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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 148 - Juli, August, Sept. 1990 » Der Ort im Versailler Vertrag 14-17

>>  >>  >> Verwaltungszugehörigkeit bis 1920, Statistik

Vogelsang. 12 Die Ausdehnung des Amtsbezirks ist aus der Karte auf Seite 2 ersichtlich.

Nach dem Gemeindelexikon von 191213 umfaßte der Ort (die Gemeinde) 272 Hektar und hatte 290 Einwohner; davon waren 278 evangelisch, 7 katholisch und 5 hatten ein anderes Bekenntnis. Alle hatten bei der Volkszählung am 1. Dezember 1910 als Muttersprache deutsch angegeben. Pröbbernau besaß eine eigene evangelische Kirche und ein eigenes Stan-desamt. Für die katholischen Bewohner war das katholische Pfarramt in Fürstenberg zuständig. 13

Der Boden im Gemeindegebiet war fruchtbarer als sonst auf der Nehrung. Die Bewohner waren Bauern und Fischer.

Der Ort im Versailler Vertrag 14-17

Nach dem Vertrag von Versailles vom 28. Juni 1919, der gemäß Artikel 256 am 10. Januar 1920 in Kraft trat, gehörten auch große Teile der Gemeinde Pröbbernau zu dem Gebiet, auf das das Deutsche Reich zugunsten der alliierten und assoziierten Hauptmächte verzichten mußte. In Artikel 102 hatten sich jene Mächte verpflichtet, dieses "Gebiet als Freie Stadt zu begründen". Die Konstituierung geschah nicht sofort, sondern erst am 15. November 1920.18

Sofort nach Inkrafttreten des Vertrages nahm die (künftige) Freie Stadt Danzig das ihr zugesprochene Gebiet in Besitz und richtete  in Pröbbernau eine Grenzzollstelle ein. 17

Die Abtrennung vom Deutschen Reich löste Proteste unter den Bewoh-nern der Gemeinde aus. Die Grenze war im Vertrag und demgemäß auf der ihm beigefügten Karte (Maßstab 1:100 000) unglücklich quer durch das Dorf gezogen worden. Kirche, Postanstalt und ein Teil der Wohn-und Wirtschaftsgebäude waren an die (künftige) Freie Stadt gefallen, Felder und Wiesen der Bauern von den Gehöften getrennt. Die Gemeinde wandte sich deshalb an alle möglichen Instanzen, um bei der vorge-sehenen endgültigen Grenzfestsetzung die Verschiebung der Grenze nach Westen zu erreichen und damit die Rückgliederung des Dorfes in das Deutsche Reich.

Die Geduld der Bewohner wurde auf eine lange Probe gestellt. Erst am 23. August 1920 traf die Unterkommission des Grenzfestsetzungsausschusses auf der Nehrung ein. Beim Ortstermin schilderte der Sprecher der Gemeinde, Pfarrer Beckmann, die Sorgen und Nöte der Be-wohner, die ihnen durch die Ungünstige Gfenzziehung erwachsen waren. Er bat, die Grenze um einige km nach Westen zu verschieben.19Die Vertreter Danzigs hatten bereits in Vorgesprächen die Forderung

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Arge Danzig, Rundschreiben 148, Literaturbeilage 932,Heinz Schaffrath, Mai 1990, Seite 3.


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Added: 15/10/2015
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