Kontrollnummern der Danziger

von
L.D. Danzig-Langfuhr

Viele Sammler legen großen Wert darauf, Marken mit Bogennummern zu erhalten. Manchmal kann nun das Vorhandensein von Wert sein, besonders wenn auf ihm sich die Auflagenummer des Bogens befindet, denn für die wissenschaftliche Erforschung einer Markenausgabe sind diese Auf-lagenummer von Wichtigkeit.
Auflagenummer, Kontrollziffern! Was ist denn nun? Wo stehen die denn? Nehmen wir mal einen Bogen der 5-Pfennigmarken von Danzig I. so finden wir am der linken Seite von oben bis unten verteilt z.B. die Zahlen 4, 3, 2, 1, 10 und zwischen zwei solcher Zahlen eine höhere, etwa 2100. Bei dieser Anordnung der Zahlen sprechen wir von Neurollendruck (N.R.) Nehmen wir aber einen Bogen von 15, 20 oder 40, so finden wir links oder rechts oben oder unten etwa die Zahl H. 6880.19 oder H 2051.20. Diese Drucke nennen wir Altrollendruck (A.R.). Die Zahl hinter dem Punkt gibt das Jahr an, in dem der Bogen gedruckt wurde, in unserem Falle also 1919 bzw. 1920. Je höher die vorangehende Jahr ist, desto später im Jahre wurde der Bogen gedruckt. Bevor nun die Danziger Marken in alle Winde zerstreut sind, soll im folgenden der Versuch gemacht werden, die Auflage-nummern, soweit sie dem Schreiber bekannt geworden sind, aufzuzeichnen.
Was die Einteilung der Marken anbelangt, sei noch vorausgeschickt, dass der Aufdruck der Druck auf eine Marke ist, der den Namen oder die Eigenschaft, aber nicht den Wert ändert. Der Überdruck zeigt an, dass eine Marke durch Überdrucken einen höheren oder niederen Wertangabe ihren Wert verändert hat.

So teile ich ein:
1. Danzig I Berliner Ausgabe (Reichsmarken in Berlin mit Aufdruck versehen).
2. Danzig II Berlin – Danziger Ausgabe (Berlinger Aufdruckausgabe, in Danzig mit Überdruck versehen).
3. Danzig III Danziger Ausgabe (Reichspostmarken, die
a) in Danzig mit Aufdruck versehen wurden,
b) in Danzig mit Aufdruck und Überdruck versehen wurden;

Berliner Ausgabe;

Alte Auflage neue Auflage
5 N R H 3366.20
10 N R H 3367.20
A R H 2383.20
15 A R H 2851.20 H 3368.20
20 H 5712.19
A R H 2029.20 H 3369.20
H 2977.20
30 N R H 3370.20
50 A R H 6880.19 H 3371.20
A R H 2382.20
1,00 Offset H 2395.20 H 3372.20
1,25 Offset H 2024.20 H 3373.20
2,00 Kupferdruck H 3374.20 4 5 6
H 3376.20 2 3
2,50 Offset H 2025.20 H 3375.20 2
H 3375 2 1
5,00 Kupferdruck H 3376.20
40 A R H 3339.20 H 3722.20
1,50 Offset H 3408.20 H 4136.20
3,00 Kupferdruck H 4136.20

Aus dieser Aufstellung geht hervor, dass die 40 Pfennig schon vor 1,50 und 3 Mark gedruckt war, obwohl sie hier in Danzig zuletzt erschien. Damit finden wir auch das Gerücht bestätigt, das wissen wollte, dass die 40-Pfennig-Marke schon lange fertig in Berlin liege, dass sie aber nicht eher ausge-liefert werden solle, als bis die deutschen Postanstalten ebenfalls mit der 40 rot beliefert werden könne. Sodann finden wir, dass bei dem Teile der 2,50-Mark-Bogen, der außer der Kontrollzahl noch eine 1 trägt, die 0 der 20 fehlt. Weitersehen wir, dass ein Teil der 2-Mark-Bogen die Kontroll-nummer der 5-Mark-Bogen trägt. Einer dieser Bogen H 3376.20 2 trägt auch den einzigen Platten-fehler, der für die Allgemeinheit von Wert ist, nämlich Danzia. Der Plattenfehler entsteht bekannt-lich dadurch, dass die Platte fehlerhaft wird und die Marke nun hauptsächlich in den Inschriften, wo er sich am meisten zeigt. Fehler aufzeigt. Diese sind der Ursache der Entstehung entsprechend meist gering und umfassen gewöhnlich nur Schrammen, Kratzer, farbige oder farblose Stellen, je nach der Vervielfältigungsart der betroffenen Marken, verstümmelte Buchstaben, ineinander verlaufende oder abgebrochene Verzierungen und dergleichen mehr.
Im allgemeinen sind diese Plattenfehler nicht ins Gewicht fallend, nur da, wo sie sich neckischer weise die Buchstaben ausgesucht haben, kommt es zu philatelistisch größere Bedeutung so z.B. für Deutsches Reich – Dfutsches Reich oder Eraniscus bei Österreich 1908 35 Heller.
Bei Danzig II und vor allem Danzig III sind die nur sehr schwer zu ermitteln, denn verschiedene Werte sind überhaupt nicht zu bekommen. Einige Werte sind nur stückweise am Schalter abgegeben, und bei den Marken die bogenweise am Schalter zu haben sind, ist der untere und rechte Markenrand abgerissen, wohl um ein richtiges Einlegen in den Druckstock zu ermöglichen. Die folgende Aufstellung ist aber noch sehr lückenhaft. Es werden aber alle, die über größeres Material verfügen, im Interesse der Sache freundlichst gebeten, die Liste nach Möglichkeit durch freundliche Mitteilungen an die Redaktion der „B.R.“ zu ergänzen.

II. Serie Berliner-Danziger 20 A R H 4663.19 H 5371.19
Ausgabe 25 N R
10/20 A R 2029.20 30
25/30 N R 4 N R
2,00/30 N R 50
60
III Danziger Ausgabe 75 N R
80 N R
III a. Danziger Aufdruck 1,00 Kupferdruck
2 Pfennig 2,00 Kupferdruck
2 ½ III b. Aufdruck und Überdruck
3 1.25/3
5 H 4395.19 2.00/35
7 ½ 3.00/7 ½ H 3348.19
10 5.00/2
15 A R 10/7 ½

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Danzig