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>> Danzig-Stempel auf DR-Marken
(Gerhard Onasch]

Das erforderliche Zusatzporto für LI' und Ein­schreiben war mit Marken des Absenderlandes zu bezahlen. In diesem Falle hat die Danziger Post die Frankatur des Deutschen Reiches akzeptiert.

Hannes Hamelmair hatte also an das Postamt Danzig 5 (Bhf) eine Anfrage und für die LP- Antwort die GS DR P 191/025 mit ZuF 15 Pf Stein­adler MiNr. DR A 379 beigelegt. Der Postbeamte Th. Eiffert vom genannten Postamt erteilte am IX. Juli 1932 die erwünschten Auskünfte und brachte die GS per LP zum Versand.

Diese GS bietet verschiedene interessante De­tails. Da ist zunächst das Bild vom Oberländischen Kanal. Dieses Bauwerk verband die Wälder des Oberlandes mit Elbing und diente ursprünglich dem Holztransport. Der Baumeister war Baurat Steenke (Königsberg).

Auch heute noch ist die Fahrt Ober den Kanal mit seinen einmaligen Rollbergen eine beliebte Touristenattraktion. Gezeigt wird Neukußfeld, der letzte Rollberg vor dem Drausensee. Das Schiff kann ich nicht bestimmen. Die eingesetzten Aus- flugsschifife wiesen aufgrund der Kanal Verhältnisse die gleichen Abmessungen auf.

Postgeschichtlich zeigt die GS bemerkenswerte Hinweise. Da sind einmal die zwei Stempel des Postamtes und die Hinweise des Postbeamten. Die­ser LP-Stempel vom 18.7.32 zeigt noch nicht die Lücke unter „IT' wie beim Stempel Katalog-Nr. 4. A. Vielleicht gab es mehrere Stempel. Das Datum zeigt den Zeitraum, in dem der grün-graue LP- Aufkleber Verwendung fand.

Der Preis bei der Versteigerung ließ auf ein er­hebliches Interesse schließen. Für Hinweise und Ergänzungen bin ich dankbar.

Berichte aus 1923 über die Flugpostserie MiNr. 112-118

Der Flugpost-Satz MiNr. 112-118 ist infla-echt gestempelt eine kleine Kostbarkeit. Warum ? Nun, der Grund ist wohl, dass insbesondere die teureren kleinen Werte zum Erscheinungszeitpunkt kaum noch einen Frankaturbedarf halten.

Schon zum Zeitpunkt des Erscheinens dieser Se­rie Anfang 1923 hat es um diesen Satz in Sammler- kreisen viel Aufregung gegeben. Es ist deshalb in­teressant. die damaligen Stellungnahmen zu lesen. Unser 2. Vorsitzender, Herr Thomas Metz, hat freundlicherweise entsprechende Artikel aus der Danziger Briefmarken-Rundschau (BR) übersandt, die ich hier in Auszügen wiedergeben möchte:

Danziger Neudrucke.

... Ferner hat man jetzt, wie wir erfahren, einen völligen Neudruck der letzten Flugpostseric 40 Pfig. bis 10 Mk. auf Ansuchen von Briefmarkenhändlerinteressenten nachdrucken lassen. Die be­treffenden Händler wünschten natürlich genau die­selben Marken wie früher. Dabei passierte aber der Druckerei das Malheur, dass sie diese Flugpostmar­ken zu 40 Pfg., 60 Pfg., I Mk., 2 Mk 5 Mk. und 10 Mk. ebenfalls auf dem neuen Wasserzeichenpapier druckte und somit eine philatelistisch völlig neue Ausgabe schuf. Dabei sind die Flugpostmarken z. Zt. da der Flugverkehr schon seit dem Herbste ruht, für Postzwecke durchaus entbehrlich. Aber noch mehr der nachgedruckte Satz wurde gar nicht einmal an die Postschalter geliefert. Er war nur an einigen lägen der vergangenen Woche bei der Verkaufsstelle der O.P.D. für Eingeweihte er­hältlich

Das ist ein Unfug, der im Interesse der Reellität des Danziger Sammelgebietes unbedingt getadelt werden muss. Danzig hat damit zum ersten Male leider einen Weg beschritten, der zu keinem guten Ziele führen kann. Die neu herausgebrachte flugpostserie mit dem veränderten Wasserzeichen ist in philatelistischer Beziehung nichts weiter als ein amtlicher Neudruck. angefertigt auf Bestellung aus Händlerkreisen. Für die ebenfalls neugedruckten kleinen Werte der Nachportomarken, deren Druckkosten sich höher stellten als der Nominal­wert, mussten die Erwerber sogar einen Zuschlag auf Nominal bezahlen, um die Druckkosten postseitig herauszuschlagen. Das ist ein ganz, und gar un­gehöriger Zustand. Wenn die Tatsachen, wie wir sie geschildert haben, erst außerhalb Danzigs bekannt sein werden, dürfte man bald die Freie Stadt in philatelistischer Beziehung mit den berüchtigten Seebeckstaaten vergleichen, und das muss unbedingt vermieden werden.

Die „B.-R." verzeichnet den Neudruck mit ver­ändertem Wasserzeichen in ihrer Neuheiten-Rubrik nicht und steht auf dem Standpunkt, dass diesen Marken jede Sammelberechtigung abgeht. Die Danziger O.P.D. aber wird nicht umhin können, zu dieser Sache im Interesse des guten Rufes der Dan­ziger Marken möglichst bald Stellung zu nehmen und den Flugpostsatz ebenfalls als das zu bezeich­nen, was er ist: „Als einen nicht an den Schaltern verausgabten Neudruck."

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Arge Danzig, Rundschreiben 202, 1. Quartal 2004, Seite 1350.


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Added: 19/07/2007
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