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Gallery » Rundschreiben 249 - 4. Quartal 2015 » Eine Postkarte aus Sopoty

Eine Postkarte aus Sopoty
[Martin Jenrich, Tel. 030-9914166, eMail: martin.jenrich@web.de]

Von einem ARGE-Mitglied wurde ich auf das Folgende aufmerksam gemacht.

Obwohl diese Karte am 12.4.45 geschrieben wurde, dem Tag, an dem die polnische Post zum Ende des 2. Weltkrieges im Postamt am Zoppoter Bahnhof den Betrieb aufnahm (siehe RS 169 vom 12.10.1995, Seite 1007), erfolgte die Bearbeitung erst am 14.6.45 (exakt 25 Jahre nach Herausgabe der ersten Danziger Briefmarken).

Welche Gründe waren für die zweimonatige Verzögerung maßgebend, eventuell im April 1945 noch fehlende Beförderungs- und Zensurvorschriften nach Deutschland?

Wie lange wurde der Stempel SOPOTY noch benutzt, bevor die Ortsbezeichnung in SOPOT geändert wurde?

Anzunehmen ist, dass die Umbenennung deshalb erfolgte, weil es schon einen Ort Sopoty in Polen gab, nämlich das ehem. deutsche Seepothen, Kreiss Preußisch Holland, ein Dorf in Ermland / Masuren.

Wer weiß Bescheid?

Übrigens: Dieses postalische Lebenszeichen, das Frau Gerike im Frühjahr 1945 hilfe- und kontaktsuchend an ihre Verwandtschaft sendete, erinnert uns noch nach 70 Jahren an eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte und an die damit verbundenen zahllosen menschlichen Tragödien, die die deutsche Bevölkerung in den ehemaligen Ostgebieten in Folge des nationalsozialistischen Größenwahns erleiden musste.

 

Arge Danzig, Rundschreiben 249, 4. Quartal 2015, Seite 2805.


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Added: 03/01/2016
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