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Vor 400 Jahren wurde Johannes Hevelius in Danzig geboren.

ARGE DANZIG e. V.

 Literaturbeilage 165 :

Dieter W. Leitner, „Bund der Danziger“, Tel. 06157-6796                                     24. November 2011

Der bedeutendste Astronom Europas seiner Zeit 
Vor 400 Jahren wurde Johannes Hevelius in Danzig geboren.

Es ging das Gerücht, dass der Herr Hewelke einen sehr sprachbegabten Papageien hatte. Der Astronom und Ratsherr besaß auch eine Brauerei. Wenn abends die Brauarbeiter nach Hause gingen, riefen sie ihrem Prinzipal zu "Herr Hewelke, nu goah-ne wi". Der Papagei konnte diese Wörter vortrefflich nachahmen. Es gibt nun zwei Versionen dieser Geschichte. Die eine lautete: Die Hauskatze erwischte den exotischen Vogel, entfleuchte mit ihm nach draußen und der Papagei schrie vor seinem letzten Atemzug lauthals: "Herr Hewelke, nu goahne wi". Die zweite Version ist folgendermaßen überliefert: Als der Hausherr 1687 an seinem Geburtstag starb und aus dem Haus getragen wurde, hüpfte sein getreuer Vogel auf den Sarg und ließ fast kläglich wieder seinen allseits bekannten Ausspruch hören.

Unsere Familie wohnte nur zwei Häuser von den drei Patrizierhäusem des Herrn Hewelke Ecke Pfefferstadt / Baumgartsche Gasse entfernt. Ich hatte im Danziger Lesebuch über Hewelke gelesen und ging immer andächtig an den Häusern vorbei. Der Bombenhagel der Russen im März 1945 verschonte auch das Haus Pfefferstadt 53 nicht, auf dem einst das Fernrohr des Himmelsforschers stand. Zu unserer Zeit befand sich darin das 1911 gegründete Metall- und Papierverarbeitungswerk "Velox" von Herbert Schnelle.

Johannes Hewelke wurde am 28. Januar 1611 in Danzig als Sohn eines reichen Bierbrauers geboren und nannte sich der Sitte der Zeit entsprechend latinisiert Hevelius (poln. Heweliusz). Er besuchte das Akademische Gymnasi-um und lernte in Bromberg Polnisch, das man in Danzig zu dieser Zeit brauchte. Bei dem Kopernikaner Dr. Peter Crüger studierte er Mathematik und Astronomie. Hevelius reiste in die Niederlande, studierte in Leyden und bereiste England und Frankreich.

Inzwischen tobte der Dreißigjährige Krieg, aber Hevelius fand 1634 wohlbehalten nach Danzig zurück. Er heiratete am 21. März 1635 die zwei Jahre jüngere Katharine Rebeschke, die zwei benachbarte Häuser besaß. Sein alter Lehrer Krüger ermutigte ihn, sich den astronomischen. Studien zuzuwenden. Eine Sonnen-finsternis 1639 erweckte in ihm endgültig die Forscherleidenschaft. Der begüterte Brauer (Jopenbier!) richtete sich eine Sternwarte mit selbstkonstruierten Instrumenten ein. Er bediente sich praktisch nicht des Fernrohrs und benutzte zur Beobachtung vorzügliche Diopter, Quadranten, Sextanten und Räderuhren. 1640 erschien ein Fixsternverzeichnis von 1564 Sternen bis herab zur siebten Größe. 1647 veröffentlichte er sein Hauptwerk "Selenographia", die erste und lange Zeit gültige Mondtopographie.

1651 wurde er Ratsherr und schließlich auch Bürgermeister der Altstadt.
Hevelius erkannte 1659 den Stern Alpha im Steinbock und den Stern 61 im Schwan als Doppelsterne. In seiner eigenen Druckerei druckte er 1665 den "Prodromus cometicus". Aus der Beobachtung der Kometen entstand drei Jahre später sein fast tausendseitiges Werk "Cometographia“ mit 38 Kupferstichen; 1673-79 folgten zwei Bände über die "Machina coelestis".
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Arge Danzig, Literaturbeilage 165, Seite 1.


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Added: 26/01/2012
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