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Gallery » Arge Danzig Rundschreiben 240 » Ein Briefmarkendiebstahl

Aus alten Unterlagen (Lit-Nr. 12)
Sammler - Woche
Deutsche Briefmarken-Zeitung Nr. 1, München, 2. Januar 1925

>> Ein Briefmarkendiebstahl und seine Folgen

Diese hat auf die Wiederbeschaffung des Paketes, das in blauem Packpapier eingeschlagen war und 10 ½ kg wog, eine Belohnung von 1 % des Wertes ausgesetzt.

Die Entwendung dieser bedeutenden Menge hat die Zurückziehung der Wertstufen zu 1 und 2 Gulden zur Folge (MiNr. 207 und 208). Die Danziger Postverwaltung hat die Einstellung des Schalterverkaufes dieser Wertstufen zum 1. Januar 1925 angeordnet. Zur Freimachung dürfen dieselben nur noch bis zum 10. Januar gebraucht werden (MICHEL-Katalog und Schüler-Handbuch: 9.1.1925). An Stelle der zurückgezogenen werden Marken im gleichen Muster, aber mit geänderter Farbe des Rahmens, erscheinen. Der Rahmen der neuen 1-Gulden-Marke wird orange (bisher grün), jener der 2-Gulden-Marke rosa (bisher lila) sein (MiNr. 212 und 213).

Die Entwendung des verschwundenen Markenpaketes kann nach den Feststellungen sowohl auf dem Gebiete der Reichspost wie auch auf Danziger Gebiet erfolgt sein. Durch die amtliche Zurückziehung der Marken nach so kurzer Kurszeit gewinnt das Gut der Diebe aber eigentlich noch an Wert.(Kursiv: Ergänzungen der Redaktion)

Nochmals: Bogenrand-Nummerierung der MiNr. 100 a
[Hans-Jürgen Köster, Tel. 040-5890784, eMail: hjk@interexpress.de]

Klaus Böhm war die bisher niedrigste bekannte Zählnummer die 0128, allerdings, wie auch alle anderen bisher bekannten Stücke, zum Außenrand zeigend. Hier zeigt sie zum Markenbild.

Ich gehe davon aus, - da Zählnummern ohnehin selten sind – dass es sich bei dieser Marke möglicherweise um das Einzige in dieser Form erhalten gebliebene Exemplar handelt.

Die Marke befindet sich in sauberer ungebrauchter Erhaltung.

Klaus Böhm hat mir nähere Hinweise zum Nummerator und zur möglichen Entstehung dieser Besonderheit gegeben:

Der Nummerator bestand aus einem Gehäuse, in das ein Zählwerk eingesetzt war. Die Zahlenwalzen ergaben die maximale Höchstzahl von 9999, also vierstellig. Der Stern - Rosette - ist der Auslöser, um das Zählwerk um 1 Stelle weiter zu drehen. Durch Andruck der Druckplatte löst er die Drehung im Zählwerk aus. Diese Rosette wurde mir als "Plunger" (svw. "Schlagbolzen") bezeichnet.

In Bezug auf die gezeigte Marke wurde vermutlich das Zählwerk nach einer Reinigung verkehrt herum eingesetzt - sicher unabsichtlich. Auch heute noch wird mit solch einem Zählwerk gedruckt; es hat sich eigentlich nichts geändert (gesehen in einer kleinen Flensburger Druckerei).

Es bleibt die Frage, nach wieviel Druckvorgängen gereinigt wurde und natürlich, wieviel Bögen insgesamt in der dargestellten Art nummeriert worden sind.

Die niedrigste bekannte Nr. ist bislang  0106, die höchste 4212. Bei Neumann werden im Spezialkatalog die Nr. 4348 und 8690 genannt; beide sind möglich, aber fraglich.

Ein Hinweis
[Klaus Böhm, Tel. 04636-8276, eMail: klaus_boehm@gmx.de]

Die">Die Adressatin der im RS 239 auf Seite 2446 abgebildeten Karte Brunhild Kindermann ist die spätere Frau von Gerhard Schüler, dem langjährigen Vorsitzenden unserer Arbeits-gemeinschaft und Danzig-Prüfer.

Arge Danzig, Rundschreiben 240, Seite 2468.


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Added: 28/06/2013
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