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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 191 - 2. Quartal 2001 » Handrollstempel oder Maschinenstempel ?

>> Neues über die ,,Abschiedsausgabe"
.                     [Anton Auffenberg]

Von daher macht es eigentlich keinen Sinn, nur die in Berlin gedruckten Originalmarken nach Berlin zum Überdruck zu senden und dann zum Verkauf wieder nach Danzig zu holen, die in Danzig gedruckten Originalmarken aber in Danzig zu überdrucken.

Es könnte also durchaus möglich sein, dass alle Marken nur in Danzig oder nur in Berlin überdruckt worden sind. Die Farbunterschiede rühren wohl eher von den unterschiedlichen Auflagen der Originalmarken her.

Eine weitere Frage zu dieser Serie ist die, nach welchen Prinzipien man eigentlich die Wertstufen bestimmt hat. Es ist doch seltsam, dass das häufige Postkartenporto (6 Pfg.) fehlt, der fast nicht benötigte 10 Pfg.-Wert aber überdruckt wurde. Auch waren sicher noch Restbestände anderer Werte, zumindest der 55 Pfg.-Marke, vorhanden. Die Überdrucke auf den Wertstufen 8 Pfg., 20 Pfg. und 35 Pfg. sind daher sicher nicht erfolgt, um Restbestände zu verwerten.

Ihre Meinung über diese Serie würde mich sehr interessieren.

Handrollstempel oder Maschinenstempel ?
[Anton Auffenberg]

Ich denke, es ist nicht notwendig, den Unterschied zwischen Handrollstempel und Maschinenstempel langatmig zu erläutern, möchte aber zu beiden Stempeltypen die entsprechenden Abbildungen bringen, wie sie auch im Stempelkatalog dargestellt sind:

Abb. 1 Maschinenstempel

Während der Abdruck eines Maschinenstempels immer wie dargestellt aussieht, könnte man den Handrollstempel, der ja durch das „Abrollen" des Zylinders einen „unendlichen" Abdruck ergibt, auch anders darstellen.

Abb. 2 Handrollstempel

Abb. 3 Maschinenstempel

Beim Handrollstempel ist der Tagesstempel-Einsatz quergestellt, damit die Typenräder Platz haben.

Und hier nun stellt sich die in der Überschrift aufgeworfene Frage, denn es gibt auch (angebliche) Handrollstempel, welche die in Abbildung 3 gezeigte Form aufweisen.

Nun kann ich mir bei allem Nachdenken nicht vorstellen, wie hier die Typenräder angeordnet sein sollen. Nach dem Abstand der Tagesstempel (wenn mehrere abgedruckt sind) ergibt sich ein Zylinderdurchmesser von 2,7 cm und eine Länge der Datumsbrücke von 1,6 cm. Die Datumsbrücke müsste sehr stark gekrümmt sein.

Das bedeutet aber auch, dass die Typenräder (leicht) radial stehen müssten, was technisch gar nicht möglich ist. Auch wäre im Zylinderumfang wegen des Stempelbildes überhaupt kein Platz für einen Arretierstift.

Als Konsequenz ergibt sich daraus, dass diese wie Handrollstempelabdrucke aussehenden Stempelungen nicht von einem Handrollstempel stammen können. Vielmehr müssen es Maschinenstempel gewesen sein, ähnlich den beim Postscheckamt verwendeten Stempeln (sogenannte endlose Langstempel).

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Arge Danzig, Rundschreiben 191, 15.3.2001, Seite 1193.


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Added: 24/11/2015
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