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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 100 - Februar, 1979 » Wochenmarkt auf der Danziger Speicherinsel

Zum Rundschreiben Nr, 100 der Arge Danzig
Sonderbeitrag Nr. 1                       Oktober 1978

Günter Deinert
Kasernenstr. 35  -  -  D 3300 Braunschweig

Wochenmarkt im August 1976 auf der Danziger Speicherinsel

Jeden Montag und Donnerstag findet der altes Straßenverzeichnis sagt mir, daß und Häuser den haben. cherinseI, also keine Wochenmarkt statt. Mein hier früher mal Speicher der Mausegasse, Stützengasse und Kiebitzgasse gestanden haben. Das Hotel, in dem wir wohnen, steht auch auf der Speicelinsel zwischen der ehemaligen Adebargasse und Mönchengasse, 100 Meter vom Wochenmarkt entfernt. Am Donnerstag habe ich das Markttreiben erst nach dem Frühstück, gegen 9 Uhr, beim Verlassen des Hotels bemerkt. Für den Markttag am folgenden Montag habe ich mir vorgenommen, das Geschehen von morgens an mitzu erleben. Ich erfahre, die ersten Marktleute sind schon morgens um 4 Uhr dort. Dies soll mich aber nicht von meinem Vorhaben abhalten.

Am Montag wache ich gegen 3 Uhr auf. Nach der Morgentoilette geht es hinunter in die Hotelhalle. Der Portier schaut nur kurz auf, als ich das Hotelvarlasse. Wahrscheinlich ist es für ihn nichts Neues mehr, daß ein Gast so früh das Hotelverläßt.

Die ersten Wagen sind schon auf dem Marktplatz, von wo aus man den freien Blick auf die Stadt hat. Andere Wagen folgen - viele Pferdewagen, die meisten schon gummibereift - Autos, zum Teil uralte Vehikel, fast könnten sie das alte Danziger Zulassungszeichen tragen, aber sie fahren und sind hochbeladen mit Kartoffeln, Gemüse, Obst. Der Zufahrtsweg zum Markt ist eng, und so entsteht hier ein Stau. Man s chreit und sich auf polnisch an, denn jeder der Marktleute ist wohl auf einen guten Standplatz aus. Es ist köstlich, dies anzuhören, besonders für mich, der die polnische Sprache nicht versteht. Etliche Verkäufer kommen auch per Fahrrad - schon mehr Drahtesel könnte man sagen - vollbehangen mit Taschen und Körben. Einige Marktfrauen tragen auch Kiepen und Koffer.

Jetzt werden die Waren abgeladen und aubgepackt. Berge von Kartoffeln, Gurken, Tomaten, Obst und Gemüse Art. Alles ganz frisch. Bei jeder Ware liegt ein Stück Papier, auf das der Verkaufspreis geschrieben ist. Und Preise sind das! 10 Zl,. entsprechen regulär etwa 80 Dpf., schwarz getauscht 25 Dpf. Gurken kosten V.., 1 Meßglas Pfifferlinge (ca. 300 g) sind mit 44 U. schon recht teuer. Mich interessiert, was die alten Weiblein in den Koffern anschleppen: Es sind. Blaubeeren! Das Kilogramm für 40 Zl. -  Ein Pilzverkäufer fragt mich auf deutsch, ob ich...

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Arge Danzig, Rundschreiben 100, Sonderbeitrag Nr. 1, Oktober 1978, Seite 1.


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Added: 15/12/2015
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