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Gallery » Arge Danzig Rundschreiben 254 » Geschichte und Schicksal der Danziger Juden – eine Spurensuche

>> Geschichte und Schicksal der Danziger Juden – eine Spurensuche

Quittung des Kaiserlichen Telegraphen-Amtes
über Fernsprechgebühren der Synagogen-Gemeinde in der Reitbahnstraße 10/13 mit Stempel DANZIG *T.A. a vom 1. April 1915.
Es handelt sich um den frühesten bekannten Abschlag dieses Stempels.

Badekarte für die Mikwe („Judenbad“)
Bis zum 19. Jahrhundert befand sich die Mikwe in Mattenbuden in der Kasernenstraße und wurde dann hinter der neu errichteten Großen Synagoge errichtet. Slg. Giles du Boulay

Die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts war die Blütezeit des jüdischen Wirtschafts- und Kulturlebens in Danzig. Viele große jüdische Betriebe wurden gegründet, z. B. der Getreidesilo von Simon Anker, die Moritz und Franz Cohn Schokoladenfabrik in Langfuhr oder der Holzhandelbetrieb von Julius Jevelovsky. Dazu kamen die  Eigentümer großer Kaufhäuser, wie die Gebrüder Freymann und Rudolf Brzezinski, Adolf Aron Mazur – Eigentümer von Fettbetrieben, Selbiger und Hirschberg als Importeure von Kolonialwaren. Unter den Gründern der Danziger Privat Aktienbank findet man Laser Goldschmidt von der Firma Levin Hirsch Goldschmidts Söhne, Samuel Mankiewicz und Samuel Bendix Rosenstein. Es gab sehr viele jüdische Kleingeschäfte und Handwerksbetriebe, wie die Bernsteinhandlung von Max Kurnik, zudem Lehrer, Rechtsanwälte und Ärzte.

Brief vom 6. Juni 1925 von Salomon Kramer,
Kolonialwaren und Heringsagentur, einem der vielen jüdischen Kaufleute in Danzig.

Brief vom 15. Dezember 1922 von Aron Katz,
1900 in Piotrkow, Polen geboren und im Holocaust ermordet.

Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, in einer Zeit zahlreicher Pogrome in Russland, wurde Danzig Zufluchtsort vieler jüdischer Flüchtlinge. Die Mehrheit versuchte zwar in die Vereinigten Staaten oder nach Palästina zu gelangen, einige siedelten sich aber in Danzig und Umgebung an.
1914 meldeten sich - wie überall im Deutschen Reich - auch in Danzig viele Juden als Kriegsfreiwillige. Eine Erinnerungsplakette an die 95 jüdischen Gefallenen des Krieges wurde später in der Großen Synagoge angebracht.

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Literaturbeilage 201, Bernd Marczinke, 9. November 2016, Seite 2.


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Added: 24/01/2017
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