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Gallery » Arge Danzig, Rundschreiben 220 - 3. Quartal 2008 » Gunnar Gruber und das System Helmut Markwort

Gunnar Gruber und das System Helmut Markwort
[Dr. Jost Küpper, Tel. 089-423383, E-Mail; d.kue@rbi.de]

Im Verhältnis zwischen Sammlern und Mitgliedern des Bundesverbandes Philatelistischer Prüfer (BPP) wird es immer wieder Irritationen geben. Da ist einerseits der Marken-Fan, der glaubt, ein tolles Teil gefunden zu haben und sich oft von den BPP-Gewaltigen sagen lassen muss, dass es zwar schön, aber nichts Aufregendes (sprich; Wertvolles) ist. Dann ist der Finder oftmals vergrätzt. Da sind andererseits (Prüf-) Entscheidungen von BPP-Mannen, die bei der betroffenen Sammlerschar heftiges Kopfschütteln und Proteste auslösen. Dann findet man schon mal BPP-Mitglieder in der ideellen Wagenburg. Die Sammler der ARGE Danzig haben da aktuelle Erfahrungen.

Ich rate in beiden Fällen allen Beteiligten zur größtmöglichen persönlichen Gelassenheit. Der Grund:;Als ich noch 'klein' war, verdiente ich meine Brötchen u. a. als Gerichtsreporter. Dabei erlebt man ziemlich viele vereidigte Sachverständige, die vor Gericht oft prozessentscheidend waren. Sie hatten durch die Bank dezidierte Meinungen zum Fall. Die meisten von ihnen zeigten sich aber für neue Fakten völlig offen, ich habe sie als sehr lernfähig in Erinnerung.

Nichts anderes ist mir bisher mit BPP-Prüfern passiert. Die haben bei mir manch philatelistischen Traum platzen lassen. In der Rückschau zumeist zu Recht. Es gibt aber auch die andere Variante; Bei mir war’s zunächst nur eine Druckzufälligkeit, heute ist es eine Michel-Nummer. Das ist die Sache mit der Lernfähigkeit.

Über die Info-Schiene kann man sich auch der causa Gunnar Gruber und der im RS 218 abgedruckten Geschichte der Danzig P 20X gestempelt samt 'rauher Zähnung' nähern. Probieren wir es also mit dem System Helmut Markwort, seines Zeichens Münchner Focus-Chef; Fakten, Fakten, Fakten.

  Marken mit rauher Zähnung gibt es bei Danzig wie Sand am Meer. Und zwar viel mehr, als es der Spezialkatalog des verstorbenen BPP-Prüfers Gerhard Schüler (nunmehr in der 4. Auflage) hergibt. Das ist keine Kritik an Altmeister Schüler, sein Kompendium ist immer noch das A & O des Sammelns auf diesem Gebiet.
Die rauhe Zähnung ist aber bei Danzig eine Zufälligkeit. Das ist bei anderen Marken (z. B. Deutsches Reich 799 - 802 A) anders. Zufälligkeit heißt aber auch, dass man immer wieder neue Objekte finden kann.

  Bei den nicht überdruckten Nachportomarken der Inflationszeit (P 1 bis 25) erwähnt das mir vorliegende Schüler-Handbuch in Auflage 3 auf S. 8 des vorletzten Teils fünf Einzelwerte mit rauher Zähnung; P 1, P 2, P 3, P 4, P 14.
Ein Blick in viele Sammlungen wird diese Reihung erweitern. Ich präsentiere hier vier weitere einschlägige Marken: P 5, P 6, P 7, P 9 (vgl. Abb. 1).
Nebeneffekt; die vier Objekte zeigen, wie Marken mit rauher Zähnung bei Danzig-Porto im Normalfall aussehen.

 Eine P 20X mit rauher Zähnung, ungestempelt oder gestempelt, kann ich nicht vorlegen. Vielleicht macht das ein anderer Danzig-Sammler.
Denn eines ist für mich klar: Es kann eine P 20X mit rauher Zähnung geben. Also kann Gunnar Gruber so etwas auch geprüft haben.

•  Grubers Prüfattest, im Rundschreiben 218 auf Seite 1750 abgedruckt, attestiert freilich einen Spezialfall. Rauh ist danach nur der obere Rand. Die in meinem Text bislang präsentierten 'rauhen' Portomarken haben die rauhe Zähnung an allen vier Außenkanten. Gretchenfrage; Kann es auch rauhe Zähnung an nicht allen vier Zähnungsreihen geben? Antwort; Ja.

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Arge Danzig, Rundschreiben 220, Seite 1798.


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Added: 06/08/2008
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