Danzig Nachlese 23. Dezember 1920

Wir können heute, ohne die ziemlich zahlreich gerade in jüngster zeit auftauchenden mangelhaften Drucke sämtlich registrieren zu wollen, einen besonders bemerkenswerten Makulaturdruck melden, der wohl die Bezeichnung eines Fehldrucks verdiente. Herr H. Schmidt, Danzig-Langfuhr, legte uns nämlich das 5-Mark-Provisorium letzter Ausgabe (violetter Unterdruck) vor, und zwar die letzte Marke des Bogens rechts unten, die infolge einer Faltung des Papiers beim Druck (Eselsohr) auf der vorderen Seite nur den roten Überdruck Danz’ trägt, so dass die Landesbezeichnung nun als interessante Fassung Danz’ Reich erscheint.
Die Firma Richard Borek, Braunschweig, übersendet uns einen ganzen Bogen (H 4673.15) der Danziger 5-Mark-Provisoriums mit Flagge letzter Ausgabe mit b violettem Netz-Unterdruck, der einen doppelten Rasterunterdruck aufweist. Es handelt sich dabei um ein drucktechnisches Versehen (zweifaches Durchpassieren des Bogens durch die Rasterdurckmaschine), doch sind auf Art unzweifelhaft 100 Marken des entsprechenden Wertes geschaffen worden, von denen jede einzelne im ungetrennten Zustande als Fehldruck zu bezeichnen wäre. Die Firma B. bemerkt, dass dieser Bogen unter vielen anderen der einzige war, der ihr mit Doppelunterdruck vorlag, und dass davon kaum noch ein zweiter Bogen existieren dürfte. – Auch uns hat leider noch keine derartige 5-Mark-Abart vorgelegen, vielleicht kann uns aber jemand aus dem Leserkreise der „B.R.“ mitteilen, ob der Fall vereinzeln steht oder nicht.
Weiter schreibt uns Herr A. Ebel – Rössel (Ostpr.): Die 10 Pfennig – Danzig I erwähnt indem Artikel von Herrn L.D. Langfuhr in Ausgabe 21 der „B.R.“ ist in der gleichen Weise wie die Allen-steiner 15 Pfennig – Gedenkmarke („die berühmte Rotviolette“ vergl. „B.R.“ 19) hergestellt, nämlich im NR. Was aber die Marke seltsam ansehen macht, ist das Fehlen des oberen und unteren Randes! Diese sind vermutlich beim Überdrucken (Aufdruck „Danzig“) abgetrennt worden! Die an der linken Seite des Bogens befindlichen Ziffern 10, 8, 7, usw. sind Kontrollzahlen der Reichs-druckerei über den Papierverbrauch! und kommen ebenfalls bei 20, 30, 40, 75 Pfennig; also bei allen im NR. gedruckten Marken vor.
Bei den zweifarbigen Werten (30, 40, 75 Pfennig) kommen natürlich die Papierkontrollzahlen zweimal (je in beiden Farben!!) vor. Die eigentlichen Kontrollzahlen gehen nur bis zehn, aber durch den Zweifarbendruck erscheinen sie oft weit höher, obwohl ja meistens eine farbige Zahlenreihe etwas höher steht als die andersfarbige. Diese Erscheinung können sie oft beachten! Sie kommt stets am linken (vom Beschauer aus !) Markenrand vor und ist etwa unter je 30 Bogen einmal! Früher druckte die Reichsdruckerei anstatt der Ziffern (z.B. bei den Adler-Marken) die blauen Randdrucke in Zentimeterfolgen oder Buchstaben „Reichsdruckerei“ . (Näheres hierüber in P.Ohrts „Neudrucke und ihre Kennzeichen“ Band III !)

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