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Gallery » Arge Danzig Rundschreiben 239 » Briefmarken-Rundschau: Danziger Zeitung

Aus alten Zeitungen und Zeitschriften
[Vorgelegt von Ronald van Waardhuizen, Tel. 00323-2251616, ronny@danzig.org]

Briefmarken-Rundschau
Beilage Nr. 17 der "Danziger Zeitung" vom 7. Oktober 1920

Die geheimnisvolle 15 Pfennig-Danzig

In den letzten Tagen ist in Danziger Sammlerkreisen viel von einem ... Danziger Provisorium Germaniatype 15 Pfennig, dunkelviolett, die Rede gewesen, das mit dem letzten schrägen blauen Aufdruck "Danzig" in Schreibschrift versehen, in beschränkter Anzahl zur Ausgabe gelangt sein soll (MiNr. 22 b). Es ist der Redaktion leider noch nicht möglich gewesen, ein Exemplar dieses "raren Vogels" zu Gesicht zu bekommen, doch versichert uns ein zuverlässiger Gewährsmann, daß er selbst eine der Marken in Händen gehabt habe und der Aufdruck mit dem Originalklischee durchaus identisch gewesen ist. Angeblich sollen an einem Nachmittag der letzten Woche einzelne Exemplare dieses neuen Provisoriums an einem Postschalter des Hauptpostamtes ganz kurze Zeit verkauft worden sein. ... Erkundigungen an zuständiger Stelle lassen es jedoch als sehr wahrscheinlich erscheinen, daß es sich um eine Mystifikation, d. h. um ein Fälschungsprodukt, handelt. Es wird uns bestätigt, daß Bögen der 15 Pfennig dunkelbraun im Auftrage der Post mit dem letzten Schrägaufdruck "Danzig" von der Druckerei nicht geliefert worden sind, da unter den zuletzt eingezogenen Danziger Restbestände der Germaniatype sich gar keine 15-Pfennig-Marken (violettbraun) mehr befanden. – Wir hoffen, in nächster Nummer berichten zu können, welche wirkliche Bewandtnis es mit diesem geheimnisvollen Provisorium hat.

Danzig. Am 1.Oktober erschienen zwei neue Ganzsachen: Eine Postkarte zu 30 Pfennig (P 7) und eine Doppelkarte 30 + 30 als Provisorium (P 9). Die Karten sind hergestellt durch Überdruck der alten 10-Pfennig-Karten mit rot eingedruckter Germania-Marke Deutsches Reich. Die Wertbezeichnungen oben sind mit je einer bordeauxroten "30" überdruckt. Unten ist die Inschrift "Deutsches Reich" durch ein Netzmuster ausblockiert, und über die Mitte der Marke zieht sich ein halbkreisförmiger Aufdruck "DANZIG", alles in bordeauxroter Farbe.

Danziger Nachlese.

Eine ganze Reihe mangelhafter Überdrucke der Flugpostmarken (MiNr. 50-52) wurde uns seit letzter Ausgabe vorgelegt. Bei zwei Bogen der 60-Pfennig-Marken ... weist jedesmal die dritte Marke der letzten Reihe einen zerbrochenen Flügel des Aeroplans auf. Die eine Tragfläche erscheint oben durchbrochen, und es handelt sich hier zweifellos um ein fehlerhaftes Klischee, d. h. um keine Zufälligkeit beim Druck, sondern um einen Fehldruck. Gleichfalls bei der 60 Pfennig beobachteten wir ... eine Verschiebung der Ziffern "60" derart, dass die "4" der darunter stehenden "40" unbedeckt blieb und nun die Zahl "460" lautet. Man legte uns ferner den 60-Pfennig-Wert vor, bei dem die obere Hälfte der Zahlen "6" und "0" abgeplattet und undeutlich gedruckt das Bild einer "50" ergibt.

Einen sehr interessanten Makulaturdruck der 5 Pfennig erster Ausgabe (MiNr. 1) zeigte uns Herr Cohn. Durch zweimaliges Überdrucken des Bogens mit dem Wort "Danzig" und dem Blockierungsstrich entstand ein direktes Konglomerat von Strichen und Buchstaben auf einzelnen Marken. Der erste senkrechte Zehnerstreifen des Bogens beispielsweise, der uns vorlag, enthält auf einzelnen Marken das Wort "Danzig" doppelt in verschiedenen Stellungen. Auf anderen Marken erscheinen Blockierungsstriche kreuz und quer über die Marken gedruckt und einzelne Buchstaben des Wortes "Danzig" neben dem vollständigen Wortaufdruck. Gleichzeitig ist zu vermelden, daß bei den eingereichten Zehnerstreifen der blaue Überdruck bei den unteren neun Marken stark auf der Rückseite durchschlägt. Alles in allem sind die Marken, obgleich zweifellos Makulatur, für Spezialsammler sehr beachtenswert, umso mehr, als bei der ersten Ausgabe derartig ausgesprochene Druckfehler verhältnismäßig selten beobachtet wurden.
(MiNr. von der Redaktion eingesetzt.)

Arge Danzig, Rundschreiben 239, Seite 2435.


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Added: 27/03/2013
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