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Gallery » Rundschreiben 238 - 1. Quartal 2013 » Daposta, Danzig 1937

> Die DAPOSTA 1937 und ihre Blocks – ein Literaturbericht über eine philatelistische Schlacht.

>> Die Schlacht um die Blocks:
Auch hier sprach man von einer Blockade des Danziger Hofes, über eine DAPOSTA-Schlacht und ein DAPOSTA-Fieber und klagte über die Tatsache, dass es keine Eintrittskarten gibt ohne Recht auf Blockankauf. Dadurch mussten viele Besucher, die nur die Ausstellung besichtigen wollten, stundenlang Schlange stehen. Der Bericht endete mit "Die Post und die Ausstellungsleitung machten jedenfalls ein gutes Geschäft, es wäre jedoch zu raten, künftige Ausstellungen in erster Linie wegen der Ausstellungsobjekte, also für die Sammler und nicht nur wegen der Sonderblocks oder der Spekulanten, zu veranstalten". Das war klar und deutlich ausgedrückt!

Auch die Ausstellungsleitung schrieb einen Bericht über die drei Tage dauernde Ausstellung [12]. Da heißt es, dass man schon am ersten Tag im Laufe des Nachmittags den Eingang zur Ausstellung schließen musste, da die Ausstellung und das Sonderpostamt überfüllt waren. In Zusammenarbeit mit der Post ist während der Nacht noch beschlossen worden, den Eingang mit schweren Barrikaden abzusperren und das Postamt zu verbreitern, damit ein größerer Durchlauf möglich ist. Die Maßnahmen schienen sinnvoll zu sein, denn mit etwas Glück brauchte man nur noch zwei Stunden Schlange zu stehen, um die begehrten Blocks zu bekommen. Aber noch immer sahen Hamsterer die Chance, um mehrmals ins Postamt zu gelangen und Blocks zu kaufen, weil andere Besucher erst gegen Abend ins Postamt kamen. Am dritten Tag war es unverändert lebhaft, und so wurde beschlossen, nur noch ein Blockpaar pro Besucher abzugeben. Die Maßnahme drückte nicht die Stimmung. Laut Bericht der Post standen die Wartenden in doppelten Schlangen von der Mittelpromenade entlang der Kaiser-Wilhelm-Statue bis zum Deutschen Haus. Die Polizei hatte viel zu tun, und Menschen fielen in Ohnmacht - Daposta-Fieber. Ein Besucher fasste die Hysterie wie folgt zusammen [14]: "Danzig ist in eine fieberhafte Leidenschaft geraten. Ihre Majestät die Briefmarke beherrscht die heißen Wünsche Tausender: Aus Menschen ohne Signum einer Sammlermanie wurden heißhungrigere Briefmarkenthusiasten. DAPOSTA heißt das Zauberwort, das einen Taumel hervorrief. Sonne, Strand und kühlendes Bad waren Nebensachen. Der Wunsch, DAPOSTA-Marken zu kaufen, ließ Anderes schweigen. Kraft und Energie wuchsen und ließen den Einen und den Anderen - und das waren immerhin viele Hunderte – acht, auch neun Stunden stehen".

Nicht jeder war glücklich mit der Blockschlacht. Auch von amtlicher Seite kam Kritik. So schrieb die Überwachungsstelle für Papier [3] an den Dachverband für den Briefmarkenhandel in Deutschland folgenden Brief:

Ein Brief aus Oslo an die Ausstellungsleitung enthielt ebenfalls Kritik [8]. Der Schreiber fragte, ob man diese Blocks, die ausschließlich einer Organisation zugeteilt waren, Postwertzeichen nennen sollte. Die LPD Danzig reagierte sofort. Die Danziger Post stellte klar, dass die Blocks am Postschalter der Ausstellung verkauft wurden [9].

Arge Danzig, Rundschreiben 238, Literaturbeilage 168, Seite 9.


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Added: 27/12/2012
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