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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 100 - Februar, 1979 » Der Danziger Artushof und seine Banken

>> Der Danziger Artushof und seine Banken

Ein Schreiber wird Vogt, wenn er "dran" ist, das heißt in der. Reihenfolge des Eintritts in eine Bank. Der Vogt führt ein Jahr lang die Geschäfte der Bank, er vertritt sie nach außen und ist insoweit der Repräsentant aller Brüder einer Bank.

Am Ende des Vogtjahres - bei einer Bank zu Beginn desselben hat der Vogt seinen Bericht über die Ereignisse des abgelaufenen Jahres zu erstatten und das Vogtmahl für seine Brüder zu geben. Rechnungslegung und Vogtmahl wie die beiden Teile der Jahreszusammenkunft heißen, sind der Höhepunkt und der Abschluß eines Vogtjahres. Weil jeder Bankenbruder nur einmal in seinem Leben Vogt sein kann, ragt dieses Ereignis als Aufgabe für den Bankenbruder besonders heraus.

Die Rechnungslegungen mit dem Vogtmahl finden alljährlich zwischen November und Januar eines Jahres statt. Wie erwähnt spielt sich das Leben der Banken seit etlichen Jahren in Lübeck ab. Dort ist im altehrwürdigen Schabbelhaus, das sich im Eigentum der Lübecker Kaufmannschaft befindet, mit Hilfe der Lübecker Kaufleute eine Traditionsstätte entstanden, die für uns Danzige die Rolle des Artushofes übernommen hat und für die Lübecker eine Verbindungsstätte zur Historie des Ostens darstellt. In zwei Etagen des Schabbelhauses wird die 1976 initiierte Stiftung Kulturgut hansisoher Städte ihre Heimstatt haben. Diese Stiftung, die von den Brüdern der vier Danziger Banken gemeinsam mit der Lübecker Kaufmannschaft gefördert wird, soll dazu beitragen, der heutigen Generation Wissen und Anschauung über die Kultur des Deutschen Ostens zu vermitteln. Das bisher erreichte ist beachtlich.

Das Schabbelhaus bietet mit seiner Gastronomie in historischen Räumen auch den rechten Rahmen für das festliche Vogtmahl. Ich hatte die Ehre, im November 1977 das Vogtamt in der St. Christophorus-Bank antreten zu dürfen. Am 25. November 1978 hatte ich meine Rechnungslegung mit Vogtmahl.

Jeder Vogt bemüht sich, etwas besonderes zu bieten. Das ist durchaus keine Frage der Größe des Geldbeutels, sondern sehr davon abhängig, ob es gelingt, sich etwas einfallen zu lassen. Wir hatten vor einigen Jahren das Vergnügen, ein am 11. Juni 1856 in Lübeck gegebenes Menü mit 12 Gängen und 9 Weinen nachvollziehen: 21 dürfen. Andere Brüder ließen Spezialitäten ihrer jetzigen Ileimat servieren. Eine weitere Form einer länger wirkenden Darstellung ist die Gestaltung der obligatorischen Menükarte.

Seit zwei Jahren stand für mich fest, daß diese Menükarte neben der Nennung der gebotenen Genüsse mein Hobby, die Philatelie zu bringen hatte, und zwar wollte ich versuchen, mit Hilfe von Marken eine Brücke zwischen Danzig und Lübeck zu schlagen. Ich habe eine Mini-Postgeschichte geschrieben, wobei ich gerne zugebe, mich der Anregungen aus den Aufsätzen unseres Vorsitzenden, Herrn Schüler, bedient zu haben. Diese Darstellung habe ich dann mit Originalmarken aufgelockert, angefahgen mit Deutsches Reich (Michel-Nr. 751). Diese Marke 50 mal zu beschaffen, war das schwierigste. Aus allen deutschen Landen habe ich sie mir zu zwei oder drei Stücken besorgt. Das große Erfolgserlebnis hatte ich wider Erwarten im Frühjahr 1978 in München. Dort betrat ich einen Laden in der Nähe des Stachus, verlangte 23 x Michel-Nr. 751 und traute meinen Augen nicht, als der Händler - ohne mit der Wimper zu zucken - mir 23 Stück für 4,60 DM verkaufte. Das Besorgen von 50 Werten Danzig (aus Nrn. 73 - 83) sowie Bund 779 und schließ-lich nochmal Deutsches Reich Nr. 862 brachte keine Probleme.

Auf der folgenden Seite sehen Sie die vier Seiten, die sich mit dem Postwesen beschäftigen in verkleinerter Form.

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Arge Danzig, Rundschreiben 100, Sonderbeitrag Nr. 7, Januar 1979, Seite 2.


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Added: 16/12/2015
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