Danziger Flugpost

Neue Überraschung auf dem Gebiete der Danziger Provisorien sind, wie versichert werden darf, vor Erscheinen der endgültigen Ausgaben nach Konstituierung des Freistaates, dessen Zeitpunkt natür-lich noch im ungewissen liegt, nicht zu erwarten. Es bestand zwar ursprünglich die Absicht, auch die noch in Danzig vorhandenen großen Restbestände der deutschen Nationalmarken (etwa 7 ½ Millionen Stück) durch Überdruck noch zu verwerten, falls die vorhandenen Markenbestände sich der Erschöpfung zuneigen sollten. Doch man diesen Plan maßgebenden Ortes wieder fallen lassen, wohl auch um in der Sammlerwelt keine Beunruhigung hervorzurufen.
Andererseits können wir aber in Danzig nach guter Information in absehbarer Zeit wahrscheinlich noch mit Verausgabung einer „soliden“ Marken-Neuausgabe rechnen. In Verbindung mit dem geplanten Flugpostdienst Berlin – Kopenhagen – England, an dem auch Danzig Anschluss haben wird, sollen hier besondere Flugpostmarken geschaffen und verausgabt werden. Die deutsche Post-behörde will bei einer Beteiligung Danzigs an dem Flugpostdienst für die Beförderung der Danziger Postbeutel eine ziemlich hohe Abgabe erheben, und ein Teil der hierdurch entstehenden besonderen Unkosten soll eben, wie beabsichtigt wird, durch Schaffung eigener Flugpostmarken für Danzig gedeckt werden.

Inzwischen ist der schon längst bestellte und erwartete noch an der ersten Ausgabe fehlenden 40-Pfennig-Wert in (zweifarbiger) Ausführung überdruckt mit dem Worte Danzig aus der Reichs-druckerei in Berlin eingetroffen. Die 40-Pfennig-Marke dürfte bei Erscheinen dieser Zeilen im Druck bereits zur Ausgabe gelangt sein. Die Auflage dieses Wertes ist sehr groß, so dass die unentwegten Hamsterer bei ihm nicht auf ihre Rechnung kommen werden.

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Danzig