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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 216 - 3. Quartal 2007 » Gültigkeit und Gebrauch der Postwertzeichen der Freien Stadt Danzig

>> Die Abschiedsserie von 1939 und die Einführung deutscher Postwertzeichen in der Freien Stadt Danzig

>> 2. Wie es zur Ausgabe der Abschiedsserie kam

Trotz dieser Einverleibung blieben die Danziger Bürger Außenseiter innerhalb des Deutschen Reiches. So besagten die §§ 3 und 4 des Wiedervereinigungsgesetzes vom 1. September 1939, daß - mit Ausnahme der Verfassung der Freien Stadt Danzig - das bisher geltende Recht bis zum 1. Januar 1940 in Kraft bleibe.
Am 1. Oktober 1939 erfolgte die Einführung der Posttarife des Deutschen Reiches und damit auch der Reichsmark. Dadurch wurden Postwertzeichen in Reichsmark-Währung nötig.

3. Gültigkeit und Gebrauch der Postwertzeichen der Freien Stadt Danzig
Nach der Eingliederung im September 1939 blieben die Postwertzeichen der Freien Stadt Danzig gültig. Eine Mischfrankierung mit Briefmarken des Deutschen Reiches war nicht erlaubt. Diese Postwertzeichen waren - trotz der Tatsache, daß das Gebiet jetzt ein Teil des Deutschen Reiches war - nicht zugelassen (siehe Kapitel 5).

(Ganz anders war die Handhabung in den ehemaligen deutschen Gebieten des Polnischen Korridors. Dort wurden sofort deutsche Postwertzeichen eingeführt, um dem Gebrauch polnischer Briefmarken entgegenzutreten.)

Eine Ausnahme bildeten die zwei deutschen Sondermarken anlässlich der Rückkehr Danzigs in das Deutsche Reich. Diese zwei Freimarken mit dem Text „DANZIG IST DEUTSCH“ (DR Nr. 714/5) konnte man auch in Danzig erwerben und gebrauchen. Ihre Frankaturgültigkeit beschränkte sich aber auf Post nach Deutschland. Auch war es nicht zulässig, diese Marken in Mischfrankierung mit den Danziger Postwertzeichen zu gebrauchen. Laut Michaelis war ebenfalls die Sonder-Postkarte Nr. P287 („Danzig ist deutsch“) im ehemaligen Freistaat erhältlich. Es ist dem Autor aber leider nicht gelungen, einen schlüssigen Beweis hierfür zu finden. Nach dem Amtsblatt 107/1939 ist die Karte am 27. Oktober erschienen und war an allen Postämtern erhältlich. Im Gegensatz zu den o. g. Sondermarken, zu denen die Verfügung 418/1939 nachdrücklich besagt, daß die Marken auch in Danzig erhältlich sind, fehlt eine solche Mitteilung zu dieser Karte.

Da während des Septembers das Danziger Postsystem unverändert blieb, waren die Tarife teurer als die reichsdeutschen. Ein Brief nach Deutschland kostete seit 16. Mai 1935 25 Guldenpfennig. Umgerechnet bei einem Kurs von 1 Gulden = 0,70 Reichsmark betrug der Tarif 18 Pfennige. Das war mehr als die 12 Pfennige, die man im Reich für einen Fernbrief bezahlen mußte. Briefe, die mit diesen zwei Marken „DANZIG IST DEUTSCH“ frankiert waren, wurden innerhalb des Gebietes der ehemaligen Freien Stadt Danzig ohne Probleme zugestellt.

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Rundschreiben 216, Literaturbeilage 99, 15. Juni 2007, Seite 2.


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Added: 23/05/2008
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