Die Jagd der Briefmarkenfälscher

Die in den Ausgaben Nr. 40 und 47 der Danziger „Briefmarken-Rundschau“ erschienenen Artikel über Fälschungen haben nicht nur überall das allergrößte Interesse hervorgerufen, die haben auch – und das ist ja wohl auch die Hauptzweck – ungemein viel Anregung zur weiterten Inangriffnahme des Problems gegeben. So hat der Verein der Briefmarkenfreunde im Freistaat Danzig in einer letzten Vereinssitzung am Donnerstag eine eigene Prüfkommission gebildet, zu der vier erfahrene Danziger Herren als Spezialisten auf dem in Frage kommenden Gebiet durch Wahlen herangezogen wurden.
Durch Anzeigen in allen größeren philatelistischen Zeitschriften sollen ferner u.a. Besitzer von Danzig-Seltenheiten um Einsendung zur Prüfung dieser gebeten werden. Die Sammlerwelt kann also für die Folge mit größter Ruhe auf von dieser Kommission geprüfte und für echt befundene Stücke bauen. Aber nicht nur die Vereine, auch die Händler und nicht zuletzt auch die Polizei-behörde der Freien Stadt ist zur Zeit außerordentlich rege hinterher, um den Fälschern und ihren Mithelfern auf die Spur zu kommen. Zur Prüfung selbst liegt ja genügend echtes Vergleichsmaterial vor, was aber noch zum Teil fehlt, das sind die einwandfrei als falsch befundenen Marken. Es ist jedem Sammler wie Händler zu empfehlen, bei Kauf und Tausch von Danziger Seltenheiten diese auf jeden Fall nur bei Abgabe der Adresse des Verkäufers und mit Vorbehalt der Echtheit zu erwerben und bei Einsendung zur Prüfung genaue Angeben über Zeit des Kaufes Menge der Marken und die genaue Bezeichnung des Verkäufers beizufügen. Wozu diese Anregungen befolgt werden, dürfte auch das Misstrauen, das man im Auslande gegen die Danziger Aufdruckraritäten hegt, mehr und mehr verschwinden und wir zu gesicherten Zuständen auf diesem Gebiete kommen.

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Danzig