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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 114 - 22. März, 1982 » Die Handstempelaufdrucke von Danzig

Hugo Klafotsky                                                                                                                                 1. April 1982

Nach 60 Jahren eine sensationelle Entdeckung:

Die Handstempelaufdrucke von Danzig

Meine Frau und ich überschritten anläßlich einer Urlaubsfahrt im August 1971 im höchsten Norden die schwedisch-norwegische Grenze .behufs Urlaub. Bei den schwedischen Zöllnern ging alles gut, aber  der norwegische Mann vom Zoll zollte meinem Paß besondere Aufmerksamkeit. Was paßte ihm nicht an meinem Paß? Dann aber sprach er, er habe in meinem Paß als Geburtsort Danzig gelesen, und sein Vater sei nach dem Ersten Weltkrieg in Danzig gewesen. Als er gar noch erfuhr, unser Urlaubsziel sei nicht allzu weit entfernt vom Wohnort seines Vaters, gab er uns die Adresse des alten Herrn.

Wir besuchten diesen alten Herrn eines Tages, und dieser Norweger, etwa Jahrgang 00, war tatsächlich 1921/22 in Danzig gewesen. Er fragte u.a., welche Bindungen ich noch an meine Heimat hatte, und ich berichtete ihm wahrheitsgemäß von den Briefmarken und den Stempeln von Danzig.

Und da tauchte zum ersten Mal das Wort Handstempelaufdruck auf. Schon vorher hatten micn, der ich nur unvollkommen das Norwegische beherrsche, einige Redewendungen verwundert, so, als er immer etwas von "wunder" sprach (auf Deutsch soviel wie wund, verwundet), und über seinen Aufenthalt in Danzig sprach er von "stasjonert", was so viel wie stationiert bedeutet. Und nun sprach er gar von "frimerker med handstempleropptrykk", also von Briefmarken mit Handstempelaufdruck. Er wollte dann wissen, ob ich solche Marken auch hätte. Ich verneinte und meinte, das hätte ja. nichts mit Danzig zu tun. Da widersprach er lebhaft und sagte, er könne sich noch ganz genau an diese Handstempelaufdrucke erinnern, weil er und seine Kameraden  ja extra Danziger Marken gekauft hätten, damit die Marken die Handstempel erhielten.

Nun wurde ich von dunkel- über mittelhellhörig, fragte und fragte und fragte, aber außer seiner Regimentsnummer aus dem Militärpaß und dem Ausdruck "troll" bekam ich nichts. mehr aus ihmheraus. Ein Troll (das Wort ist im Deutschen auch bekannt) ist ein Berggeist der norwegischen Sagenwelt, hier aber sollte es der Name eines Offiziers gewesen sein.

Jetzt begann ich zu forschen, die Forschung erstreckte sich über 10 Jahre hinweg und zeigt nun die Früchte:.Aus der Kiste der Versenkung an das Tageslicht geholt offenbart sich nach 60 Jahren die Renaissance eines Vorgangs, der ansonsten wohl in der Kiste geblieben wäre.

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Rundschreiben 114, Die Handstempelaufdrucke von Danzig, Hugo Klafotsky, 1. April 1982, Seite 1.


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Added: 08/12/2015
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