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Gallery » Arge Danzig Rundschreiben 269 » Arge Danzig, Rundschreiben 269, Seite 3563

Das ehemalige westpreußische Bruß musste durch den Versailler Vertrag 1920 an Polen abgegeben werden. Es lag dann im sogen. polnischen Korridor und kam nach dem deutschen Überfall auf Polen 1939 wieder zum Deutschen Reich.


Die Marken des auf der vorigen Seite gezeigten Briefes wurden am 25.10 39 im Postamt Bruss (poln. Brusy) mit einem Formularstempel und handschriftlichem Datum entwertet. Anscheinend gab es den ehem. Westpreußen-Stempel nach 19 Jahren polnischer Herrschaft nicht mehr.


Da Bruß (exakte Schreibweise) an der Bahnstrecke nach Konitz (poln. Choinice) liegt, wurde der Brief der Bahn nach Konitz mitgegeben. Ob das am Tag der Einlieferung des Briefes geschah, ist nicht zu klären.


Auf dem Postamt Konitz wurde jedenfalls erst am 27.10.39 ein alter Westpreußen-Stempel abgeschlagen (Den hat wohl ein deutscher Postbeamter gerettet). Warum das überhaupt geschah, ist für mich nicht nachvollziehbar; eine Abstempelung hatte doch schon in Bruß stattgefunden.


Ab Konitz wurde der Brief dann per Bahn nach Danzig befördert. Er kam dort am 28.10.39 an und erhielt auf dem HPA Danzig 1 den Ankunftstempel. Erst dann wurde der R-Zettel verklebt.


Dabei muss bemerkt worden sein, dass der Brief schwerer war als 20 g. Somit fehlten 12 Pf. an der Frankatur. Das Strafporto wurde auf 20 Pf. festgesetzt und die Nachportomarke MiNr. 32 verklebt und abgestempelt.


Das ist eine sehr späte Verwendung einer Nachportomarke, denn diese waren nur bis zum 31.10.39 gültig, also noch 3 Tage.
Martin Jenrich


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Added: 20/05/2021
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