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>> Feldpostzensur in Danzig von 1942 bis 1945
(Klaus Böhm, Tel. 04636/8276)

Abb. 2:

Abb 2 zeigt einen Auslandsbrief mit Vorzensur durch den Kommandanten des Torpedo-bootes T 28 (5. Torpedoboot-Flottille) mit Verschlußstreifen „Geöffnet/Feldpostprüfstelle“ der abwehrmäßigen Bearbeitung im Postamt Danzig 6 (stummer Stempel) und Zensur-Durchlaufstempel „Ac“ von Köln.

Die Verschlechterung der militärischen Lage im Baltikum und in Ostpreußen ab Herbst 1944 führte zu einer Verlegung der Feldpostbriefstelle(n). Im Baltikum waren bei der Heeresgruppe Nord u. a. die 16. und 18. Armee eingesetzt.

Im Monatsbericht für den August 1944 der Feldpostprüfstelle der Heersgruppe Nord vom 5.9.44 wird über die Verlegung der Prüfstelle von Insterburg/Ostpreußen nach Danzig berichtet:

„Die Feldpostprüfstelle erhielt Diensträume im Gebäude Wallgasse 15. Bis zum 11. August lief der Dienst in Insterburg. Am 14. August siedelte die Prüfstelle nach dem neuen Standort Danzig über. Am 17. August wurde hier der Prüfdienst wieder aufgenommen. Postsendungen kamen über die Feldspostleitstelle in Neufahrwasser aus dem Baltikum. Weitere Sendungen kamen in zweitägigem Abstand vom Feldpostamt in Königsberg. Wenn an manchen Tagen der Postanfall aus dem Bereich der Heeresgruppe Nord nur gering war, wurden Briefe aus dem Gebiet des XX. Armee-Korps gelesen (Anm. des Verf.: 2. Armee/Heeresgruppe Mitte), welche der Prüfstelle vom Feldpostamt Danzig 5 zugeleitet wurden. Prüfpost stand somit in genügender Menge zur Verfügung.“

Im Berichtsmonat August sind 30.162 Briefe gelesen worden, im Vormonat 40.059.

Nach meinem Dafürhalten war die „Feldpostprüfstelle der Heeresgruppe Nord“ identisch mit der Prüfstelle des Armee-Oberkommandos 16, das die Feldpost-Nr. 01 340 mit der Kenn-Nr. 500 benutzte.

Abb. 3:

Feldpostanweisung vom 2.2.45 der Feldpost-Prüfstelle des Armee-Oberkommandos 16 mit dem Tagesstempel „Danzig 5“ und dem im Postamt Danzig 6 verwendeten Tarnstempel.

(Die sich im unten rechten Teil der Feldpostanweisung befindliche handschriftliche Eintragung „2/1.45“ ist sicher betr. der Monatsangabe ein Schreibfehler.)

 

Arge Danzig, Rundschreiben 213, 2006, Seite 1565.


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Added: 08/02/2008
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