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>>>Eine gefälschte Danzig-Ganzsache

Bei näherer Prüfung des vorgelegten Stückes entpuppte sich dasselbe als verfälscht, und zwar aus folgenden Gründen:


  1. Keiner der deutschen Ganzsachen-Kataloge (der große Ascher 1923/28, Ascher und Junker 1930) tut einer Danzig-Inflationskarte zu 2,40 Mark Erwähnung, und die Post- und Telegraphenverwaltung der Freien Stadt Danzig teilte unter dem 19. Dezember 1930 auf Anfrage amtlich mit, daß die Karte zu 2,40 zwar gedruckt, aber seinerzeit durch die fortschreitende Geldentwertung überholt worden und nicht zur Ausgabe gekommen sei.

  2. Der Portosatz für eine Postkarte von Danzig nach Brüssel war bis Ende Juni 1922 allerdings 2,40 Mark. Seit Ende Juni 1922 gab es in Danzig kein Postkartenporto zu 2,40 Mark (weder für Stadt, noch In-land, noch Ausland), und am 12.12.1922 betrug das Porto einer Karte von Danzig nach Brüssel 8 Mark.

  3. In Danzig gab es damals und später nur einen Träger des Namens von Neumann, den damaligen Briefmarkenhändler Herrn Friedrich Karl von Neumann, Danzig, Jopengasse 59, jetzt in Berlin. Derselbe erklärt, daß die Karte bestimmt nicht seine Unterschrift trage.

  4. Die Karte, erklärt Herr von Neumann, könne aber auch nicht von ihm veranlasst sein, weil sie dann, wenn sie auch nicht von ihm selbst unterschrieben sein sollte, wenigstens ein Diktatzeichen tragen würde.

  5. Nie, schreibt Herr von Neumann, sei in der damaligen Zeit ’Innendienst’ um 340 Papiermark angeboten worden, auch nicht von ihm selbst. – Es darf erwähnt werden, daß am 12.12.1922 in Danzig 340 Mark = 18 Goldmark waren, während der Michel-Katalog vom Herbst 1922 ’Danzig Innendienst’ mit 20.000 Mark wertete.

  6. Der angebliche Adressat, Herr DR. Louis Goldberg, legt ein Schreiben vor, durch welches ihm Herr von Neumann am 7.11.1922 ’Danzig Innendienst’ um 125.000 Mark anbot.


Herr Hencke hat sich nunmehr überzeugt, daß Adresse, Text und Unterschrift der Karte Mache sind und der Poststempel eine Gefälligkeitsentwertung ist. Er hat die Karte daher Herrn Landgerichtsrat Priwe, dem Inhaber der Bundesstelle für Sammlerschutz, als Stiftung für eine Fälschungssammlung überwiesen.

Ein Cholera-Brief
[Klaus Wolff, Tel. und Fax: 030-8259294, eMail: wolffkl@t-online.de]

Im Jahr 1831 war in Danzig die Cholera ausgebrochen. Briefe wurden deshalb desinfiziert, d. h. sie wurden durchlöchert und anschließend mit einer Zange über Salpeter und Schwe-feldämpfe gehalten. Nur so, vermutete man, konnte verhindert werden, daß sich die Cho-lera mit der Post ausbreitet. Diese Briefe wurden zusätzlich mit einem Signum oder Stem-pel gekennzeichnet.

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Arge Danzig, Rundschreiben 218, Seite 1736.


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Added: 15/03/2008
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