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Gallery » Rundschreiben 247 - 2. Quartal 2015 » Der Deutsche Ritterorden

Historisches, Sachbeiträge und Berichte 

Der Deutsche Ritterorden
[Bernd Marczinke, Tel. 06232-26204, eMail: bernd.marczinke@t-online.de]

Die Übernahme Danzigs durch den Deutschen Orden am 13. November 1308 war ein wichtiges Ereignis in der Geschichte der Stadt, in dessen Folge Danzig bzw. das umliegende Pommerellen in den Ordensstaat eingegliedert wurde.

Urkunde in Briefform aus dem Jahre 1437 des Komturs von Danzig, Nikolaus Poster, zur Übertragung von Landbesitz

Der Komtur war der Leiter und Verwalter der Ordensniederlassung und damit Statthalter des Groß- bzw. Hochmeisters. Mit der Urkunde wird einem Bürger ein Dorf sowie „sebenczehn hufe“ (17 Hufe Ackerland, ca. 270 ha) übertragen. Mit den Unterschriften mehrerer Amtsträger des Ordens und dem Wachssiegel (links unten aufgelegt) des Kompturs (Inschrift: S. CONMANDANDORES DE DANZEG) erlangte das Dokument Rechtskraft. Dem Landnehmer wurde die Verpflichtung auferlegt, dem Orden bei Kriegseinsätzen mit Pferd und Waffe zu dienen. Die Urkunde trägt den vorderseitigen Vermerk „10“, die Briefregistraturnummer der Kanzlei. Der Brief wurde von einem Kurier, vermutlich dem Briefträger und Läufer Bernd von Wedel, überbracht.

Im Jahre 997 kam Adalbert von Prag auf seiner Missionsreise zu den heidnischen Pruzzen durch den Flecken „Gyddaniz“ und taufte nach einer eintägigen Predigt viele Heiden. Um das Jahr 1100 beherrscht Herzog Swantibor I. das ganze Land zwischen Peene und Weichsel. Nach seinem Tod fiel der östliche Teil zwischen Persante und Weichsel mit der Hauptstadt Danzig an seinen Sohn Ratibor I. Herzog Sobieslaw gründete um 1185 das Kloster Oliva. Um 1224 verlieh der ostpommersche Herzog Swantopolk II. (Zwantepolc de Danceke) das Lübische Recht an die deutsche Kaufmannssiedlung, die in der Gegend des heutigen Langen Marktes entstanden war.

Anfang des 14. Jahrhunderts eskalierten Konflikte um Erbfolgerechte zwischen den lokalen kaschubischen Fürsten von Pommern untereinander sowie dem Markgrafen von Brandenburg. Dazu kam die Beteiligung des polnischen Königs, der ab 1306 eine kleine Garnison in Danzig stationierte. Als die Brandenburger im Sommer 1308 in die Stadt einrückten, wurde seitens der „Königlichen in der Burg“ und von Vertretern der Stadt der Deutsche Orden um Hilfe gebeten, der Jahrzehnte zuvor Mewe geerbt hatte und somit seither auch links der Weichsel vertreten war.

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Arge Danzig, Rundschreiben 247, Seite 2708.


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Added: 03/09/2015
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