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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 221 - 4. Quartal 2008 » Über die Ausdeutung von 'Infla'- und 'BPP'-geprüften Danzigmarken

>> Über die Ausdeutung von 'Infla'- und 'BPP'-geprüften
Danzigmarken der letzten 20 Jahre im Michel-Katalog
[Prof. Dr. Udo E. Klein, Tel. 0271-390256, E-Mail marret-udo.klein@gmx.de]

Danach sind als nicht zeitgerecht feststellbare Abschläge also entweder Fälschungen oder gehören zur bekannten Rubrik 'schraffierter Kreis' bzw. zu den als meistens nicht datumsidentisch abgeschlagenen Gefälligkeitsstempeln. Dieser Definitionszustand ist unhaltbar!

Durch diese zusätzlichen Regelungen für das Prüfgebiet 'Danzig' sind den Interpretationsspielräumen aber immer noch weite Grenzen gesetzt. Das möchte die ARGE Danzig mit einer veränderten Prüfordnung ändern.
-  In der von der ARGE Danzig 2007 vorgeschlagenen Prüfordnung werden deshalb bedarfsgerechte, also meistens datumsidentisch abgeschlagene
-  'Klasse 2–Stempel' sind danach diejenigen aus dieser Rubrik der bedarfsgerech-
ten Stempel, die in den letzten Gültigkeitstagen der Hochinflation nur noch am Schalter abgeschlagen wurden. Die Nominalen dieser Marken sind so niedrig, dass sie postalisch praktisch nicht mehr verwendet werden konnten.

Die ab 1997 nach Knieps Tod anhaltenden Versuche, die Formulierungen im Danzigteil des Michel-Katalogs Deutschland Spezial umzukrempeln, haben leider noch zu einem weiteren ziemlich verborgen gebliebenen Vorgang geführt, nämlich der Wiedereinführung der von Kniep ab 1989 entfernten Ruberg-Fälschungen von Dienstmarken: Mi.-Nr. D 24 P (früher D 30 P oder D 30 Z) und Mi.-Nr. D 32 X. Sie sind seit 1997 zusammen mit dem in Kapitel E besprochenen Unsinn wieder im Katalog! Ganz neu eingeführt wurde 1997 auch die Mi.-Nr. D 26 P. Ich habe auf diese drei Fälschungen bereits in einem Privatbrief 1990 und in der Beilage 996 zum Rundschreiben der ARGE Danzig vom Juni 2000 ausdrücklich hingewiesen. Allerdings haben sich sowohl der das wieder einführende Prüfer Dr. Oechs-ner als auch der Schwaneberger Verlag als Herausgeber des Michel-Katalogs nicht dazu geäußert. Auch meine Intervention im Hinblick auf das Los Nr. 2516 der 302. Schwanke-Auktion 2006 wegen der gefälschten Mi.-Nr. D15 I mit Attest von Dr. Oechsner blieb ohne Resonanz. Eine Folge dessen war auch das Los 5732 (Attest Soecknick) der 113. Felzmann-Auktion 2006 mit einer D 15 I, die im Auktionskatalog fälschlich als Danzig-Neuentdeckung ausgegeben wurde.
Man hält leider nichts von der wissenschaftlichen Mikroskopie zur Mikrostrukturerkennung von Druckfarben.

Mir ist allerdings klar, dass all das, was im Katalog steht, letztendlich die private Ansicht der jeweiligen Sachbearbeiter des Schwaneberger Verlags darstellt. Der BPP e. V., INFLA Berlin e. V. oder Prüfer haben darauf nur bedingt Einfluss.

-  Die Inhalte unserer ARGE-Mitteilungen sollten nicht nur der Erbauung dienen, sondern auch der Verinnerlichung.
-  Ein sorgfältiges Literaturstudium schützt vor 'Entdeckungen'!

Literatur:
1. 'Lexikon der Philatelie' von W. Grallert, Schwalmtal 2000.
2. Das INFLA-Prüfwesen, Geschichte, Prüfer und Prüfzeichen“ von I.R. Jahn, INFLA-Berlin, Nr. 62, 2008.
3. 'INFLA-Prüfordnung 2008', im Internet
4. 'Gebrauchte Inflationsmarken, echt oder falsch' von G. Bechthold, U. Fleiner und R. Tworek, INFLA-Berlin, Nr. 48, 2001
5. 'Zusätzliche Regelungen für das Prüfgebiet Danzig 2003', veröffentlicht 2005 im Rundschreiben 208 der Arbeitsgemeinschaft Danzig, Juli 2005.

Arge Danzig, Rundschreiben 221, Seite 1840.


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Added: 17/10/2008
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