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Gallery » Briefmarken Ausstellung, Danzig 1929 » Das Postmuseum der Freien Stadt Danzig

>> Das Postmuseum der Freien Stadt Danzig

Wenige europäische und aussereuropäische Staaten können sich eines Postmuseums erfreuen. Die Freie Stadt Danzig ging bald daran, ein solches Museum zu schaffen. Man muss es deshalb den massgebenden Stellen, vor allem dem Leiter der Post- und Telegraphen-Verwaltung Staatsrat Zander, dem Geheimrat a. D. Schulz, dem Postinspektor (†) Nettke, dem Oberpostinspektor Dittmann, dem u. a. auch die Verwaltung des Museums übertragen ist, hoch anrechnen, dass sie trotz der Ungunst der Verhältnisse mit anerkennenswerter Energie die Errichtung eines Postmuseums für die Freie Stadt Danzig geplant und in die Wege geleitet haben. Diese noch wenig bekannte Schaustellung wird sicherlich ein dankbares Publikum finden.

Die Post- und Telegraphenverwaltung hat in ihrem Gebäude am Winterplatz in zwei von einander getrennten Räumen das Postmuseum eingerichtet, welches zwei wesentliche Abteilungen umfasst: 1. die Post-, 2. die Telephon- und Telegraphenabteilung. Jede Abteilung gliedert sich wiederum in eine historische und eine sachliche.

Die historische Abteilung des Postwesens enthält postgeschichtliche Dokumente schon aus dem 17. und den darauf folgenden Jahrhunderten, ferner auf das Postwesen bezugnehmende Bekanntmachungen des Rates der Stadt Danzig, Botenordnungen, Posttarife, deren Gebühren recht zahlreich waren. Man sieht auch handschriftliche Eintragungen über Zahlungen, welche an Boten für die Beförderung von Nachrichten geleistet worden waren. Als Seltenheiten betrachtet man heute die hier vorhandenen Briefe aus jener Zeit, die noch keine Briefmarken kannte, sondern nur den Ortsstempel in verschiedenen Formen (Nieren-, Oval-, Rund-, Kasten-, Bahnhofstempel u. dergl.). In diese Zeit gehören auch die Cholerabriefe, die vor der weiteren Beförderung wegen der Infektionsgefahren desinfiziert und zum Zeichen der erfolgten Reinigung äusserlich mit einem Stempel versehen wurden. Hervorzuheben sind die Ganzsachen und Postwertzeichen der Privatpost und Verkehrsanstalten, die in den Jahren 1887-1900 unter den Namen Hanse, Merkur und Courir ihre eigenen Briefexpeditionen innerhalb des Stadtgebietes neben der staatlichen Einrichtung ausführten.

Die sachliche Abteilung umfasst die von der Postverwaltung jeweils herausgegebenen Leithefte für das Gebiet der Freien Stadt Danzig und die Ortsverzeichnisse, ferner die Leitkarten und Verzeichnisse der Postanstalten, Eisenbahnfahrpläne nebst Angabe der Postbenutzung, die Fahrpläne der deutschen und polnischen Anschluss-Strecken, die Dampfschiff-, Kraftpost- und Landpostverbindungen. Von Interesse sind die vielen Posttarife der Freien Stadt Danzig, die so recht deutlich die fortschreitende Entwertung der deutschen Mark bekunden. Vom 1. X. 1919 bis 25. X. 1923 wurde der Posttarif für das Inland 24mal und für den Auslandsverkehr 27mal abgeändert. Erwähnenswert ist, dass zum Beispiel ein Einschreibbrief nach dem Ausland im Oktober 1923 6 Milliarden Mark kostete.

Geradezu mustergültig ist die Briefmarkenabteilung, welche systematisch aufgebaut ist, beginnend mit dem Werdegang der Briefmarke bis zur Fertigstellung derselben.

Zunächst wurden deutsche Postwertzeichen verwendet, die den lieberdruck Danzig in der Reichsdruckerei Berlin erhielten. Später wurde durch die Postverwaltung die Ausgabe eigener Marken vorbereitet. So sieht man

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Briefmarken Ausstellung, Danzig 1929, Seite 20.


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Added: 17/02/2016
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