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Gallery » Rundschreiben 238 - 1. Quartal 2013 » Daposta, Danzig 1937

  > Die DAPOSTA 1937 und ihre Blocks – ein Literaturbericht über eine philatelistische Schlacht.

Die Stempel
Während der DAPOSTA waren beim Sonderpostamt zwei verschiedene Sonderstempel in Gebrauch, ein Zweikreissteg-Stempel und ein elliptischer Luftpoststempel. Von beiden Stempeln gab es zwei Ausführungen (siehe Klaus Wolff, Band 2, 2. Auflage 2004, S. 3-05, Nr. 09.0 bis 12.0). Die Stempel wurden in schwarz abgeschlagen. Nach Schließung der Ausstellung am 8. Juni sind noch ganz wenige Stücke in rot gestempelt worden. Meiner Meinung nach sind diese roten Abschläge viel seltener als z. B. der "Große Innendienst".
 

Die Schlacht um die Blocks
Schon lange vor der Ausgabe der Blocks tauchten Gerüchte auf, dass die Blocks selten sein sollen. Das verwundert nicht, wenn man bedenkt, dass in den Jahren 1936-37 in vielen Ländern Blocks ausgegeben wurden, die angeblich selten waren. Die LPD Danzig hat schon vor Anfang der Ausstellung Stellung genommen zu den Gerüchten, dass die Blockauflage nur 20.000 Paare betragen sollte. Sie schrieb: "Es ist uns bekannt, dass anscheinend zu spekulativen Zwecken leider Gerüchte in Umlauf gesetzt worden sind, dass die demnächst erscheinenden DAPOSTA-Blocks in ganz geringer Auflage gedruckt werden". Weiter schrieb sie, dass im Prinzip keine Mitteilungen über die Auflagehöhe gemacht wird, aber die genannte Zahl bei Weitem nicht die gedruckte Anzahl darstellt [6]. So wurde berichtet [16], dass Spekulanten den Sammlern weismachen wollten, dass die Auflage erst 20.000, dann 70.000 und später sogar 95.000 Blockpaare umfassen würde. Laut Müller sollte die Auflage 215.000 Blockpaare umfassen und eventuell bis 400.000 anwachsen. Bei dieser Art von Auflagehöhen war der Preis viel zu hoch!

Nebenstehend sind die seit 1891 erschienenen Blocks oder Kleinbogen aufgelistet. Die Ziffern in Klammern geben die Zahl der in den Hauptziffern enthaltenen Parallelausgaben ohne Zähnung an.

Die Jahre 1937-8 übertreffen alles! [11]
Gewissenlose Profiteure und Spekulanten kreierten einen unruhigen Markt und gaben den Sammlern die Illusion, dass die Blocks eine kleine Auflage hatten.

Auch die DAPOSTA-Blocks wurden als selten eingestuft, und das hat man damals in Danzig gewusst. Ein gigantischer Ansturm auf die Ausstellung war die Folge. Niemand hatte damit gerechnet, dass neben den Sammlern auch viele Danziger die Gelegenheit nutzten, die Blocks zu kaufen. Ab den frühen Morgenstunden standen die Besucher am Danziger Hof Schlange, gewappnet mit Klappsessel und Esswaren. In der heißen Junisonne fielen verschiedene Wartende in Ohnmacht, die durch das anwesende Rote Kreuz versorgt wurden. Viele Wartende kauften nur eine Eintrittskarte, mit dieser für 2 Gulden die Blocks und gingen wieder, ohne die Ausstellung mit seinen Seltenheiten zu würdigen. Durch den großen Andrang und die gedachte kleine Auflage nahmen die Preise auf der Straße schnell zu und erhöhten sich auf sechs bis zehn Gulden. Die Ausstellungsleitung machte dieser Spekulation schnell ein Ende. Am zweiten Ausstellungstag wurden nur noch drei Blockpaare pro Person und am letzten Tag nur noch eines abgegeben. Aber diese Einschränkung nahm wenig Einfluss auf die Massen. Es blieb unverändert lebhaft, und die Polizei hatte alle Händen voll zu tun, um bei dieser kauflustigen Menge dem  Verkehr den Weg freizumachen. Eine wahrhaftige Schlacht bahnte sich an!

Büttner [7] schrieb für "Das Postwertzeichen": "Die große DAPOSTA-Schlacht ist geschlagen. Auch nach diesem unblutigen Krieg gab es Sieger und Besiegte: glückliche Besitzer der DAPOSTA-Blocks und zahlreiche Enttäuschte, die leer ausgingen. Danzig im DAPOSTA-Fieber!". Ähnliches schmückte auch die Danziger Schlagzeilen. "Die Postmarke" schrieb: "Es ist in Danzig ein wildes Spekulationsfieber ausgebrochen", und im "Danziger Postwertzeichen" konnte man lesen: "Danziger Blockade" und "Großkampftage der Briefmarkensammler". Philatelisten und Nichtphilatelisten, alle spekulierten mit den Blocks. Die Blockmanie machte auch hier eine weniger schöne Entwicklung durch [4]. WvR meldete [2] für "Die Postmarke", dass, um die Ruhe zu bewahren, alle Polizeireservisten des Freistaates mobilisiert wurden.

Arge Danzig, Rundschreiben 238, Literaturbeilage 168, Seite 8.


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Added: 27/12/2012
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