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Historisches, Sachbeiträge und Berichte

Jahrtausendfeier der Rheinlande in Danzig 1925
[Bernd Marczinke, Tel. 06232-26204, bernd.marczinke@t-online.de]

Wie kaum eine andere Region in Deutschland hatte das Rheinland unter den Folgen des Ersten Weltkriegs zu leiden. Nicht nur die wirtschaftliche Not prägte den Alltag am Rhein, sondern vor allem die Folgen der französischen Annexionspolitik, die auf die Übernahme des Landes und die Grenzverschiebung zum Rhein hin drängte. Separatistenunruhen und Besatzung provozierten Abwehrstrategien im Rheinland, die ihren stärksten Ausdruck in einer Reihe öffentlicher Feiern fanden. Als Anlass für die Rheinische Jahrtausendfeier im Jahr 1925 diente die Eingliederung Lotharingiens in das Ostfrankenreich im Jahre 925. Dieses „marginale Jubiläumsdatum“ wurde aufgrund seiner politischen Möglichkeiten gewählt.

Aus Anlass der Jahrtausendfeiern gab die Reichspost eine Gedenkpostkarte (P204) mit dazu passenden Sonderstempeln aus Düsseldorf bzw. Köln sowie drei Sondermarken heraus (MiNr. 372-74).

Ansichtskarte von Köln mit Sonderstempel zur Jahrtausendausstellung 1925

In einer Region, die in Folge des Ersten Weltkrieges von den Franzosen besetzt war und in der der Separatismus zwar seinen Höhepunkt überschritten hatte aber noch immer eine Rolle spielte, bot sich mit dem umfangreichen Programm anlässlich dieses Jubiläums für die führenden Politiker die einmalige Möglichkeit, sich auf nationaler und internationaler Ebene als deutsche Patrioten zu profilieren. Die Initiative zu der Tausendjahrfeier war vom Provinzialausschuss unter dem Vorsitz des Kölner Oberbürgermeisters Konrad Adenauer ausgegangen.
Die großen rheinischen Städte Düsseldorf, Köln und Koblenz wurden von Anfang an in den Mittelpunkt der Planungen gestellt. Als Sitz der Provinzialverwaltung machte es sich Düsseldorf zur Aufgabe, die zentrale Festveranstaltung zu organisieren, nachdem sich die Stadt gegen die gleichen Ansprüche von Koblenz als Sitz des Oberpräsidiums durchgesetzt hatte. Neben den rheinischen Metropolen veranstalteten aber auch zahlreiche kleinere Städte und Orte im Rheinland ein umfangreiches Programm, das in den meisten Fällen nach den offiziellen Veranstaltungen in den zentralen Orten stattfand, so dass sich die Feierlichkeiten vom Mai 1925 bis zum Herbst des gleichen Jahres hinzogen.
Doch nicht nur in der Rheinprovinz, sondern auch in zahlreichen anderen deutschsprachigen Regionen innerhalb und außerhalb der Reichsgrenzen fanden entsprechende Festivitäten statt, so etwa in Schleswig, Kiel, Berlin, Königsberg, Danzig, München, Innsbruck und Wien, maßgeblich initiiert vom Reichsverband der Rheinländer beziehungsweise dem Rheinischen Heimatbund unter Paul Kaufmann.

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Arge Danzig, Rundschreiben 259, 2. Quartal 2018, Seite 3166.


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Added: 02/04/2018
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