Stempelwunsche

In Deutschland ist vor kurzem seitens der obersten Postbehörde die Anordnung getroffen worden, dass zwecks Zeitersparnis die für Wertbrieffrankaturen hauptsächlich in Betracht kommen großen Markwerte nicht, wie bisher, doppelt, sondern nur einfach abgestempelt werden sollen. Wie wäre es, wenn die zuständige Danziger Behörde auch für unseren Freistaat eine derartige, besondere von den Briefmarkensammlern sicherlich mit Dank begrüßte Anordnung träfe? Doppelte Stempelung verschmiert nur unnötigerweise das Markenbild und macht die Marke weniger beliebt.
Bei dieser Gelegenheit darf man wohl auch die Anregung unterbreiten, es möge Vorsorge dafür getroffen werden, dass die postalischen Stempel ab und an in gewissen Zeiträumen einer leicht zu bewerkstelligenden Reinigung unterzogen werden möchten. Wer Gelegenheit hatte, einmal einen der gebräuchlichem Stahlstempel nach häufigem Gebrauch, anzusehen, wundert sich nicht mehr über die hässliche und verschmierte Abstempelung vieler Danziger Marken auf den Briefsachen, da die einzelnen Buchstaben und Linien des Stempels, durch Filzreste und andere Bestandteile häufig total verstopft sind; eine Reinigung mit Leichtigkeit mit Hilfe einer Nadel und eines Stückchen Zeitungspapier im Handumdrehen zu bewerkstelligen.
Ferner möchte man der Postbehörde den dringenden Wunsch unterbreiten, wenigstens den uns in Danzig das Abdrücken der Ankunftsstempel auf Briefen wieder obligatorisch zu machen. Der dadurch verursachte Zeitverlust steht in keinem Verhältnis zu der Wichtigkeit dieses Beweisstückes für die Geschäftswelt und das Publikum und beide werden es der maßgebenden Stelle gewiss allge-mein zu danken wissen, wenn sich ein Weg zeigt, diese „Alte Neuerung“, um die man Deutschland früher im Ausland vielfach und mit Recht beneidete, wieder einzuführen.
A.E.D.

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Danzig