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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 229 - 4. Quartal 2010 » Die "Danziger Briefmarken-Rundschau"

 

>> Der interessante Beleg;

Die "Danziger Briefmarken-Rundschau", die vierzehntäglich zum Preis von je 0,25 G bzw. Goldmark erscheint (wird im Kopf der Zeitung so ausgewiesen), möchte per Nachnahme von einem Abonnenten aus dem Deutschen Reich die im 4. Quartal 1923 angefallenen Kosten (s. nebenstehende Auflistung) per Nachnahme einziehen.

Die Summe wird nicht in Rentenmark des Deutschen Reiches (ab 1.10.24: Reichsmark)angegeben, sondern in der nicht mehr gültigen Papiermark, wie sie vor der Guldenwährung auch in Danzig Zahlungsmittel war.

Im Deutschen Reich erfolgte die Umrechnung von der Papiermark in die Rentenmark im Verhältnis 1 Billionen : 1. Die einzuziehenden 2,25 Billionen Papiermark stellten also einen Wert von 2,25 Renten-Mark (oder 2,25 Danziger Gulden) dar.

Unklar ist allerdings, warum der Nachnahmebetrag in nicht mehr gültiger Währung ausgestellt wurde.

Nicht ganz klar ist auch auf den ersten Blick die Frankatur.

In der obigen Auflistung ist das Porto mit 0,25 Billionen - also 25 Gulden-Pfg. - vorgegeben. Die Nachnahmekarte wurde aber am 30.1.1924 nur mit 20 Gulden-Pfg. freigemacht und abgestempelt. Scheinbar fiel einem bearbeitenden Postbeamten auf, dass dieses Porto nicht ausreichend ist, und es wurden 10 Gulden-Pfg. hinzugeklebt und am 31.1.1924 abgestempelt. Das fehlende Porto wurde solch einem Großkunden nachträglich in Rechnung gestellt, nehme ich an. Warum 10 Pf. und nicht nur 5 Pf., wie vorgegeben?

Meines Erachtens setzt sich das Porto folgendermaßen zusammen:
20 Pf. Grundgebühr für eine Nachnahme (s. Postgebühren FSD, Seite 14, drittletzte Spalte).
5 Pf. für einen Wert bis 50 Gulden, hier 2,25 G (s. ebenda).
5 Pf. Vorzeigegebühr im Deutschen Reich, egal, ob bezahlt wird oder nicht, siehe INFLA-Bücherei Nr. 12, Seite 13).
30 Pf.

Ich werde in meiner Annahme bestärkt durch eine ebensolche Nachnahmekarte der "Danziger Briefmarken-Rundschau" vom 20.2.24 mit gleichem Anliegen (und gleicher Berechnung in Papiermark), die nach Berlin ging. Sie wurde mit 30 Pf. (Mi.-Nr. 185) freigemacht, ebenso wie letztendlich die o. a. Karte. Diese Nachnahmekarte wurde unter Nr. 34 auf der internen Auktion auf dem ARGE-Treffen am 2.6.2010 in Wiesbaden versteigert und fiel anscheinend nur einem Anwesenden als Besonderheit auf, da darüber nicht diskutiert wurde.

Martin Jenrich (in Abstimmung mit anderen ARGE-Mitgliedern)

Was wir wollen:
(1. Absatz des 1. Mitteilungsblattes der 1936 gegründeten ASDP).
Wir wollen nur und ausschliefilich der Sache dienen, gemeinsam forschen, Kenntnisse iiber das Gebiet der Danzigmarken und -stempel vermitteln und vertiefen. Wir wollen aber auch kämpfen gegen alles Schädliche und Abträgliche, gegen Mache, Schwlndel und Fälschungen, wle auch gegen llebgewordenen Selbstbetrug.

Arge Danzig, Rundschreiben 229, 2010, Seite 2086.


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Added: 28/10/2010
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