Danziger Nachlese 7. Oktober 1920

Eine ganze Reihe mangelhafter Überdrucke der Flugpostmarken wurde uns seit letzter Ausgabe wieder vorgelegt. Bei zwei Bogen des 60-Pfennig-Marken, die Herr Kastner uns zeigte, weist jedes mal die dritte Marke der letzten Reiche eine zerbrochenen Flügel des Aeroplans auf. Die eine Trag-fläche erscheint oben durchbrochen, und es handelt sich hier zweifellos um ein fehlerhaftes Klischee, d. h. um keine Zufälligkeit beim Druck, sondern um einen Fehldruck.
Gleichfalls bei der 60 Pfennig beobachteten wir nach Vorlage des Herrn Paschke als Verschiebung der Ziffern 60 derart, dass die 4 der darunter stehenden 40 unbedeckt blieb und nun die Zahl 460 lautet.
Herr J. Hausmann legte uns ferner den 60-Pfennig-Wert vor, bei dem die obere Hälfte der Zahlen 6 und 0 abgeplattet und undeutlich gedruckt das Bild einer 50 ergibt.
Eine sehr interessanten Makulaturdruck der 5 Pfennig erster Ausgab zeigte uns Herr Cohn. Durch zweimaliges Überdrucken des Bogens mit dem Wort „Danzig“ und dem Blockierungsstrich entstand ein direktes Konglomerat von Strichen und Buchstaben auf einzelnen Marken. Der erste senkrechte Zehnerstreifen des Bogens beispielsweise, der uns vorlag, enthält auf einzelnen Marken das Wort „Danzig“ doppelt in verschiedenen Stellungen. Auf anderen Marken erscheinen Block-ierungsstriche kreuz und quer über die Marken gedruckt und einzelne Buchstaben des Wortes „Danzig“ neben dem vollständigen Wortaufdruck. Gleichzeitig ist zu vermelden, dass bei den ein-gereichten Zehnerstreifen der blaue Überdruck bei den unteren neun Marken stark auf der Rückseite durchschlägt. Alles in allem sind die Marken, obgleich zweifellos Makulatur, für Spezialsammler sehr beachtenswert, um so mehr, als bei der ersten Ausgabe derartig ausgesprochene Druckfehler verhältnismäßig selten beobachtet wurden.

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