Danziger allerlei

Senf berichtete im Fernsprecher der Nr. 20 seines Ill.Br.I., dass bei 5,- Mark Danzig I der Aufdruck in zwei verschiedenen Größen hergestellt sei und zwar soll bei der ersten kleineren Auflage der Aufdruck 15 mm lang sein, bei der zweiten größeren 15,5 mm.
Ob es richtig ist, konnte ich bis jetzt noch nicht feststellen. Die „B.R.“ hat s.Z. diese Notiz aus dem Ill.Br.I. übernommen, hat dann in Ausgabe 26 das Vorhandensein eines Aufdrucks 14,5 mm bei 3,- Mark (nach Vorlage von Herrn H.) gemeldet. Ich habe nun verschiedene Exemplare gemessen und zwar von der am weitesten links gelegenen Stelle des D-Bogens waagerecht nach rechts he (d.h. herüber zum g (d.h. ohne die obere Ausbuchtung des g) und habe bei allen im Juni erschienenen Werten, ebenso bei 40 Pfennig und 1,50 Mark ebenso bei der neuen 4,- Mark dagegen eine Länge von 14,5 mm. Wie bei den Saargebietsmarken ist aber der Aufdruck zweifellos ein zweites Mal gesetzt worden. Bei der 3,- Mark habe ich nur 14,50 mm gefunden. Die von Herrn H. gemeldeten Marken bilden also die Regel und es wäre erst zu beweisen, ob es Exemplare mit einer Aufdruck-länge von 15 mm gibt. Da die 5,- Mark zweite Auflage dieselbe Kontrollnummer trägt wie 3,- Mark, so dürfte wohl auch der Aufdruck dieser zweiten Auflage ebenfalls 14,5 mm (nicht wie Senf meldet 15,5 mm) messen, da der Aufdruck der erstem Auflage eine Länge von 15 mm besitzt!
Oben habe ich Saargebiet erwähnt. Da möchte ich doch auf eine Bemerkung des Herrn Warré in seinem Artikel „Von Sinnsprüchen auf Briefmarken“ zurückkommen. Herr Waffé sagt nämlich: „Bei de 1. Ausgabe Saargebiet reichte das T und S in oder an die 2,50 Mark während bei späteren Drucken kaum Mark getroffen wird.“ Er bewertet I. Auflage mit 28,- Mark, die II. Auflage mit 10,- Mark. Diese Preise mögen wohl gelten, ob aber das angeführte Unterscheidungsmerkmal, ist eine andere Frage. Wie leicht der Aufdruck nach unten und oben verschoben wird, das sehen wir an unseren Danziger Marken und ich glaube kaum, dass für Saargebiet dieser tief stehende Druck ein wirkliches Kennzeichen für die II. Auflage ist. Dagegen haben wir ein untrügliches in der Farbe. Diese war bei der ersten Auflage (50 000 St.) rotlila, während sie jetzt lilarot ist. Diese rotlila Farbe gibt es auch bei Danzig I; auch hier ist sie viel seltener als die lilarote.
In einem Artikel über die Kontrollnummern der Danziger habe ich einen eigenartig aussehenden Bogen der 10-Pfennig-Marke erwähnt und gesagt, es sei wohl ein N.R.-Druck. In einer der nächsten Nummern habe ich ihn Automatenrollendruck besiniert. Nun erklärt ihn Herr A.Ebel, Rössel wieder als N.R.-Druck. Ich muss daher nochmals darauf zurück kommen. Bei Alleinstein haben wir die gleiche Erscheinung bei der 15 Pfennig sog. „Siegesmarke“. Ich hatte nun Gelegenheit, Herrn Krümmel persönlich zu sprechen. Dieser Herr hat in Berlin im Reichspostministerium persönlich Erkundungen eingezogen und es wurde ihm bestätigt, dass die Bogen von aufgeteilten Automaten-rollen herstammen (s. Artikel in Nr. 3 der Br.N.). Es bleibt also bei meiner Defination d.h. die Bogen sind je der 10. Teil eines Automatenrollendrucks.
Vor ein paar Tagen erhielt ich auf dem Postamt eine 25/30, die mir sofort durch ihr Aussehen auffiel. Bei näherer Untersuchung und beim Vergleich mit andern Marken stellten (ich erhebliche Verschiedenheiten heraus. War der bisherige Aufdruck der Marke schwach glänzend, so ist der jetzige vollständig matt. Bisher war die Farbe des Aufdrucks dunkelgelblichgrün, jetzt ist er tiefdunkelgrün. Als ich nun den Maßstab zur Hand nahm, ergaben sich weitere Verschiedenheiten. Die Höhe der 2 ist jetzt 95, mm, bisher 9,3 mm. Die Entfernung der 2 von dem senkrechten Strich der 5 war bisher 1,4 mm, jetzt 1 mm. Die Ziffern selbst sind viel stärker, so ist z.B. der Briete des unteren Balkens der 2 bisher 1,6 mm jetzt 1,95 mm. Aus all dem geht hervor, dass wir es hier mit einer ganz neuen Platte zu tun haben, von der wir eine neue Type der 25/30 erhalten.   L.D.

Auch der 10-Mark-Wert (Schrägdruck) der Ausgabe mit rotviolettem Untergrunde, wie uns Herr A.Ehmer-Danzig mitteilt, mit doppeltem Rasterunterdruck in wohl nur einem Bogen zur Ausgabe gelangt.

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