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Gallery » Rundschreiben 242 - 1. Quartal 2014 » Ein Machwerk teuer erkauft



Ein Machwerk teuer erkauft
[Martin Jenrich, Tel. 030-9914166, eMail: martin.jenrich@web.de]

Die nachfolgende Karte ist ein markantes Beispiel dafür, wie wenig Wissen außerhalb der ARGE bei vielen Danzig-Sammlern vorhanden ist.

Das ebay-Angebot wurde am 17.11.2013 nach 11 Geboten von einem Bieter, der 1571 ebay-Sterne hat, für 21,72 € erworben.
Der Anbieter barbarys2 (609 ebay-Sterne) aus Hamburg wusste wohl, was er da anbietet:
„Dies ist ein Privatverkauf. Rücknahme und Gewährleistung sind ausgeschlossen.“

Ich wurde leider erst auf dieses Angebot aufmerksam, als es schon beendet war. Das hielt mich aber nicht davon ab, dem Verkäufer eine E-Mail zu senden, in der ich auf die Falschstempel hinwies.

Um es hier genauer zu sagen :
- Der Stempel DANZIG 5 * hätte die Monatsangabe in römischen Ziffern haben müssen (s. Wolff, Band 1, 4. Ausg. 2011, S. 2-74, Nr. [D5] 02.0).
- Der Stempel DANZIG-OLIVA kommt ohne Kennbuchstabe nicht vor (s. Wolff, Band1, 4. Ausg. 2011, S. 3-140 ff.).
- Der (senkrecht gesetzte) Gummistempel „Portopflichtige Dienstsache“ ist ebenfalls gefälscht (s. Wolff, Band 3 1997, S. 180).
- Selbst das Nachporto in seiner Höhe ist falsch. Eine Ortspostkarte kostete in der Portoperiode ab 16.5.1935 10 Pf. Das Nachporto hätte also 20 Pf. sein müssen.
- Nur der Postkartenvordruck und die ursprünglich verwendete Portomarke Nr. 30 sind echt.

So viele Fälschungen auf einem Beleg machen doch sehr betroffen!


Ich kann Danzig-Sammlern nur empfehlen, Mitglied der ARGE DANZIG e.V. zu werden. Dort gibt es genügend Literatur, und sie sammeln mit der Zeit so viel Wissen an, dass sie so etwas wie oben abgebildet nicht bebieten würden.



Arge Danzig, Rundschreiben 242, Seite 2547.


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Added: 02/06/2014
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