Danziger Nachlese 14. April 1921

Herr H. Herold, Reichenbrand i.Sa. legt uns eine Abart des Stern-Provisoriums 10 auf 20 Pfennig Danzig vor, bei dem die erste 1 einen von der Regel stark abweichenden Fußstrich zeigt. Der letztere ist nicht gerade, sondern zeigt mit der Spitze nach unten, was anscheinend aus einem zerbrochenen Klischee zu erklären ist.
Der 2-Mark-Wert der Verfassungsausgabe hat neuerdings in der Färbung der Medaillons einen ausgesprochenen hellgrünen statt den ursprünglich graugrünen Ton.
Herr R. Littwin, Danzig verdanken wir die Vorlage eines 5-Pfennig-Wertes letzter Ausgabe, bei dem die olivbraune Färbung der Marke eine sehr stark abweichende Tönung – matthellbraun – zeigt. Es geht daraus wieder einmal hervor, dass die Verreibung und Auftragung der Farben, wie es bei einer Privatfirma bei den umfangreichen Lieferungen nicht anders zu erwarten ist, sehr ungleich-mäßig erfolgt. Zum Teil scheinen bei neuen Auflagen auch chemisch-technisch verschieden zusammengesetzte und in der Qualität verschiedenen Farben (Erdfarben?) verdruckt worden zu sein. Einzelne Farben, wie z.B. das Rot und Orange der deutschen Germaniamarken, kommen beim Druck fast nie gleichmäßig heraus. Zur Verurteilung der normalen Farbengebung bei frisch gedruckten Marken waren in der Reichsdruckerei vor dem Kriege besondere Beamte angestellt, die vor der endgültigen Drucklegung einer neuen Bogenauflage die Probeabzüge auf die gewollte Farbenmischung hin aufs peinlichste genau prüfen.

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