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Gallery » Rundschreiben 247 - 2. Quartal 2015 » Die „Danziger Zeitung“

>>  >>  >> Der Deutsche Ritterorden
[Bernd Marczinke, Tel. 06232-26204, eMail: bernd.marczinke@t-online.de]

Karte der Danziger Turnerschaft Deutschritter (gegründet 1925) vom 16. Dezember 1931 Im Dritten Reich war die Einstellung zum Deutschen Orden und seiner Vergangenheit ambivalent. Das allgemeine Bewusstsein pflegte das aus preußisch-deutscher Sicht positiv besetzte Bild des Ordens aus dem 19. Jahrhundert. Dagegen hatte Himmler im Rahmen seiner Rassentheorien andere Vorstellungen. Er wollte einen eigenen „Deutschen Orden“ zur Errichtung eines neuen deutschen Weltreiches gründen, wozu auch die neu geschaffenen Ordensburgen dienten. Deshalb musste der Namensträger verschwinden. Im Jahr 1938 wurde der Deutsche Orden durch ein Aufhebungsdekret zunächst im Deutschen Reich und danach auch in Österreich aufgelöst. Heutzutage ist der Deutsche Orden mit dem offiziellen Titel „Brüder vom Deutschen Haus St. Mariens in Jerusalem“ ein geistlicher Orden.

Die „Danziger Zeitung“
[Udo Mierau, Tel. 05042-8528]

1853 gründete Albert Wilhelm Kafemann (geb. 19.5.1819, gest. 3.1.1891) in der Danziger Ketterhagergasse 4 (Verlängerung der Fleischergasse bis zur Hundegasse) eine Druckerei. Hier wurde am 1. Mai 1858 erstmals die „Danziger Zeitung gedruckt. 1860 kam der über die Grenzen Danzigs hinaus bekannte Redakteur Heinrich Rickert (geb. 27.12.1833, gest. 3.11.1902) zur „Danziger Zeitung“ und wurde bereits ein Jahr später Kafemanns Teilhaber. Nach dessen Tod übernahm Rickert die Geschäftsführung. Von 1893 bis 1919 war Dr. Balduin Herrmann Chefredakteur des Blattes und gab ihm das politische Gepräge. Die Auflagenhöhe stieg bis auf 10.000 tägliche Exemplare, und die Druckerei dehnte sich auf Ketterhagergasse Nr. 3-5 aus.

In der Danziger Freistaatzeit gab es eine Teilhaberschaft des Ullstein Verlages Berlin und der „Danziger Neuesten Nachrichten“ des Senators Gustav Fuchs. Letzterer übernahm die „Danziger Zeitung“ in den 20er Jahren. Sie verstand sich stets als Organ der liberalen bzw. freisinnigen Partei. Als sich die nationalsozialistische Herrschaft ankündigte und die Auflagen stagnierten, stellte die „Danziger Zeitung“ 1930 nach 72 Jahren ihr Erscheinen ein.

Im Verlaufe der Jahrhunderte hatte die „Danziger Zeitung“ eine Anzahl Vorläufer, denn Danzig gehörte zu den ältesten deutschen Zeitungsstandorten. 1619 gab der Drucker Andreas Hünefeld, Verleger des Danziger Dichters Martin Opitz, seine „Wöchentliche Zeitung aus mancherley Orten“ als erste Zeitung in Danzig heraus. Da er aber mit dem Rat der Stadt Danzig in Streit lag, verschwieg er den Druckort, um Verboten vorzubeugen.

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Arge Danzig, Rundschreiben 247, 2. Quartal 2015, Seite 2710.


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Added: 03/09/2015
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