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Feststellungsbescheid wegen Kriegsschäden
[Martin Jenrich, tel:030-9914166, eMail: martin.jenrich@web.de]

Johann Deinowski hat Kriegsschäden angemeldet, die ihm beim Kampf um die Westerplatte in den ersten Tagen des 2. Weltkrieges an seinem Hausrat entstanden. Am 11. November 1940 wurden die Schäden vom Danziger Oberbürgermeister in Höhe von 98 RM festgestellt, d. h. anerkannt.

Als ich den Feststellungsbescheid las, konnte ich mit dem Namen Deinowski nichts anfangen, bei der Adresse Danzig-Neufahrwasser, Olivaerstr. 12 b, bekam ich aber eine Ahnung. Ich rief bei unserem Mitglied Günter Deinert in Braunschweig an und fragte, ob die Adresse seines Vaters (und damit auch seine) die o. a. sei. Er bejahte das.

Dazu muss man wissen, dass Namen mit der Endung –ski polnischen Ursprungs sind. Sie wurden während der Zeit des 3. Reichs seitens der Herrschenden argwöhnisch angesehen, und Bürgern mit derartigen Namen wurde nahegelegt, diesen Namen einzudeutschen. Ich weiß aus Berichten ehem. Danziger, dass z. B. Firmen, die dem nicht nachkamen, keine Aufträge mehr bekamen. Welcher „deutsche“ Nachname gewählt wurde, war freigestellt. In der Geburtsurkunde verblieb aber der alte Nachname.

Und so wurde aus Deinowski der neue Nachname Deinert.

Arge Danzig, Rundschreiben 255, 2. Quartal 2017, Seite 3038.


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Added: 16/04/2017
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