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Gallery » Rundschreiben 131 - 3. Quartal, 1986 » Etwas über Fälschungen

>> Etwas Marktbeobachtung

Auf einer Auktion Ende vergangenen Jahres erwarb ein Händler vier Probedrucke Danzigs, und zwar die Nummern 207 und 210 in je zwei anderen Farben der Rahmen bzw. Mittelstücke. Alle vier Marken waren sehr fest auf Albumpapier -aufgeklebt, sie konnten nur höherstehend signiert werden. Eine Attestierung wurde abgelehnt (man käme sonst aus dem Atteste-Schreiben nicht mehr heraus). Da die Auktionskarten noch dabei waren, konnte errechnet werden, daß der Einlieferer dieser vier Marken noch nicht einmal einen Tausender erhalten hatte.

Nachdem die Marken im April auf einer Auktion für je 850 DM Ausruf im Katalog standen, sind sie nun im Juni erneut bei Schöpke & Lange für 1.000 DM pro Stück angeboten. Bei 850 Ausruf hieß es noch
Haftspuren vermutlich vom Vorlagekarton stammend
lt. Attest eines (anderen) Bundesprüfers, (der dazu berechtigt war, da es sich um Marken der Reichsdruckerei handelte).

Beim Angebot zu 1.000 DM hieß es nur noch "Haftstellen vom Vorlagekarton". - Geht man nun davon aus, daß die Dinger bei Zuschlag ohne Steigerung den Käufer etwa 5.000 DM kosten (während der Einlieferer nur etwa 1.000 DM erhalten hat), stimmt es einen schon mehr als nur ein wenig traurig...

Aus dem Rundschreiben einer anderen Arbeitsgemeinschaft:
Sammlerfreund X. berichtete mir von einer Danzig-Sammlung, die bei einer Auktion für 15.000 DM zugeschlagen wurde, die verkaufende Witwe erhielt knapp 10.000 DM (die Firma hatte die Sammlung fest gekauft, nicht in Kommission genommen). Eine Auflösung in einem Rundsendedienst hätte etwa 50.000 DM erbracht.

Etwas über Fälschungen
Anläßlich einer Prüfsendung mit vielen rückdatierten Danzigstempeln (1 z, 5 m, 5 Ausland) und gefälschtem 1 x wurde beim Einsender rückgefragt nach der Quelle. Der Einsender schrieb:

Ende des letzten Krieges - ich war damals 11 Jahre alt -erhielt ich die Marken von einem Soldaten zugeschickt, der im Osten auf dem Rückmarsch durch Danzig gekommen ist und dort die Briefmarken in einem verlassenen Briefmarkengeschäft "gefunden" hat. - Es ist wohl anzunehmen, daß der Geschäftsinhaber nur die wertvollen Stücke mitgenommen hat.

Unten: Danzig in angenehmer Gesellschaft mit den Inseln Kreta, Leros und Rhodos: Fälschung eines Danzig-5-Stempels e e (mittig ein fünfstrahliger Stern); diese und viele andere gefälschte Stempel sind gemäß bdph-Telegramm 2/86 in der Tschechoslowakei beschlagnahmt worden.

Eine nette Variante seines Prüfzeichens führte Herr Schlegel vor: Marken bzw. Ganzstücke, die er höherstehend (weil mit Mängeln behaftet) signiert hatte, waren durch "Ergänzungen" seines Signums wieder salonfähig und damit ohne Fehler:

Originalsignum       Signum mit Ergänzungen

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Arge Danzig, Rundschreiben 131, 28. Juni 1986, Seite 748.


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Added: 16/03/2016
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