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Der Minensuchverband Ostsee 1919-1921
[Dr. Bernd Marczinke, Tel. 06232-26204, bernd.marczinke@t-online.de]

Während des Ersten Weltkrieges kam es in der Ostsee zu ausgedehnten Seeoperationen der Deutschen und Russischen Marine. Während des ganzen Krieges wurden diese Unternehmungen durch einen intensiven Minenkrieg ergänzt, dem auf beiden Seiten eine ganze Reihe von Kriegs- und Handelsschiffen zum Opfer fiel. So lief im November 1914 der Große Kreuzer SMS Friedrich Carl auf zwei Minen und musste aufgegeben werden, Anfang Januar 1915 fuhr der deutsche Dampfer Latona vor der pommerschen Küste auf Minen und sank; ihm folgte am Tage darauf das Führerboot der Hilfsminensuch-Division zwischen der Stolpe-Bank und dem Festland. Im gleichen Monat erhielt die SMS Augsburg, als sie von einer Unternehmung aus der Aalandsee zurückkehrte, östlich von Bornholm einen schweren Minentreffer, und bei dem Versuch, dem schwer havarierten Schiff zu Hilfe zu kommen, lief die SMS Gazelle nördlich von Arkona ebenfalls auf eine Mine. Im November 1915 erhielt die SMS Danzig einen schweren Minentreffer, im Dezember lief die SMS Bremen vor Windau auf eine Seemine und sank kurze Zeit später, 250 Besatzungsmitglieder fanden den Tod.

Ansichtskarte vom 9. September 1919 aus Danzig mit Absenderangabe „In See“. Auf dem Foto Marinesoldaten mit Mützenbändern u. a. der Minensuchhalbflottille der Ostsee

Nach Ende des Ersten Weltkriegs mussten die deutschen Seegebiete von den noch vorhandenen Minensperren und Treibminen geräumt werden, die sehr stark den Handelsverkehr bedrohten. Das schnelle Absuchen der etwa 41.000 Quadratseemeilen großen Fläche hätte allerdings nahezu das gesamte Personal der Vorläufigen Reichsmarine gebunden. Nach zähen Verhandlungen mit den Alliierten wurde schließlich erreicht, 10.000 Mann zusätzlich zweckgebunden einzustellen, diese Regelung galt bis zum September 1920. Damit konnte nun der Minensuchverband der Nordsee und der Minensuchverband der Ostsee mit den Hauptstützpunkten in Wilhelmshaven bzw. Kiel gebildet werden. Die Arbeit bei den Minensuchverbänden war hart und gefährlich, trotzdem war der Andrang bei den Annahmestellen groß.

Die Zeiten waren schwer, Hunderttausende Soldaten waren aus dem Feld zurückgekehrt und größtenteils ohne Arbeit. Neben Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften der Kaiserlichen Marine meldeten sich auch arbeitslose Seeleute der zivilen Seefahrt, ehemalige Angehörige des Marinekorps in Flandern und Soldaten des Feldheeres.

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Arge Danzig, Rundschreiben 261, 4. Quartal 2018, Seite 3247.


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Added: 26/11/2018
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