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>> In memoriam Gerhard Schüler

Das Kriegsende erlebte Gerhard Schüler in Hamburg mit der quälenden Ungewißheit über das Schicksal seiner in Danzig verbliebenen Frau und deren Mutter.

Brunhild Schüler hatte mit ihrer Mutter alle Schrecken der Besetzung und der Vertreibung überstanden und gelangte nach strapaziösen Fahrten und Märschen Weihnachten 1945 endlich zu ihrem Mann nach Hamburg.

1948 wurde der Familie Schüler der Sohn Christian geboren, dem eine behütete und zufriedene Kindheit beschieden war. Gerhard Schüler konnte mit Freuden den Ausbildungsweg seines Sohnes zum Volkswirt erleben. Dessen Eheschließung bescherte ihm eine charmante Schwiegertochter und vor noch nicht einem Jahr den munteren Enkel Wolf-Ulrich.

Die berufliche Laufbahn Gerhard Schülers begann ebenfalls 1948 mit seinem Eintritt in die Baubehörde der Freien und Hansestadt Hamburg. Er avancierte zum Leiter der Statischen Prüfstelle und wurde 1976 als Baudirektor pensioniert. Seine Dienstreisener gehörte diversen Ausschüssen an - führten ihn in viele Orte Deutschlands.

Wie Gerhard Schüler nach Übernahme der Leitung der Arbeitsgemeinschaft Danzig im Jahre 1955 und nach seiner Bestellung zum Prüfer für Danzigmarken das gewaltige Arbeitspensum schaffte, mag vielen ein Rätsel sein. Tatsache ist: Gerhard Schüler war oft um Mitternacht noch bei der Arbeit und oft um fünf Uhr früh schon wieder. Im Jahre 1964 fand der Umzug in die Wohnung in der Fruchtallee statt.

Ein unbarmherziges Schicksal entriß ihm 1961 seine Frau Brunhild und Ende 1972 seine zweite Frau. Beide Frauen starben nach langer schmerzensreicher Krankheit, die zweite Frau nach zehnjähriger Ehe kurz nach dem Hochzeitstag.

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So ging unser Gerhard Schüler seinen Weg, aufrecht und stolz und doch bescheiden. Seine unbestechliche Sachlichkeit war gepaart mit liebenswürdigem Wesen - Kamerad, Freund und Kumpel in einer Person - einer der letzten Kavaliere der alten Schule.

Das war der Mensch Gerhard Schüler. Die Würdigung des Philatelisten Gerhard Schüler wäre eine Aufzählung von Tatsachen, die uns Danzigsammlern bekannt sind. Die dem Philatelisten verliehenen Auszeichnungen und erwiesenen Ehrungen sagen letztlich nichts aus über ihn, den Menschen.

Wir gedenken seiner in Trauer, und wir werden ihn in Erinnerung behalten, wie er war: Liebenswürdig und zuvorkommend, sachlich das Wahre treffend und dennoch humorvoll, belehrend und dennoch kein Lehrerer war: Ein Mensch.

Ade, lieber Gerhard Schüler !

 

Arge Danzig, Rundschreiben 112, Seite 2.


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Added: 09/12/2015
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