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Gallery » Rundschreiben 128 - 4. Quartal, 1985 » Rundschreiben Nr. 128: In Sachen Danzig

>> In Sachen Danzig 


Ein anderer noch fraglicher Punkt ist der Grenzverlaufnach der endgültigen Festlegung entlang der Weichsel. Es gibt Karten, bei denen ist der Grenzverlauf am Westufer der Weichsel. Das ist vermutlich falsch. In der Schule wurde um 1933 gelehrt (und es gibt auch entsprechendes Kartenwerk), die Weichsel sei zur Hälfte auf polnischem, zur Hälfte auf Danziger Territorium und würde zwischen Güttland und Barent endgültig auf Danziger Gebiet treten. Auf einer von diesen Karten ist noch folgendes eingezeichnet: Ein maar hundert Meter weit ist der Bahndamm der Eisenbahnlinie von Dirschau nach Marienburg noch als polnisches Territorium eingezeichnet.

Dann gibt es noch eine weitere Version, derzufolge auch noch ostwärts der Weichsel Ländereien in einem mehr oder minder schmalen Landstreifen zu Polen gehörten.

Was ist denn nun eigentlich richtig? Wer kann Angaben machen?

Und zuletzt: Wie kam es zu der angeblich "irrtümlichen" Grenzziehung, derzufolge Pröbbernau im Nolebsten (auf der Frischen Nehrung) zu Danzig kam und erst am 24.12.1920 wieder zum Deütschen Reich gehörte?

übrigens ist der Stempel Pröbbernau auf Danzigmarken recht selten. Eine Rarität ist jedoch der Abschlag auf Danziger Marken nach dem 31.12.1920, denn bis zum 31.3.1921 durften in Pröbbernau noch Danziger Marken weiterverwendet werden! Bisher sind davon erst zwei Belege bekannt geworden.

Herr Günter Deinert findet zwar überall Ausdrücke wie "Poststelle", "Posthilfsstelle" usw. - aber nirgends eine Erklärung, wo da der feine Unterschied liegt. Wer kann hierüber eine Ausarbeitung machen, die zur Veröffentlichung in unserem Rundschreiben geeignet ist?

Nochmals ein Wort zum "Danziger Dorf in Magdeburg". Es gab Sondermarken (Mi.Nr. 274 und 275 bzw. Block 3) zur Errichtung einer ranziger Siedlung in Magdeburg, wo 180 Danziger Familien eine neue Heimat fanden. Der Oberbürgermeister von Magdeburg besuchte aus diesem Anlaß sogar Danzig.

Die Geschichte hat jedoch einen recht traurigen Hintergrund, indem die betreffenden Familien mraktisch ausgewiesen wurden. Es waren die ersten Flüchtlinge aus Danzig.

Nachdem Danzig Freistaat geworden war, lebten dort auch Beamte des Deutschen Reiches mit 'ihren Angehörigen und - mit Pensionsansprüchen. Trat nun der Pensionsfall ein, mußte das Deutsche Reich Pensionen in das Ausland überweisen, nämlich nach Danzig. Angeblich wollte die Reichsregierung die Pensionen nur dann weiterzahlen, wenn die betreffenden Empfänger im Reichsgebiet wohnten. Dadurch kam es zu mehreren Umsiedleraktionen, eine davon war das "Danziger Dorf in Magdeburg". Hierdurch wurden Familien von ihren Kindern getrennt, und die Umsiedlung war nicht in jedem Falle eitel Sonnenschein. - Jetzt weiß in Magdeburg kaum jemand etwas über das Danziger Dorf, welches zu einem Stadtteil im Nordwesten Magdeburgs gehört.

Wer weiß hierüber etwas Spezielles?

In "Unser Danzig" Nr.15/1985 wurde berichtet, ein Danziger Cholera-Brief sei bei Bühler-Nachfolger zur Versteigerung gekommen, für den Brief mit 2.500 Ausruf erfolgte aber kein Zuschlag. - Morgen (10.10.) wird bei Köhler-Wiesbaden ein Cholera-Brief angeboten (Ausruf 1.500). Interessant ist der Inhalt aus dem 1831 geschriebenen Brief: Nachdem der Prior des Danziger Franziskanerklosters gestorben war, hatten sich die vier Aspiranten auf "Ludwig Jagellowicz als den besten und würdigsten unter sich" geeinigt und heischten nun vom Ober-Präsidenten die Anerkennung. - Gleichzeitig wurde einer der vier Aspiranten, Romnaldus Schenkin, als unruhiger Mensch bezeichnet, der in Prozesse verwickelt sei und zeitweilig seines Verstandes nicht mächtig.

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Arge Danzig, Rundschreiben 128, 9. Oktober 1985, Seite 714.


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Added: 22/03/2016
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