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Die Langgasse, die wichtigste Straße der Rechtstadt, führt vom Langgasser Tor bis zum Langen Markt. Wie manch andere Danziger Gasse ist die Langgasse keine auf dem Reißbrett gerissene, gerade Linie, sondern folgt einer sanften Schwingung.
So meint man die sachte Windung, mit der die Mottlau an Danzig vorüberzieht, in den leisen Biegungen der Straßen nachzufühlen. Diese Biegsamkeit der Straßenflucht wird begünstigt durch die Aufteilung des Bodens in die schmalen Grundstückstreifen, die für Danzig charakteristisch sind. Sie geben den Straßen die Gelenkigkeit einer feingliedrigen Kette; ohne sie wäre die raffinierte Biegung der Langgase gar nicht möglich gewesen.
Der Blick verläuft nicht ins Leere, sondern wird von der gebogenen Straße weitergezogen. Immer neue Perspektiven tun sich auf, immer neue Ausblicke, spannend wie die Lektüre einer guten Erzählung. Und könnten die schmalen, hoch aufschießenden Bürgerhäuser der Langgasse erzählen, sie hätten viel mitzuteilen.
In der vierhundert Meter langen Gasse wohnten die Reichsten der wohlhabenden Patrizier, hier hat nahezu jedes Haus seine eigene Geschichte. Von ihnen werden Uphagenhaus und Ferberhaus näher beschrieben. Das Aussehen von Danzigs erster Gasse hat sich sehr verändert. Bis in das 19. Jahrhundert haben Beischläge vorgeherrscht. Um die zum 20. Jahrhundert wurden viele Bürgerhäuser zu Geschäften umgebaut und verloren den Charme alter Patrizierhäuser. Nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges wurde die Straße nach Vorbildern aufgebaut, die die Straße vor der Veränderung durch die Ladenarchitektur hatte.
  

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Danzig