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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 104 - 15. Februar, 1980 » Sonderbeilage für die Mitglieder der Arge "Danzig"

>>  >>  >> Sonderbeilage für die Mitglieder der Arge "Danzig"

6. Portomarken

Danziger Portomarken wurdenbestimmungsgemäß nicht nur bei unterfrankierten oder unfrankierten Postsendungen verwendet, sondern sie dienten auch zur Verrechnung von Verzollungs- und Postlagergebühren (vgl. die Ausführungen über Danzig im Briefmarkenhandbuch von Kohl, Auflage 1926, Seite 826, 855). Portomarken waren in Höhe des mit Bleistift auf der Anschriftseite angezeigten Betrages Von dem zustellenden Postamt aufzukleben und mit dem gewöhnlichen Tagesstempel zu entwerten (Quelle: s.o.). Übrigens ist der Vermerk "25" (Pfennig) auf der abgebildeten amerikanischen Zollinhaltserklärung nochbutlich zu erkennen. Da in Danzig die Zustellung von Paketen eingestellt worden war und nur die Paketkarten zugestellt würden, während die Pakete bei der Amtsstelle in der Wallgasse abgeholt werden mußten (vgl. die Abhandlung "Das Post- und Fernmeldewesen in der Freien Stadt Danzig 1920-1939" von Carl Köhler im Mitteilungsblatt "Unser Danzig", 1963, Nr. 22, Seite 8, rechte Spalte Mitte), waren die aufgeklebten Marken keine Nachgebühr, sondern die Gebühr für die Zustellung der Zollinhaltserklärung bzw. der Paketkarte.

Bei Kenntnis dieser Sachlage werden auch die Stempelfolge und die Zeitfolge auf der amerikanischen Zollinhaltserklärung verständlich:

Poststempel
30.4.1936
9-11 V       Danzig 5 m :    Eingang der Sendung zusammen mit der Zollinhaltserklärung aus dem Zollausland beim Postamt 5
11-12 V     Danzig 6 :         Eingang der Sendung nach Weiterleitung zusammen mit der Zollinhaltserklärung beim Postamt 6; Deponierung der Sendung dort
1-2 N         Danzig 1 w :     Eingang der Zollinhaltserklärung nach Weiterleitung beim Postamt 1 Vermerk der zu erhebenden Gebühr und Abstempelung der Portomarken

Zollstempel
2.5.1936
"Tag der Gestellung" und "Zollamtlich abgefertigt" :
Tag der Erledigung der Zoliformalitäten beim Zollamt 1 Post.

(vgl. Seite 3)

Bei der unten abgebildeten Paketkarte (Sammlung Kniep) wurden am 4.11.1929 50 Pfennig Gebühr erhoben. Das kann damit zusammenhängen, daß wohl zwei Papiere zugestellt wurden: Die Paketkarte und die Zollinhaltserklärung.

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Rundschreiben 104, Sonderbeilage für die Mitglieder der Arge "Danzig", Seite 2.


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Added: 13/12/2015
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