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Gallery » Danzig Reisführer - Dr. F. Schwarz » Führer durch Stadt und Umgebung, Danzig

>> Danzig Reiseführer - Dr. F. Schwarz

Danzig - Staat und Stadt:

>> D. Rundgang durch die Altstadt.

>> VIII. Beschreibung der wichtigsten Baudenkmäler und Sehenswürdigkeiten:

A. Tore, Türme;
Stockturm (3) mit Peinkammer und Hohem Tor auf der einen Seite und Langgasser Tor auf der anderen Seite bilden eine entwicklungsgeschichtlich zusammengehörige Baugruppe, die dem gemeinsamen Zweck diente, den Zugang zur Stadt von der Höhe her zu sichern und daher den gemeinsamen Namen Hohes Tor trug. Den eigentlichen Stadteingang bildete das Langgassertor im Zuge der ältesten Mauerbefestigung. Jenseits des davorlaufenden Grabens stand als Hauptsicherung der Hoheturm, später Stockturm genannt und als Brückenkopf jenseits eines zweiten Grabens folgte eine Anlage aus der später die Peinkammer erwuchs. Mit Erweiterung des Befestigungsringes und Änderung zur Wallbefestigung kam im Zug des Walles ein äußersten Tor hinzu (1574), das nunmehr Hohes Tor genannt wurde. An Stelle dieses zunächst einfachen Ziegelbaues trat 1588 ein repräsentativer Renaissancebau aus Sandsteinquadern von Wilhelm von dem Blocke.

Der Stockturm, schon 1346 erwähnt, wird 1506 - 9 um mehrere Geschosse erhöht. Die heutige Bedachung an Stelle eines im Kriege gegen Stephan Batory 1577 zerstörten Daches erhielt er 1587 durch Anton von Obbergen. Der Name Hoher Turm wandelte sich in Stockturm, nachdem 1604 der Stock, ein Gefängnis in ihn verlegt worden war. Das vorgelagerte Torhaus wurde als Pein- (Marter-) kammer ebenfalls für Gefängniszwecke verwendet, nachdem es aufgestockt und 1592 - 93 von Anton von Obbergen mit seinen zierlichen Giebeln geschmückt worden war. Das Langgassertor, der eigentliche Stadteingang, erhielt diesen Namen erst nach Errichtung des äußeren neuen Hohentors. Es war im 14. Jh. in einfachen gotischen Formen errichtet und wurde 1612 zu einem Schmuckbau in italienischer Renaissance von Abraham von dem Blocke gestaltet.

Die Stadtteile außerhalb der Mauern der Rechtstadt blieben zunächst nur dürftig geschützt. Die Vorstadt wurde dann in den Jahren 1475 - 90 mit Mauern und Gräben umgeben. Die Speicherinsel erhielt erst im Anfang des 16. Jahrh. eine Wall- und Plankenbefestigung. Zur weiteren Sicherung diente Milchkannenturm- und Tor (1517 - 19). Die Altstadt wurde auf ihrer Nordseite, auf der sie früher von dem 1454 abgebrochenen Ordensschloß geschützt war, erst im 17. Jahrhundert stärker befestigt.

Danzig, Führer durch Stadt und Umgebung von Dr. F. Schwarz, Seite 22.


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Added: 12/11/2010
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