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Danziger Truppen in Deutsch-Südwestafrika
[Bernd Marczinke, Tel: 06232-26204, eMail: bernd.marczinke@t-online.de]

Nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 spielte die Kolonialpolitik in Deutschland zunächst nur eine untergeordnete Rolle. Insbesondere Reichskanzler Bismarck lehnte territoriale Erwerbungen in Übersee ab, da er im Zusammenhang mit der Kolonialerwerbung nur geringe wirtschaftliche Vorteile, jedoch erhebliche politische Störungen, erwartete.

Im Laufe der 1870er Jahre gewann die Kolonialpropaganda in Deutschland zunehmend an Öffentlichkeitswirksamkeit. 1873 wurde die Afrikanische Gesellschaft in Deutschland gegründet, die ihre Hauptaufgabe in der geographischen Erkundung Afrikas sah. 1882 kam es zur Gründung des Deutschen Kolonialvereins, der sich als Interes senverein für die Kolonial-propaganda sah. 1884 entstand die konkurrierende Gesellschaft für deutsche Kolonisation, die sich die praktische Kolonisation zum Ziel setzte. Beide Vereine fusionierten 1887 zur Deutschen Kolonialgesellschaft.

,,Gruss von der Hauptversammlung der deutschen Kolonialgesellschaft in Danzig“, aufgegeben am 28. Juni 1898 in Danzig

Sonderkarte des Deutschen Kolonialvereins, Abteilung Danzig, geschrieben am 20. August 1898 an Bord der SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm auf der Reede von Neufahrwasser

Das Jahr 1884 markiert den eigentlichen Beginn der deutschen Kolonialpolitik. Otto von Bismarck stellte nach englischem Vorbild mehrere Besitzungen deutscher Kaufleute unter den Schutz des Deutschen Reichs. Damit nutzte er eine Phase außenpolitischer Entspannung zum Beginn des „kolonialen Experiments“, dem er selbst allerdings weiterhin skeptisch gegenüberstand. Als wesentliches Motiv für Bismarcks Kehrtwende lässt sich vor allem das „Kolonialfieber“ in der deutschen Bevölkerung anführen: Bismarck hoffte, so wohl seine eigene Position zu stärken als auch die kolonialfreundliche Nationalliberale Partei vor der Reichstagswahl 1884 zu unterstützen. Außerdem hoffte man den Auswanderungsstrom nach Amerika in die Kolonien umzulenken.

Zunächst wurden die vom Bremer Kaufmann Adolf Lüderitz erworbenen Besitzungen an der Lüderitzbucht und das angrenzende Hinterland 1884 als Deutsch - Südwestafrika unter den Schutz des Deutschen Reiches gestellt. Im Juli folgten Togoland und die Besitzungen von Adolph Woermann in Kamerun, im Februar 1885 das von Carl Peters und dessen Gesellschaft für deutsche Kolonisation erworbene ostafrikanische Gebiet, und im April 1885 erwarben die Brüder Denhardt das Wituland.

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Arge Danzig, Rundschreiben 250, 1. Quartal 2016, Seite 2824.


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Added: 03/01/2016
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