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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 183- April, Mai, Juni, 1999 » Stempelkunde von Danzig, Domachau

>>  >>  >> Kleine Stempelkunde von Danzig
Teil 3: Stempel der Poststellen (II)

• Diese Riesenstempel waren im allgemeinen Postgebrauch zu unhandlich, weshalb sie schon ab 10.11.1938 durch handlichere Stempel der Type 4.2 a abgelöst wurden. Auch jetzt erhielten wieder alle Postorte den gleichen Stempel. Interessant ist, daß die Poststellen der anderen LPÄ offensichtlich mit den großen Stempeln zurecht kamen.

• Die Postanstalt Fünfgrenzen wurde am 31.1.1939 geschlossen und ab 1.2.1939 nach Lehmberg verlegt. Dieser Ort erhielt einen Stempel gleichen Typs.

Schließlich wurde am 1.9.1939 noch eine Poststelle (II) in Damerau eröffnet, die einen gleichen Stempeltyp erhielt. Da sie aber zum LPA Neuteich gehörte, lautet die Inschrift abweichend „über Neuteich".

Zwischen Oktober 1938 und Mai 1939 wurde die bisherige Postagentur mit einfacherem Betrieb Strippau zur Poststelle. Überraschend ist, daß dennoch der bisherige KBo-Stempel aptiert wurde, denn er ist vom 4.10.1939 bekannt. Da die Poststelle spätestens im Mai 1940 endgültig geschlossen wurde, gab es vielleicht gar keinen Poststellen-Stempel mehr oder er ist wegen der dann sehr kurzen Gebrauchszeit noch nicht gesichtet worden.

Bei den Poststellen des Leitpostamtes Praust, die bis dato alle gleiche Stempel hatten, gibt es ab September 1939 eine ganze Phalanx von verschiedenen Aptierungen. Ich möchte hier die unterschiedlichen Typen nebeneinander stellen:

Die einfachste Form wie bei den Z 2-Stempeln, nämlich das Abdecken der Worte „Freie Stadt", war hier wegen der unteren Rahmenlinie kaum möglich; zumindest wäre es eine zeitaufwendige und wenig erfolgversprechende Methode gewesen.

• Die am wenigsten umfangreiche Aptierung ist die der Type 4.3 a. Sie kommt nur bei Schwintsch (ggf auch bei den noch ungeklärten Fällen Domachau und Golmkau) vor.

• Allerdings dürfte diese „Herausschnippeler einige Kunst erfordert haben, weshalb die häufigere Aptierungsform die der Type 4.3 b ist. Wir finden sie bei Domachau, Golmkau, Grenzdorf, Katze, Kladau, Lehmberg und Suckschin (ggf. auch Damerau).

• Da auch diese Aptierung noch schwierig war bzw. die Leerzeile wohl nicht überall Gefallen gefunden hat, wurde in einigen Fällen (teils später zusätzlich) die untere Rahmenlinie entfernt. Diese Type 4.3 c kommt bei Damerau, Klein Trampken und Russoschin als einzige Aptierung sowie bei Domachau und Golmkau als Folgestempel der Type 4.3 b vor.

• Bei dem der Type 4.3 b ähnelnden Stempel der Type 4.4 handelt es sich nicht um eine Aptie-rung, sondern um einen völlig neuen Stempel, wie Typenunterschiede sowie die fehlende Leerzeile beweisen. In der Literatur ist er als der (allgemeine) Nachfolger von Type 4.2 a beschrieben. Dieser Meinung möchte ich widersprechen, da er nur bei Braunsberg auftaucht und es hier auch keine Aptierung des Vorgängertyps gibt. Daher vermute ich, daß bei der „Aptierungs-Schnippelei" der Stempel der Type 4.2 a unheilbar beschädigt worden ist, so daß ein ganz neuer Stempel, jetzt natürlich ohne den Zusatz „Freie Stadt Danzig", angeschafft werden mußte.

Soweit die Ausführungen über die Aptierungen.

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Rundschreiben 183, Literaturbeilage 985c, 15. März 1999, Seite 42.


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Added: 18/11/2015
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