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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 212 - 3. Quartal 2006 » Danzig-Stempel 1920 bis 1923

>> Danzig-Stempel 1920 bis 1923 - wohin geht ihr ?
Prof. Dr. U. E. Klein

Diese Ausarbeitung ist als Anstoß für eine wirklich autochthone, also von Fremdeinflüssen unabhängige, Prüfordnung gedacht, die den Danziger Verhältnissen wirklich gerecht wird. Die in unserem ARGE-Rundschreiben Nr. 208 vom Juli/September 2005 veröffentlichte, den Danzig-Sammlern aufoktroyierte, „Zusätzliche Regelung für das Prüfgebiet Danzig“, ist unakzeptabel. (Sie wurde auch erst zwei Jahre nach ihrem Entstehen der ARGE mitgeteilt.) Man hat den Eindruck, unter Besatzungsrecht zu stehen! Ein herausgebender „Verein der Deutschlandsammler e. V.“ ist den meisten Sammlern gar nicht bekannt.

a.) Was heißt z. B. „Prüfgegenstände mit Besonderheiten“ erhalten z. B. bei nicht zeitgerechtem Stempelabdruck einen schraffierten Kreis? (Das eben genannte gedruckte Idiom eines Un-Philatelisten habe ich ins Umgangs-deutsch angehoben.) Mit noch deutlicheren Worten: Ein verfälschter Stempel (=rückdatierter oder außerhalb der Markenkurszeit abgeschlagener Stempel) erhält den von Händlern und Auktionatoren erwünschten schraffierten Kreis anstatt der in Deutschland und auch in der ARGE DANZIG üblichen Falschkennzeichnung. Auf die Abbildung solcher tatsächlich mehrfach vorkommender Belege habe ich bewußt verzichtet!

b.) „Der schraffierte Kreis (in anderem Zusammenhang) kann bei früheren Prüfungen fehlen“ ist eine Selbstverständlichkeit und bedeutet bekanntlich, daß eine gestempelte Marke der Sorte II vorliegt. Eine Nachprüfung (durch Lizenznehmer) verursacht lediglich Ausgaben ohne Wertsteigerung.

c.) Mißverständlich ist auch: „Prüfgegenstände mit nicht als zeitgerecht feststellbarem Stempelabdruck werden nicht signiert.“ Einmal kann es sich bei diesen um nicht identifizierbare Stempel handeln (Solche Marken sollten zurückgegeben werden), zum anderen müßte es sich bei logischem Denken dann bei einem nicht zeitgerechten Stempelabdruck um eine Verfälschung mit dann zwingend vorgesehener Falschkennzeichnung handeln.

Die ARGE DANZIG und alle Beteiligten werden sich jetzt hoffentlich um eine neue Prüfordnung, frei von Einflüssen anderer Arbeitsgemeinschaften und sonstigen Einflüssen, bemühen.

Literatur:
G. Schüler: Danziger Falsch- und Gefälligkeitsstempel, DBZ 1957, Seite 226 – 227.
K. Kniep: Stempelliste zur Abstimmung mit Rittmeister und Hasselhoff, ca. 1982
K. Kniep: Danzigstempel aus der Infla-Zeit, Arge DANZIG, Beilage 933, August 1990
B. Bechthold, U. Fleiner und R. Tworek: Gebrauchte Inflationsmarken – echt oder
falsch? Verein der Deutschland-Sammler e.V. Berlin 2001
K. Wolff, A. Auffenberg: Stempel-Katalog Danzig, Berlin 2000

 

Arge Danzig, Rundschreiben 212, 2006, Seite 1546.


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Added: 08/02/2008
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