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Arge Danzig  -  -  Lietraturbeilage 927

Arbeitsgemeinschaft im Bund Deutscher Philatelisten e. V.

Karl Kniep             Goerdelerstraße 15                 D 6200 Wiesbaden          27.12.1989
Einschreibbelege Danzig 1 h und Daposta

Im nachfolgenden sind 138 Einschreibbelege der Inflationszeit 1921/23 mit Stempel Danzig 1 h (Hauptpostamt) und 58 Einschreibbelege der. Daposta 6.-8.6.1937 (Sonderpostamt) aufgeführt, und zwar die 138 Belege (Danzig 1 h) nach dem Datum geordnet, die 58 Belege (Daposta) nach den R-Zettel-Nummern. Ganz offensichtlich gab es hier keine Systematik beim Verbrauch der R-Zettel.

Zu jener Zeit gab es die R-Zettel in Rollen zu 1000 Stück, und zwar mit den eingedruckten fortlaufenden Nummern von 001, 002, 003 und so fort bis 998, 999 und 000. War das letzte Stück mit der 000 noch ver-wendungsfähig, wurde dieses auch verbraucht durch handschriftliche Ergänzung einer 1 vor den Nullen.

Man könnte sich vorstellen, daß bei einem durchschnittlichen Tagesverbrauch von 25 R-Zetteln nach Ingebrauchnahme einer neuen Rolle diese dann etwa 40 Arbeitstage gleich 6 - 7 Wochen reichte. Ebenso logisch wäre, daß-die R-Zettel laufend abgetrennt und verklebt wurden.

Sicherlich mag das grundsätzlich für die kleineren Postanstalten oder größeren Ämtern für- die weniger stark frequentierten Schalter zutreffen. Bei Danzig 1 h und der Daposta trifft es nicht zu - there is a very big throughanother!

Ob die Obersten der Postverwaltung gedacht haben, mit der kontinuierlichen Verwendung laufender Nummern wären Manipulationen seitens der Postbeamten möglich gewesen? Daß man deswegen "nach einem Geheim-code plötzlich und unerwartet" einen Rollentausch vornahm? Vielleicht weiß die Arge R- und V-Zettel etwas darüber? Zumindest beim Schalter mit dem Stempel Danzig 1 h muß es 1921/23 -abgesehen von Portoerhöhungen - doch recht eintönigen Dienst gegeben haben. Sicherlich saßen die Beamten doch stundenlang an ihrem Platz, von kurzen Schließungszeiten abgesehen.

Auch mit der Stempelfarbe des Danzig 1 h hat es seine Tücken. Hier ist bisher kein violetter Abschlag bekannt (angeblich 22.1.1921 -8.4.1921), nicht einmal auf losen Marken. Besitzt jemand violette Ab-schläge? Bitte melden! - Für eine "öliggraue" Farbe kommen nur zwei Ganzstücke vom 26. und 28.6.1923 infrage. Es gibt noch .Zwischenstufen, aber auch hiervon sind Manipulationen (falsche Datierungen) bekannt.

Beim Sonderpostamt der Daposta gab es 2 Schalter, und jeder Schalter verfügte über je einen Rund- und Ovalstempel (Typei und II). Bei kontinuierlichem Verbrauch der R-Zettel wäre es möglich gewesen zu erkennen, welches Stempelpaar am Schalter X, welches am Schalter Y verwendet wurde. Aber ach - vom 6.6. sind, nur 7 R-Briefe bekannt, vom 7.6. 3 Stück, vom 8.6. bis -17 Uhr nur 1 Stück!

Die übrigen 45 Briefe sind am 8.6. mit den Uhrzeiten -18, -19 und -21 entwertet worden, dazu miteanz unterschiedlichen R-Zettel-Nummern. Auf der Daposta ging es ja recht turbulent zu, und es ist möglich und würde einiges erklären, wenn alle Massenauflieferungen von R-Briefen aus den Öffnungszeiten erst nach Ausstellungsschluß entwertet worden sind. U.a. auch die rote Stempelfarbe, die nicht nur am 8.6. -18 Uhr verwendet wurde, sondern auch am 6.6.37 -13 Uhr. und -16 Uhr!

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Arge Danzig, Rundschreiben 146, Literaturbeilage 927, Karl Kniep, 27.12.1989, Seite 1.


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Added: 10/10/2015
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