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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 194 - 1. Quartal 2002 » Norbert Wings: Die Geschichte der Stadt Danzig

>> Norbert Wings: Die Geschichte der Stadt Danzig

Im Januar 1660 begannen die schwierigen Friedensverhandlungen mit Schweden, die in der Nacht vom 2. zum 3. Mai im Kloster Oliva ihr Ende fanden. Im Friedensvertrag entsagte König Johann Casimir allen Ansprüchen auf die schwedische Krone. Er verlor Livland und Estland an Schweden und musste den großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm als souveränen Herzog von Preußen anerkennen.

Nach der Thronentsagung des Königs Johann Casimir 1668 folgte nach einem erneuten Interregnum 1669 der völlig bedeutungslose Fürst Michael Thomas Kerybuth Wisniowiecki als König Michael. Seine Regierungszeit dauerte jedoch nur vier Jahre.

Nach dem Ableben König Michaels fiel die Wahl 1674 auf den verdienstvollen Feldherren Krongroßmarschal I Johann III. (Sobieski).

In Danzig wirkte zu dieser Zeit der aus Wittenberg stammende Reformist Dr. Aegidius Strauch, Professor der Geschichte, der Mathematik und der späteren Theologie sowie Rektor des 1558 gegründeten Danziger Gymnasiums, welcher am katholischen polnischen Hof höchsten Unwillen hervorrief. Als er 1673 seines Amtes enthoben wurde, kam es in Danzig zum allgemeinen Aufruhr. Das Volk erzwang am 4. Januar 1674 seine erneute Einsetzung als Prediger und Rektor.

Auf einer Reise nach Greifswald wurde er verhaftet und nach Cüstrin verschleppt, wo er widerrechtlich drei Jahre eingekerkert wurde. Der Rat sah sich durch das Volk genötigt, eine Abordnung nach Berlin zu entsenden und seine Freilassung zu erbitten. Am 10. Juli zog Strauch feierlich in die Stadt Danzig ein.

Durch die Haft geläutert und unter Druck der polnischen Krone widmete er sich bis zu seinem Tode am 13. Dezember 1682 ausschließlich dem vernachlässigten Gymnasium.

Nach dem Ableben Johann III. traten nicht weniger als zehn Bewerber um die polnische Königskrone an. Die Wahlstimmen fielen endlich auf den französischen Prinzen Conti und auf Kurfürst Friedrich August (Der Starke) von Sachsen. Man konnte sich aber nicht auf einen von beiden einigen. Prinz Conti versuchte mit Gewalt die polnische Krone zu erobern, 1698 landete er mit 6 Fregatten in Danzig, floh aber beim Anrücken sächsischer Soldaten.

August von Sachsen trat dem katholischen Glauben bei und wurde 1698 als König von Polen in Danzig mit großer Feierlichkeit empfangen.

Als kurz danach Danzig mit dem König von Dänemark ein Bündnis gegen Schweden abschloss , kam es wieder in größte finanzielle Not.

Einmal erpresste der verschwendungssüchtige August II. immer neue Steuern aus der Stadt, zum anderen fielen die Schweden ins Land ein und mussten mit 100.000 Speziestalern abgefunden werden.

1704 zwang Karl XII. von Schweden die Stadt, sich von August II. loszusagen und seinen Günstling, den Wojewoden von Posen, Stanislaw Lesczynski, als König von Polen anzuerkennen.

Danzig wurde nun abwechselnd von beiden Königen ausgeplündert, bis König August II. im Frieden zu Altranstädt der polnischen Krone entsagte. König Stanislaw kam 1707 persönlich nach Danzig und erkaufte sich mit 150.000 Gulden die Gunst der Danziger.

Nach kurzer Ruhe überzog die Pest 1709 die Stadt und raffte innerhalb weniger Monate 32.000 Menschen hinweg.

Inzwischen wurde Karl XII. von Schweden bei Poltawa vernichtend geschlagen und konnte nun nicht mehr verhindern, dass sein Günstling Stanislaw dem mit Russlands Hilfe wieder auf den Thron gehobene August II. weichen musste.

Der Stadt Danzig wurde eine Buße von 600.000 Reichstalern für ihre Sympathie mit Stanislaw auferlegt.

Bis zum Nystädter Frieden 1721 wurde Danzig abwechselnd von Sachsen und von den Russen geplündert und gebrandschatzt.

1733 bestieg Stanislaw Lesczynski nach den Tod August II. erneut den polnischen Thron, während Österreich und Russland den Sohn August II., August III., zum König von Polen ausriefen.

Die Stadt Danzig entschied sich erneut für König Stanislaw und gewährte ihm in ihren Mauern vor den anrückenden Russen unter General Lascy Zuflucht. Nachdem Danzig Stanislaw nicht auslieferte, begannen die Kampfhandlungen.

Nach dem Eintreffen des Feldmarschalls Münnich am 18. März 1734 begann der Sturm auf die Schanzen, den die Danziger vorerst abschlugen, sich dann aber der Übermacht am 9. Juli 1734 beugen mussten.

König Stanislaw flüchtete als Bauer verkleidet nach Königsberg.

Danzig musste an Russland 1.000.000 Speciestaler Kriegsschuld zahlen und August III. anerkennen.

Während des Siebenjährigen Krieges behauptete Danzig unter großen Opfern seine Selbständigkeit.

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Rundschreiben 194, Literaturbeilage 838, 15. Dezember 2001, Seite 3.


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Added: 01/12/2015
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