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Gallery » Rundschreiben 132 - 4. Quartal, 1986 » Zusatzfrankaturen infolge Portoänderung auf Ganzsachen des Freistaats Danzig

>> Zusatzfrankaturen infolge Portoänderung auf Ganzsachen des Freistaats Danzig

Die erste eigene Ganzsachenausgabe des Freistaats Danzig erschien gleichzeitig mit den entsprechenden Freimarken am 14.6.1920. Es handelte sich um mit dem Wort "Danzig" auf dem Wertstempel überdruckte Germania-Ganzsachen des Deutschen Reiches aus der laufenden Serie. Insgesamt erschienen ein Kartenbrief mit 2o-Pf -Wertstempel, je eine Postkarte und je eine Antwortkarte mit 10-Pf -bzw. 15-Pf -Wertstempel sowie eine Postanweisung zu 20 Pfennig. Noch vor Erscheinen der Ganzsachen war am 6. Mai 1920 wie im Reich das Briefporto für den Orts- und den Fernverkehr auf 40 Pfennig und das Postkartenporto auf 30 Pf erhöht worden. Im Auslandsverkehr kosteten Briefe von da an 80 Pf und Postkarten 40 Pfennig. Der Kartenbrief und die Postkarten konnten also bei ihrem Erscheinen nur mit Zusatzfrankatur benutzt werden, wenn man von der Verwendung der 10-Pf-Karten als Drucksache absieht. Tatsächlich kommt die einfache 10-Pf-Karte ohne Zusatzfrankatur mit rückseitigem Zudruck von Geschäftsanzeigen eines Danziger Brief-markenhändlers vor, sie ist aber auch in dieser Erhaltungsform nicht eben häufig. Die entsprechende Doppelkarte, als Drucksache ohne Zusatzfrankatur verwendet, liegt mir nur als Sammlerkarte ohne Text vor, mit Textzudruck habe ich sie bisher nicht gesehen.

Die normale Erhaltungsform des Kartenbriefes und der Postkarten der ersten Ausgabe ist also die mit Zusatzfrankatur. Dabei ist die Verwendung ins Ausland wesentlich seltener anzutreffen als die im Orts- oder Fernverkehr und rechtfertigt daher erhebliche Preiszuschläge. Das trifft allerdings nicht für Post nach Deutschland und Polen zu, für die damals noch Inlandsgebühren galten.

Am 10. August, also knapp zwei Monate nach Erscheinen der Ganzsachen, wurde das Postkartenporto im Ortsverkehr auf 15 Pfennig, das entsprechende Briefporto auf 25 Pfennig gesenkt. Von diesem Zeitpunkt an konnten die beiden 15-Pf- Postkarten daher auch ohne Zusatzfrankatur benutzt werden. Leicht aufzutreiben sind sie in dieser Verwendungsform allerdings nicht. Der Michel-Katalog bewertet sie daher zu Recht höher als Karten mit Zusatzfrankatur;

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Arge Danzig, Literaturbeilage 901, 15.9.1986, Seite 2.


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Added: 15/03/2016
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