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Die Weimarer Nationalversammlung 
Dr. Bernd Marczinke, Tel. 06232-26204, bernd.marczinke@t-online.de

Im Zuge der Novemberrevolution 1918 war sowohl von Seiten des Reichskanzlers Prinz Max von Baden als auch aus den Reihen der Mehrheits-Sozialdemokraten die Forderung nach einer möglichst raschen Einrichtung einer Nationalversammlung erhoben worden, die über die zukünftige Staatsform des Deutschen Reiches entscheiden sollte. Wegen des Sparta kusaufstands (der Generalstreik und die bewaffneten Kämpfe in Berlin vom 5. bis 12. Januar 1919) war man sich darüber einig, dass die Nationalversammlung zunächst nicht in Berlin tagen sollte. Die Entscheidung über den Tagungsort bereiteten der Reichstagsdirektor und ein Geheimrat vor, indem sie im Januar 1919 vier mögliche Orte – Bayreuth, Nürnberg, das Volkshaus Jena und das Hoftheater Weimar – sondierten. Zuvor hatten sich mehrere weitere Orte ins Gespräch gebracht. Die Wahl fiel am 14. Januar 1919 auf Weimar.


Am 1. Juli 1919 erschienen im Deutschen Reich die ersten drei Werte zur Eröffnung der Nationalversammlung in Weimar. Rechts ein Pärchen des 25 Pfennig-Wertes mit dem Stempel STRIPPAU (KR. BERENT) vom 6. September 1919


Die Weimarer Nationalversammlung war somit das verfassunggebende Parlament der Weimarer Republik. Es tagte vom 6. Februar 1919 bis zum September 1919 in Weimar, weil man in Berlin Beeinflussungen durch die noch instabile innenpolitische Lage befürchtete und die Politiker das neue Deutsche Reich bewusst in die Tradition der Dichter und Denker, des deutschen Geisteslebens und Humanismus stellen wollten. Bereits am 11. Februar 1919 wählte die Nationalversammlung Friedrich Ebert (SPD) zum Reichspräsidenten und beauftragte Philipp Scheidemann (SPD) mit der Bildung einer Reichsregierung, die dann am 13. Februar ihre Geschäfte aufnahm.


Brief vom 30. Dezember 1920 aus Danzig an den Staatsminister Baudert in Weimar.
Friedrich Baudert war Publizist und seit 1878 Mitglied der SPD. Im November 1918 wurde
er für ein halbes Jahr zunächst Staatskommissar für die inneren und äußeren Angelegenheiten, danach bekleidete er das Amt des Staatsministers für Inneres und Äußeres im Freistaat Sachsen-Weimar- Eisenach. Von 1919 bis 1920 vertrat Baudert den Wahlkreis Thüringen in der Nationalversammlung in Weimar. Im Dritten Reich wurde Baudert wiederholt inhaftiert, er starb 1942 in Oranienburg. In Weimar wurde der Vorplatz des Hauptbahnhofes nach August Baudert benannt.


Was wir wollen!
Wir wollen nur und ausschblieBlich der sache dienen, gemeinsan forschen, Kenntnissie Uber das Gebiet der Danzigmarken und -stem- pel vermitteln und vertiefen. Wir wollen aber auch kampfen genen alles schadliche und Abtragliche, gene Mache, Schiwindel und falschungen, wie auch gene liebgewordenen Selbstbetrug.


(Aus dem ersten Mitteilungsblatt der Arbeitsgemcinschaft Danzig, Danzig 1936)

 

Rundschreiben 271, 2021,  Seite 3647

 

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Added: 05/05/2021
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