aus technischen Gründen in lila Farbe erschien, sollte einen sicheren Schutz gegen Fälschungen bieten; ob er nun wirklich das Fälschen der mit einem solchen Unterdruck versehenen Marken sehr erschwert, ist eine Frage, die man nicht unbedingt bejahen möchte.
Die Tatsache aber, dass über das Vorkommen dieses Unterdruckes auf den verschiedenen Werten noch allgemein große Unklarheit herrscht und auch die in Spezialkatalogen und der Fachliteratur bisher veröffentlichten Angaben darüber unvollständig oder gar falsch sind, lässt sich nicht ableugnen. In diesem Dunkel einmal Licht zu schaffen, ist vor allem Aufgabe der Danziger „Brief-marken-Rundschau“. Die Redaktion der letzteren hat sich daher an die besten einheimischen Kenner der Danziger Marken gewandt und dankt es auch der liebenswürdigen Bereitwilligkeit und Mitarbeit dieser Sachverständigen – der Herren M.G., A.H., P.R., Fr.v. N., O.St., H…tz -, wenn sie heute in der Lage ist, zusammenfassend die philatelistischen Welt sachgemäß über dieses schwierige Gebiet zu unterrichten.
Aufmerksamen Beobachtern ist es nicht entgangen, dass die Spitzen des Rastunterdruckes einmal nach oben, das andere Mal aber nach unten zeigen. Die Markwerte mit Raster erschienen zuerst am 20. August 1920, und zwar war die Farbe des Rasters meist ein ganz zartes Blassgrau, das bei schwachen Drucken für das unbewehrte Auge leicht verschwand. Es wurden zuerst am 20. August 1920 herausgegeben:
1 Mark, auf 30 Pfennig, Unterdruck graugrün, Spitzen nach rechts oben;
2 Mark, Raster mehr blaugrau;
3 Mark, Raster blassgrüngrau;
5 Mark, Raster blassgrüngrau, und
10 Mark, Unterdruck grüngrau.
Da dieser Aufdruck sehr wenig erkennbar war, hat man wohl beim Weiterdrucken die Farbe etwas kräftiger gemischt, vielleicht ist die Änderung aber auch unbeabsichtigt entstanden. Bei diesen neuen Drucken, eine von Anfang September, zeigten sich zum ersten mal verschiedene Stellungen des Rasters; gefunden wurde der grüne Raster bei allen Werten, mit Ausnahme von 1 und 2 Mark. Von 2 Mark wurden jedenfalls beim ersten Drucke große Mengen gedruckt, und da die Marken für die Frankatur bei den damaligen Portohöhen wenig gebraucht wurden, blieben sie abgesehen von dem, was die Sammler kauften, liegen. Ein neuer Druck kam aber nicht in Frage.
Bei de 1 Mark liegt es vielleicht an dem wachsfarbenen Papier, dass der grüngraue Ton nicht recht erkennbar hervortritt. Spitze nach oben ist festzustellen bei grüngrau 1 ¼, 3, 5 Mark – Spitze nach unten 1 ¼, 3, 5, 10 Mark.
Die Spitzen des grauen Rasterunterdruckes zeigen, wie gesagt, in der Regel nach rechts oben; jedoch gibt es auch (mit Ausnahme des 1-Mark-Wertes) zahlreiche Bogen – etwa 1/5 der Gesamtzahl der Bogen mit grauen Unterdrucke -, bei denen die Spitzen nach links unten gerichtet sind. Diese Abweichung von der Regel verteilt sich im allgemeinen ziemlich gleichmäßig auf alle Werte. Die „selteneren“ sind jedoch wohl 2 Mark und 3 Mark, Spitzen nach links unten, und 5 Mark, Spitzen nach rechts oben.
Eine Ausnahme, wie schon erwähnt, machen die Marken des 1-Mark-Wertes. Es ist trotz vieler aufgewendeter Mühe noch nicht einwandfrei gelungen, eine Marke dieses Wertes mit grauem Unterdrucke mit nach links unten gerichteten Spitzen zu Gesicht zu bekommen. Man darf daher wohl behaupten, dass es diese Marke nicht gibt.

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Was war vor den Briefmarken?

von
Dr. Lierau, Danzig

Da liegen sie vor mir, die altersgrauen oder vergilbten Briefe aus unserem Osten, auf starkem, gerippten Papier – ähnlich unserem heutigen Büttenpapier, nur weit besserem als dieses. Sie sind weit über 100 Jahre alt. Ihre Schreiber deckt alle der kühle Rasen. Auch sie haben einen Niedergang unseres Vaterlandes ohnegleichen erlebt, aber doch nicht im entferntesten so furchtbar und schmachvoll wie wir. Und welch ein Aufstieg folgte danach! Glückliche, beneidenswerte Menschen!
Die ältesten meiner Briefe stammen aus den Jahren 1780. Es sind Briefe an Private und amtliche Schreiben an Behörden und Private. Briefumschläge sind noch unbekannt. Die letzte unbeschriebene Seite des kunstvoll gefalteten und gesiegelten Schreibens trägt die Anschrift. Die Schreiben an Behörden tragen die Aufschrift „An Roi“ in zierlicher Schnörkelschrift. Dass folgt die nähere Adresse „Zum Departement E. Königl. höchstverordneten Regierung á Marienwerder.“ Einige Briefe tragen den Vermerk „Per Schnellpost“ oder cito, ciitssime, citissine si place etc. und links unten: Hierbei ein Paquet worin 2 orig. Oblig. über 14 900 Mark und 10 000 Mark. Darunter wieder der Betrag des Portos, häufig in roter Tinte: „franco 18“ (Silbergroschen). Später (1810 wird die Aufschrift „An Roi“ ersetzt durch „An des Königs Majestät“ und die Frankatur heißt: „frey 9“ (Silbergroschen). Auch Postvorschuss wird genommen. Oder das Schreiben begleitet eine Geld-sendung: Hierbey 2 Fässer mit R8: 2000: und ein Beutel mit R8: 184: signiert B.C. (1790)“. Die Fässer wiegen „10 Pfund 17!“ (Loth). Auf der Rückseite begegnet mir schönen Siegeln. Alle polnischen Aufschriften kann ich leider nicht entziffern.
Vom Jahre 1813 ab (nach Friedrich Wilhelm Thalmann – Potsdam) begegnen wir den ersten Vorläufer unserer Briefmarkenstempel, dem einzeiligen Langstempel. Dieser Stempel bezeichnet nur den Abgangsort, und zwar in lauter großen lateinischen Buchstaben. Mir liegen vor: Dirschau, Mewe, Neuteich. Vom Jahre 1817 ab ist der Langstempel zweizeilig, oben steht der Abgangsort, darunter das Datum (ohne Jahreszahl, die aus dem Schreiben festzustellen ist), z.B.

(hier folgt die Abbildung eines zweizeiliger Stempels von Elbing 26. MART.
(Mart. = Martis, März.) Die Residenz in Berlin zeigt einzelne Briefe mit einem in Kursivschrift gehaltenen Stempel „Nach Abgang der Post“, während die Provinzstädte z.B. Dt.Crone, dies „nach Abgang der Post“ nur handschriftlich vermerken. An 40 verschiedene Orte des Ostens zeigen sämtlich diesen zweizeiligen Langstempel, der aber, wie alle diese Vorläufer-Stempel bis zum Jahre 1850, dem Einführungsjahre der Briefmarken in Preußen, nie die Jahreszahl trägt. Die Briefe wurden durch Briefträger ausgetragen, wie aus folgender Aufschrift hervorgeht: „Empfänger nicht zu Hause. Abromowski (Briefträger).“ Manche Briefe sind mit zahlreichen Löchern in regelmäßigen Abständen versehen, sie sind desinfiziert, kamen aus verseuchten Orten und tragen verschiedene Arten von „Sanitätsstempeln“. Sehr interessant ist ein roter, zweizeiliger Langstempel Plock auf der Rückseite mit dem Stempel Thorn als Durchgangsstempel und einer mit zwei Stempeln: Lyck und Leyny.
(Hier folgte die Abbildung eines Zweikreisstempels von Marienwerder vom 3.4.)
Im Jahre 1820 hat Marienwerder einen sehr großen Doppelkreisstempel herausgebracht, der neben anderen etwas 8 Jahre herläuft. Zwischen den beiden Kreisen steht in sehr großen Buchstaben den Ort; von dem inneren Kreise ist ein Stück herausgebrochen, um Platz zu schaffen für die mächtigen Zahlen des Datums.
Diese Stempel sind recht selten. Es folgen dann von 1825 wieder zweizeilige Langstempel, aber mit dem Datum nur in Zahlen. Auch diese liegen mir von vielen Orten des Ostens vor, z.B. Chodziesen 10.4.36), dem deutschen Kolmar in Polen. Kowalewo (Schmiedenau in Posen), Stuhm 1830), Zoppot (1838) usw.
Neben diesen Formen taucht im Jahre 1624 ein höchst merkwürdiger Stempel auf, der nach seiner eigentümlichen Form Nierenstempel genannt wird. Er stammt aus Braunsberg, Bromberg, Danzig, Königsberg, Konitz, Marienwerder (zwei Formen) usw.
Hier folgt die Abbildung eines Nierenstempels von Danzig
Seit Anfang der 30er Jahre tragen die Briefe, die Pakete begleiten, außer dem Ortsstempel noch den großen schwarzen, später roten Doppelkreisstempel mit der Umschrift H.P.K. Packkammer-Exped. Gleichzeitig zeitig auf der Rückseite des Briefes ein kleiner Ausgabestempel
Hier folgt die Abbildung einer dieser möglichen Stempel)
zu erscheinen, der Schlüsse zulässt über die Zeitdauer der Reise des Briefes. Seit 1827 beginnt dann der kleine Einringstempel alle übrigen zu verdrängen, der auch nur neben dem Ortsnamen das Datum in Zahlen untereinander trägt.
Hier werden drei Einkreisstempel von Danzig und zwei verschiedene von Marienwerder)
Er ist sehr klein und gefällig. Übrigens haben wir heute noch nicht das hohe Porto der damaligen Zeit erreicht. Ein Brief von Kulm nach Königsberg kostete 12 ½ Silbergroschen, von Karthaus nach Königsberg 8 von Lyck nach Königsberg 7 Silbergroschen. Die desinfizierten Briefe sich nicht mehr durchlocht; sie tragen einen Kastenstempel mit der Inschrift: „desinfiziert Kgl.Pr. Regierung zu Marienwerden“. Marienwerden zeichnet sich durch einen unten abgeschnittenen Einringstempel aus (siehe oben).
Seit 1829 trägt dieser kleine Einringstempel unmittelbar hinter dem Ort auch noch die Tageszeit,
(Hier folgt die Abbildung eines entsprechenden Stempel aus Danzig)
seit 1836 etwa die Stempel nicht hinter dem Ort, sondern unter dem Datum.
Gleichzeitig werden die Rundstempel immer größer erscheinen in verschiedenen Buchstabentypen und werden abgelöst von Doppelringstempeln.,
(Hier folgt die Abbildung eines Zweikreisstempels von Marienburg)
die nun wieder alle Stufen durchlaufen: ohne und mit Tagesstunde und Tageszeit. Auch hier hat Marienwerder wieder die größten Dimensionen. Sie leiten hinüber zu den Ringstempeln auf Brief-marken, wie wir sie heute sehen, und laufen neben den vielen Abarten von Kastenstempeln her, die 2. auch 3zeilig noch bis heute in Gebrauch sind.
Alle diese vorphilatelistischen Abstempelungen bilden nebst der Frankatur die Vorläufer unserer Briefmarken; sie vervollständigen eine Briefmarkensammlung auf das glücklichste, und ohne sie wäre eine Spezialsammlung Danzig z.B. nicht vollständig zu nennen
Einer unserer Zoppoter Abonnenten übermittelt uns die nachfolgenden beiden Anfragen, die mir hierdurch im allgemeinen öffentlichen Interesse der zuständigen Behörde zur Berücksichtigung unterbreiten. Er schreibt:
1. Wen gehören die zur Frankierung benutzten Marken, dem Absender, Empfänger, oder der Post? In den beiden ersteren Fällen müsste es doch entweder dem Absender oder dem Empfänger erlaubt sein, die Marken von den Postanweisungen, Postpaketadressen usw. nachdem sie ihren Zweck erfüllt haben, abzulösen. Dies ist jedoch nicht statthaft. Was macht aber die oft mit diesen Marken?
2. Ferner erbitte ich Bescheid, ob und seit wann bei der Post eine Verfügung besteht, nach der Überfrankierte Briefe von der Abnahme auszuschließen sind? Ich hatte einen Brief nach Lugano, dessen Frankatur (eingeschrieben durch Eilboten) 4,60 Mark betrug, am 21. April bei dem Postamte neben dem Hauptbahnhofe, frankiert mit einer 5-Mark-Marke aufgegeben. Die Annahme wurde jedoch wegen Überfrankatur verweigert.

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Etwas uber Farbenbezeichnung in der Philatelie

Bekanntlich gibt es Menschen, die Farbenblind sind. Die Farbenblindheit kann nun vollständig sein, wobei alles grau erscheint, aber partiell nur für gewisse Farben blau-gelb, rot-grün. Aber auch bei anderen, die von Natur nicht so stiefmütterlich bedacht worden sind, stößt die richtige Bezeichnung einer Farbe manchmal auf recht erhebliche Widerstände. Die Farbenchemie in der bekanntlich Deutschland eine monopolartige Stellung inne hat, hat für die Farben wissenschaftliche chemische Namen; der Maler, der die Farben bearbeitet, benutzt meistens ebenfalls die chemischen Namen. Würde man den Briefmarkensammlern einen Katalog mit solchen Farbenbezeichnungen vorsetzen, so würden wohl die wenigsten etwas damit anzufangen wissen.
Für die Briefmarken benutz man daher viel einfachere Bezeichnungen, aber auch bei dieser Verwendung gibt es noch Verwirrung genug. Vor einigen Tagen erstand ich mir den Danziger Briefmarken-Katalog. Ich möchte nur einige Farbenbezeichnungen daraus herausgreifen. So soll Danzig I 20 Pfennig lilablau, 2,50 Mark purpurlilarot, die Umrandung der Kogge 5 Mark tiefschwarz, die Mitte von 10 Mark olivschwarz, der Raster bei Danzig III soll violettblau (in Anzeigen liest man manchmal auch violettrosa) sein. Herr Ebel in Rössel hat über die sog. Gedenk- und Siegesmark von Allenstein einen Artikel veröffentlicht unter den Titel „Die berühmte Rotviolette“. Damit sind wir auch schon bei der Farbe angelangt, gegen deren Namen am meisten gesündigt wird: violett-purpurlila.
Was ist Purpur? Eine Farbe, die schon im grauen Altertum bekannt war und damals aus den Absonderungsprodukten der Purpurschnecken (murex) gewonnen wurde, heute durch Mischung gleicher Teile blau und rot zu gewinnen ist. Machen wir nette Mischungen, nehmen aber stufenweise immer weniger rot, so erhalten wir die Farben: purpurviolett – violett – blauviolett – violettblau und schließlich das reine Blau. Verringern wir nach und nach die die beigefügte Menge von Blau, so sich die Farben purpurlila – lila – rotlila – lilarot und endlich die reine Rot. Ein Lilablau, Violettrosa und rotviolett treffen wir in unsere Skala nicht an.
Die Bezeichnungen sind unlogisch. Die oben erwähnte 20 Pfennig ist also violettblau oder blauviolett (beide Schattierungen kommen vor), die 2,50 Mark ist rotlila in zwei Helligkeitsgraden (diese Farbe ist m.W. nur in der ersten Zeit am Schalter verkauft worden und ist, wie beim Saargebiet, die weit seltenere), und lilarot wieder in zwei Helligkeitsgraden, von denen vielleicht der dunklere purpurlila genannt werden kann. Purpur ist also eine Mischfarbe rot-blau; überwiegt blau, so nennt man sie violett (veilchenfarbig), überwiegt rot, dann lila (fliederfarben). Das lateinische Wort viola heißt das Veilchen und das französische le lilas der Flieder. Wer sich diese beiden Begriffe einprägt, kann die Farben nicht mehr verwechseln.
Nun, wie ist es mit den anderen Farben? Es gibt drei Grundfarben: blau – gelb – rot. Die anderen Farben können wir durch Mischung erhalten. Mischt man blau – gelb, so erhält man grün. Ja nachdem man mehr oder weniger blau oder aber gelb zugibt, erhält man folgende Stufenreihe: blau – grünblau – blaugrün – grün – gelbgrün – grüngelb – gelb. Aus einer Mischung rot – gelb ergib sich die Farbenskala rot – orangerot – rotorange – orange – gelborange – orangegelb – gelb.
Nun fehlt noch weiß und sein Gegenteil Schwarz. Physikalisch nennen wir den Körper weiß, der alle farbigen Bestandteile des Sonnenlichtes in gleichem Verhältnis unregelmäßig zurückwirft. Schwarz, wenn gar keine Strahlen zurückgeworfen werden, grau, wenn der Körper von allen Strahlen des Sonnenlichtes in dem selben Verhältnis eine größere Menge absorbiert, farbig, wenn nur gewisse Strahlengattungen zurückgeworfen werden.
Weiter gibt es noch sog. unreine Farben, wie braun, oliv, schiefer.
Mit diesen Farben kann vielleicht der Allgemeinsammler auskommen, nicht aber der Spezialist. Krieg und Umsturz hat uns aber eine solche Unmasse neuer Marken gebracht, dass die meisten Sammler, wenn sie irgend etwas Vollständiges zusammenbringen wollen, sich spezialisieren müssen. Nun hat der Krieg nicht nur in den Ententestaaten, sondern auch in Deutschland selbst oft Knappheit an bestimmten Farben entstehen lassen. Während die Germaniamarken 18 Jahre lang ohne nennenswerte Unterschiede immer im gleichen Farbenton erschienen sind, war es während des Krieges oft unmöglich, die benötigten Farben in der gleichen Güte und in der gleichen Zusammen-setzung zu liefern. Die Folge dessen waren alle möglichen Farbtöne, die der Spezialist alle zusammenzubringen sucht.
Um aus auch für alle diese Töne Bezeichnungen zu haben, benutzt man „hell, blass, matt, fahl, trüb, schmutzig,“ oder etwa „lebhaft, tief, satt“.
Außer diesen Bezeichnungen haben sich nach eine Reihe anderer, in den Briefmarkenkatalogen eingebürgert, die zum Teil eine den drei Reichen der Natur entlehnt sind, wie: lachsfarben, rehbraun, kirschrot, grasgrün, moosgrün, maigrün, kastanienbraun, ziegelrot, kupferrot, smaragdgrün, Stahlblau, schieferfarben, oder vom Küchenzettel, wie: milchblau, rahmfarben, fleischfarben, blutrot, weinrot, kaffeebraun, schokoladenbraun; auch Feuer, Wasser, Luft und Erde müssen mit ihren vorherrschenden Farben herhalten, wie feuerrot, wasserblau, himmelblau, erdfarben.
Einige Farben haben die Philatelisten auch von den Chemikern entlehnt, wie z.B. ultramarin, preußischblau, indigo und zinnober.
Außer den angeführten Farben gibt es in den Katalogen noch eine große Menge, doch genug damit. Die allzukleinen Unterschiede, die man heute manchmal herausfinden will, stand ja auch meist nur an großen Blockstücken oder ganzen Bogen festzustellen. Trennt man die einzelnen Marken los, so verschwinden diese zarten Unterschiede fast ganz. Trägt die Marke noch einen starken Stempel und hat ein paar Mal ein Wasserbad mitgemacht oder in der Sonne gelegen, so sind überhaupt keine Unterschiede mehr festzustellen. L.D.

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Danzig

Wie von uns bereits angekündigten und in Ausgabe 17 abgebildeten Danziger Flugpost- Marken sind nun am Dienstag, den 3. Mai erstmalig an den Postschaltern zur Ausgabe gelangt. Zähnung 14. Werte bis 2 Mark in Reichsformat. Wir verzeichnen also der noch nicht gemeldeten Farben halber:
Flugpostmarken:
40 (Pfennig) blaugrün;
60 (Pfennig) lila;
1 Mark karmin;
2 Mark hellbraun;
5 Mark (großes Format 33 zu 23 Millimeter) blauviolett
Der Druck der 2-Mark-Werte,die in der gewählten braunen Farbe überhaupt unschön wirken, ist auf vielen Bögen stark verkleckst und mitunter in den Inschriften „Flugpost“, Freie Stadt und der Wert-bezeichnung direkt unleserlich ausgefallen.

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Das letzte Danziger Provisorium

Die Ausgab eines wegen der erhöhten Briefportosätze und mangels genügender entsprechender Werte notwendig gewordenen neuen Provisoriums, einer Freimarke zu 60 Pfennig steht, wie wir erfahren, unmittelbar bevor. Dieses Provisorium wird nun bestimmt die letzte Überdruckmarke sein, die man hier vor Erscheinen der neuen endgültigen Danziger Marken herausbringt. Die nun viel zur Frankierung gebrauchte 60-Pfennig-Marke ist geschaffen durch Umwertung der deutschen Germania-Marke zu 75 Pfennig mit dem bordeauxroten Aufdruck Danzig eines jetzt weniger benötigten Wertes, von dem noch größere Vorräte vorhanden waren. Der Überdruck der neuen Wertziffer 60 steht oben in der Mitte der Marke im blauschwarzer Farbe. Die ursprüngliche Wert-ziffern sind durch je drei Striche ebenfalls in blauschwarzer Farbe ausblockiert.

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Grundzuge des Poststrafrechts

von
Fritz Grube, cand. Jur., Danzig
Die Markendelikte

Unter Poststrafrecht versteht man den Inbegriff der Vorschriften, die dem Staate die Befugnis verleihen, Vergehen und Übertretungen, die auf dem Gebiete der Postverkehres begangen werden, zu verfolgen und durch Strafen zu vergelten. Der ganze Komplex postalischer Delikte zerfällt in drei Gattungen, und zwar in die sogenannte Markendelikte, die Postkonventrationen und die Postdafrautationen, die getrennt zu behandelt sind. Als Markendelikte betrachtet man den Kreis der strafbaren Handlungen,die im Bereich des Postwertzeichenverkehres vorkommen können. Auch Stempelmarken und Stempelabdrücke fallen unter den Sammelbegriff der Marken, müssen hier jedoch außer Betracht bleiben.
Kaum hatte im Laufe der vierziger Jahre des vorigen Jahrhunderts die erste Emission von Postwert-zeichen in den deutschen Staaten stattgefunden, als auch bereits nach kurzer Zeit die ersten Fälschungen auftauchten. Diese wurden zunächst lediglich zum Schaden der Postbehörden ausge-führt und zu Posthinterziehungen benutzt. Besondere Strafandrohungen für diese Fälle waren in den älteren Gesetzen naturgemäß nicht vorhanden. Da zudem die Zahl der Fälschungen eine ständig zunehmende Tendenz zeigte, sah man sich im Jahre 1851 bei der damaligen Redaktion des damaligen neuen preußischen Strafgesetzbuches veranlasst, eine spezielle Strafbestimmung einzu-führen, wonach die Anfertigung von unechten oder die Verfälschung von echten Postfreimarken oder gestempelten Briefkuverts mit Gefängnis nicht unter 3 Monaten, sowie – was besonders hervorgehoben zu werden verdient – mit zeitiger Untersagung der Ausübung der bürgerlichen Ehrenrechte bestraft wurde. Die gleiche Strafe hatte derjenige verwirkt, der wissentlich von falschen oder verfälschten Postfreimarken Gebrauch machte.
Die immer wichtigere Rolle, die das Postwertzeichen im Zeitalter des Verkehres zu spielen begann, erheischte bald eine neue, erweiterte und spezielle Regelung der ganzen Materie, da die wenigen generellen Bestimmungen den komplizierten Verhältnissen des modernen Verkehres nicht zu genügen vermochten. Bei der Abfassung des geltenden Reichsstrafgesetzbuches vom 15. Mai 1871 wurde daher ein ausgedehnter krimineller Schutz der Postwertzeichen aufgenommen, wie er im folgenden näher beschrieben ist.
Bei der Regelung der strafrechtlichen Behandlung der Briefmarke kamen zwei Interessentengruppen in Frage, die Postbehörde einerseits und die Philatelisten und Briefmarkenhändler andererseits. Trotzdem die Gruppe der letzteren schon seit den sechziger Jahren erhebliche Ausdehnung gewonnen hatte, sah man keine Veranlassung, den durch die einschlägigen Bestimmungen normierten Briefmarkenschutz auch auf sie auszudehnen. Die in Betracht kommenden Paragraphen 275, 276 und 384 StGB sind vielmehr lediglich im fiskalischen Interesse gegeben, d.h. sie schützen allein die Postbehörde, nicht auch die Sammler und Händler. Diese sind auf einem anderen, nicht minder tauglichen Weg angewiesen, der am Schluss dargelegt dargelegt werden wird.
Die Fälle des Markenschutzes im staatlichen Interesse für den die Wertzeichen nur insoweit in Frage kommen, als sie Quittungen über die Entrichtung der betreffenden Gebühren bzw. Beweis-zeichen für eine geschehene Leistung darstellen sind folgende:
1. Das wissentlich Gebrauchmachen von falschen oder gefälschten Postfreimarken § 275 Ziffer 1. Dabei sind unter falschen Marken solche zu verstehen, die nicht von der Postbehörde herrühren, sondern von einem unberechtigten Dritten hergestellt worden sind, unter verfälschten dagegen an sich echte Marken an denen wider den Willen der Emissionsbehörde wesentliche Veränderungen, vor allem der Wertangabe, vorgenommen sind. Indessen herrscht, da das Gebiet wissenschaftlich noch äußerst wenig erforscht ist, in Theorie und Praxis häufig Streit über den Begriff der falschen Marke. Bemerkenswert und von allgemeinen Interesse ist besonders ein vor mehreren Jahren gefälltes Urteil, wonach jemand, der zwei Bruchstücke von echten Zehnpfennigmarken auf einen Briefe zu einer Marke zusammengeklebt hatte, wegen Anfertigung falscher Postmarken bestraft worden ist. Die Bruchstücke stammten von ungebrauchten Marken. Diese dem gesunden Rechtsgefühle widersprechende Entscheidung ist indessen von Reichsgericht aufgehoben worden;
2. die Anfertigung unechter Postfreimarken in der Absicht, sie als echt zu verwenden § 275 Ziffer 2
3. die Verfälschung echter Postfreimarken in der Absicht, sie zu einem höheren Werte zu verwenden, § 275 Ziffer 3. In den beiden letzteren Fällen ist im Gegensatz zum ersten der Täter zugleich der Fälscher; beide Male haben sie die Absicht, die Falsifikate als echt zu verwenden. In beiden Fällen sind auch bereits durch die bloße Anfertigung die Voraussetzungen der Strafbarkeit erfüllt; er ist nicht notwendig, dass der Täter von den Fälschungen auch wirklich Gebrauch gemacht hat.
Die Strafe ist in allen drei Fällen Gefängnis von drei Monaten bis zu fünf Jahren, woneben auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann.
Weiter ist der Fall der sog. Nachverwendung zu erwähnen, d.h. die wissentliche Benutzung eines schon einmal verwendeten Postwertzeichen nach gänzlicher oder teilweiser Entfernung des Entwertungszeichens zu Frankierungszwecken, wobei es keinen Unterschied macht, ob der Täter selbst oder ein Dritter das Entwertungszeichen entfernt hat; § 276. Das Vergehen wird mit Geld-strafe bis zu 600 Mark; daneben ist jedoch auch die wegen Entziehung der Portogebühren begründete Strafe verwirkt. Als letzter Fall ist das Übertreten des § 364 hervorzuheben wonach der-jenige, der wissentlich schon einmal verwendete Postwertzeichen noch gänzlicher oder teilweiser Entfernung des Entwertungszeichen veräußert oder feilhält, mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft wird.
Die sämtliche erwähnten Strafbestimmungen finden entsprechender Anwendung auf Streifbänder, Postanweisungen, Postkarten, Telegrafenfreimarken und gestempelte Briefkuverts; die letzteren beiden Arten werden indessen im Bereich der Reichspostverwaltung nicht mehr hergestellt. Die sämtlichen Vergehen sind nur strafbar, wenn sie vollendet sind; ihr Versuch ist gemäß 43 StGB straflos. Bestritten ist die Frage, ob die genannten Strafvorschriften nur für inländische oder auch für ausländische Marken gelten; nach herrschender Meinung ist der erstere zu bejahen, denn während das StGB in ähnlichen Fällen, z.B. bei der Münzfälschung ausdrücklich auch die ausländische Währung erwähnt, ist beim Schweigen desselben im Falle der Postwertzeichenfälschung das Gegenteil anzunehmen, was auch durchaus der Tendenz der ganzen Vorschriften, die den Schutz der inländischen Postbehörde im fiskalischen Interesse bezwecken, entspricht.
Schon aus diesem Grunde wäre dieser Schuh für die Briefmarkensammler und –händler wertlos, da diese in erste Linie vor ausländischen Fälschungen geschützt werden müssen. Ihnen steht daher ein anderer Weg offen. Der Sammler, dem eine falsche Briefmarke als echt verkauft bzw. beim Tausch als Gegenleistung gegeben ist, ist betrogen. Er geniest daher den wirksamen Schutz der Vorschriften über den Betrug (§ 263) wenn in ihm durch Vorspiegelung falscher oder durch Entstellung oder Unterdrückung wahrer Tatsachen ein Irrtum erregt oder unterhalten worden ist, vermöge dessen er zu einer ihm nachteiligen Vermögensdisposition bewogen ist. Voraussetzung ist nur, dass der Täter um die Absicht willen handelte, sich oder einen Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen. Diese Absicht der rechtswidrigen Bereicherung wird regelmäßig vorliegen. Der Betrüger wird mit Gefängnis von einem Tage bis zu fünf Jahren bestraft, neben dem auf Geldstrafe bis zu 3000 Mark sowie auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt werden kann. Außerdem ist hier im Gegensatz in den im fiskalischen Interesse bestehenden Spezialbestimmungen auch der bloße Versuch strafbar, was für den wirksamen Schutz der Philatelisten vor Fälschungen von besonderer Bedeutung ist.
Zu erwähnen ist schließlich, dass der zivilrechtlichen Ansprüche auf Schadenersatz wegen unerlaubter Handlung auf Grund deren der übervorteilte Sammler oder Händler im Vermögensfall des Betrügers sich schadlos halten kann, durch die erwähnten Bestimmungen des StGB nicht berührt werden.

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Flugpoststempel fur Danzig

Unter Bezugnahme auf die in der „Briefmarken-Rundschau“ Ausgabe 16 enthalten Veröffentlichung aus Hannover teilt uns die Oberpostdirektion Danzig in dankenswerte Weise mit, dass zum Abstempeln der Luftpostsendungen ein besonderer Stempel in Auftrag gegeben ist und voraussichtlich in nächster Zeit in Benutzung genommen werden kann. Mit diesem Stempel werden die (durch den beim Postamt 5 aufgestellten, nur für Luftsendungen bestimmten besonderen Brief-kasten eingelieferten) Flugpostsendungen gestempelt werden.
Der ewige St. Bürokratius. Eine angesehene Firma in Dt.Eylau schreibt uns:
Letztens passierte mir in Sachen „Postzensur“ ein origineller Fall. Ich weiß nicht, ob man ihn als „übergroßer Diensteifer“ oder mit „Gehässigkeit der Postüberwachungsstellen bezeichnen soll. Von meiner Berliner Geschäftsreise zurückgekehrt, erfuhr ich von meinem Personal, dass ich während meiner Abwesenheit auf das Zollamt gerufen worden sei. Ich ging unverzüglich dorthin und hörte, dass eine Auslandssendung eingeschrieben, für mich dort lagere. Ich wurde gefragt, ob ich eine Einfuhrerlaubnis da hätte. Da ich doch nun nicht einmal wusste, um was es sich handelte, sagte ich, dass ich erst die Einfuhrbewilligung beschaffen müsste. Darauf wollte Sankt Bürokratius in Gestalt des Steuerbeamten die Sendung sofort für dem Reiche als verfallen erklären lassen. Hiergegen protestierte ich energisch und wies darauf hin, dass z.B. die Postüberwachungsstelle Dresden mir zwecks Einholung der Einfuhrbewilligung 14 Tage Frist gewährt habe.
Hierauf war der pflichtgetreue Beamte jedoch nicht einverstanden. Er meinte, dass er sich an sein Gesetz halte, wonach im Falle, dass keine Einfuhrbewilligung vorliege, die Sendung sofort dem Staate für verfallen zu erklären wäre. Hierauf erwiderte ich, dass mir unter Umständen ein großer Schaden entstehen könnte, ich würde aber statt der üblichen vierzehntägige Frist nur acht Tage zur Beschaffung der Einfuhrbewilligung gebrauchen. Der Beamte erfüllte nun meinen Wunsch und zeigte mir die Sendung. Diese war von einem Bulgaren, mit dem ich im Tauschverkehr stehe und von dem ich eine Gegensendung in Höhe von 300 Mark erwartete. Der Brief war von der Postüber-wachungsstelle Frankfurt a.M. ungeöffnet und ohne Angabe des Wertinhaltes an das Zollamt Dt.Eylau weitergeleitet worden. Als ich nach sechs Tagen auf Grund der Einfuhrbewilligung den Brief ausgehändigt erhielt, entsprach in dem Wunsche des Beamten und öffnete vor dessen Augen den mit drei bulgarischen Etiketten verklebten Brief. Aber siehe – zu beiderseitig nicht geringem Staunen enthielt der Brief gar keine Briefmarken, sondern nur eine für mich äußerst wichtige Mitteilung. Also hatte es sich die Postüberwachungsstelle Frankfurt a.M. angemaßt, einen vollkommen harmlosen Einschreibbrief ohne Marken zu beschlagnahmen. – Vielleicht stehe ich auch schon auf der „schwarzen Liste“ der Postüberwachungsstelle ? unglaublich, aber wahr.

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Die neuen Danziger Flugpostmarken

Wir bringen beifolgend die Abbildungen der neuen, in der Buch- und Steindruckerei von Julius Sauer in Danzig hergestellten Flugpostmarken in ihren verschiedenen Typen nach uns freundlichst zur Verfügung gestellten Probedrucke.
(hier folgen Abbildungen der Mi.Nr. 66, 68 und 70)
Es ist dazu zu bemerken, dass bei der endgültigen Ausführungen der Marken, die in fünf Werten kommenden Montag erscheinen werden, das Flugzeug auf der 5-Mark-Marke noch etwas mehr stilisiert worden ist. So ist unter anderem der Propeller feiner, der Rumpf gedrungener ausgeführt, die Tragflächen ohne Muster.
Die Farben sind nun endgültig wie folgt bestimmt worden:
40 Pfennig dunkelrot,
60 Pfennig violett-rötlich,
1 Mark rosa,
2 Mark braun
5 Mark blau.

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Wie und weshalb sammele ich Briefmarken

Preisausschreiben der Firma Holtz & Giebeler
für die Danziger Sammlerjugend
(nur für Sammler im alter bis zu 16 Jahren)

Ja, liebe Freunde, wie und weshalb sammelt Ihr wohl Marken? Hab Ihr Euch diese Frage schon einmal selbst vorgelegt? Wohl kaum! Nun, wir tun’s heute und bitten Euch, Eure Ansicht darüber in Form eines kleinen Aufsatzes nieder zulegen. Für die Zensur kommt er nicht in Betracht, also keine Bange! Für die drei besten Aufsätze haben wir wertvolle Marken als Preise ausgesetzt, und zwar für den
1. Preis Sizilien Nr. 2 1 Grano olivgr. Kat.Preis 540 Mark
2. Preis Preußen Nr. 1 4 Pfennig, grün Kat.Preis 225 Mark
3. Preis Schleswig-Holstein Nr. 20 1 ¼ Schilling lila Kat.Preis 105 Mark
Die Preise sind bei der Firma Holtz & Giebeler Hundegasse 79 I ausgestellt und während der Geschäftszeit zu besichtigen.
Außerdem verteilen wir noch als Trostpreise 10 Marken von denen jede einen Katalogwert von minstestens 10 Mark hat. Eine Veröffentlichung de besten Abhandlungen behalten wir uns vor. Die Aufsätze müssen bis spätestens 7. Mai unter genauer Angabe des Alters und de Adresse bei der Firma Holtz & Giebeler Hundegasse 79 I eingereicht sein.
Preisrichter: Herr Redakteur G.D. Kämmerer,Herr Kurt Holtz Herrn Joachim Giebeler
Die Namen der Preisträger werden am 12. Mai in der Briefmarken-Rundschau veröffentlicht.
Nur frisch zu! Wer wagt, gewinnt.

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Danzig in der Spezialsammlung

Jeder vorgeschrittene deutsche Briefmarkensammler kennt den von Georg Bütow, Berlin, heraus-gegebenen „Deutschen Kriegsmarken-Spezialkatalog“ oder hat wenigstens von ihm gehört. Da finden nur für die einzelnen Marken alle möglichen Farbenwerte verzeichnet. Für den Aufdruck treffen wir auf Bezeichnungen wie: hochglänzend, glänzend, schwach glänzend, matt russig. Diese Spezialisierung ist auch in die großen Kataloge übergegangen. Nun veröffentlicht Herr Willy Strache in der „Sammler-Woche“ Nr. 3 und 5 einen Artikel „Die Farben der deutschen Aufdrucke“ und schreibt: „Die Bedeutung de Aufdruckfarben der deutschen Besetzungsmarken nach Firnis-graden hat nicht den Wert und die Bedeutung, die man gemeinhin dieser Sache beimisst. Ab Mitte 1916 sind die Marken auf Löschpapier gedruckt und der Löschgrund saugte den Farbenfirnis, und ließ die Trockensubstand obenauf liegen. Nun findet man aber auch bei Marken der Löschpapierzeit glänzenden und matten Aufdruck. Strache sucht das auf verschiedene Weise zu erklären. Ob und wie weit seine Ausführungen richtig sind, soll hier nicht untersucht werden. Ich möchte die Danziger Spezialsammler nur darauf aufmerksam machen, dass bei Danzig I der Aufdruck meist schwach glänzend ist, dass es aber auch vollständig matte Aufdrucke gibt. Ich habe Exemplare, von 5, 15, 20, 30 Pfennig. Vielleicht findet der eine oder andere Sammler bei Durchsicht seiner Bestände auch noch andere Werte und teilt das der „Rundschau“ mit.

In Ausgabe 9 der „Rundschau“ habe ich berichtet, dass von 25/30 eine zweite, größere Type vorhanden ist. Heute kann ich melden, dass es von 10/20 ebenfalls eine fettere Type gibt. Bei den ersten Drucken war die Breite dieser Ziffern 9,5 Millimeter, bei den letzten 10 Millimeter, die Breite de 1 erst 1,6 Millimeter, später 2 Millimeter Höhe der Ziffern erst 8,2 Millimeter, später 8,5 Millimeter, Breite der Nullwand erst 1,8 Millimeter, später 2,2 Millimeter- Entfernung der 1 von der 0 erst 1,3 Millimeter, später 1,0 Millimeter.
Also ebenfalls eine fettere Type. In Ausgabe 4 habe ich ferner gesagt, dass die Platte 25/30 neu gestochen sein müsse. Nun wird mir aber von befreundeter Seite mitgeteilt, dass das nicht der Fall zu sein brauche, dass vielmehr höchstwahrscheinlich die Verbreiterung im Laufe der Zeit entstanden sei. Die weichen Drucktypen seien durch langen Gebrauch allmählich breiter geworden. Diese Ansicht hat zweifellos etwas für sich. Wenn man die oben angeführten Zahlen sich genauer ansieht, so findet man, dass der Aufdruck sich nach allen Seiten verbreitert hat. Vielleicht ist die Postverwaltung bereit, eine Erklärung dahin abzugeben, dass es sich hier bei den fetten Typen um eine Neuauflage handelt oder dass sie nur durch Abnützung der Platten entstanden sind. Bei 25/30 bleibt der Farbenunterschied jedenfalls bestehen.
L.D.

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Flugpoststempel fur Danzig

Man schreibt uns von geschätzter Seite aus Hannover: Auf eine entsprechende Verfügung des Reichspostministeriums hin, in der die Eröffnung der Flugpostlinie Königsberg – Danzig – Berlin aufgeteilt wurde. Bestellte ich die „Danziger-Zeitung“ täglich unter Flugpost und Eilboten.
Ich erhalte nun auch regelmäßig die Zeitung, aber den Streifband lässt außer der privaten Bezeichnung „Flugpost“ die Sendungen „amtlich“ als solche nicht erkennen. Es ist dies unbedingt ein Fehler seitens der Postverwaltung, denn letztere muss doch eigentlich durch einen auffallenden Stempel Flugpostsendungen als solche kennzeichnen. Wie außerordentlich nahe liegt es, dass solche Sendungen irrtümlich mit der Bahn befördert werden! (Sie werden es zum Teil in der Tat! d. Red.
Ich habe eine große Flugpostsammlung, aus der zu ersehen ist, dass alle Stationen, die einer Flugpostverbindung angeschlossen sind, ihren eigenen Stempel haben.
Warum werden nun in der auf dem postalischen Gebiete so rührigen Stadt Danzig die Flugpost-sachen derart, ich möchte sagen, unvollständig abgefertigt? Flugpostmarken sind schon am 29. September 1920 herausgegeben worden; man rechnete damals fest mit der Flugpostverbindung nach Deutschland, hat man denn seinerzeit nicht gleich einen Stempel mit angefertigt? Wenn nicht, so kann man mit wenig Kosten wohl einen, und sei es vorderhand nur provisorischen Gummistempel umgehend anfertigen und später einen Stahlstempel machen lassen.
Geschehen muss hier unbedingt etwas, und ich halte die „Danziger Zeitung“, als führendes Blatt des Ostens, wohl für am berufensten hier schnellstens Wandel zu schaffen.
Ich lege ferner das heute erhaltene Streifband an, um Ihnen einmal ein Beispiel vor Augen zu führen, in welcher Weise die dortige Post die Briefmarken abstempelt! Die Marken sind hier im wahrsten Sinne des Wortes „entwertet“, d.h. nicht nur für die Post, sondern auch für den Sammler! Für das Abstempeln ist wohl ein Aushilfsbeamter verwandt worden? Denn einem wirklichen Post-beamten traue ich eine derartige Kleckserei nicht zu. Außerdem wäre es unbedingt erforderlich, dass de Stempel einmal einer tüchtigen Reinigung unterzogen würde (was n.h. bereits früher in der „Briefm.-Rundschau“ angeregt wurde. d. Red.).
Ich glaube, dass es nicht unbescheiden ist, wenn man an die Post bei dem hohen Porto das Verlangen stellt, dass die Briefschaften anständig abgestempelt werden. Da man das Datum so gar nicht lesen kann, ist eine Kontrolle auch unmöglich!
Mein Hannoveraner Briefmarkenklub hatte sich im vorigen Jahre an die Oberpostdirektion mit sehr gutem Erfolge gewandt, ich bitte Sie , dass auch Sie Ihren Einfluss dahin geltend machen, dass die Briefmarken richtig behandelt werden.

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Die neuen Danziger Flugpostmarken

Die neuen, von der „Briefm.-Rundschau“ bereits angekündigten Flugpostmarken dürfen frühestens ende nächster Woche erscheinen, nachdem die Platten jetzt nach fertig gestellt worden sind. Es handelt sich um fünf Werte, da infolge der erhöhten Gebühren noch ein Zusatzwert zu 5 Mark in größerem Format notwendig wurde. Die übrigen Marken zu 40, 60 Pfennig, 1 und 2 Mark haben das bisherige Format der kleinen Reichspostmarken. Sie zeigen in Konturen ein Teilbild der Stadt Danzig mit der Marienkirche, darüber ein schwebendes Flugzeug. Oben steht „Flugpost“, unten „Freie Stadt Danzig“, die Zeichnung des 5-Mark-Wertes ist ähnlich, nur ist das Stadtbild etwas mehr ausgeführt. Über die Farbenwahl ist noch kein endgültiger Bescheid getroffen, wir werden darüber in nächster Ausgabe berichten.
Die endgültigen Freistadt-Marken-Ausgabe dürfte etwas spät im Mai zu erwarten sein, da sie in allen Werten gleichzeitig herausgegeben werden soll. Sie wird infolge der wahrscheinlich zum 1.Mai (analog Deutschland) eintreffenden Erhöhung der Postgebühren einige bisher in Danzig nicht vertretene Werte, so z.B. eine 60-Pfennig-Marke umfassen.

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Danzig

In etwa 14 Tagen werden, wieder „Briefmarken-Rundschau“ erfährt, einige neue Flugpost-marken herauskommen, die infolge des wieder aufgenommene Flugpostverkehres mit Deutschland usw. nötig werden. Da die Vorräte an den bisherigen der Danziger Flugpostmarken inzwischen auf den Postämtern längst erschöpft ist ein völliger Neudruck von Flugpostmarken erforderlich geworden. Es handelt sich um vier Marken in völlig neuer Zeichnung, die in diesen Tagen in Druck gegeben werden und über die wir in nächster Ausgabe Näheres berichten werden.

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Ein Danziger Polenblatt uber das Briefmarkensammeln

Die Briefmarken-Rundschau der Danziger Zeitung begrüßt es mit ganz besonderer Freude, dass jetzt auch die polnische Tagespresse mehr und mehr Gelegenheit nimmt, sich mit der Briefmarken-kunde zu beschäftigen. So finden wir in einer der letzten Ausgaben des „Dziennik Gdansk“ unter dem Titel „Einige Worte über die Philatelie“ einen kleinen Beitrag, der auch auf Interesse bei unseren Lesern rechnen darf. Es heißt darin:
„Es ist verwunderlich, dass man mit philatelistischen Angelegenheiten in Polen wenig bekannt ist, und sogar Leute, die sich zu den Gebildeten rechnen, das Wort „Philatelie“ nicht kennen. Tatsächlich ist die Briefmarkenkunde es wert, dass man sich ihrer annimmt, denn sie hat manche gute Seite. Danzig hat zur Zeit den großen Wert der kleinen Marken erkannt; und in regsamen Stadt bemüht sich nun klein und groß um die Komplettierung seiner oder fremder Sätze.
Worin beruht eigentlich, der Gewinn und welcher Ruhm entsteht aus solch einer Briefmarkensamm-lung? Vor allen dingen hat sie großen materiellen Nutzen und erleichtert die Unterbringung kleiner Ersparnisse in Wertvollen sehr wenig umfangreichen und leicht übertragbaren „Valuten“ oder Papieren. Außerdem fördert die Philatelie namentlich bei den Jüngeren das Gefühl ästhetischer Auffassung, ferner aber auch die Sparsamkeit und sie entwickelt auch bei den Kindern kaufmännische Fähigkeiten. Schließlich verbreitet sie geographisches Wissen und Kenntnis der Geschichte, da die Mehrzahl der meisten Briefmarken aus irgendeinem wichtigen politischen Anlass herausgegeben werden, um auf solche Art die Erinnerung wach zuhalten. Die Schäden der Philatelie sind demgegenüber recht klein. Es mag vorkommen, dass jemand sich übereifrig dem Briefmarkensammeln widmet, dies kann jedoch nur anormalen Leuten passieren. Sammlern, die auch ohne Kenntnisse der Philatelie auf andere Art krankhaft ihre Neigungen zu befriedigen pflegen, und sogar dann braucht man im Sammeln nicht durchaus etwas krankhaftes zu sehen, da es nicht zur Verschwendung treibt, sondern die Sparsamkeit fördert. Viele Bemerkungen betreffen nur den persönlichen Nutzen einer Briefmarkensammlung. Die Philatelie hat jedoch auch eine weitere Bedeutung. Sie trägt vor allen Dingen zur Hebung der Postorganisation bei, kontrolliert und reinigt die Post von verschiedenen schlechten Eigentümlichkeiten, ist ein eigenes Exportobjekt bis zu der Stufe, das verschiedene kleinere Staaten sich durch die Philatelie direkt erhalten. Ebenso spielt die Philatelie in der Anknüpfung von Verbindungen zwischen den einzelnen Staaten eine sehr wichtige Rolle. Hiermit sind die Vorzüge der Philatelie nicht erschöpft, aber diese Bemerkungen mögen vorerst genügen, bevor der „Dz. Gdansk!“ dazu übergeht, eine besondere philatelistische Spalte zu schaffen.“

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Eine Fachkommission fur den Briefmarkenhandel bei

Wenn die verschiedenen Zweige des Danziger Handels bei der Danziger Handelskammer schon lange, viele manche Jahrzehnte, ihre öffentlich angestellten und vereidigten Sachverständige bzw. ihre besonderen Fachkommissionen haben, so fehlte dem Danziger Briefmarkengewerbe, das durch eine große Anzahl gewerblich eingetragener Briefmarkenhändler darunter handelsgerichtlich einge-tragener Firmen, in hiesiger Stadt vertreten ist, bisher jeglicher Zusammenhang mit dem großen Verbande der Danziger Kaufmannschaft und dadurch die notwendige Vertretung nach außen hin. In der 36. Vollsitzung der Handelskammer wurde nunmehr der Einrichtung einer Fachkommission für den Briefmarkenhandel zugestimmt. Dem Herrn Kurt Siebenfreund, Danzig, wurde der Vorsitz in dieser Kommission übertragen. Im übrigen setzt sich die Kommission au den vier handelsgericht-lich eingetragenen Firmen der Briefmarkenbranche Karl Riedel & Gamper, Reiß & Co., Jagels & Co., Feller & v. Neumann zusammen, deren jede zu der jeweiligen angesetzten Sitzung einen Vertreter entsenden. Dieser Fachkommission ist der „Händlerring der Danziger Briefmarkenhändler“, eine zwanglose Vereinigung angeschlossen, so dass die Briefmarkenhändler nun auch hier in Danzig besser denn je für den ehrlichen Handel eintreten und gemeinsam mit den Behörden gegen den unlauteren Wettbewerb den Kampf aufnehmen können.
Im besonderen wird die Fachkommission das Fälschungswesen sei es zum Schaden der Postbehörde oder des Briefmarkensammelwesens, überwachen und bittet zweifelhafte Postwertzeichen, besonders die Danziger Werte, der Kommission zur Begutachtung vorlegen zu wollen.
In der Zeit des Bestehens eigener Postwertzeichen für die Freie Stadt Danzig wurden eine Reihe falscher Danziger Marken sowohl am Orte als auch vorzugsweise im Deutschen Reich in den Handel gebracht. Durch Ankauf von teilweise ganz raffinierten Fälschungen ist manch ehrenwerte Person geschädigt worden. Aus diesem Grunde rufe ich dem Sammler zu: „Kaufe nur beim Händler, dessen Firme die Gewähr für solide Bedienung bietet.“
Im übrigen werden die in Danzig gewerblich eingetragenen Briefmarkenhändler rücksichtslos gegen jede Person vorgehen, die falsche Briefmarken an den Mann zu bringen sucht, und nehmen als sicher an, dass sie bei den Behörden rege Unterstützung finden werden.
In nächster Zeit wird eine Sitzung der Fachkommission stattfinden, Anträge zur Förderung des Briefmarkenhandels und zur Pflege der Briefmarkenkunde sind an eine der Firmen, die in der Fachkommission sind, zu richten.
K. Riedel
Wir geben den obigen Ausführung gern Raum, vermissen aber unter den erwähnten handelsgericht-lich Firmen u.a. das Handels- und Bankenhaus I. Semiatycki (Briefmarken-Abteilung), was zweifel-los auf einen Irrtum zurückzuführen ist. Im Interesse der Sache müssten alle Danziger Briefmarken-Handelsfirmen zur Kommission hinzugezogen werden. d. Red.

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Die Preisfrage im Katalog

Wir sind in der Lage, nachfolgenden interessanten Beitrag aus der Feder des technischen Leiters des Michel-Kataloges, der für den Mai-Nachtrag bestimmt ist, schon heute unseren Lesern zu vermitteln. d. Rad.
Über die vielseitigen Arbeiten, die ein Katalog bedingt, wollen wir heute nicht sprechen, sondern uns nur das Kapitel aussuchen, das dem Katalogarbeiter zufällt, ansehen, um gleichzeitig dem kleinen Sammler zu zeigen, dass ein Katalogpreis nie Evangelium sein kann, selbst wenn er es sein möchte. Der Durchschnittssammler vergisst beim Auszeichnen seiner Doppelstücke meist die große Hauptsache, das zwischen Marken und gut erhaltenen Marken ein ganz gewaltiger Unterschied ist – von dem sich der „Horatio-Philatelist“ nur träumen lassen will, wenn er kauft, nicht aber, wenn er seine Dubletten an den Mann zu bringen beabsichtigt.
Nirgendwo gehen die Ansichten der Sammler so auseinander, als wenn es sich um Preise handelt. Aber auch die Ratschläge ständiger, besser Mitarbeiter bringen oft unglaubliche Preisnotierungen heraus, die ein Katalogredakteur, der doch als Notwendigste die Gesamtpreislage berücksichtigen muss, nicht einfach ohne genaueste Nachprüfung hinnehmen darf. Die Hauptsache des Kataloges bleiben eben die möglichst genauen Preisorientierungen – ohne jedwede Interessenpolitik. Der Sammler weiß sich auf seinen Katalog als besten. Schnellsten Führer und Berater verlassen können – und darauf hat er auch ein Recht. Nähme man für alle Sachen beispielsweise nur die Auktions-ergebnisse, so würde man auch einer ständigen Preisherumnotierung nicht hinauskommen, weil selbst der durchschnittliche Sonderpreis oft sehr überboten wird, je möchten sich – die zahlungs-fähigen Käufer einstellen.
Ein noch drastischeres Beispiel aber hat uns die letzte Leipziger Engrosmesse. Mit wenigen Ausnahmen war das diesjährige Geschäft ganz flau und wirkliche wertvolle Marken waren nur zu geringen Preise verlangt; das Ausland versagte vollständig – warum soll man der Wahrheit nicht die Ehre geben? – Auch in den neuesten Marken stellt sich ein verteufeltes Schwanken ein: Wir wollen nur einmal bei den Hochwassermarken-Österreichs bleiben – Verfasser dieses erwarb zur Katalog-notierungen den ersten Satz noch ehe die Marken herauskamen, für einen Engrospreis von über 60 Mark, obwohl ich die Bestimmung der österreichischen Regierung kannte, dass die Marken nur für 180 Kronen abgegeben werden durften – „ bei Strafe“ und wie derartige Scherze noch lauten. – Jetzt haben wir einen Einkäufer dort, von dem die Post selbst schon 250 Kronen verlangt. Also im ureigensten Lage die – wohl absichtliche – Verwirrung um in Warenhauspolitik erst die Käufer anzulocken. Wie verhält sich nun der Katalog – und wie, wenn plötzlich nach zweien gleichartigen Beispielen wieder neue Auflagen gedruckt werden; wenn die Post z.B. nach dem Vorbilde Bayerns selbst dafür sorgt, dass ihre Ausgaben nur noch als Makulatur gewertet werden? Es sprechen beim Sammler auch Valutaschwankungen mit, ich möchte den Sammler und Händler sehen, der nicht mit – Ungarn in die Tinte gerutscht ist.
Über die Kauflust von Marken handelt beim Sammler dann ein anderes Kapitel. Werden sie von dem Ausgabepostamte mit geschickter amerikanischer „Trommelreklame“ angeboten, dann fällt sicher auch ein harmloser Sammler darauf rein, während er andererseits bei einem Allgemeininteresse an einem Ausgabe „millieu“ von selbst kauft. Hier kommt sodann ein weiterer Faktor hinzu, woran die Allgemeinheit meist nicht denkt, die Frage: Steht die Ausgabe im Album? Man kann sich nicht denken, was oft „Sammler“ alles im Album aufgenommen haben wollen; ich nehme hier wieder: Bayern heraus mit seinen ungeschnittenen Sätzen und zitiere hier die Bemerkung eines bedeutenden Leipziger Pädagogen, Studienrats Prof. Lange, der es für eine Sünde hält, dass sich die Sammler mit solchen Zeug einwickeln ließen. Er hat leider nur zu recht. Wenn ein Sammler eine Schwindelausgabe nicht in seinem Sammelbuche findet, taugt das Album nichts, dass er es aber ist, der dadurch die Postausgabestellen anreizt, neue Fabrikate auszuklügeln gedenkt, er nicht. Einzig und allein tragen die Sammler die Schuld, dass sich von den Postausgabestellen ausplündern lassen. Ganz erbost schreibt der eine, der Katalog sei unvollständig, weil die „polnische Königsserie“ darin fehle – um ihn der Übervorteilungen zu schützen, müssten die Katalogheraus-geber nun auch eine solche Reihe mit Handelspreisen anführen, sie im Katalog wenigstens erwähnen – nur zum Schutze des Sammlers! Aber über Ausgaben, die nicht in das Album gehören, überlasse man den Fachredakteuren das Urteil im Interesse der ganzen Sammlerwelt, für die Redak-tionen der hauptsächlichst in Frage kommenden Alben sind kaum geeignetere Personen zu finden.
Doch zurück zu unserem Thema. Bei allen Marken, um die es sich in der Hauptsache handeln wird, kann nur einheitlicher Grundpreis eingestellt werden, das ist der Katalogpreis für Stücke, die die Zensur 1 verdienen. Für Liebhaberstücke, auf denen man etwa mit einem Automobil auf dem Rande herumfahren kann, für Stücke auf Brief müssen naturgemäß höhere Preise gezahlt werden. Aber ebenso müssen Marken niedriger angeboten werden, die diese Zensur nicht verdienen – und das sind leider die meisten, denn Glanzstücke pflegt man nur noch selten zu verkaufen, nachdem der edle Stand derer von Hamsterer auch in der Philatelie recht feste Wurzeln gefasst hat. Die Entwertung muss prozentual erfolgen, je nachdem die Stücke ein modernes Schönheitspflegeinstitut durchliefen, oder gar einige Wochen in einem Portemonaie herumgetragen wurden. Die Entwertung wird durch die verschiedenste Ursache herbeigeführt: Druck – dünne Stellen – Flecken – Risse – Flickereien – Zahnlücken – Verschneiden – Verbleiben – Verstempelungen – Tintenentwertung – Farbstiftstriche – Verstempelungen – Rasuren und anderen Schönheitstäuschungen, die die Marken entwerten bis zur Zensur 5. Dann kommt bei angebrauchten noch die leidige Gummierung hinzu. Die Parole, nur ungummierte Stücke zu sammeln, ist freilich zu beachten, oder es bleibt doch nun einmal selbstverständlich, dass eine Marke im Original mehr wertet, als wenn man sie einem Eingriff unterwirft, der nicht zu ihrer Natur gehört. Mit allen solchen Vorkommnissen hat ein Katalogherausgeber beim Festsetzen der Preise zu rechnen. Natürlich ließe sich die Blütenlese noch um ein bedeutendes vermehren, aber die wenigen heute angeführten Bespiele erhellen zur Genüge, dass er sich zunächst erst vielseitig informieren muss und sich dann auf Grund eigener langjähriger Erfahrungen als abgeschlossenes Urteil erlauben darf. Daher ist es im Interesse der Allgemeinheit nur zu begrüßen, dass es noch selbstlose Sammler in großer Zahl gibt, die an einem Katalog wie es der Michel nun einmal ist, mitarbeiten, wissen sie doch, dass die anderen Länder dann eine gleiche Sorgfalt in der Bearbeitung erfahren.
Nun noch eine letzte Mitteilung über die Preise im Katalog, die erste Reihe gilt Selbstverständlich in jedem Katalog für ungebrauchte Marken, die man sonst mit * bezeichnet, während die zweite Reihe die Preise für gestempelt bzw. gebrauchte Marken gibt. Ist bei Ausgaben mit kleineren Unterschieden – meist als A und B bezeichnet – nur eine Preisreihe zu finden, so ergibt sich bei nur einer Preisbezeichnung, dass die Preise für ungebraucht und gebraucht dieselben sind, denn es handelt sich in solchen Fällen meist um Marken, die gebraucht nur selten, nicht selten, sondern zumeist sogar nur mit Gefälligkeitsstempel im Handel vorkommen. Viele Sammler werden einwenden, dass diese Bemerkung nicht nötig wäre. Demgegenüber möchten wir vorhalten, dass uns viele Anfragen solcher Art zugehen, dass man oft sogar gut täte, statt Briefmarken-Katalog zu schreiben noch hinzuzusetzen, wie das im Mittelalter so Mode war: „Dies ist ein Buch für diejenigen, so Briefmarken sammeln, worinnen alle Marken zu finden sind, wer aber Manufaktur-waren sucht, möchte einen anderen Wegweiser sich suchen!“

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Danzig Nachlese

Der letzterschienene gezähnte 80 Pfennig-Wert der Verfassungsausgabe satt-ultramarin wird auch mit jetzt deutlich durchschlagenem Druck auf der gummierten Rückseite angetroffen.
Im Besitz der Danziger Firma Riedel & Gamper befindet sich ein ganzer Bogen und ein 20er Streifen von zwei bisher unbekannten Abarten. Es handelt sich um den Wert Danzig I 30 Pfennig, mit violetten Netzuntergrund, von dem nur zwei Stück in einem ganzen Bogen vorhanden sind (96. und 97. Marke) und um einen Doppeldruck des Wertes Mark 1 Mark auf 30 Pfennig der Sternausgabe 1 Mark/30 mit rotvioletten Netzuntergrund (die 86. und 87. Marke). Diese beiden Fehldrucke sind zusammenhängend in den unteren zwei Bogenstreifen der überdruckten 30 Pfennig Danzig I vorhanden und entstanden durch Bruch der untersten Klischeereihe am Bogen der 1 Mark 30 Pfennig mit rotvioletten Untergrund.
In der jüngsten Ausgabe der Münchener „Sammlerwoche“ liest man betreffend der Danziger Erinnerungsserie „Während bei den Pfennigwerten die Wimpel mit dem Winde wehen (Spitzen zeigen nach links wie die aufgeblähten Segel), bemerkt man bei den Markwerten grade das Gegen-teil (nach links aufgeblähte Segel und nach rechts wehende Wimpel. Ohne Lupe bemerkt man auch, dass das rechts stehende „Mark“ bedeutend länger und größer ausgefallen ist, als das links stehende. Da man die graphische „Ungenauigkeit“ inzwischen amtlicherseits wahrgenommen hat, sollen die Platten demnächst umgraviert werden. Bei der immerhin begrenzten Auflage, werden diese Mark-werte ganz nette Preise erzielen.
Wie die „Briefmarken-Rundschau“ der „Danziger Zeitung“ dazu erfährt, beruhen die Angaben über eine „Umgravierung“ auf bloßer Kombination und sind völlig unzutreffend.

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Danzig

Bei der Neuheiten-Meldung in Ausgabe 12 ist durch einen Druckfehler aus dem Worte Zähnung Zeichnung geworden. Es soll natürlich heißen: die Marken in neuer Zähnung (25, 40 und 80 Pfennig.

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Verein für Briefmarkenkunde E.B. Danzig

Am Montag, den 16.März hielt der Verein für Brief-markenkunde E.B. Danzig seine diesjährige ordentliche Mitgliederversammlung ab. Um 8 ¼ Uhr eröffnete der Vorsitzende Ingenieur Winnch, die Versammlung, zu der außer dem gesamten Vorstande 22 Mitglieder erschienen waren. Der Verein hatte am 31. Dezember 1920 einen Bestand von 37 Mitgliedern, der Kassenbestand betrug 778,38 Mark. Aus 120 Einlaufsendungen, die dem Verein von 202 Einlieferern eingesandt wurden, sind insgesamt für 24 288,58 Mark Marken entnommen worden, wodurch dem Verein eine Einnahme von 874,61 Marke verblieb.
Die Kassenbücher wurden von den zwei gewählten Kassenprüfern geprüft und für richtig befunden; daraufhin dem Vorstande Entlastung für das Jahr 1920 erteilt.
Als Stellvertreter für den Schriftführer wird Herr Ing. Tenzer und für den Tauschobmann Herr Bankbeamter Wischnewski gewählt.
Die Vereinsabende sind fernerhin an jedem zweiten und vierten Montag im Monat im Vereinslokal „Hohenzollern“, Langer Markt, abends 8 Uhr. Gäste sind an den Vereinsabenden nach Anmeldung bei dem Vorsitzenden willkommen

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Unter Kriegsrecht geoffnet

Die Überüberwachungsstellen sind keine Kriegsgesellschaften. Sie haben nur das zähe Leben mit ihnen gemein, Reichsnotopfer, Steuerveranlagung und ein halbes Dutzend neuer Steuern sind bereits durchgeführt, aber die Postüberwachungsstellen, deren Begräbnis wohl schon ein Dutzend Mal „für den nächsten Monat“ angekündigt wurde, leben immer noch, und die Auslandsbriefe werden immer noch mit dem Papiersiegel beklebt „Unter Kriegsrecht geöffnet!“
Die Postverwaltung, der diese Postüberwachungsstellen eine Riesenarbeit bereiten, da alle Sendungen dreifach sortiert und übernommen werden müssen, die Handelskammern und Industrie-verbände haben sich immer wieder gegen diese „Einrichtung des Finanzministeriums“ gewandt, aber kürzlich erst hat man – drei neue Überwachungsstellen eröffnet. Welche Gefahren diese „Überwachung“ neben der Verzögerung aller Sendungen mit sich bringt, zeigt jetzt wieder der Fall des Herrn „Oberstleutnants v. Krausewitz“, der in Ahlbeck durch sehr lustige Gesellschaft auffiel, 19 Jahre ist, Krause heißt und in einer Postüberwachungsstelle tätig, als ein Angestellter des Finanz-ministeriums war. Er sah den Zweck dieser famosen Einrichtung darin, Auslandsbriefe zu „überwachen“, d.h. Schecks aus eingeschriebenen Briefen zu entnehmen, sich bei seinen Freunden im Bezirksverband Blankopässe zu verschaffen und mit den „überwachten“ Schecks und den erschwindelten Pässen ausgerüstet, bei Berliner Banken große Beträge abzuheben.

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Die erste Danziger Briefmarken-Auktion

Das Eis der Vorurteile ist just zu einer Jahreszeit, da die Ströme sich vom Eise befreien, auch in der Danziger Philateliewert gebrochen worden, und die erste öffentliche Versteigerung von Briefmarken gehört zur Zeit, da diese Zeilen im Druck erscheinen, bereits der Vergangenheit an.
Bei der geschäftlichen Flaute, die in diesen politisch so bewegten Stunden auf allen Gebieten herrscht, war es gewiss ein Wagnis, eine derartige Auktion in einer Stadt wie Danzig zu veranstalten, in der sich zwar das philatelistische Leben in der Sammlerwelt seit einem Jahr mit mächtigen Schwingen regt, die jedoch infolge der bürokratisch gehandhabten deutschen Ein- Auf-fuhrbestimmungen bisher – hoffentlich nicht mehr lange- namentlich für unternehmende und Weiterdenkende Händlerkreise immerhin noch schwieriger Boden blieb.
Es ist auch zu verstehen, dass die Versteigerung, die von den beiden Tagen schon in den frühen Vormittagsstunden begann, nur ein Teil ernster Danziger Interessenten versammeln konnte. Für weitere Kreise, die tagsüber geschäftlich behindert sind, wären die Abendstunden zum Unterschied von einer Großstadt wie Berlin wohl weit günstiger gewesen. Schriftlich lagen nun außerhalb zwar eine größere Anzahl von Geboten vor, doch ließ der Besuch auswärtiger Interessenten in dieser stillen Zeit, wie vorauszusehen war, zu wünschen übrig. Unter den Besuchern befangen sich dagegen verschiedene größere lokal Sammler, die ohne spekulative Nebenabsichten wünschens-werte Stücke nur zur Ergänzung der eigenen Sammlung erwarben und zum Teil auch nur wenig über den Ausrufpreisen erstehen konnte. So kaufte ein Danziger Sammler, Herr B. die mit 6000 Mark angesetzte Rarität Sachsen Nr. 1 3 Pfennig rot zu dem billigen Preise von 7600 Mark. Es handelte sich dabei um ein gutes Durchschnittsexemplar mit oben am Rande (aber nicht im Bilde) allerdings leicht durchsichtige Stelle. Einen verhältnismäßig sehr hohen Preis erzielten bemerkens-werterweise verschiedene kleine und komplette Sätze der besetzten Gebiete im Westen, Eupen-.Malmedy usw. Für Bremen gab sich wenig Interesse kund, da verschiedene der angebotenen Marken kleine Fehler aufwiesen. Deutsche Kolonien wurden zum Teil nach Berlin verkauft, viele Stücke der Prachtsammlung Mexiko, ebenso Türkei Nr. 23a, 3 und 4 wurden vom Verkauf dagegen zurückgezogen, vermutlich weil bei ihrer Katalogisierung einige kleine Fehler vorgekommen waren.
Es wäre vielleicht für die veranstaltende Firma ratsamer gewesen, den Katalog der Auktion, der erst in den letzten Tagen fertig wurde, mit einem größeren Spielraum an Zeit zur Versendung zu bringen, da er unter den obwaltenden Verhältnissen sicherlich nicht alle auswärtigen Interessenten erreicht haben dürfte. Wir kommen auf die Ergebnisse der Auktion, was Preise usw. im einzelnen anbetrifft, noch zurück, da die Versteigerung erst kurz vor der Drucklegung der „Briefmarken-Rundschau“ beendet wurde.
So viel lässt sich aber bereits heute sagen, der Anfang dieses für Danzig völlig neuen Unternehmens gibt zu der Hoffnung Veranlassung, dass eine zweite Versteigerung technisch und finanziell erheblich günstiger abschneiden wird als dieser erste, in jeder sonstigen Beziehung durchaus anzu-erkennende Versuch hier in der alten Hansestadt einen eigenen, weitesten Öffentlichkeit dienenden Markt für Postwertzeichen zu schaffen.

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Die Danziger Briefmarken-Auktion

Die Vorbesichtigung zu der ersten großen Danziger Versteigerung von Postwertzeichen ist nun auf Sonntag, den 13. d. M., vormittags, und auf Montag, den 14 während des ganzen Tages bis abends 6 Uhr anberaumt werden, und zwar in dem Geschäfts-lokale Heiligegeistgasse 5. Die Danziger Sammler und die auswärtigen Interessenten werden also Gelegenheit haben, in Muße die zahlreichen Einlieferungen teilweise wahrer Prachtstücke von Seltenheiten zu betrachten und zu prüfen. Die Danziger fachmännische Leitung der Auktion, noch ergänzt durch einen sehr bekannten Sachverständigen aus Berlin, Herrn von Mack, hat die größten Vorsichtsmaßnahmen getroffen und genaueste Prüfungen aller eingelieferten Objekte vorgenommen, um den Käufern vollste Gewähr für die unbedingte Echtheit der Stücke zu bieten. Wie notwendig diese Maßnahmen waren, erhellt u.a. daraus, dass der Auktionsleitung vor einiger Zeit eine sehr wertvolle Thurn- und Taxis-Sammlung zum Verkauf eingereicht wurde, deren Abstempelungen sich zum größten Teil nach Prüfung unter Heranziehung eines der erfahrenen Danziger Kenners als falsch erwiesen. Diese Sammlung wurde auf Antrag von der Kriminalpolizei beschlagnahmt.
Sehr reichlich wird die Versteigerung übrigens auch mit größeren Posten gesuchter Danziger Marken beschickt sein, und ferner kommen zwei außerordentlich umfangreiche Generalsammlungen zu einem verhältnismäßig niedrigen Ausrufpreise zur Auktion. Der Vormittag des eigentlichen Versteigerungstages, Dienstag, den 15 März, dürfte in den Räumen des bekannten Restaurants „Gilka“ am Glockentor“ eine zahlreiche Philatelistengemeinde versammelt sehen, die mit größter Spannung den Endergebnissen diese für Danzig neuen begrüßungswerten Unternehmens entgegensieht.
Französische Katalog-Bewertungen der Danziger Verfassungsmarken. In der neuesten Ausgabe des von der Pariser Theodore Champion (Mitherausgeber des Yvert-Tellier Champion-Kataloges) herausgegebenes „Bulletin Mensuel“ vom 25. Februar ist die Danziger Verfassungsausgabe in französischer Währung bewertet wie folgt: 5 Pfennig (0,05); 10 Pfennig (0,10); 25 Pfennig (0,15); 40 Pfennig (0,25); 80 Pfennig (0,45); 1 Mark (0,50); 2 Mark (1,-); 3 Mark (1,50); 5 Mark (2,50); 10 Mark (9,-). – Es sind also, wie man sieht, ganz passable Preise, die französische Sammler für Danziger Marken anlegen müssen, wenn sie ihren Bedarf bei der bekanntesten Pariser Briefmarken-firma decken wollen, für die 10-Mark-Marke z.B. wird danach in Paris nach dem heutigen Frankkurse etwa der vierfache Nominalpreis gefordert.

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Danzig

Die kursierenden Erinnerungsmarken an das Inkrafttreten der Danziger Verfassung zu 25, 40 und 80 Pfennnig, von denen namentlich die beiden letzteren Werte in der Perforierung viel zu wünschen übrig ließen, so dass sie beim Abtrennen fast stets verletzt wurden, werden wie wir hören, an stelle des sägezähnartigen Durchstichs des Markenrandes zur besserem Trennung der Marken vom Bogen eine Zähnung (Perforierung) nach dem Muster der deutschen Postwertzeichen erhalten.

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Eine treffende Abfuhr

Die Oberste Postbehörde in Danzig sendet den Leipziger „Germania-Berichten“ folgende Erklärung, die wir im Interesse der Sache und Danzigs auch an dieser Stelle zwecks weiterer Verbreitung veröffentlichen möchten:
In Nr. 11/12 1920 der Germania-Berichte bringen Sie unter „Vermischtes“ Ausführungen übe die Danziger Postverwaltung und ihre Beamten, die weit über das Maß einer zuverlässigen Kritik hinaus gehen. Sachlich erwidert wir folgendes: Die Danziger Postverwaltung ist Anfang Juni 1920 als selbständiges Danziger Staatsinstitut eingerichtet worden. Vor diesem Zeitpunkt hatte die deutsche Postverwaltung des abgetretenen Freistaatsgebietes auf Wunsch maßgebender Danziger Kreise die im Frühjahr 1920 bei der Reichsdruckerei bestellten Postwertzeichen durch die Druckerei mit einem geraden Aufdruck „Danzig“ versehen lassen.
Mit dem Übergange der Postverwaltung auf den Danziger Staat ergab sich, um die Portoeinnahmen für diesen sicherzustellen, die Notwendigkeit sämtliche noch im Freistaat vorhandenen Postwert-zeichen ohne Aufdruck mit dem Überdruck „Danzig“ zu versehen, und zwar sämtliche Sorten von kursfähigen Marken, um diese zu verwerten. Zu dem Zwecke wurden auch die noch in den Händen des Publikums befindlichen Postwertzeichen eingezogen. Die Auflagehöhe der einzelnen Marken-sorten war selbstverständlich eine verschiedene. Da es sich herausstellte, dass einzelne Marken-sorten nur in geringer Zahl vorhanden waren, wie die Marken zu 60 Pfennig, 1 und 2 Mark wurde angeordnet, dass diese nicht an das Publikum verkauft, sondern zum Frankieren unfrankiert eingelieferter Sendungen von den Beamten verwendet werden sollten. Wenn sie gleichfalls unge-stempelt in die Hände des Publikums gelangt sind, so geschah das gegen die Absicht der Postver-waltung.
Die Notwendigkeit, statt des graugrünen einen violetten Unterdruck bei den Marken mit höheren Werten anzuwenden, ergab sich aus technischen Gründen, weil der graugrüne Unterdruck u.a. bei den in 1 Mark-Marken umgewerteten 30-Pfennig-Marken nicht genügend zur Geltung kam.
Für das Überdrucken der Marken waren somit dienstliche Interessen maßgebend. Von den Druck-zufälligkeiten, die erfahrungsgemäß bei der Massenherstellung von Drucksachen leicht auftreten (z.B. fehlender Unterdruck, Wellenbogen nach oben statt nach unten usw.) hat die Postverwaltung erst durch Mitteilungen aus Sammlerkreisen Kenntnis erhalten. Der Vorwurf der Ausbeutelei des Publikums durch die Postverwaltung ist hiernach durchaus ungerechtfertigt. Hierzu hätten der Verwaltung ganz andere Mittel und Wege zur Verfügung gestanden.
Wir würden trotz der ungerechtfertigten Angriffe zu dem Artikel keine Stellung genommen haben, wenn die Schlussausführungen nicht die Danziger Beamtenschaft geradezu des Markendiebstahls bezichtigen. Diese Beschuldigungen entbehren jeder Begründung. Wer nur einigermaßen mit postalischen Betriebsverhältnisse vertraut ist, weiß, dass die vorgeschriebene Bescheinigung des Fehlens einer Marke auf einem Brief keinen Schluss auf den Täter und den Ort der Entwertung zulässt. Auch lässt das Fehlen einer Marke nicht immer auf deren Entwendung schließen. Wie die amtliche Verfolgung zahlreicher Einzelfälle ergeben hat, sprechen alle Umstände dafür, dass Markenverluste im Bereich der Danziger Postverwaltung kaum vorgekommen sind. Die Danziger Postbeamten haben jederzeit Gelegenheit, auf ordnungsmäßiger Weise sich die Marken zu kaufen. Die Tatsache, dass Marken entwendet werden, soll weder beschönigt, noch bestritten werden. Es verrät aber einen großen Mangel an Sachlichkeit, Einzelfälle zu verallgemeinern und in Zusammen-hang damit leichtfertige Beschuldigungen gegen einen ganzen Stand ehrenhafter Beamte zu richten.
gez. Zander

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Danzig

Von heute, 3. d. M. ab gelangt an den Postschaltern des Freistaates, wie wir erfahren, der bereits von uns früher angekündigte neue Postkartenwert im bisherigen Wappenmuster, bestimmt für den Weltpostverkehr zur Ausgabe. Der gewählte Farbenton, karminrot ist recht ansprechend und lasst das Markenbild gut hervortreten.
Postkarte 40 Pfennig karmin auf sämisch.

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Die Danziger Briefmarken-Auktion

ist, wie uns die Geschäftsleitung mitteilt, mit zur Versteigerung eingereichten Material so überaus zahlreich beschickt worden, dass sich eine Verlegung des Auktionstermins notwendig machte, da die umfangreiche Katalogisierung beim besten Willen nicht rechtzeitig bewältigt werden konnte. Wir hatten bereits Gelegenheit, einen Teil der angebotenen Marken zu besichtigen, wobei uns besonders die erstklassige Qualität vieler sehr gesuchten Raritäten auffiel. Wir sahen unter anderen Sachsen 3 Pfenng rot, für welche Marke übrigens ein gar nicht sehr hoher Ausrufpreis festgelegt ist (7500 Mark), Elsaß 4a mit Netzwerk nach unten in einem Prachtstück, Preußen, Hannover, Baden Mecklenburg, außerordentlich gut und reich vertreten, Braunschweig Nr. 1, 16 u.a. Bremen, Württemberg Nr. 20 in einem Prachtstück und anderes gutes Altdeutsches Material. Aber auch viele andere europäische Länder sind vorzüglich vertreten, z.B. Frankreich, Griechenland, Schweden. Von Übersee liegt eine vorzügliche spezialisierte Auswahl von Mexiko vor. Um einen allzu großen Andrang am Tage der ersten Auktion zu vermeiden, ist es wünschenswert, wenn sich Besucher aus dem Freistaate Danzig rechtzeitig bei der Geschäftsleitung melden, damit ihnen besondere Einlass-karten zugeteilt werden können. Auswärtige Interessenten, die nicht nach Danzig kommen können, weist das Handels- und Bankhaus I. Semiaticky gern zuverlässige Vertreter bei der Auktion nach.

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Die neuen Kataloge III

„Gebr. Senfs Illustr. Postwertzeichen-Katalog 1921“ (25. Jahrg.)

(Ich habe aus dem umfangreichen Artikel nur den Teil, der Danzig behandelt, abgeschrieben)
Was die Bearbeitung der einzelnen Länder im allgemeinen anbetrifft, so müssen wir uns eine Besprechung dieser für etwas später, nach genauer Durcharbeitung vorbehalten. Ein kurzes Wort nur noch zu der Bearbeitung von Danzig, welches Gebiet richt und logischerweise als neuer Freistaat für sich allein aufgeführt wurde. Die Katalogisierung der Danziger Marken umfasst natur-gemäß noch nicht die Neuen Verfassungsmarken, ist aber sonst ziemlich fehlerfrei. Nur dass die beiden Dienstmarken zu 60 Pfennig und 1 Mark der Schrägdruckausgabe und der 2 Mark-Wert für sich besonders eingereiht sind, will uns nicht recht gefallen. Die Übersichtlichkeit leidet darunter etwas und diese sogenannte Innendienstmarken nehmen auch postalisch, wie bereits aus den amtlichen, von uns gebrachten Ankündigungen hervorging, eine eigenartige Sonderstellung ein. Die Preisbewertung der Danziger Marken macht sich Senf sehr leicht, indem er bei allen gesuchteren Stücken überhaupt nur Striche anstatt der Preisnotierungen bringt. Da die Wertbemessung der Marken auch heute noch nicht endgültig feststeht, ist diese Politik auch nicht die richtigste, wenn-gleich sie im Tauschverkehr nicht sehr gelegen kommt. Die übrigen angeführten Preise entsprechen im allgemeinen den wirklichen Marktverhältnissen bis auf Nr. 13 und 14 (3 und 5 Mark) 1.Augabe), bei welchen Nummern die Preise richtiger umgekehrt als Senf sie verzeichnet anzusehen sind. D.h. für die 3 Mark mit 15 bzw 20, für die 5 Mark mit 8 bzw. 9 Mark. Der 3-Mark-Wert ist schon der Auflage nach die bei weitem seltenere Marke.

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Danzig

Entgegen umlaufenden Gerüchten können wir bestimmt mitteilen, dass Ergänzungsmarken (eine zu 15 oder 30 Pfennig) der Verfassungsausgabe nicht mehr vor der endgültigen Freistadt-Ausgabe, die für den April beabsichtigt ist erscheinen werden.

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Hanseaten-Kogge im Feuer

Ein sehr interessanter Danziger Plattenfehler

Von wirklichen Platten-, oder besser gesagt Zeichnungsfehler sind bei den Danziger Marken bisher noch gar keine oder doch nur solche bekannt geworden, die einen technischen Versehen oder bloßen Zufälligkeiten beim Druck ihr Entstehen verdanken.
Etwas ganz anderes ist es mit einem Fehldruck, den wir heute melden können und der bei dem 1-Mark-Wert (karmin und schwarz) der Danziger Verfassungsausgabe festgestellt wurde. Es handelt sich hier um einen höchst bemerkenswerten Fehler in der Zeichnung und demzufolge in dem Klischee der rechten Eckmark der ersten Reihe jeden Bogens, der zweifellos eine besondere Katalo-gisierung erforderlich machen wird. In dem schwarzen Schiffsmedaillon kann man nämlich deutlich schon mit bloßen Auge aus den Wellen mittschiffs vor der Hanseaten-Kogge eine bis zur halben Mittelmasthöhe aufsteigende Wasserfontäne beobachten, die in weißen Strahlen sich bis zu dem Mittelsegel des Hauptmasten erhebt. Das Ganze macht den Eindruck, als ob das alte Hanseaten-Kriegsschiff „im Feuer läge“ und von feindlicher Seite beschossen würde. Die ins Wasser einschla-gende Kugel oder Bombe könnte man auch dem Bilde nach als eine explodierende Mine bezeichnen, wenn es zu damaliger Zeit schon Minen gegeben hätte.
Der Fehldruck kommt immer nur bei der rechten Eckmarke jeden Bogens vor, jedoch nicht bei allen Bogen. Es wird erst noch festzustellen sein, ob nur die erstgedruckten Bogen oder aber ein etwas späterer Druckabschlag den hochinteressanten Plattenfehler aufweisen. Unseres Erachtens dürfte vermutlich das letzte der Fall sein, was aber nicht ausschließt, dass der Fehler inzwischen bereits durch Einsetzen einen neuen Einzelklischees in die ganze Platte korrigiert wurde. Hierüber hoffen wir bald Näheres berichten zu können.
Die bemerkenswerte Veränderung, die das Schiffs-Medaillonbild erfahren hat, ist vermutlich damit zu erklären, dass ein technischer Angestellter der Druckerei in dem Klischee in der Mitte des Schiffsrumpfes oder aber in der Wellen-Zeichnung eine Farbenverschmierung beseitigen wollte. Dabei rutschte ihm der Stift aus nach oben und es entstand eine Schramme. Um diese möglichst zu verdecken und zu retouchieren, machte der betreffende Beamte die Wasserfontäne vielleicht unbewusst noch etwas schärfer und deutlicher. Auf manchen Marken wirkt sie wie ein emporschießender Doppelstrahl, auf anderen ist sie etwas weniger deutlich.
Da unter 50 Marken des Bogens nur eine Marke diesen ausgesprochenen Plattenfehler hat, wird die Marke an und für sich selten werden, und dies um so mehr, wenn der allerdings sonst durchaus nicht im Bilde störende Zeichenfehler inzwischen beseitigt wurde. Jedenfalls seien alle Sammler Danziger Marken auf diese hochinteressanten Stücke hiermit besonders aufmerksam gemacht

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Danzig

achzutragen ist hier im gemeldeten Muster noch die am 4. Februar erfolgte Ausgabe einer Doppelkarte 30 + 30 Pfennig hellblau. – Die an den Schaltern verausgabten Postkarten waren übrigens infolge geringer erster Auflage fast sofort vergriffen, doch ist eine zweite unveränderte Druckauflage in Vorbereitung. – Postkarten für den eigentlichen Auslandsverkehr sollen erst später zur Ausgabe kommen. Die letzten Karten dienen nur dem Verkehr im Freistaat, mit Deutschland und mit Polen

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Briefmarken-Auktionen und Briefmarken-Borsen

Über das Wesen dieser beiden Einrichtungen herrschen in Danzig, wie wir verschiedenen Äußerungen entnehmen, namentlich in jüngeren Philatelistischenkreisen noch vielfach irrige Vor-stellungen. Die Auktionen haben keineswegs die Aufgabe, sonst weniger wertbares oder unbeliebtes Postwertzeichen-Material „unter die Leute“ zu bringen und abzusetzen, sondern sie sollen, wenn sie nach modernen Grundsetzen, wie es selbstverständlich ist, geführt werden, gerade der Erwerbung auch gesuchter, wertvoller und auf anderem Wegen somit schwer zu erhaltener Marken dienen.
Es ist im allgemeinen keineswegs der Fall, dass Briefmarken-Auktionen die Preise der Marken verteuern. Es kommt vielmehr erfahrungsgemäß häufig vor, dass bei Auflösung namentlich größerer Sammlungen, einzelne Stücke daraus von dem Verkäufer in seiner Schätzungsbemerkung verhält-nismäßig so niedrig angesetzt werden, dass sie noch unter einer sachgemäßen Taxe bleiben. Für philatelistisch weniger Erfahrenen spring bei Ablieferung ihrer Auktionsmaterials natürlich bei allen gutgeleiteten Auktionen ein unparteilicher Taxator ein, die die Bewertung nach bestem Wissen und Gewissen festsetzt. Die veranstaltende Auktionsfirma hat selbst ein großes Interesse daran, dass die von ihr zum Verkauf gestellten Marken nicht zu teuer sind, und wird in vielen Fällen übertriebene Preisforderungen gleich bei der Einlieferung zurückweisen. Von den abgesetzten Marken erhebt die Maklerfirma nur einen kleinen Provisionssatz für ihre Bemühungen und Kosten in einer Höhe, wie sie sich bisher durch Erfahrung in Berlin, Paris, London usw. als zureichend erwiesen hat.
Es steht zu hoffen, dass sie auch vorläufig noch fern stehenden Danziger Händler dem Vorgehen der Firma, die nun zuerst in Danzig das „Eis alter Vorurteile“ durchbrechen will, bald anschließen werden. Seitens auswärtiger Firmen war, wie wir wissen, bereits für den kommenden Monat die Einrichtung eigener Briefmarken-Auktionen in Danzig geplant, und es galt, den Fremden schon im Interesse der Internationalen wie lokalen philatelistischen Bedeutung Danzigs unbedingt zuuvor-zukommen. Die veranstaltende Firma hat gesunde finanzielle Grundlagen und es sind ihr, wie wir hören, u.a. die heute bereits für über eine Viertel Million Mark erstklassiger, altdeutscher Raritäten zur Versteigerung anvertraut worden. Dass die ganze Organisation völlig unparteiisch – unter Umständen unter Hinzuziehung eines vereidigten Auktionators – geleitet werden muss. ist natürlich selbstverständlich. Auch schon für Zwecke der Steuerbehörde ist es erforderlich, dass eine Auf-stellung der zu versteigernden Sachen bei der Behörde eingereicht wird. Die Teilnehmer an den Börsen und Auktionsabenden werden ja Gelegenheit haben, sich aus dem Verlaufe der ersten Veranstaltung überzeugen zu können, dass eine derartige Einrichtung für Danzig eine unabweis-bare Notwendigkeit war. Wie wir hören, dringen auch offizielle Kreise dem Unternehmen Symphatie entgegen und man wird in dieser Hinsicht wohl noch mit allerlei Überraschungen rechnen dürfen. Wir hoffen daher, dass sich die neue Einrichtung zu einer allen Kreisen, Sammlern wie Händlern, nutzbringenden gestalten und sie unsere Erwartungen voll rechtfertigen wird.

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Die neuen Kataloge. Michel-Nachtrag und Ubersee

Eine Kritik eines Sammler-Handbuches und besonders eines Briefmarken-Kataloges, wie es auch „der neue Michel“ ist, dar um eine sachliche Bewertung zu bringen, nicht mit allgemeinen Phrasen operieren, die den Interessanten wenig nützen, sondern muss das Ergebnis längerer praktischer Durcharbeitung der einzelnen Länder an Hand einer guten Sammlung selbst sein.
Michel bereitet seinen Freunden, die den Katalog bereits im Herbst bestellten und inzwischen die erste Auflage des Europateiles erhalten haben, dadurch eine nicht gerade angenehme Überrauschung, dass in diesen Tagen eine neue und verbesserte Umarbeitung mit inzwischen erfolgten Ergänzungen erschien, deren Anschaffung um auf der Höhe zu sein, eigentlich für alle ernsten Sammler erforderlich ist. Uns selbst lag die zweite redigierte Auflage noch nicht vor, sondern nur der erste Nachtrag vom Januar d. J., der eine sehr fleißige Arbeit der Redaktion erkennen lässt. Dankenswert ist es auch vor allem, dass Michel seine Nachträge zu einem mäßigen Jahrespreise (9,20 Mark) einschließlich Porto) erscheinen lassen will, wodurch für eine rasche Berichtigung namentlich der Preisnotizen Gewähr geleistet wird. Allerdings sehen wir in den Preis-notizen die zu heutiger Zeit ja leider von Woche zu Woche infolge der beklagenswerten Valuta-verhältnissen großer Schwankungen ausgesetzt sind, nicht das Alpha und Omega für ein brauchbares Handbuch, wie es der Michel sein soll.
In dem vorliegenden Nachtrag interessieren und vor allem die von unserem geschätzten Mitarbeiter Ernst Marré, Leipzig, erwirkte Bearbeitung der Postwertzeichen des Freistaatgebietes. Wenngleich wir hier die sorgsame Katalogisierung, die auch vor Aufzählung de wichtigsten Typen nicht haltmacht, nicht verkennen, ist es doch unsere Pflicht, hervorzuheben, dass dem Mitarbeiter verschiedene Fehler unterlaufen sind. Wir halten es einmal für nicht richtig, dass er das 1-Mark-Sternprovisorium unter Nr. 34 mit den anderen Markwerten ohne Stern zusammen wirft, anstatt diesen Wert, den 10- und 25-Sternprovisorien (Nr. 15 und 16) anzureihen. Ferner glauben wir, dass es schon der allgemeinen Übersicht halber ratsamer gewesen wäre, die gesuchten 2-, 2 ½-, 3, 7 1/2-, 10-, 40- und 80-Pfennig-Werte, deren Ausgabe keinesfalls am 20. August, sondern erst einige Zeit später erfolgte, mit den übrigen Schrägdruckmarken zusammenwerfen. In unserer in der „Brief-marken-Rundschau“ veröffentlichten Katalogisierung waren die Ausgaben nach reiflicher Über-legung und unter Benutzung amtlicher Unterlagen getrennt voneinander gehalten, und wir setzen zu unserer Genugtuung, dass auch auswärtige Sachverständige Kreise in Holland, Frankreich und England diese übersichtliche Taktik befolgt haben. Den 3-Mark-Wert (Nr. 13, I.Ausgabe) bewertet Herr Marré richtiger, als es früher die erste Auflage des Michels tat, mit 30 Mark ungestempelt und 35 Mark postalisch gebraucht. d.h. mit Recht höher als die 5 Mark, deren Wert ziemlich zutreffend mit 20 Mark angesetzt ist. Nr. 23 (Schrägdruck 15Pfennig bezeichnet Herr Marré als braunlila. Die Farbe ist jedoch ausgesprochen dunkellila ohne einen braunen Ton. Die Preise für die Werte der SchrägdurckAusgabe sind im allgemeinen richtig nach dem Stand angegeben, wie er vor etwa sechs Wochen in Danzig Geltung hatte. Es sind heute bereits beträchtlich überholt. Namentlich sind auch die allerdings weniger seltenen Werte zu 5, 10, 15, 25 und 80 Pfennig zu niedrig angesetzt. 10 Pfennig rosa ist heute wohl kaum für 8 Mark selbst bei den billigsten Händlern zu haben, die 15 Pfennig angesetzt, mit 80 Pfennig ist andererseits seltener als die mit 1 Mark bewertete 20 Pfennig lilablau. Die 25 Pfennig orangegelb, die ziemlich gefällig wirkt und bei den Sammlern sehr beliebt ist, dürfte wohl bald den sechs- bis zehnfachen Nominalpreis im Einzelkauf erreichen. Es ist mit nur 90 Pfennig angesetzt, und ebenso wurde der 80-Pfennig-Wert mit 6 Mark ungestempelt wohl für heutige Verhältnisse, etwas zu niedrig bewertet.
Die 60 Pfennig lila (sogenannte Innendienstmarke) reiht der Verfasser fälschlich unter Nr. 29 mit den übrigen Schrägdruckmarken ein und bringt im Anschluss daran als Nr. 32 und 33 hinter Nr. 31 50 Pfennig) auch die beiden „seltenen Vögel“ 1 Mark karmin und 2 Mark stahlblau (Innendienst). Übrigens sind „viel vorzügliche Fälschungen“ der Marken zu 50, 60, 75, 80 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark, die in Steindruck ausgeführt sein sollen, glücklicherweise nicht vorhanden. Also gefälscht in Steindruck und für jeden erfahrenem Sammler sehr leicht zu erkennen, sind nur bekannt die Werte zu 50, 60 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark. Die 75- und 80-Pfennig-Marken, bei denen sich eine Fälschung auch kaum lohnen würde, sind unseres Wissens bisher noch nicht von der sauberen Zunft der Fälscher berücksichtigt worden. Was natürlich nicht ausschließt, dass letzte später einmal ihr Handwerk auch an den heute schon so hoch im Preise stehenden Innendienstraritäten noch einmal versuchen werden. Vorläufig sitzen die bekannten Fälscher aber hinter Schloss und Riegel.
Der Nachzüglerwert 4 Mark schwarz-karmin wäre anstatt zum Schluss unter Nr. 46, richtiger hinter Nr. 13 in Ausgabe I Danzig einzureihen gewesen. Dieser Wert, der heute noch auf den Postämtern in Danzig überall zu haben ist, ist mit 9 Mark bzw. 10 Mark gestempelt zu hoch im Preis angesetzt. Dasselbe gilt von den Aushilfsmarken Nr. 43 – 45 vom November 1920, die der Sternausgabe zuzurechnen sind, anstatt gesondert aufgeführt zu werden. Nr. 43 5 Pfennig violettblau auf 30 Pfennig orange-sämisch soll nach dem Michel-Nachtrag 50 Pfennig bzw. 60 Pfennig wert sein, während auch diese Marke noch bis vor kurzem überall an den Postschaltern für den Nominalpreis zu haben war. Es ist ferner falsch, wenn der Verfasser bemerkt, dass viele Stücke der Danziger Marken überhaupt nicht am Postschalter erhältlich waren. Nicht abgegeben an das Publikum wurden nur die drei Innendienstmarken, deren ganz kleine Auflage eine Abgabe am Schalter verhinderte.
Im übrigen müssen sich gewisse Sammler einige sehr beherzigenswerte Worte zu Herzen nehmen, die wir auf Seite 3 des Nachtrages finden. Es heißt da: „Ein großer Teil der Briefe und Postkarten ist mit Bleistift geschrieben, dabei möglichst eng gekritzelt, und verschmiert und daher unleserlich. – Diese Firmen- und Namenstempel sind verschmiert und daher unleserlich, (so im Original) weil die Stempelfarbe nichts taugt. – Viele Besteller lassen die Angabe ihrer Wohnung weg. – Man nehme mehr Rücksicht auf die kostbare Zeit des Kaufmanns. – Deutsche! Beginnt endlich wieder deutlich zu schreiben! In Eurer Schrift prägt sich das ganze Elend unserer Zeit aus. Nehmt Tinte, statt Blei. – Wir sind nicht mehr im Schützengraben!“
(Der Rest des Artikels hat keinen Bezug mehr zu Danzig und wurde deshalb nicht weiter abgeschrieben.)

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Danzig

Die von uns bereits mehrfach, zuletzt in Ausgabe 3 angekündigte Reihenfolge der Erinnerungsmarken an die Danziger Verfassung sind am 31. Januar erstmalig an den Postschaltern zur Ausgabe gelangt. – Wir beschränken uns zwecks Registrierung des Datums der Ausgabe auf die Anführung dieser Tatsache, und sehen aus Raumrücksichten von einer Aufzählung der zehn einzel-nen Werte ab. Nachzutragen ist nur noch, dass die Zähnung, besser gesagt der Durchstich der Marken 13 ½ beträgt. Nur der 40 Pfennig-Wert karminrot macht hiervon insofern eine Ausnahme, als die seitliche Zähnung bzw. der Durchstich sehr schlecht herauskommt und die vom Bogen losgelöste Marke infolge mangelhaften Durchschlages der Perforiermaschine oft ein- oder zwei-seitig wie „gerissen“ erscheint.
Neu können wir bei dieser Gelegenheit melden, als voraussichtlich bereits heute am 3. d. M. zur Ausgabe gelangend, zwei neue Ganzsachen, die Postkarte 15 (Pfennig) dunkelbraun und 30 Pfennig dunkelblau, beide auf sämischem Kartonpapier in Größe der bisherigen Karten.
Die Zeichnung des Markenbildes weist in einem achteckigen, hoch stehenden, farbig gehaltenen Schilde das Danziger Wappen, die beiden Kreuze mit der Krone darüber (beide hier weiß gehalten) auf. In einem um diesen Schild ausgesparten weißen gleichfalls achteckigen Rahmen stet oben „Freie Stadt“, unten „Danzig“. In den vier Ecken des Markenbildes befinden sich in weißen Kreisen die farbigen Ziffern 15 und 30.

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Danziger Briefmarken-Auktion

Bereits in Ausgabe 7 vom 29.Juli d. J. haben wir mitteilen können, dass in Danzig seitens einer hiesigen Firme der Plan erwogen wurde, in Danzig eigene Briefmarken-Versteigerungen zu veran-stalten. Die betreffende Firma ist später infolge der damals herrschenden Geschäftsüberlastung von ihrer Absicht zurückgekommen. Jetzt aber nimmt die Briefmarken-Abteilung eines hiesigen bekannten Handels- und Bankhauses wie unsere Leser bereits aus dem Anzeigenteils der „Briefmarken-Rundschau“ erfahren haben, das Projekt nach gründlicher Vorbereitung wieder auf und werden in Danzig demnächst vorläufig am 15. jeden Monats fortlaufend Briefmarken-Auktionen größeren Umfanges haben.
Bei dieser Gelegenheit dürfte ein kurzer Rückblick auf die Geschichte der öffentlichen Versteigerungen von Postwertzeichen allgemeiner interessieren.
Die erste öffentliche Auktion von Briefmarken in London – und wahrscheinlich überhaupt in der Welt – fand im März 1872 in dem Geschäftslokal Wellington street 13 in der als Strand bekannten Stadtgegend der Metropole statt. Sie umfasste die schönsten Stücke der Firma I. W Scott and Co. und erzielte ein Gesamtergebnis von 258 Pfund Sterling. Der damals erzielte Höchstpreis für eine einzige Marke, die 20 C. von Saint Louis, eine Marke die heute 25 000 Franken wert ist, betrug 8 Pfund Sterling 12 Schilling! Aber erst 1888 organisierte Walter Bull von der englischen Firma Wentow, Bull and Cooper die ersten regelmäßigen Briefmarken-Auktionen. Es folgten bald darauf 1899 größere Versteigerungen durch den Engländer Charles Philips, der dann an der Spitze eines Consortiums von Philatelisten 190ß zum Preise von 25 000 Pfund Sterling die wichtigste Briefmarkenfirma in London, das bekannte Haus Stanley Gibbons, als Gesellschaft mit beschränkter Haftung gründete, deren Chef Philips seither ist.
Diesen beiden Vorläufern folgten in England bald zahlreiche andere Auktionatoren. Die Firma Plumrigde and Co., Puttrick and Simpson Glenbening (ein Kompagnon Stanley Gibbons), H.R. Harmer, A.H. Thomson und als Spezialist für philatelistische Literatur Hugh Vallencey.
Auf einer derartigen öffentlichen Auktion im Jahre 1910 erwarb König Georg von England  damals Prinz von Wales bekanntlich ein begeisterter Philatelist ein Exemplar der „Two Pence Post Office“ von Mauritius für den damaligen englischen Rekordpreis von 1500 Pfund Sterling. Wenn London trotzdem, was Rekordpreise für Briefmarken auf Auktionen anbetrifft, hinter Berlin und Paris zurücksteht, so liegt dies wohl daran, dass die großen englischen Sammler ihre Erwerbungen meist aus Privathänden machen, wie z.B. Herr Tapling im Jahre 1880, der die englische Kolonial-sammlung Image von 3000 Pfund Sterling und bald darauf die Europasammlung Westoby Isasis Spaniensammlung E.B. Evens Mauritiussammlung und endlich die Generalsammlung v. P. Castle, sowie 1887 die Pariser Sammlung Caille-Botte für 125 000 Franken kaufte.
In Frankreich waren die ersten Pioniere der öffentlichen Briefmarken-Auktionen die Herren Gelli, Tani und Poncelet, die seit dem 6., 7. und 8. Dezember 1916 im großen Saale des ersten Stockwerks im Pariser Hotel Cosmopolite ihre Briefmarken-Versteigerungen abhalten und bei dieser Gelegenheit prachtvolle illustrierte Kataloge herausgaben. Seit 1917 ist es besonders Herr Gillard von der Firma Gillard et Heller, der am Place Royale viel beachtete Briefmarken-Auktionen abhält.
Auch in Belgien und in Holland haben die Briefmarken-Auktionen großen Anklang gefunden, und Berlin hat sie bekanntlich nach dem Kriege mit großer Energie wieder aufgenommen. In der Reichs-hauptstadt sind es besonders die Firmen Marken und Ganzsachenhaus Köhler und Stock, die diesen philatelistischen Geschäftszweig pflegen. Aber auch in der der deutschen Provinz wie z.B. in Hannover, gedenkt man demnächst große Briefmarken-Versteigerungen zu veranstalten, ein Zeichen des ungemeinen Interesses, das man in Philateliekreisen dieser Einrichtung entgegen bringt.
Wir werden in Danzig damit des begrüßenswerten Unternehmungsgeistes einer hiesigen angesehenen jungen Firma nun auch Gelegenheit geben, den großen, in seiner weit reichenden Wirkung heute noch gar nicht abzuschätzenden Nutzen von Briefmarken-Auktionen für Sammler- und Händler kennen zu lernen und wünschen dem Unternehmen, über das noch mehrfach zu sprechen sein wird, gleich bei der ersten Veranstaltung einen vollen und durchschlagenden Erfolg.

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Der volkswirtschaftliche Nutzen des Briefmarkenhandels

von
Freiherr v. Rheinbaben.

Nicht die ideellen Werte, die in der Pflege des Briefmarkensammelsports liegen, sollen hier in erster Linie hervorgehoben werden, sondern der Nutzen, den der Handel mit diesem Sammelartikel der allgemeinen Volkswirtschaft schafft. Wir legen dabei die wirtschaftliche recht verfahrenen Zustände in unserem Vaterlande zugrunde.
Wenn man bei einer Briefmarkenauktion, einer größeren Versammlung usw. die zahlreichen Charakterköpfe und kräftigen Männergestalten sieht, die alle unentwegt ihr Interesse den Feinheiten und Kleinheiten der Briefmarke zuwenden, so ist man leicht versucht, darüber nachzudenken, ob diese intelligenten, reich gestaltenden Arbeitskräfte dem Vaterlande nicht auf einem produktiveren Gebiete von größerem Nutzen sein könnten. Häufig wird diese Frage auch von Außenstehenden aufgeworfen, die sich ganz und gar nicht in die Gedankenwelt des Briefmarkenhandels hineindenken können. Nachstehend wollen wir einige der wichtigsten Gebiete hervorheben, die den volkswirtschaftlichen Nutzen des Briefmarkenhandels in ein besseres Licht rücken.
Der Handel versorgt den Sammler im Inlande mit allen Marken und Bedarfsartikel, für die die Sammlerwelt Interesse und Verwendung hat. Die Anlage von Sammlungen schafft große Werte, die internationale Geltung haben. Es ist gewissermaßen ein Sparfonds, den sich die Sammlerwelt anlegt, und der an seinem Teile zur Vermehrung des Volksvermögens beiträgt. Darüber hinaus-gehend, sind noch andere Vorteile des Briefmarkensammelns nicht zu unterschätzen. Schon die Jugend erweitert durch die Kenntnis der Marken aus aller Herren Ländern ihre Vorstellung von der Welt und den Vorgängen in ihr, und das reifere Alter findet noch anstrengender Tagesarbeit in der Beschäftigung mit den Briefmarken eine wohltuende und nützliche Nervenausspannung innerhalb des Familienkreises.
Der Briefmarkenhandel hat, solange man ihn verfolgen kann, noch immer seinen Mann redlich ernährt. Sofern der Inhaber seinem Geschäft fleißige Arbeit und eine ordentliche Grundauffassung kaufmännische entgegenbrachte. Für die Durchführung des Handels sind eine große Zahl von Hilfskräften erforderlich, und zwar werden häufig gerade einfachere und körperlich weniger kräftige Arbeitskräfte im Geschäft und in der Heimarbeit bei auskömmlichen Arbeitslöhnen benötigt. Viele Beamte und Angehörige anderer Berufszweige können sich durch Sammeln von an sich wertlosen Postwertzeichen aus dem Verkehr usw. und durch Wiederverkauf gelegentlich eingekaufter Marken einen guten, heute bitter notwendigen Nebenerwerb verschaffen, ohne ihre Hauptarbeit zu vernach-lässigen.
Die große Ausdehnung des Briefmarkenhandels wird gerade die Anhäufung der wohlhabenderen Volkskreise ermöglicht. Dadurch fließen namhafte Beträge aus stärkeren in schwächere Hände und wirken sozial ausgleichend. Besonders deutlich tritt dies bei den großen Summen in Einfuhrschika-nen derart drückend wären, dass wir dem steuer und insbesondere an Luxussteuer ständig an den Staat abführt.
Die umfangreiche Sammeltätigkeit erfordert natürlich sehr große Mengen von philatelistischen Bedarfsartikeln, wie z.B. Alben, Tauschhefte, Beutel, Lupen, Pinzetten u.a.m. Unsere Industrie war in diesen Artikeln stets besonders leistungsfähig und vorbildlich und exportierte auch jetzt wieder sehr viel davon ins Ausland. Dadurch erhält eine größere Anzahl von Arbeitskräften gleichmäßige und lohnende Beschäftigung.
Der Handel in Briefmarken ist durchaus International; in Zeiten einer schlechten deutschen Valuta, wie wir sie jetzt durchleben, gehen viele Millionenwerte durch Verkäufe und Briefmarkensammlun-gen ins Ausland und bringen dafür die dringend benötigten fremden Valuta herein. Es werden ferner weit größere Posten deutscher jetzt kursierender Postwertzeichen einschl. der Abstimmungsgebiete ins Ausland gesandt, als von dort ausländische Marken hereinkommen. Auch hier sehen wir alle wiederum den erwünschten deutschen Exportüberschuss.
Schließlich ist der deutsche Briefmarkenhandel das natürliche Bindeglied zwischen den östlichen Ländern und dem Westen. Deutschland wäre als nächster Nachbar der Ostländer zu erzielen, wenn nicht unsere die Erscheinung, die der Briefmarkenhandel an Umsatz frei und unbehelligt einkaufen-den Auslande gegenüber von vornherein wesentlich benachteiligt sind. Für Danzig allerdings liegt die Sache bedeutend günstiger.
Wer sich die Mühe macht, den hier angeregten Gedankengängen zu folgen, wird noch manches andere Nutzbringende finden und an seine Arbeit mit innerer Berechtigung und mit Genugtuung herangehen.

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Danziger allerlei

Senf berichtete im Fernsprecher der Nr. 20 seines Ill.Br.I., dass bei 5,- Mark Danzig I der Aufdruck in zwei verschiedenen Größen hergestellt sei und zwar soll bei der ersten kleineren Auflage der Aufdruck 15 mm lang sein, bei der zweiten größeren 15,5 mm.
Ob es richtig ist, konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen. Die „B.R.“ hat s.Z. diese Notiz aus dem Ill.Br.I. übernommen, hat dann in Ausgabe 26 das Vorhandensein eines Aufdrucks 14,5 mm bei 3,- Mark (nach Vorlage von Herrn H.) gemeldet. Ich habe nun verschiedene Exemplare gemessen und zwar von der am weitesten links gelegenen Stelle des D-Bogens waagerecht nach rechts he (d.h. herüber zum g (d.h. ohne die obere Ausbuchtung des g) und habe bei allen im Juni erschienenen Werten, ebenso bei 40 Pfennig und 1,50 Mark ebenso bei der neuen 4,- Mark dagegen eine Länge von 14,5 mm. Wie bei den Saargebietsmarken ist aber der Aufdruck zweifellos ein zweites Mal gesetzt worden. Bei der 3,- Mark habe ich nur 14,50 mm gefunden. Die von Herrn H. gemeldeten Marken bilden also die Regel und es wäre erst zu beweisen, ob es Exemplare mit einer Aufdruck-länge von 15 mm gibt. Da die 5,- Mark zweite Auflage dieselbe Kontrollnummer trägt wie 3,- Mark, so dürfte wohl auch der Aufdruck dieser zweiten Auflage ebenfalls 14,5 mm (nicht wie Senf meldet 15,5 mm) messen, da der Aufdruck der erstem Auflage eine Länge von 15 mm besitzt!
Oben habe ich Saargebiet erwähnt. Da möchte ich doch auf eine Bemerkung des Herrn Warré in seinem Artikel „Von Sinnsprüchen auf Briefmarken“ zurückkommen. Herr Waffé sagt nämlich: „Bei de 1. Ausgabe Saargebiet reichte das T und S in oder an die 2,50 Mark während bei späteren Drucken kaum Mark getroffen wird.“ Er bewertet I. Auflage mit 28,- Mark, die II. Auflage mit 10,- Mark. Diese Preise mögen wohl gelten, ob aber das angeführte Unterscheidungsmerkmal, ist eine andere Frage. Wie leicht der Aufdruck nach unten und oben verschoben wird, das sehen wir an unseren Danziger Marken und ich glaube kaum, dass für Saargebiet dieser tief stehende Druck ein wirkliches Kennzeichen für die II. Auflage ist. Dagegen haben wir ein untrügliches in der Farbe. Diese war bei der ersten Auflage (50 000 St.) rotlila, während sie jetzt lilarot ist. Diese rotlila Farbe gibt es auch bei Danzig I; auch hier ist sie viel seltener als die lilarote.
In einem Artikel über die Kontrollnummern der Danziger habe ich einen eigenartig aussehenden Bogen der 10-Pfennig-Marke erwähnt und gesagt, es sei wohl ein N.R.-Druck. In einer der nächsten Nummern habe ich ihn Automatenrollendruck besiniert. Nun erklärt ihn Herr A.Ebel, Rössel wieder als N.R.-Druck. Ich muss daher nochmals darauf zurück kommen. Bei Alleinstein haben wir die gleiche Erscheinung bei der 15 Pfennig sog. „Siegesmarke“. Ich hatte nun Gelegenheit, Herrn Krümmel persönlich zu sprechen. Dieser Herr hat in Berlin im Reichspostministerium persönlich Erkundungen eingezogen und es wurde ihm bestätigt, dass die Bogen von aufgeteilten Automaten-rollen herstammen (s. Artikel in Nr. 3 der Br.N.). Es bleibt also bei meiner Defination d.h. die Bogen sind je der 10. Teil eines Automatenrollendrucks.
Vor ein paar Tagen erhielt ich auf dem Postamt eine 25/30, die mir sofort durch ihr Aussehen auffiel. Bei näherer Untersuchung und beim Vergleich mit andern Marken stellten (ich erhebliche Verschiedenheiten heraus. War der bisherige Aufdruck der Marke schwach glänzend, so ist der jetzige vollständig matt. Bisher war die Farbe des Aufdrucks dunkelgelblichgrün, jetzt ist er tiefdunkelgrün. Als ich nun den Maßstab zur Hand nahm, ergaben sich weitere Verschiedenheiten. Die Höhe der 2 ist jetzt 95, mm, bisher 9,3 mm. Die Entfernung der 2 von dem senkrechten Strich der 5 war bisher 1,4 mm, jetzt 1 mm. Die Ziffern selbst sind viel stärker, so ist z.B. der Briete des unteren Balkens der 2 bisher 1,6 mm jetzt 1,95 mm. Aus all dem geht hervor, dass wir es hier mit einer ganz neuen Platte zu tun haben, von der wir eine neue Type der 25/30 erhalten.   L.D.

Auch der 10-Mark-Wert (Schrägdruck) der Ausgabe mit rotviolettem Untergrunde, wie uns Herr A.Ehmer-Danzig mitteilt, mit doppeltem Rasterunterdruck in wohl nur einem Bogen zur Ausgabe gelangt.

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Die ersten Original-Marken der Freien Stadt

Es hat lange gewährt, bis die Freie Stadt Danzig endlich eigene Briefmarken erhielt, geplant ohne Ausschreibung einer öffentlichen Konkurrenz am vielverlästerten „grünen Tisch“, gewachsen und fertig gestellt auf eigenem Grund und Boden.
Bisher haben wir uns in Danzig nur mit mehr oder minder schönen Provisorien geschaffen durch Überdruck auf deutschen Germaniamarken, begnügen müssen, die uns der Postbedarf in großer Mannigfaltigkeit und in reichlicher, vielleicht etwas zu reichlicher Zahl, in vielen bunten Farben schillernd, bescherte. Seit Anfang 1920 schon war die Frage eigener Postwertzeichen für Danzig spruchreif. Im Mai desselben Jahres wurde sie brennend, aber erst am 16. Juni erschienen die ersten Überdruck-Provisorien vom 15. November 1920, dem Tage, da die Verfassung der Freien Stadt Danzig wirksam wurde. Bis heute sind wiederum über zwei Monate vergangen, da sich die Ausgabe der schon länger geplanten eigenen Postwertzeichen durch allerlei widrige Umstände, den Buch-druckerstreik usw., immer wieder verzögerte.
Nun stehen wir jedoch unmittelbar vor der Ausgabe der ersten „Original Danziger“ und ihnen sei heute ein Wort der Begrüßung gewidmet.
Wir haben bereits in Ausgabe 3 der „Briefmarken-Rundschau“ hervorgehoben, dass die künstlerische und drucktechnische Ausführung der neuen Marken, letztere besorgt von der Firma Julius Sauer, Danzig, wohl geeignet ist, auch verwöhnteren Ansprüchen zu genügen. Wenn die aus zehn Werten bestehende Reihe, die wir heute in ihren beiden Haupttypen in der Abbildung bringen können, nun an den Schaltern zur Ausgabe gelangen, werden uns auch Nichtphilatelisten, die unsere schönen Marken zum ersten mal zu Gesicht bekommen, darin recht geben, dass es sich endlich einmal um eine Briefmarken-Ausgabe handelt, mit der Danzig auch im Auslande Ehre einlegen kann und wird. Vielleicht sind die einfarbigen beiden Werte infolge der Farbengebung nicht ganz so gefällig wie die übrigen, aber auch sie unterscheiden sich vorteilhaft z.B. von den bisherigen so geschmacklosen Germaniamarken.
Bei der Gelegenheit möchten wir auch noch einige Worte zu den Ausführungen sagen, die von de „Danziger Zeitung“ in ihrer Ausgabe Nr. 22 vom 22. Januar als Zuschrift aus dem Leserkreise veröffentlich wurde- Wir stimmen selbstverständlich mit dem Verfasser darüber überein, dass Danzig jetzt zeigen sollte und musste, was es in künstlerischer Beziehung im Gegensatz zu vielen gleichgültigen oder gar hässlichen Briefmarken anderer Länder gerade der letzten Zeit leisten kann. Es ist aber dabei noch einmal hervorzuheben, dass die jetzigen Danziger Briefmarken-Serie noch nicht die endgültige Danziger Freistadt-Ausgabe darstellt, sondern in erster Linie nur der Erinnerung an das Inkrafttreten der eigenen Verfassung am 15. November 1920 dienen sollte. Für die späteren endgültigen Marken, deren Ausgabe sich wohl noch längere Zeit hinzögern wird, dürfte nach unserer Kenntnis sicherlich für den Entwurf der Zeichnung ein Symbol gewählt werden, das mit Danzig ganz eng verknüpft ist, und das wir mit niemand anders auf der Welt zu teilen brauchen. Bereits im Januar 1920 ist der „Danziger Zeitung“ vom Schreiber dieser Zeilen warm befürwortet worden, dass gerade solche Danziger Bauten wie der Rathausturm, das Krantor usw. in ihrer Darstellung auf Briefmarken geeignet wären, den Ruhm von Danzigs architektonischer Schönheit und aller Pracht in de Welt zu künden und Zeugnis abzulegen von dem Wesen des neuen Staates, der seinen alten Traditionen nachzuleben trachtet.
Die Danziger Kogge, die mit vielen Segeln fährt, ist bei den Vorläufern der endgültigen Ausgabe, der jetzigen Erinnerungs-Serie, aber gewiss ein gutes Symbol der Hoffnung auf glücklichere Tage. Neben diesem alten Schiffe zeigen die höheren neuen Danziger Werte übrigens auch in der Zeichnung nach das Danziger Wappen, was sie speziell als Danziger Freistaatmarken kennzeichnet. Ferner möchten wir dem philatelistisch wohl nicht ganz bewanderten Verfasser der erwähnten Zuschrift darin widersprechen, dass ein solcher Koggentyp gar nichts Neues für Briefmarken sei. Die von ihm Erwähnten Marken der früheren deutschen Kolonien zeigen nämlich keineswegs, wie angedeutet, im Bilde eine Kogge, sondern ein modernes deutsches Kriegsschiff. Auch das Ausland hat auf seinen Briefmarken kein derartiges Schiff als Sinnbild kühner Seefahrt aufzuweisen, es sei denn, dass man die Kolumbus Karavellen auf den bekannten Marken der Vereinigten Staaten oder das moderne Segelschiff auf den ersten Marken von Britisch Guinea, dieser Klasse zuzählen wollte, was aber nicht richtig wäre, da man unter „Kogge“ oder „Kocke“ eben nur die mit Geschützen bestückten Kriegsschiffe der Hansa verstand, die, wie der „Adler von Lübeck“, als Dreimaster getakelt waren und im Durchschnitt etwa 2000 Tonnen groß waren.
Die stolze hochbordige Kogge mit ihren turmartigen mehrstöckigen Aufbauten auf Bug und Heck, die mit geblähten Raa- und lateinischen Segeln die Wogen des baltischen Meeres durchfurcht, möge Bahnbrecher werden einer glücklichen und friedlichen Zukunft Danzigs. Möge sie auch nie in Verlegenheit kommen, von einer Windstille überrascht zu werden, um etwa gezwungen zu sein, sich dann langsam durch „Rudern“ fortzubewegen, sondern mit frischer Prise unter voller Ausnutzung ihrer Segelkraft den hohen Kulturzielen entgegensteuern, die Danzig, wie wir alle hoffen, in naher Zukunft auch für sich wird beanspruchen können.

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Der Postzensur ins Stammbuch

Die Nr. 1 der philatelistisch von „Altmeister“ Louis Senf vorzüglich geleiteten „Post“ (Kehl a.Rh.) bringt folgendes Eingesandt von Rich. Römer, Halle, das weiteres wertvolles Material im Kampf gegen die Postüberwachungsstellen bietet und das wir schon aus diesem Grunde hier auszugsweise wiedergeben möchten. Herr R. schreibt:
Während meines Aufenthaltes in der ersten Hälfte vorigen Jahres in Polen habe ich Tauschver-bindungen angeknüpft und meist zuerst Auswahlsendungen in alle Länder gesandt. Ein Teil, haupt-sächlich der nach Deutschland gesandten, kam nicht an. Als ich im Juli wieder in meine Heimat zog forschte ich nach den eingeschriebenen Sendungen. Bei einer habe ich festgestellt, dass sie von der Postsensur dem Zollamt übergeben und diesem wegen unerlaubter Einfuhr beschlagnahmt und als verfallen erklärt wurde. Außerdem übergab das liebenswürdige Zollamt Breslau die Angelegenheit dem Staatsanwalt zur Strafverfolgung. Lieber Leser, weil ich mit einem anderen Mitmenschen für circa 100 Mark Katalogwert Marken tauschte! Der Staatsanwalt hat die Sache niedergeschlagen, wohl weil er mich in Polen wähnte. Als ich nun aber von Deutschland aus nach meinen Marken forschte und erwähnte Feststellungen machte, hockte der Staatsanwalt sofort dahinter und eröffnete das Verfahren, das noch schwebt. Ja, man weiß gar nicht, welcher Verbrecher man ist, wenn man im jetzt freien Deutschland Marken sammelt!
Jedenfalls hatte ich nun erfahren, dass Einfuhrbescheinigungen notwendig sind. Ich ließ mir vom Herrn Reichskommissar die Bestimmungen kommen, die das Datum vom 2. August 1920 tragen, also sehr viel später datiert sind, als meine verbotene Einfuhr stattfand, aber das ist wohl ein Irrtum des Personals. Danach ist min privaten Sammlern, die Einfuhr gestattet, wenn sie die Genehmigung erlangen. Ich beschaffte also von der Handelskammer die Formulare (nicht billig), schrieb zwei aus für jeden Fall und fügte die Korrespondenz, wie verlangt, als Unterlage bei. Nach einer Frist, die mindestens ebenso lang war wie im Vorkriegsdeutschland, erhielt ich Genehmigung, entdeckte aber, dass ein freundlicher Mensch mich das Abweichens der ausländischen Marken von dem Karton, die ich als Unterlage eingesandt, enthoben hatte. Leider hatte er vergessen, sie beizufügen. Ich schrieb diese Tatsache sehr höflich dem Herrn Reichskommissar, fügte die Kartons bei und auch einige neue Anträge. Die Karten bekam ich nach circa zwei Wochen zurück, mit einer „herrlichen“ Antwort, nämlich es hätte nicht festgestellt werden können, dass die Marken dort abhanden gekommen wären (das glaube ich). Punkt. Diese schöne Antwort erhielt ich nicht etwa franko, ach nein, ich musste dafür 50 Pfennig zahlen. Die der Beschwerde seinerzeit beigefügten Anträge erhielt ich mehrere Wochen später zurück – nicht genehmigt. Ich habe die Angelegenheit nun einem Rechtsanwalt übergeben.
Bei einzelnen Anträgen konnte ich als Unterlage nur die ausgeschnittene Annonce aus der „Post“ beifügen, wonach K.Y.Z. in, sagen wir, Dänemark Tausch sucht. Diese Anträge wurden abgelehnt, weil „der Nachweis des Tausches erst durch Vorlage der Korrespondenz. Posteinschreibzettel und Empfangsbestätigung des ausländischen Empfängers zu erbringen ist“ (Antwort des Herrn Reichs-kommissars vom 23. Septembers, R.K. VI 41 006). – Also, wie denkt sich das „Amt“ das nun eigentlich? Will ich ihm gerecht werden, dann muss ich an K.Y.Z. jetzt Marken senden, darf mir den Brief natürlich nicht praktischerweise in mein Postbuch quittieren lassen, sondern auf ein Zettelchen muss den Tauschfreund bitten, mir den Empfang zu bestätigen, dann bitte ich den Herrn Kommissar um seine Einfuhrgenehmigung, dann gebe ich wieder 2 Mark Porto aus und schicke dem Tauschfreund den Einfuhrschein. Sehr praktisch! Bekanntlich sind Tauschgeschäfte selten gleich glatt, also nun geht das ins Endlose so weiter. O heiliger Bürokratius!
Das schönste ist, dass Schiebungen hier auch absolut nicht aufgehalten werden, aber der „freie“ deutsche Bürger wird hübsch „gepisakt“! Und irgendeine Jungfrau hat an dem Amte Beschäftigung, jedenfalls mehrere. Bald hätte ich vergessen: Heute habe ich noch einen Brief vom Herrn Reichs-kommissar bekommen vom 10. September 1920 (an hier 26. September 1920), R. 16 086. Diesem sind sämtliche Duplikate der bisherigen Bewilligungen beigefügt. Darauf ist zwar verfügt: z.d.A., und damit ist ja wohl gemeint zu den Akten des Kommissars. Man schickt sie aber mir „zur gefl. weiteren Veranlassung.“ Nun, ich werde sie möglichst praktisch verwenden, das Papier hat ja mein Geld gekostet.
So, liebe Sammlerfreunde, wird unser Vergnügen am Sammeln genommen. Warum? Sollen wir in der Ruhezeit, die wir nun mit unserer Sammlung nicht ausfüllen, vielleicht zu den „Nackttänzern“ gehen?

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Die neuen Danziger Verfassungsmarken

Die von der internationalen Briefmarken-Sammler, Gemeinde mit so großer Spannung erwartete Erinnerungsmarken an das Inkrafttreten der endgültigen Verfassung der Freien Stadt Danzig am 15. November 1920 werden nun – in ihrer Herstellung durch den Danziger Buchdruckerstreik noch im letzten Augenblicke stark verzögert – voraussichtlich gegen Ende der kommenden Woche zur Ausgabe gelangen. Die Reihenfolge der Konstitutionsmarken ist im Buchdruck überraschend gefällig in der Sauerschen Druckerei nach besonderen Zeichnungen hergestellt worden und macht einen künstlerisch wie ästhetisch außerordentlich schönen und befriedigenden Eindruck. Es werden, wie bereits gemeldet, zehn Werte zu 5, 10, 25, 40, 80 Pfennig, 1 Mark, 2 Mark, 3 Mark, 5 Mark und 10 Mark herauskommen. Die Marken sind, wie der philatelistische Fachausdruck lautet, „sägezahnartig durchstochen“.
Die Erinnerungsmarken der Werte von 5 Pfennig bis 80 Pfennig in einer Umrahmung der der Inschrift „Freie Stadt Danzig“ das Bild einer Danziger „Kogge“, die mit vollen Segeln fährt. In den oberen Ecken ist der Wertbetrag angegeben; am unteren Rande befindet sich das Datum der Errichtung der Freien Stadt Danzig: 15. XI. 1920. Diese Werte haben die allgemein übliche Größe (Format 28 zu 32 Millimeter).
Die höheren Werte von 1 Mark bis 10 Mark, die in größerem Format (35 zu 43 Millimeter) herge-stellt sind, erhalten in der unteren rechten Ecke das Datum 15.XI.1920 und in der unteren linken Ecke das Danziger Wappen.
Die Wertzeichen zu 40 Pfennig sind einfarbig dunkelrosa, die zu 80 Pfennig einfarbig ultramarin-blau. Die übrigen Werte sind zweifarbig hergestellt und zwar ist bei den Postwertzeichen zu:
5 Pfennig, die Umrahmung rotbraun und das Mittelfeld violett-rötlich,
10 Pfennig, die Umrahmung orangefarbig und das Mittelfeld violett-schwarzbläulich,
20 Pfennig, die Umrahmung dunkelgrün und das Mittelfeld dunkelrosa
1 Mark, die Umrahmung rosa und das Mittelfeld grau
2 Mark, die Umrahmung dunkelblau und das Mittelfeld olivgrün
3 Mark, die Umrahmung violettschwarz und das Mittelfeld grün
5 Mark, die Umrahmung blauschwarz und das Mittelfeld karminrot
10 Mark, die Umrahmung olivgrün und das Mittelfeld braun
Das Wasserzeichenpapier enthält ein Wabenmuster, sehr ähnlich dem der argentinischen Buchdruckmarken von 1912 – 14.

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Zur Geschichte des Postregals.

von
Fritz Grube, cand. Jur., Danzig

Regalien sind ursprünglich Rechte des Königs, und zwar entweder solche, die zu den notwendigen Ausflüssen der Staatsgewalt gehören, gewöhnlich Hoheitsrechte genannt, oder sogenannte nutzbare Finanzrechte, die der König – in den späteren Stadien der Entwicklung der Staat – zwar nicht notwendigerweise ausüben muss, die aber infolge ihrer besonderen Beschaffenheit zur Übernahme durch private Unternehmer nicht geeignet sind. Zu der letzten gehört das Postregal, das heißt das Recht, Posten anzulegen und zu erhalten, genauer, die ausschließliche Befugnis der Staatsgewalt zur entgeltlichen Beförderung von Personen und Sachen in dem durch Gesetz und Gewohnheitsrecht bestimmten Umfange.
Die Anfänge des Postregals gehen bis ins 16. Jahrhunderts zurück. Erst um diese Zeit konnte über-haupt zum ersten mal von einem wirklich postmäßigen Betriebe gesprochen werden, denn ein solcher liegt nur dann vor, wenn, abgesehen von feststehenden Abgangs- und Ankunftszeiten, ein Wechsel der Transportmittel stattfindet, d.h. wenn der Brief nicht mehr von einem und demselben Boten vom Absender zum Empfänger befördert wird, sondern durch mehrere voneinander unabhängige Boten dem Empfänger zugestellt wird. Erst dann liegt eine wirkliche Post im technischen Sinne vor, also erst im 16. Jahrhundert nach de Errichtung von sog. Pferde- und Boten-relais, die einen Wechsel der Transportmittel bedingen. Alle früheren postalischen Einrichtungen vom römischen cursus publicus bis zu den Staatsbotenanstalten Ludwigs XI. von Frankreich sind keine Posten im eigentlichen Sinne, sondern lediglich dynastische Stafettenketten, die aus ausschließlich den Aufgaben der Staatsverwaltung zudienen bestimmt waren.
Im alten Deutschen Reich war Träger des Postregals der Kaiser und zwar kraft Gewohnheitsrechtes. Jedoch war die rechtliche Grundlage des kaiserlichen Reservatanspruches von vornherein zweifelhaft und vielen Anfeindungen ausgesetzt. Denn schon frühzeitig betrachteten die Reichsstände, vor allem die stärkeren Territorialgewalten, das Postregal als ein ihnen zukommendes Recht und erblickten in dem Reichspostregal des Kaisers einen Eingriff in ihre Einflusssphäre. Dieser Streit um das Postregal währte jahrhunderte lang und fand erst im 19. Jahrhundert seinen Abschluss. Anfangs konnte der Kaiser noch seinen Ansprüchen Geltung verschaffen, solange eine starke Zentralgewalt im Reich vorhanden war. Insbesondere blieb unter Karl V., in dessen Reich die Sonne nicht unterging“, das kaiserliche Postregal unangetastet. Die Kaiser übten es bekanntlich nicht selbst aus, sondern gaben es dem Grafen von Thurn und Taxis, den späteren Generalerbpost-meistern des Deutschen Reiches, zu Lehen. Aber gerade dieser Umstand bewirkte infolge des rücksichtslosen und vielfach allein fiskalische Interessen verfolgenden Vorgehens der Taxis, dass alsbald eine starke ständische Reaktion gegen die kaiserl. Posten einsetzte, die dazu führte, dass Kaiser Leopold I in seiner Wahlkapitulation von 1657 ausdrücklich zugestehen musste, dass das Postregal kein ausschließlich kaiserliches Reservat sei, sondern ein landesfürstliches, und daher jedem Reichsfürsten in seinem Landes zustehe. Trotz dieser unzweifelhaften rechtlichen Anerkennung des Postregals der Territorialgewalten unternahmen es die späteren Kaiser wiederum, und zwar in erster Linie infolge des Drängens der Taxis die Landesposten zu unterdrücken und erneut auf das Postregal Ansprüche zu erheben. Die Taxis erfreuten sich auch weiterhin der unein-geschränkten kaiserlichen Gunst wurden 1695 in den Reichsfürstenstand erhoben und erlebten im Jahre 1744 den Triumph, dass ihr Lehen zum Reichskronlehen erklärt wurde.
An der anderen Seite bestanden naturgemäß die Territorialstaaten, vor allem Preußen, Österreich, und Sachsen auf dem ihnen in der Leopoldinischen Wahlkapitulation verbrieften Recht, und wussten es auch durchzusetzen. Insbesondere gebührt dem Großen Kurfürsten das Verdienst, der ungerechtfertigten kaiserlichen Regalansprüche mit Energie und Erfolg entgegengetreten zu sein. Er war der langen theoretischen Streitigkeiten überdrüssig und verdrängte kurzerhand die kaiserlichen Taxisschen Posten aus Brandenburg während er gleichzeitig die mustergültige Organisation der brandenburgisch-preußischen Staatspostanstalten schuf. Als der Kaiser den Kur-fürsten im Jahre 1659 aufforderte, die Reichsposten ungehindert durch sein Gebiet passieren zu lassen, antwortete er in einer energisch abgefassten Note, dass er eine Staatsposten habe, und für alle Zeiten gegen die Taxisschen Posten Verwahrung einlege. In einem ähnlichen Vorgehen entschloss sich im Jahre 1681 auch Kursachsen mit dem Erfolge, dass beide Länder hinfort von den Taxisschen Reichsposten unbehelligt blieben, während die süddeutschen Staaten zum größten Teil das Reichsregal anerkennen mussten. Die Zeit der Napoleonischen Umwälzungen wurde auch für die Entwicklung und Gestaltung des Postregals von entscheidender Bedeutung. Nachdem zunächst durch den Frieden von Lunéville im Jahre 1801 die Taxisschen Posten vom linken Rheinufer verdrängt waren, wurden sie durch den Reichsdeputationshauptschluss von 1803 reichlich entschä-digt, und in den rechtsrheinischen Gebieten, „sowie sie konstituiert sind, garantiert“. Wenige Monate später fiel indessen infolge de am 6. August 1806 nach der Gründung des Rheinbundes erfolgten Auflösung des alten Deutschen Reiches auch die Rechtsgrundlage des Reichspostregals und damit der Taxisschen Reichsposten als der Inhaber desselben endgültig zusammen. Die Folge davon war, dass sich zahlreiche Landesherren entschlossen, dem Beispiel Preußens und Sachsens zu folgen und eigene Landesposten anzulegen. Nur die kleineren Territorien zogen es zur Vermeidung weiterer Zersplitterung des Postwesens vor, dasselbe dem Hause Taxis gegen Zahlung eines lanons zu belassen, das jetzt aber nicht mehr als Träger des Reichspostregals, sondern lediglich als privates Unternehmen zu betrachten war.
Jedoch noch einmal kam es zu einer staatsrechtlich bedeutsamen Reaktivierung des Thurn-und-Taxisschen Postwesens. Als nachdem Sturze des Napoleonischen Kaisertumes auf dem Wieder Kongress die Rechtsverhältnisse der deutschen Staaten ihre Regelung fanden, sah man sich veran-laßt, schon vor dem Gedanken der Reaktion beherrscht, das fürstlich Thurn-und Taxische Haus in den Besitz und Genuss seiner Posten zu bestätigen, d.h. den Fortbestand derselben auf neuer Rechtsgrundlage zu garantieren, aber nur insoweit, als nicht anderweitige Abmachungen erfolgen würden. Auf diese Weise konnte sich das Taxissche Regal noch 50 Jahre lang halten, Trotzdem es seine Berechtigung längst verloren hatte. Erst 1867 fand diese letzte Periode seines Bestehens infolge der Übernahme seiner gesamten Gerechtsame durch die Krone Preußens ihr Ende.
Als noch den Erfolgen gegen Österreich 1866 der Norddeutsche Bund ins Lebens gerufen wurde, hielt man auch die Zeit für gekommen, der verhängnisvollen Zersplitterung des deutschen Post-wesens ein Ende zu bereiten. Man nahm demgemäß in die neue Bundesversammlung die Bestimmung auf, dass das Postwesen als einheitliche Staatsverkehrsanstalt zu verwalten sei, d.h., dass die Ausübung des Postregals allein dem Bunde unter Ausschluss der einzelnen Mitglieder desselben zustehe. Die Reichsverfassung von 1871 übernahm diese Bestimmung unverändert mit der einzigen Ausnahme, dass Bayern und Württemberg eigene Postverwaltungen behielten. In der Hauptsache war damit das deutsche Postwesen einheitlich gestaltet; die jahrhunderte lange Zer-splitterung war auch auf diesem Gebiete beseitigt.
Die völlige Vereinigung des gesamten deutschen Postwesens in der der Reichspostverwaltung brachte erst die neue Reichsverfassung vom 11. August 1919, die im Artikel 88 bestimmt, dass das Post- und Telegraphenwesen ausschließlich Sache des Reiches sei, und die den Übergang der Post-verwaltungen Bayerns und Württemberg auf das Reich vorschreibt, der bereits am 1. April 1920 erfolgt ist. Damit hat die Entwicklung ihr Ende erreicht. Das lange erstrebte Ziel, die alleinige Ausübung des Postregals durch die einheitlich organisierte Staatspostverwaltung ist nach schweren Kämpfen und Mühen restlos erreicht worden. Erst in ihrer heutigen Gestaltung ist die Reichspost-verwaltung imstande, den großen Kulturaufgaben, die ihr obliegen, in vollkommener Weise gerecht zu werden. Freilich wird sie dieses Ziel erst dann erreichen können, wenn das riesige Defizit, das die Postverwaltung im Haushaltsplan gegenwärtig aufweist, in absehbarer Zeit verschwindet oder wenigstens erheblich verringert wird. Die Postverwaltung hat mal von dem Vertrauen, das ihr bislang vom deutschen Publikum entgegengebracht wurde, eingebüßt. Nur die Wiedererlangung der absoluten Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit wird imstande sein, dem deutschen Postwesen den guten Ruf, den es einst im In- und Auslande genoss, von neuem zu verschaffen.

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Fort mit der deutschen Postzensur

Die bekannte Groß-Firma Gebr. Senf, Leipzig veröffentlicht in Nr. 1 ihres „D.B.I.“ nachfolgendes Schreiben eines großen ausländischen Geschäftshauses, das einen weiteren Bezeichnenden Beitrag zu der unhaltbaren Anmaßung der deutschen Postüberwachungsstellen und dessen teilweise Wiedergabe wir uns angelegen sein lassen möchten. Die Firma schreibt:
„Zu unserem Bedauern erhalten wir jetzt Anfang November Einschreibebriefe von den deutschen Zensurstellen zurück, die wir Anfang Juli 1920 mit wenigen Briefmarken einigen deutschen Herren auf ihre Bitten gesandt haben. Dieser Retoursendung lag ein Zirkular bei, aus dem wir nach vielen Bemühen entnommen haben, dass die Einfuhr von Briefmarken nach Deutschland verboten ist. Wir erlauben uns nicht, dieses Verbot zu kritisieren, wir verstehen nur nicht, weshalb wir nicht an unsere Geschäftsfreunde kostenlos einige Briefmarken senden dürfen, wenn Reisende und Matrosen Brief-marken zu Zehntausenden nach Deutschland hineinschaffen, ohne dass sich eine Behörde darum kümmert. Auch dieses Verhalten kritisieren wir nicht mehr, wir kritisieren lediglich das Verhalten dieser Zensurstellen, die sich erdreisten, im Landes der höchsten Kultur harmlose Briefe monatelang festzuhalten.
Es verträgt sich nicht mit der Würde unserer Firma, dass unsere Briefe in dieser Weise behandelt werden. Wir bedauern deshalb aufrichtig, Ihren kleinen Wunsch nicht erfüllen zu können. Sobald die jeder Kultur spottende Zensur in Deutschland aufgehoben wird, sind wir gern bereit, unsere Freunde wieder mit Briefmarken zu versorgen.“
Die Redaktion des „D.B.I.“ bemerkt dazu mit Recht: Haben die die Überwachungsstellen gar kein Gefühl dafür, dass sie die moralische Verantwortung dafür tragen, wenn ein Geschäftsbrief in dieser langen Zeit gegenstandslos geworden ist, vielleicht zum größten Schaden des deutschen Handels! Und warum? Weil einige Briefmarken aus dem Ausland eingeführt werden sollen, deren Wert ein lächerlich geringer ist zu den Millionenschiebungen nach dem Auslande, von denen uns fast jeder Parlamentsbericht erzählt. Diese gleichgültige, schematische und kleinlich Behandlung der Auslandsbriefe durch die Überwachungsstellen wird unerträglich, weil nicht die Spur eines praktischen Geschäftsgeistes sich bemerkbar macht.
Ein hoher Zollbeamter sprach sich mir gegenüber vor kurzem sehr rühmend darüber aus, welche hohen Beträge der deutsche Briefmarkenhandel mit seinen Nebenzweigen aus dem Auslande hereinholt, wie er sein gut Teil beiträgt, Auslandsdivisen zu schaffen. Gut, dann soll man auch dem Briefmarkenhandel, den Tausch der Sammler einbegriffen, freie Hand lassen, um so mehr wird er imstande sein, an der Besserung unserer Valuta mitzuarbeiten.

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Danzig Nachlese 14. Oktober 1920

Über die Entstehung der fehlerhaften Flagge bei 5 Mark, von der wir bereits berichteten, können wir an der Hand von zwei weiteren Exemplaren Näheres mitteilen. Bei dem einen Stück läuft die Flagge in einem dicken, roten Farbflecken aus, der nur noch lose mit der Flagge zusammenhängt, bei dem anderen ist die ganze Spitze spurlos verschwunden. Das Klischee hatte also von Anfang an eine fehlerhafte Spitze (Druckfehler). Diese ist dann im Laufe des Druckes nach und nach ganz abgebrochen (Plattenfehler). Auf einem Exemplar von 5 Mark befindet sich im Raume zwischen den beiden Flaggenspitzen ein roter Punkt wohl vom Klischeenagel herrührend. Herr von Neumann hatte die Liebenswürdigkeit und eine ganze Anzahl interessanter Abarten der neuesten Danziger Provisorien vorzulegen. Besonders bemerkenswert ist ein, augenscheinlich zweite Auflage die 1 Mark auf 30 Pfennig, bei der der Unterdruck vollständig fehlt. Für Spezial-sammler durchaus bemerkenswert ist ferner ein Fünferblock der 5-Pfennig-Marke, bei dem durch Zufall ein Teil der Farbe des Markenbildes und der darunter befindlichen Papierschicht wohl durch Zusammenkleben mit einem anderen Bogen „makuliert“,d.h. losgelöst ist. Trotzdem befindet sich der blaue Überdruck „Danzig“ auf sämtlichen voll ausgedruckt, auch auf der weiß gebliebenen Fläche.
Die 10-Pfennig-Marke wurde mit verschnörkeltem „a“ in Danzig (Schleife im Oval) angetroffen. Es handelt sich um einen offenbaren Klischeefehler, da derselbe Fehler auch bei der entsprechenden Marke im Bogen des 10 auf 7 ½ Danzig Provisorium angetroffen wurde.
Es legte Herr v. N. uns ferner noch zwei 5-Pfennig-Provisorien vor, auf denen der Blockierungs-strich ganz auf die untere Zähnung gerutscht ist und nicht mehr im Markenbilde steht. Bei dem einen Exemplar befindet sich nur noch eine ganz kleine Andeutung der Blockierungslinie, so dass das Wort „Danzig“ allein auf der Marke zu stehen schein, und darunter die Inschrift „Deutsches Reich“ wieder voll sichtbar ist.
Ein Stück des 40-Pfennig-Provisorium (zweifarbig) weist den Fehler auf, dass die Buchstaben „z“ und „i“ im Wort „Danzig“ völlig fehlen.
Ein getrennter Balken wurde ferner beobachtet bei dem 5-Pfennig-Provisorium, wie auch bei dem 2-Pfennig-Werte, den uns Herr Röder vorlegte.
Die neue 30-Pfennig Postkarte weist eine ganze Anzahl von Verschiebungen des Überdruckes auf, die wir hier nicht alle im einzelnen katalogisieren können. So reicht uns Herr Littwin eine Karte ein, bei der das Netzmuster des Blockierungsbalkens so hoch gerutscht erscheint, dass die Wort „Deutsches Reich“ unbedeckt blieben. Die Ziffer 30 sind ferner über dem Markenrand heraus auf das gelbliche Kartenpapier verschoben und bei den einzelnen, die uns vorlagen, geht auch der halbkreisförmige Überdruck „Danzig“ rechts über das Markenbild hinaus.
Herrn Littwin verdanken wir ferner die Vorlage eines Exemplars der Flugpostmarke zu 60 Pfennig, bei dem links unten ein Teil des Klischees des Flugzeuges der vorherigen Marke (der Schwanz des Flugzeuges) mit überdruckt wurde.
Herr Abraham hatte die Güte, uns ebenfalls eine ganze Anzahl von Abarten vorzulegen. Die 15-Pfennig-Marke braun der ersten Ausgabe zeigt danach den Überdruck Danzig über den Worten Deutsches Reich stehend diese freilassend.
Bei verschiedenen Flugpostmarken zu 40 und 60 Pfennig ist infolge unscharfen Druckes ein sogenannter Lafettenschwanz“ zu beobachten.
Das Provisorium 10 Pfennig auf 20 Pfennig zeigt unter der Ziffer und an anderen Stellen vielfach Andeutungen eines bordeauxroten Striches, wohl vom Klischeerand herrührend.
Bei dem 25-Pfennig-Provisorium finden wir den linken oberen Stern auf einer Marke aus dem Markenbilde auf dem Zähnungsrand nach links gerückt und neben der 25 verschiedentlich mehr oder minder große Punkte und Striche. Letzteres sind wohl auf die anscheinend ölhaltige, leicht klecksende grüne Farbe, die aus den Sternen auch öfter durch Verwischungen ganz unförmige Gebilde schafft, zurückzuführen.

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Ein- und Ausfuhr von Briefmarken in Deutschland

Mit Verfügung des Herrn Reichskommissars für Aus- und Einfuhrbewilligung vom 27. November Nr. A.I. 18103 ist Herrn Dr. Dietze, dem Leiter der Außenhandelsnebenstelle für das Buchgewerbe, Berlin W 66, Wilhelmstraße 45, die Bearbeitung der Anträge auf Ein- und Ausfuhr von entwerteten Briefmarken übertragen worden. Aus diesbezüglichen Anfragen und Anträge sind an diese Stelle zu richten. Die Außenhandelsstelle für das Buchgewerbe, Zweigstelle Berlin W 66, Wilhelmstraße 45, teilt uns weiter dazu mit, dass ihr die Bearbeitung der Anträge auf Einfuhr von entwerteten Brief-marken (Statistisches Warenverzeichnis Nr. 673 b und für nicht entwertete Briefmarken (Statistisches Warenverzeichnis Nr. 658) vom Reichskommissar für Aus- und Einfuhrbewilligung übertragen worden ist. Zur Deckung der durch die Bearbeitung entstandenen Kosten wird mit Einverständnis des Herren Reichskommissars eine Gebühr von 7 Promille vom Einfuhrwert erhoben. Durch Verfügung des Herrn Reichskommissars VI 45553 vom 13. November d. J. ist ferner auf die Kautionshinterlegung seitens der Briefmarkenhändler verzichtet, dafür aber bestimmt worden, dass von der durch Handelskammerbescheinigung nachgewiesenen Ausfuhr künftighin nur 75 % als Kontingent zur Einfuhr zugelassen werden.

J. Hollander, Emden, Die Danziger Marken-Provisorien 2 Pfennig bis 80 Pfennig mit Abstempelung 17.12.20 sind als durchaus sammelberechtigt zu betrachten, da sie bisher nicht außer Kurs gesetzt wurden und weiter verwendet werden können. Allerdings handelt es sich bei den gesuchten Werten dieser Ausgabe meist um Gefälligkeitsabstempelungen, da sich jeder hüten wird, die gesuchten Marken dem heutigen Risiko der Postbeförderung auszusetzen.

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Jahreswende

Es ist im Journalismus sonst nicht gerade Brauch, von der eigenen Arbeit viel Aufhebens zu machen. Bei der einzigartigen Stellung, die der Briefmarken-Rundschau zuteil ward, in ihrer Eigenschaft als Beilage einer großen Tageszeitung, aber auch in ihrer ausgesprochenen Haltung als Fachblatt, möchten wir heute, am vorletzten Tages des Kalenderjahres, das zugleich den Schluss des ersten Jahrganges unserer Zeitschrift bilden soll, aber doch einmal aus dem altgewöhnten Gleis abweichen und vor Einstellung des Hebels auf „Volldampf voraus“ einwenig auf dieser kleinen Zwischenstation verweilen.
Uns leitet bei diesem Rückblick vor allem die Tatsache, dass sie in der philatelistischen Fachpresse mehr als in jeder anderen gewohnheitsgemäß ein vertrauteres Verhältnis zwischen Redaktion und Leserkreis im Laufe der Zeit herauszubilden pflegt. Auch unsere philatelistische Sonderbeilage macht von dieser Erfahrung, wie wir mit Freude und Genugtuung aus zahlreichen Briefen und persönlichen Äußerungen unserer Leser feststellen können, keine Ausnahme. Besonderes die zuerst von uns eingerichtete philatelistische Sprechstunde beweist uns immer wieder, dass die „Briefmarken-Rundschau“ sich bei den Sammlern eines Vertrauens erfreut, für das wir dankbar sind, und das wir zu Schätzen wissen.
„Allen Menschen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.“ – Es wäre töricht, nicht zugeben zu wollen, dass auch gewisse Meinungsverschiedenheiten des Leserkreises über Form und Inhalt der Rundschau auftauchen. Von gewisser, stark interessierter Seite ist der „Briefmarken-Rundschau“ z.B. anfänglich der Vorwurf gemacht worden, sie grabe durch die veröffentlichten auswärtigen, teilweise sehr preiswerten Briefmarkenangebote hiesigen Händlern das Feld ab. Demgegenüber wäre darauf hinzuweisen, dass keine unabhängige Briefmarkenzeitung sich allein auf einen genau begrenzten engeren Interessenkreis stützen kann, sondern beiden Parteien, Sammlern wie Händlern, gerecht werden muss, wenn sie ihre eigentliche Aufgabe erfüllen will. Es gibt ja auch kein einziges Briefmarkenblatt, das nur lokale Anzeigen bringt, und gerade Danzig ist heute schon, zukünftig, so hoffen wir, noch weit mehr, ein dankbarer Boden für den über die engere Landesgrenze hinaus-gehenden Tausch- und Kaufverkehr und die internationale Vermittlung im Sammelwesen. Jeder Einsichtige, und nicht in allen Vorurteilen Befangene weiß heute überdies den großen, auch geschäftlichen Nutzen eines regen Wettbewerbes auch im Briefmarkenwesen zu schützen, und es verlohnt sich wirklich kaum der Mühe, unbelehrbare engherzige Auffassungen einzelner „Außen-seiter“ widerlegen zu wollen.
Abgesehen von dieser geschäftlichen Rückständigkeit sind der Redaktion seit dem ersten Erscheinen der „Briefmarken-Rundschau“ am 16.Juni d. J. eigentlich nur zwei besondere Einwen-dungen oder besser gesagt Vorschläge, Wünsche bekannt geworden, die auch in Zuschriften an uns immer wiederkehren. Diese Vorschläge hier kurz zu streifen und zu erörtern, dafür bietet der heutige Jahresabschluss geeignete Gelegenheit.
Auf den ersten Wunsch eingehend, möchten wir hier eine Zuschrift vom 7. Dezember wiedergeben, die am besten zeigt, was man bei unserer „Briefmarken-Rundschau“ noch für reformbedürftig hält. Ein geschätzter Korrespondent schreibt uns nämlich: „Wenn man, wie ich, eine ziemlich Anzahl von philatelistischen Zeitungen liest und aufheben will, so kommt man schnell zu Vergleichen, und das erste, was da bei Ihrer „Briefmarken-Rundschau“ auffällt, ist das für die philatelistische Literatur ganz abnorme Format. Vielleicht ließe sich diesem Nachteil abschaffen, wenn die „Brief-marken-Rundschau“ in einem Format erschiene, das nur ein Viertel der Satzspiegels darstellte. Dann wäre es zu erreichen, dass de Abonnement- und Literatursammler die Nummer so faltet, dass sie auf das Maß einer Viertelseite der „Danziger Zeitung“ zusammenschrumpft und damit würde sie ganz gut in eine philatelistische Bibliothek passen.“
Diesem das drucktechnische Gebiet streifenden Einwand ist zu entgegnen, dass die Herausgeber der „Briefmarken-Rundschau“ von Anfang an alle Vor- und Nachteile des ungewöhnlichen Formates wohl überlegt und durchdacht haben. Man ist dabei zu dem Ergebnisse gekommen (und fernerstehende Kreise haben die Richtigkeit nach Erläuterung bestätigen müssen), dass die Vorteile des großen Formates die Nachteile weit überwiegen. Vor allem ist es die Übersichtlichkeit des Text- und Inseratenteiles die bei dem Tageszeitungsformat gegenüber vielen kleinformatigen Fachblättern sehr gewinnt. Wer sich de Mähe unterziehen will, einmal behufs Auffindung gewisser interessieren-der Notizen oder Inserate die „Rundschau“ zu durchblättern, wird finden, dass eine unverhältnis-mäßig kürzere Zeit dazu gehört, zum Ziel zu kommen, als wenn er den kleinformatigen Band beispielsweise eines österreichischen Fach- und Anzeigenblattes durchforscht. Die „Briefmarken-Rundschau“ ist aber andererseits ein inniger Bestandteil der “Danziger Zeitung“, der ersten Tages-zeitung überhaupt, die diese Neuerung einer besonderen philatelistischen wöchentlichen Beilage ins Leben rief. Die „Danziger Zeitung“ ist bemüht, und wird in Zukunft noch mehr bemüht sein, auch in ihrem Feuilletonteil durch Veröffentlichung interessanter, auch für das große Publikum geeigneter philatelistischer Mitteilungen das Briefmarkensammeln den bisher ferner stehenden Kreisen populär und den eigenartigen Reiz dieses Sammelwesens nach Kräften anschaulich zu machen und zu fördern. Gerade im Lande des modernen Zeitungsfortschrittes, in Amerika, das nun auch früher nie geahnte Beziehungen in Danzig mehr und mehr aufnimmt, der das große Format durchaus sympathisch berührt, was sich aus den uns gewordenen zahlreichen Anerkennungs-schreiben leicht nachweisen lässt. Ein Binden des vollständigen Jahrganges der „Briefmarken-Rundschau“ ist auch keineswegs so schwierig, riskant oder kostspielig, wie ein Korrespondent meint. Eine starke, in der Mitte gefaltete Pappe im Format der „Briefmarken-Rundschau“, die auf der Innenseite des Rückens die erforderliche Anzahl also 52, am besten gummierte Fälze enthält und die jeder Buchbinder für geringes Geld herstellt, ist alles was zur Aufbewahrung erforderlich ist. So sei bei dieser Gelegenheit bemerkt, dass der Verlag der „Rundschau“ gern bereit ist, diesbezüglichen etwaigen Wünschen aus dem Leserkreis entgegenzukommen und bei genügender Nachfrage eine Sammelmappe und zugleich einen dauernden Einband in erwähnter Form geschmackvoll und zweckentsprechend anfertigen zu lassen, der für einen mäßigen Preis dann von allen Liebhabern bezogen werden kann.
Der zweite Einwand, den man – diesem gegen die Redaktion – dann und wann erhoben hat, ist der, dass wir die Danziger Abarten ein wenig zu ausführlich berücksichtigt hätten. Wir geben ohne weiteres zu, dass dieses geschieht. Die wahrhaftig nicht kleine philatelistische „Liebesarbeit“ bei Abfassung und Redigierung der entsprechenden Notizen war aber gerade im Falle Danzig, eines Gebietes, dessen Postwertzeichenausgaben sich einer so weitgehenden Beliebtheit und Beachtung erfreuen, schon vom archivalischen, aber auch vom Sammlerstandpunkt durchaus notwendig. Wir brachten lange nicht alle uns bekannt gewordenen geringfügigen Abarten. Was wir aber brachten, sollte dazu dienen, das Interesse gerade unerfahrener Sammler zu wecken und bei ihnen den Sinn für „philatelistischer „Kleinforschung“ hervorzurufen, die als Studien- und Lehrgang für jeden ernsten Philatelisten sich früher oder später erforderlich erweist. Viele der gemeldeten Abarten haben für Sondersammler auch einen bedeutend höheren. In hohen Ziffern auszudrückenden Wert, der den glücklichen Besitzern, namentlich auch im Tauschwege, später sehr zugute kommen kann.
Das wäre ungefähr alles, was wir im Rückblick auf die vergangenen Monate an dieser Stelle unseren bisherigen treuen Lesern zu sagen haben. Wir sehen davon ab, die bei gewissen Fachorganen so üblichen großen Versprechungen für die Zukunft zu machen. Wir hoffen nur, auch weiter auf die bisherige Unterstützung unserer Freunde, Abonnenten und Inserenten rechnen zu können, die unsere „Briefmarken-Rundschau“ erst zu einem Organ gemacht hat. Das im philatelistischen Blätterwald eine geachtete Stellung einnimmt.
Unseren alten und neuen philatelistischen Freunden aber glauben wir an dieser Zeitenwende neben einem frohen Neuen Jahr nichts Besseres wünschen zu können, als drei für den Sammler wichtige Dinge: Einen guten neuen deutschen Katalog, sympathische Tauschfreunde und kaltes Blut angesichts der nun glücklicherweise stark abebbenden Neuheitenflut, die eine Zeitlang unsere Sammelliebhaberei zu ersticken drohte. Und nun viribus unitis – mit Volldampf voraus!
GoK.

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Briefmarkenfreunde Freitaat Danzig

Laut Beschluss der Versammlung findet die letzte Sitzung in diesem Jahre in Form einer Weihnachts-Sitzung am 23. Dezember 7 ½ Uhr abends, im Restaurant „Hohenzollern“ statt. Es wird eine Verlosung veranstaltet und jeder Teilnehmer erhält den auf seine Losnummer fallenden Gewinn. Vollzähliges und pünktliches Erscheinen ist erwünscht, da sämtliche nicht abgeholten Lose zugunsten des Vereins versteigert werden.

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Danzig Nachlese 23. Dezember 1920

Wir können heute, ohne die ziemlich zahlreich gerade in jüngster zeit auftauchenden mangelhaften Drucke sämtlich registrieren zu wollen, einen besonders bemerkenswerten Makulaturdruck melden, der wohl die Bezeichnung eines Fehldrucks verdiente. Herr H. Schmidt, Danzig-Langfuhr, legte uns nämlich das 5-Mark-Provisorium letzter Ausgabe (violetter Unterdruck) vor, und zwar die letzte Marke des Bogens rechts unten, die infolge einer Faltung des Papiers beim Druck (Eselsohr) auf der vorderen Seite nur den roten Überdruck Danz’ trägt, so dass die Landesbezeichnung nun als interessante Fassung Danz’ Reich erscheint.
Die Firma Richard Borek, Braunschweig, übersendet uns einen ganzen Bogen (H 4673.15) der Danziger 5-Mark-Provisoriums mit Flagge letzter Ausgabe mit b violettem Netz-Unterdruck, der einen doppelten Rasterunterdruck aufweist. Es handelt sich dabei um ein drucktechnisches Versehen (zweifaches Durchpassieren des Bogens durch die Rasterdurckmaschine), doch sind auf Art unzweifelhaft 100 Marken des entsprechenden Wertes geschaffen worden, von denen jede einzelne im ungetrennten Zustande als Fehldruck zu bezeichnen wäre. Die Firma B. bemerkt, dass dieser Bogen unter vielen anderen der einzige war, der ihr mit Doppelunterdruck vorlag, und dass davon kaum noch ein zweiter Bogen existieren dürfte. – Auch uns hat leider noch keine derartige 5-Mark-Abart vorgelegen, vielleicht kann uns aber jemand aus dem Leserkreise der „B.R.“ mitteilen, ob der Fall vereinzeln steht oder nicht.
Weiter schreibt uns Herr A. Ebel – Rössel (Ostpr.): Die 10 Pfennig – Danzig I erwähnt indem Artikel von Herrn L.D. Langfuhr in Ausgabe 21 der „B.R.“ ist in der gleichen Weise wie die Allen-steiner 15 Pfennig – Gedenkmarke („die berühmte Rotviolette“ vergl. „B.R.“ 19) hergestellt, nämlich im NR. Was aber die Marke seltsam ansehen macht, ist das Fehlen des oberen und unteren Randes! Diese sind vermutlich beim Überdrucken (Aufdruck „Danzig“) abgetrennt worden! Die an der linken Seite des Bogens befindlichen Ziffern 10, 8, 7, usw. sind Kontrollzahlen der Reichs-druckerei über den Papierverbrauch! und kommen ebenfalls bei 20, 30, 40, 75 Pfennig; also bei allen im NR. gedruckten Marken vor.
Bei den zweifarbigen Werten (30, 40, 75 Pfennig) kommen natürlich die Papierkontrollzahlen zweimal (je in beiden Farben!!) vor. Die eigentlichen Kontrollzahlen gehen nur bis zehn, aber durch den Zweifarbendruck erscheinen sie oft weit höher, obwohl ja meistens eine farbige Zahlenreihe etwas höher steht als die andersfarbige. Diese Erscheinung können sie oft beachten! Sie kommt stets am linken (vom Beschauer aus !) Markenrand vor und ist etwa unter je 30 Bogen einmal! Früher druckte die Reichsdruckerei anstatt der Ziffern (z.B. bei den Adler-Marken) die blauen Randdrucke in Zentimeterfolgen oder Buchstaben „Reichsdruckerei“ . (Näheres hierüber in P.Ohrts „Neudrucke und ihre Kennzeichen“ Band III !)

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Danzig

Am 21. Dezember sind die von der Berliner Reichsdruckerei jetzt endlich nachträglich gelieferten, bereits im Frühjahr des Jahres von der Danziger Postverwaltung bestellten 4-Mark-Marken, deren demnächstiges Erscheinen wir in der letzten Ausgabe der „B.R.“ ankündigten, an den Postschaltern zur Ausgabe gelangt. Typ der kleinformatigen kursierenden Germaniamarken, jedoch zweifarbig, oben im Markenbilde zu beiden Seiten auf weißem Felde die Wertbezeichnung in rot 4 Mark. Wir melden also: „4 M. rot und schwarz. Überdruck „Danzig“ in gerader Zeile schwarz halb gotisch.
Die neue Verfassungsausgabe dürfte, wie wir hören, infolge Arbeitsüberlastung der Druckerei, kaum vor dem 10. Januar, dann aber gleichzeitig in allen 10 Werten an den Postschaltern erscheinen.

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Kurbrandenburgische Post in Danzig. 2. Teil

von
Fritz Grube, cand. Junr., Danzig

Im Juni 1654 wurde das erste kurbrandenburgische Postamt in Danzig errichtet. Ein lang ersehnter Wunsch des Großen Kurfürsten war damit in Erfüllung gegangen. Hetzt konnte er daran gehen, seine großzügigen Pläne, die die Schaffung eines umfassenden Netzes regelmäßiger und leistungs-fähiger Postkurse vorsahen, auch im Osten zu verwirklichen und die während des dreißigjährigen Krieges fast durchweg vernichteten Postverbindungen, wo solche vorher überhaupt schon vorhanden waren, in neuer und verbesserter Form wieder erstehen zu lassen.
Wie Matthias in seiner Darstellung des Postwesens berichtet, wurde ein gewisser Johann Stöckel zum ersten kurbrandenburgischen Postmeister in Danzig bestellt, der alsbald ein kleines Häuschen im Junkerhofe als Postexpedition einrichtete und bereits im Laufes des Juni desselben Jahres seine Tätigkeit aufnahm. Die Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der kurbrandenburgischen Post wurde bald allgemein gelob, so dass die finanziellen Ergebnisse hinter den gehegten Erwartungen nicht zurückblieben. Schon in den ersten Monaten des Betriebes wurde ein Reingewinn von durch-schnittlich 500 Talern erzielt. Wie vorauszusehen war, bildete das nebeneinander bestehen der brandenburgischen und der unter polnischem Einfluss stehenden Danziger Post sehr bald den Anlass zu Misshelligkeiten, die erstmals zu offenem Ausbruch kamen, als der übereifrige Stöckel seine Befugnisse überschritt und dem Inhalte der Abmachungen zuwider eine eigene Briefbestellung in der Stadt einzurichten begann, während bei der Zulassung der brandenburgischen Post ausdrück-lich ausgemacht worden war, dass die Bestellung der eingegangenen Postsachen den bisherigen Stadtpostmeistern verbleiben sollte. Die letzten, Salzsieder und Hornemann, sahen ihre hohen Einnahmen gefährdet und wandten sich Beschwerde führend an den Polenkönig in Warschau mit der Bitte, den brandenburgischen Postmeister in seine Schranken zurück zuweisen. Der Erfolg ihrer Vorstellungen war freilich ein anderer als der erbetene. Polen, das schon lange danach gestrebt hatte, das Danziger Stadtpostwesen unter seinen alleinigen Einfluss zu bringen, benutzte diesen Anlass als willkommene Gelegenheit, die Unfähigkeit der Danziger Postverwaltung darzutun und deren Leitung selbst in die Hand zu nehmen. Es sandte den Postmeister Franz de Gratta nach Danzig, der an die Spitze des Stadtpostamtes trat, während der Magistrat allmählich jeden Einfluss auf die Regelung der städtischen Postangelegenheiten verlor.
De Gratta setzte sich sogleich zum Ziele, das kurfürstliche Postamt aus Danzig zu vertreiben, ein Streben, das freilich erst seinen Nachfolgern restlos gelingen sollte. Der Große Kurfürst hatte inzwischen im Jahre 1655 eine zweite Postkonvention mit Danzig abgeschlossen, durch die der Bestand seines Postamtes garantiert und ihm weitere Vorteile eingeräumt wurden. Das Jahr 1657 brachte im Vertrag von Wehlau die Anerkennung des Kurfürsten als souveränen Herrschers des Herzogtums Preußen und damit – ein interessanter Vergleich mit dem heutigen Auslande – die Notwendigkeit einer sicheren Postverbindung Brandenburgs mit Preußens, die von jetzt ab nicht nur allein über Danzig, sondern auch durch den polnischen Korridor geleitet wurde, was Polen im Wehlauer Vertrage ausdrücklich zugestanden hatte.
Schon im Laufe der nächsten Jahre traten jedoch Umstände ein, die den Plänen des polnischen Post-meisters de Gratta nach Verdrängung des Danziger kurfürstlichen Postamtes günstig waren. Bald nach Abschluss des Friedens von Oliva (1660) trat der Große Kurfürst mit König Kasimir in Unterhandlungen wegen Abtretung der Stadt Elbing an Preußen ein. Vernehmlich auf den Einfluss ränkevollen polnischen Königin Louise Maria ist es zurück zuführen, dass König Kasimir die Abtretung Elbing von der Bedingung abhängig machte, dass sämtliche brandenburg-preußischen Posten in Danzig und auf polnischen Gebiet unverzüglich aufgehoben würden. Das nicht näher aufgeklärten Gründen unterwarf sich die Berliner Regierung dieser Bedingung noch vor Abschluss der Verhandlungen und ließ den Betrieb des Danziger Postamtes einstellen. Der Verkehr geriet alsbald ins Stocken und die Verbindung mit Preußen war auf die wenigen unvollkommenen polnischen Postkurse angewiesen. Das Ränkespiel de Grattas und der Königin war gelungen; unmittelbar darauf brach Polen die weiteren Verhandlungen wegen Überlassung Elbings ab, indem es seine Vertreter unverrichteter Dinge abberief.
Der Große Kurfürst, der sich doppelt hintergangen sah, schritt sogleich zu Repressalien und ordnete die Verhaftung aller polnischen Postillione, die auf preußischem Gebiete tätig waren, an. Auf Grund dieses Befehles wurde u.a. am 27.November 1660 eine fahrende, nach Stettin bestimmte Post bei Tempelburg abgefangen und die Postillione gefangen gesetzt. Allein vermochte dieses Vorgehen bei den Polen keinen Eindruck zu erwecken, so dass die Verhaftungen schließlich freigelassen werden mussten. Der Kurfürst war jedoch durchaus nicht willens, seinen Standpunkt aufzugeben und die Verbindung mit Danzig und Preußen in fremden Händen zu belassen. Er ernannte vielmehr noch im Jahre 1661 erneut den Postmeister Johann Stöckel zum brandenburgischen Residenten in Danzig und versuchte die abgebrochenen Verbindungen von neuem anzuknüpfen, was indessen infolge des Gegenspieles des allmächtigen de Gratta nur unvollkommen gelang. Erst als dieser auf wiederholte dringende Vorstellungen des brandenburgischen Gesandten von Hoverbeck in Warschau von der polnischen Regierung abgesetzt und zur Verantwortung gezogen wurde, gelang es, vorübergehend das brandenburgische Postwesen in Danzig wieder aufzurichten, wenn auch nicht mehr in der ursprünglichen Unabhängigkeit und Leistungsfähigkeit.
Das Verhältnis Brandenburg-Preußen zu Polen wurde gegen Ende des Jahrhunderts als erfreulicheres, als König August den Thron bestieg und in Brandenburg Friedrich III. der später König Friedrich I zur Regierung gelangte. Beide Herrscher kamen dahin überein, in Danzig einen gemeinschaftlichen brandenburgisch-polnischen Postmeister einzusetzen, als welcher, wie Matthias berichtet, ein gewisser Christian Hetscher im Jahre 1698 erwählt wurde, der aber bald gleichfalls mit Schwierigkeiten, die seine doppelseitige Verpflichtung mit sich brachte, zu kämpfen hatte. Neue polnische Intrigen, sowie die allzu herrische Auftreten Hetschers, die schließlich nur noch die brandenburgischen Interessen vertrat, beeinflussten das gegenseitige Verhältnis von neuem sehr ungünstige, was schließlich zur Amtsenthebung Hetschers von polnischer Seite führte. König Friedrich Wilhelm I., der für die Entwicklung des Postwesens nicht das gleiche Interesse wie seine Vorgänger aufwies, glaubte jetzt – der ständigen Reibereihen und Streitigkeiten müde – das die Aufrechterhaltung der preußischen Post in Danzig in keinem Verhältnis mehr zu den Schwierigkeiten stünde, die die Fortsetzung der Bemühungen mit sich bringen würde, und löste das Postamt im Mai 1716 endgültig auf. Hetscher wurde auch von preußischer Seite abberufen und das Postamt für 10 000 Gulden verkauft.
Damit hatte die erste Periode des brandenburg-preußische Postwesen in Danzig ihr Ende erreicht. In erster Linie auf die Initiative des Großen Kurfürsten zurückzuführen, haben die kurbrandenbur-gischen Posteinrichtungen wesentlich dazu beigetragen, dass die Stadt Danzig in verhältnismäßig früher Zeit über einen regelmäßigen und zuverlässigen Postverkehr im modernen Sinne verfügen konnte. Fast achtzig Jahre lang war nunmehr den preußischen Postillionen der Eintritt in die Stadt verwehrt. Erst im Jahre 1793 konnte wieder ein preußisches Postamt in Danzig seine Tore öffnen.

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Neues zu den Kontrollnummern der Danziger

Herr Ernst Barendt, Danzig, hatte die Liebenswürdigkeit, uns in Ergänzung des Beitrages in Ausgabe 18 der „B.R.“ folgende weitere Kontrollnummern mitzuteilen:
Danzig I Mark 2 – H 3374.20.1.3.
Neue Auflage. Danzig II: 10/20 Pfennig. Alte Aufklage H 5712.19; Neue Auflage H 2975.19,
H 3369.20. Danzig III a 3 Pfennig 2343.18 (f), 7 ½ Pfennig H 2475.19, H 3348.19, 15 Pfennig
H 2674.19, 20 Pfennig H 5041.19, Danzig III b: 2.00/35 Pfennig H 2502.19, 1 1/4/3 Pfennig
H 2699.17 (!) 23?9/19; 5 – 12 Pfennig H 4673.15 (!)

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Der Kampf gegen die Postzensur in der Philatelie

Veranlasst durch die in den letzten Wochen in großer Zahl zugegangenen Klagen der Sammler über die Handhabung der Verordnung, die Ein- und Ausfuhr von Briefmarken betreffend, hat die „Sammler-Woche“, München, nun erfreulicherweise als erste philatelistische Fachschrift in Deutschland eine Eingabe an den Reichstag gerichtet, die wir ihrer Wichtigkeit wegen hier unver-kürzt zum Abdruck bringen möchten. Sie lautet;

München, den 23. November 1920.

An den Reichstag, Berlin
Betreff;
Vollzug der Verordnung über Ein- und Ausfuhr von Briefmarken der Sammler im Tauschverkehr.

Die bereits gültigen Bestimmungen der Verordnungen vom 16. Januar 1917 und 20. März 1920 betr. die Ein- und Ausfuhr von Briefmarken, bedeutet nicht nur eine schwere Schädigung der deutschen Philatelie, ihre rigorose Handhabung durch die zuständigen Überwachungsstellen des Reiches ist auch in hervorragender Weise geeignet, jede sich anbahnende Verständigung mit dem Ausland auf das empfindlichste zu stören.
Nach § 2 der diesbezüglichen Verordnung ist die Einfuhr von Briefmarken privater Sammler im Tauschverkehr mit dem Auslande gestattet, wenn der Nachweis des Tausches durch Vorlage der Korrespondenz des Posteinschreibezettels und der Empfangsbescheinigung des ausländischen Empfängers für vorausgegangene Tauschsendung erbracht ist. Dass bei solchen Voraussetzungen den Sammlern von hüben und drüben ein auch nur einigermaßen funktionierender Tauschverkehr praktisch unmöglich gemacht ist, dürfte nicht nur dem mit der Materie Vertrauten ersichtlich sein. Ist nun schon bei ordnungsgemäßem Vorgehen der Überwachungsstellen, deren schwerbeweglicher Gang die Zweckmäßigkeit von vornherein in Frage stellt, damit zu rechnen, dass auch die wenigen noch vorhandenen Tauschgelegenheiten mit dem Ausland alsbald unterbunden sein werden, so bedeutet das rücksichtslose und rigorose Verhalten der beteiligten Stellen in Fällen, in denen die Einfuhrerlaubnis nicht oder nicht restlos erbracht ist, eine gewaltsame Erdrosselung der deutschen Philatelie.
Die Philatelie ist auf internationalen Verkehr angewiesen. Er ist das A und O eines Sammelzweiges, der zu allen Staaten der Erde logischerweise in Beziehung stehen muss. Tatsächlich nimmt heute auch nur noch Deutschland in der Behandlung der Frage bei Ein- und Ausfuhr von Briefmarken zum Zwecke des Tausches unter Sammlern eine bedauerliche Ausnahmestellung ein. Wo wirklich in anderen Staaten wie beispielsweise in Frankreich und Ungarn, noch eine der unseren ähnliche Verordnung die Ein- und Ausfuhr von Briefmarken im Tauschverkehr gesetzlich handhabt, so beweist dort wenigstens der Vollzug dieser Verordnungen, dass die betrauten Stellen den praktischen Lebensnotwendigkeiten des Tauschverkehres verständnisvoll Rechnung tragen.
In einem Zeitpunkt nun, in dem das deutsche Volk von einer in die Millionen von Mark gestiegenen Kapitalabwanderung erfährt, die trotz des bestehenden Kapitalfluchtgesetzes stattfinden konnte, erscheint es doppelt als ein Hohn auf den Geist dieses und verwandter Gesetze – zu denen auch die Verordnung über Ein- und Ausfuhr von Briefmarken zählt -, wenn ein im Vergleich zu obigen Summen geradezu lächerlicher Austausch von philatelistischen Werken mit pedantischer Willkür unterbunden oder doch bis in Unerträgliche verschleppt, und beim Fehlen einer Einfuhrbewilligung zum Schaden des deutschen Sammlers mit Konfiskation und außerdem noch mit ungerechtfertigten Strafen geahndet wird.
Es dürfte daher angezeigt sein, die Verordnung über Ein- und Ausfuhr von Briefmarken, soweit sie dem Tauschverkehr von Sammler zu Sammler dient, einer den praktischen Notwendigkeiten gerechter werdenden Revision dahin zielend zu unterziehen, dass Tauschsendungen wenigstens in allen Fällen, in denen unzweifelhaft die Absichten des Gesetzes nicht gestört werden oder nicht gestört werden wollen, künftig von den mit dem Vollzuge der Verordnung betrauten Stellen mit mehr Verständnis für den Geist, denn für den Buchstaben des Gesetzes behandelt werden. Da die Angelegenheit infolge der sich täglich mehrenden Unzuträglichkeiten vordringlich erachtet werden muss, erheischt es das Ansehen der deutschen Philatelie, dass die Petition ehestens dem Hohen Hause zur geschäftsmäßigen Behandlung vorliege.

„Sammler-Woche“
Deutsche Briefmarken-Zeitung.
München.

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Die Danziger Verfassungs-Ausgabe

Eine Gabe für den Weihnachtstisch

Verschiedene Umstände haben die geplante Ausgabe der Danziger Konstitutionsmarken vorläufig noch verzögert, und in Danzig selbst wusste bisher noch niemand positiv, wann die mit Spannung erwarteten Neuheiten nun erscheinen würden. Außerhalb unserer Freien Stadt ist man nun angeblich aber wieder philatelistisch besser unterrichtet über Dinge, die bis vor kurzem noch gar nicht einmal spruchreif waren. Ein interessantes Beispiel dieses Besserwissens finden wir z.B. in der letzten Nummer eines Briefmarken-Offertenblattes, in dem die Firma Paul Strauß, München-Rosenthal folgende Anzeige bringt:

Neu!                                                    Sonderangebot!                                                            Neu!

Danziger Erinnerungsausgabe

.                                                                                    1           5          10        25
1.    5 – 80 Pfennig                            Mark    3,75     3,50     3,–       2,75
                   Pfennig ff. Briefst.      Mark    4,–       3,75     3,30     3,–
2.    5          Pfennig – 10 Mark      Mark  38,–    35,–     32,–     30,–
.                                       ff.Briefst.      Mark  40,–    38,–     35,00   33,–

Die Münchener Firma, die noch gar nicht erschienene Marken schon en gros anbietet, hört das Gras wachsen, obgleich es Winter ist, aber in Danzig sind wir noch nicht ganz so weit.
Nach unseren guten Informationen ist zwar zu erwarten, dass ein Teil der Marken der Verfassungs-ausgabe noch kurz vor Weihnachten erscheinen, der vollständige Satz aber erst etwas später an den Schaltern zur Ausgabe gelangen wird,
Der ganze Satz soll etwa 10 Werte – darunter einige höheren – umfassen. Die Marken in ihrer Zeichnung mehr ansprechend, werden in zwei Farbei gedruckt und zeigen rechts im Medaillon das Bild einer alten Danziger „Kogge“, links davon einen entsprechenden Hinweis auf den historischen Tag (15 November 1920), an dem die Verfassung der Freien Stadt Danzig in Kraft trat.
Die höheren Werte erscheinen übrigens nach dem auch in anderen Ländern üblichen Gebrauch in größerem als dem Normalformat.
Danziger Philatelisten gedulden sich, wie wir der Münchener Firma verraten können, gern noch einige Tage mit dem Ankauf einzelner dieser Werte bis kurz vor dem Fest. Sie werden dann aber gewiss eine um so größere sammlerische Freude genießen, wenn man ihnen Neu-Danzigs Erinnerungsgabe in technisch guter und künstlerisch schöner Ausführung auf den Weihnachtstisch legen kann.
Die größte Überraschung aber bereitet die Reichsdruckerei den Danzigern, indem sie jetzt noch kurz vor Jahresende eine Lieferung ausführt, die schon im Frühjahr dieses Jahres von der hiesigen Post-verwaltung in Berlin bestellt worden war. Es handelt sich hierbei um den neuen deutschen4-Mark wert, überdruckt mit Danzig der ersten Ausgabe. Die Bestellung konnte seinerzeit von Berlin nicht ausgeführt werden. Gestern, am 15. Dezember, aber kamen nun die Postavise an, wonach das Eintreffen dieser 4-Mark-Marke in Danzig unmittelbar bevorsteht. Die Danziger Postbehörde, die gar nicht mehr mit dem Erscheinen dieses Zwischenwertes gerechnet hatte, ist selbst durch die Sendung höchlichst überrascht worden. Sie wird dadurch in die Zwangslage versetzt, den neuen eigentlich zu I gehörigen Wert noch als letzten Nachzügler des Jahres an den Schaltern in den nächsten Tagen zum Verkauf zu bringen. Angesichts des sich immer mehr bemerkbar machenden Mangels an kleinen Werten (z.B. der 5 Pfennig) hätte die Danziger Post aus Berlin lieber eine „Weihnachtsüberraschung“ von besser im Verkehr zu verwendeten Marken gehabt als gerade den
4-Mark-Wert

Erinnerungsmarken aus Anlass der Inkrafttretung der Danziger Verfassung folgende Werte zur Ausgabe;
5, 10, 25, 40, 40 Pfennig, 1,-, 2,-, 3,-, 5,- und 10,- Mark.

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Danzig

Herr Hohmann, Danzig legte uns jetzt zwei Stücke des 3-Mark-Wertes I. Ausgabe vor, bei denen der schwarze halbgotische Aufdruck Danzig nur 14 ½ statt 15 Millimeter in de Länge misst. Bekanntlich soll nach „Ill.Br.I.“ auch die 5 Mark I mit einem derart abweichenden Aufdruck existieren.

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Uranfange des Danziger Postwesens

von
Cand.jur. Fritz Grube, Danzig

In der neueren Spezialliteratur der Verkehrswissenschaften finden sich nur sehr spärliche Bemerkungen über die äußerst interessante und vielseitige Geschichte der ersten Anfänge von Post-einrichtungen an der an der ehemaligen freien Hansestadt Danzig. Abgesehen von dem vortreff-lichen Werke Heinrich von Stephans, „Geschichte der preußischen Post“ betitelt das sehr wertvolle Aufschlüsse über das Danziger und polnische Postwesen enthält, gibt nur das im Anfang des vorigen Jahrhunderts erschienene Buch „Darstellung des Postwesens in den Königlich Preußischen Staaten“ des damaligen Archivars beim Generalpostamt in Berlin, Wilhelm Heinrich Matthies, eine genauere Schilderung der Entwicklung der Danziger postalischen Einrichtungen in vorpreußischer Zeit. Auf den Angaben dieses Werkes beruhen im wesentlichen die in der folgenden Ausführungen vorkommenden Namen und Daten.
In Danzig hat ein geregeltes Postwesen im heutigen Sinne früher Eingang gefunden als in den meisten übrigen Städten, besonders denen des Binnenlandes. Dies war auf verschiedenartige Ursachen zurück zuführen. Einmal hatte man ein nahe liegendes Vorbild an dem mustergültigen Botenwesen des Deutschen Ritterordens, der freilich nach dem Unglücksjahre von Tannenberg wieder vom Erdboden verschwunden war, und zweitens war es die Stellung Danzigs als Metropole des zivilisierten Ostens, die Notwendigkeit einer geregelten Verbindung mit den noch weiter östlich gelegenen Plätzen der Hanse, insbesondere Riga und Nowgorod, die den Bestrebungen nach einem zuverlässigen Postverkehr schon früh zum Siege verhalfen. Freilich musste man sich zunächst mit sehr primitiven Einrichtungen begnügen. Seit etwa der Mitte des 16.Jahrhunderts ließ die Danziger Kaufmannschaft ihren für den Westen bestimmten Schriftwechsel durch Botenwagen nach Hamburg befördern, die die Hamburger Kaufleute ihrerseits mit der östlichen Post zurücksandten. Die Kosten scheinen unter den beteiligten Kaufherren beider Städte verteilt gewesen zu sein; jedenfalls aber handelte es sich noch um eine lediglich private Einrichtung, die recht wenig leistungsfähig war, da die Fuhren für die Reise nach Hamburg durchschnittlich drei Wochen Zeit brauchten, was sich daraus erklärte, dass sie auch dringende Frachtsendungen zu befördern hatten, also wahrscheinlich sehr schwerfällig waren.
Schon wenige Jahrzehnte später genügte diese einzige Verbindung nicht mehr. Die stete Zunahme des Danziger Handels in Verbindung mit den durch die zahlreichen Entdeckungen ständig erweiterten Geschäftsbeziehungen bewirkten ein solches Anwachsen der kaufmännischen Korrespondenz, dass man sich genötigt sah, zuverlässigere und vor allem schnellere Postverbindun-gen zu schaffen. Im Jahre 1629 beschloss man daher, neben der fahrenden Hamburger Post, die von nun an in erster Linie den Frachtverkehr besorgen sollte, die Briefpost mit reitenden Boten befördern zu lassen. Hier haben wir es erstmals mit einer behördlichen Maßregel zu tun, so dass das Jahr 1629 demnach als das Geburtsjahr der amtlichen Danziger Post zu betrachten ist. Noch im gleichen Jahr ging der Rat der Stadt an die Errichtung der ersten Postanstalt, deren Leitung auf anraten der Kaufmannschaft ein Ratsherr übernahm. Ferner wurden aus den Kreisen der Kaufleute vier Postaufseher ernannt und schließlich ein Botenmeister angestellt, der für die Einsammlung und Verteilung der Briefe zu sorgen hatte. Dieses letztere Amt erfreute sich übrigens sehr bald großer Beliebtheit, da es dem Inhaber reiche Einnahmen eintrug, denn für jeden von ihm ausgetragenen Brief erhielt der Botenmeister eine nicht unbeträchtliche Gebühr, nämlich anfangs acht preußische Groschen. So berichtet Matthies in seiner Postgeschichte, dass der erste Botenmeister, der ein verarmter Bürger auf diesen Posten berufen, als er im Jahre 1640 starb, ein bares Vermögen von 90 000 Gulden hinterließ. Später wurden infolge des zunehmenden Verkehrs mehrere Botenmeister mit dem nunmehrigen Titel Stadtpostmeister angestellt, die jedoch jetzt das vielbegehrte Amt durch Zahlung einer Geldsumme erkaufen mussten. Zu den ersten dieser Postmeister gehörte ein gewisser Johann Körner während die Namen der übrigen zumeist nicht überliefert worden sind.
Entsprechend dieser Vermehrung des Personals wurden nun auch die Postkurse weiter ausgebaut. Insbesondere wurde die Verbindung mit Königsberg, die bis dahin nur durch preußische Boten, die übrigens die Reise zu Fuß zurücklegten, versehen war, durch Einrichtung einer reitenden Post wesentlich verbessert. Der Verkehr auf diesem Kurse wurde seitdem teils von preußischen, teils von Danziger Postillionen bewerkstelligt. Diese Teilung des Betriebes bewährte sich jedoch nicht, sondern rief zahlreiche Misshelligkeiten und Beschwerden hervor. Besonders glaubte die Danziger Bürgerschaft, dass es mit ihrem Ansehen nicht vereinbar wäre, dass die kurfürstliche Post sich in der Stadt einnistete und mit der Danziger Postanstalt konkurrierte. Auf das Drängen der Einwohner-schaft beschloss daher der Rat, die Verbindung mit Königsberg allein in die Hand zu nehmen, und verbot den kurfürstlichen Beamten den ferneren Eintritt in die Stadt. Um dieselbe Zeit wurde infolge des wachsenden Briefverkehrs auch eine Verbesserung des alten Hamburger Postkurses not-wendig, auf welchem vom Jahre 1649 ab wöchentlich zweimal reitende Posten verkehrten.
Inzwischen war in Brandenburg-Preußen der große Kurfürst zur Regierung gelangt, der für die Ausgestaltung des Postwesens ein ganz besonderes Interesse an den Tag legte. Er richtete in der ganzen Monarchie zahlreiche neue Posten ein und beschloss, vornehmlich im fiskalischem Interesse, auch die Verbindung mit Danzig wenigstens teilweise unter seine Herrschaft zu bringen. Er beantragte daher am 28. Mai 1649 durch seinen Gesandten v.Hoverbeck beim König Johann Casimir von Polen als dem Schutzherrn der freien Hansestadt, die Genehmigung zur Errichtung eines kurfürstlichen Posthauses in der Danziger Vorstadt Schottland. Der Polenkönig lehnte jedoch das Ersuchen ab und gestattete nur, dass den kurbrandenburgischen Postillionen wieder der Einlass in die Stadt gewährt wurde. Erst als der Kurfürst die ihm durch den Westfälischen Frieden zugesprochene Provinz Hinterpommern in Besitz genommen hatte, gelang es ihm, seine Pläne durchzusetzen. Er schnitt der Danziger Post den Durchritt nach Stettin ab und unterband auf diese Weise die einzige damals in Betracht kommende Verbindung Danzigs mit dem Westen. Infolgedessen sah sich der Rat der Stadt, freilich erst nach heftigem Widerstreben, genötigt, dem Verlangen nach Errichtung eines Kurfürstlichen Posthauses in Danzig stattzugeben, zumal König Casimir inzwischen gleichfalls seine Einwilligung erteilt hatte. Das neue Postamt wurde sogleich in Betrieb genommen, und die brandenburgischen Postmeister verstanden es bald die Haupteinnahmen der Danziger Post an sich zu ziehen. Das weitere Werden und Vergehen der kurfürstlichen Post in Danzig ist jedoch einer späteren Abhandlung vorbehalten.
Herr Ski….ski, Danzig. Die beschriebene 2 der Ziffern bei ihrer Danziger Marke zu 25 Pfennig II. Ausgabe ist durch eine „ausgesprungenes“, d.h. lädiertes Klischee entstanden. Uns lagen schon mehrere derartiger Stücke vor.

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Gestempelt oder postfrisch

von
E.
Breil, Frauenburg i. Ostpr.

(Wir gewähren dem nachstehenden Beitrag um so lieber Raum, als er sich in allen Punkten mit der Ansicht der Redaktion der „B.R.“ deckt und dies zeitgemäße Thema einmal erörtert werden muss. d. Red.)
Wenn man die Offertenblätter nach verkäuflichen Marken durchsucht, fällt dem Leser besonders bei Neuheiten auf, dass fast alle Marken angeboten werden a) postfrisch, b) gestempelt.
Das Wörtchen „gebraucht“ ist meist wohlweislich vermieden. Dass es sich bei diesem „gestempelten“ nur um Gefälligkeitsstempelungen handelt, ist jedem sofort klar, der den Preisunter-schied betrachtet. Meistens beträgt der Mehrpreis bei gestempelten bei ganzen Sätzen nur einige Mark, bei einzelnen Stücken oft nur Pfennige. Bei manchen Offerten liest man „für ff. gestempelte Stücke 10 Prozent bei ff. weißen Briefstücken 15 Prozent Aufschlag.“ Wie soll sich nun der Sammler zu diesen ff. gestempelten Marken stellen? Dazu muss man sich nun erst die Frage stellen: „Was soll ich sammeln, gestempelt oder postfrisch, gebraucht oder ungebraucht?“
Jeder Sammler strebt nach Vollständigkeit in seiner Sammlung, soweit es sein Geldbeutel zulässt. Sich nun auf eine bestimmte Art der allen Marken festlegen zu wollen, diese bei den heutigen Preisen sich zu große finanzielle Opfer auferlegen. Um nur gerade ein Beispiel herauszugreifen: Belgien I auf Deutsches Reich 75 Cts./60 Pfennig violett ist ungebraucht noch für 10 Mark zu haben, während dieselbe Marke gestempelt aber 75 Mark kostet. Hier Fanatiker der „nur gestempelten“ Marken zu sein, kann sich nur jemand leisten, der über ungezählte Mengen Papier-geld verfügt. Dazu bleibt dann noch die große Frage offen, ob diese Marke wirklich „gebraucht“ oder nur „gestempelt“ ist. Soll man da nun bloß für die frühere gelegentliche Gefälligkeits-abstempelung gleich 65 Mark mehr bezahlen? Dafür bekommt man doch auch heute noch so manches schönen Satz der in der Sammlung vielleicht ganz fehlt oder nur unvollständig ist.
Was ist überhaupt Gefälligkeitsabstempelung?
Man kauft sich bei einer Postanstalt eines neu herausgekommenen Satz, meistens bekommt man ihn ja nicht (siehe Danzig oder Memel), und bittet dann einen Postbeamten, dies Sachen aus „Gefällig-keit“ hübsch sauber und sorgfältig abzustempeln, damit nur ja nicht zuviel von der häßlichen, schwarzen Stempelfarbe auf das Markenbild kommt. Hervorgerufen sind diese Gefälligkeits-abstempelungen durch die Sucht so vieler Sammler, unbedingt alles gebraucht haben zu wollen. Mit welcher Unkenntnis dieses Abstempeln jedoch ab und zu geschieht, konnte man so recht an der Ausgabe Danzig I beobachten, die von Markenvertriebsstelle des Magistrats Danzig verkauft wurde. Allerdings geschah hier die Stempelung wohl nicht durch Postbeamte. Die hohen Markwerte haben nämlich nur je einen Stempel obwohl doch bis vor kurzem bei den deutschen Postanstalten und auch jetzt wohl noch bei den Danzigern für den abstempelnden Beamten die Pflicht bestand, die Markwerte zweimal zu stempeln, um eine Wiederverwendung von vornherein unmöglich zu machen.
In einer Sammlung sah ich nun ein Stück zu 5 Mark, bei dem der Stempel ganz weit nach rechts gerückt war, so dass vom Wort Danzig nur zwei Buchstaben und vom Datum nur der Tag sichtbar war, alles andere trug das ff. weiße Briefstück. Die Marke hatte nun durch diese Abstempelung nicht gewonnen, im Gegenteil störte dieser schwarz Viertelstempel das Markenbild ganz empfindlich. Und man soll doch nicht bloß Marke auf Marke anhäufen, um sie dann gelegentlich mit möglichst großem Gewinst zu verkaufen, vielmehr soll doch auch durch eine Sammlung das authentische Gefühl gepflegt, bei der Jugend besonders erst anerzogen bzw. weiter fortgeführt werden. Gewiss ruft ein stark verstempeltes Stück nicht das Gefühl hervor, das man beim Anblick eines Kunstwerkes empfindet. Aber ein ff. weißes Briefstück ist doch gewiss schön, wird jemand erwidern wollen. Ich wage jedoch das Gegenteil zu behaupten. Erstens handelt es sich gar nicht um „Briefstücke“. Die Marken werden auf einen weißen Bogen Papier geklebt und nun so vorsichtig abgestempelt, dass mindestens die Hälfte des Stempels auf dem Papier herüber greift. Nun wird die Schere zur Hand genommen, und siehe da, das „Briefstück“ mit recht breitem, weißen Rand ist fertig. Einen wirklichen haben diese Marken auf Briefstück niemals gesehen, dafür bezahlt man aber den Schnipsel Papier mit, hat dann aber noch obendrein den Ärger, dass diese sogenannten Briefstücke kaum jemals in die vorgedruckten Felder der Alben passen. Man muss dann schon zu vordrucklosen Alben greifen oder leere Blätter einheften, was wiederum mit Schwierigkeiten und großen Kosten verknüpft ist, kostet doch für ein Permanent-Album schon jedes leere Blatt mindestens 50 Pfennig.
Durch die Regelmäßigkeit der Anordnung des Stempels, der bei jeder Marke des ganzen Satzes genau auf derselben Stelle sitzt, ergibt die Reihe ein gleichförmig erscheinendes Bild, das nicht förderlich auf das Schönheitsgefühl einwirkt. Ich sah in einer Sammlung einen vollständigen Satz der Jubiläumsdienstmarken von Württemberg vom Jahre 1916. Diese Marken wirken schon an und für sich durch ihre meist blassen Farben, und dadurch, dass für Bezirksbehörden und Staatsbehörden nur je ein Markenbilde verwandt wurde, sehr eintönig und wenig wohltuend. Dieselben Marken aber alle mit demselben klaren gleichförmigen Gefälligkeitsstempel versehen, der, nebenbei bemerkt, für einen Aufschlag von nur 10 Pfennig vom Schalter aus mitgeliefert wurde, erschienen direkt abstoßend. Schon seit 1912 hat Senf in seinem Postwertzeichenkatalogen eine besondere Rubrik für diese Gefälligkeitsabstempelungen eingeführt und in seinem demnächst erscheinenden Katalog 1921 werden alle Preise von Kriegs- und Umsturzmarken mit dem Kennwort Kn versehen, so dass sie ohne weiteres schon dadurch äußerlich als besondere Preise zu erkennen sind, weil es sich in 99 von 100 Fällen doch nur um Gefälligkeitsabstempelungen handelt. Auch Kohl in seinem Briefmarken-Handbuch und großem Katalog von 1915 als vorzügliches Nachschlagewerk, das voraussichtlich leider nicht mehr erscheint, weist in allen in Betracht kommenden Fällen auf Gefälligkeitsabstempelungen hin und setzt die Preise dafür gleich den für ungebraucht, manchmal sogar noch niedriger an. Ein Verfahren, das ich für durchaus berechtigt und angebracht halte; denn die Marke wird durch den Stempel allein nicht wertvoller als die ungebrauchte bzw. postfrische. Nur durch den wirklichen Gebrauch wird eine an und für sich hochwertige Marke veredelt, besonders dann, wenn der Stempel sie nicht verschmiert hat. Das beweisen alle gebrauchten Marken von Altdeutschland und alle anderen alten Ausgaben.
Von der Gefälligkeitsabstempelung bis zum Falschstempel ist nur ein Schritt. Man würde aber den Stempelfälschern recht bald das Handwerk legen, wenn nicht die Sammler darauf erpicht wären, unbedingt gestempelte Stücke in ihrer Sammlung zu haben. Man sammelt doch nicht die Marke des Stempels wegen, abgesehen von einigen „Abstempelungs-Spezialsammlern“, sondern der Marke selbst wegen. Man soll deshalb die jeweils billigste Sorte sammeln, und die ist bei den sich heute überstürzenden Neuheiten jedes Mal die ungebrauchte oder postfrische Marke, da doch der abstempelnde Beamte und der Händler bei ff. weißen Briefstücken für ihre Müheleistung auch bezahlt werden wollen.
Erhält man neben dem ungebrauchten Stück nun noch ein wirklich gebrauchtes, dann wird sich auch hierfür noch ein Plätzchen finden.
Das Modesammeln ist zwar bequem, aber durchaus nicht anzuraten. Mode wird immer über den Wert bezahlt und hängt zum größten Teil von interessierter Stimmungsmache ab. Spekulations-marken der neueren Zeit werden auf die Dauer sich nie durchsetzen können und nie den Sammlerwert erreichen, wie 1.B. die heute leider noch viel vernachlässigten alten Überseemarken. In Deutschland sammelt heute alles Europa und bezahlt dafür zum Teil übertriebene Preise, während Übersee zum Teil noch verhältnismäßig billig zu haben, aber augenblicklich noch nicht in der Mode ist. Das wird sich aber vermutlich nach Erscheinen der neuen Kataloge sehr rasch ändern. Erfahrene Philatelisten tun überhaupt stets sehr gut daran, gerade die Länder zu bevorzugen, die andere vernachlässigen, weil diese Länder gerade nicht „Mode“ sind.

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Danzig Nachlese 2. Dezember 1920

Einen ganz außerordentlich interessanten Fehldruck legte uns Herr Barendt, Danzig, vor. Es handelt sich um die 2-Mark-Marke 1. Ausgabe, in einem ganzen Bogen H 3374.20 ohne jedes Wasserzeichen. Es ist u.W. bisher noch nicht bekannt geworden, dass dieser Kupferdruckwert in Deutschland ohne Wasserzeichen vorkommt. Man kann nur annehmen, dass es sich hier um einen ursprünglichen Makulaturbogen handelt auf minderwertigem Papier, der versehendlich in der Berliner Reichsdruckerei mit „Danzig“ überdruckt wurde. Die Marke ist nicht nur für Spezial-sammler beachtenswert und verdient wohl eine eigene Katalogisierung unter Nr. 11 der von uns veröffentlichten Katalogisierung Danziger Postwertzeichen.
Ein zweiter Fehldruck, von dem nämlichen Herrn vorgelegt, ist das 5-Mark-Provisorium (Fahne) ohne Rastenunterdruck. Auf dem uns gezeigten Exemplar findet sich auch nicht die geringste Spur des Unterdrucks und man wird diesen Wert nach Nr. 36 gesondert im Katalog zu verzeichnen haben.
Eine weitere interessante und bisher ungeklärte Abart ist ein Bogen der 25- auf 30-Pfennig-Provisoriums, gleichfalls im Besitz des Herrn B. Auf einzelnen Marken der unteren Reihen links ist hier die grüne 25 in ganz abweichender, viel dünneren Type gedruckt worden, was bei einem Vergleich mit den oberen Reihen schon auf dem ersten Blick ins Auge fällt. Namentlich der Fuß der 2 gibt typographisch ein ganz anderes Bild. Vielleicht kann uns einer unserer Leser über das Entstehen dieser Abart etwas Näheres mitteilen, wovon es abhängen wird, ob die Marken eine besondere Katalogisierung verdienen.
Ein reiner Druckzufall ist ein Fehler bei dem nämlichen Provisorium (25 Pfennig), das uns Herr Neumann, Danzig einrichte. Bei diesem Stück steht hinter der 2 infolge Verstümmelung der grünen 5 ein deutliches ! (Ausrufezeichen)
Bei der letzten 5-Pfennig-Provisorium sind Verschiebungen der blauschwarzen Aufdruckes häufiger zu beobachten. Es entsteht dadurch Typen einzelner Marken, die nur einen Stern aufweisen oder bei denen die große 5 das Wort Danzig teilweise so verdreht, dass man nun „5 zig“ liest.

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Danzig

Neu erschienen sind hier in sehr kleiner Auflage zwei Ganzsachen, hergestellt in der Buchdruckerei Julius Sauer, Danzig durch Überdrucken vorhandener alter Restbestände der 7 ½ Pfennig-Karten und Doppelkarten. Der Überdruck ist bordeauxrot, die früheren Wertziffern 7 ½ sind mit je einer 30 überdruckt, in der Mitte des Markenbildes steht viertelkreisförmig gedruckt das Wort „Danzig“ und unten befindet sich die bekannte schraffierte Blockierungslinie. Die Karten sind auf den Postämtern – das Hauptpostamt erhielt nur einige hundert Stück – bereits vergriffen. Wir melden also:
Postkarte            30 (Pfennig) rot auf 7 ½ (Pfennig) orange
Doppelkarte     30 + 30 (Pfennig) rot auf 7 ½ (Pfennig) orange.

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Der Furor der deutschen Postuberwachungsstellen

Wir erhalten aus Stettin nachfolgendes Schreiben, das wir unter Weglassung unwesentlicher Stellen veröffentlichen und das keines weiteren Kommentars bedarf. Unter Korrespondent schreibt:
„Ich habe dort einen Sohn, der auf der Danziger Werft als Betriebsingenieur tätig ist. Dieser hat mir nun von dort Marken schicken wollen, dieselben aber stets von der Zensurstelle zurück erhalten. Nun habe ich mir einige – ich bin Seemaschinist – durch einen Kollegen nur zu Tauschzwecken mitbringen lassen. Unser gegenseitiger Briefwechsel ist – man höre – nun von der Zensurstelle mit der Maschine abgeschrieben, abgeklatscht (ich hatte darin um Übersendung von Marken gebeten und den Schiffsnamen und des Kollegen Namen genannt) und der hiesigen Zollbehörde übersandt worden! Diese hat den Brief bei ihren Beamten im hiesigen Freihafen zirkulieren lassen, um, damit die eventuelle Einfuhr der Marken zu verfolgen. Ein Beamter hat es nun nicht unterlassen können, den betreffenden Kollegen so in Angst zu setzen, dass dieser auf mein Bitten mir rundweg abschlug, ferner Marken mitzubringen. Wie der Beamte ihm gesagt habe, würde er mit Gefängnis bestraft, und von ab auch seine Post heimlich von der Zensurstelle geöffnet werden. Ich war bisher der Meinung, dass solche Sachen geheim gehalten werden von der Behörde und den Beamten – aber weit gefehlt.
Ich hatte nun an den Herrn Reichskommissar geschrieben und angefragt, ob ich die Erlaubnis bekäme, mir von meinem Sohne von dort Marken nur zu Tauschzwecken schicken zu lassen. Als Antwort erhielt ich den verklausulierten Bescheid mit den ganz unhaltbaren Bestimmungen.
Was ist Ihre Meinung? Ärmer wird Deutschland gewiss nicht durch diese paar Marken zu Tausch-zwecken, noch dazu aus einer Stadt, die so lange deutsch war und wo wir alle Deutsche sind.“ A.L. Stettin.

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Ein sehr interessanter Danziger Fehldruck

Wie wir hören, ist in diesen Tagen ein hochinteressanter Fehldruck entdeckt worden, der als ganz besondere Seltenheit bezeichnet werden kann. Ein Postbeamter bei einem Danziger Amt bemerkte durch Zufall unter mehreren Stücken der Danziger 30-Pfennig-Postkarte auf 10 Pfennig rot zwei Karten, die nicht eine eingedruckte, sondern eine aufgeklebte 10-Pfennig-Marke Deutsches Reich trugen. Diese Karten waren durch ein Versehen ebenfalls mit dem neuen Wert 10, dem Worte Danzig und dem Blockierungsstrich, wie die gewöhnlichen Postkarten, überdruckt worden. Es handelt sich vermutlich um vom Publikum zurück gelieferte Karten, die irrtümlich unter die Karten mit eingedruckter Marke gekommen waren. Durch das Übersehen des Druckers ist nun also ein neues Markenprovisorium entstanden: 30 (Pfennig) bordeauxrot auf 10 (Pfennig).
Es sind bisher nur zwei Exemplare dieser Seltenheit bekannt, die auf ganzer Karte haften und unbedingt sammelberechtigt sind und eine besondere Katalogisierung als Fehldruck verdienen.

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Danziger Provisorien im Urteil des Auslandes

Die letzte Ausgabe der „Sammler-Woche“ bringt eine interessante Betrachtung von Dr. E.D. Schwager, Wien, der bekanntlich auch unser Mitarbeiter ist, über die Danzig-Provisorien.
Wenngleich wir dem Verfasser darin beipflichten, dass man die bisher vorliegenden Provisorien mit kleinen Ausnahmen als sehr solide und keineswegs spekulative Ausgaben ansprechen kann, verdient der Beitrag doch einzelne Korrekturen. Dr. S. berichtet nämlich die 3-, 7 ½- und 10-Pfennig-Werte als Essays (d.h. als Probedrucke!), die einfach nicht zu sammeln wären. Wenn auch für ihre Schaffung kein zwingender Grund bestand, mit Ausnahme vielleicht der Papierersparung, so ist doch diese Ansicht nicht haltbar, da es sich um postamtlich durch Rundschreiben der zuständigen Behörden und durch das „Postwertzeichenblatt“ bekannt gegeben offizielle Ausgaben handelt.
Ein Irrtum liegt ferner vor, wenn Dr. S. ganz besonders auf das Fehlen jeglicher Druckfehler aufmerksam macht. Es gibt eine ganze Menge typischer Plattenfehler (wohlverstanden keine Druck-zufälligkeiten!), die in der „B.R.“, soweit sie unbedingt wichtig sind, auch katalogisiert wurden und worüber man Näheres nachlesen möge.
Es ist nach unserer guten Kenntnis ferner ausgeschlossen, dass weitere Danziger Werte in den neuen deutschen Reichsfarben erscheinen dürften, wie der Herr Verfasser andeutet. Im allgemeinen darf man dem letzteren aber für die gute Meinung über unsere Danziger Marken dankbar sein und auch seine Worte unterstreichen wenn er sagt, „die Sammler sollten nicht zögern, sich bald mit den Danziger Marken zu versorgen, die trotz der Postüberwachungssperre, wenn auch 75 bis 100 Prozent über dem Nennwert zu haben seien, denn es würden wohl bald neue Provisorien erscheinen und die Preise dann anziehen.“
Allerdings trifft man hin und wieder auf Urteile über die Danzier Marken, die nicht so günstig lauten, wie die Meinung Dr. Schwagers. Um unparteilich zu sein, möchten wir auch eine solche Zuschrift hier einmal wieder geben, um so mehr, da ein gewisser Humor in ihr zum Ausdruck kommt, und Humor in diesen Tagen kann man ja immer brauchen. Die Firma Karl Riedel, Danzig-Langfuhr übermittelte uns freundlichst die nachfolgende Zuschrift eines ihrer Kunden im Reich, in der es heißt:
„Ich mache den Danzig-Schwindel nicht mehr mit. Anscheinend will der neue Freistaat sein Budget á la Montenegro, San Salvador und Nikaragua durch Briefmarken ernähren. Jeden Tag ein neues Provisorium losgelassen, dann, eine „Aufnverbraucherausgabe“, (so im Original) dann eine innere Ausgabe, dann alle möglichen Abarten nach oben, nach unten, vorn und hinten, das ist zu viel! Warum noch keine Eilbriefmarke, keine Schwimmpost, eigentlich müsste noch eine Reit- und eine „Spielpost“ rankommen. Für diese Mache habe ich und meine Freunde kein Geld mehr…“
Nun, Nun, ganz so schlimm ist es in Wirklichkeit nicht und die meisten der Druckabarten kommen ja auch nur auf ganz besonders haarspalterisch veranlagte Spezialsammler in Betracht, die Muße und Geld genug haben, gegen den Strom zu schwimmen und ihr eigens aufgezäumte „Reitpost“-Steckenpferd zu tummeln.
K.

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Danzig und der international Postwertzeichen-Markt

Die Entwicklungsschritte, die Danzig seit dem ersten Erscheinen eigener Briefmarken im Juni d. J. auf dem dankbaren Felde der Philatelie, vor allem als Umschlagplatz für den internationalen und als Zentrum für den östlichen Briefmarkenhandel gemacht hat, sind ganz überraschend groß. Jetzt, nach vollzogener Konstituierung des Freistaates, die endlich eine ersehnte freie Fahrtrichtung nach langer, eisvergletscherter Übergangsperiode für den Weltverkehr geöffnet hat, zu Beginn der Wintersaison und angesichts des bevorstehenden Weihnachtsfestes mehren sich die Anzeichen dafür, dass Danzig schon in naher Zukunft noch eine weit größere Rolle im Briefmarkenhandel spielen wird, als man im Juni ahnte.
In letzter Zeit sind, wie wir erfahren, einige sehr bedeutende auswärtige Briefmarkenfirmen dem Gedanken näher getreten, hier, im „Venedig des Nordens“ eigene Niederlassungen zu begründen, und wir freuen uns, bereits heute mitteilen zu können, dass gerade eines der angesehensten und kapitalkräftigsten Spezialgeschäfte des Ostens, die Firma Julius Stoehr, Königsberg/Ostpr. den Reigen eröffnet.
Auf Wunsch ihrer auswärtigen Kunden hat sie unter Leitung eines erprobten Fachmannes vorerst am hiesigen Platz eine Versandabteilung zur Erledigung schriftlicher Aufträge eröffnet. Es ist ein altbewährtes im Geschäftsleben, dass eine gesunde Konkurrenz für jeden Handelszweig neue Anregungen und Ausdehnungsmöglichkeiten schafft, die nicht nur dem Publikum, sondern auch der Geschäftswelt selbst im Laufe der Zeit zu größten Vorteile gereichen. Wir zählen heute am Orte, neben den drei ältesten Firmen der Branche, Karl Riedel, Jagels & Co., Reiß & Co. und dem Warenhaus Freymann, das auch auf philatelistischen Gebiete dem Grundsatze modernen Fortschrittes huldigt, schon eine ganze Reihe solcher Handlungen, in denen der Sammler, aber auch der Laie, der nur zu Geschenkzwecken einkauft, bestens bedient werden. Um nur einige zu erwähnen: Die Firma Emil Olschewski (Vorstädt. Graben 33), das Handels- und Bankhaus I. Semiaticki, Heilige-Geist-Gasse, mit eigener Briefmarkenabteilung für An- und Verkauf, das Engros-Haus A. Ehmer und die jüngst begründete Handlung Feller & v. Neumann Pfefferstadt, die sogar in Zoppot und Neufahrwasser Filialen unterhält und jetzt als Neuerung auch ganz kleine Sammlungen zu Weihnachtsgeschenken sehr geeignet, als Album-Grundstock für Anfänger auf den Markt bringt.
Es weht also ein recht frischer Wind in Danzig am Baltischen Meer, der ganz dazu angetan scheint, auch noch andere Schiffe „Philatelias“ aus Deutschland und – hoffen wir – auch aus Übersee in unseren Port zu treiben, um hier dauernd vor Anker zu gehen.

Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig.

Donnerstag, 4n 25. d. M. abends 7 ½ Uhr findet im „Hohenzollern“ die zweite Monats-versammlung, zu der recht zahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwünscht ist.

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Danzig

Am 20. d. M. sind, diesmal nicht vom Hauptpostamt das die Marken erst am 22. zur Ausgabe erhielt, sondern vom Postamt V ausgegeben, die neuen, von uns bereits avisierten Provisorien erschienen. Die Werte sind geschlossen durch Überdrucken der 30-Pfennig-Marke I. Ausgabe Danzig mit Sternen und braunroten und blauschwarzen Ziffern. Die großen Ziffern 60 mit merkwürdig verschnörkelter 0 und 80 befinden sich auf dem Germaniabild. Die beiden Sterne bedecken die frühere Wertangabe 30. Wir melden:
60 Pfennig braunrot auf 30 Pfennig orange und schwarz
80 Pfennig blauschwarz auf 30 Pfennig orange und schwarz.

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Danzig Nachlese 25. November 1920

Nach einer Mitteilung der holländischen Firma R. Yaar & Co.Watergraafsmeer im „Phil. Maandblatt“ soll der Danziger Wert zu 1 ¼ Mark auf 30 Pfennig auch in der Type 3 ohne jeden Rasterunterdruck vorkommen. Das nämliche wird uns übrigens aus Hersford von einem Korrespon-denten für das zweite Provisorium gemeldet. Wir bezweifeln vorläufig die Richtigkeit dieser Meldungen, da uns bisher noch keinerlei derartige Stücke vorlagen. Ist unseren Lesern vielleicht darüber etwas bekannt?
Das 10-Pfennig-Provisorium Sternausgabe, legte uns Herr Neuman, Danzig in zwei oben zusammenhängenden Stücken vor, bei denen die rund und klexig ausgefallene Sterne der unteren Marke auf die obere hinaufgerutscht sind. Die untere Mare zeigt also überhaupt keine Sterne , die obere gleich vier rote Kleckse an Stelle der Sterne oben und unten.

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Ganzsachen

Die letzten Ganzsachen des Deutschen Reiches mit schwarzem Überdruck des Wortes „Danzig“ auf Deutsches Reich

A. Berliner (Reichsdruckerei-) Ausgabe;

Postkarten:       1. 10 Pfennig rot, auf sämisch
.                                2. 15 Pfennig hellbraun auf sämisch
.                                3. 15 + 15 Pfennig (Doppelkarte)
Kartenbrief:          1. 20 Pfennig blau auf hellblau
Postanweisung: 2. 20 Pfennig blau auf rosa.

B. Danziger Ausgabe;

Postkarte          4. 15 Pfennig hellbraun, Aufdruck schwarzblau
.                              5.  30 Pfennig auf 10 Pfennig rosa Aufdruck kirschrot
.                              6. 30 + 30 Pfennig auf 30 Pfennig rosa, Aufdruck kirschrot (Doppelkarte mit Rück-antwort).

N.B. Bei dieser Ausgabe sind Verschiebungen des Aufdrucks über den Rand des Markenbildes sehr häufig.

Nachtrag der Farbenabarten;
1920, 1. „Berliner Ausgabe“
4a        20 Pfennig lilablau
1920, III. „Provisorische Ausgabe“
20a      5 Pfennig hellgrün, Aufdruck dunkelblau
20b      5 Pfennig russischgrün, Aufdruck dunkelblau
21a      15 Pfennig grauviolett, Aufdruck dunkelblau
.             IV.„Aufbrauchausgabe“
38a      7 ½ Pfennig hellorange, Aufdruck blau

Nachtrag von Fehldrucken;
Sternausgabe
10       Pfennig bordeauxrot auf blau ohne Sterne.

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Katalogisierung der Danziger Postwertzeichen III

Wir bringen heut den Schluss der Katalogisierung der bisher erschienenen Danziger Postwert-zeichen und als Nachtrag dazu einige bisher noch nicht aufgeführte Farbenabart und ergänzende Angaben über bemerkenswerte Fehldrucke.
Die beiden neuen Sternprovisorien ordnen wir in Serie ein, zu der sie im Album unbedingt gehören müssen. Es verschiebt sich dadurch allerdings die bisherige Nummerierung um zwei Ziffern nach oben ab Nr. 17 durch Einfügung neuer Nummern 18 und 19.

Danzig;
1920,   II. „Sternausgabe“ (Nachtrag)
18        60 Pfennig auf 30 (Nr. 5) braunrot (verausgabt 20. November)
19        80 Pfennig auf 30 (Nr. 5) Aufdruck schwarzblau (verausgabt 20. November)
1920    V. „Innendienst-Ausgabe“ (Ausgabedatum 5.9.)

Marken des Deutschen Reiches mit verschieden gestellten Überdruck (Sauer, Danzig). In Danzig außer Kurs gesetzte eingezogene deutsche Marken, Werte 60 Pfennig, 1 Mark Kupferdruck, 2 Mark, Kupferdruck und auf der Post vorhandene Restbestände. Die Marken wurden nur für den „Inneren Postverkehr“ (hauptsächlich für Pakete)bestimmt und wurden an das Publikum nicht verausgabt. Nur einige der Postämter im Freistaat erhielten ganz wenige Sätze dieser Ausgabe, von denen wohl nur ein verschwindend geringer Teil wirklich postalisch verwendet wurde. Etwa 500 Satz wurden an Mitglieder des Magistrats, der Verfassungsgebende Versammlung und an Offiziere der in Danzig stationierten alliierten Kommission einzeln zur Verteilung gebracht. Weitere etwa 500 Satz befinden sich noch in Händen der obersten Postbehörde zwecks späterer Verfügung darüber. Es sind mithin nur etwa 1000 vollständige Sätze durch die Post selbst in Verkehr gebracht worden. Die Worte „Deutsches Reich“ ausblockiert.
44        60 Pfennig violett schräger Aufdruck blau Danzig, Auflage etwa 2250.
45        1 Mark rot, schräger Aufdruck, kirschrot: Danzig, Auflage etwa 3300.
46        2 Mark blau, ovaler Aufdruck, seitlich Danzig, Auflage etwa 2150.
1920 VI. Flugpostausgabe (Ausgabedatum 29.9.)
Marke Nr. 6. 40 Pfennig rosa mit blauem oder kirschrotem Aufdruck eines Flugzeuges; bei dem 1. –Mark-Wert mit Aufdruck eines blauen geflügelten Posthorns. Die ursprünglichen Wertangaben überdruckt mit den neuen Werten.
47        40 auf 40 Pfennig Aufdruck blau, Flugzeug nach rechts
48        60 auf 50 Pfennig Aufdruck kirschrot, Flugzeug nach links
49        1 Mark auf 40 Pfennig, Aufdruck blau, geflügeltes Posthorn.
Diese Ausgabe war bestimmt zur Frankierung von Flugpostsendungen über Deutschland nach Schweden, Holland und England; doch wurden die Briefe erst auf dem Bahnweg nach Berlin geleitet.
Der Flugpostverkehr wurde nach etwa zwei Wochen jedoch vorläufig wieder eingestellt und die Marken bald darauf vom Schalterverkauf zurückgezogen.
An Fehldrucken sind bekannt geworden 40 auf 40 Pfennig mit Doppelaufdruck, 60 auf 40 Pfennig Flugzeug mit zerbrochenem Flügel und der 60- auf 40-Pfennig-Wert, bei dem die Ziffern des Aufdrucks 60 derart verschoben sind, das die 4 der darunter stehenden 40 unbedeckt blieb und nun die Zahl 460 lautet.

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Philatelie gut Staatswissenschaften mangelhaft!

Max Ton schreibt in der neuesten Nummer der Rundschau für Briefmarken-Sammler und „Händler“ in Kölleda:
….”Namentlich der Abstimmungsmarkenrummel in Danzig nimmt Dimensionen an, die mit der Zeit bedenklich werden. In bunten Bildern wenig Klarheit, liegt mir da eine Germania-Serie, überdruckt mit Balken, Ziffern und Inschriften vor, dass es einen bald gruselt, sie hier zu beschreiben. Doch das Interesse an diesen Marken lässt uns nicht darum komme…..“
Der angeschlagene Ton, Herr Ton, findet in Danzig keine harmonische Resonanz. Wir haben hier in D. über unsere zukünftige staatsrechtliche Stellung nicht abgestimmt und werden dies wohl auch fürderhin nicht dürfen. Einen „Abstimmungsrummel“ hat es demnach in D. nie gegeben. Die verausgabten Danziger Marken sind auf Veranlassung der freistaatlichen obersten Postbehörde gedruckt und amtlich in Verkehr gebracht worden. Der Danziger „Markenrummel“, wenn man von einem solchen überhaupt sprechen darf, hat im Saargebiet und auch im nicht besetzen Deutschland (der 2,50-Mark-Rummel) in Berlin usw.) weit weniger bekrittelte Vorbilder gehabt.

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Neue Danziger Provisorien in Sicht!

Mit Ende der Woche sollen wieder, wie wir erfahren, zwei neue Danziger Provisorien das Licht der Welt erblicken und an den Postschaltern zur Ausgabe gelangen. Es handelt sich um zwei Werte zu 60 und 80 Pfennig, deren Fehlen sich im Postverkehr unangenehm bemerkbar machte und die nun durch Überdrucken von immer noch vorhandenen starken Vorräten der 30-Pfennig-Marke Danzig geschaffen werden sollen.
Der neue Aufdruck ist in blauer und roter Farbe in von der „Sternausgabe“ ein wenig abweichender Anordnung hergestellt.
Beide Provisorien dürften nun wohl endlich den Reigen der provisorischen Aufdruckausgaben bis zum Erscheinen der endgültigen Freistaat-Serie schließen.
Allerdings ist noch vor Ausgabe der letzteren, die sich noch ziemlich geraume Zeit hinziehen dürfte, in frühestens 14 Tagen die drei Wochen eine kleine, aus wenig Werten bestehend „Konstitutionsausgabe“ nach Inkrafttreten der Verfassung der neuen Freien Stadt zu erwartenden, über deren Gestaltung wir seinerzeit berichten werden.

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Danzig Nachlese 18. November 1920

Herr F. Lilienthal, Langfuhr, legte uns den Wert 15 Pfennig braun-violett Danzig I ungebraucht auf merkwürdig gelblichem Papier vor. Verglichen mit dem sonst weißen Papier ist der Unterschied sehr ins Auge fallend. Wir möchten aber vorläufig davon absehen, diese Marke gleich als besondere Abart zu bezeichnen, da es sich möglicherweise nur um eine durch die Sonne oder chemische Einflüsse bewirkte Veränderung der Papierfarbe handelt. Wir bitten hierzu um Mitteilung aus unserem Leserkreise. Hat vielleicht jemand einen ganzen Bogen mit diesem gelblichen Papier in Händen gehabt?
Derselbe Herr legte uns ein Stück der 2-Mark-Marke Ausgabe III b vor, bei dem die waagerechten unteren Farbstriche der beiden Wertzahlen 2 ganz erheblich dünner sind. Dafür laufen von dem Querbalken nach unten je 2 blauschwarze Tropfen aus, die den sogenannten Tropfen an den Triglyphen des griechisch-ionischen Tempelfrieses gleichen.
Herr v. Neumann, Danzig, legte uns vor drei verschiedene Abarten des letzten Danziger 20-Pfennig-Provisoriums. Auf dem einen Stück befindet sich im unteren Querbalken, etwa in der Mitte, ein großer weißer Punkt. Eine zweite Marke in derselben violettblauen Farbe zeigt den „i“-Buchstaben getrennt vom „z“ wie „D“ geformt, mit einem Punkt darüber. Die dritte schwarzviolette Marke hat ein ganz sonderbar verklextes „a“ in Danzig, in dem das „n“ fast wie ein „a“ erscheint.
Bei Durchsicht des 10-Pfennig-Bogens 555 Rollendruck für Freimarkenautomaten fand sich, wie uns Herr Hohmann mitteilt, oberhalb des „D“ in Danzig ein kleines Dachchen z.B. auf der 6., 7., 8. 9. Marke, 1. Reihe, 5. Reihe, 6 6. Marke, 6. Reihe 9. und 10. Marke, 8 Reihe, 9. und 10. Marke. 10. Reihe, 6. und 10. Reihe.
Die 7 1/2-Pfennig-Marke zeigte uns Herr Fentroß mit dem Blockierungsstriche nach unten gerutscht, die Worte Deutsches Reich freilassend.
Das 1 ¼-Provisorium wurde uns von dem nämlichen Herrn in einem Stück vorgelegt, bei dem ein Teil des Aufdruckes der nebenstehenden linke Marke auf die Bildfläche der zweiten Marke hinüberragt.
Mit durchgeschlagenem Druck auf der Rückseite, legte uns Herr Eugen Matz das 5-Pfennig-Provisorium grün vor.
Das 1-Mark-Provisorium mit graugrünem Unterdruck fand sich die Zähnung durch die oberen Sterne gehend und unten stark lädierten Balken vor.
Bei de Flugpostmarke 60 Pfennig konnte in einem uns vorgelegten Stück gleichfalls durchschlagen-der Druck festgestellt werden.
Auf der 3-Mark-Provisorium Danzig (graugrüner Unterdruck) fanden wir das „D“ oben merkwürdig abgeplattet ohne Kopfstück; der untere Ausläufer der 3 weist statt des sonst üblichen Punktes einen groben Klecks mit nach außen hin durchlaufenden Strich auf.
Bei gewissen Bögen der 5- und 15-Pfennig-Provisiorien III, und zwar stets bei der zweiten Marke der dritten Reihe von oben, ist nach Vorlage des Herrn Hohmann das „i“ stets derart zum Abdruck gekommen, dass der obere und untere Teil (die Schleife) unterbrochen und durch einen Zwischen-raum getrennt sind.
Einen sehr interessanten Fehldruck legte uns Herr Fischer, Langfuhr vor: das 10-Mark-Provisorium (auf 7 ½ Pfennig orange) letzter Ausgabe mit violettrosa Rasterunterdruck, bei dem die Vorderseite der Marke von den Wellenlinien ganz frei geblieben ist. Der Rasterunterdruck findet sich dagegen auf der gummierten Rückseite der Marke, ein für Spezialsammler sehr bemerkenswertes Stück.
Das 10-Pfennig-Provisorium auf 20 Pfennig blau legte uns der Schüler Kastner mit den beiden Sternen auf dem weißen Zähnungsrande verschoben vor. Herr von Neumann war so freundlich, uns einen geschlossenen kleinen Satz der Danziger Provisorien zu 3, 5, 7 ½, 10, 15, 20 vorzulegen, bei dem alle Stücke das verschlungen-a in Danzig zeigen.

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Noch einiges zu den Kontrollnummern

von
J.
Hohmann, Danzig

Meine Ausführungen in Ausgabe 19 der „Briefmarken-Rundschau“ haben Herrn L.D. Langfuhr veranlasst, dazu Stellung zu nehmen. Kritik ist begrüßenswert, da sie, wie selten ein anderes Mittel, geeignet ist, eine Sache zu fördern.
Die größte Anzahl der Sammler interessiert sich nur für die Marken, nicht aber für die Randzeichen der Markenbogen. Um nun diesen Sammlern die Kontrollzahlen zu erklären, teilte ich die Kontroll-zahlen in „farbige Plattenauflagennummern und schwarze Aufdruckauflagennummern ein. Herr L.D. wies mir nach, dass die Plattenauflagennummern bei der 50-Pfennig-Marke Danzig I schwarz seien. Da die 50-Pfennig-Marke Danzig I in zwei Farben, schwarz und violett gedruckt ist, mithin schwarz zur Markenfarbe schwarz gehört, ist meine Bezeichnung „farbig“ nicht ganz von der Hand zu weisen. Anders jedoch verhält es mit dem Vorhandensein der Aufdruckauflagenummer neben der Plattenauflagennummer auf dem seitlichem Bogenrande auf einer geringen Anzahl Bogen der 50-Pfennig-Wertes Danzig I. Das ist bis jetzt der einzig bekannte Fall, der aber noch näherer Auf-klärung bedarf. Um nun in dieser und in einigen anderen Fragen eine genaue amtliche Auskunft zu erhalten, wandte ich mich in einem Schreiben an die Direktion der Berliner Reichsdruckerei und erhielt von ihr u.a. nachfolgende Antwort:
„Ihre Fragen betreffen innere Angelegenheiten der Reichsdruckerei; ihre öffentliche Behandlung ist aus dienstlichen Gründen nicht erwünscht.“ Es wäre begrüßenswert, wenn sich einige Philatelisten zu diesem Thema äußern würden.
Die Druckart der fraglichen 10 Pfennig Danzig I, die weder A.R. noch N.R. ist, wurde inzwischen von Herrn L.D. in Ausgabe 21der B.R. unter „Danziger Nachlese“ als Markenbogen, der für Automaten bestimmt war, definiert. Ich schließe mich dieser Annahme an und möchte diese Druck-art „Rollendruck“ für Freimarkenautomaten“ nennen. Da Bogen in diese Druckart, von dieser mir Herr L.D. in liebenswürdiger Weise einen (556) zur Verfügung gestellt hat, weder oberen noch unteren Bogenrand tragen, müsste auch die Audruckauflagenummer notgedrungen auf dem seit-lichen Bogenrand untergebracht werden.
Da nun in der letzten Zeit der Drang nach Sparsamkeit bei der deutschen Regierung wieder merklich Boden gewinnt, wie dieses ja auch aus dem der Ausgabe 21 der „B.R.“ veröffentlichen Erlasse des preußischen Ministers A. Hagemann über „die preußischen Dienstmarken deutlich ersichtlich ist, so nahm ich zuerst an, dass diese Druckart aus Sparsamkeitsrücksichten entstanden ist. Gewöhnlich ergibt der obere und der untere Bogenrand zusammen eine Markenhöhe, durch das Fortfallen des oberen und unteren Bogenrandes erspart demnach bei 10 Bogen einen Bogen von 100 Marken! Dass meine Annahme sich als irrig erwies, ersah ist an einem Bogen der neuen deutschen 10-Pfennig-Marken, der in N.R. hergestellt ist. Wenn die deutsche Regierung wirklich von jenem Sparsamkeitsdrange beseelt gewesen wäre, der ich ihr in diesem Falle durchaus zuschreiben wollte, so hätte sie ja auch sicher die neuen Marken ohne oberen und unteren Bogenrand drucken lassen. Aus diesem Grunde schloss ich mich, wie oben erwähnt, der Auffassung des Herrn L.D. an, denn „es irrt der Mensch, so lang’ er strebt!“
Die Redaktion der „B.R.“ hat inzwischen einige durch ein drucktechnisches Versehen entstandene Fehler berichtigt. Die Plattenauflagennummer H 3409.20 ist ebenfalls durch ein Versehen fälsch-licherweise noch einmal als „Aufdruckauflagenummer“ aufgeführt worden.
An Kontrollnummern sind noch nachzutragen:
Danzig III 3 Pfennig Plattenauflagenummer H 2346.19, dieselbe Kontrollnummer wie bei der 1 ¼ Mark Danzig III.

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Aus Handlerkreisen

Wer die letzte Postwertzeichen-Ausstellung des Vereins „Briefmarkenfreunde“ durchwanderte, wird angesichts der reichen ausgestellten Schätze aus jugendlichem Sammlermunde gewiss manchen Seufzer der Begehrlichkeit, um nicht zu sagen des Neides, gehört haben. Aber heute sind Brief-marken, wie leider alles, oft so unerschwinglich teures, dass ein kleiner Anfänger beim Erwerb sein Portemonnaie immer wieder sehr ernstlich zu Rate ziehen muss, ob es ihm abermals eine größere Ausgabe gestattet. Billig und gut kauft der kleine Sammler bei soliden Händlern, und da sind es vor allem die Pakete aus verschiedenen Marken, die einen guten Grundstock für eine Sammlung abgeben. Leider sind gerade diese besseren Paketmischungen seit dem äußerst rar geworden und heute fast nirgends mehr zu angemessenen Preisen erhältlich. Da ist es nun zu begrüßen, dass die Firma Feller & v. Neumann Pfefferstadt 52 besonderes Gewicht auf den Vertrieb von Marken für Anfänger- und mittlere Sammlungen aller Länder legt. Sie ist neuerdings auch in der Lage, gute, sehr preiswerte Paketzusammenstellungen namentlich für Schüler, berechnet, abzugeben und erfreut sich infolge entgegenkommender reeller Bedienung und ihrer großen Auswahl auch in den jetzt wieder sehr beliebt werdenden Überseeländer eines ständig wachsenden Kundenkreises. Herr v. Neumann besonders ist Fachmann auf dem Gebiete der Philatelie und weiß stets, wo der Schuh drückt und was der jungen Sammlers Herz begehrt. Im Hauptgeschäft Pfefferstadt und in den Niederlagen Portechaisengasse (Feller), Gr. Gerbergasse (Voß) Elisabethkirchengasse 8 und Schmiedegasse hat die Firma gute Auswahlen Europa- und Überseepackungen für ihre Kunden ausliegen und kauft im Hauptgeschäft stets auch Sammlungen aller Art, die ihr zur Ansicht vorge-legt werden.

Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig.
Heute, am 11. d. M. abends 7 ½ Uhr, Hauptversammlung im Hohenzollern.

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Falschungen von Danziger Provisorien

In der neuesten Nummer eines Briefmarken Offertenblattes finden wir eine Anzeige, die viel Aufhebens von massenhaften Fälschungen der Danziger Provisorien (50 Pfennig schräger Aufdruck) und 1 Mark (Innendienst) macht. Diese Fälschungen sind in Danziger Sammlerkreisen (z.B. Briefmarkenfreunde“) festgenagelt worden und waren auch der Redaktion von „B.R.“ bekannt. Sie sind aber plump (Steindruck statt Buchdruck) ausgeführt und können nur unerfahrene täuschen. Die beiden vermutlich Schuldigen sitzen durch rechtzeitiges Eingreifen der Postbehörde bereits hinter Schloss und Riegel, und ein Teil der Fälschungen die übrigens nicht allzu zahlreich sein dürften, wurden beschlagnahmt. –
Die 15 Pfennig braun Danzig mit schrägem Aufdruck ist gleichfalls, wie wir schon bei der ersten Meldung andeuteten gefälschtes Machwerk.
Vor allen gefährlichen, etwa neu auftauchenden Fälschungen wird die „B.R.“ rechtzeitig waren.

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Danzig

“1920” III. “Provisorische Ausgabe A und B Ausgabedatum 20 – 29 20. August, Nummer 30 – 39
1. November. Letzte Marken des Deutschen Reiches, Restbestände der Postanstalten des Freistaates und vom Publikum abgelieferte Marken, provisorisch überdruckt von Julius Sauer, Danzig. Die Inschrift „Deutsches Reich“ ist durch einen aus eng gekreuzten Linien bestehenden Balken ausblockiert. Aufdruck Danzig schräg von links unten nach rechts oben in lateinischer Schreibschrift in verschiedenen Farben. Nummer 20 bis 24.) Die Markwerte sämtlich durch verschienartigen und –farbigen Wertaufdruck oben (1 ¼ M. 1 ¼; 2 Mark 2; Mark 3 Mark; M. 5 M; 10 Mark 10) auf Marken der letzten Ausgabe. Deutsches Reich „umgewertet“ (5 Mark noch mit Aufdruck der Danziger Flagge (Nummer 20 bis 24 und 29), Deutsches Reich ausgeblockt durch Balken (Nummer 25 bis 27), durch Überdruck Danzig in gotischer Zierschrift oder antiqua Kapitälchen (Nr. 28).
Rasterunterdruck: Netzartige Wellenlinien (graugrün bei A violettrosa bei B).

Pfennigwerte.
20        5 Pfennig grün, Aufdruck dunkelblau.
21        15 Pfennig, violett Aufdruck dunkelblau.
22        20 Pfennig, violettblau, Aufdruck dunkelblau.
23        25 Pfennig, orange/schwarz auf gelb, Aufdruck kirschrot
24        75 Pfennig, blaugrün/schwarz, Aufdruck kirschrot

Markwerte A (Rasterunterdruck grüngrau).
25        1 ¼ Mark auf 3 Pfennig, Aufdruck kirschrot.
26        2 Mark auf 35 Pfennig, Aufdruck kirschrot.
27        3 Mark auf 7 ½ Pfennig, Aufdruck grün
28        5 Mark auf 2 Pfennig, Aufdruck rot (Flagge)
29        10 Mark auf 7 ½ Pfennig, Aufdruck schwarz.

Markwerte B (Rasterunterdruck violettrosa).
30        1 ¼ Mark auf 3 Pfennig, Aufdruck kirschrot.
31        2 Mark auf 35 Pfennig, Aufdruck kirschrot.
32        3 Mark auf 7 ½ Pfennig, Aufdruck grün.
33        5 Mark auf 2 Pfennig, Aufdruck rot (Flagge)
34        10 Mark auf 7 ½ Pfennig, Aufdruck schwarz.

Von bemerkenswerten Abarten sind zu verzeichnen: Das g im Worte Danzig weist zwei Typen auf; g mit geradem und geschweiftem Grundstrich. Der Überdruck steht höher oder tiefer auf der Marke, oft das Wort Deutsches Reich freilassend (besonders häufig bi Nr.20). Nr. 20 wurde auch mit mehrfachem Überdruck einzelner Buchstaben von Danzig auf einer Marke angetroffen. – Auch mangelhaft ausgedruckte oder durch Zwischenraum unterbrochene Blockierungsbalken kommen vor. Die Flagge der 5-Mark-Marke erscheint mitunter quadratisch durch Fortfall des unteren spitzen Flaggenzipfels (Plattenfehler infolge zerbrochenen Klischee). Nr. 20 (5 Pfennig und 25 ( 1 ¼ Mark) wurden mit schwach metallisch glänzendem Aufdruck beobachtet, Nr. 29 (10 Mark) mit sehr schwachem, kaum durch die Lupe erkennbaren Rasterunterdruck. Auch der Punktabdruck des Klischeenagels findet sich vielfach auf einzelnen Werten. – Der Netzwellenlinien-Rasterunterdruck ist blassgrau oder grünlichgrau. Er kommt bei Ausgabe A (graugrün) in zwei Arten vor: „Spitzen des Netzgrundes nach unten“ gerichtet. – Die Nummern 25 bis 28 von denen deutsche Originalmarken aus Berlin neu eintrafen, wurden etwas später in beschränkter Anzahl noch einmal amtlich überdruckt und verausgabt.
1920. IV. „Aufbrauchausgabe“ (Ausgabedatum 30.8.) Marken des Deutschen Reiches mit schrägem Überdruck (Sauer-Danzig) in lateinischer Schreibschrift Danzig. Die Worte “Deutsches Reich“ ausblockiert) durch Balken. Außer Kurs gesetzte deutsche Marken (2, 2 ½, 3, 7 ½ Pfennig und Restbestände, die in Danzig lagerten. Auflage sehr klein. Ein Nachdruck ist amtlich nicht erfolgt.

Auflage etwa;
35        2 Pfennig hellgrau, Aufdruck blau                                                                                   13 000
36        2 ½ Pfennig dunkelgrau, Aufdruck blau                                                 8 500
37        3 Pfennig braun, Aufdruck blau                                                                45 000
.            37a hellbraun N.R.
.            37b dunkelbraun A.R.                                                                                      30 000
38        7 ½ Pfennig, rotorange, Aufdruck blau                                                 25 000
39        10 Pfennig, rot, Aufdruck blau                                                                    90 000
40        30 Pfennig, rotorange/schwarz, Aufdruck kirschrot                                              15 000
41        40 Pfennig, karmin/schwarz, Aufdruck kirschrot                                                  185 000
42        50 Pfennig, violett/schwarz auf sämisch, Aufdruck kirschrot     8 000
43        80 Pfennig, karmin/schwarz auf rosa, Aufdruck kirschrot                              120 000
Diese Ausgabe war am ersten Tage trotz beschränkter Abgabe an das Publikum in wenigen Stunden ausverkauft. Von Abarten sind bisher bekannt: Nr. 37, 38 und 39 mit Schleife im a des Wortes Danzig, Nr. 35 nur mit dem Buchstaben D von Danzig durchbrochene Balken bei Nummer 14 bis 43
GoK.

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Spezialsammeln; Ein Rat und eine Warnung

Zum Spezialsammeln gehört Sammeln in ganzen Bogen. Da das aber nur die wenigsten Sterblichen sich leisten können, genügt auch ein Bogen mit den Randmarken allein, oder wenn man es noch billiger haben will, nimmt man alle Marken bis auf eine aus der Bogenumrandung heraus. Das wird sich vor allem bei den Markwerten empfehlen. Ist das Spezialsammeln nun wirklich zu empfehlen? Für den fortgeschrittenen Sammler kann diese Frage wohl mit Ja beantwortet werden, nicht aber für den Anfänger. Ich möchte allen jungen Freunden dringend raten, die Hand davon zu lassen. Wenn ihnen das Schicksal oder der Schalterbeamte hold ist und ihnen einen Fehldruck oder Plattenfehler reicht, so mögen sie sich darüber freuen und ihn in ihr Album kleben, meinetwegen auch dem einen oder anderen Freunde zeigen und sich von ihm beneiden lassen, aber nur nicht so viel Aufhebens machen und nun meinen, wunder und noch für eine Seltenheit zu besitzen. Heute ist es keine Kunst mehr, Fehldrucke zu erhalten. Wie verschiedene Prozesse in den letzten Jahren zeigen, werden Fehldrucke häufig absichtlich hergestellt. Da sollte man doch meinen, dass die Sammler endlich klug werden und ihre Taschen zu halten. Das neueste Manöver ist nun die Ausgabe von Druckaus-schuss. Was man früher in den Ofen steckte, wird heute als Rarität auf den Markt geworfen und hunderte von Mark werden dafür verlangt und bezahlt. Wenn das so weiter geht, muss jeder, der Briefmarken sammelt, zur lächerlichen Figur werden. Mit der Ausgabe des Druckausschusses ist auch für den Spezialisten ein Komplettwerden – der stille Traum aller Sammler – vollständig ausge-schlossen. Wer aufmerksam die letzte Briefmarkenausstellung durchwandert hat, wird einsehen, dass einer, de an Stelle der ganzen Welt oder aber von Europa, in der Hauptsache nur Danzig sammelt für einen Makrokosmos eines Mikrokosmos eingetauscht hat. Vollständig wird er ebenso-wenig werden, wie wenn er die Marken der ganzen Welt sammelt. Er hat nur für eine bilder- und farbenreiche Galerie, ein langweiliges , eintöniges Bild eingetauscht, wird es bald über und zum alten Eisen werfen.
L.D.

 

G. Große Allee 22. Betr. 1.- Mark-Provisorium ohne Unterdruck, wurde, wie Sie beim Durchblättern finden werden, bereits in Rundschau Nr. 18 gemeldet. Wir danken nochmals für ihr Interesse und sind stets für weitere Vorlagen dankbar.

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Aus Handlerkreisen

Danzig entwickelt sich immer mehr zu einem Mittelpunkt des internationalen Briefmarkenhandels. Wie wir hören, hat seit dem 3. November das bekannte Handels- und Bankhaus I. Semiatycki, Heilige Geistgasse, eine besondere Abteilung für den Briefmarken-Ein- und Verkauf errichtet, deren Leitung ein Danziger, auf philatelistischem Gebiet erfahrener Fachmann, Herr Paul Hornuß über-nommen hat. Die neue kapitalkräftige Firma wird besonderen Wert auf prompte und durchaus solide Bedienung ihres Kundenkreises legen und sich vorläufig in erster Linie mit dem Vertriebe Danziger Briefmarken beschäftigen. Sie steht bereits in Verbindung mit großen Handelshäusern des Auslandes und ist in der Lage, sich auch in großem Maßstabe dem Expertengeschäft in Briefmarken widmen zu können. Daneben ist eine besondere Ladenabteilung für die Bedienung ihrer Danziger Geschäftsfreunde und des Danzigs besuchenden Internationalen Publikum eingerichtet worden.

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Weiteres zu den Kontrollnummern der Danziger

von
K.D. Langfuhr

Aus der letzten Ausgabe de „B.R.“ kann ich zu den zu meiner Freude entnehmen, dass mein Artikel über die Kontrollnummern der „Danziger“ auf fruchtbare Erde gefallen ist. Verschiedene Herren haben gemeldet. Herr H. hat seiner Meldung noch weitere Ausführungen hinzugefügt, die aber wohl nicht alle ganz stichhaltig sein dürften.
Herr H. unterscheidet farbige und schwarze Kontrollnummern und versteht unter den ersteren die Nummern der Markenplatte, unter den letzten die Nummer des Aufdruckes. Gegen diese Einteilung spricht der Umstand, dass die Kontrollnummern sowohl für Platte, wie für den Aufdruck der 50 Pfennig schwarz sind. Immerhin mag aber dieses Hinweis für den Neuling von Wert sein.
Sodann sagte Herr H., die schwarze Aufdruckauflagenummer befinde sich immer auf dem unteren Rande. Das stimmt ebenfalls nicht. Ich habe linke Randstreifen des 50-Pfennig-Marke, auf denen sich unter oder vielmehr nebeneinander der Kontrollnummer der Platte und des Aufdruckes befinden.

Endlich bezweifelt Herr H. meine Angabe, dass 10 Pfennig Danzig I in N.R. vorhanden sei. Herr Kleeberg in seinem letzten Artikel über Allensteiner Neudrucke dem Neurollendruck folgendermaßen: „Er hat neben den Wertzahlen am Kopf noch eine Schraffierung um diese Zahlen, die sich in genau korrespondierender We3ise auch auf der Fußumrandung findet. Beide, die Kopfzeile und der Streifen am Fuß des Bogens ergeben zusammen eine Markenhöhe. Die Seiten-ränder dieser Art Bogen sind völlig frei von Druck. „N.R.“ hat am linken Rande eine mehr oder minder gesperrt gedruckte vierstellige Zahl, die, wenn man ein Bogenpaket in die Hand bekommt, eine fortlaufende Reihe bildet. Diese Erklärung vorausgeschickt, will ich den Bogen, der hier vor mir liegt, beschreiben. Der Redaktion der „B.-R.“ hatte dieser Bogen schon einem vorgelegen, damals allerdings in erster Linie wegen der Färbung der Marken. Der Bogen stammte vom Magistrat. Oberer und ein unterer Rand ist nicht vorhanden. weiße Papierrand links und rechts ist nur 9 Millimeter breit. An der linken Seite befinden sich von oben bis unten verteilt rote Zahlen (1, 10, 9, 8). Weiter befinden sich links und rechts in der Höhe der untersten Markenreihe kopf-stehend die Zahl 326. Andere gleiche Bogen trugen die Zahlen 322, 323, 325, 556. Am rechten Rande steht die Kontrollnummer des Aufdruckes H 3367.20, ein weiteres Bespiel gegen obige Aufstellung des Herrn H., dass die Kontrollnummer des Aufdruckes immer am Fuße stehe. Wie ist das nun? Ein A.R. sicher nicht. Ein N.R. 7 oder was sonst?
Mit der Aufstellung der Plattennummern kann ich mich leider auch nicht ganz einverstanden erklären. Da wird unterschieden zwischen Plattenauflagennummer und Aufdruckauflagennummer. Unter der ersten Bezeichnung wird z.B. 2, 3, 5 Mark Kupferdruck aufgeführt. Nun haben aber die Kupferdruckmarken überhaupt keine Kontrollnummer. Die Nummern gelten für den Aufdruck. Die Richtigkeit der Nummer der 5 Mark vorausgesetzt – sie ist dieselbe wie für die 3-Mark-Marke – bilden wir den Beweis, dass von 5 Mark eine neue Auflage erschien. Daraus würde sich dann auch erklären, dass die 5 Mark ihren Rand als seltenste Marke von Danzig I schon lange an die 3 Mark abgetreten hat.
Weiter wird für 1 Mark Danzig I die Nummer H 3409.20 erst als Plattenauflagennummer, dann vier Zeilen weiter unten als Aufdrucksauflagennummer aufgeführt. Was gilt nun? Meiner Ansicht nach wohl das erstere. Ich möchte alle Herren, vor allen die Herren von der Post bitten, möglichst viele Angaben zu machen, aber genau zu unterscheiden. Bei Danzig III kommt in glücklicherweise nur eine Nummer in Frage.

Dem Beitrag in Ausgabe Nr. 19 der „B.R.“ müssen wir heute eine kleine Berichtigung folgen lassen:
Im Absatz unter „Plattenauflagennummern“ sind durch ein drucktechnisches Versehen folgende Zahlen falsch aufgeführt:
2 Mark H. 4136.20 (ohne Nummern u. 2, 3, 4,5);
5 Mark H 4136. 20 1 und 6. Diese Kontrollzahlen müssten unter „Aufdruckauflagenzahlen“ aufgeführt werden, da auf den Kupferdruckmarken ja gar keine Plattenauflagennummern vorhanden sind.
Ferner müssen fortfallen die Zahlen 19 bei Danzig II N.R 2557 (19). Danzig III 30 Pfennig N.R. 1029 (19) 1030 (19), 75 Pfennig N.R. 7265 (19). Alle Ergänzungen zu der Kontrollzahlen-Aufstellung ist noch nachzutragen 20 Pfennig III H. 5371.19´.

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Danzig Nachlese 4. November 1920

Herr L.D., Danzig-Langfuhr. schreibt uns: Ich glaube die Druckart von 10 Pfennig Danzig I jetzt bestimmt definieren zu können. Ich sagte bereits, dass die Bogen unten je links und rechts kopf-stehende Nummern haben. Ich legte nun die Nummern 325 und 326 aneinander, und siehe da, die Umrissenen Ränder passen genau zueinander. Die roten Zahlen am Rande bilden eine fortlaufende reihe. Diese Boten stammen zweifellos von Rollen, die für die Automaten gedruckt waren. Da man nun mit einer 10-Pfennig-Marke zur Frankatur eines Briefes nicht ausreicht, hat man die Automaten verschwinden lassen und die noch vorhandenen Markenrollen in Bogen zu 10 Stück aufgeteilt. Einige dieser Boten haben nun auch den Aufdruck „Danzig“ erhalten und dürfen für den Spezialsammler wohl zu einem der gesuchtesten Boten Danziger Marken werden.
Herr R. Ottwin übersandte uns freundlichst eine Flugpostmarke zu 1 Mark Danzig, bei der der linke Flügel an de Spitze deutlich durchgebrochen ist, so dass die letzten Federn getrennt von der Schwinge stehen.
Von der 30-Pfennig-Postkarte legte uns Herr Kohn ein Exemplar vor, bei dem unter der rechten 30 des Überdruckes ein kleiner viereckiger bordeauxroter Block, der vom Klischeenagel herrühren dürfte, zu bemerken ist.
Ein weiteres Exemplar der bereits in der „B.R.“ gemeldeten hochinteressanten Abart des 25-Pfennig-Provisoriums (Stern) ohne das Wort „Danzig“ legte uns Herr Z. vor. Bei diesem Stücke fehlt jede auch nur schwach angedeutete Spur der Buchstaben des Überdruckes und diese „Danzig-Deutschland-Provisorium“ ist in der Tat ein origineller Druckzufall und ein für Spezialsammler sehr beachtenswerter Fehldruck

Die Preisbewertung der Danziger Marken. Es ist interessant, festzustellen, dass die bekannte Firma Gebr. Senf Leipzig in ihrer letzten Ausgabe des Ill.Ills.D.“ die jüngsten Danziger Provisorien sehr hoch berechnet. Für die Aushilfsmarken 10 auf 20 und 25 auf 30 Pfennig (Sternausgabe) werden gebraucht 1,90 Mark verlangt. Die dritte Ausgabe, und zwar nur die weniger seltenen Werte 5, 15, 20 und 25 Pfennig werden zusammen 3,15 postalisch entwertet angeboten.

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Neuheiten-Rundschau

Danzig;
Wir haben zu verzeichnen die am 1. November erfolgt, bereits von uns in Nr. 20 der „B.R.“ angekündigte Ausgabe Neuer Provisorien, und zwar 5 (Pfennig), blauschwarz große Zahl auf Danzig I 30 Pfennig 1 Mark der letzten Ausgabe)
1 ¼ Mark der letzten Ausgabe)                         mit Rasterunterdruck (Wellenlinien) in neuer
2 Mark der letzten Ausgabe)                                        Farbe, violettrosa statt graugrün.
3 Mark der letzten Ausgabe)
5 Mark (Flagge) der letzten Ausgabe)
10 Mark der letzten Ausgabe)
Wir möchten bei dieser Gelegenheit besondern darauf hinweisen, dass das in Ausgabe 18 unter Nachlese gemeldete 1-Mark-Provisorium ohne jeden Unterdruck nicht amtlich bestellt wurde aber postalisch an allen Schaltern zur Ausgabe gelangte. Dieser Wert ist auch für Nichtspezialsammler beachtenswert und verdient eine besondere Katalogisierung.

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Danzig.

“1920” I. „Berliner Ausgabe“; Verausgabt 14. Juni 1920 (bis auf Nr. 6, 10, 12). Letzte Marken des Deutschen Reiches mit Wz. Rauten, gezähnt 14. 14 1/4. Markwerte 14 : 14 ½. Mit geradezeiligem schwarzem Aufdruck in gotischer Zierschrift über dem Worte „Deutsches Reich“, hergestellt in der Berliner Reichsdruckerei. Vom 20. Juli ab (bis dahin konnten noch deutsche Reichsmarken aufge-braucht werden) wurden nur Danziger Marken postamtlich zur Frankieren zugelassen.

Pfennigwerte.

1      5 Pfennig, grün,
.      1a F A grasgrün,
.      1b F A dunkelrussischgrün,
2     10 Pfennig rosarot
.       2a F A hellrosa
.       2b F A dunkelrosa
3     15 Pfennig braunviolett
.       3a F A matthellbraun
.       3b F A sattdimleöbraimviolett
4                    20 Pfennig ultramarin
.                     30 Pfennig orange/schwarz a.            sämisch P.
.       5a F A do a. lachsfarben P
6                   40 Pfennig rosa (neue Weltpost B.-Farbe), verausgabt 13 September.
7                   50 Pfennig violett/schwarz                  a. sämisch P
.       7a F A do.                                                                     a lachsfarbeen P.

Markwerte

8                  1 Mark rot
.         8a F A blassrot,
.         8b F A tiefrot,
9                  1,25 Mark grün,
10      1,50 Mark hellbraun) (verausgabt 20. Juli)
11      2,00 Mark dunkelblau,
.          11a F A tiefblau,
.          11b A F mittelblau,
12      2,50 Mark rotlila,
.          12a dunkelpurpurlila,
.          12b blassrosalila,
13      3,00 Mark violettschwarz (verausgabt 20. Juli
14      5,00 Mark schwarz/rot.

Es gibt bei dieser Ausgabe, abgesehen von der Stellung des Aufdruckes Danzig, der mitunter die Worte „Deutsches Reich“ nicht blockiert, sondern freilässt, eine Anzahl von Abarten, herrührend von fehlerhaften Drucktypen. Danzio statt Danzig wurde z.b. beobachtet bei der 5-Pfenning, Danzia bei der ersten Marke links oben der M-Mark-Bogen 3376.20. 2 (und 3). Letztere Marken sind sehr gesuchte Plattenfehldrucke. Auch Plattenbrüche des Überdruckes (z.b. bei der 50-Pfennig klaffender Riss durch das Wort “Danzig“) kommen vor. und verstümmeltes Danzig z.b. nur „nzig“. Ferner auf der Rückseite durchgeschlagene Drucke. Zehn links stehende Marken des Bogens „H 2374.20. 2“ zeigen ferner einen Doppeldruck des Wortes „Danzig“, ein Blockstück-Unikum, das sich im Besitz eines Danziger Herren befindet. – Bei einem Wert zu 2,50 Mark hellrotlila findet sich der Rahmen links unten unterbrochen durch einen weiß gebliebenen rechten Winkel. Weitere „Makulaturdrucke“ finden sich häufiger bei der zweiten Lieferung der aus Berlin im Juli nachbezogene 5-Mark-Werte.
“1920” II „Sternausgabe“. Der erste Wert (25 Pfennig) erschien am 10. August. Danziger Marken vorhergehender Ausgabe. Die ursprüngliche Wertausgabe ausblockiert durch einen sechsstrahligen Stern, das Markenbild überdruckt mit neuer, verschieden großer Wertziffer, beidem 1-Mark-Wert mit kleinem Aufdruck Mark 1 Mark oben. Der Worte „Deutsches Reich“ überdruckt mit Danzig in gotischen Lettern der Reichsdruckerei. De neue Aufdruck hergestellt bei Julius Sauer, Danzig.

Pfennigwerte
15        5 Pfennig auf 30 Pfennig (Nr. 5) Aufdruck blauschwarz. (Verausgabt 1.November)
16        10 Pfennig auf 20 Pfennig (Nr. 4) Aufdruck bordeauxrot. (Verausgabt 17. August)
17        25 Pfennig auf 30 Pfennig Nr. 5). Aufdruck dunkelgrün. (Verausgabt 10. August)

Markwerte
18        1 Mark auf 30 Pfennig (Nr. 5). Aufdruck schwarz. Mit graugrünem Rasteraufdruck (Wellen-linien).(Verausgabt 20. August)
18A     1 Mark auf 30 Pfennig (Nr. 6) Ohne jeden Unterdruck, nichtamtlich aber postalisch zuge-lassen. Verausgabe erstmalig Anfang Oktober)
19        1 Mark auf 30 Pfennig (Nr. 5) Mit violettrosa Unterdruck. (Verausgabt 1 November)
Die Abarten dieser Stern-Provisorien sind überaus mannigfach und häufig. Es gibt halbierte und rund oder klexig ausgedruckte Sterne. Der Klischeenagel tritt häufig farbig auf dem Markenbilde hervor.
Als ausgesprochen hochinteressanter Fehldruck zu bezeichnen ist ein vorhandenes Stück des 25-Pfennig-Provisoriums, bei dem das Wort Danzig ganz fehlt. Bei einem zweiten geprüften Exemplar sind nur schwache Spuren der ersten beiden Buchstaben erkennbar.
GoK.

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Katalogisierung der Danziger Postwertzeichen I

Ein kleines Vorwort ist vonnöten;

Wir beginnen heute mit der Katalogisierung de bisher erschienenen Postwertzeichen der Freien Stadt Danzig. Die Schwierigkeiten, die sich aus der ungeregelten Erscheinungsweise der einzelnen Provisorien ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Wir hoffen jedoch, gestützt auf die amtlichen Angaben einerseits, nach unserer eigenen Kenntnis und nach eingehender Korrespondenz und Besprechung mit philatelistischen Autoritäten andererseits in nachfolgenden Zeilen eine möglichst übersichtliche und genaue Aufstellung für den Katalog und das Album bringen zu können. Wir berücksichtigen aus wohlüberlegten Gründen bei der Katalogisierung nicht die Reihenfolge des erscheinens der Marken, was ein heilloses Durcheinander zur Folge gehabt hätte (vergl. dazu die sich ständig widersprechenden Angaben bezüglich Ausgabe I, II und III in den Offertenblättern), sondern ordneten die Provisorien nach ihrer typischen Druckausführung. Hierbei kann es allerdings passieren, dass bei etwa noch erfolgenden Ausgaben neuer Stern usw. Provisorien die Haupt-nummerierung verändert werden muss; allein dies ist leichter zu bewirken nur noch Verbesserung der Nummern und erfordert später kein großen Kopfzerbrechen mehr.
Wir wählten also für die einzelnen der technischen Ausführung nach zusammengehörenden Marken einer Reihenfolge bestimmter Serienbezeichnungen (in Klammmern ergänzt durch römische Ziffern) wie z.B. „Berliner Ausgabe“ für die ausschließlich in Berlin gedruckten Wertzeichen, „Sternausgabe“ für die entsprechenden Provisorien usw.
Besondern Wert legten wird au Aufzählung aller erwähnenswerten stark voreinander abweichenden Farbtönungen (soweit bisher bekannt) nach dem Vorbilde der maßgebenden englischen und amerikanischen Kataloge und erbitten namentlich auf diesem Gebiete weitere freundliche Mitarbeit aus dem großen Leserkreis der „B.R.“, Druckzufälligkeiten, sonstige Abarten und Fehldrucke, die nur für Spezialsammler Interesse haben, verweisen wir in die Anmerkungen die ein gutes Handbuch nicht entbehren kann.

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Am heutigen Donnerstag 7 abends findet im „Hohenzollern“ eine außerordentliche Sitzung und ein Tauschabend des Vereins statt, zu der besondere die Einladungen der Kürze der Zeit leider nicht mehr ergehen konnten. Ferner ist für den Sonnabend abends 8 Uhr im gleichen Lokale ein gemütlicher Bierabend anlässlich der erfolgreichen Durchführung der Ausstellung in Aussicht genommen.

 

F.G. Halbe Allee. Die Provisorien III. Ausgabe, 2 – 80 Pfennig werden, wie wir bestimmt hören, nicht mehr zur Ausgabe gelangen. – Die mitgeteilten Abarten der 75-Pfennig-Marke, ebenso der Postkarten sind bereits bekannt und vom uns gemeldet worden. Für Spezialsammler von Danzig besitzen sie natürlich einen höheren Liebhaberwert.
Arth.B…r. Danzig. Die 60-Pfennig-Dienstmarke allein ist schwer zu bewerten, da meist im ganzen Satz gehandelt. Wir möchten ihnen jedoch nicht anraten, diese gegen 2 ½ und 50 Pfennig einzu-tauschen, da letzte Marken (Wert 100 Mark zur Zeit) in bedeutend größerer Auflage als die Dienst-marke verausgabt worden ist.
F.L. Kunstmaler, Langfuhr. Der beschriebene Randstreifen der 40-Pfennig-Marke mit einem Gewirr schlecht ausgedruckter Ziffern dürfte einem von der Reichsdruckerei gegen frühere Gewohnheit seit dem Kriege häufiger verausgabt „makulierten“ Markenbogen angehören, bei dem die Randziffern versehentlich mehrfach gedruckt wurden. – 15-Pfennig und 30-Pfennig Postkarten Danzig II mit Balken über „Deutsches Reich“ wurden von uns bereits gemeldet. Druckzufälligkeiten wie diese und ähnliche sind bei den letzten Danziger Karten sehr häufige. – 3-Pfennig-Marke „mit dunklem Fleck“ müssten sie uns zur Beurteilung schon einmal freundlichst vorlegen.
Heinz B., Oliva. Die Abartendes 10-Pfennig Provisorium mit mangelhaft ausgedruckten Sternen sind in unserer „Nachlese“ bereits gemeldet worden. Sie sind keine Fehldrucke im philatelistischem Sinne, sondern Druckmängel.
A.R. Berlin u.a. Wir bitten wiederholt allen Anfragen genügend Rückporto beifügen zu wollen, da sonst eine Beantwortung uns nicht zugemutet werden darf.

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Danzig Nachlese 28. Oktober 1920

Bei einer großen Anzahl von Bogen der 1 1/4- Mark-Provisoriums neuer Auflage (oder allen?) kommt es, wie Herr Zill unter Vorlage freundlichst mitteilt, vor, dass die fünfte Marke auf dem Halse der Germania einen roten Punkt, die sechste Marke aber ein zerbrochenes „g“ in Danzig aufweisen. Bei den 1 ¼-Mark-Provisorium trifft man auf Stücke, bei denen der Überdruck sehr im Druck „gequetscht“ ist und die einzelnen Charaktere verschiedene Höhenmaße zeigen.
Ein weiterer Druckmangel ist bei der 75-Pfennig grünschwarz mit bordeauxrotem Schrägaufdruck „Danzig“ zu melden. Im „ig“ des Aufdruckes befindet sich oben eine quer stehende Lücke von etwa ½ Millimeter. Unter dem i-Punkt folgt ferner erst ein dünner wagerechter Strich darauf die Lücke und sodann die untere Hälfte des „i“; im g ist der mittlere Anteil des oberen Kreises wie ausradiert.

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Danzig

Es ist für den Danzig-Spezialsammler durchaus beachtenswert, dass ein Teil der jetzt am Postschalter verausgabten Werte der Provisorien zu 1 ¼, 3, 5 und 10 Marken graugrünen Unter-druck nach links ausgebuchtet zeigen, statt wie bisher nach rechts. Herr C.D. Langfuhr machte uns hierauf freundlichst aufmerksam Die Danziger 5-Mark-Marke zweite Auflage soll einen um ½ Millimeter längeren Aufdruck (15 ½ statt 15) haben wie das „Ill.Br.-I“ wissen will. Wir kannten trotz Messung diesen Unterschied leider noch nicht feststellen und sind der Meinung, dass es sich nur um eine Druckzufälligkeit handeln kann.

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Die erste Postwertzeichen-Ausstellung im Freistaat Danzig

Es sei gleich zum Eingang bemerkt: Die am Sonntag. Dem 24. Oktober, 10 Uhr früh im großen Saale des Guttemplerhause eröffnete Postwertzeichen-Ausstellung hat eine für den jungen , aber an Mitgliedernzahl schon sehr starken Verein „Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig“ einen durch-schlagenden Erfolg gehabt, wie man ihn sich nicht schöner hätte wünschen können.
Eine überaus zahlreiche Besucherzahl aus allen Kreisen flutete den ganzen Tag bis zum späten Abend durch den geschmackvoll mit Flaggen dekorierten für Ausstellungszwecke sehr günstigen Raum. Unten den bereits früh am Vormittag Erscheinenden bemerkten wir neben Vertretern de Behörden des Parlaments der Stadtverordnetenversammlung und der Presse, auch eine Anzahl bekannter Danziger Pädagogen, die, wie man munkelt, bisher dem Briefmarkensammeln nicht gerade sehr freundlich gegenüberstanden, angesichts des an Ort und Stelle Gebotenen aber offen zugaben, dass sie künftig die bisher gehegten Ansichten einer gründlichen Revision unterziehen würden. Es gereichte dem Vorsitzenden des Vereins zu ganz besonderer Freude, unter seinen Gästen den obersten Leiter des freistaatlichen Postwesens, Herrn Postrat Zander begrüßen zu können, der auf seinem Rundgang die ausgestellten Objekte einer sehr eingehenden Musterung unterzog. Viel bemerkt wurde es übrigens, dass der Prozentsatz von Besuchern in reiferen Jahren weit die Zahl der Jugendlichen und Schüler überragte, die gekommen waren, um sich in der Ausstellung Anregung und Belehrung zu holen.

Wir lassen nun unserem besonderen Berichterstatter das Wort. Er schreibt:
Lange vor Eröffnung der Ausstellung sammelte sich das Publikum vor dem Ausstellungsgebäude. Pünktlich um 10 Uhr wurde die Ausstellung durch den Vorsitzenden des veranstaltenden Vereins, Th. Reimann eröffnet. In einer kurzen Ansprache begrüßte der den Leiter des Danziger Postwesens, Herrn Postrat Zander, sowie das zahlreich erschienene Publikum. Er erwähnte, dass das Interesse für den Sammelsport, das seit dem Erscheinen der Danziger Marken in erhöhtem Maße besteht, der Anfang zu der Ausstellung gewesen sei, und dass am versucht hätte zu leisten, was zu leisten nur möglich war. Er hat ferner, bei Beurteilung der Ausstellung die Schwierigkeiten zu berücksichtigen, mit denen der Veranstalter zu kämpfen hatten und gab der Hoffnung Ausdruck, dass auch die Feinde des Sammelsports die Ausstellung mit anderen Gedanken verlassen würden, als sie gekommen waren.
Anschließend übernahm Herr Ingenieur Jantzen die Führung durch die Ausstellung. Diese war in fünf Abteilungen gegliedert und so übersichtlich gestaltet, dass auch der Laie sich leicht orientieren konnte. In der 1.Abteilung: Deutsche Staaten und Deutsche Kolonien waren die wertvollsten Aus-stellungen die der Gebr. Jensen – Kiel und Jantzen – Danzig. Eine sehr interessante Familien-sammlung hatte Herr Theuring – Danzig ausgestellt. Mit Prachtexemplaren von Preußen und Sachsen war Herr Collin – Langfuhr vertreten. Auch die Ausstellungsstücke der Herren Dubbe, Hohmann, Zill. Olschewski und Rywoll waren anerkennenswert.
Die 2.Abteilung: Mitteleuropa und nordische Staaten, brachte als besonders sehenswerte Stücke ein Mulredy-Kuvert aus dem Jahre 1840. Aussteller Herr Giesbrecht – Danzig und Alt-Italien, Aussteller Herr Jantzen – Danzig. In dieser Abteilung waren fast sämtliche Staaten Mittel- und Nordeuropas vertreten, auf die einzeln eingegangen zu weit führen würde. Den Ausstellern dieser Abteilung kann man für ihre sauber eingerichteten Sammlungen nur vollste Anerkennung aussprechen.
Die 3.Abteilung: Osteuropäische Staaten und östliche Randgebiete brachte zum größten Teile die Marken derjenigen Staaten, die durch den Umsturz im Osten sowohl wie im Süden entstanden sind. Besonders erwähnungswert waren die Ausstellungen der Herren Kölber (Tschechoslowakei) und Neubrand (Bosnien).
In der 4.Abteilung: Südeuropäische Staaten waren Gebr. Jensen – Kiel mit wertvollen Sammlungen von Bulgarien, Rumänien und Griechenland vertreten. Die Ausstellungen von der Türkei dürften Spezialsammlern viel des Interessanten geboten haben, zumal die neuesten Serien (Waffenstill-stand Thronabsteigung) darunter vertreten waren.
Dieser Abteilung war auch eine Schülersammlung des Oberprimaners Paul Heinz Gordan ange-gliedert, der Kriegsmarken der Mittelmächte, Abstimmungsmarken und Danziger Marken ausge-stellt hatte.

Die letzte Abteilung umfasste Raritäten der Herren v. L.-Wien, Drouot – Paris und Jantzen – Danzig. Besonders erwähnenswert hierunter war die Sammlung des Herrn v. L.-Wien von Erst-druckes österreichischen Staatsdruckerei. – Bei der Fülle und Besonderheiten der einzelnen Stücke hatte die Prämiierungskommission eine schwere Aufgabe. Als Ergebnis der Kommission wurden am Nachmittag folgende Sammlungen als die besten prämiert:
1. Gebr. Jensen-Kiel (Europa), 2. Herr Jantzen – Danzig (Europa), 3. Herr Theuring (Alt-Deutschland), 4. Herr v. L.-Wien, 5. Drouot-Paris, 6. Herr Kölber – Langfuhr (Türkei), 7 Herr Giesbrecht – Danzig (Mulredy), 8. Herr v. Sieck – Kopenhagen (Entente-Kriegsmarken), 9. Herr Dubba – Danzig(österr. Feldpost), 10 Herr Zill – Danzig (Abstimmungsgebiete). 11. Herr Neubrand – Langfuhr (Bosnien), 12. Herr Rywoll (Polen), 13 Schüler Paul Heinz Gordan. Die Prämien und Diplome wurden am Sonnabend abends 8 Uhr bei einem Kommers, den der Verein im „Hohenzollern“ anlässlich der Ausstellung veranstaltet, ausgehändigt worden.
Auch der materielle Erfolg der Ausstellung war zufrieden stellend. Eine besondere Anerkennung gebührt der Glashandlung Zamory, die die Glasarbeiten der Ausstellung übernommen hatte.
Obgleich die Ausstellung durchaus nicht als eine internationale geplant war, machte sich der inter-nationale Einschlag im Verkehrsleben des heutigen Danzig doch stark bemerkbar. Unter den Aus-stellern war u.a. auch ein auf der Durchreise nach Straßburg i.E. in Danzig weilendes Mitglied und Offizier der französischen Handelsmission in Polen mit äußerst interessanten Marken Alt-Frankreichs, der Kolonien und Portugals vertreten, die allgemeine Anerkennung fanden. Ferner hatte Herr v. L.-Wien sehr interessanten Erstdrucke der Wiener Reichsdruckerei noch im letzten Augenblick der Ausstellungsleitung eingereicht, die leider nicht mehr ganz berücksichtigt werden konnten und von denen nur ein Teil zur Ansicht ausgelegt war. Amerikaner, Engländer, Polen, Franzosen, Russen und Angehörige noch anderer Nationen zeigten durch ihren Besuch, dass die Ausstellung auch ihrerseits dazu beitragen durfte, eine Steine mehr zum Chausseebau der inter-nationalen kulturellen Annäherung zu liefern.

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Neue Danziger Provisorien!

In den nächsten Tagen kommen, wie wir hören, in Danzig neue provisorische Postwertzeichen des Wertes 5 Pfennig zur Ausgabe, die durch Überdrucken der 30-Pfennig-Marken (Ausgabe der Reichsdruckerei, mit geraden Aufdruck „Danzig“ mit einer großen blauen 5 hergestellt sind. Die bisherige Wertangabe ist durch einen sechseckigen blauen Stern ausblockiert worden.
Von den Postwertzeichen zu 1, 1 ¼, 2, 3, 5 und 10 Mark der zweiten Ausgabe ist eine Neuauflage hergestellt worden. Der schraffierte Untergrund hat an Stelle des graugrünen jetzt einen violetten Farbenton erhalten. Diese amtlich als Neuauflage bezeichnete Ausgabe ist vom philatelistischen Standpunkt aus natürlich als eine völlig neue Ausgabe zu bewerten und muss als solche katalogi-siert werden. Wenngleich wie anerkennen, dass der zur Neige gehende 5-Pfennig-Wert einen Ersatz erforderlich machte, hätten wir es doch lieber gesehen, wenn die Neuauflage de Werte von 1 bis 10 Mark, den alten Untergrund beibehalten hätte und nicht eine ganz neue Serie das Licht der Welt erblickt hätte.

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F.B d, Langfuhr

Die deutsche Postüberwachungsstellen haben angedroht, .. „bestimmten Umständen Briefmarkensendungen beschlagnahmen zu wollen. Verpflichtungen erkennen diese bürokratischen Stellen nicht an. Angeblich ja nun eine Milderung (nur Wertbriefe sollen noch der Prüfung unterliegen!) eingetreten sein Beschweren sie sich bei der betreffenden Überwachungsstelle (Lauenburg?) Ob es aber was helfen wird, ist fraglich.

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Die erste Postwertzeichenausstellung im Freistaat Danzig

Am 24.Oktober, vormittags 10 Uhr, wird im Saale des Guttempler-Logenhauses die erste Postwert-zeichen-Ausstellung im Freistaate Danzig eröffnet werden. Mit die Veranstaltung tritt der Verein Briefmarkenfreund Freistaat Danzig erstmalig an die Öffentlichkeit. Der Verein hat sich in der kurzen Zeit seines Bestehens (ein halbes Jahr) so hochgearbeitet, dass er zur Zeit über annähernd 100 eingetragenen Mitglieder verfügt. Diese Zahl gibt Zeugnis dafür, dass in Danzig das Interesse für die Briefmarkenkunde größer ist, als man bisher annahm. –
Der rührige Vorstand des Vereins ging mit einem Eifer an diese Ausstellung heran, der das Beste für ein gutes Gelingen erhoffen ließ. Keine Arbeit ist gescheut worden, um die Ausstellung so interessant als nur möglich zu machen. Nicht zu unterschätzende Schwierigkeiten stellten sich der Ausstellungsleitung in den Weg, und sie erforderten viel Arbeit, ehe sie bewältigt werden konnten. Ganz besonders schwierig gestaltete die die Beschaffung von Ausstellungsobjekten aus dem Reiche, die durch die bestehenden Vorschriften über Ein- und Ausfuhr hervorgerufen wurden. Aber es ist gelungen, auch diese Schwierigkeiten zu überwinden, so dass die Ausstellungsleitung glaubt, soweit es die zur Verfügung stehenden Räume gestatten, alles getan zu haben, um die Ausstellung mit Ehren durchzuführen. Eine Ausstellung in der jetzigen Zeit des Umsturzes, der viele neue Staaten erstehen ließ, die auch heute noch immer neue Marken ausgeben, bringt naturgemäß auch eine besonderes großes Interesse mit sich. Nicht zuletzt sind es die Danziger Marken, die bei Leuten ein Interesse erwecken, die sich bisher nie sonderlich für das Briefmarkensammeln interessierten. Dieses Interesse macht sich in der Nachfrage nach Eintrittskarten bemerkbar, die die Ausstellungs-leitung veranlasste, einen Vorverkauf im Warenhaus Gebr. Freiymann, Danzig einzurichten. Um aber eine Überfüllung des Ausstellungsraumes zu vermeiden, gibt die Leitung nur eine bestimmte Anzahl von Karten aus. Am Ausstellungstage werden an der Kasse nur dann Karten abgegeben, wenn die derzeitigen Besucherzahl dieses zulässt. Die Auslage der Objekte ist so übersichtlich gestaltet, dass jeder Besucher sich leicht wird orientieren können. Um aber auch dem Laien Erläuterungen zu geben, hat die Leitung ein Programm herausgegeben, das außer den Ausstellungs-objekten eine vollständige Mitgliederliste enthält, was auswärtige Sammler ganz begrüßen werden. Dieses Programm wird in so großer Anzahl hergestellt, dass es an sämtliche Sammlervereine des Deutschen Reiches und des Auslandes versandt werden wird.
Die zur Ausstellung gelangenden Objekte einzeln hier anzugeben, würde zu weit führen. Es sind älteste Sachen gemeldet, wie auch die Neuerscheinungen, Raritäten usw. Ganz besonderes Sehens-wert dürften die Entende-Kriegsmarken-Sammler, sowie das Mulredy-Kuvert sein. Es ist zu hoffen und zu wünschen, dass die Ausstellung ein voller Erfolg beschienen sein wird.

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Danzig Nachlese 14. Oktober 1920

Die 15 Pfennig der letzten Ausgabe Schrägaufdruck fanden wir mit deutlich durchbrochenem „D“ in der Mitte des Halbbogens dieses Buchstabens.
Der netzartige Unterdruck bei den neu aufgelegten Provisorien 1 1/3, 3 und 10 Mark ist stärker und grüngrau (gegen früher blassgrau).
Hewrr R. Braun Danzig legte uns vor das Provisorium 10 Mark auf 20 Pfennig mit einem bordeaux-roten Stern links oben, dem in der Mitte die Farbei fehlt, so dass der weiße Unterdruck hindurch schimmert und der Stern nun transparent erscheint.
Durch Herrn Littwin, Danzig, erhielten wir eine 15-Pfennig-Marke der neuesten Ausgabe, auf der der blaue Aufdruck „Danzig“ so hoch steht, dass die Worte „Deutsches Reich“ ganz frei bleiben.

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Die anlässlich der bevorstehende Postwertzeichenaus-stellung ausnahmsweise auf den 19.Oktober einberufene Hauptversammlung schlug hinsichtlich der großen Besucherzahl, die den oberen Saal des „Hohenzollern“ vollauf füllte, jeden bisherigen Rekord. Auch zahlreiche Anmeldung neuer Mitglieder, die zum Teil bereits als Gäste anwesend waren, bezeugten die ständig wachsende Beliebtheit das erst im ersten Lebensjahr stehenden rührigen Vereins. Nach einer ausführlichen Darlegung des bisher für die Ausstellung am kommenden Sonntag geleisteten Riesenarbeit, die zum großen Teil auf den Schultern des Vorsitzen-den, Th. Reimann, geruht hat, wurde bekannt gegeben, das die Einsendungen der Aussteller einen derartigen Umfang erreicht hätten, dass die Prüfungskommission sich trotz der zur Verfügung stehenden zahlreichen Platzraumes wahrscheinlich in die Lage versetzt sehen wird, die riesige Auswahl der eingelieferten Objekte vorzunehmen und nur das wirklich Wertvolle darunter zu berücksichtigen. Das Behörden und der Presse werden Einladungen zu der kommenden Sonntag um 10 Uhr vormittags im Hause der Guttemplerloge erfolgenden Eröffnung zugehen. – Nach Erledigung verschiedener interner Vereinsangelegenheiten teilte der Vorsitzende unter lebhaften Beifallsbezeugungen der Anwesenden mit, dass der oberste Leiter des Postwesens des Freistaates, Herr Postrat Zender, sich auf eine Eingabe hin in dankenswerter Weise dazu bereit gefunden habe, 80 Sätze des gesuchten letzten Danziger Provisorien, 5 Pfennig bis 80 Pfennig komplett zum Nominalwert für die bis 1.Oktober d. J. eingetragenen Mitglieder des Vereins zur Verfügung zu stellen. Es wurde einstimmig die Absendung eines Dankschreibens an die Oberste Postbehörde beschlossen, worauf die Verteilung der Sätze an die anwesenden Mitglieder erfolgte. Auswärtige Mitglieder erhalten den auf sie entfallenden Satz durch die Post zugestellt. – Infolge von Lokal-schwierigkeiten sollen die Hauptversammlungen zukünftig am zweiten und vierten Donnerstag jeden Monats abends 7 Uhr im oberen Saale des „Hohenzollern“ stattfinden. Daneben gelangte aber einstimmig ein Antrag zur Annahme, wonach, beginnend mit der auf die Ausstellung folgenden Woche zukünftig jeden Sonntag, vormittags von 10 bis 1 Uhr, im „Hohenzollern“ eine zwanglose Zusammenkunft der Mitglieder zu Zwecken des Tauschverkehrs beabsichtigt ist.

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Danzig

Unsere Meldung in letzter Ausgabe über die neue 15-Pfennig-Postkarte müssen wir dahin-gehend berichten, dass der Aufdruck schwarzblau (statt schwarz) ist, bei künstlichem Licht aber schwarz erscheint.

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Weitere Kontrollnummern der Danziger

von
I.
Homann, Danzig

Zu dem philatelistisch äußerst wertvolle Artikel des L.D. Danzig-Langfuhr, in der „B.R.“ Nr. 18 möchte ich noch einige Ergänzungen machen, und es sollte mich sehr freuen, wenn auch noch andere Philatelisten bisher unbekannte Kontrollzahlen bekannt geben würden. Vielleicht gibt es gelegentlich auch die Danziger Oberpostdirektion einmal an Hand ihres großen Materials Einzel-heiten über bisher unbekannt gebliebene Kontrollzahlen, wofür ihr die Sammelwelt Dank wissen würde.
Durch die vielen Kriegs-, Friedens- und Revolutionsausgaben, die es mehr oder weniger auf die Taschen der Sammlerwelt abgesehen haben, wird manchem Sammler das Generalsammeln verleidet. Er sieht ein, dass das Generalsammeln seine Kräfte übersteigt, ihn nicht mehr voll und ganz befriedigt, und in dieser Erkenntnis will er sich nun einer Spezialsammelgebiet zuwenden. Die Kardinalfrage lautet nun: Welches Land, welches Gebiet will ich mir nun aussuchen? Mancher hat einen guten Bekannten oder Verwandten jenseits des großen Teiches“. Etwa in Chile oder Peru, ein anderer hat wiederum Beziehungen zu irgendeinem anderen Lande, sei es Beziehungen geschäft-licher oder privater Natur, durch die er mit Postwertzeichen des betreffenden Landes in großer Zahl versorgt wird, und er sagt sich deshalb eine Spezialsammlung dieses Landes an. Aber „warum in die Ferne schweifen, sieh, das Gute liegt so nah!“ Ich möchte jedem Danziger Sammler nur empfehlen, sich eine Spezialsammlung von Danzig anzulegen, denn die Danziger Marken bieten genug des Interessanten. Die Anlage einer solchen Spezialsammlung ist für uns Danziger doch das naheliegendste, billigste, die Materialbeschaffung eine verhältnismäßig leichte- Wenn man die „Briefmarken – Rundschau“ durchblättert, wird man unter dem Kennwort „Danzig Nachlese“ eine Fülle von Abarten unserer beliebten Danziger Marken veröffentlicht finden. Doch wer sich nach einiger Übung einen Scharfblick angeeignet hat und selbst versucht, Abarten auf unseren Danziger Marken aufzuspüren, wird bald bemerken, dass noch eine große Anzahl von Abarten der Ent-deckung harren. Um nun aber die Spezialsammlung auf wissenschaftlicher Grundlage aufhalten zu können, ist es auch erforderlich, dass man neben Marken auch Bogenrändern mit den Kontroll-zahlen und Literatur über Danziger Marken sammeln.

Doch nun zurück zu den Kontrollnummern, zu dem eigentlichen Zwecke meiner Ausführungen. Man unterscheidet zwei Abarten von Kontrollzahlen, nämlich:
1. Die farbige Plattenauflagennummer (farbig beim Altrollendruck, Kennzeichen des Neurollen-druckes siehe „B.R.“ Nur 18), die sich auf dem linken oder rechten Bogenrand und auch neuerdings, wie bei der 40 Pfennig und den Offset-Marken der Berliner Reichsdruckerei, auf dem unteren Bogenrand befindet.
2. Die (schwarze Aufdruckauflagennummer, die sich immer auf dem unteren Bogenrand befindet.
Während beim Altrollendruck mehrere tausend Bogen (die genauen Angaben werde ich in einem späteren Artikel machen) dieselbe Plattennummer tragen, findet am die Bogen in Neurollendruck stets fortlaufend nummeriert, also auf jedem Bogen eine andere Kontrollnummer. Jeder Wert der Berliner Ausgabe Danzig I hat eine Aufdruckauflagennummer, die auf jedem Bogen desselben Wertes wiederkehrt, eine Ausnahme bildet die 2-Mark-Marke Kupferdruck, die zwei Aufdruck-auflagennummern hat (siehe „B.R.“ Nr. 18)
Her L.D. führ in seiner Tabelle auch die10 Pfennig in Neurollendruck auf, die meines Wissens nur in Altrollendruck erschienen ist. Falls Sammler hierin genaue Angaben zu machen in der Lage, bitte ich einen Bogen mit Randzeichen der Redaktion der „B.R.“ vorzulegen.
Zu verzeichnnen sich außer den in Nr. 18 der B.R. veröffentlichen Kontrollnummern vorläufig noch folgende:

 

Berliner Ausgabe;
Plattenauflagennummer,
1 Mark Offset H 3909.20; H 2395.20
2 Mark Kupferdruck H 3374.20 1
3 Mark Kupferdruck H 4136.20 (ohne Nummer u 2. 3, 4. 5);
5 Mark Kupferdruck H 4138.20. 1 und 6
Aufdrucksnummern
1 Mark H 4136.20; H 3409.20
Von Danzig II wurden festgestellt:
10,20 Pfennig H 5712.19 1
und 25,30 N.R. 2557.19
Danzig III Danziger Aufdruck
2 ½ Pfennig H 2577.19
3 Pfennig A.R. H 2343.18
5 Pfennig H 3512.19
10 Pfennig H 5589.19
15 Pfennig links 2674.10
25 Pfennig N.R. H 1029.19 1030.19
75 Pfennig N.R.7265.19
1 ¼ Mark H 2346.19; H5214.18; H 2346.19 (A R)
2 Mark H 3597. 18; H 2502. 19;
3 Mark H 33 8.19
5 Mark H 4673.15; 4673. 15 (A.R.)
10 Mark H 2475.19
Wir fügten der besseren Übersicht wegen der Aufstellung des Herrn H. nachträglich freundlichst eingesandte ergänzende Angaben der Herren P.Kliewer und E Liepmann Marburg und Fr. Krause Berlin hinzu.

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Postuberwachungsstellen und Flugpost

Einen neuen Abderitenstreich, der alle bisherigen übertrumpft, teilten sich jetzt die deutschen Post-überwachungsstellen. Die neu eingerichteten Flugpostverbindungen allgemein freudig begrüßt vom Publikum, sollten ja wohl dem brieflichen Eilverkehr dienen. Wie es damit aber in Wirklichkeit steht, lehrt eine Zuschrift eines Berliner Regierungsrates an den „B.R.“, in der er heißt:
„Sicher haben viele die Flugpostverbindung nach den nordischen Ländern mit Freuden begrüßt. Sollte ihre Einrichtung doch dazu dienen, die Verbindung mit 12 bis 24 Stunden zu verkürzen. Normalerweise sollte ein Brief, der beispielsweise „Montag morgen geschrieben und bis 12 Uhr zur Post gegeben wird, die um 1 Uhr abgehende Flugpost noch erreichen und dann genau 24 Stunden später in Stockholm zur Ausgabe gelangen. Dafür muss ja von de Luftpost auch eine besondere Zuschlaggebühr erhoben. Aber weit gefehlt. Ich benutze der Flugpost etwa vier Wochen lang ziemlich regelmäßig für reine Familienbriefe, aber in dieser ganzen Zeit haben nur zwei meiner Briefe berechnungsmäßig Stockholm binnen 24 Stunden erreicht. Alle anderen brauchten zwei, drei, so bis vier Tage und fasst alle längere Zeit, als die mit der gewöhnlichen Post befördert. War man etwa so gutgläubig und schickte für teureres Geld einen Brief als Expressbrief zur sofortigen Bestellung in Stockholm, so war man erst recht hereingefallen. Der Expressbrief braucht nämlich 5 Tage. Die Luftpost als solche trägt hier wohl weniger die Schuld, wie der immer noch grassierende Bürokratismus in Post- und Zensurbetrieb. Die maßgeblichen Behörden sind anscheinend der Ansicht, dass die Luftpost eigens dazu eingerichtet ist, der Kapitalverschiebung ins Ausland zu dienen. Die mit der Luftpost aufgegebenen Briefe erfreuen sich deshalb der besonderen Aufmerk-samkeit der Zensur. Ein jeder Brief, den ich mit der Luftpost mir hier und meiner Frau in Schweden brachte, brachte, war von der Zensur geöffnet und dann oft in einer Weise zusammengeklebt, dass der Briefbogen kaum vom Umschlag zu lösen war, während die Briefe der normalen Zugpost von der Zensur nur äußerst selten durch Verzögerung bestraft wurden.“ Die bittere Klage sollte der Post zu denken geben. Entweder dient die Flugpost der Beschleunigten Verbindung, und dann hat sich die amtliche Zensur gefälligst diesem Zweck anzupassen und nicht wie Verkehrshindernisse zu wirken, oder aber die Flugpost bequemt sich dazu, für ihre Post nicht höhere Gebühren zu verlangen, als für die normale Briefpost zu zahlen ist.
Es wäre erwünscht, wenn sich auch die Danziger Postbehörde zu dieser unglaublichen Schnecken-Flugpostaffäre einmal Äußern würde, da die Flugpostmarken mit Zuschlagswert ja nicht nur für Sammler bestimmt sind.
G.S., Elbing Schiffsholm. Die beschriebene Danzig erste Ausgabe 50 Pfennig mit abweichendem „z“ ist vermutlich nur auf Plattenabnutzung zurückzuführen. Derartige Fehler wurden namentlich bei der 5-Pfennig-Mark beobachtet. Um ein genaueres Urteil zu ermöglichen, müssten Sie uns Ihr Exemplar schon zur Prüfung einsenden. Die Postüberprüfungsstelle dürfte derartige Prüfungs-sendungen keine Beanstandungen entgegen setzen, Wenn Sie im Brief an unsere Redaktion den Zweck der Sendung angeben. Wir glauben aber nach der Beschreibung zu urteilen, dass es sich um eine wenig erhebliche Abart handelt.

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Nächste Hauptversammlung am Montag, den 18.Oktober 1920 abends 7 ½ Uhr im Restaurant Hohenzollern“ Langer Markt. Tagesordnung:
1. Geschäftliches
2. Aufnahme neuer Mitglieder
3. Erledigung von Ausstellungsangelegenheiten
4. Verschiedenes
Alle die 1. Oktober eingetragenen Mitglieder wollen in ihrem eigenen Interesse zu dieser wichtigen Sitzung erscheinen.

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Wann erschien die erste Danziger Marke

Im voraus bemerkt, es handelt sich um eine kleine Scherzfrage.
Mancher Leser, der mit dem Werdegang der Danziger Privatpost „Hansa“ bekannt ist, wird nicht zögern, die vermeintlich richtige Antwort zu geben. Aber weit gefehlt. Nicht die „Hansa“ ist gemeint, sondern die erste offizielle Ausgabe der Danziger Marken mit wagerechtem Aufdruck „Danzig“ auf Germaniatype. Auch darauf werden die meisten die meisten geben wollen: „Am 14.6.20 am Tage des Zusammentritts der Verfassungsgebenden Versammlung.“ Aber auch diesmal ist die Antwort falsch. Die richtige Antwort gibt uns die Post selbst auf einer echt gelaufenen 15-Pfennig-Markeauf das richtige Porto ergänzt, die klar und deutlich die Abstempelung trägt: 17.8.39 Danzig 1 Dieses niedliche Abstempelungskuriosum wird auch ein bescheidenes Plätzchen auf der kommenden Ausstellung des Vereins für Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig erhalten und sicher-lich bei Abstempelungssammlern Beifall finden. Breil, Frauenburg i.Ostpreussen.

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Kontrollnummern der Danziger

von
L.D. Danzig-Langfuhr

Viele Sammler legen großen Wert darauf, Marken mit Bogennummern zu erhalten. Manchmal kann nun das Vorhandensein von Wert sein, besonders wenn auf ihm sich die Auflagenummer des Bogens befindet, denn für die wissenschaftliche Erforschung einer Markenausgabe sind diese Auf-lagenummer von Wichtigkeit.
Auflagenummer, Kontrollziffern! Was ist denn nun? Wo stehen die denn? Nehmen wir mal einen Bogen der 5-Pfennigmarken von Danzig I. so finden wir am der linken Seite von oben bis unten verteilt z.B. die Zahlen 4, 3, 2, 1, 10 und zwischen zwei solcher Zahlen eine höhere, etwa 2100. Bei dieser Anordnung der Zahlen sprechen wir von Neurollendruck (N.R.) Nehmen wir aber einen Bogen von 15, 20 oder 40, so finden wir links oder rechts oben oder unten etwa die Zahl H. 6880.19 oder H 2051.20. Diese Drucke nennen wir Altrollendruck (A.R.). Die Zahl hinter dem Punkt gibt das Jahr an, in dem der Bogen gedruckt wurde, in unserem Falle also 1919 bzw. 1920. Je höher die vorangehende Jahr ist, desto später im Jahre wurde der Bogen gedruckt. Bevor nun die Danziger Marken in alle Winde zerstreut sind, soll im folgenden der Versuch gemacht werden, die Auflage-nummern, soweit sie dem Schreiber bekannt geworden sind, aufzuzeichnen.
Was die Einteilung der Marken anbelangt, sei noch vorausgeschickt, dass der Aufdruck der Druck auf eine Marke ist, der den Namen oder die Eigenschaft, aber nicht den Wert ändert. Der Überdruck zeigt an, dass eine Marke durch Überdrucken einen höheren oder niederen Wertangabe ihren Wert verändert hat.

So teile ich ein:
1. Danzig I Berliner Ausgabe (Reichsmarken in Berlin mit Aufdruck versehen).
2. Danzig II Berlin – Danziger Ausgabe (Berlinger Aufdruckausgabe, in Danzig mit Überdruck versehen).
3. Danzig III Danziger Ausgabe (Reichspostmarken, die
a) in Danzig mit Aufdruck versehen wurden,
b) in Danzig mit Aufdruck und Überdruck versehen wurden;

Berliner Ausgabe;

Alte Auflage neue Auflage
5 N R H 3366.20
10 N R H 3367.20
A R H 2383.20
15 A R H 2851.20 H 3368.20
20 H 5712.19
A R H 2029.20 H 3369.20
H 2977.20
30 N R H 3370.20
50 A R H 6880.19 H 3371.20
A R H 2382.20
1,00 Offset H 2395.20 H 3372.20
1,25 Offset H 2024.20 H 3373.20
2,00 Kupferdruck H 3374.20 4 5 6
H 3376.20 2 3
2,50 Offset H 2025.20 H 3375.20 2
H 3375 2 1
5,00 Kupferdruck H 3376.20
40 A R H 3339.20 H 3722.20
1,50 Offset H 3408.20 H 4136.20
3,00 Kupferdruck H 4136.20

Aus dieser Aufstellung geht hervor, dass die 40 Pfennig schon vor 1,50 und 3 Mark gedruckt war, obwohl sie hier in Danzig zuletzt erschien. Damit finden wir auch das Gerücht bestätigt, das wissen wollte, dass die 40-Pfennig-Marke schon lange fertig in Berlin liege, dass sie aber nicht eher ausge-liefert werden solle, als bis die deutschen Postanstalten ebenfalls mit der 40 rot beliefert werden könne. Sodann finden wir, dass bei dem Teile der 2,50-Mark-Bogen, der außer der Kontrollzahl noch eine 1 trägt, die 0 der 20 fehlt. Weitersehen wir, dass ein Teil der 2-Mark-Bogen die Kontroll-nummer der 5-Mark-Bogen trägt. Einer dieser Bogen H 3376.20 2 trägt auch den einzigen Platten-fehler, der für die Allgemeinheit von Wert ist, nämlich Danzia. Der Plattenfehler entsteht bekannt-lich dadurch, dass die Platte fehlerhaft wird und die Marke nun hauptsächlich in den Inschriften, wo er sich am meisten zeigt. Fehler aufzeigt. Diese sind der Ursache der Entstehung entsprechend meist gering und umfassen gewöhnlich nur Schrammen, Kratzer, farbige oder farblose Stellen, je nach der Vervielfältigungsart der betroffenen Marken, verstümmelte Buchstaben, ineinander verlaufende oder abgebrochene Verzierungen und dergleichen mehr.
Im allgemeinen sind diese Plattenfehler nicht ins Gewicht fallend, nur da, wo sie sich neckischer weise die Buchstaben ausgesucht haben, kommt es zu philatelistisch größere Bedeutung so z.B. für Deutsches Reich – Dfutsches Reich oder Eraniscus bei Österreich 1908 35 Heller.
Bei Danzig II und vor allem Danzig III sind die nur sehr schwer zu ermitteln, denn verschiedene Werte sind überhaupt nicht zu bekommen. Einige Werte sind nur stückweise am Schalter abgegeben, und bei den Marken die bogenweise am Schalter zu haben sind, ist der untere und rechte Markenrand abgerissen, wohl um ein richtiges Einlegen in den Druckstock zu ermöglichen. Die folgende Aufstellung ist aber noch sehr lückenhaft. Es werden aber alle, die über größeres Material verfügen, im Interesse der Sache freundlichst gebeten, die Liste nach Möglichkeit durch freundliche Mitteilungen an die Redaktion der „B.R.“ zu ergänzen.

II. Serie Berliner-Danziger 20 A R H 4663.19 H 5371.19
Ausgabe 25 N R
10/20 A R 2029.20 30
25/30 N R 4 N R
2,00/30 N R 50
60
III Danziger Ausgabe 75 N R
80 N R
III a. Danziger Aufdruck 1,00 Kupferdruck
2 Pfennig 2,00 Kupferdruck
2 ½ III b. Aufdruck und Überdruck
3 1.25/3
5 H 4395.19 2.00/35
7 ½ 3.00/7 ½ H 3348.19
10 5.00/2
15 A R 10/7 ½

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Das preubische Oberpostamt Stolzenberg bei Danzig

von
Fritz Grube, cand. Jur. Danzig

Die kleine, heute vergessene Ortschaft Stolzenberg, auf einer Anhöhe südwestlich der Stadt gelegen, spielt in der Geschichte der preußischen eine besonders des Danziger Postwesens eine überaus interessante und bemerkenswerte Rolle, die mannigfache Vergleiche mit der heutigen Lage Danzigs zulässt und daher im folgenden kurz geschildert werden soll.
Im Jahre 1772 hatte die erste polnische Teilung Westpreußen unter preußische Herrschaft gebracht. zu Friedrich dem Großen größtem Kummeraber Danzig – neben Thorn – noch unter polnischer Oberhoheit belassen. Es war fortan eine der Hauptaufgaben der Berliner Regierung, die Einverlei-bung Danzigs in den preußische Staat mit allen Mitteln vorzubereiten, zu denen neben der Errich-tung zahlloser Zollschranken in unmittelbarer Nähe der Stadt auch die Isolierung des in Danzig befindlichen polnischen Generalpostamtes gehörte. Bei der Einrichtung der Posten in den neu erworbenen Gebieten arbeitete die preußische Regierung mit bewundernswerter Energie und Schnelligkeit. Am 27. September 1772 fand die Huldigung der Stände im Ordensschlosse zu Marienburg statt und schon am 1.Oktober desselben Jahres begann der Verkehr auf den neu geschaffenen preußischen „Postkurse“. Zum ersten Mal erfreute sie Westpreußen einer geregelten Postverbindung mit dem Westen, deren unschätzbarer Nutzen bald allgemein anerkannt wurde, und die vor allem die Durchführung de neuen preußischen Behördenorganisation wesentlich erleichterte. Die wichtigsten Kurse nahmen ihren Ausgangspunkt in Stolzenburg vor den Toren der alten Hanse-stadt, ja besonder der sogenannte“ Pommersche Postkurs“, der anfangs von Stolp über die Höhen von Wutzkow entlang geleitet, noch zu Lebzeiten Friedrich des Großen auf ganz geeigneten Gelände nach Norden verlegt wurde, wo er nunmehr bis Orte Lauenburg, Neustadt und Katz berührte, also bereits der Weg der heutigen Eisenbahnlinie benutzte.
Stolzenberg wurde der Sitz des Oberpostamtes für ganz Westpreußen, deren es nunmehr vier in der Monarchie gab. Zum Organisator des Postwesens in den neu erworbenen Gebieten wurde der bereits in Brandenburg mit Erfolg tätig gewesene und bewährte Oberpostmeister Uhl berufen wurde, der gleichzeitig Oberpostdirektor von Stolzenburg wurde. Sämtliche westpreußische Postanstalten und Agenturen unterstanden demselben und hatten ihm regelmäßig Bereichte einzureichen, sowie Rechnung zu legen, während nur das Oberpostamt mit den Berliner Zentralbehörden in direkte Verbindung trat. Die noch erhaltene, vom 19.September 1772 basierte Dienstanweisung, die sich mit der Gründung des Oberpostamtes befasst, bestimmt u.a., „dass der besagte Oberpostdirektor Uhl dem polnischen Generalpostamt wie auch dem Magistrat daselbst schriftlich und bescheidentlich zu insinieren habe: dass des Königs Majestät nunmehro dero bisherigen Hauptpostkurs von und nach Preußen nicht weiter durch die Stadt Danzig gehen, sondern über Stolzenberg dirigieren, auch zu dem Ende in der Vorstadt Stolzenberg des allerfordersemsten ein Königlich Preußisches Oberpost-amt etablieren zu lassen, allergnädigst resolviret bitten“
Das Personal des Oberpostamtes bestand in der ersten Zeit nach seiner Gründung außer dem Ober-postdirektor aus vier Sekretären und sechs Briefträgern; das Gehalt des Direktors belief sich auf 2400 Thalers. Eine ausführliche Zusammenstellung der Abfahrzeiten und Portosätze, die – wie damals allgemein – nach der jeweiligen Entfernung berechnet, enthielten die „Königliche Preußische im Preußischen reduzierte Posttaxe zu Stolzenberg nebst dem Bericht, wo die Posten ankommen und abgegeben, unter Approbation Eines Königlichen Preußischen Hohen General-Post-amts zu Berlin“, die im Jahre 1773 erschien und in der Hofdruckerei von Johann Jacob Kanter in Marienwerder gedruckt wurde.
Der Verkehr auf den vielfach erst provisorisch hergerichteten Postkursen wickelte sich trotz der teilweise noch sehr schlechten Wegeverhältnissen über Erwarten glatt und pünktlich ab, so dass der König auf einem Stolzenberger Bericht Uhls eigenhändig die Worte „Sehr gut“ setzte und den tüchtigsten Beamten (was nur äußerst selten bei ihm vorkam!) besondere Geldbelohnung zukommen ließ. Der Hauptgrund das Stolzenberger Postamtes, die Isolierung und Ausschaltung der polnischen Post in Danzig, war binnen kurzer Zeit erreicht. Die vorbildliche Pünktlichkeit des Verkehrs und die Zuvorkommenheit der Bedienung bewirkten es, dass die Danziger schnell die hohe Leistungsfähigkeit der preußischen Post erkannten, und besonders die Kaufleute waren es, die bald durch eigene Boten ihre Post von Stolzenberg abholten bzw. dorthin bringen ließen. Erstens, die die wenig zuverlässige polnische Beförderung zu umgehen und zweitens, um die dadurch ent-standene hohe Sondergebühr, den sogenannten Aufgabegroschen zu ersparen. So konnte schon nach wenigen Jahren der Generalpostmeister, Staatsminister v. Derschen dem König berichten: „Eure Majestät sind also jetzt im Besitz der Danziger Postrevenüen und es bleibt jenem (nämlich Polen) nur noch ein Ritt auf seinem Territorio über die Nehrung bis Polsk übrig, welcher jetzt ganz unbeträchtlich geworden ist und, sobald es Eure Majestät besetzten, bei Pillau kupiert werden kann.“
Noch vergingen zwei volle Jahrzehnte, die endlich im Jahre 1793 der Widerstand Danzigs gebrochen war und die alte Kaufmannsstadt deren Charakter trotz der dreieinhalb Jahrhunderte polnischer Oberhoheit immer deutsch geblieben war, sich der preußischen Herrschaft unterwarf. Am 2.April 1793 erließen Bürger und Rat der Stadt eine Proklamation, in der die Übergabe an Preußen als der einzige Ausweg bezeichnet wurde, um der gesunkenen Wohlstand der Stadt wieder zu heben. Kurz darauf erfolgte der Einzug der preußischen Truppen unter Generalleutnant von Renner, der die Festungswerke besetzen ließ. Am 9.April 1793 wurde das Oberpostamt zu Stolzenberg aufgelöst und nach Danzig in die Räume des ehemaligen polnischen Postamtes verlegt.
Eine neue Blütezeit unserer Stadt begann. Hundertfünfundzwanzig Jahre preußischer Herrschaft, die nur einmal im Anfange des vorigen Jahrhunderts eine Unterbrechung erfuhr, haben Danzigs Post-wesen im Verbande der preußischen und späteren Reichspostverwaltung auf eine Höhe gebracht, die zu erhalten eine der wichtigsten Aufgaben des jungen Freistaates sein wird.
Eugen S. Danzig-Langfuhr. Den uns freundlichst eingesandten Fehldruck 5 Pfennig „Danzig I“ mit verschobenen Überdruck haben wir bereits in einer unserer früheren Nummern gemeldet. Wir bitten um gelegentliche gefl. Abholung der Marke.

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Danziger Nachlese 7. Oktober 1920

Eine ganze Reihe mangelhafter Überdrucke der Flugpostmarken wurde uns seit letzter Ausgabe wieder vorgelegt. Bei zwei Bogen des 60-Pfennig-Marken, die Herr Kastner uns zeigte, weist jedes mal die dritte Marke der letzten Reiche eine zerbrochenen Flügel des Aeroplans auf. Die eine Trag-fläche erscheint oben durchbrochen, und es handelt sich hier zweifellos um ein fehlerhaftes Klischee, d. h. um keine Zufälligkeit beim Druck, sondern um einen Fehldruck.
Gleichfalls bei der 60 Pfennig beobachteten wir nach Vorlage des Herrn Paschke als Verschiebung der Ziffern 60 derart, dass die 4 der darunter stehenden 40 unbedeckt blieb und nun die Zahl 460 lautet.
Herr J. Hausmann legte uns ferner den 60-Pfennig-Wert vor, bei dem die obere Hälfte der Zahlen 6 und 0 abgeplattet und undeutlich gedruckt das Bild einer 50 ergibt.
Eine sehr interessanten Makulaturdruck der 5 Pfennig erster Ausgab zeigte uns Herr Cohn. Durch zweimaliges Überdrucken des Bogens mit dem Wort „Danzig“ und dem Blockierungsstrich entstand ein direktes Konglomerat von Strichen und Buchstaben auf einzelnen Marken. Der erste senkrechte Zehnerstreifen des Bogens beispielsweise, der uns vorlag, enthält auf einzelnen Marken das Wort „Danzig“ doppelt in verschiedenen Stellungen. Auf anderen Marken erscheinen Block-ierungsstriche kreuz und quer über die Marken gedruckt und einzelne Buchstaben des Wortes „Danzig“ neben dem vollständigen Wortaufdruck. Gleichzeitig ist zu vermelden, dass bei den ein-gereichten Zehnerstreifen der blaue Überdruck bei den unteren neun Marken stark auf der Rückseite durchschlägt. Alles in allem sind die Marken, obgleich zweifellos Makulatur, für Spezialsammler sehr beachtenswert, um so mehr, als bei der ersten Ausgabe derartig ausgesprochene Druckfehler verhältnismäßig selten beobachtet wurden.

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Danzig

Am 1.Oktober erschienen hier zwei neue Ganzsachen: Eine Postkarte zu 30 Pfennig und eine Doppelkarte 30 + 30 als Provisorium. Die Karten sind hergestellt durch Überdruck der alten 10-Pfennig-Karten mit rot eingedruckter Germania-Marke Deutsches Reich. Die Wertbezeichnun-gen oben zu beiden sind mit je einer bordeauxroten 30 überdruckt. Unten ist die Inschrift Deutsches Reich durch ein Netzmuster ausblockiert, und über die Mitte der Marke zieht sich ein Halbkreis-förmiger Aufdruck „Danzig““, alles in bordeauxroter Farbe.

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Die geheimnisvolle 15 Pfennig-Danzig

In den letzten Tagen ist in Danziger Sammlerkreisen viel von einem dieser bekannten Danziger- Provisorium Germaniatype 15 Pfennig dunkelviolett, die Rede gewesen, das mit dem letzten schrägen blauen Aufdruck Danzig in Schreibschrift versehen, in beschränkter Anzahl zur Ausgabe gelangt sein soll. Es ist der Redaktion leider noch nicht möglich gewesen, ein Exemplar diese „raren Vogels“ zu Gesicht zu bekommen, doch versichert uns ein zuverlässiger Gewährsmann, dass er selbst eine der Marken in Händen gehabt habe und der Aufdruck mit dem Originalklischee durchaus identisch gewesen ist. Angeblich sollen an einem Nachmittag der letzten Woche einzelne Exem-plare dieses neuen Provisoriums an einem Postschalter des Hauptpostamtes ganz kurze Zeit verkauft worden sein. – Die Redaktion ist in letzter Stunde vor Ausgabe der der „B.R.“ nicht mehr in der Lage, bei den betreffenden Herren, der die Marken haben will, persönlich genaue Auskunft einzu-holen. Erkundigungen an zuständigster Stelle lassen es jedoch als sehr wahrscheinlich erscheinen, dass es sich um eine Mystifikation, d.h. um ein Fälschungsprodukt handelt. Es wird uns bestätigt, dass Bögen der 15 Pfennig dunkelbraun im Auftrage der Post mit dem letzten Schrägaufdruck „Danzig“ von der Druckerei nicht geliefert worden sind, da unten den zuletzt eingezogenen Danziger Restbestände des Germaniatype sich gar keine 15-Pfenning-Marken (violettbraun) mehr befanden. – Wir hoffen, in nächster Nummer berichten zu können, welche wirkliche Bewandnis es mit diesem geheimnisvollen Provisorium hat.

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Die Preise fur die Danziger Provisorien

von
Th. Reimann, Danzig

Wenn man früher auf dem Danziger Langen Markt, in der Nähe der Bankhäuser Menschenansamm-lungen sah, die für den Passantenverkehr ein Hindernis waren, dann wusste man, dass dort fast regelmäßig zweifelhafte Geldgeschäfte abgeschlossen wurden. Die Polizei hat es vermocht, diesen Elementen zum größten Teil ihr „Hand“werk zu legen. Waren es damals die polnischen Noten, mit denen man auf der Straße spekulierte, so sind es heute die Danziger Provisorien, die man „schiebt“, wenn auch nicht ganz in demselben Maße. Dieses Spekulantentum hat es fertig gebracht, dass die Danziger Marken in Danzig zum Teil rarer sind als in unserem alten Vaterlande.
Geht man heute ahnungslos durch die Danziger Straßen vielleicht auch in einem Postamt, um sich ein Paar Marken zu „erstehen“, so wird man oft das Glück – oder auch das Unglück – haben, den geheimnisvoll gesagten Worten angesprochen zu werden: „Wollen Sie Danziger Marken kaufen?“ – Natürlich will man das, und die prompte Gegenfrage lautet: „Was kosten sie?“ Die Antworten auf diese Frage könnten schwache Naturen zu einer Ohnmacht verhelfen, stärkere werden eine Fast in der Tasche machen und ihres Weges gehen. Und das ist recht so.
Die so sehr gesuchten Danziger Marken mit schrägem Aufdruck haben nach ihrer kleinen Auflage haben nach ihrer kleinen Auflage zu urteilen, wohl der Berechtigung auf Liebhaberpreise. Jeder Sammler wird dem Rechnung tragen und für den Erwerb dieser Marken einen Betrag anwenden, der dem Sammlerwert entspricht. Diese Zeiten sollten den Sammlern eine natürliche und ungefähre Richtschnur zur Bewertung der Mareken geben und richten gleichzeitig an die Sammler die Bitte, beim Kauf dieser Marken einen reellen Händler oder Tauschfreund zu bevorzugen und nicht die sich auf den Straßen und Postämtern breitmachenden „Schieber“ zu unterstützen. Die Preise, die bisher für die letzten Provisorien (2 bis 80 Pfennig) verlang wurden, schwanken zwischen 150 bis 300 Mark und darüber. Dieser weite Spielraum sollte zu bedenken Anlass geben. Der Preis von 300 Mark und höher ist wohl zum größten Teile durch Kettenbildung entstanden. Als solider Sammler und nach Rücksprache mit Sammelfreunden will ich über die Preise angeben, die zur Zeit der Seltenheit der Marken etwa entsprechend sein dürften;
2 Pfennig 15,00 Mark
2 ½ Pfennig 25,00 Mark
3 Pfennig 3,00 Mark
7 ½ Pfennig 10,00 Mark
10 Pfennig 2,00 Mark
20 Pfennig 45,00 Mark
40 Pfennig 0,80 Mark
50 Pfennig 75,00 Mark
80 Pfennig 1,50 Mark
Summe 177,30 Mark
Bei der Bewertung dieser Marken habe ich mich von der Ansicht leiten lassen, dass diese Preise einigermaßen angemessen sind, bin aber andererseits überzeugt davon, dass sich noch größere Verschiebungen in der Preislange ergeben dürften, ehe der solide Katalogpreis einigermaßen feststeht.
Die sogenannten Marken des „inneren Dienstes“ (60 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark) sind, da sie überhaupt nicht an das Publikum abgegeben werden jetzt unmöglich zutreffend abzuschätzen. Ich bin mir bewusst, mir durch diese freie Aussprache unter Umständen starke Gegner zuzuziehen. Mich leitet jedoch der Wunsch Freunde des Sammelsportes vor Übervorteilung zu Schützen, weshalb ich auch auf persönliche Angelegenheiten hierbei keine Rücksicht nahmen darf. Ich würde mich aber freuen, wenn auch andere Sammler und Händler sich zu diesem zeitgemäßen Thema, das weit über die Grenzen Danzigs hinausgreift und im Interesse des philatelistischen Rufes des Frei-staates einmal besprochen werden musste, äußern würden.

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Danziger Nachlese 30. September 1920

Einen sehr interessanten Fehler können wir in der 5-Mark-Marke mit Flagge verzeichnen. Bei einem uns von Herrn Goldhaber vorgelegten Stück fehlt die unten spitz auslaufende Ecke der flatternde Fahne, so dass die Flagge mehr quadratisch erscheint. Nur ein kleiner roter Punkt recht von dem Zipfel ist noch erkenntlich. Es scheint sich um ein gebrochenes Klischee zu handeln. Überaus merkwürdig und als Rarität anzusprechen ist ein uns von Herrn Theuring gezeigtes Provisorium 25 Pfennig auf 30 Pfennig (Stern-Ausgabe), bei dem das Wort „Danzig unten fehlt. Nur eine kleine schwarze Spur der Buchstaben „D“ und „a“ ist noch bemerkbar. Die dergestalt geschaffene deutsche Marke 30-Pfennig-Marke mit grünem Stern und grünen Aufdruck 25 Pfennig bildet daher eine Kuriosität für sich. Soll man sie unter Deutschland oder Danzig katalogisieren? Vielleicht wird sie unter dem Namen „Danzig-Deutschland-Provisorium“ bekannt, und berühmt, das wir im Interesse ihres glücklichen Eigentümers melden wollen.
Im Anschluss an frühere Meldung ist ferner nachzutragen, dass auch bei der neuesten 15 und 20-Pfennig Provisorium das „g“ ohne auslaufenden Endstrich und mit einem an dem oberen Oval nach unten gebogen Häkchen angetroffen wurde.
Ferner lagen uns ähnlich der 5-Pfennig-Marke einige Marken zu 1 ¼ Mark auf 3 Pfennig braun mit metallisch glänzendem Aufdruck vor.
Die Danziger Postkarte 15 Pfennig braun zeigt übrigens auch eine bemerkenswerte Abweichung im Aufdruck. Das Wort „Danzig“ ist unten schräg gestellt und in den drei letzten Buchstaben „zig“ über den Rand der Marke nach unten auf das sämische Kartonpapier herausgerutscht.

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Danziger Flugpost

Die von uns bereits angekündigten Flugpostmarken sind nun am 29. d. M. in zwei Werten an den Postschaltern zur Ausgabe gelangt. Sie wurden hergestellt durch Überdruck der neuen 40-Pfennig-Marke karmin und bestehen aus den Werten zu 40, 40 Pfennig und 1 Mark. Der 40-Pfennig-Wert zeigt einen blauen Aeroplan in Strichzeichnung nach rechts; die ursprünglichen Ziffern sind zu beiden Seiten oben noch einmal durch eine blaue 40 überdruckt. Bei der 60 Pfennig fliegt der Aeroplan nach links, oben befinden sich die Ziffern 60 zu beiden Seiten auf den alten Wertbezeichnungen 40. Der Überdruck ist hier grauschwarz und sehr undeutlich, fast wie ein Stempel anmutend. Die neuen Ziffern 60 sind überaus blass gedruckt, so dass darunter die Ziffer 40 noch zum Vorschein kommt. Die 1-Mark-Marke zeigt in blauem Überdruck die Wertbezeichnung Mark 1 Mark oben, darunter ein geflügeltes Posthorn mit der Schallöffnung nach rechts.
Bei einem Bogen des 40-Pfennig-Werten wurde bereits ein ganz interessanter Fehldruck festgestellt, indem die Ziffer und der Aeroplan doppelt zum Abdruck kamen, so dass das Bild des ganzen Aufdruckes voller und mehr schraffiert erscheint. Im ganzen wirken die Marken wenig schön, und besonders der Aeroplan erweckt den Eindruck, als ob auf der 40-Pfennig-Marke eine wenig geübte Hand mit blauer Tinte eine flüchtig gekritzelte Zeichnung angebracht habe.

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Die Preisbewertung der Danziger Briefmarken

Wenn man die auswärtigen philatelistischen Inseratsblätter durchsieht, trifft man auf die verschiedenartiksten Preisbewertungen unserer sich in der internationalen Sammlerwelt unbestritten größeren Beliebtheit erfreuenden Danziger Marken. Wir treffen da auf meist anonyme und darum zweifelhafte Angebote, die alle Werte manchmal zum Teil noch gar nicht erschienen) zu unerhört billigen Preisen anbieten, und andererseits gibt es Inserate, die Einzelmarken aber auch vollständige Sätze enorm hoch bewerten. Von den neueren Katalogen berücksichtigen bereits Borek, in Braunschweig und Michel die Danziger Marken teilweise. Richard Borek Briefmarken-Preisliste C 9 gibt folgende Preise für Danzig 1 an, nebst die erste Reihe für ungebraucht, die zweite Zeile für postfrisch entwertete Marken in Betracht kommt:
5 Pfennig (0,15/0,20), 10 Pfennig (0,25/0,30) 15 Pfennig (0,40/0,50), 20 Pfennig (0,50/0,60)
30 Pfennig (1,00/1,25), 1 Mark (2,25/2,50), 1,25 Mark (2,50/2,75), 2 Mark (4,00/4,50)
2,50 Mark (5,00/5,50), 5 Mark (12,50/14,00). Die 3 Mark ist noch unbewertet, die 1,50 kostet 2,75 ungebraucht, 3 Mark gebraucht. Die Provisorien 10 auf 20 Pfennig werden mit 0,30 und 0,40 angesetzt, 25 auf 30 Pfennig mit 0,50 und 0,60, 1 Mark auf 30 Pfennig mit 2,00 und 2,50 Mark. Die letzten Provisorien kosten nach Borek: 5 Pfennig (0,20/0,25), 15 Pfennig (0,30/0,40), 20 Pfennig (0,40/0,50), 25 Pfennig (0,50/0,60) 75 Pfennig (1,50/1,75)
Der neue Michel-Katalog bewertet die erste Ausgabe der Danziger Marken im allgemeinen zutreffender als Borek. Besonders anerkennenswert ist es hier, dass die Bewertung für ungebraucht und gebraucht mit Ausnahme der 2 Mark-Marke (die ungebraucht mit 7 Mark gebraucht 8 Mark (Druckfehler?) angesetzt ist) durchweg die nämlichen Preise aufweist, was bei den heute so häufigen Gefälligkeitsabstempelungen auch durchaus der Richtigkeit entspricht. Die Preise für die erste Ausgabe Danzig sind jetzt allerdings schon (besonders für die Werte 1,00, 1,50, 200, 3,00 und 5,00 Mark) stark im Steigen begriffen. Michel preist die Marken gebraucht oder ungebraucht wie folgt:
5 Pfennig (0,30), 10 Pfennig (0,40), 15 Pfennig (0,50), 20 Pfennig (0,75), 30 Pfennig und 40 Pfennig (je 1 Mark), 50 Pfennig (1,25 Mark), 1 Mark (2,00), 1,50 (4,00), 2,00 (7 und 8 Mark) 2,50 (5,00), 3 Mark (15,00), 5 Mark (25 Mark).
Die Preise der letzten beiden Marken sind unseres Erachtens im Augenblick nicht ganz zutreffend, da von der 5 Mark bekanntlich noch eine Nachlieferung herausgekommen ist. Die 3 Mark wäre heute höher zu bewerten als die 5 Mark und dürfte bald einen Preis von 30 Mark erklommen haben, während die 5 Mark sich wohl noch eine Zeitlang auf einen Durchschnittspreis von etwa 20 Mark je Stück halten wird.
Gegenüber diesen im Durchschnitt normalen Preisen wird ein uns durch Zufall auf den Schreibtisch flatterndes Angebot eines Herrn K.L. Danzig, Thornscher Weg 10a, für manchen Danziger Philatelisten eine ungemischte Heiterkeit erweckende Überraschung bieten. In dem hektographischen Rundschreiben heißt es u.a. „naiv“ und wörtlich: 1.Ausgabe: Nur zwei Monate in Verkehr gewesen! Kompl. Satz von 13 Werten nur 1000Mark – 2.Ausgabe: 10 Pfennig auf 20 Pfennig, 1 Mark auf 30 Pfennig Kompl. Satz von 3 Werten nur 250 Mark, 3. Ausgabe: 5, 15, 20, 25, 75 Pfennig, 1 ¼, 2, 3, 5, 10 Mark. Kompl. Satz von 10 Werten nur 750 Mark. Ergänzungswerte zur 3.Ausgabe: 2, 2 ½, 3, 10, 30, 40, 50, 80 Pfennig. Kompl. Satz von neun Werten nur 1500 Mark.
Alle vier Sätze auf einmal bezogen bietet der edle Menschenfreund zusammen mit nur 3000 Mark natürlich nun gegen Voreinsendung des Betrages an. Man weiß wahrhaftig nicht, ob man lachen oder weinen soll, wenn man dieses Angebot, das auf große Täuschung ausländischer Sammler zugeschnitten ist, liest.
Es ist natürlich außerordentlich schwierig, gegenwärtig einen ganz korrekten Markpreis für die letzten Provisorien bestimmen zu wollen, da man nicht, ob die höheren Werte ab 1,25 nicht noch in kleineren Anzahl nachgedruckt werden dürfen. Wenn mir jedoch die derzeitigen in Danzig herrschenden Händlerpreise zusammen mit den in den letzten philatelistischen Offertenblättern solides Angeboten einer ungefähren Schätzung zugrunde legen, so kommen wir auf das Ergebnis, dass der letzte Satz von neuen Provisorien sich ungefähr in der Preislage von 270 bis 325 Mark bewegt, wobei der letztere Preis auch schon übertrieben erscheint.
Wir haben, mit unseren heutigen Überblick über die derzeitige Marktlage Auswärtigen nur einen ungefähren Anhalt über den Sammlerwert der Danziger Marken geben wollen, ohne uns natürlich mit diesen Durchschnittsbedingungen irgendwie festzulegen. Im übrigen verweisen wir in dieser Verbindung auch auf den heutigen Artikel des Vorsitzenden des „Vereins Briefmarkenfreunde Danzig“ und haben die Ansicht, von Zeit zu Zeit erforderliche Nachträge, Verbesserungen oder Ergänzungen unserer heutigen Ausführungen zu bringen, zu denen wir uns unserem Leserkreise im Interesse des soliden Sammelns die Übermittlung von geeigneten Unterlagenmaterial begrüßen werden.

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Danziger Nachlese 23. September 1920

Ein sehr interessantes Stück des letzten 5-Pfennig-Provisoriums legte und Herr Stiehlau, Danzig, vor. Bei diesem Exemplar ist der untere Blockierungsstrich auf die weiße Zähnung gerutscht und linkt such einen weißen Zwischenraum unterbrochen. Genau korrespondierend hiermit befindet sich auf dem oberen Zähnungsrand eine schmale, ebenfalls durchbrochene Blockierungslinie. Lins auf dem weißen Führungsrand teilweise noch in das Markenbild hineinragend, steht das blaue „g“ des Schreibschrift-Schrägdruckes „Danzig“, während das Markenbild etwas nach rechts unten gerutscht, die „Danzi“ zeigt, bei denen das „i“ schon auf die weiße Zähnung zu stehen kommt. – Das 25-Pfennig-Provisorium letzte Ausgabe legte uns Herr Abraham mit mangelhafter unterer Blockier-ungslinie vor, die in einem Quadrat den Buchstaben „s“ des Wortes „Deutsches“ frei lässt. – Auf dem 10-Pfennig-Provisorium, bordeauxrot auf 20 Pfennig blau, fanden wir das „z“ des Wortes „Danzig“ in der unteren Zeile stark durchbrochen. Das ganze „z“ macht einen merkwürdigen verkrüppelten Eindruck.

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Die deutschen Postuberwachungsstellen als Feinde der Philatelie

von
Th. Reimann.
Vorsitzender des Vereins „Briefmarkenfreunde“ in Danzig.

Das Urteil der Briefmarkensammler über dieses Zensursystems lautet etwa wie folgt: „Es ist eine der Einrichtungen der deutschen Regierung, die schon zum Tode verurteilt war, als sie geboren wurde. Eine Einrichtung, die auch nicht annähernd den Zweck erreicht, den sie erreichen soll, die Wucher, Schleichhandel und Schieberwesen fördert und nur den bedauernswerten Sammler schädigt, der ehrlich genug ist, seine Sendungen auf geraden Wege dem Adressaten zu überweisen.
Abgesehen von dem Extravaganzen (man kann sie auch Schikanen nennen), die sich einige Stellen leisten, um möglichst „noch dem Buchstaben“ zu operieren, ist diese Einrichtung geradezu ein Feind der Briefmarkensammelns; und ganz besonders trifft diese Vorordnung die Danziger Brief-markensammler.
Danzig wird durch die Schwierigkeiten, die diese Postüberwachungsstelle den Briefmarkenhändlern sowie Sammlern bereiten, möglichst gemieden. Wir Danziger sind durch diese Verordnung von unserem Vaterlande total abgeschnitten und nur auf die Danziger Händler angewiesen, denen es trotz aller Mühe nicht immer möglich ist, die Wünsche der Sammler zu befriedigen.
Wenn aber die oberste Postbehörde glaubt, dass nach Deutschland wirklich keine Marken eingeführt werden, dann befindet sie sich ganz gewaltig auf dem Holzwege. Ich würde den Leitern der Post-überwachungsstellen empfehlen, das Nachschnüffeln der Postsendungen zu unterlassen und sich mehr für dem Schmuggel zu interessieren, sie würden dann geeignetere Objekte findenk, als in den Sendungen, die zum größten Teil nur minimale Tauschobjekte enthalten. Betrachtet man die gewaltige Arbeit einer solchen Stelle näher, dann kommt zu dem Ergebnis, dass sie vergeblich Arbeit tut, die noch sehr kostspielig ist. Wie viel tausend Sendungen werden wohl geöffnet, in denen Marken nicht enthalten sind. Für alle muss Klebstoff und Siegellack beschafft werden. Wird dann wirklich eine Sendung mit Inhalt 2,50 Mark Briefmarken gefunden, dann ist die Arbeit und das Material, das verbraucht wird, teuerer als der Wert der ganzen Sendung. Bei den Riesendefiziten der deutschen Postbehörden wird diese Ausgabe für Arbeit und Material wohl eine große Rollen spielen, und es wäre eine Sparsamkeit auf diesem Gebiete wohl angebracht. Außerdem wird die Post durch die Rücksendung dieser Briefe ganz unnötig belastet.
Die Bestimmung, auf Grund derer Postwertzeichen nach Deutschland eingeführt werden können, erscheinen so häufig ebenso oft abgeändert, dass kein Mensch sie verstehen kann. In den letzten Bestimmungen, die erlassen wurden, ist sogar angedeutet, dass in Zukunft Briefmarken, die in Sendungen enthalten sind, beschlagnahmt werden sollen. Auch dieser neue Ukas wurde nicht das erreichen, was er erreichen soll, er wurde noch mehr als bisher dazu beitragen, dem Schmuggel Tür und Tor zu öffnen, denn es gibt viele Wege, die nach Rom führen –
Man betont so oft in Deutschland, dass Danzig zum alten Vaterlande gehört und nie vergessen werden wird; man redet so viel vom „Treue um Treue“, aber man macht den Danzigern gerade deutscherseits so viel Schwierigkeiten, dass wenigstens wir Philatelisten kaum an all das Gerede glauben können. Was von Danzig nach Deutschland an Marken eingeführt werden könnte, sind doch zum größten Teile nur deutsche Marken mit dem deutschen Aufdruck „Danzig“. Vielleicht noch die Sendungen einzelner Tauschfreunde, die das alte Verland sich nicht bankrott machen werden. Es wäre also wohl an der Zeit, diese unnütze Einrichtung abzuschaffen. Sie kann nur dazu beitragen, den deutschen Briefmarken-Sammelsport zugrunde zu richten. Dadurch wurden auch dem Deutschen Reich einige Millionen an Steuern verloren gehen, die das Deutsche Reich doch wirklich bitter nötig hat.
Für uns Danziger Sammler aber gilt es gemeinsam bei der obersten Postbehörde dahin vorstellig zu werden, wenigstens für den Freistaat Danzig eine Ausnahmebestimmung zu erreichen.

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Danzig

Am 13. d. M. gelangte an den Postschaltern ein neuer 40 Pfennig-Wert zur Ausgabe. Wider Erwarten hat die Reichsdruckerei in Berlin diesen nicht in derselben Farben (zweifarbiger Druck!) geliefert, sondern schon den der neuen roten Farbe der deutschen Reichspostmarken. Der Überdruck „Danzig“ wie der der ersten Danziger Ausgabe, wieder schwarz und in den alten schönen gotischen Lettern gehalten. Die Klassifizierung dieser Marke für den Katalog ist sehr schwierig. Es bildet den obwaltenden Umständen nach vorläufig eine besondere Klasse für sich und wird wahrscheinlich auch vereinzelt bleiben, wenn die neuen endgültigen Freistaatmarken nicht allzu lange auf sich warten lassen.

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Danzig Nachlese 16. September 1920

Auf einem uns vorgelegten Bogen der ersten Ausgabe 15 Pfennig violettbraun war bei fünften Marke der letzten Reihe von oben der Fehler „Danzia“ festzustellen, allerdings nicht so klar, wie der von uns schon gemeldeten Fehldruck auf der 2-Mark-Marke, denn die untere Schleife des „g“ ist noch schwach angedeutet.
Auf der neuen 10-Pfennig-Provisorium mit blauem Schrägaufdruck Danzig, auf 10 Pfennig rot, fanden wir das „g“ bei zwei Marken eines Bogens ohne den auslaufenden Endstrich der Schleife, was vermutlich nicht auf einen Druckzufall, sondern auf einen fehlerhaftes Klischee zurückzuführen sein dürfte. Andererseits weist bei einzelnen Bogen der letzten 5-, 15-, 20-, 25- und 75-Pfennig-Provisorien das „g“ des Wortes „Danzig“ einen stark verbogenen Haken nach rechts heraus auf.
Die 2-, 3- und 10-Pfennig-Provisorien sind unten mit gespaltenen Balken (ähnlich der Sarre-Marken) zu verzeichnen.
Auch auf einem Bogen der 20 Pfennig, blau erste Ausgabe (Bogennummer 3589. 20), wurden vier Marken mit durchschlagendem Druck des Wortes „Danzig“ beobachtet.
Das Sternprovisorium 25 Pfennig auf 1 Mark lag uns jetzt ebenfalls mit einen großen grünen Punkt (Abdruck des Klischeenagels) auf dem Brustpanzer der Germania vor.
Sehr interessant sind einige uns vorliegende neue 5-Pfennig-Provisorium, bei denen der blauschwarze Aufdruck „Danzig“ und der Ausblockierungsstrich unten in metallisch glänzende Farbe gedruckt zum Vorschein kommt. Es bleibt abzuwarten, ob ganze Bogen der überdruckt wurden oder ob es sich nur um einen Zufall bei einzelnen Stücken in der Farbmischung handelt. Im ersten Fall würde die Marke eine besondere Erwähnung im Katalog verdienen.
Vorlage der meisten obigen Stücke verdanken wir den Herren Adolf, Hohmann, Hornus und Draskowski

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

In der am Montag den 13. d. M. 7 Uhr, im „Hohenzollern“ abgehaltenen „Hauptversammlung“ erstattete der Vorsitzende noch Aufnahme von acht neuen Mitgliedern und einigen geschäftlichen Mitteilungen Bericht über die bisher geleistete Vorarbeit zur Ausstellung vom 24.Oktober d. J. Er schilderte in kurzen Worten die Schwierigkeiten mit denen der Verein zu kämpfen hatte. Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen und weitere Vorschläge für die Ausgestaltung der Ausstellung gemacht. U.a. wird ein Programm herausgegeben werden, das an sämtliche Briefmarken-Vereine, wie auch an die größten Briefmarkenfirmen Deutschlands versandt werden wird. Da dieses Programm also eine weitgehende Verbreitung finden wird, ist die Aufgabe Tausch- bzw. Kaufinseraten, sowie Angebote der Mitglieder zu empfehlen. Im Anschluss an die Berichterstattung wurde für die Ausstellungsobjekte eine Prüfungskommission, bestehend aus den Herren Bordukat, Jantzen, Kämmerer gewählt. Die Wahl für die Prämierungs-kommission fiel auf Bordukat, Steinhoff, Neubrandt zu denen als Unparteiischer Herr Nowak tritt. Die bisher bekannt gegebenen Termine für Anmeldung (30.September) und Ablieferung (8.Oktober) bleiben bestehen. Doch noch zu erledigenden Arbeiten werden weitere Versammlungen notwendig machen; die nächste Versammlung ist daher für den 4.Oktober geplant, wenn nicht besondere Umstände eintreten, die einen früheren Termin notwendig machen.

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Stempelwunsche

In Deutschland ist vor kurzem seitens der obersten Postbehörde die Anordnung getroffen worden, dass zwecks Zeitersparnis die für Wertbrieffrankaturen hauptsächlich in Betracht kommen großen Markwerte nicht, wie bisher, doppelt, sondern nur einfach abgestempelt werden sollen. Wie wäre es, wenn die zuständige Danziger Behörde auch für unseren Freistaat eine derartige, besondere von den Briefmarkensammlern sicherlich mit Dank begrüßte Anordnung träfe? Doppelte Stempelung verschmiert nur unnötigerweise das Markenbild und macht die Marke weniger beliebt.
Bei dieser Gelegenheit darf man wohl auch die Anregung unterbreiten, es möge Vorsorge dafür getroffen werden, dass die postalischen Stempel ab und an in gewissen Zeiträumen einer leicht zu bewerkstelligenden Reinigung unterzogen werden möchten. Wer Gelegenheit hatte, einmal einen der gebräuchlichem Stahlstempel nach häufigem Gebrauch, anzusehen, wundert sich nicht mehr über die hässliche und verschmierte Abstempelung vieler Danziger Marken auf den Briefsachen, da die einzelnen Buchstaben und Linien des Stempels, durch Filzreste und andere Bestandteile häufig total verstopft sind; eine Reinigung mit Leichtigkeit mit Hilfe einer Nadel und eines Stückchen Zeitungspapier im Handumdrehen zu bewerkstelligen.
Ferner möchte man der Postbehörde den dringenden Wunsch unterbreiten, wenigstens den uns in Danzig das Abdrücken der Ankunftsstempel auf Briefen wieder obligatorisch zu machen. Der dadurch verursachte Zeitverlust steht in keinem Verhältnis zu der Wichtigkeit dieses Beweisstückes für die Geschäftswelt und das Publikum und beide werden es der maßgebenden Stelle gewiss allge-mein zu danken wissen, wenn sich ein Weg zeigt, diese „Alte Neuerung“, um die man Deutschland früher im Ausland vielfach und mit Recht beneidete, wieder einzuführen.
A.E.D.

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Ein Berliner Urteil uber die Danzig Provisorien

Einen längeren Artikel „Briefmarken-Kunde“ der „Berliner Börsen-Zeitung“ vom 12.September entnehmen wir folgenden Ausführungen, die in Danziger philatelistischen Kreisen von besonderen Interesse sein dürften:
….. Die jüngsten Überraschungen bereitete uns Danzig mit einem ganzen Füllhorn neuer „Provisorien“, mit Wertaufdrucken in verschiedenen Formen und Farben auf unseren Germania-marken, selbst eine Flagge ist vertreten. „Nur“ zwanzig Abarten umfasst diese eine Serie, die von 2 Pfennig bis 10 Mark reicht. Und nun wiederholt sich hier das alte Spiel wie bei den ersten Sarre-Marken: einzelne Werte, so jene zu 2, 2 ½, 30, 50, 60 Pfennig und 1 bis 2 Mark, sind schon nicht mehr auf geradem Wege zu erreichen, sondern nur mit hohen Aufgeld; sie „sollen“ bloß zwei Tage am Schalter zu haben gewesen, sie „sollen“ nur wenige Bogen gedruckt worden sein! Gemach! Wahrscheinlich wird’s auch hier wie bei den erwähnten Sarre ergehen; erst ein ungeheures Hinauf-schraubens der Preise, ein Geschrei, diese und jene der Marken gehören zu den größten Seltenheiten, und nach wenigen Monaten vielleicht schon Wochen ein zahlreiches Angebot zu bescheidenen Preisen. Nun hat der Danziger Magistrat eine Markenvertriebsstelle eingerichtet, die an private Sammler Serien abgibt mit 15 Prozent Aufschlag für Abstempelung, Verpackung, Büro usw. Sehr warm zu begrüßen, aber wir „hier draußen“ haben nicht den geringsten Vorteil davon, denn unser liebes gutes, urdeutsches Danzig gehört ja zum „Ausland“, und aus letzteren dürfen keine Briefmarken eingeführt werden, darüber wacht eine hohe Zensurbehörde, die alle einge-schriebenen Briefe öffnet und sie, wenn sie Marken enthalten, zurückgehen lässt. Wer hat den Schaden? Die zahllosen privaten Sammler, denen es nicht gestattet ist, ihre Sammlungen für verhältnismäßig billiges Geld zu vervollständigen. Wer lacht sich ins Fäustchen? Die Händler, die natürlich Mitte und Wege finden, sich in großen Mengen die betreffenden Marken zu verschaffen und sie wieder zu verkaufen. Es wäre dringend zu wünschen, dass unsere Reichsbehörde ein Einsehen hat und in bestimmten Beträgen die Einfuhren von Marken gestattet, ohne dass erst umständliche Anträge usw. gestellt werden brauchen.“
Wir schließen uns dem in den letzten Zeilen ausgesprochenen Wunsch in vollem Umfang an. Andererseits möchten wir aber doch bemerken, dass der Vergleich der Danziger Provisorien mit den ersten Sarre-Marken stark hinkt. Wir können dem Verfasser aus bester eigener Kenntnis versichern, dass von der „Aufbrauchserie“ tatsächlich nur die bei den Danziger Postanstalten noch vorrätigen außer Kurs gesetzten deutschen Marken, – d. h.verhältnismäßig wenige Bogen, überdruckt worden sind. Die genauen Auflageziffern der einzelnen Werte hoffen wir später veröffentlichen zu können.

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Die letzte Ausgabe der Danziger Marken

von
Th. Reimann

Seit Ausgabe von Danziger Marken überhaupt war das Danziger Publikum vor der Ausgabe neuer Marken, durch die Presse über den Tag der Ausgabe benachrichtigt. Die letzte Ausgabe der Marken erschien ohne genauere Ankündigung des Ausgabedatums, war aber trotzdem in wenigen Stundenausverkauft. Es traten daher an den Postämtern ganz eigenartige Erscheinungen zutage, die ich hier einmal näher beschreiben möchte.
Welche Gründe die Postverwaltung dazu bestimmten 2, 2 ½, 3 und 7 ½ Pfennig-Marken in den Verkehr zu bringen, in einer Zeit, in der diese Marken einzeln gar keinen Frankaturwert besitzen, mag dahin gestellt bleiben. Brachte man sie aber in den Verkehr, dann mussten mindestens so viele Marken vorhanden sein, dass jeder Käufer derselben so viel erhielt, dass er damit auch einen Brief frankieren konnte. Das war jedoch nicht der Fall.
Die Beliebtheit, der sich die Danziger Marken in Sammlerkreisen erfreuen, brachte es mit sich, dass diese gebrauchten Werte ganz besonders gesucht wurden. Endlose Polonaisen an den Schaltern geben davon Zeugnis. Wie herbe war die Enttäuschung, als jeder Käufer nur eine Marke (der kleinsten Werte) erhielt; eine geradezu gereizte Stimmung des Publikums machte sich bemerkbar, als nach etwa 2 Stunden an den Schaltern ein Aushang erschien, der bekannt machte, dass 2, 2 ½, 30 und 50 Pfennigmarken ausverkauft seien, obwohl diese Werte nur in einem Stück jeder Sorte abgegeben wurden. Im günstigsten Falle konnte man nun nach stundenlangen Anreihen eine Marke zu 3, eine zu 7 ½ und beliebige Mengen zu 40 und 80 Pfennig erhalten.
Ob es seitens der Post berechtigt ist, für eine 7 ½-Pfennig-Marke 8 Pfennig zu nehmen, soll hier nicht untersucht werden; es muss jedenfalls aber richtiger gewesen, den Verkauf der 7 ½-Pfennig-Marke einzustellen, sobald die 2 ½-Pfennig-Marke ausverkauft war, oder man hätte nunmehr 2 Stück zu 7 ½ Pfennig abgeben müssen. An einem Postamt erhielt man sogar die kleinen Werte über-haupt nicht, wenn man nicht auch die noch vorhandenen höheren Werte kaufte. Auch dieses trug viel dazu bei das Publikum zu reizen, und der Unmut mach sich in Ausdrücken bemerkbar, von denen ich hoffe, dass keiner der Herren der Stadtverwaltung sie gehört hat. Soviel von meinen Betrachtungen, die das Publikum betreffen. – Stellten sich bei der Ausgabe der ersten Danziger Marken unliebsame Zustände ein, so konnte man das darauf zurückführen, dass die Danziger Post-verwaltung von der Reichsdruckerei in Berlin abhängig war. Die Herstellung der letzten Ausgabe vollzog sich aber in Danzig und man hatte dadurch die Möglichkeit, die sich bei ersten Ausgabe zeigenden Übelstände dagegen zu vermeiden. Das Gegenteil davon trat ein. Laut Bekanntmachung im „Postnachrichtenblatt“ wurden ferner die Werte 60 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark (mit einem zum Teil anderen Aufdruck versehen) verausgabt. Am selben Tage, als die letzte Ausgabe in den Verkehr gelangte, prangte in den Schaufenstern eines Zigarrengeschäftes in der Töpfergasse ein ungebrauchter Satz Danziger Briefmarken mit den Werten von 2 Pfennig bis 10 Mark und – man lese und staune – auch mit den Werten 60 Pfennig, 1 Mark und 2 Mark (ungebracht), die nur im inneren Postverkehr verwendet werden sollten. Dieser Satz kostete am Montag 300, am Dienstag 400 Mark und wird heute mit 730 Mark und mehr darüber angeboten.
Es musste ein großer Glücksvogel sein, der solch eine Marke in dienstlicher Angelegenheit erhält, und dann muss sich schon gebraucht sein. Sieht man als Sammler so ein Stück ungebraucht, dann hat die Empfindung, dass es mit dem „inneren Verkehr“ nicht weit her ist und dass man, wenn man Geld hat, auch diese „inneren“ Marken wird bekommen können. Bei all diesen Umständen wird der Sammler den Gedanken nicht los, dass hier auf die Taschen der Sammler spekuliert worden ist. Gegen eine solche Spekulation sind die Sammler aber leider machtlos, weil sie die Marken haben müssen, um die Sammlung vollkommen zu gestalten.
Bei dieser Gelegenheit möchte ich die weit verbreitete Ansicht entgegen treten, dass die jetzigen unmöglichen Zustände nur auf Sammelwut zurückzuführen sind. Wer sich die Mühe macht und auf den Postämtern den Betrieb an den Schaltern beobachtet, der wird finden, dass Leute dort Marken kaufen, die vom Markensammeln gar keine Ahnung haben. Diese Leute, zumeist Ausländer, verpflichten sich gegen Bezahlung Kinder, die sie von der Straße holen, damit sie möglichst viel Marken aufkaufen, um sie im Auslande mit Wucherpreisen weiter zu verkaufen. Diesen Spekulanten müsste in erster Linie das Handwerk gelegt werden. Es wird dies auf Schwierigkeiten stoßen, aber mindestens wird man es durchsetzen können, dass man an Kinder nicht mehr Marken abgibt, als sie für ihren Bedarf gebrauchen. Zehn Sätze werden das sicher nicht sein.
Um aber auch die Sammler von der Post zu entfernen, wäre es leicht durchführbar, der am Orte befindlichen Sammlervereine so viel Sätze zur Verfügung zu stellen, die sie anmelden, es würde damit der Post und auch den Sammlern geholfen. Es würde damit auch der Schleichhandel gesteuert, denn man kann gerade die Werte, die heute an den Schaltern nicht mehr zu haben sind, zeitgemäß „hintenherum“ bogenweise für den zehnfachen Betrag und mehr erstehen. – Man wird mir entgegnen, dass dann auch die Spekulanten den Vereinen beitreten würden. Um dem vorzu-beugen, möchte ich bemerken, dass in den Vereinen nur Leute aufgenommen werden, die als Markensammler bekannt sind und über die ausreichende Erkundigungen eingezogen werden, ehe sie Mitglied werden.
Diese Zeilen entstanden nicht, um an der Postverwaltung unfruchtbare Kritik zu üben, sondern sie wollen bemüht sein, die Behörde darauf aufmerksam zu machen, wie so manches bei Ausgabe neuer Marken besser zu gestalten ist.

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Erste Postwertzeichen Ausstellung im Freistaat Danzig

Grundlegende Beschlüsse für die Ausstellung wurden in einer am Montag, den 6. d. M. abgehaltenen Vorstandssitzung des Vereins „Briefmarkenfreunde“ gefasst. Danach ist der Tag für die Ausstellung auf Sonntag, den 24.Oktober festgelegt. Mit der Ausstellung sind verbinden
1. eine Ausstellung philatelistischer Literatur,
2. Sammlerbedarfsartikel
Ferner sollen auch, vielen Wünschen entsprechend, Schülersammlungen ausgestellt werden. Hierzu können allerdings Meldungen nur in beschränkten Umfang angenommen werden. Der Meldeschluss für sämtliche Anmeldungen ist den 30.September festgesetzt. Die zur Ausstellung angemeldeten Sammlungen müssen, mit Verzeichnis versehen, bis zum 8.Oktober bei dem Vereinsvorsitzenden (Th. Reimann, Langgarten 100, II) abgegeben sein. Aufbewahrung und sichere Rückleitung wird den Ausstellern mit allen Garantien geboten.
Eine ganz besondere sehenswerte Sammlung wurde der Ausstellungsleitung bereits vor einigen Tagen zur Ausstellung übergeben. Es ist dies eine Sammlung von Postwertzeichen, die die Entente während des Krieges herausgegeben hat. Dieses Objekt, das ein Kopenhagener Herr der Ausstellungsleitung in liebenswürdiger Weise zur Verfügung stellte, wird wohl zu den schönsten der Ausstellung gehören. Die Leitung ist auch weiterhin bemüht, größere Raritäten für die Aus-stellung zu gewinnen, doch schweben darüber noch Verhandlungen, deren Ergebnisse später mitgeteilt werden wird.
Die nächste Hauptversammlung des Vereins „Briefmarkenfreunde“ ist auf Montag, den 13. September festgesetzt, der der eingehender Bericht über die bisher geleistete Arbeit für die Aus-stellung erstattet, ferner ein Prüfungsausschuss und ein Preisgericht gewählt werden sollen.

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Danzig Nachlese 9. September 1920

Von der ersten Ausgabe ist nach Vorlage des Herrn Albert Wolf als Abart noch nachzutragen der Wert zu 15 Pfennig violettbraun. Bei dem uns vorgelegten sechserblock ist die Zähnung start verschoben und geht oben bei jeder einzelnen Marke durch das Markenbild selbst, keinen weißen Rand mehr freilassend..
Von Abarten der neuen Provisorien sind neu zu Melden. Der 1-Mark- und 2-Mark-Wert wurden mit ganz schwachen fast farblosen Unterdruck an wenigen Stellen der Marke beobachtet, während sonst der Untergrund ganz weiß blieb. Bei der 25-Pfennig-Marke der dritten Ausgabe ist der Schreibschrift-Überdruck und der Strich unten als ganz verschoben auftretend feststellbar. Ferner lag uns ein Exemplar dieser Marke vor, bei dem die letzten beiden Buchstaben des Wortes „Danzig“ fehlen. Von dem 2-Pfennig-Wert wurde sogar eine Marke entdeckt, die nur noch den Buchstaben „D“ von Danzig aufweist.
Hochinteressant sind einige zusammenhängende Provisorien 10 auf 20 Pfennig blau auf denen der Aufdruck total schief steht. Auf einem dieser beiden Stücke ist neben der 10 noch deutlich eine zweite 0 zum Abdruck gelangt. – Der 10-Mark-Wert weißt in einigen Stücken infolge Faltung des Papiers eine ganz sonderbare Faltung des unteren Blockierungsstriches auf. Es befinden sich auf de Marke, durch Zwischenraum von einander getrennt, zwei kleinere schwarze dicke Blockstriche, von denen der eine links beträchtlich höher als der andere steht. Verschobene Blockstriche, die das Wort „Deutsches Reich“ freilassen, wurden ferner häufiger bei der 80-Pfennig- und der 5-Pfennig-Marke beobachtet. Bei letzterer ist mitunter die Blockierungslinie auf die untere Zähnung gerutscht, diese schwarz färbend. Die Herren Draskowski, Becker, Hohmann, Eichholz und Zill hatten die Liebens-würdigkeit, uns einige der oben erwähnten Stücke vorzulegen.
Das 3-Pfennig-Provisorium existiert im Neu- und Altrollendruck in verschiedener Grundfärbung hellbraun und dunkelbraun. – Durchschlagender Druck des Wortes „Danzig“, sowie des Balkens war ferner noch bei der 7 ½ Pfennig-Marke zu beobachten. Sehr bemerkenswert ist ferner ein Fehl-druck des 3-Mark Provisoriums bei dem die Kurve der 3 unten eine bizarre Verschnörkelung eine Art „Ausbuchtung“ nach unten zeigt. – Die 40-Pfennig-Marke ist zum Teil mit mattfarbigem roten Aufdruck, der durch Abnutzung des Klischees sehr breit ausgedruckt erscheint, verausgabt worden.

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Danziger Flugpost

Neue Überraschung auf dem Gebiete der Danziger Provisorien sind, wie versichert werden darf, vor Erscheinen der endgültigen Ausgaben nach Konstituierung des Freistaates, dessen Zeitpunkt natür-lich noch im ungewissen liegt, nicht zu erwarten. Es bestand zwar ursprünglich die Absicht, auch die noch in Danzig vorhandenen großen Restbestände der deutschen Nationalmarken (etwa 7 ½ Millionen Stück) durch Überdruck noch zu verwerten, falls die vorhandenen Markenbestände sich der Erschöpfung zuneigen sollten. Doch man diesen Plan maßgebenden Ortes wieder fallen lassen, wohl auch um in der Sammlerwelt keine Beunruhigung hervorzurufen.
Andererseits können wir aber in Danzig nach guter Information in absehbarer Zeit wahrscheinlich noch mit Verausgabung einer „soliden“ Marken-Neuausgabe rechnen. In Verbindung mit dem geplanten Flugpostdienst Berlin – Kopenhagen – England, an dem auch Danzig Anschluss haben wird, sollen hier besondere Flugpostmarken geschaffen und verausgabt werden. Die deutsche Post-behörde will bei einer Beteiligung Danzigs an dem Flugpostdienst für die Beförderung der Danziger Postbeutel eine ziemlich hohe Abgabe erheben, und ein Teil der hierdurch entstehenden besonderen Unkosten soll eben, wie beabsichtigt wird, durch Schaffung eigener Flugpostmarken für Danzig gedeckt werden.

Inzwischen ist der schon längst bestellte und erwartete noch an der ersten Ausgabe fehlenden 40-Pfennig-Wert in (zweifarbiger) Ausführung überdruckt mit dem Worte Danzig aus der Reichs-druckerei in Berlin eingetroffen. Die 40-Pfennig-Marke dürfte bei Erscheinen dieser Zeilen im Druck bereits zur Ausgabe gelangt sein. Die Auflage dieses Wertes ist sehr groß, so dass die unentwegten Hamsterer bei ihm nicht auf ihre Rechnung kommen werden.

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Danziger Nachlese 2. September 1920

Neu festgestellt von Abarten der neuesten Danziger Provisorien und wieder verschiedene Stücke. So lagen uns Bögen der 5-Pfennig- und der 10 Mark-Marke vor, bei denen der Blockierungsstrich höher steht als gewöhnlich und die Worte „Deutsches Reich“ unten frei lässt. Ferner zeigt ein großer Teil der Provisorien auf dem Brustschild der Germania – aber auch an Stellen des Marken-bildes – einen schwarzen Punkt, der von dem Nagel, der das Klischee hält, herrühren dürfte. Der hervortretende Klischeenagel nahm bei Überdrucken neben dem Letternsatz die Farbe an und brachte sie auf dem Markenbilde in Form eines Punktes zum Abdruck. –
Die Herren Hohmann und Zill hatten die Freundlichkeit. Uns die besprochenen Belegstücke vorzu-legen. Bei der 3-Pfennig wird häufig bei der Ausblockierung der unteren Inschrift ein in der Mitte oder Seitwärts durchbrochenen Querbalken beobachtet, auch zeigen einige der 3-Pfennig-Marken einen schwach glänzenden Aufdruck Danzig in Schreibschrift. Herr Draskowski, Danzig hatte die Liebenswürdigkeit, uns hierauf aufmerksam zu machen.

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Danzig

Am 30.August sind an den Schaltern nun erstmals verausgabt worden die bereits in der „B.R.“ angekündigten Ergänzungswerte der Aufbrauchsausgabe zu 2, 2 ½, 3, 7 ½, 10, 30, 50 und 80 Pfennig, schräger Überdruck Danzig in Schreibschrift. Die Marken, die nur in sehr beschränkter Anzahl an die Käufer abgegeben werden, waren zum größten Teil binnen weniger Stunden an den Schaltern vergriffen, obgleich jeder Käufer von einzelnen Werten nur je ein Stück erhielten. – Es fehlen nun noch von den bereits avisierten Neuheiten die noch nicht in den Verkehr gelangten Innendienstmarken zu 60 Pfennig, 1 und 2 Mark.

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Unnotiges Anstehen nach Marken

Man schreibt der „B.R.“ aus dem Leserkreis: Wer beobachtet hat, wie in den letzten Tagen die neu erschienenen Danziger Briefmarken innerhalb von Stunden in den meisten Fällen an den Schaltern ausverkauft waren, wird sich wohl schon wiederholt gefragt haben, ob es der maßgebenden amtlichen Stelle nicht möglich ist, von Zeit zu Zeit in der Presse ent-sprechende Hinweise darauf zu bringen, dass dieser oder jener Wert nicht mehr an den Schaltern verkauft werden kann, infolge Erschöpfung der Auflage, oder aus anderen Gründen. Bekanntlich sind auch von den ersten Ausgaben schon verschiedenen Werte, wie z.B. die 3 Mark, völlig vergriffen, was aber das große Publikum nicht wissen kann.

Die Schalterbeamten werden andauernd mit Anfragen dieserhalb belästigt, was zu vermeiden ist, wenn man genau erfahren könnte, dass dieser oder jener Wert überhaupt nicht mehr erscheint. Natürlich ist zuzugeben, dass besonderes der Sammler ein großes Interesse daran hat, zu wissen, ob diese Marke nicht mehr zu haben ist, ehe er sich in langer Polonaise vor dem Schalter aufstellt zum Schaden seiner Zeit und seiner Gesundheit. Die Postbehörde mag recht haben, wenn sie, um ihrerseits die Spekulation etwas einzuschränken, die Auflagenziffern der bisher erschienenen Marken nicht veröffentlichen will. Doch gibt es sicherlich zu keinen Bedenken Anlass, vorkommenden falls im Bedarfsfalle öffentlich zu erklären, dass der Vorrat erschöpft ist. Die Behörde hat auch dem Publikum gegenüber, dessen Gelder sie nimmt, gewisse Pflichten zu erfüllen und ich hoffe, dass meine heutigen Zeilen dazu beitragen werden, diese Frage am „Grünen Tisch“ einmal etwas näher zu ventilieren und meine Anregung in wohlwollende Erwägung zu ziehen.

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Erste Postwertzeichen-Ausstellung im Freistaat Danzig

Das steigende Interesse an der geplanten Briefmarkenausstellung ergibt sich aus der zahlreichen Zuschriften und Anmeldungen, die an die Leitung gelangen. Ganz besonders erfreulich ist es, dass nicht nur Mitglieder des Vereins „Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig“, sondern eine Anzahl außerhalb des Vereins stehender Philatelisten ihre Sammlungen zur Ausstellung angemeldet haben. Die Leitung sieht sich jedoch veranlasst, dass ganze Alben wegen der großen Schwierigkeiten, auch um Beschädigung zu vermeiden, nicht ausgestellt werden können. Es werden nur auf einzelne Blätter befestigte Marken angenommen, die bequem unter Glas zu legen sind. Zur Aufklärung sei ferner gesagt, dass es nicht unbedingt notwendig ist, ein Gebiet vollständig auszustellen. So wünschenswert dies ist, soll andererseits auch den Sammlern Rechnung getragen werden, die ihr Sondergebiet gern ausgestellt gesehen hätten und sich nur darum nicht anmelden, weil ihnen vielleicht zwei oder drei Marken fehlen. – Um zu vermeiden, dass einzelne Länder doppelt eingestellt werden, sind nachstehend aufgeführt, zu denen Anmeldungen nicht mehr angenommen werden können: Türkei, Estland, Kriegsmarken der Mittelstaaten, Tschechoslowakei, Österreich-Ungarn (Neuheiten), Vereinigte Staaten, Altösterreich, Argentinien, Österreichische Feldpost, Liechtenstein, Litauen, Japan, Abstimmungsgebiete, Polen (Krakau). Desgleichen können von Ganzsachen und ganz besonders wertvolle Einzelstücke angenommen werden.

Alle anderen Gebiete werden noch bis zu 20.September berücksichtigt. Die Leitung wird dann den Tag der Einlieferung bekannt geben, die zu welchen die angemeldeten Sachen übergeben sein müssen.

Es steht zu hoffen, dass nach den bis jetzt angemeldeten Sachen, die Ausstellung eine sehr gute zu werden verspricht und dass sie dazu beitragen wird, dem Sammelsport weitere Freunde zuzuführen. Am Ausstellungstag ist nach beendeter Ausstellung eine gesellige Zusammenkunft geplant, die Aussteller und Vereinsmitglieder zu einem gemütlichen Abend vereinigen wird.

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Danzig 26. August 1920

Zu Katalogisierungszwecken geben wir hier noch einmal eine genaue Aufstellung der am 20 d. M. an den Danziger Postschalter zum ersten mal verausgabten neuen Danziger Briefmarken, die wir als dritte Ausgabe bezeichnen wollen. Der gleichzeitig erschienene 1-Mark-Wert mit Stern schwarz auf 3 Pfennig wäre philatelistisch gesehen der zweiten (Stern-) Ausgabe hinzuzurechnen. Es erschienen danach:
I. Aushilfsausgabe mit Stern auf Danziger Provisorien I: 10 Pfennig bordeauxrot auf 20 Pfennig blau, 25 Pfennig auf 30 Pfennig orangerot und gelb, 1 Mark (schwarz) auf 30 Pfennig desgleichen.
II. Aushilfsausgabe auf deutschen Germaniamarken: 5 Pfennig grün, 15 Pfennig violett 20 Pfennig blau, alle Aufdruck Danzig in blau, 25 Pfennig rotorange und gelb, 75 Pfennig grün und schwarz (beide Aufdruck Danzig in bordeauxrot)
III. Umgewertete deutsche Germaniamarken: 1 ¼ Mark auf 3 Pfennig braun, 2 Mark auf 35 Pfennig braun, 3 Mark grün auf 7 ½ Pfennig orange, 5 Mark rot (Flagge) auf 2 Pfennig grau, 10 Mark schwarz auf 2 ½ Pfennig orange.

 

Die neue (dritte) Ausgabe der Danziger Provisorien ist, wie dies zu erwarten war, sehr reich an Druckzufälligkeiten und Abarten, die aber wohl nur zum kleineren Teil auf ausgesprochene Platten-fehler, als vielmehr auf die Eile des Druckes und nicht immer ganz einwandfreie Materialien zurückzuführen sein dürften. So soll es u.a. wie uns mitgeteilt wird, einen Bogen der 10-Mark-Marken auf 7 ½ Pfennig orange geben, bei dem zwei Marken in der Mitte den hellgrünen wellen-förmigen Aufdruck nicht aufweisen. Wie konnten die Marken leider selbst noch nicht zu Gesicht bekommen, doch handelt es sich möglicherweise um eine in der Mitte verbogenen Zinkplatte, die beim Drucken nicht gut auflag.

 

Herr Hoffmann, Danzig, hatte ferner die Liebenswürdigkeit, uns den 75-Pfennig-Wert mit bordeauxrotem Überdruck Danzig vorzulegen, bei dem letzerer im Worte „Danzig“ zum Teil sehr mangelhafte Buchstaben aufweist. So ist z.b. unter dem Punkte des „i“ noch ein kleinerer roter Punkt wahrnehmbarer und das Schluss „g“ ist in der Mitte des oberen Teiles der Schleife beider-seits ziemlich scharf in der Farbe unterbrochen. Letzteres ist anscheinend durch eine Verletzung des Klischees entstanden und demgemäß als Plattenfehler anzusprechen.

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Erste Postwertzeichen-Ausstellung der Freistaat Danzig

Aus Kreisen des Ausstellungs-Komitees schreibt man der „Briefmarken-Rundschau“:

„Die für Ende Oktober geplante Ausstellung des Vereins der Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig“ schreitet in ihren Vorarbeiten rüstig fort. Man ist sich unter den sachverständigen Herren des Ausschusses darüber schlüssig geworden, dass die Ausstellung im Gegensatz zu den meisten bisherigen deutschen Ausstellungen von einer besonderen Prämierung durch Diplome absehen wird. Es sollen für die mit den ersten Preisen gekrönten Aussteller dafür nur Anerkennungsschreiben zuerkannt werden, die den Wert der besonderen ausgezeichneten Ausstellungsobjekte in kurzen Worten zum Ausdruck bringen werden. An Stelle der im Grunde zum Teil langweiligen bunten Diplome, die wenig realen Wert besitzen, wird dem Aussteller mehr mit einer sein Sammlerherz erfreuenden besonders guten Briefmarkenspende gedient sein, die auch zur Bereicherung seiner Sammlung beitragen soll. In diesem Zwecke werden vom Vereins wegen eine Anzahl wirklich wertvollet Briefmarken unter Vermeidung der Spekulationsausgaben!) als Prämie angekauft werden, und als 1., 2., 3. usw. Preise an die Aussteller der hervorragendsten Sammlungen oder Einzelmarken zur Verteilung kommen.

Außer den bereits gemeldeten Objekten, ist dem Komitee u.a. von einem hiesigen Sammler eines der interessanten Gebiete, und zwar Finnland, als Spezialsammlung zur Ausstellung neu angemeldet worden. Auch außerhalb der Grenze Danzigs macht sich schon ein größeres Interesse für die Veran-staltung bemerkbar, was aus verschiedenen Anfragen größerer Firmen und privaten Personen hervorgeht. Es ist beabsichtigt, mit der Ausstellung auch eine Übersicht über die für den Sammler in Frage kommenden Bedarfsartikel, wie Albumblätter, Sammelbuchhefter, Pinzetten, Klebefälze, Fließpapier, Lupen, Wachspapier usw. zu bringen und man rechnet in dieser Hinsicht auch besonders auf die Beteiligung hiesiger größeren Firmen des Papierfaches und anderer für den Philatelisten in Betracht kommenden Gewerbe. Über den Ort und genauen Zeitpunkt der Ausstellung hofft das Komitee in Nächster Nummer der „Briefmarken-Rundschau“ genaue Einzel-heiten bringen zu können.

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Die Danziger Aufbrauchs-Ausgabe

An den Schaltern dingt sich seit dem 20. d. M. dem ersten Ausgabetag der dritten Danziger Brief-markenreihe, das Publikum den ganzen Tag über in langer Polonaise, um die neuen Marken noch möglichst rechtzeitig zu hamstern. Schon bald waren einzelne Werte ausverkauft und viele der hohen Werte über 1 Mark sind heute noch ganz vereinzelt an den Schaltern, wenn es das Glück so will, zu haben.

Über drei Viertel der verkauften Marken werden so durch die Sammler und Spekulanten dem Post-verkehr entzogen und kaum ein Viertel bleibt zu wirklichen Frankierungszwecken übrig, obgleich daneben noch einzelne Werte der ersten Ausgabe käuflich zu haben sind. Die oberste Postbehörde hat sich, wie wir bereits früher hervorgehoben, veranlasst gesehen, alle irgendwie erreichbarem Bestände der deutschen Germaniamarken zu lassen, um nicht plötzlich der fatalen Lage gegenüber-zustehen, das Wort „ausverkauft!“ über die Schalter der Postanstalten setzen zu lassen.

Eine gewisse Streckung und Verteilung der ganzen wird sicherlich die getroffenen Anordnungen erreicht werden, so dass der sonst zu befürchtete schnelle Ausverkauf der gebräuchlichsten Werte zum Erscheinen endgültiger Freimarken etwas hinaus gezögert werden kann. Der vorrätige Brief-markenbestand wird aber auch noch dadurch „gestreckt“, dass, wie wir mitteilen, in nächster Woche noch einige weitere Werte zur Ausgabe kommen sollen. Es handelt sich dabei um die folgenden Marken mit schrägem Aufdruck „Danzig“ in Schreibschrift:

2 Pf. (hellgrau), 2 ½ Pf. (dunkelgrau), 3 Pf. (braun). 7 ½ Pf. (orange), 10 Pf. (rot (sämtlich Aufdruck blau), 30 Pf.(rotorange) auf sämisch), 40 Pf (dunkelrot und schwarz) 50 Pf. (lilaschwarz), 80 Pf. (rot und schwarz) letztere sämisch mit bordeauxrotem Aufdruck.

Ferner werden erscheinen für den inneren Dienstverkehr die Werte zu 60 Pf. (Aufdruck blau), 1 Mark (Kupferdruck) und 2 Mark (dunkelblau) letzte beiden Werte in bordeauxrotem Aufdruck.

Es wird Außenstehenden nicht recht verständlich sein, warum gerade die 2- und 7 ½-Pf.-Werte, die demnächst erscheinen sollen, nicht gleichfalls in 5-, 3- oder 10 Mark-Marken, d.h. in die so rasch ausverkauften höheren Werte umgewandelt wurden, 1-, 2-, 2 ½- und 7 ½-Pf. Werte werden in Deutschland mit dem 31.August überhaupt für Frankaturzwecke nicht mehr zugelassen und nach diesem Datum auch nicht mehr umgetauscht. Warum alle diese Werte abermals und ohne jede Wertänderung in Danzig erscheinen mussten, ist nicht ohne weiteres erklärlich, da sie nur in größerer Zusammenstellung für Freimachungszwecke praktisch zu verwenden sind.

Wir hätten es vom philatelistischen Standpunkt aus lieber gesehen, wenn – um auch jeden leisen Anschein der Spekulation auszuschalten – diese Marken nicht im alten Werte zur Ausgabe gelangen würden, doch müssen sich auch die Sammler mit den gegebenen Tatsachen, die aus Sparsamkeits-gründen ausschlaggebend waren, abfinden. Man darf auf das Echo gespannt sein, das die neue Ausgabe in Deutschland und im Auslande finden wird. Wir teilen aber nicht die vereinzelt geäußerten Befürchtungen, dass die Danziger Marken deswegen weniger gern gekauft werden sollen. In Danzig ist, wie die Anschauung lehrt, gerade das Gegenteil der Fall, und der befolgte „Streckungsprozess“ wird, wie verlautet, hoffentlich das Gute haben, das wir die zum Erscheinen der endgültigen Freistaatmarken vor weiteren Provisorien verschont bleiben können.

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F.B d, Langfuhr

Die Ausfuhr von Briefmarken ist nicht ausdrücklich verboten, die Einfuhr nach Deutschland von Briefmarken aus dem Ausland, wozu auch Danzig gehört, erfordert eine besondere Bewilligung des Reichskommissars für die Einfuhr Berlin W 30, Potsdamer Straße. Lassen Sie sich von ihrem deutschen Besteller ein ausgefülltes grünes Formular „Statistik des Warenverkehrs“ senden, dass auf den größeren Postanstalten und Steuerämtern erhältlich ist. Dieses Formular legen sie dann ihrem Markenbriefe bei, worauf die Zensurstelle auch Einschreibsendungen und Nachnahmen passieren lässt. Im übrigen verweisen wir sie auf die Notiz in unserer Sammlerecke in Nr. 2, „B.B.“ unter Ed.R. Cassel.

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Am Montag abend, dem 16. d. M., hielt der Verein seine Hauptversammlung im „Hohenzollern“ ab. die sehr ungemein besucht war. Der Vorsitzende begrüßte die Anwesenden, darunter einige Damen und machte anschließend eine Reihe geschäft-licher Mitteilungen. Aus ihnen ist besonders hervorzuheben, dass der Verein gegen auswärtige unrelle Tausch-Sammler energisch vorgehen und nötigenfalls in den Briefmarken-Zeitungen öffentlich vor diesen Elementen warnen wird. Zur Aufnahme waren dem Verein acht neue Mitglieder vorgeschlagen; ein Beweis dafür, dass der Verein sich wachsender Beliebtheit erfreut und eine immer größer werdende Anzahl von Sammlern in sich vereinigt. Die Tauschobmann-Frage, deren Lösung bisher mit vielen Schwierigkeiten verknüpft war, wurde durch die einstimmige Wahl des Herrn Reher erledigt. Der Verein steht mit mehreren auswärtigen Vereinen zwecks Über-sendnung von Tauschsendungen in Verhandlung. Sobald diese eintreffen, werden die Mitglieder regelmäßig mit Auswahlsendungen beliefert werden. Zur Verlosung, die in jeder Hauptversammlung stattfindet, waren 30 Gewinne eingegangen, von denen allein 30 Stück der Briefmarkenhandelung A. Ehmer gespendet wurden. Den opferwilligen Gebern sich auch an dieser Stelle bestens gedankt. – Eine recht rege Debatte entspann sich über die vom Verein geplante Aus-stellung von Postwertzeichen im Oktober 1920. Von mehreren Rednern wurde auf die Schwierigkeit hingewiesen, die ein solches Unternehmen mit sich bringt; vor allem sei die größte Sorge, ein geeignetes Lokal zu finden. Der Vorsitzende gab darauf eine längere Erklärung über die Entstehung des Projektes. Auch er hält die Lokalfrage für schwierig, hofft aber auf ein verständnis-volles Entgegenkommen der Behörden. Die Peinkammer erscheint nach fachmännischem Urteile für diesen Zweck wenig geeignet, weil es dort an Tischen, vor allem aber an Licht mangelt. Jedenfalls darf gesagt werden, dass die Vorarbeiten zu dieser Ausstellung rüstig weiter schreiten und sich bereits heute ein viel versprechender kleiner Überblick über die zugesagten Ausstellungs-objekte darbietet. – Für die nächste Versammlung ist ein Vortrag eines unserer bedeutensten hiesiger Sammler in Aussicht gestellt. – Anfragen und Auskunft erteilt bereitwillig der Vorsitzende Th. Reimann, Danzig, Langgarten 100, doch wird gebeten, Rückporto beizulegen.

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Danzig Nachlese 19. August 1920

Unserem bisher gepflegten Grundsatz gemäß, alle bekannt gewordenen Abarten de Danziger Marken vollständig zu registrieren, verzeichnen wird, dass das letzte 25-Pfennig-Provisorium auf bestimmten Bögen auch mit halben grünen Stern oben vorkommt. Es handelt sich jedes mal um die letzte Marke der rechten Reihe von oben im Bogen. Den Fehldruck hatte Herr Emil Olschewski, Danzig, die Liebenswürdigkeit, uns einzusenden.
Derselbe Herr legte uns gleichfalls zur Ansicht vor ein unteres Blockstück der 50-Pfennig-Marke. Auf einer Mark sind die ersten beiden Buchstaben des Wortes „Danzig“ durch Umlegung des Papierstreifens auf der Rückseite des gummierten Bogens geraten, so dass die Eckmarke, nur noch die Buchstaben „nzig“ trägt. Es handelt sich also auch hier mit einen allerdings sehr interessanten „Makulaturdruck“
Der 15-Pfennig-Wert ist, wie sich nachträglich herausstellt, auch in einer ganz blassen hellbraun-violetten Tönung zur Ausgabe gelangt, so dass man bei dieser Marke alle drei bestimmt ausgesprochene Farbabarten zu unterscheiden hat.
Von dem interessanten Fehldruck „Danzia“ auf 2 Mark (Kupferdruck blau) legte uns Herr Hohmann, Danzig auch einen ganzen Bogen mit Plattennummer H 2376. 20/3 vor, bei der die erste Marke der letzten Reihe dergestalt gekennzeichnet ist.
Von derselben Seit wurde uns gezeigt ein Bogen des 15-Pfennig-Wertes, bei dem die letzte Marke in der siebenten Reihe als fehlerhaftes „D“ aufweist, das wie ein deutliches „T“ anmutet.

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Erste Postwertzeichen-Ausstellung im Freistaat Danzig

Die für den Oktober geplante Ausstellung des Vereins Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig erscheint, wie erfreulicherweise mitgeteilt werden kann, bereits heute als gesichert. Als Ausstellungsgegenstände sind bisher von Vereinsmitgliedern gemeldet worden:

Altdeutschland, Kriegsmarken der Mittelstaaten, Bayern, Liechtenstein, Alt-Frankreich, Estland, Tschechoslowakei, Deutschösterreich, Ungarn-Neuheiten, Argentinien Vereinigte Staaten, eine Spezialsammlung der Türkei, Zeitschriften und Buchliteratur usw. usw.

Als Meldeschluss für die Ausstellung ist vorläufig der 20.September vorgesehen worden. Auswärtige Interessenten werden gebeten, sich möglichst bald zur Einholung weiterer Auskünfte mit dem Vorsitzenden des Vereins Briefmarkenfreunde, Herrn Th. Reimann, Danzig, Langgarten 100 in Verbindung setzen zu wollen. Für die besten und wertvollsten Ausstellungsobjekte steht eine Anzahl von Ehrendiplomen in Aussicht. Weitere zweckentsprechende Mitteilungen werden an dieser Stelle allwöchentlich veröffentlicht werden.

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Die Danziger Neuheiten

Neue Provisorien, die man wohl am besten als dritte oder „Aufbrauchausgabe bezeichnen kann, werden entsprechend der Vermeldung in der „Danziger Zeitung vom 15.August um 20. d. M. an den Postschaltern des Freistaates zur Ausgabe kommen. Es handelt sich sämtlich um deutsche Germania- Marken, mit verschiedenartig gestellten und verschiedenfarbigen Aufdrucken. Für einem Teil der Marken sind ältere Restbestände der deutschen 2, 2 ½, 7 ½, 3, 5, 10, 15, 20 25, 30, 40 50, 60, 75 Pfennig, 1 und 2 Mark-Werte (letzte beiden Kupferdruck-Ausgabe!) verwendet worden.

Erschienen ist bekanntlich schon Am 17. d. M. als Vorläufer (der philatelistisch aber zur zweiten Ausgabe gehört) ein Provisorium: 10 auf 20 Pfennig. Dieses ist geschaffen worden durch Bordeaux-roten Aufdruck einer großen 10, Ausblockierung des Wortes „Deutsches Reich“ und der Ziffer 20 rechts und links oben durch einen sechsstrahligen bordeauxroten Stern auf der Danziger Marke zu 20 Pfennig blau.

Der Aufdruck auf den Wertzeichen zu 2, 2 ½, 7 ½, 3,5, 10, 15, 20, 35 und 60 Pfennig ist blauschwarz; bordeauxroten Aufdruck in Druckschrift haben die Marken zu 25, 30,40, 50 75 Pfennig, 1 und 2 Mark. Die früheren deutschen Werte tragen den Aufdruck Danzig in schräger großer Schreibschrift unter gleichzeitiger Ausblockierung des Worte „Deutsches Reich“. Die durch Aufdruck umgewerteten Marken erhielten überdies zur Sicherung gegen Fälschungen einen feinen Wellenlinien bestehenden Tonunterdruck in graugrüner Farbe, eine philatelistische Neuerung, die besonders hervorgehoben werden muss. Die neuen Werte zu 60 Pfennig und 2 Mark sind nur für den inneren Postverkehr bestimmt und werden an das Publikum an den Schaltern nicht abgegeben. Der ganze Satz hat einen Nominalwert von 26,55 Mark.

  1. 30-Pfennig-Marken in 1-Mark-Marken. Beschreibung: Die bisherige Wertangabe ist durch einen sechseckigem Stern ausblockiert.. Die Wertangabe 1 steht am oberen Rande in der Mitte der Marke, rechts und links davon steht das Wort Mark in Druckbuchstaben. Zur Umwertung sind die von der Reichsdruckerei gelieferten 30-Pfenning-Marken mit dem Aufdruck „Danzig“ Aufdruck schwarz.
  1. 2-Pfennig-Marken in 1 ¼-Mark-Marken. Die bisherige Wertangabe ist durch die Ziffer 1 ¼ überdruckt. Zwischen beiden Zahlen befindet sich das Zeichen „M“. Die Inschrift Deutsches Reich ist durch „Danzig“ in Druckschrift verdeckt. Farbe des Aufdruckes: rotbraun.
  1. 35-Pfennig-Marken in 2-Mark-Marken. Die Wertangabe 35 ist durch die Ziffer 2 überdruckt. Zwischen beiden Teilen befindet sich das Wort Mark. Die Inschrift „Deutsches Reich“ ist durch „Danzig“ in Druckschrift bedeckt. Farbe des Aufdruckes: blau.
  1. 7 ½-Pfennig-Marken in 3-Mark-Marken. Bisherige Wertangabe ist durch Mark überdruckt, dazwischen die Ziffer 3. Inschrift „Deutsches Reich“ ist durch „Danzig“ in Druckschrift verdeckt.
  1. 2-Pfennig-Marke in 5-Mark-Marke. Bisherige Wertangabe durch Mk. überdruckt.. Dazwischen befindet sich eine große Zahl 5. Das Germaniabild ist durch eine rote querstehende flatternde Danziger Wappenflagge bedeckt. Die Inschrift „Deutsches Reich“ ist durch „Danzig in Druck-Schrift überdeckt. Farbe des Überdruckes: hellrot.
  1. 7 ½ -Pfennig-Marken in 10-Mark-Marken. Die bisherige Wertangabe ist durch die Zahl 10 überdruckt. Dazwischen das Wort „Mark“ in Schreibschrift. Die Marke enthält einen schrägen Aufdruck „Danzig“ in Schreibschrift. Die Inschrift „Deutsches Reich“ ist durch schraffierte gekreuzte Linien ausblockiert.. Farbe des Überdruckes: schwarz.

Wie wir in letzter Stunde hören, werden am Freitag nur die Markwerte geschlossen an den Post-schaltern (mit Ausnahme der 2 Mark !) an das Publikum abgegeben werden, sowie einzelne kleinen Werte. Die übrigen kleinen Werte sollen erst nach und nach in den Verkehr kommen.

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Die philatelistischen Uberrauschung

Aus dem Tohuwabohu der unzähligen Nachkriegsmarken klingt jetzt immer vernehmbarer an das Ohr des ersten Sammlers eine Stimme, die da ruft: „War diese Ausgabe wirklich notwendig?“

Wir werden überschwemmt mit Marken, Marken, Marken aller möglichen Gebiete, deren Grenzen zum teil staatsrechtlich nicht einmal festgelegt sind, und für deren Ausgabe im Grunde niemand so recht die Verantwortung tragen kann.

Auch in unserem Freistaat v stehen wir wieder wie die „Danziger Zeitung“ vom letzten Sonntag bereits ankündigen konnte, vor der Ausgabe neuer Briefmarken deren Notwendigkeit von den Nichteingeweihten draußen im Reich und im philatelistischen Ausland den ersten Blick kaum sofort verstanden werden wird. Dennoch war es für Danzig wie wir bereits in Nr. 6 der „B.R.“ vom 20.Juli bemerkten, durchaus erforderlich beizeiten für Ersatz der zu Ende gehenden bisherigen Briefmarkenbestände zu sorgen. Die Reichsdruckerei in Berlin, mit Arbeitern überhäuft, kann nicht mehr so viel und so rasch liefern. Wie Danzigs Oberste Postbehörde es wünschen musste und andererseits war auch die äußerste Sparsamkeit der Schaffung neuer Postwertzeichen geboten. Der oberste Leiter unseres Postwesens, Postrat Zander, der nun aber auch dem Grundsatz: „Erst wägen, dann wagen“ alle an dieser Stelle anfangs gestreiften Einwendungen wohl überlegt, ehe er einer hiesigen angesehenen Buchdruckerei den Druckauftrag erteilt.

In Danzig erzählt sich die Schuljugend, dass der britische Oberkommissar Sir Reginald Tower, in seinen wenigen Mußestunden selbst dem Briefmarkensport huldige. Wir wollen und können dieses Gerücht nicht kontrollieren, wohl aber wissen wir, das Sir Reginald sich persönlich viel mit der Ausgabe neuer Danziger Marken beschäftigt und verschiedentlich darüber mit dem Leiter unseres Postwesens verhandelt hat. Postrat Zander ist es allerdings in erster Linie, der die schwierigsten Vorarbeiten und die in jeder Weise korrekt bewirklte Ausfüh des Auftrages verantwortlich zu überwachen hatte. Ich soll an dieser Stelle auch der Bank aller Danziger Philatelisten für die nun glücklich zu Ende geführte vorzügliche Leistung ausgesprochen werden.

Bei der Betrachtung und Prüfung der ganzen Reihenfolge wird man allerdings nicht allen neu geschaffenen Marken in Bausch und Bogen vom praktischen, ästhetischen und philatelistischen Standpunkt aus das nämliche Lob zuerkennen dürfen. Schon der öliggrüne Überdruck der 25 und der Sterne auf dem Danziger 30-Pfennig-Wert dürfte, wie bereits in der erstem Besprechung hervorgehoben in täglichen Verkehr besonders bei minderwerter Beleuchtung zu Verwechselungen mit der 30-Pfennig-Marke Veranlassung geben. Das Grün verschwimmt und hebt sich schlecht von dem dunklen zweifarbigen Untergrund ab. Etwas zweckentsprechender und praktischer wirkt schon die schwarze sternförmige Ausblockierung der beiden Wertziffern und die am oberen Rande in der Mitte stehende schwarze Wertziffer 1neben dem Worte Mark. Auf der neu überdruckten 30 Pfennig, da die Hervorhebung des neuen Wertes hier deutlicher hervortritt. Doch ist der Gesamteindruck auch hier unschön. Dieser Missstand ließ sich aber beim besten Willen mit den gegebenen Mitteln nicht vermeiden

Für den neuen Wert zu 1,25 kam nur die 3 Pfennig-Marke in Betracht. Die rotbraune Farbe des Wortes Danzig in Druckschrift das die Inschrift Deutsches Reich verdeckt, wirkt hier diskret und die das M flankierenden Ziffern 1 ¼ heben sich trotz der grundfarbenähnliche Nuance genügend ab. Die durch blauen Überdruck erfolgte Umwandelung der kastanienbraunen 35 Pfennig in 2 Mark ist vornehm und zart gehalten. Einen überaus geschmackvollen und ansprechenden Eindruck macht auch der bordeauxroten Schreibschrift-Aufdruck Danzig quer über die dunkelrote 1-Mark-Kupfer-druck-Marke. Bei ihr besteht die gleichfalls bordeauxrote Kupferdruck der Marke Deutsches Reich aus einem die untere Leiste nicht ganz ausfüllenden und nicht bis zu den Rändern des Markenbildes gehenden Strich.

Der neue 3-Mar-Wert grün auf 7 ½ Pfennig orange darf als glücklose Farbenzusammenstellung bezeichnet werden; dagegen wirkt der schwarze Überdruck auf 7 ½ Pfennig, die Zahl 10, das Wort Mark und der schräge Danzig in Schreibschrift mit der durch schraffierte gekreuzte Linien aus blockierten Inschrift „Deutsches Reich“ etwas zu gehäuft und massig.

Am originellsten und für den Sammler interessanten, ist aber der neu 5-Mark-Wert, bei dessen Überdruck vielleicht eine in der „Danziger Zeitung“ schon im Februar d. J. gegebene Anregung befolgt wurde. Hier zeigt die alte eingezogene grau 2-Pfennig-Marke zum ersten Mal in der Philatelie das Danziger Banner. An einem von rechts unten nach links oben quer über das Germaniabild gestellten Flaggenstock flattert die alte rote Hanseatenflagge mit den beiden deutlich sichtbaren weißen Kreuzen: „Nec temere – nec timide!“

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Der Verein hält am kommenden Montag, abends 7 ½ Uhr, im „Hohenzollern“ (Langer Markt) seine monatliche Hauptversammlung ab, zu der das Erscheinen aller Mitglieder erwünscht ist. Der Vorstand wird Bericht erstatten über die Neuregelung des Tauschverkehres und die Neuheiten-Besorgung. Ferner wird Näheres über die geplante Veranstaltung der ersten Briefmarken-Ausstellung im Freistaat mitgeteilt und eine rege Beteiligung sämtlicher Mitglieder empfohlen werden. Eine Verlosung ist abermals vorgesehen, besondere Einladungen zur Versammlung erfolgen diesmal nicht. Anmeldungen von Gästen nimmt noch entgegen der Vorstande, Herr Th. Reimann, Langgarten Nr. 100.

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Die Postwertzeichen-Ausstellung in Danzig

Aus Kreisen des Ausstellungs-Kommitees zur Vorbereitung der ersten Postwertzeichen-Ausstellung im Freistaat Danzig schreibt man der „Briefmarken-Rundschau“: es macht sich, wie aus vielen Zuschriften, auch von außerhalb, hervorgeht, bereits ein lebhaftes Interesse für die im Oktober in Danzig geplante philatelistische Ausstellung bemerkbar. U.a. liegen schon Anfragen großer Sammler vor, die gern bereit sind, Teile ihrer Sammlungen, Spezialgebiete, wie deutsche Kolonien, Finnland, Türkei usw. auszustellen. Auch die Frage der Einlieferung von Glasplatten zum Schutze der auszustellenden Gegenstände bietet keine Schwierigkeiten mehr, da eine hiesige Firma sich in entgegenkommender Weise dazu bereit erklärt hat. Bis zur demnächtigsten Veröffentlichung des genauen Programms werden Firmen und Privatpersonen in Deutschland und im Auslande, die eine Beteiligung in Erwägung ziehen, sind an dem Vorsitzenden des Vereins „Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig“ Herrn Th. Reimann, Danzig Langgarten 100 zu wenden, der zu jeder gewünschten Auskunft gern bereit ist.

Danzig. Am 10.d.M. ist das erste amtliche Danziger Provisorium, das infolge der auf 25 Prozent ermäßigten Briefportotaxe innerhalb des Freistaatgebietes erforderliche wurde, an dem Postschaltern zur Ausgabe gelangt. Überdruckt wurde die Danziger 30-Pfennig-Marke mit einer großen dunkelgrünen 25 über die Mitte des Germaniakopfes und oben mit zwei grünen sechs-strahligen Sternen, die beiden früheren Ziffern 30 bedecken. Das Grün zeigt von links betrachtet, einen metallischen Glanz, kommt auf der Marke aber nicht sehr scharf zu Ausdruck, so dass im Postverkehr das Publikum Verwechselungen mit der ursprünglichen 25-Pfennig-Marke mitunter nicht ausgeschlossen sein werden.

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Die ersten Danziger Provisorien.

In den nächsten Tagen werden nun, wie wir erfahren, die ersten amtlichen Danziger Provisorien, die zum Teil zum Ersatz der sich der erschöpfenden Bestände gewisser meistgebrauchter Werte dienen, verausgabt werden. Es sind die vom Publikum und von den Postanstalten des Freistaates eingezogenen deutschen 30 und 20 Pfennig-Germania-Marken mit einer neuen Wertangabe ganz über den Markenbild überdruckt werden. Die 30-Pfennig-Marken erhielten im Überdruck die Angabe, dass sie jetzt 25 Pfennig gelten die 20-Pfennig-Marken, dass sich jetzt einen Frankaturwert von 10 Pfennig besitzen.

Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig. Der Vorstand des Vereins, vereinte sich am Montag nach der Tauschzusammenkunft im „Hohenzollern“ zu einer Besprechung übe die Wahl eines Tauschob-mannes, über die Tauschbestimmungen und andere Fragen. Es wurde beschlossen der nächsten Hauptversammlung Herrn Reher als Tauschobmann vorzuschlagen. Ferner wurden „Richtlinien“ über die Aufnahme neuer Mitglieder aufgestellt, die der nächsten Versammlung zur Genehmigung vorgelegt werden sollen. Grundsätzlich kam man überein, dass nur Gäste bei den Versammlungen anwesende Herren, Privatsammler wie Händler, bei etwaigen Versteigerungen von Briefmarken einen bestimmten Prozent über den vom Verein festzusetzenden Höchstpreis an die Vereinskasse abzuführen hätten. Bei der nächsten Versammlung wird eine große Anzahl deutscher und fremdsprachiger philatelistischer Zeitschriften zur Ansicht ausliegen.

Verein für Briefmarkenkunde E.V. Danzig. Der Verein hielt am Montag, den 2.August, seine zahlreich besuchte Monatsversammlung im Vereinslokal „Hohenzollern“, Langer Markt, ab. Außer der Erledigung einiger interner Fragen wurde die Aufnahme eines neuen Mitgliedes vorgenommen und verschiedene philatelistischer Neuheiten verteilt, wie z.B. Bayern Bilderserie mit Aufdruck „Deutsches Reich“, der nun erschienenen Werte zu 80 Pfennig, zu 2 und 4 Mark, ferner die neuen deutschen Provisorien zu 1,25, 150 und 2,50 Mark, von denen der letzte Wert (Kupferdruck) nur in kleiner Auflage schienen ist. – Der Tauschverkehr und Auswahlsendungen haben in letzter Zeit wieder zugenommen, so dass alle Teilnehmer an den Tauschsendungen wohn genügend Tausch-material entnehmen konnten.

Regelmäßige Zusammenkünfte der Mitglieder finden an jedem Montag, abends von 7 – 10 Uhr, im Vereinlokal „Hohenzollern“, Langer Markt statt. Am ersten Montag im Monat tags stets die ordentliche Monatsversammlung an derselben Stelle.

Aufnahme neuer Mitglieder, Gäste und Freunde der Philatelie nach vorheriger schriftlicher oder mündlicher beim Ingenieur Minnich, Schuitensteg 5.

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Danzig Nachlese 9. August 1920

Auch der 50-Pfenning-Wert weist zwei stark voneinander abweichenden Tönungen des Papiers auf, ähnlich wie die 30-Pfenning. Es gibt 50-Pfennig-Marken auf sämischen und auf lachsfarbigen Papier, von denen die ersteren weit seltener sind.

Stark durchschlagender Druck auf der Rückseite wurde bei den 15-Pfennig und 1-Mark-Werten beobachtet. Alle diese Abarten hatte Herr Neubrand, Langfuhr, die Liebenswürdigkeit und vorzu-legen.

Eine weitere namentlich für „Blocksammler“ zu beobachtende Abart gab uns Herr Ing. F. Minnich bekannt. Auf einem von ihr gekauften Bogenteil der 1,50-Marke ist die untere linke Eckmarke ohne den schwarzen Aufdruck „Danzig“ geblieben während dieser Aufdruck auf de gummierten Rückseite des perforierten Papierrand erscheint. Wie ein leichter, durch den unteren Papierrand gehender Bruch und die durchgeschlagene farblose Prägung des Wortes „Danzig“ auf der Rückseite der vorderseitig unbedruckt gebliebenen Marke beweist, handelt es sich hierbei um eine umgeschla-gene Papierecke, also wiederum um einen ausgesprochenen Makulaturbogen.

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Briefmarken-Ausstellung in Danzig. Oktober 1920

Im Reiche hat man schon früher vom Danziger behauptet, er sei etwas langsam und allzu bedächtig in seinen Entschlüssen. Er überlegte erst lange und hätte dann meist zu spät zur Ausführung einer wirklichen Tat, einer Leistung oder auch einer guten Geschäftsidee, das andere ich, mittlerweile vor der Nase weggeschnappt hätten.

Auf die „Philatelie“, das Briefmarkensammelwesen übertragen. Schien es zu Anfang dieses Jahres fast, als sollten die Ereignisse oder vielmehr Nichtereignise den deutschen Nachbarn jenseits der Grenzen dem Freistaate recht geben. Die eigenen schon seit Herbst 1919 angekündigten Danziger-Marken ließen lang und immer länger auf sich warten. Der Wonnemonat ging vorüber, ohne der gespannt alle Vorzeichen beobachtenden internationalen Sammlergemeinde die erhofften Blüten am emporschießenden jungen Danziger Reis der Philatelie zu bescheren. Erst am 14.Juni brachte uns zugleich mit dem Eröffnungstage der Verfassungsgebende Versammlung eine in ihren Wertstufen noch nicht einmal vollständige Reihe von elf unausgereiften Briefmarken, Überdruckprovisorien mit dem von sechs schwarzen Lettern ausblockierten Deutsches Reich.

Aber es war, was an dieser Stelle hervorgehoben sein muss, nicht die philatelistische Gemeinde Danzigs, die Schuld an der Verzögerung trug; sonder das zur Bureaukratentum namentlich auch außerhalb der Freistaatgrenzen, erwies sich als Vater dieser wie so vieler anderer Hindernisse. Die Danziger Briefmarkenkundigen haben schon in früheren Jahren gezeigt, welch gesunder Kern ihren Bestrebungen zugrunde lag, und sie ließen sich auch von niemand die Butter vom Brote wegnehmen. Beweis dessen war vor allem zu damaliger, uns heute so fern liegender Zeit, da Krieg und Kriegsgeschrei noch nicht die ganze Welt verbitterten, jene ausgezeichnet organisierte und mit glänzendem Erfolge durchgeführte erste große Briefmarkenausstellung in der Peinkammer“, zu deren Gelingen, die hiesige älteste Sammlerorganisation, der „Verein für Briefmarkenkunde“, mit ihrem tüchtigem Vorsitzenden an der Spitze die reichsten Talente innerhalb ihrer Mitgliederschar aufgeboten hatte. Die packenden Plakate am Stockturm vor dem Langgasser Tor, entworfen von einem noch heute auf anderem Gebieten sehr tätigen Danziger Künstler, erschlossen damals, bildlich gesprochen auch so manchem Laien die bisher vernagelte Tür zur Peinkammer. Sie wiesen den Weg zur stillen Sammlerklause, des Philatelisten, der bei Betrachtung seiner Lieblinge, himmel-hoch jauchzen, aber auch in schwebender Pein langen und bangen kann ob seiner Schätze, die „Motten und Rost fressen“ . Das Ergebnis dieser ersten öffentlichen Briefmarkenausstellung übertraf nicht nur die materieller, sondern auch in ideeller Beziehung alle Erwartungen. Unter den annähernd tausend Besuchern zählte man eine große Menge philatelistisch wissbegierige Neulinge und Schüler, die seither meist der Sache treu geblieben sind. Zwar hat „Mors Imperator“ leider auch ihre Reihen während des grausamen Weltkriegs etwas gelichtet, aber ein Teil der damaligen jungen Sammlergarde ist inzwischen zu ersterer Beschäftigung mit der Philatelie herangewachsen, deren Reize sich mittlerweile ihnen voll entschleiert haben.

Im wunderschönen Monat Mai dieses Jahres entwickelte sich auf dem vorhandenen älteren Kultur-boden ein Spross nach dem anderen gemeinschaftlich zu einer vielzweigigen Baumkrone, in deren Schatten nun im Hochsommer ein Plan der Verwirklichung entgegen reift, für den der junge Verband Briefmarkenfreunde, Freie Stadt Danzig verantwortlich zeichnen soll.

Es handelt sich, wie die „Briefmarken-Rundschau“, der Chronistenpflicht genügend, mit Freude melden kann, um die bereite ziemlich weit gediehenen Schritte zur Veranstaltung einer zweiten, der großen Öffentlichkeit zugänglichen Danziger Briefmarken – Ausstellung. Sie ist für den Monat Oktober beabsichtigt und darf schon heute auf die tatkräftige Unterstützung hiesiger wie auch auswärtiger bedeutender Sammler und erprobter Philatelisten rechnen. Ob die Peinkammer, wie die „Briefmarkenfreunde stark hoffen, seitens der dafür maßgebenden Instanzen wieder für den belehrenden, in gutem Sinne unterhaltenden und kulturellen Zweck zur Verfügung gestellt werden kann, bleibt abzuwarten. Jedenfalls aber wird die an einem Sonntage zu eröffnende Veranstaltung weder am Lokalmangel noch – wie in Kassel – an fehlenden Glasplatten zum Schutze der Ausstel-lungsobjekt scheitern, da alle diese Nebenumstände bereits reiflich durchdacht worden sein.

In erster Linie wird, wie es sich für Danzig, als dem zukünftigen internationalen Umschlagplatz und Zentralort einer bedeutenden Postwertzeichen-Sammlergemeinde des philatelistischen Verkehrs und des Handels zwischen dem Osten, dem Reich und dem Ausland geziemt, es darauf ankommen, das eigene Danziger Sammelgebiet in allen Verzweigungen zur Anschauung zu bringen. Daneben aber sollen die „östlichen Markenländer, Spezialsammlungen von Deutschland und dem ehemaligen Kolonien große Briefmarkenraritäten der ganzen Welt, sowie eine außerordentlich vielseitige Kollektion neuer deutscher und fremdsprachiger Fachzeitschriften und Buchliteratur ausgestellt werden. Über alle weiteren Einzelheiten den Schluss des Anmeldetermins für Ausstellungsgegen-stände usw. wird in den nächsten Wochen an dieser Stelle noch ausführlicher zu sprechen sein.

Die Hauptsache ist, dass der junge aktive Verein mit dem Grundsatz an die Arbeit geht, „frisch gewagt, ist halb gewonnen“. Wir wünschen ihm im Interesse de Philatelie und auch Danzigs einen vollen, schönen Erfolg.

G.O.K.

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Philatelistische Streifzuge durch Danzig

Zu Ben Akibas Zeiten gab’s noch keine Briefmarken, was ja allerdings nicht ausschließt, dass der tief schürfende Forschergeist eines Tages eine der Postwertzeichen ähnliche unalt-arabische Institution „auszubaldowern“ vermag. Aber dennoch kann der vielzitierte alwissende Rabbi aus dem Morgenlande mit seinem berühmten Wort „alles schon da gewesen“ auch vom philatelistischen Standpunkt aus nicht ohne weiteres Lügen gestraft werden. Ist doch namentlich auch in Danzig das Interesse eines größeren Publikums es allen, was irgend nach einer Briefmarke aussieht, nach Ausgabe unserer eigenen Postwertzeichen nun wieder in ähnlicher Weise geweckt und lebendig geworden, wie schon vor 34 Jahren. Damals brachte und der 19.September 1886 in der „Hansa I“ eine Danziger Privat-Stadtpost und damit gleichzeitig postamtlich allerdings nicht anerkannte Danziger Briefmarken und Ganzsachen.

Aus der entschwundenen Jugendzeit, da man begeistert nur Göttin, „Philatelia“ schwur, werden heute alle Erinnerungen an jede Tage wieder lebendig, als man erstes Zschiesche & Köder-Verdruckalbum, eines starken braunen Leinwandband mit Gold- und Schwarzdruck Deckel-pressung, andächtig auf der Veranda in der Zoppoter Wilhelmstraße mit allerlei Briefmarken-Raritäten füllte. Man hatte sie, trotzdem die Lehrer damals sämtlich gegen das Briefmarkensammeln eiferten, in den Klassenzimmern der Obertertia, wenn’s der Schulhof war in St. Johann war, einge-tauscht oder auf dem Heimweg in der Ketterhagergasse in der damaligen Papierhandlung von Schwermer (neben dem Hause der „Danziger Zeitung“!) erworben, die in Danzig Mitte der 80er Jahre im begründeten Rufe stand, die besten und preiswertesten Briefmarken zu führen. Es befanden sich darunter so manche „Kapdreiecke“, Kirchenstaatoriginale. „Thurn und Taxis-Ziffern“, Sardinien und alte Schweizer Kantonalmarken neben zeitgemäßen, eben erst erschienenen Neuheiten, wie den ersten schönen Marken des Fürstentums Monako mit dem Medaillonbildes des Fürsten Karl im Lockenhaar und martialistischem „Henry Quatre.“

Aber erst die neuen, damals überall in Deutschland von Privatpostwertzeichen Sammlern viel begehrten Danziger Briefmarken. Der von M. Pannemann und H. Regier gegründeten Hansa I Privatpost schufen, eine willkommene Gelegenheit, auf vorteilhafte Weise im Tauschverkehr mit Städten wie Stettin, Wien und – eine wie noch deutsch in Erinnerung steht – besonders mit einem braven Tauschfreund in Mährisch-Ostrau bessere Staatspostmarken für die eigene Sammlung zu erwerben. Saß man doch in Danzig ähnlich wie heute da die neuen Freistaatmarken außerhalb in überaus in der Tauschverkehr-Schätzung stehen, an einer nicht so leicht versiegenden Quelle. Für ein paar Pfennig vermachte man die interessantesten Fehldrucke „Hans“ statt „Hansa“ zu ergattern. 1890 gab es bei der „Hansa II“ dann die interessanten, zwar nicht offiziellen, aber doch zugelassenen Halbierungen der Merkurstaat-Marken 1 Pfennig grau-schwarz und 2 Pfennig rot-orange; ferner spielerische, aber gern eingetauschte Phantasie-Zusammenstellungen von Frankaturen, in deren Sammlerfreund B., der in diesem Frühjahr in einem Dörfchen des Freistaat-gebietes wie man las. 25-jähriges Seelsorger-Jubiläum feiern konnte, unermüdlich war. Ob der Herr Pfarrer, der während des Krieges trotz der Postsperre unermüdlich für die geistige Nahrung der armen deutschen Kriegsgefangenen auf Korsika zu sorgen verstand, wohl jener Zeiten und des Schreibers dieser Zeiten erinnerte?

Im alten Danziger Verein für Briefmarkenkunde, dessen Vorsitzender der als unfehlbarer Marken-prüfer sehr geschätzte damalige technische Leiter der Pumpstation H. war und der im Winter im gemütlichen Hinterzimmer eines Restaurants der Heiligen Geistgasse am Tor nächtigte, herrschte damals ein reges philatelistisches Leben und ein vortreffliches gegenseitiges Verhältnis, zwischen den Mitgliedern und Tauschfreunden. Besonders beliebt war das alljährlich mit einem Ball verbundene Stiftungsfest im Gesellschaftshaus, wo bei reich besetzter Abendtafel manch humor-voller philatelistischer Toast – auch in Versen – stieg und wo der Kotillon Herren und Damen so manche schöne Briefmarke, angekauft aus den reichen Mitteln des Vereins, als Geschenk brachte. Dem Danziger Verein gehörten damals übrigens auch mehrere Mitglieder des Berliner Sammler-bundes „Globus“ an, der Anfangs der 90er Jahre eine eigene Umfangreiche Monatszeitschrift, namentlich für jüngere Briefmarkensammler bestimmt, herausgab, bei deren Redaktion sich der Schreiber dieser Zeilen seine ersten Journalistischen Sporen verdiente.

Tempipassanti! Wer sich aus jenen verflossenen Zeiten noch das alte Sammlerherz und offene Augen für das philatelistische Leben unserer Hansestadt bewahrt hat, kann wohl auch heute noch allerlei berichten, was den Danziger Briefmarkenfreund ein wenig zu unterhalten vermag und auch den auswärtigen Philatelisten interessiert.

In Streifzüge durch das philatelistische Danzig, wenn auch nicht in der Verkleidung Harun al Raschids, wollen wir heute starten und in der Folge dann in der „Briefmarken-Rundschau“, soweit es Zeit und Gelegenheit verstatten, das Wissenswerteste zu skizzieren versuchen.

Am Brunshöfer Weg 45a, in Danzigs gründurchwirkter westlicher Villenvorstadt, erhebt sich, anstoßend an einen parkartig ausgestatteten Gartenhof, der große moderne Gebäudekomplex in dem das erste Spezialpostwertzeichengeschäft des Freistaates, die vor einem Jahre begründete und handelsgerichtlich eingetragene Firma Karl Riedel, ihr Heim aufgeschlagen hat. Die Giebelseite krönt ein Adler aus Stein, zwar nicht der alte Preußenaar, sondern ein flügelschlagender Vogel in seiner Silhouette am meisten an den trotzigen Adler im mexikanischen Staatswappen gemahnend, der ja auch auf den Briefmarken der Republik im Bilde festgehalten wird. Es mag dem Inhaber der Firma täglich ins Gedächtnis zurückrufen, dass Mexiko das erste überseeische Land war, mit dem er im Frühjahr geschäftliche Verbindung, einen Markenaustausch- und Kaufverkehr zwischen Danzig und Ciudad Mexiko anzuknüpfen vermochte, das sich mittlerweile in den Riedelschen Auswahl-heften zur Freude aller Auslandssammler in Form mexikanischer Kriegsmarken aller Art kristalli-sieren konnte. Wenngleich die Firma als Lieferant nicht nur von Sammlern, sondern auch seiner großen Händlerschaft in erster Li nie bisher die Marken der Ostgebiete gepflegt hat und weiter pflegen wird, besitzt sie doch bereits ein Korrespondentennetz in fast allen Ländern. Sie ist ständig bemüht, neue Verbindungen auch in Übersee anzubahnen. Einkaufsmöglichkeiten vorzugsweise aus erster Hand ausfindig zu machen und Ware in größeren Posten zu beziehen, um jeder Konkurrenz die Spitze bieten zu können. Gerade das Auslandsammeln dürfte nach Erscheinen der bereits angekündigten neuen Münchener und Leipziger Generalkataloge nach der „großen Mode“ der Kriegs-, Revolutions- und Abstimmungsmarken sehr wahrscheinlich wieder mehr in Aufnahme kommen und die Firma Riedel mit beizeiten für die zu erwartende große Nachfrage in jeder Beziehung gut gerüstet dastehen. Allerdings hat Herr Riedel, was ja keinem großen Briefmarken-händler auf die Dauer erspart bleibt, letzthin mit einer viel interessierenden Londoner Briefmarken-firma, deren Inhaber dem Namen nach Franzose ist, im Engrostauschverkehr schlechte Erfahrungen machen müssen. Der Mann lässt neuerdings überhaupt nichts mehr von hören, so dass gemeinschaftlich mit geschädigten Berliner Händlern und durch Vermittlung einer beim Internationalen Postwertzeichenhändlerverein angeschlossenen Londoner Markenfirma weitere Schritte gegen den unreellen Kunden eingeleitet werden mussten.

In Danzier Schülerkreisen gehen allerlei Mären über die Art und Weise, wie Herr Karl Riedel, der übrigens den Krieg im Osten mitgemacht hat und neun Monate in russischer Gefangenschaft war, ehe er über Schweden ausgeliefert wurde, dazu gelangte, Briefmarkenhändler zu werden. So wie die geschäftige Fama wissen, Herr Riedel habe an einer durch Zufall billig erworbene Marke – häufig wird in dieser Verbindung von Laien dann gleich, um alles zu übertrumpfen, die berühmte blaue Mauritius genannt – ein Vermögen verdient und sei so „auf den Geschmack gekommen“, sich beruflich ganz den Briefmarken zu widmen. Alles das sind unbegründete Phantasien, Herr Riedel ist vielmehr seit seinen Jugendjahren eifriger und kenntnisreicher Sammler, den die Liebe zur Philatelie nach Friedensschluss dazu trieb, sich auf diesem zeitgemäßen Gebiet eine eigene Existenz zu schaffen.

Die Firma, die seit einigen Monaten auch in Danzigs verkehrsreichster Gegend, am Kohlenmarkt 8, eine eigene Verkaufsstelle unterhält, beschäftigt neben dem Alleininhaber Karl Riedel und seinem Prokuristen, Herrn Joachim Giebeler, aus Danzig, bereits ein größeres Personal und ein weiterer Ausbau der Handlung – man spricht von einer neuen Geschäftsstelle auch an einem Hauptorte Deutschlands – ist geplant. In diesen Tagen beabsichtigt übrigens Herr Giebeler eine Einkaufs-Rundreise durch Deutschland anzutreten, um der Firma angebotene größere alte Sammlungen und Dublettenläger zu besichtigen und zu erwerben, was dem Danziger Kundenkreise der Firma in erster Linie zugute kommen wird. Die Firma wird im Herbst dann auch noch mehr als bisher in der Lage sein, ältere gesuchte Europa- und klassische Marken Deutschlands den vielen Liebhabern dafür anzubieten.

Zur Zeit erfreut sich das von der Firma neu zusammengestellte Spezialpaket „Danzig I“, das 76 verschiedene Marken dabei eine Reihe kompletter Sätze in guter Erhaltung enthält, als sehr preiswert besonderer Beliebtheit. Demnächst sollen zur Ergänzung weitere Paketzusammen-stellungen mit vollständig anderen Marken folgen, wie uns die Firma mitteilt, so dass mit der Zeit auf diesem Wege eine kleine interessante Sammlung für sich aufgebaut werden kann. (Viator).

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Vorlaufer der Danziger Marken

Die am 31.Dezember1887 noch einjähriger Tätigkeit wieder eingegangene „Danziger Privat-Stadtpost und Verkehrs-Anstalt- Hansa I“, die zum ersten mal für Danzig eigene, wenn auch private Postwertzeichen schuf, verausgabte – als eine Art „Vorläufer“ unserer jetzigen Freistaatmarken – acht verschiedene Briefmarken in den Werten zu 2, 2 ½, 5 und 10 Pfennig, 34 Franko-Briefumschläge, fünf Kartenbriefe und 15 Postkarten und zwei Streifbänder.

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Danziger Nachlese 29. Juli 1920

Den von uns bereits gemeldeten Plattenfehler „Danzia“ auf der 2-Mark-Marke konnten wir auch auf einem Bogen mit der Nummer G. 3374.20 feststellen. Allerdings ist hier das „a“ nicht so deutlich und zeigt unten noch Spuren des abgebrochenen „g“. Herr Blum, Danzig legte uns vor den Wert zu 2,50 hellrosalila, bei dem der Rahmen unten links in Form eines rechten Winkels unterbrochen ist, und zwar infolge eines versehendlich über die Platte geratenen Papierstreifens (Eselsohr),der die Farbe auffing, wodurch der weiße Winkel entstand.

Noch interessanter, als die beiden obigen Fehler, ist ein Makulaturdruck der 5-Mark-Marke Danzig: bei dem die Buchstaben „Deu“, „He“ von “Deutsches Reich“ nebst dem doppellinigen Rahmen nach oben verschoben sind. Die Marke erweckt bei oberflächlicher Betrachtung den Anschein, also ob sich eine Farbschicht oben von der Marke (ähnlich einem Abziehbild) gelöst hätte, und verschoben abgezogen worden wäre. In Wirklichkeit ist aber keine Verletzung des Papiers (dünne Stelle!) vorhanden. Der Fehler ist drucktechnisch vielmehr zweifellos darauf zurückzuführen, dass ein harter Gegenstand die Papierfaser beim Druck zusammengezogen (zerknüllt) hat, wobei auch der Abdruck der Farbe eine Verletzung erlitt. Bei der nämlichen Marke ist aber der rote Adlerhelm des Kaisers von einem grauschwarzen. Typenbestandteil teilweise verdeckt eine Merkwürdigkeit. die einem Trauerflor ähnlich scheint. Dieser vermutlich abgebrochene Typensplitter weist, wie aus-drücklich hervorgehoben sein mag, nicht die schwarze Farbe des darunter stehenden Wortes „Danzig“ auf, sondern die schwarzgraue Tönung des Markenrahmens. Im übrigen hat das zerknitterte, später wieder glatt gepresste Papier bei dieser Marke links vom Bilde in der Mitte des Rahmens auch eine Verwischung der roten Farbe bewirkt, die Teil über den schwarzgrauen Rahmen hinüberfasst. – Auch Marke scheint wieder zu beweisen, dass es sich um alte Makulaturbögen des neuerdings nicht mehr gedruckten 5-Mark-Wertes handelt, die für Danzig gerade noch gut genug waren.

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Briefmarken-Auktionen fur Danzig

Die großen Sommerferien nähern sich ihrem Ende, wenngleich die bisher so idealen Sommertage dieses Jahres hoffentlich noch längere Zeit andauern und der müden Großstadtbevölkerung die so notwendige Erquickung weiter spenden werden. Auch in der Philatelie herrschte Sommerliche Ruhe und die sonst in Berlin fast jeden Monat erfolgenden großen Briefmarken-Auktionen sind vorläufig bis zu einer kühleren Jahreszeit vertagt worden. Dennoch machen sich bereits jetzt manche Anzeichen bemerkbar, dass wir zum Frühherbst und zum Winter eine „Briefmarken-Saison“ erwarten dürfen, wie sie in solcher Lebhaftigkeit soll Beendigung des Krieges noch nicht da war. Namentlich auch in Danzig, wo das Neuerscheinen der so lang verzögerten eigenen Postwertzeichen dazu beigetragen hat, das Interesse an der Briefmarkenkunde in ungewohntem Maße zu beleben bereiten sich, wie wir hören allerlei interessante Dinge vor, die das Herz des Briefmarkensammlers höher schlagen lassen werden.

So sollen bereits im September in unserer Freien und Hansestadt wie in den großen Metropolen des Verkehrs fortlaufend Briefmarken-Auktionen veranstaltet werden, deren Vorbereitung sich die hiesige Firma A. Ehmer angelegen sein lässt. Auf diesen sachverständig geleiteten Auktionen werden in erster Linie ältere Bestände eigener Sammlungen und interessante Neuerwerbungen zur Versteigerung kommen, und zwar sowohl Länderweise, als auch in besonders zusammengestellten „Lots“. Daneben dürfen auch Privatsammler bei den Auktionen Gelegenheit finden, aufzulösenden Sammlungen oder Dublettenbestände günstig zu verwerten. Eine Auktion ist erfahrungsgemäß der beste Weg, angemessene gute Preise für Sammelobjekte, wie Briefmarken zu erzielen und bietet andererseits Erwerbern günstige Gelegenheit, ihre Sammlungen ganz nach Wunsch zu vervoll-ständigen. Der Verlauf dieser ständigen Herbst- und Winterauktionen ist etwa so gedacht, dass anfangs europäische Länder, beginnend mit Baden, Bayern usw. zum Angebot kommen sollen. Man sieht schon heute in Philatelistenkreisen mit großen Interesse dieser für Danzig geplanten neuen Einrichtung entgegen, die ihrerseits dazu beitragen wird, unseren für Weltverkehr so günstig gelegenen östlichen Handelsplatz auch philatelistisch anzuregen, zu fördern und weithin über Land und Meer bekanntzumachen.

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Danzig – 22 Juli 1920

Am Nachmittag den 20.Juli gelangten erstmals am hiesigen Hauptpostschalter die deutschen Werte zu 1,50 braun und 3 Mark lilagrau mit Überdruck Danzig zur Ausgabe. – der bisher fehlende 40-Pf.-Wert soll erst etwas später an das Publikum abgegeben werden.

 

K.H. Danzig. Ihre eingereichte Danzig 5 Mark mit blassrotem Mittelstück und verwischten Konturen des Bildes ist auf eine Plattenabnutzung zurückzuführen. Vermutlichstammen die zuletzt von der Berliner Reichsdruckerei nach Danzig gelieferten 5-Mark-Boten aus alten als Makulatur abgelegten Markenbestände der Reichsdruckerei, die nun, weil jetzt im kostspieligen Kupferdruck-verfahren nicht mehr gedruckt wird, bei der großen Nachfrage mit verwendet werden sollen.

 

Über die beabsichtigte Portoermäßigung im inneren postalischen Verkehr des Freistaates hat, wie wir hören, der Staatsrat noch keinen endgültigen Beschluss gefasst, doch ist immerhin zu erwarten, dass es der dafür zuständigen und bemühten Behörde gelingen wird, dem Danziger Publikum diese kleine, aber sicherlich hochwillkommene Vergünstigung zu verschaffen.

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Briefmarkenfreunde Freistaat Danzig

Der Verein hielt am Monat, den 19.d.M., abends um 7 ½ ihr, im Vereinslokal Hohenzollern, seine Hauptversammlung ab, die sehr zahlreich, auch von einigen Damen und auswärtigen Gästen besucht war. Nach Erledigung geschäftlicher Mitteilungen erstattete Herr Reimann Bericht über die von der Kommission ausgearbeiteten Satzungen. Da sich nach dieser eine Neuwahl des Vorstandes erforderlich machte, hatte der bisherige Vorstand sein Amt niedergelegt. Bei der folgenden Neuwahl wurden Herr Reimann als Vorsitzender, Herr Theuring als Schriftführer gewählt, während die übrigen Vorstandsmitglieder durch zuruft einstimmig wieder gewählt wurden. Nach Erledigung der Wahl fand sodann ein Verlosung statt, zu der 22, zum Teil wertvolle Gewinne gestiftet waren. U.a. hatten für diese Veranstaltung die Brief-markenfirmen Riedel, Ehmer und Jagels schöne, wertvolle Spenden beigetragen. Anschließend gelangten einige Sätze Briefmarken zur Versteigerung bei der oft recht ansehnliche Beträge erreicht wurden. Nach10 Uhr Schluss des offiziellen Teils der Veranstaltung. – Auch für die nächste Sitzung ist eine Verlosung geplant, gleichzeitig sollen auch Auswahlhefte zur Versendung kommen. Die neue Vereinsadresse lautet von jetzt ab: Th. Reimann, Danzig Langgarten 100, II an die Sendungen und Anfragen zu richten sind, jedoch wollen Nichtmitglieder Rückporto beilegen.

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Der gute Ruf der Danziger

Die Spekulation, das Schiebertum hat im Osten in Allenstein und Marienwerder, ebenso wie im Westen, in Saarbrücken und an anderen Orten des Saargebietes, in den letzten Wochen auf phila-telistischem Gebiete wüste Orgien gefeiert.

Das Wort „philatelistisch“, für das uns Briefmarkenfreunde bisher trotz aller Bemühungen noch keine treffendere deutsche Bezeichnung finden konnten, ist eigentlich zu schade, um in dieser Verbindung mit wilden Händlern und Leuten, die sich vorher nie mit Briefmarken befasst haben, zusammengekuppelt zu werden. Gefördert wurden allerdings diese privaten „Geschäftemacher“ durch die zum Teil sehr bedenkliche Art und Weise, wie die Ausgabe der Besetzungs- und Ab-stimmungs-Marken von seiten der Entende ins Werk gesetzt wurde. Bekannt sind namentlich die wenig schönen französischen Maßnahmen in der Saargegend, wo drei verschiedene Druckereien die Ausführung des Überdruckes der Germania-Marken übertragen und diese dann ohne strenge Kontrolle durchgeführt wurde. Auch in Marienwerden, hat sich bei den ersten Provisorien bedauer-licherweise ähnliches abgespielt, so dass ein vom Spekulantentum angesteckter Setzer kürzlich einen Nachdruck mit den identischen Typen veranstalten konnte, in der allerdings missglückten Absicht, ihn später in Sammler und Händlerkreisen mit großem Gewinn abzusetzen.

In unserem alten Danzig sind wir bisher von derartigen schlimmsten Auswüchsen bewahrt geblieben. Zwar tauchten anfangs (noch vor Erscheinen der Danziger Provisorien) in Stettin, Berlin und anderswo Germaniamarken mit dem Aufdruck „Freistaat Danzig“ auf; allein dieser Schwindel schien doch zu durchsichtig, um lange vorzuhalten, und die Fälscher, denen man bald auf die Spur war, dürften wenig Freude an ihrem Trick erlebt und dann die Kosten für die Druckerrechnung aufgebracht haben. In Danzig handelte es von Anbeginn ja auch nicht um Maßnahmen ausländi-scher, nicht bodenständiger Elemente bei der neuen Briefmarkenausgabe, sondern man hatte es mit staatsrechtlichen Erwägungen zu tun. Bei denen von vornherein Sammlerinteressen ausgeschlossen waren. Man ersah schon aus der wenig geschickten Inszenierung der Danziger neuen Ausgabe, die weder mit einer neuen Zeichnung, neuen Farben noch irgendwie originellen Aufdrucken, in der Art der „Commission Interalliie“ operierte, sondern die simple gradzeilige Linie Danzig wählte, dass man von seiten der zuständigen Kreise nicht auf die Börsen der Sammler spekuliert. „Von führenden Gesellen und gewissen ausländischen Briefmarkenhändlern ist allerdings in Danzig auch hier und versucht worden, im Trüben zu fischen, doch konnte man dieser Zunft bald das Handwerk legen, und eigentlich Fälschungen der Danziger Provisorien, auch der gesuchteren Werte sind bisher nicht bekannt geworden.

Wir stehen heute in Danzig in der Philatelie wie auf so manchen anderen Gebiet in diesen vom Wettergott so ausnahmsweise begünstigen Ferienmonat in einer Übergangsperiode in einer qualvollen Zwischenspiel des Abwartens der Dinge, die da kommen sollen. Was aber im besonderen unsere Danziger Postwertzeichen anbetrifft, so lässt sich doch in diesen Tagen schon annähernd in großen Umrissen voraussagen, wie sich die Dinge entwickeln werden. Als gegebene Tatsache haben die Philatelisten vorläufig mit der erfolgten Ausgabe der Werte zu 5, 10, 15, 20, 30, 50 Pf., 1,00, ,25, 1,50 2,00, 2,50, 3,00 und 5,00 Mark abgesehen von den Ganzsachen zu rechnen. Der als Hauptfrankatur so dringen benötigte 40-Pf.-Wert ist zwar längst in Berlin bei der Reichs-druckerei bestellt, aber immer noch nicht eingetroffen; er dürfe vielleicht, wenn er in der nächsten Zeit den Eisenbahntransport durch den polnischen Korridor heil und unversehrt überwinden kann, schon in der neuen Farbei des Weltpost-Vereins auf der Bildfläche erscheinen. Inzwischen ist die Nachfrage an den Postschaltern den Freistadt-Gebieten nach allen, besonders aber den Markwerten, seitens der Sammler andauernd eine so gewaltige, dass die Vorräte an verschiedenen Werten bereits bedenklich auf die Reise gingen und beispielsweise die 5-Mark-Werte überhaupt nirgends mehr zu haben ist. So musste beizeiten vorgesorgt werden, dass die Danziger Privat- und Geschäftswelt nicht eines Tages „vis á vis du rien“ stand, und die in jeder Beziehung äußerst sachlich, sparsam und nach den besten Tradition eines tüchtigen Beamtentums geleistete Oberste Postbehörde bei, wie wir hören, jede Vorsorge getroffen, um das schwierige Problem zu überwinden, denn unser leider noch immer nicht endgültig bestätigter junger Freistaat sieht sich einer Fülle von Aufgaben gegenüber, zu deren Ausführung Geld, Geld und nochmals Geld gehört. Die Steuern sind bekannt-lich in Danzig, Gott sei’s beklagt, leider schon ganz ungeheuerlich hoch, und allergrößte Sparsam-keit auf jedem Gebiete der Freistaat Verwaltung ist das dringendste Erfordernis, wenn wir, nicht von vornherein am Start zu einem neuen Aufschwunge gelähmt, zusammen brechen wollen.

Diese kleine, an dieser Stelle, aber nicht zu umgehende wirtschaftliche Abschweifung, mach genügen, um hervorzuheben, dass es sich auch in unserem Postwesen für die Zukunft um die äußerste Einschränkung handelt. Neue Briefmarken sind, wenn sie in Berlin oder anderswo bestellt werden müssen, entscheidend teuer, und werden immer teurer. Nach der zum Teil schon bewirkten Abrechnung und Verrechnung mit der deutschen Postbehörde verbleibt unserer Postverwaltung noch ein beträchtlicher Rest von allen deutschen Postwertzeichen der Germaniatype, die bekannt-lich, die bekanntlich seit dem 20.d.M. bei uns keine Postgültigkeit mehr haben. Die Bestände an einzelnen Marken, die vom Publikum bis auf weiteres noch gegen Danziger Marken umgetauscht werden müssen, eignen sich nicht zum Überdruck, falls es sich um zurück gelieferte ganze Bogen handelt. Dagegen sind im Besitze der Post immerhin noch größere Bestände an gewissen weniger verbrauchten deutschen Briefmarken und Ganzsachen vorhanden, die nun auf Veranlassung der zuständigen Stelle gesammelt und auch auf den kleinen Landpostanstalten, den Briefträgern usw. eingezogen werden. Alle diese Werte worunter sich namentlich auch die schon längere Zeit außer Kurs gesetzten Marken zu 2, 2 ½, 3 und 7 ½ Pf. befinden, werden nun zur Zeit in einer altangesehenen Danziger Privatdruckerei für postalische Frankaturzwecke den Freistaat neu „zugerichtet“, einzelne der Marken, wie z.B. die 20, 30, 50, Pf. usw., erhalten, wie wir bereits heute feststellen können, einen neuen schrägen Aufdruck von links unten nach rechts oben „Danzig“ unter Ausblockierung der Worte Deutsches Reich. Sobald es sich noch voraus zuschauender baldiger Erschöpfung einzelner, meist begehrter Markwerte als erforderlich herausstellt, werten gewisse Germania- auch mit einer neuen Wertbezeichnung überdruckt werden müssen. Bis zur Ausgabe dieser neuen zweiten Danziger Serie können aber immerhin noch drei bis vier Wochen in Land gehen, um so mehr als ein möglichst gleichseitiges Erscheinen der Provisorien geplant ist.

Wir können versichern, dass zuständigen Ortes alles getan werden wird, um die Herstellung des Überdruckes auf den Marken bei der in Frage kommenden Danziger Druckerei aufs schärfste zu überwachen…. Ein besonderer zuverlässiger Beamter wird während des Druckes ständig in den Druckereiräumen sein, die einzelnen Markenbogen sollen der Druckerei genau zugezählt werden, und es sind alles menschenmöglichen Vorsichtmaßregeln getroffen, um solche unliebsamen Missstände, wie sie z.B. in Marienwerden eintraten, zu verhindern.

Die Danziger Marken, die als Erstausgabe eines an und für sich staatsrechtlich eine ganz eigenartige Stellung einnehmenden Gemeinwesens eine ganz besondere Neuerung darstellen, dagegen über in der Welt dem größten Interesse, nicht nur in Sammelkreisen, wovon die zahllosen, Danzig über-schwemmenden Anfragen Zeuge sind. Unseren Zweistaatenmarken auch den beabsichtigten neuen, durch die Notwendigkeit gebotenen Provisorien haften keinerlei Spekulationscharakter an, und man wird an den im Betracht kommenden Danziger Stellen nicht nur bei der Behörde, sondern auch innerhalb der beiden Danziger Philatelistenvereine argwöhnisch darüber wachen und sorgen, dass bisherige „gute Ruf“ unserer interessanten hanseatischen „Verkehrsboten“ in keiner Weise geschädigt werden darf. G.O.K.

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Ein neuer Fehldruck de 2 Mark Danzig

Einen ganz außerordentlich interessanten Fehldruck auf dem an und für sich schon viel besprochenen Danziger 2-Mark-Wert legt uns soeben Herr Blum, Danzig, Jopengasse, vor, der selbst nicht Sammler ist, durch Zufall aber zehn zusammenhängende Exemplare dieser Marke am zweiten Tage der Ausgabe am Postschalter und erst später philatelistische Postbeamte auf den Sammlerwert dieser Stücke aufmerksam gemacht wurde. Es handelt sich um einen Doppelbruch des Wortes „Danzig“, wobei letzteres nur in schwacher Farbe erschien und dann in kräftigem schwarzen Typen noch einmal darüber zu stehen kam. Der Bogen trägt die Plattennummer „H 3378.20 2“, die

natürlich gleichfalls auf dem unteren weißen Rande doppelt (blass und tiefschwarz) erscheint. Eigenartig ist, dass, wie Herr Blum bemerkt, nicht der ganze Bogen, sondern nur die links stehenden zehn Marken den fehlerhaften Aufdruck zeigen. Es handelt sich also bei der neuen Entdeckung um einen sogenannten Makulaturdruck, der in früheren Zeiten sicherlich nicht der strengen Kontrolle der Berliner Reichsdruckerei entschlüpft worden wäre.

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Briefmarkenfreunde-Freistaat Danzig

Die vierteljährliche Hauptversammlung findet am 19.d.M. abends 7 Uhr, im „Hohenzollern“ (Langer Markt) statt. Tagesordnung: Endgültige Beschlussfassung über die vom ausgearbeiteten Satzungen und Vorstandswahlen. Bericht über die Neuheiten-Besorgungsstelle und den Tauschverkehr. Danach Gratisverlosung und amerikanische Auktion. – Die Mitglieder werden gebeten, in Anbetracht der Wichtigkeit dieser Hauptversammlung recht frühzeitig zu erscheinen und möglichst zahlreich entbehrliche Doubletten für die Verlosung zu stiften. Alle Stiftungen dafür sowie Neuanmeldungen nimmt bis auf weiteres Herr K. Ehmer (Langer Markt 5) entgegen. Gäste, auch Damen, gern gesehen

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Plattenbruch der Danziger 50 Pfennig

von
B. Vogeler, Danzig-Langfuhr

In der Markenvertriebsstelle des Magistrats befindet sich ein interessanter Bogen der 50-Pfennig-Marke, der ganz augenscheinlich fast völlige Zerstörung einer Überdruckplatte hinweist und eben-falls für die jetzige Überlassung der Berliner Reichsdruckerei Bände spricht.

Von eben, fast in der Mitte beginnend, zieht sich ein klaffender Riss zum Teil mitten durch die Buchstaben des Wortes Danzig hindurch etwas nach rechts zum unteren Rande der augenscheinlich stereotyp gesetzten Platte. Auf der rechten Hälfte des Bogens ist der Ausbruch vollständig noch mal geblieben, während er links von der Mitte aus sich nach oben sich verjüngenden Zwischenraum lassend, stark gekippt erscheint. Im linken, unteren Viertel erscheint das Wort felderweis schräg nach unten geneigt, so dass die Platte wahrscheinlich dort in den Gußfugen gesprungen ist.

Es befindet sich ferner noch ein andere Makulaturbruch der 50-Pf.-Marke bei Magistrat, der dadurch entstanden ist, dass sich infolge Unachtsamkeit des Druckers eine Ecke beim Drucken umgelegt hat, wobei das Wort Danzig zum Teil auf die Rückseite gedruckt worden ist. Solche Aufdrucke finden sich natürlich weit häufiger, noch bei den Erzeugnissen der Privatdruckereien. Beispielsweise ist in meinem Besitz ein halber Bogen des 20-Pf.-Provisoriums Marienwerden, bei dem die Marke unten links vom Druck völlig verschont geblieben ist und die anderen nur einen Teil des Aufdruckes aufweisen, während die oben unbedruckte Marke rückseitig bedruckt worden ist.

Auch bei regulären Marken findet man Ähnliches. So wurde mir ein Teil eines Bogens der ersten Marienwerder Sargausgabe (20 Pf.)gezeigt. In diesem hat sich beim Drucken eine große Papierfalte befunden, über die die Markenbilder hinweggedruckt wurden. Zieht man die Marken auseinander, so erscheint zwischen den abgebrochen Markenbildern ein unbedruckt gebliebener Zwischenraum.

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Was ist eine Briefmarke

Die folgende niedliche Plaudere von Paul Thielemann, die in knappen Sentenzen auch dem Nicht-philatelisten ein treffendes Charakterbild unserer heutigen Postmarken entwirft, finden sich im Jahrgang 1910 der „D.B.Z.“.

Im Alltagsleben ist die Briefmarke:

  1. ein bedrucktes Stück Papier,
  2. eine Quittung über bezahlte Postgebühr,
  3. eine Anweisung auf freie Briefbeförderung
  4. ein Wertpapier „al pari“,
  5. zuweilen eine Auslage für eine Retourkutsche,
  6. ein Erzeugnis der Presse, dessen Nachdruck verboten ist,
  7. ein Kurier, der auf Gummi durch die Welt reist,
  8. eine Einnahmequelle des Staates,
  9. ein Mitwisser manchen Geheimnisses,
  10. eine Illustration zu dem Sprichwort: „Aus den Augen in den Mund“,
  11. oftmals ein festsitzender „Eckensteher“,
  12. meine eine Speichelleckerin,
  13. eine Illustration zu „Über Land und Meer“,
  14. das einzige Bild, das wir von manchen Fürsten besitzen,
  15. ein Zugvogel,
  16. ein Passagier, der sehr billig reist,
  17. ein Schuldschein des Staates,
  18. ein Zahlungsmittel für kleinere Schulden,
  19. eine Leckerei,
  20. ein Zeichen fortgeschrittener Kultur,
  21. in vielen Fällen ein kleines Kunstwerk,

Vom Standpunkt des Sammlers betrachtet, gibt es jedoch noch eine Anzahl weiterer Erklärungen. So ist die Briefmarke aus:

  1. ein viel begehrter Artikel,
  2. ein Gegenstand, der groß und klein, „im großen und kleinen, v o n „Großen und Kleinen“ gesammelt wird,
  3. häufig ein Vogel, dessen Echtheit man nicht an den Federn, sondern an den Zähnen erkennt,
  4. ein entwertetes Wertobjekt,
  5. ein Liebling, der oft an den Zähnen leidet,
  6. zuweilen die Falschheit in Wort und Bild,
  7. ein Handelswert – Objekt, das weit verbreitet ist,
  8. eine Beute mancher Jagd,
  9. eine Schönheit, die im höchsten Alter die meisten Liebhaber findet,
  10. eine Einnahme des Staates, die in verschiedenen Ausgaben besteht,
  11. ein Mittel zur Bereicherung des geographischen Wissens,
  12. eine Perle, von den wünscht, dass sie immer echt sein möge,
  13. ein Lagermittel, der mit den Jahren an Wert gewinnt,
  14. ein Wertpapier, das entwertet doch noch Wert hat, manchmal (sogar einen höheren als vor der Entwertung,
  15. eine Schönheit, der es nicht an Liebhabern fehlt,
  16. ein Ding, das, wie das Chamäleon, oft seine Farbe wechselt,
  17. ein Erzeugnis, das in immer neuen Arten erscheint,
  18. ein Gegenstand, dem sich viele Schriftsteller und Zeitschriften ausschließlich widmen,
  19. für viele Menschen eine Liebhaberei zu Erholung,
  20. ein Gegenstand, der fortwährend aufs peinlichste untersucht wird,
  21. ein Ausstellungsstück,
  22. jemand, der durch Fehler, in unserer Wertschützung steigt.

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Die Danziger Briefmarken-Literatur-Versteigerung

Die nicht nur in Danzig mit Spannung erwartete Versteigerung philat. Literatur fand am Nachmittag des 6. Juli in der Brucksteinschen Buchhandlung statt und sah einen zahlreichen Bieterkreis. So war gleich hervorgehoben werden, dass erfreulicherweise die Mehrzahl der interessanten Bibliotheksstücke in Danzig selbst Abnehmer fand. Die aus Deutschland eingegangenen Höchst-gebote wurde zum Teil um ein Mehrfaches von einem der bekanntesten Danziger Philatelisten über-boten, der aber dennoch sich verschiedene zu einem sehr annehmbaren Preise sichern konnte. Das interessante Werk der Bibliothek Mirabaud – A. de Renterskiölds „Die schweizerischen Postmarken 1843 – 1862“ (Paris 1899, roter Halbmaroquinband) erzielte in einem nummerierten Exemplar 170 Mark. Sveriges Franko-Teklin 1855 – 1905“, Stockholm 1905, brachte nur 41 Mark, Moens „Helgoland“ et ses timbres“, Brüssel 1897 wurde von dem anwesenden bekannten Briefmarken-händler Wortmann, jun. für 34 Mark erworben. Der Deutsche Postalmanach für das Jahr 1852 ging für nur 12 Mark nach München. Die „Deutsche Briefmarkenzeitung“ von Brendicke & Krötzsch Jahrgang 2 – 29. kam auf 59 Mark. Die „Illustrierte Briefmarken-Zeitung“ ,Leipzig 7 Bände 1891 – 1897, 61 Mark, Lindenberg „Die Briefumschläge der deutschen Staaten“, Berlin 1892 – 1895, brachte es nur auf 19 Mark, blieb aber ebenfalls in Danzig. Die Glasewaldsche Mitteldeutsche Philatelistische Zeitung“, 1 – 23, erwarb ein Danziger Herr für 150 Mark, das vertrauliche Korrespondenzblatt philatelistischer Vereine 12 Bände 1895 – 1914 erzielte 65 Märk. Smith „How to Collect postage stamps“ (London 1907) wurde mit 36 Mark versteigert, womit die interessanteste Auktion zum Abschluss kam.

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Vom 20 Juli ab nur Danzig-Marken

Von amtlicher Seite schreibt man un;

Zur Sicherstellung der Portoeinnahmen im Gebiet der künftigen Freien Stadt Danzig macht er erfor-derlich, dass bis zur Einführung besonderer freistaatlicher Postwertzeichen zum Frankieren von Postsendungen nur Postwertzeichen mit dem amtlichen Aufdruck „Danzig“ verwendet werden. Nach einer Bekanntmachung bei den Postanstalten dürfen vom 20.Juli 1920 ab im Freistadtsgebiet nur Briefmarken mit dem Aufdruck „Danzig“ verwendet werden. Erst nach diesem Zeitpunkte sollen die dann noch in den Händen des Publikums befindlichen bisherigen Wertzeichen während eines kurzen Zeitraumes gegen gültige Postwertzeichen an den Schalterstellen der Postanstalten umgetauscht werden. Es liegt daher im Interesse des Publikums, bis zum 20.Juli die noch in seinen Händen befindlichen bisherigen Wertzeichen zum Frankieren zu benutzen.

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Marken in Offset-Der neue Gummidruck

Beim sogenannten „Offsetdruck“, der u.a. auch bei den deutschen Markenwerten (auch der 1 Mk. und 1,25 M. der „Danziger“) zur Anwendung kommt, handelt es sich um ein im Prinzip lithogra-phisches Verfahren, das zwar dem Buchdruck bezüglich der Druckschärfe nachsteht, aber den Vorzug größerer Schnelligkeit besitzt. Nachdem von dem Markenbild auf photographischem Wege in Lithographie, Autotypie oder Strichätzung eine Druckplatte hergerichtet worden ist, wird davon ein Umdruck auf eine dünne Zinkplatte gemacht. Diese letzte Platte wird dann wie ein lithographi-scher Stein behandelt, d.h. nicht hochgeätzt, sonder fettannehmend und fettabstoßend vorgerichtet, und in diesem Zustand auf einen Zylinder der Offsetmaschine eingespannt. Der zweite Zylinder ist mit einem Gummituch überzogen. Beim Druckvorgang wird die Zylinderplatte mit einem Gummituch überzogen. Die eingewalzte Zinkplattenzeichnung vervielfältigt sich auf dem Gummi-tuch und von dieser erfolgt dann der Abzug auf das Druckpapier.

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Interessante Danziger

Die Erstausgabe der Danziger Marken wird vom philatelistischen Standpunkt aus immer interessanter. Von verschiedenen Seiten gehen uns dankenswerte Mitteilungen über „entdeckte“ Fehldrucke und Plattenfehler zu, deren lückenlose und zusammenfassende Beschreibung erst eine Beschreibung späterer Tage sein kann, die aber bereits heute in ihren hauptsächlichsten Abweichungen im Interesse mancher Berichterstattung kurz erwähnt werden müssen.

Es ist zu Zeiten der Deutschen Besetzung Belgiens, Ostrußlands und Rumäniens kaum vorgekommen, dass die Berliner Reichsdruckerei derartige Fehler und Druckmängel von „Germania-Provisorien“ in die Welt hätten herausflattern lassen, wie sie uns jetzt bei den Danziger Marken häufiger begegnen.

Vor allem sind, abgesehen von der Stellung des Aufdruckes selbst, der die Worte Deutsches Reich eigentlich verdecken sollte, aber nicht immer verdeckt, die Typen im Überdruck besonders bei den Pfennigwerten oftmals stark verstümmelt. So macht uns Herr Kunstmaler Badt, Zoppot, auf einen Bogen der 5-Pfennig-Marke aufmerksam, auf dem die letzten 3 Marken blasseren Druck den Auf-druck „Danzio“ statt „Danzig“ tragen. Das „g“ erscheint dabei im unteren Teil nicht voll ausge-druckt zu sein, ein Faktor, der sonst beim Rotationsdruck selten vorkommen.

Besonders interessant aber ist ein augenscheinlicher Plattenfehler im Wort Danzig bei dem schönen Kupferdruck 2-Mark-Wert. Die Briefmarkenfirma H. Jagels Danzig hatte die Aufmerksamkeit, uns einen ganzen Bogen dieser Marke, Herstellungsplatte 3376 20 2, vorzulegen, dessen erste Marke oben links in der ersten Reihe den Aufdruck „Danzia“ aufweist. Nach genauer Prüfung handelt es sich nicht um einen verschwommenen und schlechten Druck, sondern um einen Typenfehler. Die untere Schlinge des „g“ ist anscheinend an dem Buchstaben abgebrochen und so auf dem Marken-bild gekommen, ein Fehler, der nur auf der ersten Marke dieser einen Platte vorkommt und das betreffende Stück zu einer gesuchten Rarität für Spezialsammler stempelt.. G.O.K.

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Hauptversammlung der Danziger Briefmarkenfreunde

Der Verein „Briefmarkenfreunde“ Freistaat Danzig“ hielt erste Hauptversammlung am Montag, den 20. d. M abends im „Hohenzollern“ bei sommerlicher Gluten bei sehr großer Beteiligung ab.

Die Aufnahme neuer Mitglieder und Vorlegung eines Satzungsentwurfes durch das Vorstands-mitglied Ingenieur E.B. Jantzen wurde beschlossen, die Satzungen noch einmal in einer durch Zuwahl ergänzten zehngliedrigen Kommission des Vorstandes durch zuberaten und der nächsten ordentlichen Versammlung zur endgültigen Annahme vorzulegen. Herrn A. Ehmer der wegen geschäftlicher Überbürdung sein Amt als provisorischer erster Vorsitzender in die Hände der Versammlung zurücklegte und von einer Wiederwahl abzusehen bat, wurde namens des Vereins von Herrn Jantzen der uneingeschränkte Dank des Vereins für selbstlosen und mühevollen Vorarbeiten ausgesprochen.

Bekanntgegeben wurde ferner u.a. dass der Briefmarken-Tauschverkehr durch individuelle Auswahlsendungen an die Mitglieder nun aufgenommen und eine Neuheitenbesorgungsstelle ins Leben treten wird, zu der weitere Mitgliedermeldungen erbeten sind. Ferner ist gute Aussicht vorhanden, dass die Mitglieder, die sich zu diesem Tausch in eine ausgelegte Liste eintrugen, seitens des städtischen Markenamtes mit einigen vollständigen Sätzen der neuen Freistaatmarken

zu nominal und geringem Aufschlags voll beliefert werden können.

Der Kassenwart beantragte, in Zukunft die Sitzungsprotokolle in der neuen Wochenbeilage der „Danziger Zeitung“: „Briefmarken-Rundschau“ von Vereinswegen zu veröffentlichen, welcher Beschluß zur Annahme gelangte. Nach Erledigung des offiziellen Teiles entwickelte sich noch ein reger Tauschverkehr unter den Mitgliedern, den auch fernerhin abwechselnd jeder zweite Vereins-abend (der nächste fällt auf den Montag des Monats) gewidmet sein soll. Zur nächsten Versammlung ist ferner eine neue Verlosung und eine amerikanische Auktion zum Besten der Finanzen des Vereins geplant, zu der bereits jetzt freundwillige Gaben seitens der Mitglieder durch Herrn A. Ehmer (Langer Markt 5) angenommen werden.

 

Verein für Briefmarkenkunde, E.B. Danzig (Vors. F. Minnich Ingenieur, Danzig, Schuitensteg 5). Die nächste Sitzung findet am 5. Juli abends im Restaurant „Hohenzollern“, Langer Markt, statt.

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Farbenabarten der Danziger

von
Ingenieur Eugen B. Jantzen, Danzig

Viele unserer lieben Mitbürger jagen jetzt noch fast täglich den neuen Freistaatmarken nach oder haben stundenlang die endlosen „Standpolonäsen“ an hiesigen oder Vorortschaltern unbeschadet ihrer Gesundheit glücklich überstanden; jedoch wohl eher bisher ihre kostbaren Erwerbungen jedoch auf Fehldrucke, Druckabweichungen oder sonstige von „oben“ ungewollte Verschiedenheiten durchforscht zu haben!

An erster Stelle, die selbst bei oberflächlicher Beobachtung in die Augen springen müsste, wäre eine Abweichung einzelner Werte in der Farbe zu nennen. Abgesehen von der Farbe der 10 und 5- Pfennig Marken, die mehr oder weniger hell und dunkel erscheint (durch stärkeres Auftragen der Farbstoffe auf die Rotationsdruckwalze) bietet die 15-Pfenning-Marke in der rotvioletten Farbe größeres Interesse dadurch, dass ihre Farbabweichungen weniger auf stärkere und schwächere Farb-auftragungen zurückzuführen sind, als durch die chemische Zusammensetzung grade dieser rot-violetten Farbe. Ein Abspaltungsprodukt (derivat) des wenig schön riechenden und aussehenden Steinkohlenteers ist bekanntlich die ultraviolette Anilinfarbe Mauvein (Malvenlila) bezeichnet wird. Dieser Stoff ist sehr farbempfindlich. Schon wenige Lichtquellen, direktes Sonnenlicht können die Farbe völlig „ausbleichen“ – auch Feuchtigkeit, Salz- und Säuregehalt bewirken Farben-veränderungen. So dass die von einzelnen Personen beobachteten Farbenabweichungen wohl nur darauf zurückzuführen sind. Die von einer Seite gemeldete 20-Pf.-Marke ist hellblauer aber auch violettblauer Farbe scheint ein Irrtum zu sein, denn trotz Durchsicht vieler 20-Pf.-Marken-Bögen sind mir nie nennenswerte Farbabweichungen zu Gesicht gekommen.

Eine recht auffällige Farbabweichung besteht nur bei zwei, das ist die 30-Pf.- und die 2-Mk.-Marke.

Die 30-Pf.Marke erwarb ich an Schaltern verschiedener Postämter der ersten 2 Ausgabetage und konnte dabei eine ausgesprochene Farbenart des „Gelbrot“ feststellen. Meine ersten Erwerbungen tragen einen ausgesprochenen leber- oder rohlebergelben Charakter, während alle anderen Stücke die bekannte normale orange Farbe tragen. Frappant ist auch die wirklich abweichende Farbe der schönen in Kupferstichausführung gehaltenen blauen 2-Mk.-Marke. Man trifft außer den meist dunkelblauen Stücken vereinzelt auf sehr hellblaue, zarte Stücke, die sicher einigen Seltenheitsgrad beanspruchen dürfen. Bemerken möchte ich, dass die mir von verschiedener Seite vorgelegte 2 Mk.-Marke mit dem sogenannten Dachziegel oben am Aufdruck des„D“ diesmal (glücklicherweise) tausende werte Abart darstellte, sondern nur eine kleine Täuschung insofern ist, sondern nur eine kleine Täuschung insofern ist, als der Zwickel (spitzwinklige) zum Schatten in der Rückgewandung des einen germanischen Helden „Bismarck“ in der Reichsfahne gehört. Dieser Dachziegel im „D“ findet sich auch nur dann zufallsweise, wenn der Aufdruck des „D“ den Anfang für das nach links aufstehenden Teil des Zwickels bildet.

Im übrigen ist zu berichten, dass der Aufdruck Danzig wenn er klar und sauber, oft glänzend tiefschwarz, aber auch ebenso oft schwach und etwas „abgedrückt“ grau erscheint, was auf die starke Beanspruchung der Berliner Reichsdruckerei mit Auflagen der vielerlei bestellten Aufdruck- marken der von der interalliierten Kommission verwalteten und befohlenen Abstimmungsgebiete schließen lässt.

Aufmerksamen Markenfreunden wird kaum entgangen sein, dass auf den meisten Markenbogen, wie sie von der Reichsregierung geliefert werden, an verschiedenen Stellen auf den weißen Außen-rändern, die rings um die äußeren Markenrändern laufen, Zahlen befinden, deren Sinn vielen rätselhaft erscheint. Ich bemerke dazu, dass die obere waagerechte Reihe, die Angabe z.B. bei der

5-Pf.Marke die 10, 20, 30, 40, 50, 60, 70 usw. enthält, die 30-Pf.-Marke z.B. 3,00, 6,00, 9,00, 12,00 usw. die 80-Pf.-Marke 8,00, 16,00, 24,00, 32,00 Mark. Diese Zahlen bedeuten die Additionzahlen je einer senkrechten Kolonnen Marken in der betreffenden Reihe; sie dienen zur schnelleren Ab. resp. Aufrechnungen bei „angebrochenen“ Bogen. Diese Abrechnungen erfolgen mindestens täglich mittags und abends beim Dienstwechsel der Schalterbeamten oder bei plötzlichen Revisionen der Postkassen. Die unteren waagerechten Ziffern 1, 2, 3, 4, 5, – 10 in der Farbe der betreffenden Marke im Bogen sich befindet; die Nummernbezeichnung dient ebenfalls zur Kontrolle bei schneller Aufrechnung von noch verbleibenden Mengen eines angebrochenen Bogens, dann aber auch für die Beamten der Druckerei selbst, um von dritter Seite gemeldete Druckmängel (sog. Fehldrucke oder sonstige technische Abweichungen) auf ihr Vorhandensein nachprüfen und eventuell abstellen zu können. Also zum Beispiel, wenn ein der 20-Pf.-Marke in der 6. waagerechten 5. senkrechten Stelle ein Stück enthielte, dessen Überdruck statt Danzig zu heißen, nur verstümmelt anzig oder Da zig hieße, würde dies natürlich viel leichter von dem Metteur herausgefunden und dann schnell im Satz ordnungsmäßig repariert werden können. Aber oft ist das „Unglück“ längst geschehen, die Bogen am Schalter zur Ausgabe gelangt, – und dann heißt die Parole: nun schnell zum Postamt X um möglichst „anzustehen“; vielleicht beschert dir der liebe Postbeamte am Schalter auf dein inständiges Bitten auch eine solche Markenrarität, und dir winken dann ungezählte „Tausende“ beim Weiterverkauf an solche Leute die „nie alle werden“ resp. nicht wissen, wo sie sonst ihr Geld lassen sollten.

Die geheimnisvollen kleinen Zahlen z.B. H 3372, 20 am unteren waagerechten oder senkrechten linken Rande (daher die vom Spezialsammler gesuchten „wertvollen“ Randstücke!) bedeuten Herstellungsplatte Nr. 3372 aus dem Jahre 1920. Die einfarbigen Werte haben die senkrechten Seitenränder oft von kurzen, dicht nebeneinander gesetzten Strichelchen bestehende Leiste, parallel zur äußersten Perforationsreihe laufend. Die oberen und unteren Randreihen mit den Wertzahlen haben dagegen 18 Millimeter lange, zirka 1 Millimeter dicke im Abstand von 1 Millimeter stehende Farbstreifen, die jedoch wiederum im Bereich der jedesmaligen Wertzahl ein etwa 9 Millimeter im Quadrat messendes Feld freilassen. Bei den zweifarbigen Pfennigwerten, also 25, 30, 40, 50, 75, bis 80 Pf. (nicht aber bei der zweifarbigen 5-Mark-Marke, die bekanntlich keine farbigen Randpapierstreifen oder Aufrechnungszahlen besitzt), ist diese Randstreifung zweifarbig. Nun findet man auch hier wieder bei unseren verausgabten Danziger Marken zwei Abweichungen, von den Normalmarken. Der 50-Pfenningwert enthält am linken Rande die Bezeichnung H 3362 19 – 20 (sonst nur eine Jahreszahl), und auf der rotvioletten 2,50-Marken steht auf unteren Randleiste neben der Reihenzahl 3 auf einigen Originalbögen in schwarz die Plattennummer H 3375, 2 und noch eine sehr große einzelne 1, auf anderen wieder H 3375, 20 und eine einzelne 2.

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Danzig oder Freistaat

Wir erhalten die folgende Zuschrift vom einem hiesigen bekannten Graphiker und Kunstmaler:

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Wer in der Briefmarkenkunde ein wenig bewandert ist – und das sind heute unendlich viele, die Freude an so weit verbreiteten Sammelsport haben – der sich beim Anblick der neuen Freistaat-marken eine Enttäuschung erlitten. Zieht man doch unwillkürlich einen Vergleich zwischen den so wunderbar schönen Marken der Wiener Reichsdruckerei – künstlerische Erzeugnisse sind das sowohl in Zeichnung wie in Farbgebung – und unseren Freistaatmarken, die allerdings als einzige Entschuldigung für sich die Tatsache in Anspruch nehmen dürfen, dass sie nur „provisorisch“ gelten sollen. War es aber dennoch nicht möglich, als Aufdruck wenigstens „Freistaat Danzig“ zu wählen? Ähnlich wie der Aufdruck auf Bayern schönen Marken lautet nämlich „Freistaat Bayern!“ Unsere Marken haben aber nicht nur in Danzig allein Geltung, sondern sie sind für den gesamten „Freistaat Danzig“ bestimmt, und daher ist die einzige richtige Bezeichnung „Freistaat Danzig“ Aber auch sonst hat die Reichsdruckerei ruhig ein wenig mehr anstrengen dürfen. Das Wort Danzig steht z.Zt. nicht gut im Raum, ein Schönheitsfehler: der bei einigem Nachdenken hätte vermieden werden können.

 

Der Inhalt dieser Zuschrift ist zwar durch unseren neulichen Leitartikel teilweise überholt. Dennoch haben wir ihr an dieser Stelle Raum gegeben, nach dem Grundsache: „Steter Tropfen höhlt den Sein.“. Allerdings wäre dabei zu bemerken, dass das Weglassen des Wortes „Freistaat“ im Überdruck der Marken wohl ausschließlich aus Gründen politischer Korrektheit erfolgte, da der Freistaat leider erst nach endgültiger Bestätigung der Verfassung durch die Pariser Konferenz nach außen hin praktisch in Leben tritt.

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Ein Danziger Postmuseum

Eine Anregung, die der Beobachtung der maßgebenden Stellern empfohlen sein soll, geht uns aus unserem Leserkreis zu. Es gibt dem, wie uns scheint, glücklichen Gedanken Ausdruck, bei der

Stadtbibliothek (oder auch durch Übertragung dieser Aufgaben an ein bestimmtes Dezernat) ein dem Publikum zugängliches Archiv zu schaffen, das die neuen Postwert-zeichen des Freistaates ebenso wie die noch später erscheinenden Ausgaben und vor allem die Vorläufer, d.h. die bereits zum Teil bereits probeweise von einer hiesigen Firma hergestellten „Essays“ zu der endgültigen Briefmarkenserie sammelt und unter Glas und Rahmen zur Ausstellung bringt. Daneben alle auf die Geschichte der Freistaatpost ihre Neuorganisierung, ihre Auslands-beziehungen usw. bezüglich Dokumente und Einrichtungen

Etwa nach dem Vorbilde des Reichspostmuseums in Berlin könnte man sie richten, dessen wunder-volle Briefmarkensammlung insbesondere das Entzücken aller Kenner bildet. Wenn auch in kleinerem Maßstabe, ließe sich wohl für Danzig, wenn man rechtzeitig damit beginnt, wohl etwas –Derartiges ohne beträchtliche Kosten schaffen, natürlich unter fachmännischer (philatelistischer) Beratung.

Wir stellen die Spalten unser „Briefmarken-Schau gerne zur Erörterung des zeitgemäßen Themas zur Verfügung.

 

Briefmarkenfreunde, Freistaat Danzig. Nächste Hauptversammlung 21. Juni, abends 7 Uhr (Hohenzollern Langenmarkt) Vorstandswahlen. Mitteilungen über Tauschverkehr und Neuheiten-besorgungsstelle. Gäste willkommen nach vorheriger Anmeldung bei Herrn A. Ehmers, Danzig Langenmarkt 5.

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Verein für Briefmarkenkunde in Danzig E.B Vereinssitzung jeden ersten des Monats abends 7 ½ hr Konditorei Winter, Langebrücke.

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Junger Danziger Sammler

Die einseitig gummierten Klebefalze habe sich auch allgemeiner und auch nach unserer Erfahrung mehr bewährt, als die „doppelseitigen“. Sie schonen die Marke besser, wenn sie auch etwas mehr im Album auftragen. Leider haben viele der Kriegsersatz-Klebefalze säurehaltige, den Marken schädliche Gummierung. Gerade bei den Klebefalzen zahle man daher lieber einen etwas höheren Preis für gute, von soliden Firmen angebotene Ware.

Fred. R. Breitgasse. Welches – allgemein gesprochen – die beliebtesten und welches die umbelieb-testen neuen Markenausgaben sind? – Die Beantwortung der letzten Frage dürfte lauten: Die Spekulationsausgaben Ungarns „Baranya“ „Banat Baczra“, rumänische Okkupation usw. – Sehr beliebte Marken sind Freistaat Bayern auf Germania, Bayern „Patrona Bavariae“ und – wovon sie sich wohl inzwischen selbst überzeugt haben – die Erstausgabe des Freistaates Danzig.

K.E. Langer Markt. Man will, wie sie uns mitteilen, bei dem neuen 2-Mk.-Wert dunkelblau, eine neue Type des Aufdrucks „Danzig“ in fetteren Lettern festgestellt haben, bei der namentlich der obere Teil des „D“ eine dachziegelartige Ausbuchtung zeigt. Uns selbst lag noch kein derartiges Stück vor und halten wir die Sache bis auf weiteres noch nicht für spruchreif, um eine Entscheidung fällen zu können. Jedenfalls wäre es interessant, wenn uns aus unserem Lesekreise derartige Stücke einmal zur Prüfung eingesandt werden können.

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Abarten der Freistaatmarken

Der 2-Markwert ist in einer dunklen (Stahlblau) und in einer bedeutend helleren, milchblauen Farbentönung erschienen, worauf Sammler aufmerksam gemacht seien.

Aus sonst guter Quelle geht uns die im Augenblick nicht näher kontrollierbare Nachricht zu, dass mit dem Neuerscheinen verschiedener Werte der Danziger Marken auf von der ersten Auflagen verschiedenem Papier mit dem Wasserzeichen „Danzig“ in etwa 14 Tagen zu rechnen ist:

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Wie die erste Freistaatmarke entstand

Die neuen Danziger Überdruckmarken, die bis zum Erscheinen einer endgültigen Freistaats-Postwertzeichenreihe nun aushilfsweise – hoffentlich nicht allzu lange – Dienst tun müssen, sind bekanntlich in der Berliner Reichsdruckerei hergestellt worden. Man hatte anfänglich die Absicht, das Überdrucken von Germaniamarken mit dem Worte „Danzig“ einer hiesigen Firma zu übergeben, ist dann aber nach näheren Erwägungen davon abgekommen, da in einer Privatdruckerei (wie es das Beispiel der  nachgedruckten Saare-Marken beweist) die notwendige scharfe Kontrolle der Höhe  der  bestellten  Auflage  doch mit großen Schwierigkeiten verbunden  gewesen wäre. Die Reichsdruckerei hat andererseits die Garantie, dass sie bei den belgischen, rumänischen usw. „Kriegsprovisorien“ für den Aufdrucksatz eigenege fertigte Druck-typenverwendete, deren genaue Nachahmung etwaigen Fälschern doch schwieriger fallen dürfte, als es bei oberflächlicher Betrachtung des Wortes „Danzig“ den Anschein hat.

Fälschungen werden leider, wie in der Saargegend und im Westpreußischen Abstimmungsgebiet, auch bei dem Danziger Provisorium leider kaum ausbleiben, so bald der Sammlermarktpreis der einzelnen Werte erst feststeht und sich der Vertrieb der Fälschungen als lohnend für die Verfertiger erweist. Einen großen Reinfall hat allerdings eine Fälscherbande erlitten, die günstige Konjunktur witterte, und schon vor Wochen vor der amtlich erfolgte Danziger Marken durch Überdrucken deutscher Postwertzeichen fabrizierte und, wie verlautet, über Stettin in Berlin und anderswo als Original zu vertreiben versuchte. Nur passierte ihr dabei das kleine Missgeschick, dass sie als Aufdruck „Freistaat Danzig“ (statt nur Danzig) setzen ließ, so dass der plumpe Betrug nun leicht dem leichtgläubigen deutschen Sammler offenbar wird.

Die Reichsdruckerei, gegenwärtig mit dem Druck der neuen deutschen Reichsmarken die im Juli erscheinen sollen, ungemein in Anspruch genommen, hat  noch nicht alle bestellten Marken nach Danzig liefern können, was u.a. auch darauf zurückzuführen ist, dass für dort beabsichtigten

neuen Danziger Wert zu 4 Mk., der in Deutschland bisher überhaupt nicht bestand, eine technisch abweichende Ausführung in Frage kommt. Die bisher bestellten und größtenteils (bis auf die 40 Pf.. 1,50, 3 und 4 Mk.) bereits zur Ablieferung gekommenen Werte sollen,  wie man uns mittelt, folgende Auflagenhöhe haben: 5 Pf (2 Mill.); 10 und 15 Pf. (10 Mill.); 40 Pf. (12 Mill.?); 50 Pf. (1 Mill.); 1, 1,25, 2 Mk. je 300 000 und 2,50, 3, 4 und 5 Mk je 200 000 Stück. Das schließt natürlich nachträgliche Bestellungen nicht aus, da der Bedarf allein für Sammlerwünsche ein ganz gewaltiger ist. Einzelne Werte dürften aber vielleicht bei Neulieferungen dann schon in neuen Grundtönen aus Berlin kommen, da beispielsweise die deutschen Marken zu 10, 20 und 40 Pf. den Berliner Vereinbarungen zu folge ihre Farbei in grün, rot und blau verändern müssen.

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Die Danziger Marke

Keine Übertreibung: Seit Monaten hat die Sammlerwelt mit fieberhafter Spannung der immer wieder verzögerten Ausgabe eigener Danziger Freistaatmarken entgegengesehen. Nun, da mit für ihr Erscheinen den 14 Juni als Eröffnungstag der Verfassungsgebender Versammlung gewählt hat kommt dieser Erstausgabe neben philatelistischen auch eine gesteigerter historischen Bedeutung z.

Es fällt schwer, die nötige Begeisterung für einen „Geburtstagsartikel“ aufzubringen, wenn man im Antlitz eines Spätgeborenen nur die grämlichen Züge betagter Eltern wieder zuerkennen vermeint.  Die gepanzerte und gekrönte Matrone „Germania“. Die wahrscheinlich ohne Krieg und Revolution in fünf Jahren im Deutschen Reich ihre Silberhochzeit hätte feiern können, gewann nicht gerade an  abgeklärter Altersschönheit, da man sie jetzt kurz nach ihrem Scheidungsprozeß vom 10.Januar noch einmal mit Danzig zum Traualter führte.

Die bedruckte Germania in Brüssel und Bukarest war eine ebenso unsympatische Errungenschaft der Kriegszeit wie die bedrückte Germania in Allenstein und Saarbrücken, und nun auch im alten Danzig. Wenn eine neue Gedania-Briefmarke jetzt schon zur Welt kommen musste, hätten wir ihr eine Gewandung von ausgeprägter lokaler Färbung gewünscht und nicht die stereotype Mode Berliner Reichsdruckerei. Die Kreuze, die Danzig seit alters her im Wappen trug, das Kreuz des Leidens, dünkt mich, aber auch das Glaubenskreuz der Hoffnung, mit der goldenen Krone des Lebens darüber, hätten besser in die Zeit gepasst. Aber was nicht ist, kann ja noch werden, wenn erst die Pariser Ärzte die Konstitution des Säuglings für genug gefestigt erklärt haben., um ganz auf eigenen Füßen stehen zu können. Erprobte Künstler habe schon das Habit für die neue, endgültige Freistaatmarke in Auftrag und in Arbeit: Wappenmuster für die niedrigen Werte, Bildermarken für die Markwerte.

Inzwischen wird unser Danziger Geburtstagskind vielleicht noch einmal die Farbe wechseln müssen, nicht aus Verlegenheit über seine Frühgeburt, sondern weil es der Berliner Weltpostverein (besteht er wirklich noch) so will. Denn auch die deutschen Werte zu 10, 30 und 40 Pfennig, die Danzig noch vorläufig benützt, werden sich über die Germania nicht noch einmal grün, rot und blau ärgern müssen, ehe die steigende Valuta ihnen Anschaffung einer neuen eleganteren Gesellschaft-toilette ermöglicht.

Im Scherz bemerkte gestern jemand, Danzigs Einwohnerzahl wäre endlich seit dem 14. Juni in zwei großen, gleich starken Parteien organisiert; nämlich in Briefmarkensammler und „Nichtsammler“.

50 Prozent Briefmarkensammler mag es am ersten Sitzungstage der Verfassungsgebenden  Versammlung vielleicht gegeben haben, wenn man nur nach den Kommentaren urteilen wollte, die so auf den hiesigen Postämtern zu hören waren. Diese Zahl wird natürlich wieder etwas zusammen-schmelzen in den kommenden Tagen, da Wald und See mehr locken, als das Briefmarkenalbum. Aber das rege Interesse an der Philatelie hat sich in Danzig doch schon ganz aus sich allein heraus ein viel zu solide Grundlage geschaffen, auf der weiter gebaut werden kann, bis eine große interna-tionale Zentralstelle errichtet ist, zu der auch die „Danziger Zeitung“ in ihrer neuen Beilage Bausteine beitragen will.

Die wahre Danziger Briefmarke haben wir noch nicht, aber auch darauf werden wir wohl bis zum Herbst warten müssen, wie auch für manches andere. Aber Freunde hat selbst unser primitives Danziger „Provisorium“ schon in der ganzen Welt gefunden, was die hiesigen Telegrafenämter bezeugen können. Und wenn die endgültige echte Freistaatmarke im Herbst vielleicht erscheint, hoffen wir von ihr mit größerer Berechtigung behaupten zu können, was einst der Robinson Verfasser Defoe vom Engländer sagte:

„A true-born Englishman’s contradiction

A metaphor, intended to express

A man akin to all she universe“

d.h. auf unsere Danziger Briefmarke zugeschnitten:

Die erste Danzig-Marke ist ein Widerspruch.

Ein Metaphor. Das mir bezeichnen will.

Die „Marke“, die beliebt im ganzen Weltall ist! G.O.K.

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Vorstellung von Paketkarten und Die Germania Überdrucke mit Netzunterdruck

In Ausstellungen – Exhibits finden Sie 2 Neue Kategorien mit großer Vielfalt in Sachen Danzig Philatelie.

Unter Paketkarte in Deutsche Sprache finden Sie eine große Auswahl spezialisierter Paketkarten: Verschiedene Portostufen zu vielen Destinationen: Gebiet der FSD wie DR und andere Länder u.v.a.m. (und vieles andere mehr).

Klicken Sie hier für Paketkarte.

Sodann eine große Ausstellung Germania – Marken, die nach Netzunterdruck und Überdruck im Gebiet der FSD verwendet wurden. Sie ist groß und interessant. Man kann sehr viel von diesen nicht alltäglichen Abbildungen und Beschreibungen lernen.

Klicken Sie hier für Germania – Marken mit Netzunterdruck und Überdruck in der FSD – dieser Ausstellung hier in English.

Alle können profitieren vom Wissen durch die Beschreibungen und des hier gezeigten hübschen Materials. Haben Sie viel Spaß bei den Betrachtungen – auch bei nur kurzer Durchsicht. Haben Sie auch Vergnügen beim Betrachten anderer Links dieser Website.

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Luposta

Sie finden hier mehr als 400 Seiten, Scans und klar lesbare Texte von fast allen Markenausgaben und Werbematerialien 1931 und 1932 zur Luposta 1932. Alles, was Sie über diese Philatelistische Ausstellung & Messe wissen wollen, kann exclusiv in einem ganzen Paket gefunden werden; eine günstige Gelegenheit für jeden, der an dieser phantastischen Veranstaltung Interesse hat. Es gibt viele Artikel zur Luposta 1932, die eine große Einführung in die Luftpostphilatelie der Freien Stadt Danzig bot für Sammler wie auch ein Anziehungspunkt für Touristen sein sollte in diesen wirtschaftlich schwierigen Jahren.

Sie finden u. a. Folgende Broschüren: Luposta Nr. 1 November 1931Luposta Nr. 2 April 1932Luposta Nr. 3 Juni 1932Luposta Werbe-Ball 30 Januar 1932Führer durch die Luposta Danzig,Luposta Bericht der PreisrichterLuposta Hans Georg MenckeLuposta Ronny van Waardhuizen (English translation), und Luposta Sonstiges.

Unter Sammlungen finden Sie eine hübsche Zeppelin – Post Belegsammlung, enthaltend Luposta – Belege. Genießen Sie diese seltene Gelegenheit, Ihr Wissen zu verbessern und zu erweitern.

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Lochungen Stadt Danzig

Wir fügten eine extra Website Danzig Lochungen unter http://www.lochungen.danzig.org zu unseren Websites hinzu. Herr Peter Witkop unternahm einige Anstrengungen um einige Teile seiner Sammlung zu zeigen für Mitglieder und andere Interessenten dieses faszinierenden Aspekts der Danzig Philatelie.

Der gedankliche Ansatz ist der, mehr Wissen über sie zu verbreiten, da sie wenig bekannt sind und noch vieles zu erforschen ist. 

Klicken Sie auf den Link Danzig Lochungen.

Sie haben interessante Informationen? Kontaktieren Sie bitte Herrn Peter Witkop direkt (peter@witkop.net).

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PWF Ziemia Gdańska wurde hochgeladen

Wir haben 5 Ausgaben (ca. 470 Seiten) von P. W. F. Ziemia Gdanska (auch bekannt als Pomorskie Wiadomosci Filatelistyniczne) Magazin hochgeladen. Dieses repräsentiert Literatur von Ziemia Gdanska, Klub Marynistow PZF und Klub Swiety Gabriel.

Die Ausgaben – Nrn. 4/2001, 5/2001, 7/2003, 8/2004 und 10/2006 wurden hochgeladen. >>>

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PWF Ziemia Gdańska wurde hochgeladen

Heute fügten wir 407 Seiten Ziemia Gdańska (auch bekannt als Pomorskie Wiadomosci Filatelistyczne) Magazin hinzu. Dieses repräsentiert Literatur von Ziemia Gdanska, Klub Marynistow PZF und Klub Swiety Gabriel.

Die Ausgaben Nrn. 1/2000, 2/2000, 3/2001, 6/2001 und 9/2005 wurden
hochgeladen.

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A.S.D.P.

Arbeitsgemeinschaft der Sammler Danziger Postwertzeichen im In- und Auslande.

Zur Geschichte der Arbeitsgemeinschaft Danzig

Wir sind erfreut, Sie darüber informieren zu können, daß wir die ersten 35 Ausgaben der A.S.D.P.-Zirkulare auf die Website einstellen konnten.

Mein guter Freund HaJo war so freundlich, mir diese zur Verfügung zu stellen. Sie wurden gescanned und eingestellt, damit Sie Ihnen einen ersten brauchbaren Eindruck von unseren früheren Danzig Sammlern bekommen und Sie werden viel Text vorfinden und Entdeckungen in Sachen Danzig – Philatelie.

No. 1 erschien am 05.03.1936. Auf ihnen werden Sie handschriftliche Anmerkungen wie auch frühe Stempel-zeichnungen von Gerhard Schüler, Kurt Holtz, Wilhelm Marx, Grönke, Michel, Benedict u. a. Insgesamt können wir sagen, daß alle ersten Entdeckungen & Informationen aus dieser Anfangszeit jetzt zur Verfügung stehen, was nicht immer der Fall war.

Für diejenigen, die wirklich Interesse haben: Nutzen Sie Ihre Chance!

Die ersten 10 Ausgaben wurden schon letztes Jahr veröffentlicht. Zeitmangel etc. ermöglichten die Erweiterung um die 25 folgenden Ausgaben erst jetzt. Ergänzungen erfolgten zwecks besserer Lesbarkeit. Die fehlenden Teile werden sobald wie möglich nachgetragen. Wir bitten um Entschuldigung – jedoch Zeitmangel wie auch ordentliche Arbeit sind Herausforderungen.

Sehen Sie diese 35 Ausgaben unter A.S.D.P. und haben Sie viel Spaß!

Bei dieser Gelegenheit mein großer Dank an Gerhard Simon, der so freundlich war und großes Durchhaltevermögen bewies beim Abschreiben der Texte für dieses Großprojekt: 600 Seiten per Schreibmaschine! Unglaublich!

Nebenbei: Eine bitte an unsere Danzig – Sammler und Spezialisten: Sollten Sie zur Website beitragendes Material besitzen – Texte und Artikel sind immer willkommen! Kontaktieren Sie mich!

Mein spezielles Interesse liegt z. Zt. auf Artikeln der “Briefmarken -Rundschau” – 1920 & 1921 sind schon komplett. Zur Zeit stehen ca. 250 Artikel etc. bereit zur Ansicht. Schauen Sie nach unterBriefmarken Rundschau.

Die Zeit von 1923 an fehlt leider. Haben Sie Teile? Dieses “Magazin” war eine wöchentliche Beilage der “Danziger Zeitung”. Bitte kontaktieren Sie mich.

Leider fehlt auch komplett das Magazin “Die Lupe”. Wir bedanken uns schon jetzt für jegliche Hilfe.

Durch Sie wird die Website mehr und mehr interessant und auch attraktiv für uns alle.

Schauen Sie sich öfter Artikel an: http://www.danzig.org/page67-artikel.html.

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Gerhard Schüler

Wir veröffentlichen einige sehr interessante Artikel und Notizen aus der frühen Zeit der Freistaat – Zeit in Sachen Philatelie: Briefmarkenbeschreibungen, eine große Auswahl von Abstempelungen & Gebrauchsdaten, Postämtern, ersten Irrtümern und Plattenfehlern, die ersten Entwicklungsschritte in Sachen Katalog der Freien Stadt Danzig und eine allgemeine Information bzgl. der Entwicklung & Verbreitung von Informationen für Sammler in früheren Jahren.

Solche Dinge wie Stempel des HauptpostamtesEntlastungsstempelDanziger GebührenstempelAbsenderfreistempelDanziger Firmenlochungen und Danzig nach 1945.

 

Klicken Sie hier um verbunden zu werden zu diesen interessanten Schlußfolgerungen, Abhandlungen und Artikeln. Auch heute noch finden Sie Informationen, die nicht immer wiederholt werden zwecks Wissenserlangung in aktuellen Katalogen, obwohl erwünscht von den Enthusiasten unseres Teils der Philatelie. In der Hoffnung, daß Sie diese Geschichten und Forschungsergebnisse der ersten Danzig Sammler genießen – im Speziellen die Resultate von Gerhard Schüler.

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Danzig Report 2003-2007

Mit Stolz informieren wir Sie, daß die Ausgaben der letzten 5 Jahre (2003 – 2007) von The Danzig Report, dem Magazin der Danzig Study Group, Baltimore, USA, herausgegeben von John Bloecher jetzt auf die Website hochgeladen sind.

Clicken Sie hier um direkt zu The Danzig Report Category zu kommen. Weitere Veröffent-lichungen werden folgen. Bitte beachten Sie, daß jeglicher Inhalt dieser Website strikt dem Copyright unterliegt. Jegliche Veröffentlichung bzw. Kopie an bzw. für Andere bedürfen der vorherigen Zustimmung des Autors.

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Danzig Ausstellungssammlungen und Sammlungen

Wir haben einige Ausstellungssammlungen und Sammlungen online gestellt. Sofern Sie eine Ausstellungssammlung oder Sammlung, die hierzu paßt, haben, kontaktieren Sie uns zum Zweck der Erkundung der Möglichkeiten der Online – Präsentation zwecks Erweiterung des Wissens über die Danzig- und Deutschland – Philatelie.

Zur Zeit haben wir Ausstellungssammlungen zu den Themen “Danzig, Frankreich – Grenzübergangsstempel”, “Danzig und seine Postgeschichte” sowie Sammlungen zu den Themen “Luftpost”, “Katapultpost”, “Zeppelinpost” und “Fristverlängerungsstempel”. Weitere Sammlungen werden hinzugefügt werden.

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Machen Sie www.danzig.org zu Ihrer Homepage

Sie können jetzt http://www.danzig.org zu Ihrer Startpage machen, wenn Sie Ihren Internet Browser starten. Einfach “Startpage” clicken im Top Menue mit rechts und dann “OK” clicken.

Auch können Sie “Start” clicken, auf “Settings” zeigen und dann “Control Panel” clicken. Dann clicken Sie auf “Internet Options”. In die Adressbox der Website, die Ihre Startpage sein soll z.B.: http://www.danzig.org, dann “OK” clicken.

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Danzig Gruppe Danzig Nyt

Es gibt ca. 20 Ausgaben der Danzig Gruppe betreffend die Jahre 1992 – 2002. Die Ausgaben sind nur in DÄNISCH erhältlich. Nichtsdestotrotz haben wir erkannt, daß daran Interesse besteht: Einige der Scans sind nicht perfekt – aber die Arbeit daran wird fortgesetzt.

Der Club Danzig Gruppe und sein Magazin Danzig Nyt (Danziger Neuheiten) existierte von 1992 – 2002. Die Club – Aktivitäten starteten durch Curt Hosny. Jedoch infolge mangelnder Unterstützung entschied er, diese Aktivitäten zu beenden, die sich hauptsächlich an Skandinavische Mitglieder & Sammler wandten.

Sollten Sie über andere Magazine als die hier gezeigten verfügen, so kontaktieren Sie mich bitte via Website Danzig.org oder senden Sie mir Scans (150 DPI). Ich wäre sehr glücklich sie dann hinzufügen zu können.

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Briefmarken Rundschau

Mit Stolz kann ich ankündigen, daß ich im Besitz der Briefmarken Rundschau (Jahrgänge 1920 und 1921) in Buchform bin. Das einzige Problem war, daß aus Zeitmangel die interessanten Artikel nicht herausgeschrieben werden konnten. Nichtsdestotrotz war unser Bester Schreibkünstler der ARGE Danzig e. V. – Herr Gerhard Simon – so freundlich, mir zu helfen bei der Verbreitung dieser Inhalte: Ihm ein großer, warmer (auch persönlich von mir) Dank für die Bearbeitung von 260 Artikeln.

Nochmals außerordentlicher Dank für diese tolle Arbeit. Sie werden diese ca. 260 Artikel (Längere & Kürzere Artikel) unter Artikel –> Danzig Philatelie –> Briefmarken Rundschau finden.

Klicken Sie sich auf Briefmarken Rundschau und genießen Sie die Philatelie Geschichte unseres Hobbies!

Haben Sie gleichartige Artikel von Philatelie Magazinen bzgl. des Freistaatgebiets? Bitte kontaktieren Sie mich via Website und wir werden Sie dazustellen. Sie können sie senden in den Sprachen Englisch, Deutsch und/oder Polnisch.

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Heimatsammlung Danzig-Neufahrwasser

Sie werden eine exzellente Sammlung von Postkarten von Neufahrwasser u. U. vorfinden; 130 Seiten – 260 Postkarten von Neufahrwasser, Brösen, Weichselmünde und der Westerplatte werden Ihnen die früheren Zeiten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zeigen.

Diejenigen, die die Gegend kennen aus ihrer Vergangenheit, wie auch die Besucher von Danzig heutiger Tage, können hübsche Erinnerungen wiederauffrischen. Schauen Sie sich dieHeimatsammlung Danzig – Neufahrwasser an.

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Heimatsammlung Danzig-Neufahrwasser

Sie werden eine exzellente Sammlung von Postkarten von Neufahrwasser u. U. vorfinden; 130 Seiten – 260 Postkarten von Neufahrwasser, Brösen, Weichselmünde und der Westerplatte werden Ihnen die früheren Zeiten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts zeigen.

Diejenigen, die die Gegend kennen aus ihrer Vergangenheit, wie auch die Besucher von Danzig heutiger Tage, können hübsche Erinnerungen wiederauffrischen. Schauen Sie sich dieHeimatsammlung Danzig – Neufahrwasser an.

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German Postal Specialist hochgeladen

Wir sind erfreut, Sie darüber informieren zu können, daß wir alle verfügbaren Magazine (Ausgaben) des German Postal Specialist seit März 1998 auf die Website der German Philatelic Society , Inc., USA hochgeladen haben. Wir zeigen nur das Deckblatt, beinhaltend das Inhaltsverzeichnis jedes Magazins (Ausgabe).

Klicken Sie hier um den German Postal Specialist zu sehen. Wir wünschen Ihnen viel Spaß bei der Lektüre. Für mehr Informationen kontaktieren Sie bitte GPS direkt oder lesen Sie das Mitgliedsformular.

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ArGe Danzig 2003-2007

Mit Stolz informieren wir Sie, daß die Rundschreiben der letzten 5 Jahre (2003 – 2007) jetzt auf die Website hochgeladen sind. Viel Spaß bei der Lektüre und wir hoffen, daß Sie Ihren Wissensstand erweitert.

Clicken Sie hier, um direkt zu ArGe Danzig zu kommen. Weitere Veröffentlichungen werden folgen. Bitte beachten Sie, daß jeglicher Inhalt dieser Website strikt dem Copyright unterliegt. Jegliche Veröffentlichung bzw. Kopie an bzw. für Andere bedürfen der vorherigen Zustimmung des Autors.

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Danzig-Nachlese 16. November 1921

Die Redaktion der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ kann heute eine ganze Anzahl interessanter Abarten und Fehldrucke von Danzig melden, die von Frau Diplomingenier Mia Keil, Danzig-Langfuhr freundlichst vorgelegt wurden. Wir sahen erstmals einen ganzen Bogen des 2-Mark-Wertes der letzten Wappenserie ohne jede Spur einer Perforierung. Der erwähnte Boten wurde neben normalen an einem Danziger Postschalter durch Zufall erworben und stellt zweifellos eine sehr interessante Rarität vor, dann es geht daraus hervor, dass ungezähnte Danziger 2-Mark-Marken, wenn auch nur durch einen Zufall, amtlich zur Ausgabe gelangten.
Wir kennen zwar schon verschiedentlich Danziger Wappenmarken, letzter Ausgabe mit schwach oder gar nicht sichtbaren Unterdruck, doch war von den D.M. überdruckten d.h. den Dienstmarken bisher noch nicht bekannt, dass auch solche infolge eines Übersehens in der Druckerei ohne Unter-grund erschienen und verausgabt sind. Heute legt uns nun bekannte Dame auch die Dienstmarken zu 1,20 Mark und 2 Mark in großen Einviertel-Bogenteilen ganz ohne Rosettenunterdruck vor Ferner verdanken wir Frau K. die Vorlage verschiedener Marken des Provisoriums 1 ¼ Mark auf 3 Pfennig braun mit doppelten violetten Rasterunterdruck. Es befanden sich darunter auch sehr originelle und für Abartensammler beachtenswerte Stücke bei denen wohl infolge eine verletzten Rasters einzelner Stellen im unteren Viertel der Marke ganz weiß geblieben waren. Dieselben Marken zeigten aber ferner in der Mitte einen einfachen violetten Rasterunterdruck und etwas höher nach oben gingen sie infolge abermaligen Durchlaufen durch die Maschine in einen sehr dichten Doppelrasterunterdruck über.
Bei dieser Gelegenheit machen wir auch noch einmal auf die vielen Farbenverschiedenheiten der letzten Danziger Wappenausgabe aufmerksam, die wir zum Teil bereits erwähnten und die für Spezialsammler von Danzig, wenn ihr entstehen häufig auch nur durch schwächere Farbenauftragung bewirkt sein dürfte, ein interessantes Gebiet bilden.

Erfahrene Spezialprüfer für Danzig: Ing. E.B. Jantzen, Danzig Paradiesgasse; Karl Riedel i. Fa. Riedel & Pamper, Danzig-Langfuhr.

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Danzig-Nachlese 22. September 1921

Herr Redakteur Tatarin – Danzig legte uns zwei Exemplare der 60-Pfennig-Marke der neuesten Ausgabe mit sehr stark durchschlagendem druck vor, bei denen also die Rückseite den Anschein erweckt, in Spiegelschrift rot gedruckt worden zu sein.
Frau Dipl.Ing. Keil, Danzig legte uns einen interessanten Makulaturbogen des 10-Pfenning-Wertes letzter Wappen-Ausgabe vor. Bei dem Bedrucken eines Bogens hatte sich ein dünner Seidenpapier-papierstreifen über einen Teil des Bogens gelegt, der mit überdruckt wurde. Bei Trennung der einzelnen Marken löste sich dieser Seidenpapierstreifen ab und einzelne Marken erscheinen nun nur zu einem Teil in der braunen Originalfarbe überdruckt. So lag uns ein Exemplar vor, bei dem nur eine starke Hälfte bedruckt ist, während die linke Seite bis auf ein kleines Dreieck oben links völlig weiß blieb.
Ferner befinden sich im Besitze von Frau K. eine bisher nicht bekannt gewordene Abart der Dienst-marke zu 60 Pfennig. Bei dieser steht die Blockierungslinie weit höher als sonst und lässt die Inschrift „Deutsches Reich“ frei. Von derselben Seite vorgelegt wurde uns eine Dienstmarke zu 2 Mark in der bisher in dieser Ausgabe nicht bekanntes sattstahlblauen Färbung. Es dürfte sich bei dieser Dienstmarke wohl nur um einen einzelnen Bogen handeln, der so überdruckt wurde

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Danziger-Nachlese 11. August 1921

Eine auffällige Abart des 15-Pfennig-Wertes grün der kursierenden Freistadtausgabe mit Wappen, legte uns Herr Generalvertreter H. Stephan, Danzig, vor. Infolge sehr stark verschmierten Druckes ist eine dem Buchstaben S in „Stadt“ ein großer grüner Farbenklecks entstanden. Unten ist das Wort Danzig vollständig verschmiert und es sind davon nur noch die Buchstaben „Da“ zu lesen. In den beiden Wertzifferkreisen unten sind ferner die Zahlen 15 derart grün verkleckst, dass vom rechten Kreis nur noch ein kleiner weißer Bogen sichtbar ist, der auf dem vollen grünen Untergrund steht! – Es ist bedauerlich, dass beidem Druck gerade der neuen Danziger Marken zum Teil (so wenig technische Sorgfalt beobachtet wurde und auch die Farbmischungen oft schlecht ausfallen. Man sollte die derart makulierten Markenbogen lieber erst gar nicht in den Verkehr bringen, sondern wie Druckausschuss vernichten. Ferner beklagt sich der entwerfende Künstler bei uns darüber sehr, dass beim Druck der neuen hochwertigen Marken leider wenig schöne Farben an Stelle der vorgeschla-genen hellroten und tiefgrünen Töne verwendet wurden.

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Danzig-Nachlese 3. August 1921

Wir können nach freundlicher Vorlage des Herrn Kähler, Neufahrwasser, abermals einen sehr interessanten Fehldruck der letzten Danziger 60-Pfennig-Provisoriums melden. Bei einem uns gezeigten ganzen Bogen dieses Wertes sieht 60 doppelt gedruckt, und zwar einmal verkehrt. Zum Teil decken sich die Nullen fast vollständig, zum Teil sind aber beiderseits der Zahl je sechs Strich bemerkbar.
Bei einem anderen Bogen dieses 60-auf-75-Pfennig Provisoriums fehlt durch Verschiebung des Aufdruckes zum Teil unten der rote Blockierungsbalken der nun statt dessen oben steht, und bei einzelnen Marken sind nur einzelne Buchstaben des Wortes Danzig auf einer Marke zu beobachten.
Das 10-Mark auf 7 ½-Pfennig Provisorium, orange, sahen wir in einzelnen Stücken mit einem derart verschobenen Aufdruck der Wertbezeichnung, dass letztere nur lautet „0 Mark 10“

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Danzig-Nachlese 7. Juli 1921

Ein uns vorliegende Abart des 25-Pfennig-Wertes der Koggenausgabe wird insofern einige Beachtung bei Spezialsammlern finden, als sie am weißen Bugsprit (sich scharf von dem roten Untergrunde abhebend) einen ziemlich großen grünen Halbkreis zeigt, der durch einen hervorstehenden Klischeenagel entstanden sein dürfte.
Von dem 80-Pfennig-Wert Kogge licht-ultramarinblau mit Durchstich sahen wir ein Stück, das scheinbar infolge einer Schramme auf der Platte am Heck des Schiffes eine weiß gebliebene Stelle aufweist, die bei Betrachtung mit bloßem Auge etwa so wirkt wie eine kleine Rauchwolke nach abgegebenem Schuss.

Die Firma Jagels & Co., Danzig, legte uns eine sehr interessante Abart der 10-Pfennig-Marke, dunkelbraun, letzter Wappenausgabe vor. Sie ist auf sehr fast kartonartigem, weißen Papier, das nur schwache Spuren des Wabenwasserzeichen aufweist, gedruckt. Der Unterschied in der Papierstärke, den wir uns bisher nicht recht erklären können, ist sehr auffallend, und es wäre Interessant zu erfahren, ob von diesen Marken mehr als der eine Bogen auftauchte, der zur Hälfte im Besitz der genannten Firma ist.
„Scotts M. Journal“ lässt sich berichten, von den Danziger Provisorien mit grau-grünem und violetten Untergrund wären zwar die letzten in Danzig, die ersteren aber in Berlin gedruckt worden. Wir müssen dazu noch einmal feststellen, dass bei Rasterunterdrucke aus der Sauerschen Druckerei hervorgegangen sind und die Berliner Reichsdruckerei mit dieser Ausgabe überhaupt nicht’s zu schaffen hatte.

Die Danziger Firma Holtz & Giebeler hat nun auch in Langfuhr Hauptstraße 41, gegenüber der Post, ein Ladengeschäft als Filiale eröffnet. Die Firma, die in erster Linie Vorkriegsmarken führt, bietet dort dem Sammler Gelegenheit, in Ruhe und Muße die ihm für sein Album wünschenswert erscheinenden Marken auszuwählen. Besonderer Wert wird auf die gute Erhaltung der Marken gelegt, und die Preise, an und für sich mäßig, sind danach entsprechend kalkuliert. In geschmack-voller Aufmachung und in reicher Auswahl sind die guten alten Marken auch in dem neuen Laden-geschäft vertreten. Neben dem vorgeschrittenen Sammler wird dort auch für Anfänger seine Desiberata in Alt-Europa, Alt-Deutschland und älteren Übersee ganz nach Wunsch ergänzen können.

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Danziger Nachlese 30. Juni 1921

Von einem Danziger Freunde der „Briefmarken-Rundschau wurde uns ein halber Längsbogen des 2-Mark-Wertes der neuen Wappenausgabe vorgelegt, auf dem mehrere Marken ganz ohne Unter-druck blieben. Vermutlich ist das Klischee gewölbt gewesen, der der Bogenrand und die ersten zehn Marken auf der Hälfte der Marken noch den Unterdruck tragen, während die 2., 3., 4. und 5. Reihe völlig weiß blieben. Wahrscheinlich sind nur Marken der 2., 3., 4., 5., 6., 7. und höchstens 8. Reihe ohne Unterdruck gewesen, da bei Durchsicht des Bogens dieses Fehlen des Untergrundes sonst wohl aufgefallen wäre. Die richtig bedruckte 8., 9. und 10 Reihe sowie die erste Reihe dürfen wohl den Prüfer getäuscht haben, so dass er den Bogen durchgehen ließ.
Zu bemerken ist, dass leider der Druck bei vielen der Danziger Marken häufig wieder sehr verschmiert ausfällt, und auch die im Material schlechten Farben (vielleicht auch beeinflusst durch Papier verschiedener Qualität) öfters größere Abweichungen zeigen. So lag uns beispielsweise auch die 15-Pfennig-Marke in einem sehr hellen und einem dunkleren Grün vor.
Wir sahen vier Stücke der 80-Pfennigs-Marke „Kogge-Ausgabe“ gezähnt, bei denen Zahlen oben (80) normal sind, die rechten Ziffern eher eine deutliche 30 zeigen!
Bei der Wappenserie ist bei dem 3-Mark-Wert das Wasserzeichen liegend, bei allen anderen Werten ebenso bei „Kogge“ und letzten Flugpostmarken bisher nur stehend beobachtet worden. Es wäre von Interesse, zu erfahren, ob es vielleicht doch noch andere Werte mit liegendem Wasserzeichen gibt, die durch falsches Anlegen der Bogen (wie beim irregulären Rollenunterdruck!) entstanden sind.

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Danzig Nachlese 9. Juni 1921

Unter den Werten der endgültigen Freistadt-Ausgabe ist bereits ein ausgesprochener Farbenfehl-druck zu bezeichnen. Die Marke 50 Pfennig Rahmen schwarzgrün, Wappen scharlachrot, wurde auf der Danziger Hauptpost in einem einzelnen losen Stück (mitten unter normalen Bogen liegend) gekauft, bei dem die Farbe des Rahmens durchaus abweichend hellgraugrün ist. Es wäre interessant, aus dem Leserkreise der „B.R. zu erfahren, ob noch mehr derartige Farbenabarten bei diesen und anderen Werten angetroffen wurden, oder ob es sich im vorliegenden Falle nur um einen einzelnen Bogen handelt. Trifft letzteres zu, so würde der Farbenfehldruck eine ausgesprochene Rarität darstellen.
Das neue 60-Pfennig-Provisorium liegt uns bereits in einer ganzen Anzahl von Abarten des Über-druckes vor, so mit derart schief gestellter – 60 – vor, dass die Striche rechts oder links fehlen oder auch nur rechts auf