Danzig in der Spezialsammlung

Jeder vorgeschrittene deutsche Briefmarkensammler kennt den von Georg Bütow, Berlin, heraus-gegebenen „Deutschen Kriegsmarken-Spezialkatalog“ oder hat wenigstens von ihm gehört. Da finden nur für die einzelnen Marken alle möglichen Farbenwerte verzeichnet. Für den Aufdruck treffen wir auf Bezeichnungen wie: hochglänzend, glänzend, schwach glänzend, matt russig. Diese Spezialisierung ist auch in die großen Kataloge übergegangen. Nun veröffentlicht Herr Willy Strache in der „Sammler-Woche“ Nr. 3 und 5 einen Artikel „Die Farben der deutschen Aufdrucke“ und schreibt: „Die Bedeutung de Aufdruckfarben der deutschen Besetzungsmarken nach Firnis-graden hat nicht den Wert und die Bedeutung, die man gemeinhin dieser Sache beimisst. Ab Mitte 1916 sind die Marken auf Löschpapier gedruckt und der Löschgrund saugte den Farbenfirnis, und ließ die Trockensubstand obenauf liegen. Nun findet man aber auch bei Marken der Löschpapierzeit glänzenden und matten Aufdruck. Strache sucht das auf verschiedene Weise zu erklären. Ob und wie weit seine Ausführungen richtig sind, soll hier nicht untersucht werden. Ich möchte die Danziger Spezialsammler nur darauf aufmerksam machen, dass bei Danzig I der Aufdruck meist schwach glänzend ist, dass es aber auch vollständig matte Aufdrucke gibt. Ich habe Exemplare, von 5, 15, 20, 30 Pfennig. Vielleicht findet der eine oder andere Sammler bei Durchsicht seiner Bestände auch noch andere Werte und teilt das der „Rundschau“ mit.

In Ausgabe 9 der „Rundschau“ habe ich berichtet, dass von 25/30 eine zweite, größere Type vorhanden ist. Heute kann ich melden, dass es von 10/20 ebenfalls eine fettere Type gibt. Bei den ersten Drucken war die Breite dieser Ziffern 9,5 Millimeter, bei den letzten 10 Millimeter, die Breite de 1 erst 1,6 Millimeter, später 2 Millimeter Höhe der Ziffern erst 8,2 Millimeter, später 8,5 Millimeter, Breite der Nullwand erst 1,8 Millimeter, später 2,2 Millimeter- Entfernung der 1 von der 0 erst 1,3 Millimeter, später 1,0 Millimeter.
Also ebenfalls eine fettere Type. In Ausgabe 4 habe ich ferner gesagt, dass die Platte 25/30 neu gestochen sein müsse. Nun wird mir aber von befreundeter Seite mitgeteilt, dass das nicht der Fall zu sein brauche, dass vielmehr höchstwahrscheinlich die Verbreiterung im Laufe der Zeit entstanden sei. Die weichen Drucktypen seien durch langen Gebrauch allmählich breiter geworden. Diese Ansicht hat zweifellos etwas für sich. Wenn man die oben angeführten Zahlen sich genauer ansieht, so findet man, dass der Aufdruck sich nach allen Seiten verbreitert hat. Vielleicht ist die Postverwaltung bereit, eine Erklärung dahin abzugeben, dass es sich hier bei den fetten Typen um eine Neuauflage handelt oder dass sie nur durch Abnützung der Platten entstanden sind. Bei 25/30 bleibt der Farbenunterschied jedenfalls bestehen.
L.D.

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